Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
2. Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln
2.2. Bezirksregierungen/staatliche Aufsichtsbehörden
2.2.4. Regierung Köln
Regierung Köln Renteien BR 0084
262.01.01 Renteien in den Regierungsbezirken Köln und Aachen (staatliche Dömanenverwaltung), Band 1 und 2
Permalink des Findbuchs


Signatur : BR 0084

Name : Regierung Köln Renteien BR 0084

Beschreibung :

Einleitung :

Vorbemerkung:

1. Behördengeschichte: Nach der Eroberung des Rheinlands 1813/14 behielt der preußische Staat wie in anderen Verwaltungszweigen so auch für den staatlichen Domänenbesitz die vorgefundene französische bzw. bergische Verwaltungsorganisation zunächst weitgehend bei. In der Regel gab es in jedem Kreis eine Rentei (Rentamt), deren Amtsbezirk meist mit dem Kreisgebiet übereinstimmte. Vorgesetzte Dienststelle war im Gebiet des Roerdepartements die Renteiaufsicht Aachen-Köln, die ihrerseits der am 26. März 1814 geschaffenen Rentei-Oberaufsicht Aachen unterstand. Für die zum Rhein- und Mosel-Departement gehörenden Teile (Rentei Bonn) war die Domänendirektion Koblenz zuständig. Im rechtsrheinischen Gebiet, dem Ende 1813 gebildeten Generalgouvernement Berg, war die Domänen-, Forst- und Bergwerksverwaltung in Düsseldorf in der Nachfolge der bisherigen General-Domänen-Direktion die Oberbehörde.Mit der Aufhebung der Rentei-Oberaufsicht Aachen am 22. April 1816 und der Anpassung der Verwaltung an die Grenzen und Strukturen der Regierungsbezirke 1816/17 änderte sich dieser Aufbau. Vorgesetzte Dienststellen wurden jetzt die Regierungen, bis 1820/21 unterstützt von den Domänen-Inspektionen, die seit 1816 bzw. 1814 in Aachen und Köln tätig waren. Um die Bestandsaufnahme des Domänenbesitzes voranzutreiben, wurden noch einmal zentrale Büros eingerichtet, die in den Jahren 1821 bis 1823 tätig waren: die Domänen-Liquidstellungs-Kommission für den linksrheinischen Teil des Regierungsbezirks Köln und die Domänen-Verifikation Aachen. Verbunden mit einem blühenden Denunziationswesen, diente deren Arbeit dem Nachweis des während der Franzosenzeit verheimlichten Domänenbesitzes, vor allem an Rentenverpflichtungen und Hypothekenschulden, und der Sicherung der entsprechenden Einkünfte. Besonders umfangreich war die Tätigkeit der Domänen-Liquidstellungs-Kommission, deren Büro zunächst (14. August 1821 - 13. Juli 1822) in Kerpen, dann gleichzeitig in Köln und Bonn untergebracht war. Nach ihrer Auflösung am 11. Juli bzw. 30. September 1823 wurden ihre Aufgaben von den Renteien Köln und Bonn weitergeführt. Die Domänenrenteien selbst, geleitet jeweils von einem Rentmeister, erlebten zunächst nur wenige Veränderungen. Ihre Hauptaufgabe war die Verwaltung des staatlichen Grundbesitzes einschließlich des ehemals kirchlichen Besitzes, der dem Staat durch die Säkularisation zugefallen war; einige fiskalische Aufgaben im Bereich des Forstwesens gaben sie später an die 1817 neugebildeten Forstinspektionen und Oberförstereien sowie an die Forstkassen ab, soweit Letztere nicht sowieso mit der Verwaltung des Rentamtes vereinigt wurden.Ursprünglich gab es im Regierungsbezirk Aachen folgende 11 Renteien: Aachen, Düren, Erkelenz, Eschweiler, Eupen, Geilenkirchen, Heinsberg, Jülich, Malmedy, Monschau und Schleiden. Im Kölner Regierungsbezirk waren zunächst 12 Renteien vorhanden: Bensberg, Bergheim, Bonn, Brühl, Eitorf, Gummersbach, Köln, Königswinter, Mülheim, Siegburg, Waldbröl und Zülpich (genaue regionale Einteilung siehe Regierung Köln Nr. 3735, August 1818); die vor 1815 bestehenden Renteien von lediglich örtlicher Bedeutung - Lindlar, Lülsdorf, Vilich, Wipperfürth - waren nicht weitergeführt worden. Lediglich geringe Verschiebungen der örtlichen Zuständigkeit brachte 1817 die Anpassung an die Regierungsbezirksgrenzen, vor allem gelangten Teile der Renteibezirke Neuß und Wevelinghoven im Raum Dormagen an die Rentei Köln. Im Zuge der fortschreitenden Domänenverkäufe und Ablösungen verringerten sich die Dienstgeschäfte rasch. Aufgelöst wurden die Renteien Eschweiler (im Februar 1820 auf vier andere Renteien verteilt), Heinsberg (Februar 1820 mit Geilenkirchen vereinigt), Eitorf (Mai 1822 mit Siegburg vereinigt), Brühl, Zülpich und Bergheim (im Juni 1822 vereinigt zu der neuen Rentei Kerpen, die ihrerseits im Januar/Februar 1823 auf Bonn und Köln aufgeteilt wurde), Mülheim und Gummersbach (im Februar 1823 mit Bensberg vereinigt), Waldbröl (im Februar 1823 mit Siegburg vereinigt) und Siegburg (1825 mit Königswinter vereinigt); zum 1. Januar 1824 wurden die neun Renteien des Regierungsbezirks Aachen zu den drei Domänen- und Forstkassen in Aachen, Gemünd und Jülich zusammengelegt. Seit 1825 gab es also nur noch die sieben Renteien oder Rent- und Forstkassen Aachen, Gemünd, Jülich, Bensberg, Bonn, Köln und Königswinter.Die letzten Renteien wurden im Regierungsbezirk Aachen 1852 aufgehoben, während es im Regierungsbezirk Köln seit 1854 nur noch die mit den Forstkassen vereinigten Renteien Köln und Königswinter-Siegburg gab. Zuletzt wickelten die Steuerempfänger die verbliebenen Geschäfte ab.

Literatur und Hilfsmittel: Amtsblatt der Regierung Aachen, bes. 1820 S. 43 und 1823 S. 458 f. Amtsblatt der Regierung Köln, bes. 1822 S. 45 u. 65, 1823 S. 52. Büttner, Richard: Die Säkularisation der Kölner geistlichen Institutionen, Schriften z. Rhein.-Westf. Wirtschaftsgesch. Bd. 23, Köln 1971. Engels, Wilhelm: Ablösungen und Gemeinheitsteilungen in der Rheinprovinz, Rheinisches Archiv Bd. 51, Bonn 1957. Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat, Berlin 1818 ff. Joester, Ingrid (Bearb.): Die Behörden der Zeit 1794-1815, Teil 1: Die linksrheinischen Gebiete, Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände Bd. 3 I, Siegburg 1987. Oediger, Friedrich Wilhelm: Stifts- und Klosterarchive, Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände Bd. 4, Siegburg 1964. Schieder, Wolfgang u. Alfred Kube: Säkularisation und Mediatisierung, Die Veräußerung der Nationalgüter im Rhein-Mosel-Departement 1803-1813, Boppard a. Rh. 1987.2.

Überlieferung der Akten

Die Überlieferung der Aktenregistraturen der Mittelbehörden der Domänenverwaltung in den Regierungsbezirken Köln und Aachen ist sehr unterschiedlich. Größeren Umfang haben die Altaktenbestände der Abteilungen II der Bezirksregierungen, siehe Findbücher 211.14 sowie 214.01.3 (Neufassung in Bearbeitung, voraussichtliche Signatur: 214.14.1). Von den zwischen 1814 und 1823 tätigen Spezial-Dienststellen sind nur ganz geringe Registraturreste überliefert. Einzige Ausnahme ist hierbei die Domänen-Liquidstellungs-Kommission, deren Akten 1823 von den Renteien Köln und Bonn übernommen und vor allem im Falle Köln auch weitergeführt wurden. Die Rentei Köln hat bis etwa 1830 Aktendeckel der "Kommissions-Registratur" für ihre eigenen Akten verwendet.Ähnlich unterschiedlich ist die Überlieferung der Akten und Amtsbücher der einzelnen Renteien. Einigen Fällen relativ umfangreicher Archivalienbestände - vor allem Köln, Bonn und Bensberg-Mülheim, mit Abstrichen auch Königswinter-Siegburg - stehen andere Beispiele gegenüber, in denen nur das eine oder andere Einzelstück erhalten geblieben ist. Während des Zweiten Weltkrieges sind teilweise erhebliche Verluste eingetreten. Wann die einzelnen Fonds in das Staatsarchiv Düsseldorf gelangt sind, läßt sich nicht mehr ermitteln. Für die Renteiverwaltungen des Regierungsbezirks Köln bestand ein altes Findbuch 262.01/04 (heutige Signatur: BR 2013 Nr.), das aber lediglich jeweils den auf dem Aktendeckel vermerkten Aktentitel enthielt, außerdem nur etwa drei Viertel der vorhandenen Archivalien nachwies. Bei der Anlage des neuen Findbuches war zu berücksichtigen, daß die häufigen Umorganisationen der Renteien Akten zu denselben örtlichen und sachlichen Betreffen an verschiedenen Stellen entstehen ließen bzw. dafür sorgten, daß solche Akten in anderen Büros weitergeführt wurden. Eine strenge Einteilung nach dem Provenienzprinzip war deshalb in Einzelfällen kaum möglich und hätte insgesamt, vor allem bei den Spezialakten, die Auffindbarkeit sehr erschwert. Statt dessen wurde in Anlehnung an Findbuch 262.03 (Domänen im Regierungsbezirk Düsseldorf) für die Generalakten eine modifizierte Ordnung nach dem Provenienzprinzip beibehalten (Band 1), für die gesamten Spezialakten dagegen eine alphabetische Reihung nach den Ortsnamen vorgenommen, wobei zahlreiche Querverweise notwendig wurden. Um für den Gesamtbestand die Herkunft aller Akten sowie für jene Einheiten, die bereits in dem alten Findbuch aufgeführt waren, die früheren Signaturen nachzuweisen, wurde zusätzlich eine Konkordanz der Provenienzen und der alten Signaturen zusammengestellt (Band 3). Bei den Einzelangaben dieses Findbuches wurden die in den Quellen verwendeten Ortsnamen wiedergegeben, spätere kommunale Neuordnungen dagegen nicht berücksichtigt. Zur Identifizierung wurden gedruckte Ortslexika des späten 19. Jahrhunderts herangezogen, die Schreibweise wurde modernisiert. Die Bezeichnungen der Klöster wurden nach R. Büttner und F. W. Oediger (siehe oben) vereinheitlicht. Die Provenienz ist im Aktenverzeichnis in der Regel nur abgekürzt wiedergegeben (siehe Abkürzungsverzeichnis). Die Neuverzeichnung der Renteiakten war 1977 bis 1979 durch elf Referendare begonnen worden (Signaturen 1 bis 337, mit größeren Lücken) und ist 1986 bis 1988 durch OStAR Dr. Stahlschmidt weitergeführt und beendet worden. Kassationen wurden bei der Neuverzeichnung nur in ganz seltenen Ausnahmefällen (Begleitschreiben ohne Informationen) vorgenommen. Das Findbuch schrieb Frau Trittin.Die Akten sind zu bestellen und zu zitieren:Renteien RB Köln/Aachen Nr. ...

Der zweite Band, der für die Online-Version mit dem ersten vereinigt wurde, weist die Spezialakten der preußischen Domänenverwaltung der Regierungsbezirke Köln und Aachen nach, alphabetisch geordnet nach den Ortsnamen. Dabei wurden die in den Quellen verwendeten Ortsnamen in moderner Schreibweise verwendet; Spätere kommunale Neuordnungen sind nicht berücksichtigt. Das Findbuch schrieb Frau Jäger. Die Akten sind zu bestellen und zu zitieren: "Renteien RB Köln/Aachen Nr. ..."

In jedem Falle sollten parallel zu den hier nachgewiesenen Archivalien die Bestände der Regierungen (Findbücher 211.14 sowie 214.01.3, in Zukunft 214.14.1) herangezogen werden, für die Übergangszeit bis 1816 auch die entsprechenden Fonds der französischen und bergischen Verwaltung und der Generalgouvernements (Findbuchgruppen 140 und 141).

Umfang : 1717 Einheiten; 212 Kartons



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