Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.06 Reichskammergericht, Teil VI, M-O
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1569 - 1584 (1554 - 1584)
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Anspruch auf Güter zu Sürth (Erzstift Köln; Amt Brühl; Kr. Köln) aus dem Nachlaß der Eheleute Joris und Metze von Zündorf. Das Ehepaar hatte die sieben Kinder Bertram, Johann, Gotthard, Heinrich, Klaus, Mettel und Druitgen. Ein gewisser Pilgrum Schellartz (Schellmetz) erhob bereits zu Lebzeiten des Joris Ansprüche auf die Güter zu Sürth. Die Appellanten sind alle Enkel des Joris und der Metze, nämlich von den sechs Kindern außer Bertram. Die nicht strittigen Güter zu Weiß (Erzstift Köln; Amt Brühl; Kr. Köln) wurden beim Tod der Eltern unter den Kindern geteilt. Dagegen vertrat Bertram die Ansprüche auf die Güter in Sürth, solange diese umstritten waren, ungeteilt, wie die Appellanten aber behaupten, im Namen seiner Geschwister. Die Appellatin war in erster Ehe mit Bertram verheiratet. Nach Erledigung des Streitfalles, den die Appellaten in fünf Prozessen durchfochten, fordern Bertrams Geschwister bzw. ihre Kinder ihren Anteil. Umstritten ist, ob Bertram in dem Streitfall im Auftrag des Vaters arbeitete oder nicht. Ortenberg läßt seinen Prokurator 1582 am RKG argumentieren, nach dem Tod seiner Frau sei er nicht mehr zur Rechenschaft zu ziehen, da er nicht Erbe seiner Frau sei, sondern nur ihr Momber war. Schon das Bonner Urteil sei nichtig, da Johanna zu diesem Zeitpunkt schon verstorben gewesen sein soll. Erbe seien vielmehr ihre Nichte oder Base Cecilia Leppers und deren Mann Hermann von Aldenkirchen. Das RKG bestätigte am 30. Januar 1582 das Urteil aus Bonn.

Aktenzeichen : M 1552/4016

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Müller zu Weinheim und Konsorten: seine Brüder Elger und Johann von Zündorf, Heinrich Portz, Herbert zu Brück, Peter Schomecher u. a., alle als Enkel des Joris und der Metze von Zündorf, (Kl.: Elger von Zündorf bzw. von Brück, Brügge oder Bruck)
Beklagter: Heinrich von Ortenberg, Köln, und seine Frau Johanna von Bruck oder Heinsberg, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl..): Dr. Christoph Reffsteck 1569
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Melchior Schwarzenberger 1569 - Dr. Germanus Erlin 1569 - Dr. Kilian Reinhard 1569 - Dr. Johann Gödelmann 1574
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Bonn 1559 - 2. Kommissare des Hofgerichts zu Bonn 1566 - 3. RKG 1569 - 1584 (1554 - 1584)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 30. Jan. 1582 (6). Vorakten (Q 4 und Q 7), darin: Zeugenaussagen (393 - 420) und Akten des Rechtsstreits Schellartz gegen Ortenberg vor dem Gericht zu Sürth 1554 (436 - 483). Taxierung der Bonner Gerichtskosten (Q 24).
Beschreibung: 10 cm, 553 Bl., lose; Q 1 - 28, Q 8 fehlt, 3 Beilagen.



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