Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.1. Landesarchive
1.1.3. Kleve-Mark
1.1.3.6. Gerichte
Kleve, Gerichte AA 0064
103.07.01 Kleve, Gerichte, Hauptbestand
Permalink des Findbuchs


Signatur : AA 0064

Name : Kleve, Gerichte AA 0064

Beschreibung :

Einleitung :

Vorwort zu Kleve, Gerichte: Hauptbestand

Auf Veranlassung des Staatskanzlers von Cocceji wurden am 3. Oktober 1753 die bisherigen Gerichte (Richterämter) aufgehoben und an ihre Stelle 4 Landgerichte, Kleve, Xanten, Wesel, Dinslaken geschaffen. Bestehen blieben die königlichen Gerichte Huissen, Zevenaer, Emmerich/Lobith, Rees/Hetter/Isselburg, Schermbeck, Duisburg, sowie die Gerichte der Unterherrschaften (Jurisdiktionen) (Scotti, Kl. Verordnungen 3 nr. 1682; seit 1803 für die rechtsrhein. Gerichte: Acta Borussica, Behördenorganisation 9, 568 ff.). Oberinstanz war seit 1803 für die rechtsrheinischen Gebiete die Regierung Münster. Unabhängig hiervon bestanden das Gouvernementsgericht Wesel (für das Personal der Festung und die zur alten Festung gehörigen Gründer bis 1806) und das für das Herzogtum Kleve zuständige französische Koloniegericht zu Wesel(für die hugenottischen Refugiés), das dem Oberkoloniegericht in Berlin nachgeordnet war (aufgelöst 1806 August 5). Durch Verordnung vom 21.10.1766 wurde in Wesel ein Kriminalgericht für das ganze Herzogtum eingerichtet, das die Voruntersuchung führte und die Akten dann der Regierung in Kleve zur Entscheidung einsandte (Scotti 3 nr. 1955).

Die linksrheinischen Gerichte wurden Ende 1794 und - nach einem kurzen Wiederaufleben 1797 März 11 - am 23. Januar 1798 aufgelöst, das Landgericht Wesel 1808 August 19, als die Stadt Wesel dem Kaiserreich Frankreich einverleibt wurde. Die Gerichte Emmerich und Rees wurden 1810 in Friedensgerichte umgewandelt. Im Gebiet südlich der Lippe, das bei der Einrichtung des französischen Lippe departements beim Großherzogtum Berg geblieben war, wurden die alten Gerichte 1811 Dezember 17 aufgehoben.

Die Akten der linksrheinischen Gerichte sind vom Landgericht Kleve, die der rechtsrheinischen zumeist von den Amtsgerichten Emmerich, Wesel, Duisburg und Dinslaken abgegeben worden.

Über die Gerichtsorganisation im rechtsrheinischen Kleve 1806 s. den Bericht von Richter und Gantesweiler (Großherzogtum Berg 6242 = Innenministerium B 18,2).

Literatur: über die ältere Gerichtsverfassung s. Theodor Ilgen, Herzogtum Kleve I (vgl. S. 214) in 2 II S. 205 ff., Tabelle der Gerichte auf Grund des Instanzenzuges von ca. 1612 Fabricius, Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz 2, 1898, 229 ff.

Vgl. [laut analogem Findbuch, Vorwort] andere Findmittel betr. Testamente und Eheverträge vor klevischen Gerichten:

(altes Spezialverzeichnis C 10/4 ).

zu oben II/V: Ldg. Kleve: Familiensachen.

III: Ldg.Wesel: Vb: Freiw.Gerichtsbarkeit, Test.

IV: Ldg.Xanten: V: Familiensachen

Untergerichte Stadt Xanten,Kervenheim usw.

Jurisdiktionsgerichte Heyen, Moyland,Kalbeck,

Kessel und Mook,Wissen,usw.

Haupt - und Stadtgericht Kleve.

französ.Koloniegericht Wesel, Gericht Schermbeck.

Regierung Kleve (Kleve-Mark XXVIIl/II,Nr.11)

Regierung Mörs (Reg.Mörs V, 23 II und 33e,f)

s. Findbuch 103.07.3

- vgl. Findbuch J I/ K, 30: (Staatsarchiv Münster, Landesreg. Münster, 1803-1806)

Umfang : 2074 Einheiten; 610 Kartons



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