Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
2. Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln
2.14. Bundes-/Reichsbehörden
2.14.2. Eisenbahnverwaltung
2.14.2.6. Reichsbahnbetriebsamt Aachen
Reichsbahnbetriebsamt Aachen BR 2289
252.02.05 Reichsbahnbetriebsamt Aachen
Permalink des Findbuchs


Signatur : BR 2289

Name : Reichsbahnbetriebsamt Aachen BR 2289

Beschreibung :

Einleitung :

Einleitung

1.Behördengeschichte

Das Reichsbahnbetriebsamt Aachen war organisatorischer Bestandteil der Bahndirektion Köln und somit schließt sich hier die Geschichte der Bahndirektion Köln an.

Die ehemalige Bahndirektion Köln wurde am 29. Dezember 1879 unter der Bezeichnung “Königliche Direktion der Köln-Mindener-Eisenbahn“ gegründet. Daneben bestand seit dem 25. Februar 1880 die “Königliche Direktion der Rheinischen Eisenbahn in Köln“. Seit dem 1. April 1881 führten sie die Bezeichnung “Königliche Eisenbahndirektion (rechtsrheinische) zu Köln“ und “Königliche Eisenbahndirektion (linksrheinische) zu Köln“. In der rechtsrheinischen ”Königlichen Eisenbahndirektion zu Köln“ wurden Betriebsämter in Münster, Essen, Düsseldorf, Wesel, Köln und Krefeld, sowie Saarbrücken und Trier geschaffen. Zu letzterer trat 1885 das Betriebsamt Aachen (bisher Elberfeld). Zu ersterer trat 1885 das neue Betriebsamt Neuwied, 1890 Essen (vereinigt mit dem dortigen Betriebsamt der Eisenbahndirektion Elberfeld).

Am 1. April 1895 wurden beide Eisenbahndirektionen in Köln vereinigt und das gemeinsame Gebiet verkleinert (Gründung der Eisenbahndirektion Essen).Die Eisenbahnbetriebsämter wurden aufgelöst. Den im Jahre 1895 in Preußen geschaffenen Eisenbahndirektionen wurde als Mittelbehörden die Aufgabe "die Verwaltung aller zu dem Bezirk gehörigen, im Betrieb oder im Bau befindlichen Eisenbahnstrecken sowie die Vertretung des Staates in allen Angelegenheiten innerhalb ihrer Geschäftsbereiche" zugewiesen. Diese Aufgabe oblag den Eisenbahndirektionen auch weiterhin, die nach dem 1. Weltkrieg infolge der Gründung der Reichsbahn am 1.4.1920 als Reichsbahndirektionen und nach dem 2. Weltkrieg am 7.9.1949 zunächst als Eisenbahndirektionen und dann am 1.4.1953 dann als Bundesbahndirektionen bezeichnet wurden.

Nach dem Übergang der Staatseisenbahnen u.a. von Preußens an das Reich zum 1. April 1920 wurde die Eisenbahndirektion Köln in Reichsbahndirektion Köln umbenannt.

Mit der Verlautbarung vom 5.6.1945 war durch die Alliierten auch die Eisenbahnhoheit im Deutschen Reich übernommen worden. Die Leitung der Deutschen Reichsbahn ging auf die Militärgouverneure in den einzelnen Kontrollgebieten über.

In der britischen Besatzungszone wurde am 28.8.1945 in Bielefeld die Reichsbahngeneraldirektion unter der Leitung von Dr. Leibrand (Nachfolger Dr. Busch) gebildet, der die Reichsbahndirektionen Essen, Hamburg, Hannover, Köln, Münster und Wuppertal unterstellt waren (s.BR 1332 Nr. 67, Nr. 93). Auf der betrieblichen Ebene wurde am 1.10.1946 in Bielefeld die Hauptverwaltung der Eisenbahnen des amerikanischen und britischen Besatzungsgebietes geschaffen, deren Standort 1947 nach Offenbach verlegt wurde (BR 1332 Nr. 81).

Im Oktober 1948 trat an ihre Stelle die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn im Vereinigten Wirtschaftsgebiet am 7.9.1949 die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn, deren Sitz 1953 von Offenbach nach Frankfurt verlegt wurde. Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 erfolgte die Umbenennung in Bundesbahndirektion Köln.

Die Deutsche Bundesbahn war nach dem Bundesbahngesetz vom 13.12.1951 ein Dienstleistungsunternehmen im Besitz des Staates, mit der Hauptverwaltung in Frankfurt als Zentralinstanz, mit den Oberbehörden zentrale Transportleitung, zentrale Verkaufsleitung, dem Bundesbahn-Sozialamt, der Bundesanstalt für den Güterfernverkehr und den Zentralämter in Minden und München sowie mit den Direktionen als Mittelbehörden. Diesen wiederum waren als Unterbehörden die Generalvertretungen, ab 1989 Regionalabteilungen, die für die betrieblichen, kommerziellen und technischen Aufgaben zuständig waren, untergeordnet. Hierzu zählten z.B. Verkehrsämter, Betriebsämter und Maschinenämter und Neubauämter. Die Deutsche Bundesbahn und damit auch die Bundesbahndirektionen waren ständigen Umstrukturierungen, Rationalisierungs- und Organisationsmaßnahmen unterworfen.

Im Rahmen der bundesweiten Neugliederung der Bundesbahndirektionen - der Neuordnung der Mittelinstanz - gingen auf die Bundesbahndirektion Köln die Zuständigkeiten der am 31.12.1974 aufgelösten Bundesbahndirektion Wuppertal über. Mit der am 1.1.1994 umgesetzten Bahnstrukturreform wurde die Bundesbahndirektion Köln - wie alle anderen Bundesbahndirektionen in Deutschland - aufgelöst.

Anhang: Verwaltungsgliederung

Im Sommer 1945 gliederte sich die Organisation der Reichsbahndirektion Köln (s. BR 1332-130) unter der Leitung des Präsidenten iin 6 Abteilungen:

I Finanzen, Verwaltung, Verkehr

II Personal- und Sozialwesen

III Betrieb, Reise- und Güterzugfahrplan, Sicherungs- und Fernmeldewesen

IV Bau, Hochbau, Brücken- und Oberbau

V Betriebsmaschinendienst

VI Werkstätten

In der Folgezeit wurde die Organisation weiter differenziert und in Abteilungen und Dezernate gegliedert, wie der Organisationsplan aus dem Jahre 1958 (s. BR 1332-133) verdeutlicht:

A Präsident,

B Abteilungen

I Finanz- und Rechstabteilung

II Maschinentechnische Abteilung

III Betrieb, Fahrpläne, Signal- und Fernmeldewesen

C Kontrolleure

D Direktionsbüros

E Prüfungsamt

F Bezirksprüfungs- und Revisionsstellen

G Oberbahnarzt

Die Präsidenten der Eisenbahndirektion Köln waren (Bestellsignatur BR 1332 Nr. 255):

1880 - 1895 Franz Carl Rennen (geb. 25.02.1818, gest. 10.01.1897) (Cöln, lrh.)

1880 - 1895 Georg Wilhelm Offermann (geb. 1819, gest. 29.01.1902) (Cöln, rrh.)

1895 -1897 Höfer

1897 -1903 Eduard Stieger

1903 - 1906 Paul von Breitenbach

1906 - 1910 Rudolf Schmidt

17.01.1910 - 28.02.1917 Fritz Martini

1917-01.03.1919 Richard von Schaewen

01.07.1919 - 31.03.1933 Franz von Guérard

01.06.1933 - 24.07.1933 Wilhelm Kleinmann (geb. 29.5.1876)

01.09.1933 - 08.05.1945 Dr. ing. Karl Remy (geb. 13.11.1883)

09.05.1945 - 23.12.1945 Karl Hermann Henning von Mirbach (geb. 10.8.1912)

24.12.1945 - 13.06.1954 Dr. ing. Friedrich Hardt (geb. 25.12.1892)

11.01.1955 - 28.02.1958 Erwin Keßler (geb. 27.09.1901)

15.05.1958 - 30.04.1970 Dr. iur. Heinrich Kastner (geb. 1.5.1905)

01.05.1970 - 30.09.1979 Dr. iur. Joseph Streier (geb. 2.9.1914)

01.10.1979 - 30.4.1993 Dr. iur. Hanns Beck (geb. 24.6.1929)

01.05.1993 - 31.12.1993 Uwe Baunack (mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Präsidenten beauftragt)

2.Bestand und Findbuch

Das vorliegende Findbuch umfasst den Bestand BR 2289 Reichsbahnbetriebsamt Aachen, der im Jahr 2006 vom Stadtarchiv Aachen an das Landesarchiv NRW abgegeben wurde. Die insgesamt 7 Akteneinheiten wurden unter der Nummer 43-75/06 akzessioniert und unter dem Bestand BR 2289 magaziniert. Sie umfassen eine Gesamtlaufzeit von 1915-1946, wobei der Schwerpunkt auf dem Jahr 1944 liegt. Laut einer Aufschrift auf dem mitgelieferten Karton, befanden sich diese Akten bereits seit 1952 in den Beständen des Stadtarchivs Aachen (acc.-Nr. 1997/52) und wurden dort in einem Sammelbestand 2. Weltkrieg, Reichsbahn geführt.

Das Findbuch wurde im August 2016 zuletzt überarbeitet und beinhaltet das Vorgänger-Findbuch 252.02.15. Das Findbuch hat eine Gesamtlaufzeit von 1915 bis 1954, umfasst insgesamt 7 Verzeichnungseinheiten und gilt als vollständig erschlossen. Die Benutzung der Bestände unterliegt den Bestimmungen des § 5 Bundesarchivgesetz und somit auch den Schutzfristen nach § 5 Abs. 3 BArchG.

Verweise auf andere Findmittel zur Bahndirektion Köln:

252.02.01 Bahndirektion Köln

252.02.02-01 Bahndirektion Köln, Karten und Pläne, Band 1

252.02.02-02 Bahndirektion Köln, Karten und Pläne, Band 2

252.02.03 Bahndirektion Köln, Landesbevollmächtigter für die Bahnaufsicht

252.02.04 Bahndirektion Köln, Privatgleisanschlüsse

Bestand BR 2289 Reichbahnbetriebsamt Aachen

Es handelt sich bei dieser Abgabe um Akten des ehemaligen Reichsbetriebsamtes Aachen, die auf dieser Ebene bislang noch nicht durch das ehemalige Hauptstaatsarchiv Düsseldorf übernommen worden sind, da nach Bewertungsmodell eine Übernahme von Akten der Dienststellen unterhalb der Bahndirektionen nicht vorgesehen war. Sie umfassen inhaltlich Berichte und Fotos von Kriegszerstörungen durch Fliegerangriffe auf Bahnhöfe in Aachen und im Sprengel des Reichsbahnbetriebsamtes Aachen, die durch die bisherige Überlieferung der damals zuständigen Reichsbahndirektion Köln nicht dokumentiert werden. Weiterhin befindet sich in diesem Bestand unter der Nr. 6 eine Mappe mit Bahnhofslageplänen im Raum Aachen sowie unter der Nr. 7 ein weiterer Lageplan zum Bahnhof Aachen von 1936.

Die Akten wurden im Dezember 2006 durch Staatsarchivamtmann Christoph Heinen verzeichnet.

Zitierweise:

Die Akten des Bestandes BR 2289 sind wie folgt zu zitieren:

Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Bestand BR xx, Bestellsignatur BR xxxx Nr. xx.

Beispiel: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Bestand BR 2289, Bestellsignatur BR 2289 Nr. 1.

3.Literatur

·Preußische Gesetzessammlung

Die Rechts- und Dienstverhältnisse der Beamten und Arbeiter im Ressort der Preußischen Staats-Eisenbahn-Verwaltung. Nach dem Wortlaut der Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften für den praktischen Amtsgebrauch der Eisenbahn-Verwaltungsbehörden zusammengestellt bei der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Elberfeld.

Bd. I - V. Elberfeld 1881-1912 (Sog. Elberfelder Sammlung)

·Reichsgesetzblatt

·Bundesgesetzblatt

·Amtsblatt der Deutschen Bundesbahn

·Amtsblatt der Bundesbahndirektion Köln

·Deutsche Bundesbahn: Dienstvorschrift über das Aktenwesen (Aktenvorschrift) gültig vom 1. Januar 1954 an.

·Deutsche Bundesbahn: Aktenplan, gültig vom 1. Januar 1954 an.

·Material zur Geschichte des Eisenbahnwesens im Bereich der BD Köln: BR 1003/4673:

1.Übersichtkarte der Eisenbahnstrecken des Bezirks der ED Köln mit Angaben der Erbauer und Jahre der Inbetriebnahme 1839-1940.

2.Peter Pauling, Die Entwicklung der Eisenbahnanlagen im Raum Köln (Vortrag 1968).

3. Übersicht: Die deutschen Eisenbahnen in ihrer Entwicklung 1835-1935.

·Horst Romeyk, Kleine Verwaltungsgeschichte, S. 334f. Geschäftsberichte der Deutschen Bundesbahn. Christian Hübschen und Helga Kreft-Kettermann: Die Entwicklung des Eisenbahnnetzes bis 1935/1939, Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft VII/5, Köln 1996

·Dr. Hanns Beck, 100 Jahre Eisenbahndirektion in Köln, in: Die Bundesbahn- Zeitschrift für aktuelle Verkehrsfragen Darmstadt, Jg. 57 (1981) Heft 3, S. 201-240 (s.BR 1332-93) BR 1332-158.

gez. Staatsarchivinspektorin Romy Hildebrandt-Woelke

Umfang : 7 Einheiten; 1 Karton



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