Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.02 Reichskammergericht, Teil II, C-D
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1731 - 1734 (1067 - 1735)
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Streit um die Jurisdiktion in den Unterherrschaften Sürth und Weiß (Kr. Köln). Die Kläger beanspruchen dort für ihr Sürther Hofgericht (7 Schöffen) die Ziviljurisdiktion in Real- und Personalsachen, in Erb- und Enterbungssachen und die Kriminaljurisdiktion. Dem Erzbischof von Köln ständen als Vogt gemäß dem Sürther Weistum nur eine begrenzte Kriminaljurisdiktion sowie Wetten und Brüchten zu. Sie klagen insbesondere gegen das am 7. Okt. 1728 erlassene Verbot an Schultheiß und Schöffen zu Sürth, dem Stift St. Georg bei Strafe von 50 Goldgulden Folge und Gehorsam leisten, und die Reduzierung ihrer Gerichtstätigkeit auf ein (statt zwei jährliche) Hofgedinge, ferner gegen die Belegung von Dienstboten und Knechten mit Arrest, gegen die Verhaftung des päpstl. und kaiserl. Notars Hilarius Finck, gegen die Beschlagnahmung der Schöffenkiste und der darin enthaltenen Dokumente, Siegel und Gelder und gegen die am 18. Okt. 1730 erlassene Pönalzitation, bei Strafe von 200 Goldgulden das „auswärtige“ Herrengeding zu Brühl (Kr. Köln) zu besuchen. Die Beklagten erwidern, in der Dotationsurkunde von 1067 sei bei der Übertragung der Ortschaften Sürth und Weiß an die Kläger das „merum et mixtum imperium“ nicht inbegriffen gewesen. Das Weistum habe in mehreren Passagen keine Geltung erlangt.

Aktenzeichen : C 639/1465

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitel des Stifts St. Georg in Köln
Beklagter: Kurfürstl. köln. Regierung (Kanzler und Räte) zu Bonn sowie Freiherr von Walbott zu Bornheim, Amtmann zu Brühl (Kr. Köln), und Johann Wilhelm Wollersheim, Schultheiß zu Brühl
Prokuratoren (Kl.): Lic. Anselm Franz Spoenla (Spönla) 1731 - Subst.: Lic. W(ilhelm) M(aximilian) Brack Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung [1723] 1731 - Subst.: Lic. J(ohann) L(eonhard) Krifft
Prozeßart: Mandati de restituendo spoliatam cistam scabinorum cum omnibus in illa contentis scriptis, sigillis, protocollis, documentis et depositis pecuniis sine clausula ...
Instanzen: RKG 1731 - 1734 (1067 - 1735)
Beweismittel: Urkunde Erzbischofs Anno II. von Köln von 1067 über die Dotation der Kirche St. Georg (25). Urkunde des Papstes Nikolaus von 1059 betr. St. Georg (25). Weistum des Land- und Lehnsgerichts zu Sürth (26). Auszüge aus den Sürther Gerichtsprotokollen 1667 - 1728 (26 - 30). Ebenso von 1604 - 1710, z. T. über Schöffeneinsetzungen (Q 10). Weistum des Hofs zu Rodenkirchen (Stadt Köln) aus dem alten Hofbuch (Q 11). Bescheinigung des Abtes Adrian von Groß-St. Martin vom 2. Aug. 1731, daß sein Hofgericht zu Rodenkirchen nur über Hofgerichtssachen, nicht aber über sonstige Zivil- und Kriminalsachen Recht zu sprechen, befugt ist (Q 12). Boteneid zu Sürth (85). Auszüge aus den Sürther Gerichtsprotokollen von 1676 - 1688 (Q 14). Zeugenverhör zu Brühl von 1734 (106f.). Auflistung der von Sürth und Weiß an den Ebf. von Köln gezahlten Brüchten von 1682 - 1721 (109 - 112).
Beschreibung: 2 cm, 113 Bl., gebunden; Q 1 - 6, 8 - 17, Q 7* fehlt, 5 Beilagen prod. 6. Juni 1731 und 28. Feb. 1735.



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