Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
252.03.01-02 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Band 2
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Signatur : BR 1003

Name : Bahndirektion Köln BR 1003

Beschreibung :

Einleitung :

1. Behördengeschichte

Am Anfang der Geschichte der Bundesbahndirektion Wuppertal steht die Bildung der königlichen Direktion der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, die am 14. September 1850 erfolgte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es im Rheinland mehrere private Gesellschaften gegeben, die sich dem Bau und Betrieb bestimmter Strecken widmeten, so eine Gesellschaft zum Bau der Prinz-Wilhelm-Bahn von Essen-Steele nach Wuppertal-Vohwinkel, die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft zum Bau der Strecke Düsseldorf-Elberfeld-Steinbeck und die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft zum Bau der Strecke Elberfeld-Döppersberg-Hagen-Witten-Dortmund unter Fortführung der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn von Steinbeck bis Elberfeld-Döppersberg. Finanzielle Schwierigkeiten der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft führten am 23. August 1850 zur Übernahme ihrer Verwaltung durch den preußischen Staat und im Zusammenhang damit zur Bildung der Königlichen Direktion der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, die am 15.Oktober 1850 ihre Tätigkeit aufnahm.

Am 14. Februar 1854 wurde auch die Verwaltung der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn vom preußischen Staat übernommen, was zur Umbenennung in “Königliche Eisenbahndirektion“ führte. Laut Vertrag vom 22. September 1856 wurde die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft mit der Bergisch-Märkischen Eisenbahn verschmolzen. Nunmehr bestanden drei große Eisenbahngesellschaften im Westen: die Bergisch-Märkische, die Köln-Mindener und die Rheinische. Durch Gesetze vom 20. Dezember 1879 und 14. Februar 1880 wurden die Köln-Mindener und die Rheinische verstaatlicht. Ab 1. Januar 1882 wurden auch die Verwaltung und Betrieb des Bergisch-Märkischen Eisenbahnunternehmens für Rechnung des preußischen Staates geführt und dieser behielt sich das Recht vor, das ganze Eigentum der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft zu erwerben und sie aufzulösen. Diese Auflösung fand zum 1. Januar 1886 statt.

Die Eisenbahndirektionen unterstanden dem Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. In seinen Aufgabenbereich fiel alles, was mit der Verwaltung und dem Betrieb der ihnen zugeteilten Strecken zusammenhing. Dazu gehörte, abgesehen von der Organisation und Verwaltung der Dienststelle selbst, der Betrieb des Personen- und Güterverkehrs, der Neu- und Erweiterungsbau von Strecken einschließlich des Erwerbs des dafür benötigten Grund und Bodens, die Unterhaltung der Strecken, Bahnhöfe und Werkstätten. Die Organisation der Verwaltung richtete sich nach den die Organisation der Verwaltung der Staatseisenbahnen und der vom Staat verwalteten Privatbahnen betr. Erlasse, die in den Jahren 1850, 1867, 1872 und 1894 veröffentlicht wurden. Die Neuorganisation der Preußischen Staatseisenbahnverwaltung, die am 1. April 1895 in Kraft trat, schuf 20 Eisenbahndirektionen, unter ihnen im rheinischen Bereich die Direktionen Elberfeld, Essen und Köln. Die Eisenbahndirektion Elberfeld war danach für folgende Strecken zuständig: Köln-Deutz - Düsseldorf - Duisburg, Köln -Kalk, Wedau - Rath - Opladen - Urbach, Düsseldorf - Rath, Düsseldorf - Eller, Neuss - Düsseldorf, Düsseldorf - Elberfeld - Hagen -Schwerte - Soest, Unna - Hamm, Fröndenberg - Unna - Kamen, Gruiten -Köln-Deutz - Kalk, Hilden - Solingen - Vohwinkel, Solingen - Remscheid, Mülheim a. Rh. - Immekeppel, Vohwinkel - Kupferdreh, Aprath - Velbert, Vohwinkel - Elberfeld-Varresbeck, Elberfeld-Steinbeck - Cronenberg, Barmen-Rittershausen - Lennep - Remscheid-Hasten, Remscheid - Menninghausen, Lennep - Wipperfürth, Born -Opladen, Lennep - Krebsöge - Langerfeld, Krebsöge - Radevormwald, Hagen - Vörde, Hagen - Herdecke-Vorhalle - Witten, Volmarstein -Hengstey, Hengstey - Siegen - Betzdorf, Letmathe - Iserlohn -Fröndenberg, Hemer - Sundwig, Finnentrop - Rothemühle, Altenhundem - Fredeburg, Kreuztal - Amalienhütte, Erndtebrück - Raumland -Berleburg, Kirchen - Freudenberg, Hagen - Dieringhausen, Brügge -Lüdenscheid, Düsseldorf - Gerresheim - Barmen-Wichlinghausen -Hagen-Eckesey - Dortmund, Barmen-Wichlinghausen - Hattingen,

Schee - Silschede. Dieser Zuständigkeitsbereich blieb im Wesentlichen bis 1945 bestehen.

Durch Staatsvertrag vom 30. April 1920 zwischen der Reichsregierung und den Regierungen von Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Mecklenburg-Schwerin und Oldenburg gingen mit Wirkung vom 1. April 1920 die Staatseisenbahnen dieser Länder auf das Reich über. An der Spitze der Reichseisenbahnverwaltung stand nunmehr der Reichsverkehrsminister, die Eisenbahndirektionen wurden in Reichsbahndirektionen umbenannt.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung erhielt die Reichsbahndirektion Elberfeld 1929 die Bezeichnung Reichsbahndirektion Wuppertal. 1945 wurde auf Veranlassung der Besatzungsbehörde eine an Besatzungszonen, Ländergrenzen und Regierungsbezirken orientierte Neuabgrenzung der Direktionsbezirke vorgenommen. Der nunmehrigen Eisenbahndirektion Wuppertal wurde der Betriebsamtsbezirk Warburg zugeschlagen, die Strecke Holzwickede - Unna -Hamm und Soest dagegen an die Eisenbahndirektion Essen abgegeben. 1949 erfolgte die Umbenennung in Bundesbahndirektion Wuppertal.

Im Rahmen der Neugliederung der Bundesbahndirektionsbezirke wurde die Bundesbahndirektion Wuppertal nach stufenweisem Abbau zum 1.1.1975 aufgelöst. Ihre Aufgaben gingen im Wesentlichen auf die Bundesbahndirektion Köln über.

Die Abgabe von Akten der Deutschen Bundesbahn an das Bundesarchiv und die Länderarchive ist durch Verfügung der Hauptverwaltung vom 29. Juli 1960 - Aktenzeichen 2.823 Ova 8 - geregelt.

2. Findmittel- und Bestandsgeschichte

Das vorliegende Findbuch 252.03.01-02 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Band 2, wurde im Oktober 2017 aus dem Findbuch 252.03.01 gebildet und beinhaltet den Bestand BR 1003; das Findbuch 252.03.01-01 beinhaltet den 2. Teil des Findbuchs 252.03.01 und umfasst den Bestand BR 1059. Das Findbuch hat eine Gesamtlaufzeit von 1835 bis 1977 und umfasst insgesamt 2733 Verzeichnungseinheiten.

Die Vorgänger-Findbücher 252.03.01 sowie 252.03.02 wurden im Jahr 2015 in einem V.E.R.A.-Findbuch 252.03.01 zusammengezogen. Die im Findbuch 252.03.03 im Bestand BR 1003 verzeichneten Urkunden der Serie A + B wurden ebenfalls in das VERA-Findbuch 252.03.01 integriert. Da sich die übrigen Angaben im Findbuch 252.03.03 auf Urkunden bezogen, die nicht in das ehemalige Hauptstaatsarchiv Düsseldorf gelangt sind, wurde dieses Findbuch außer Gebrauch gesetzt.

Die Benutzung der Bestände BR 1003 und BR 1059 unterliegt den Regelungen des § 11 Bundesarchivgesetzes (BArchG) in der gültigen Fassung. Gesperrte Verzeichnungseinheiten sind ausschließlich mit einer Sondergenehmigung einsehbar.

Verweise auf andere Findmittel zur Bahndirektion Wuppertal

252.03.01-01 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Band 1

252.03.02-01 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Karten und Pläne, Band 1

252.03.02-02 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Karten und Pläne, Band 2

252.03.02-03 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Karten und Pläne, Band 3

252.03.02-04 Bahndirektion Wuppertal und Elberfeld, Karten und Pläne, Band 4

252.03.03 Bahndirektion Wuppertal, Privatgleisanschlüsse

Bestand BR 1003 Bahndirektion Köln

Der Bestand BR 1003 wurde im Jahr 1977 von der Bahndirektion Köln übernommen und beinhaltete u.a. Unterlagen zur Bahndirektion Wuppertal. Der überwiegende Teil des Bestandes BR 1003 bezieht sich inhaltlich auf die Bahndirektion Köln; u.a. auf die Geschichte des Eisenbahnwesens im Bereich der Bahndirektion Köln. Der Bestand BR 1003 umfasste insgesamt 1165 Kartons mit einer Gesamtlaufzeit von 1835 bis 1974.

Die Akten des vorliegenden Bestandes BR 1003 gelangten in mehreren Ablieferungen in das ehemalige Hauptstaatsarchiv Düsseldorf. Es handelt sich um die Akzessionen 41/39 (Ersatzforderungen an das Reich 1922-1938, Vorarbeiten für die Rückgabe der Rhein- und Ruhrbahnen 1924-1928, mit einer Ausnahme derzeit noch vermisst), 116/67 (Material zur Geschichte der BD Wuppertal), 74/68 und 20/70 (Gleisanschlussakten). Aus der Ablieferung der Bundesbahndirektion Köln acc. 64/77 wurden die Gleisanschlussakten eingearbeitet, die noch in Wuppertal angelegt und von Köln als Vorakten übernommen worden waren.

Die Urkunden der Abteilungen C, D, E und G des Urkundeneingangsregisters sind nicht überliefert.

Die Verzeichnung erfolgte in den Jahren 1975-1977 und wurde im Jahr 2016 abschließend überarbeitet.

Bestand BR 1059 Kahnakten

Einige “Kahnakten“ aus der Provenienz der Reichsbahndirektion Elberfeld wurden 1995 nachgetragen. Sie tragen die Signatur BR 1059 + lfd. Nr.

Zitierweise:

Die Akten der Bestände BR 1003 und BR 1059 sind wie folgt zu zitieren:

Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Bestand BR xx, Bestellsignatur BR xxxx Nr. xx.

Beispiel: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Bestand BR 1003, Bestellsignatur BR 1003 Nr. 1.

Literaturhinweise

-Preußische Gesetzessammlung

-Die Rechts- und Dienstverhältnisse der Beamten und Arbeiter im Ressort der Preußischen Staats-Eisenbahn-Verwaltung. Nach dem Wortlaut der Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften für den praktischen Amtsgebrauch der Eisenbahn-Verwaltungsbehörden zusammengestellt bei der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Elberfeld. Bd. I-V Elberfeld 1881-1912. (Sog. Elberfelder Sammlung)

-Reichsgesetzblatt Bundesgesetzblatt

-Amtsblatt der Deutschen Bundesbahn Amtsblatt der Bundesbahndirektion Wuppertal ,

-Deutsche Bundesbahn: Dienstvorschrift über das Aktenwesen (Aktenvorschrift) gültig vom 1. Januar 1954 an [Mainz 1954].

-Deutsche Bundesbahn: Aktenplan, gültig vom 1. Januar 1954 an. /Mainz7 1953.

-Zeitungsausschnitte zum 60 bzw. 75jährigen Bestehen der Eisenbahndirektion Elberfeld in BR 1003 Nr. 65. Hundert Jahre Eisenbahndirektion Wuppertal l1850-1950. Beginn und Entwicklung staatlicher Eisenbahnverwaltung in Nordwestdeutschland, hg. von der Eisenbahndirektion Wuppertal . Wuppertal-Elberfeld 1950.

Staatsarchivinspektorin Romy Hildebrandt-Woelke,

30.10.2017

Umfang : 4699 Einheiten; 1165 Kartons