Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.05 Reichskammergericht, Teil V, I-L
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1636 - 1724 (1622 - 1724)
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Anspruch auf ein Viertel des Nachlasses des Johann von Reuschenberg. Das Ehepaar Johann von Kolff und Anna von Reuschenberg hatte neben dem Appellanten noch die drei anderen Söhne Johann Reinhard (gestorben 1665), Gerhard Christoffel und Johann Bertram und die Tochter Sophia Agnes, die am 13. Juli 1622 den Appellaten heiratete. In der Heiratsverschreibung soll Sophia Agnes auf alle Ansprüche auf elterliche Güter verzichtet haben, außer auf die durch Erbfälle entstehenden. Sophia sollte aber nichts vor dem Tod des letzten Bruders ohne Kinder erhalten. Anna von Reuschenbergs Bruder Johann starb kinderlos, und Anna erbte als seine älteste Schwester ein Viertel seines Vermögens, das nach ihrem Tod zwischen den Parteien umstritten war. Dietrich von Zweibrüggen nahm Haus Reuschenberg 1635 in Besitz. Franz Dietrich von Kolff argumentiert, seine Schwester habe keine Ansprüche, da der Erbfall vor ihrer Heirat eingetreten sei und sie somit durch den Ehevertrag verzichtet habe. Nach dem Tod der Eltern hatte der Appellant einen Teil der umstrittenen Güter an Hermann von Hanxler zu Herstal (Hersdall) verkauft. Noch nach erfolgter Appellation an das RKG erließen die jül.-berg. Räte einen Befehl an die Beamten zu Bergheim, das Urteil der Vorinstanz zu vollstrecken. Der Prozeß ruhte von 1640 bis 1668, nach Angaben des Appellanten, weil in Kriegszeiten „das heillsahme Justitzwesen bey diesem höchsten Gericht genzlich zerfallen gewesen“ war. Das RKG remittierte die Sache am 12. Oktober 1716 als desert an die Richter der vorigen Instanz.

Aktenzeichen : K 809/2186

Enthaeltvermerke : Kläger: Franz Dietrich von Kolff von Vettelhoven zu Hausen, jül. Kriegskommissar, (Kl.), später Franz Karl von Frentz und Johann Gottfried von Weisweiler im Namen seines Bruders Adam Balduin von Weisweiler
Beklagter: Dietrich von Zweibrüggen zu Broich, (Bekl.), später sein Schwiegersohn Adam Franz von Schellart, dann Walraff Adam von Schellart zu Obbendorf
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Eylinck 1638 - Dr. Abraham Ludwig von Gülchen 1668 - Subst.: Dr. Moritz Wilhelm von Gülchen - Dr. Johann Franz Matthias 1685 - Subst.: Lic. (Johann Adam) Roleman - Lic. Johann Heinrich Flender 1715 - Subst.: Lic. Franz Peter Jung Prokuratoren (Bekl.): Lic. (Jodocus) Faber (1636) - Lic. Johann Konrad Albrecht 1669 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht - Lic. Konrad Franz Steinhausen 1714 - Subst.: Dr. Johann Rudolf Sachs
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei Düsseldorf 1635 - 2. RKG 1636 - 1724 (1622 - 1724)
Beweismittel: Bd. I: RKG-Urteil vom 12. Okt. 1716 (11). Genealogisches Schema von Kolff - von Reuschenberg (Q 13). Designatio expensarum (Q 29). Auszug aus dem Ehevertrag zwischen Dietrich von Zweibrüggen zu Broich und Sophia Agnes von Kolff 13. Juli 1622 (99 - 102 in Q 5). Documentum apprehensae possessionis des Hauses Reuschenberg durch Dietrich von Zweibrüggen zu Broich 19. März 1635 (102 - 105 in Q 5). Bd. II: Aufstellung von Pensionen des Hauses Reuschenberg 1626 - 1636 (147 - 167).
Beschreibung: 2 Bde., 12 cm, 589 Bl.; Bd. I: 156 Bl., lose; Q 1 - 30 außer Q 17, 4 Beilagen, Q 5 am Ende (94 - 156); Bd. II: 433 Bl., gebunden; Q 17 (Vorakten). Lit.: F. E. von Mering, Geschichte der Burgen, Rittergüter, Abteien und Klöster in den Rheinlanden und den Provinzen Jülich, Cleve, Berg und Westphalen, H. 12, Köln 1861, S. 16ff. Aegidius Müller, Beiträge zur Geschichte des Herzogthums Jülich, Bd. II, Bochum 1868, S. 188f. Hanns Merkkens, Beitrag zur Geschichte der Familie Reuschenberg, in: Düsseldorfer Familienk. 19. Jg. (1983) S. 9f.



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