Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.08 Reichskammergericht, Teil VIII, S-T
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1636 - 1646 (1576 - 1643)
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Die Großeltern der Appellanten hatten dem Großvater des Appellaten, Dietrich von der Stegen, 1576 gegen 500 Tlr. eine jährliche Zahlung von 30 Tlr. zugesichert und dafür tengnagelsche Güter (insbesondere das Tengnagelsche Wardt gen. Gut im Stift Elten bei der Schenkenschanz und dem Zollhaus) als Sicherheit gesetzt. Auf der Basis einer Entscheidung der klev. Landräte (nach Ansicht der Appellanten für diesen Spruch nicht zuständig) über den Wert des Talers hatte der Appellat Zahlung zu wenig bezahlter Gelder und deren Verzinsung mit 6 Prozent verlangt. Sie war ihm zugesprochen worden und schließlich für die Forderung das verschriebene Gut versteigert worden. Die Appellanten erheben Einwände gegen Verfahren und Entscheidungen der Vorinstanz (6 % Verzinsung reichsrechtlich nicht zulässig; Pachtpfändung nur dem Pächter, nicht aber den Appellanten mitgeteilt; Inhalt und Zustellung von Ladungen unkorrekt; Fristverlängerungsantrag nicht zu den Akten genommen, dann Contumazurteil; über Einwände gegen die Zuständigkeit des Gerichtes erst nach Fällung des Urteils entschieden; Immission binnen der 10-Tage-Frist nach dem Urteil erlassen; Immission in das ganze Gut, dessen Wert den der Forderung um ein Vielfaches übersteigt; Verkauf des Gutes für die Forderung während der Belagerung der Schenkenschanz angesetzt, so daß der tatsächliche Wert bei weitem nicht erreicht wurde; weiteres Vorgehen, nachdem gegen frühere Entscheidungen bereits appelliert worden war). Der Appellat betont die Rechtmäßigkeit seines Anspruches wie der Vorgehensweise der Vorinstanz. Er geht davon aus, die Appellanten seien dem gesamten Verfahren in contumatiam ferngeblieben. Am 9. Juni 1643 erging Citatio ad reassumendum gegen die Erben des Appellaten. Am 15. September 1643 wurde auf Rufen gegen sie erkannt.

Aktenzeichen : T 57/346

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Otto und Walter von Tengnagel; deren Schwager Johann Bertram von Scheidt gen. Weschpfennig; 1642 Otto von Tengnagel, (Bekl.)
Beklagter: Walter von der Stegen, Amtmann zu Elten; 1643 als Vormünder von dessen Kindern Jacob von der Stegen, Dekan zu Kranenburg; Friedrich Piell, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Eylinck 1636 - Dr. Georg Goll 1642
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp 1636, 1642
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Äbtissin des Stiftes Elten und Drost und Schöffen von deren Gericht 1635 - 1636 - 2. RKG 1636 - 1646 (1576 - 1643)
Beweismittel: Acta priora (Bd. 2). Urkunde der Äbtissin des Stiftes Elten über die Verschreibung von 30 Tlr. jährlich für 500 Tlr. zwischen Ott von der Hoevelich, Witwe des Walter von Tengnagel, ihren weltlichen Kindern Sander, Margriet, Veronica, und Derek von der Stegen und seiner Frau Bettgen, 1576 (Bd. 2 Bl. 12 - 19).
Beschreibung: 2 Bde., 3,5 cm; Bd. 1: 1,5 cm, 38 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 11, 1 Beilage dat. 8. Mai 1643 (Bitte Dr. Golls um Ausfertigung der Citatio ad reassumendum gegen namentlich genannte Personen); Bd. 2: 2 cm, 104 Bl., geb.; = Q 4*.



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