Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.1. Landesarchive
1.1.3. Kleve-Mark
1.1.3.6. Gerichte
Kleve, Gerichte AA 0064
103.07.02 Kleve, Gerichte, Nachträge (Gerichte zu Emmerich und Rees)
Permalink des Findbuchs


Signatur : AA 0064

Name : Kleve, Gerichte AA 0064

Beschreibung :

Einleitung :

Vorwort zu Kleve, Gerichte: Nachträge (nur Gerichte zu Emmerich und Rees) - vgl. im übrigen Vorwort zu Findbuch 103.07.01

Das nachstehende Findbuch umfasst die Zugänge Nr. 8/1943 und 17/1943, mit denen das Amtsgericht Emmerich den Rest der in der Hauptsache vor 1815 liegenden Altakten sowie einige Gesellschaftsregisterakten des 19. Jahrh. an das Staatsarchiv in Düsseldorf ablieferte. Nach Mitteilung des Amtsgerichts verblieben dort ausser einigen Einzelstücken - vgl. Nr. 458 - angeblich nur die alten, nicht mehr kurrenten Grundbücher (etwa 2 lfde. Meter), deren Aufbewahrung im Grundbuchgewölbe damals sicherer schien als im Staatsarchiv.

Von der anscheinend auch hierher gehörigen Acc. 46/38 wurde bei Räumungsarbeiten im Saal III des Magazins nur 1 Stück aufgefunden (Nr. 459) und zu den obigen Ablieferungen gelegt. Näheres über diese Acc. und ihren Verbleib ließ sich bei der gegenwärtigen Unzugänglichkeit der Hilfsmittel nicht feststellen.

Das Stück Nr. 458 wurde bereits vorweg im Repertorium verzeichnet. Es ist bei Wiedereintritt normaler Verhältnisse von dem Fürstlich Salmschen Archiv in Anholt anzufordern.

Was in Emmerich durch die Zerstörung des Amtsgerichtsgebäudes i. J. 1944 vernichtet worden ist, hat noch nicht festgestellt werden können. Unter dem Geborgenen befanden sich ausser Nr. 458 keine älteren Archivalien.

Aber auch vorher waren, wie ein Vergleich mit der Aktenverzeichnis (Nr.1) zeigt, schon beträchtliche Verluste eingetreten. Wohin die übrigen Stücke des Bestandes gelangt sind, ob vielleicht teilweise ins Stadtarchiv, oder ob sie als verloren anzusehen sind, kann z.Zt. noch nicht ermittelt werden. Da es sich also im großen ganzen nur um einen Restbestand handelt, schien es nicht tunlich, die alte Ordnung beizubehalten oder wiederherzustellen. Unbeschadet der erfahrungsgemäss stets vorhandenen Neigung der Archivare, bereits geordnete Bestände immer wieder neu zu ordnen, ist daher eine neue Einteilung und Ordnung in Anlehnung an Fabricius [Geschichtlicher Atlas der Rheinprovinz] durchgeführt, wobei aber zu bemerken ist, dass die Zuständigkeit der Gerichte und der Umfang der Bezirke einem steten, starken Wechsel unterworfen gewesen sind.

Da die Ablieferung die verschiedenartigsten Bestandteile aufweist, ist als Titel des Findbuches die Bezeichnung "Gerichte zu Emmerich und Rees" gewählt worden und, um die Herkunft zu kennzeichnen, als Untertitel die Akzessions-Bezeichnung.

Die Akten des Hüth-Offenbergischen Gerichts und vor allem Akten von Rees und Emmerich aus französischer Zeit kamen ohne jede Ordnung hier an; Hüth-Offenberg hat offenbar niemals eine Formierung der Einzelstücke zu Akten vorgenommen, und die letztgenannten Akten hatten sich z.T. in Einzelvorgänge aufgelöst. Diese Einzelstücke wurden zunächst zu Ordnungszwecken genau regestiert, bevor sie zu Akten formiert wurden. Die Regesten sind dann, da die Arbeit nun einmal geleistet worden war, in extenso ins Findbuch übernommen, sodass die Einzelstücke erheblich eingehender behandelt worden sind als die Aktenbände. So zeigt das Findbuch hierin eine Unausgeglichenheit. Im Hinblick auf die mannigfachen Verluste der Emmerich-Reeser Gegend an Archivalien der älteren Zeit, deren Umfang sich im Augenblick nur vermuten lässt, schien die Beibehaltung der ausführlichen Regesten im Findbuch wünschenswert. Dem Vernehmen nach sind die Dörfer zwischen Emmerich und Rees fast völlig vernichtet; an Ort und Stelle dürfte also nicht viel Material übrig geblieben sein. Für das 18. und der Anfang des 19. Jhdts. sind hier die folgenden Akten vielleicht der einzige Rest der Überlieferung.

Nötig wäre, um einen Ausgleich zu schaffen, die Sammelbände der Akten durch Namenverzeichnisse zu erschliessen (nur wenige Bände besitzen Rotuli) und die so gewonnenen Namen in die Register einzuarbeiten.

Aus den ebengenannten Gründen wurden auch einige weniger belangreiche Akten, die eigentlich hätten kassiert werden sollen, wegen der zahlreichen Familiennamen beibehalten (z.B. Nr. 333).

Folgende Akten wurden bei der Ordnung unter Berücksichtigung ihrer Provenienz als "Extradenda Münster" ausgeschieden:

1. Akten der kurköln. Hofkanzlei zu Bonn bzw.der Herzogl. Arenbergischen Regierung zu Recklinghausen:

Hörster Markgenossen ./. Erbmarkenrichter Clemens Lothar Reichsfreiherrn von Fürstenberg, Erbdrosten zu Bilstein, Fredenburg und Waldenburg und Herrn zur Horst und Herdringen.

Vol. I (1707) 1775-1785 (1790)

Vol. II 1806-1808

2. Akten des Herzogl. Arenbergischen Districtsgerichts zu Recklinghausen:

Georg Engbers, Einwohner und Höfner zu Kirchhellen Bauersch. Overhagen ./. General Leutnant Fhr. v. Wenge zu Brabeck wegen Schuldforderung. (1666) 1806-1810

3. Joh.Theod. Willemann, Pastor zu Rhede, ergreift Besitz von der Mühle zu Krechting (notariell). 1787

4. Reichskammergerichtsakten:

Das Kloster S. Catharinen binnen Dortmund ./. den Mandatar der Mitzischen Erben. 1762-1805

5. Akten der Kriegs- und Domänenkammer Hamm:

Die Teilung der Herner Mark 1773-1808

Bei dem Namenweiser ist zu beachten, dass einzelne, besonders umfangreiche Aktenhefte für die Register direkt ausgezogen wurden. Daher erscheinen nicht alle Namen des Registers auch in den Regesten selbst.

Für die Sigillanten wurde die ganze Ablieferung durchgesehen. Ich verweise auf die Vorbemerkung zum Siegler-Verzeichnis [jetzt: Siegel-Inventar 190.03.00].

Der Verfasser, von Hause aus weniger vertraut mit den Verhältnissen am Niederrhein, hat die Arbeit in den schweren letzten Kriegsmonaten der Jahre 1944/45 unter den mannigfaltigsten militärischen, politischen und- auch das mag für später hier erwähnt werden -ernährungstechnischen Schwierigkeiten, nicht zuletzt auch noch unter feindlichem Beschuss durchgeführt und zum Abschluss gebracht. Mögen ihm deshalb Ungenauigkeiten und Versehen nicht allzuhoch angerechnet werden.

Düsseldorf, den 30. Juni 1945

Dr. Korn

Umfang : 2074 Einheiten; 610 Kartons



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken