Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.05 Reichskammergericht, Teil V, I-L

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-104 


1694
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um zwei Häuser in der Markmannsgasse in Köln, die Johann Pelser dem Appellaten für 2900 Rheinische Gulden verkauft hat. Da der Käufer den versprochenen Zins von 3,5 % jährlich nicht zahlte, verkaufte Johann Pelser 1675 die Häuser für 3000 Rltr. an Johann Aller und kurz darauf, nachdem Aller von dem Kauf Abstand genommen hatte, für 3050 Rtlr. an Christian Demmer. Der Appellat klagte anscheinend auf Annullierung des Kaufvertrags zwischen Pelser und Demmer. Der RKG-Appellant erhebt eine Nichtigkeitsklage gegen den Bescheid der Vorinstanz vom 24. Dez. 1693, durch den ihm Wiedergutmachung und Schadenersatz auferlegt worden ist, weil dieses Revisionsverfahren ohne Einsicht in die vollständigen Akten erfolgt sei. Der Erzbischof von Köln erhebt Einrede gegen den Gerichtsstand des RKG, da von Revisionsurteilen eine Appellation an das RKG nicht mehr möglich sei.

Aktenzeichen : I/J 2/2

Enthaeltvermerke : Kläger: Everhard (Evrard) Jabach zu Köln, (Bekl.: sein Schwiegervater Johann Pelser (Peltzer), Ratsmitglied der Stadt Köln)
Beklagter: Hubert Wilbaritz (Wilbertz) zu Köln und zu Bonn im Haus „Zum Brunnen“, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Eichrodt 1694 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht (für den Erzbischof von Köln) 1694 - Subst.: Dr. Krebs - Subst.: Lic. J. H. Flender
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hohes Weltliches Gericht zu Köln (1673) - 2. Hohes Weltliches Gericht zu Köln (1675) - 3. Kurköln. Hofkanzlei zu Bonn (1680) - 4. Kurköln. Hofkanzlei zu Bonn als Revisionsgericht (1687) - 5. Kurköln. Hofräte zu Bonn (1692 - 1693) - 6. RKG 1694
Beweismittel: Kautionsschein (Q 13).
Beschreibung: 1,5 cm, 50 Bl., lose; Q 1 - 18, 4 Beilagen prod. 16. Sept. und 5. Okt. 1694.




1568 - 1576 (1568 - 1574)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Einsetzung der Appellaten in ein streitiges Hofgut, genannt ”Brodekenshove“ oder ”Broickenshove“, die der Richter von Recklinghausen als ”iudex executionis“ und als Hobsschultheiß des Hofs Hansiepen und Suderwich vollzog.

Aktenzeichen : I/J 6/24

Enthaeltvermerke : Kläger: Margaretha, Witwe des Dietrich Jacobs, zu Westerholt, und ihr Sohn Kaspar (Jaspar) Jacobs zu Essen, arme Partei (1573), (Bekl.)
Beklagter: Dietrich Gockel (Göckel), seit 1571 seine Witwe Anna, die 1573 in ihre Geburtsstadt Arnheim (Niederlande) zurückkehrt, und seine Kinder Steffan und Heinrich Gockel, beide 1573 in königl.-spanischen Kriegsdiensten, arme Partei (1573), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Grönberger 1568
Prokuratoren (Bekl.): Dr. ChristoffReiffsteck 1568
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Äbtissin (Irmgard) von Essen (1568) - 2. RKG 1568 - 1576 (1568 - 1574)
Beweismittel: RKG-Ladung per Edikt zu Recklinghausen, Buer und Essen (Q 19). 2 Armutszeugnisse (41-44).
Beschreibung: 1,5 cm, 46 Bl., lose; Q 1 - 21, 4 Beilagen.




1697 - 1698 (1507 - 1698)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 2. Okt. 1696, wodurch das mit dem Rat unparteiischer Rechtsgelehrter gefundende Urteil der 1. Instanz vom 5. Mai 1691 bestätigt worden und der Appellant somit zur Zahlung einer jährlichen Erbpacht von Weizen, Korn und Hafer aus dem Büuchelter Hof an die Appellaten verurteilt worden ist.

Aktenzeichen : I/J 11/44

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Jakobi, Inhaber des Büchelter Hofes (Bucheler Hofs) bei Urdenbach (Stadt Düsseldorf), (Bekl.)
Beklagter: Sämtliche Kapitulare von St. Quirin in Neuss, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Roleman 1697 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer 1697 - Subst.: Lic. Jung
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Landgericht Urdenbach (1688 - 1691) - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1691 - 1696) - 3. RKG 1697 - 1698 (1507 - 1698)
Beweismittel: Auszug aus einem Verzeichnis von Ritterlehen, Sattelgütern, geistlichen und anderen freien Gütern von 1507 betr. den Büchelter Hof (22 ). Auszug der Türkenhilfe-Umlage des Amts Monheim und der Herrschaft Urdenbach von 1558 (23f).
Beschreibung: 1 cm, 35 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 16 Aktenstücke prod. 15. Juni 1697 - 30. Mai 1698. Lit.: Benrath - historisch. Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath, Nr. 9, 1990, S. 35.




1571 - 1590 (1562 - 1591)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um 24 Morgen Artland eines Hofs zu Loverich (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg), den die Eheleute Johann und Margarethe Jeger, die Vorfahren der Appellanten, für eine jährliche Erbpacht (Kanon) von 5 Maltern Roggen von Konrad und Gerhard von der Horst als „emphyteutica bona“ erhalten haben. Der Appellat klagte vor der 1. Instanz anscheinend wegen ausbleibender Pachtzahlungen auf Heimfall des streitigen Landes gemäß den Geilenkirchener „consuetudines“. Das RKG sprach am 16. Febr. 1590 den Appellaten von der Ladung frei.

Aktenzeichen : I/J 16/63

Enthaeltvermerke : Kläger: Kinder und Erben des Martin Jeger (Jäger) von „Warrich/Worrich/Worcken“ bei Beggendorf (wohl Waurichen, Gem. Immendorf, Selfkantkr. Geilenkirchen- Heinsberg): Martin Jeger der Jüngere, Johann Jeger und Wilhelm Ehren für sich und ihre Geschwister, seit 1590 Wilhelm Ehren, Johann Lupsch und NN Weiskorgen zu „Worcken“ sowie Clement zu Beggendorf (Selfkantkr. Geilenkirchen- Heinsberg) und Johann Drawen zu Beggendorf, (Bekl.)
Beklagter: Wilhelm von Harff (Harve) zu Alsdorfund Hürth, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kilian Reinhardt 1570 - Dr. Johann Heinrich Firler 1574 - Dr. Martin Richardi 1574 - Lic. Hartmann Kogman 1590
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Philipp Seiblin [1561] 1571
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht zu Geilenkirchen (?)- 2. Jül. Hofgericht (Hofrichter und Räte) zu Düsseldorf (1570) - 3. RKG 1571 - 1590 (1562 - 1591)
Beschreibung: 2 cm, 65 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 22, 2 Beilagen von 1589 und 1591, es fehlt Q 4* (Priora).




1571 - 1600 (1566 - 1579)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftstreit um die Erbgüter Dam Weitgens des Jüngeren von seinem Vater Dam Weitgen dem Älteren und seinem Bruder Leonhard zwischen der Tochter des Erblassers aus 1. Ehe und den Kindern des Erblassers aus 2. Ehe mit Hilchen Byns. Das RKG beschließt mit Urteil vom 14. Okt. 1583 von Amts wegen und bestätigt das Urteil der 3. Instanz.

Aktenzeichen : I/J 17/64

Enthaeltvermerke : Kläger: Martin Jeger (Jäger) zu „Lymar/Lymer/Linner“ (wohl Lindern, Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg) namens seiner Gattin Meigen, Dam Weitgens des Jüngeren Tochter aus erster Ehe mit Fitza Smitz, (Kl.)
Beklagter: Tilmann Robertz (Roberti) zu Heinsberg auf der Hohen Straße als Momber von Hilchen Byns (Hiltgen Beins) Erben zu „Lymar/Lymer“, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kilian Reinharts 1572 - Dr. Johann Heinrich Firler 1572
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht zu Brachelen (1563 - 1566) - 2. Hauptgericht (Richter und Schöffen) zu Heinsberg (1566 - 1568) - 3. Jül. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1568 - 1571 - 4. RKG 1571 - 1600 (1566 - 1579)
Beweismittel: Auflistung der streitigen Erbgüter (67f). Zeugenverhör (in Q 3).
Beschreibung: 3 cm, 156 Bl., lose; Q 1 - 6.




1601 - 1616 (1566 - 1615)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streitig ist eine Obligation über 450 Tlr. von 1584. Mattheis Ingen Oel, damals 18 Jahre alt und Diener seines Stiefvaters Johann Ferber (Verver), Händlers, und seiner Mutter Margret Marx, war im Auftrag seines Stiefvaters nach Köln gereist, um Wein zu kaufen, und hatte dort die obengenannte Summe bei Hermann Rinck, Propst zu Kleve, zu diesem Zweck aufgenommen. Er hatte ein Schreiben der Odilia von Orsoy an ihren Vetter Hermann Rinck bei sich, in dem diese ihren Vetter um die Auszahlung der Summe bat. Als Odilia von Orsoys Gatte den Mattheis Ingen Oel vor der 1. Instanz auf Rückzahlung des Kredites verklagte, wandte der Beschuldigte ein, er habe im Namen seines Stiefvaters und seiner Mutter gehandelt und außerdem habe sein Stiefvater bereits 234 Tlr., 5 1/2 Stüber an Odilia von Orsoy zurückgezahlt. Die beiden Vorinstanzen verurteilten ihn zur Rückzahlung der Obligation. Das RKG weist mit Urteil vom 24. Febr. 1615 die Appellation ab und an die Vorinstanz zurück. Es schließt sich damit wohl der Gerichtsstandseinrede der Appellaten wegen Unterschreitung der appellierfähigen Summe gemäß dem „privilegium de non appellando“ (450 Tlr. = 225 Goldgulden in Gold nach klev. Währung) an.

Aktenzeichen : I/J 18/72

Enthaeltvermerke : Kläger: Dieterich (oder Hermann) Jäger (Jeger), Bürger von Wesel, namens seiner Gattin Veronika von Bornum, Witwe des Mattheis Ingen Oel, und deren Erben, (Bekl.: Mattheis Ingen Oel)
Beklagter: Arnold te Beier, Bürgermeister von Wesel, und Bernhard Botterman zu Wesel als testamentarische Vormünder von Andreas von Holts Tochter als Erbin der Odilia von Orsoy gen. Brecht, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Melchior Reinhardt 1601 - Lic. Johann Peter Mörder 1615
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1601 - Dr. Andreas Pfeffer 1601 - Dr. Christopher Stauber 1614
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Bürgermeister und Schöffen) der Stadt Wesel 1588 - 1596 - 2. Klev. Hofgericht (Räte und Hofgerichtskommissare) zu Kleve 1596 - 1601 - 3. RKG 1601 - 1616 (1566 - 1615)
Beweismittel: Auszug aus dem Testament der Eheleute Andreas von Holt und Johanna von Haes von 1599 (Q 8). Protokoll des Gerichts von Wesel in Sachen Franz Brecht, Bürgermeister von Wesel, namens seiner Gattin Odilia von Orsoy ./. Mattheis Ingen Oel seit 1588 mit Schuldschein des letzteren von 1584 (Q 9). „Privilegium de non appellando“ Kaiser Maximilians II. für Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg von 1566 (Q 11). Auszug aus dem Rechnungsbuch der Odilia von Orsoy gen. Brecht von 1584 - 1588 (Q 21).
Beschreibung: 5 cm, 228 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 25, es fehlt Q 4.




1621 - 1622 (1616 - 1623)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Zahlung eines Legats von 1000 Tlr. der Adelheid ten (zum) Borcken, in 1. Ehe mit Wilhelm Roßkaten und in 2. Ehe mit Johann Diepenbroich verheiratet, für die Waisen von Duisburg. Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 17. Juli 1621, wonach durch Exekution in die hinterlassenen Güter der Adelheid ten Borcken dem Waisenmeister zur Auszahlung des Legats verholfen werden soll. Die Appellanten meinen, Johann Diepenbroich oder dessen Schwiegersohn Werner Muntz, Rentmeister zu Dinslaken, wären zur Zahlung des Legats verpflichtet gewesen, da das Legat aus den beweglichen Gütern und Barschaften der Erblasserin gestellt worden sei. Gemäß Landesbrauch seien die Erben der beweglichen Güter zur Begleichung derartiger Schulden heranzuziehen.

Aktenzeichen : I/J 19/75

Enthaeltvermerke : Kläger: Hermann Jäger, Hermann Ritter (Bitter) und Konsorten (u.a. Gisbertus Mercator), Bürger zu Duisburg, als Erben der Adelheid ten Borcken (Bueckhen), (Bekl.)
Beklagter: Arnold von Hückelhoven, Schultheiß, und Dieterich von Essen, Waisenmeister zu Duisburg, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröder (Schröter) 1622
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Klev.-märk.. Räte zu Kleve 1616 - 1621 - 2. RKG 1621 - 1622 (1616 - 1623)
Beweismittel: Originale Vollmacht der Appellanten mit Petschaftssiegeln; das des Gisbertus Mercator stellt einen Globus mit Vermessungslinien dar (Q 11).
Beschreibung: 3,5 cm, 177 Bl., lose; Q 1 - 11, 1 Beilage prod. 16. Jan. 1623.




1649 - 1675
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um das Testament des Vincentius Jäger vom 9. März 1636.

Aktenzeichen : I/J 20/79

Enthaeltvermerke : Kläger: Agnes und Beatrix Jäger zu Köln, Schwestern des verstorbenen Vincentius Jäger, (Bekl. ?)
Beklagter: Margarethe Waßkopf, Witwe des Vincentius Jäger, nun Gattin des Rutger Wingers zu Köln, (Kl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Walraff (1648)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad Blawfelder 1648
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. ? - 2. Kommissar (Dr. Hieronymus Verhorst) des Offizialats zu Köln (1646) - 3. Kurfürstl. Saalgericht (Offizial Lic. Albert Rensing) zu Köln (1647) - 4. RKG 1649 - 1675
Beschreibung: 8 Bl., lose; Q 1 - 4.




1662 - 1663 (1644 - 1664)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist Hartger Jansens Klage vor dem Kriegsauditor von Geldern zu Roermond (Niederlande) auf Bezahlung von ca. 12000 brabantischen Gulden für die Lieferung von etlichen 1000 Maltern Feldfrüchten zum Unterhalt der königlich spanischen Garnisonen in Geldern und Straelen (Kr. Geldern), für die Johann Soly gebürgt habe. Hartger erhielt dort 1656 ein für ihn günstiges Urteil mit einem Räumungsbescheid bis zur Erfüllung der Geldforderung. Es sind davon Johann Solys Sterbhaus zu Uedem und das Gut an gen End zu Issum (Kr. Geldern) im Amt Rheinberg betroffen. Der Appellant klagt vor dem RKG auf Unzuständigkeit des Offizialats von Köln, das am 28. Febr. 1662 in dieser Sache geurteilt hat. Auch die kurköln. Hofkanzlei zu Bonn, die durch ein Dekret von 1658 den Immissionsbescheid von Roermond aufhob, sei unzuständig. In dem Streit um die Jurisdiktionskompetenz vertritt der Appellant die Auffassung, daß Johann Soly, der bis zu seinem Lebensende in Kriegsdiensten gestanden habe, dem Kriegsrecht und die Streitsache somit dem Gericht zu Roermond unterworfen seien. Die Appellaten meinen, das Lehnsgericht des Grafen Jobst Maximilian von Gronsveld sei der ständige Gerichtshof, da der Graf der Lehnsherr des betroffenen Guts zu Issum sei.

Aktenzeichen : I/J 23/120

Enthaeltvermerke : Kläger: Hartger Jansen, Bürger und Kaufhändler zu Kempen (Kr. Kempen- Krefeld), (Kl. ?)
Beklagter: Kinder des Johann Soly (Solii), königl. - spanischen Kommissars, und der Brigitte Pyes, mit Namen Hermann Wilhelm, Johann Barys und Laurenz Soly, und deren Vormünder (namentlich in Q 18) als Konsorten, ferner Vormund Henrich Bauman zu Uedem (Kr. Kleve), Johann Aloysius de Sol(l)y zu Uedem und sein Bruder Hermes Wilhelm de Soly, (Bekl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jonas Eucharius Erhardt 1662 - Subst.: Dr. Johann Marx Giesenbier
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Paul Gambs [1660] 1662
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Offizialatgericht zu Köln (1662) - 2. RKG 1662 - 1663 (1644 - 1664)
Beweismittel: Vormundschaftsbestellung von 1644 (Q 18).
Beschreibung: 2 cm, 71 Bl., lose; Q 1 - 15, 17 - 26, 5 Beilagen prod. 27. Jan. und 6. Mai 1664, es fehlt Q 16* (Priora).




1663
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 17. Juli 1662, wodurch der Injurienklage des Appellaten stattgegeben und der Appellant zur Zahlung einer Strafe von 200 Goldgulden verurteilt worden ist. Der Appellat erhebt eine Gerichtsstandseinrede. Hintergrund des Prozesses ist eine Schuldforderung von 361 Rtlr. Als der Appellat sein Kellneramt angetreten habe, habe der Appellant ihm diese Summe für seinen Haushalt vorgestreckt.

Aktenzeichen : I/J 24/121

Enthaeltvermerke : Kläger: Hartger Jansen, Bürger und Kaufhändler zu Kempen (Kr. Kempen- Krefeld), (Bekl.)
Beklagter: Johann Hollman (Halman), Schultheiß und Kellner zu Kempen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Marcus (Marx) Giesenbier 1662 - Subst.: Lic. Johannes Eichrodt
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1663 - Subst.: Dr. Johann Nikolaus Höen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Offizial (Dr. Albert Rensing) zu Köln (1662) - 2. RKG 1663
Beschreibung: 1 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 5, 7 - 9, 11 - 12, die original verschlossenen „Rationes decidendi“ als Beilage prod. 13. Febr. 1663, es fehlen Q 6* und 10*.




1613 - 1621 (1608 - 1615)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um den Jelishof im Kirchspiel Gladbach vor der Stadt Gladbach. Der Appellat klagte vor der 1. Instanz das Erbteil seiner Schwester Cäcilia Jelis, d.h. 1/3 des Jelishofs, gegen Zahlung eines Abgütungspfennigs ein. Er verwies darauf, daß sein anderer Schwager Giel ther Hastert, Gatte der Alheit Jelis, bereits Teile des Hofs durch Verkauf an Adolfvon Valdern entfremdet habe. Die beiden Vorinstanzen gaben ihm mit ihren Urteilen vom 2. März 1612 und 15. Juni 1613 Recht. Das RKG wies mit Urteil vom 11. März 1616 die Appellation ab.

Aktenzeichen : I/J 50/214

Enthaeltvermerke : Kläger: Arnold auf'm Pesch (Arnold tho Jelis) sowie Peter Daengers und Wilhelm auf'm Klump als Vormünder für die Kinder Arnolds mit der verstorbenen Cäcilia Jelis, zu Dalen (Rheindahlen, Stadt Mönchengladbach), (Bekl.)
Beklagter: Johann Jelis auf dem Kipshof vor Gladbach (Mönchengladbach), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröder 1614
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Sigismund Haffner (1614)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1609 - 1612 - 2. Jül.-berg. Kanzler, Räte und Hofgerichtskommissare zu Düsseldorf 1612 - 1613 - 3. RKG 1613 - 1621 (1608 - 1615)
Beweismittel: Zeugenrotulus (II 101-122).
Beschreibung: 2 Bde., 6,5 cm; Bd. I: 2 cm, 29 Bl., lose, Q 1 - 7, 9 - 15; Bd. II: 4,5 cm, 239 Bl., gebunden, Q 8 (Priora).




1619 - 1621 (1601 - 1622)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Güter der kinderlos verstorbenen Katharina Wirtz von Rheydt zu Kipshoven, die sie während der Ehe mit Vit zu Kipshoven erworben hat. Die 2. Instanz verurteilte den Appellanten am 7. April 1604 zur Abtretung der streitigen Güter an die Appellaten als nächste Erben der Katharina Wirtz und zur Erstattung des Nießbrauchs seit Katharina Wirtz’ Tod. Die 3. Instanz bestätigte dieses Urteil am 22. März 1619. Das RKG spricht die Appellaten am 17. Sept. 1620 von der Ladung frei.

Aktenzeichen : I/J 51/215

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Jelis auf dem Kipshof (Kipshoven) vor Gladbach (Mönchengladbach) und Konsorten, (Bekl.: Veit Freins, Bürgermeister von Gladbach, und Konsorten)
Beklagter: Leonhard Hennes zu Rheydt (Mönchengladbach) und Konsorten: Veit Schumacher und Hans im Neuenhaus für sich und als Vormund für die Kinder seines verstorbenen Bruders Thomas im Neuenhaus, (Kl.: Jakob Wirtz, Bruder der Katharina Wirtz, und deren Schwester- und Bruderkinder als Konsorten)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröder 1620
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christopher Riecker 1619
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht (Vogt und Schöffen) zu Gladbach 1600 - 1601 - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1601 - 1604 - 3. Jül.-berg. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1604 - 1619 - 4. RKG 1619 - 1621 (1601 - 1622)
Beweismittel: Bd. II enthält umfangreiche Zeugenverhöre.
Beschreibung: 2 Bde., 11 cm; Bd. I: 2 cm, 46 Bl., lose, Q 1, 3 - 11, 13 - 16, 4 Beilagen prod. 23. Juni 1621, 15. Febr. und 22. Aug. 1622, 3 weitere Beilagen von 1620 und 1621, es fehlt Q 2; Bd. II: 9 cm, 505 Bl., gebunden, Q 12 (Priora).




1619 - 1621 (1614 - 1620)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um eine Schuldforderung des Appellaten von 1490 Gulden, 13 Stüber Kapital und 400 Gulden Zinsen in klev. Währung aufgrund dreier Obligationen. Der Appellant beantragt unter Hinweis auf einen Vergleich von 1614 die Abweisung der Schuldforderungsklage. Die 1. Instanz befand ihn mit Urteil vom 9. Nov. 1618 dennoch für schuldig. Berufung gegen ein Dekret der 2. Instanz vom 6. Mai 1619. Der Appellat erhebt vor dem RKG eine Gerichtstandseinrede wegen Unterschreitung der appellierfähigen Summe gemäß dem „Privilegium de non appellando“.

Aktenzeichen : I/J 52/216

Enthaeltvermerke : Kläger: Gerhard Jelis (Gillis), Bürger von Goch (Kr. Kleve), (Bekl.)
Beklagter: Heinrich Jelis, Bürger von Haarlem (Niederlande), Gerhards Bruder, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Hermann Cran 1619
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Friedrich Haug (1619)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht (Richter und Schöffen) zu Goch 1618 - 2. Klev.- märk. Hofgericht (Räte und Hofgerichtskommissare) zu Kleve 1618 - 1619 - 3. RKG 1619 - 1621 (1614 - 1620)
Beweismittel: Vergleich von 1614 (Q 4).
Beschreibung: 3,5 cm, 95 Bl., lose; Q 1 - 9, 10* - 11*, 13* - 17*, 1 Beilage prod. 27. Juni 1620, es fehlt Q 12*. Vgl. RKG 2922 (I/J 53/217).




1622 (1621 - 1623)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand vgl. RKG 2921 (I/J 52/216). Hier Berufung gegen die Vollstreckung des vorinstanzlichen Urteils durch den Amtsverwalter Dr. Johann Philipp Boichhorst und die Schöffen von Goch, indem sie am 16. Nov. 1621 das Haus des Appellanten und seines Schwiegervaters durch Soldaten beschlagnahmen ließen.

Aktenzeichen : I/J 53/217

Enthaeltvermerke : Kläger: Gerhard Jelis, Bürger von Goch (Kr. Kleve), und Konsorten: sein Schwiegervater Bartholomäus Voß, Bürger von Goch, (Bekl.)
Beklagter: Heinrich Jelis, Bürger von Haarlem (Niederlande), Gerhards Bruder, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Hermann Cran [1619] 1622
Prozeßart: Secundae appellationis
Instanzen: 1. Klev.-märk. Statthalter und Hofgerichtsräte 1621 - 2. RKG 1622 (1621 - 1623)
Beschreibung: 1,5 cm, 25 Bl., lose; Q 1 - 4, 8 Beilagen prod. 27. Nov. 1622 und 28. März 1623.




1775 - 1781
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wegerechtstreitigkeiten. Der Appellant klagt aufBenutzung eines Weges durch den Hof des Appellaten, um sein Wiesenstück oder Pesch hinter dem Hof des Appellaten zu erreichen. Erst 1771 sei ihm dieses bislang unstreitige Recht ohne nähere Begründung verweigert worden. Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 29. Dez. 1774, wodurch das für den Kläger bzw. Appellanten günstige Urteil der 1. Instanz vom 25. Juli 1772 aufgehoben worden ist. Das RKG urteilt zugunsten des Appellanten.

Aktenzeichen : I/J 55/227

Enthaeltvermerke : Kläger: Nikolaus Jenniches zu Reifferscheid (Kr. Schleiden), (Kl.)
Beklagter: Joseph Cremer (Krämer) zu Reifferscheid, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp Gottfried von Gülich 1775 - Subst.: Dr. Philipp Jakob Rasor
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Heinrich Joseph Brach 1780 - Subst.: Lic. Johann Joseph Flach
Prozeßart: Appellationis puncto servitutis viae
Instanzen: 1. Gericht des Grafen von Salm-Reifferscheid zu Reifferscheid 1771 - 1772 - 2. Gräflich Salm-Reifferscheidisches Appellationsgericht (Appellationskommissar Dr. I. G. H. Bollich) zu Köln 1772 - 1774 - 3. RKG 1775 - 1781
Beweismittel: Zeugenaussagen (Q 7 - 9). Original verschlossene Rationes decidendi. (Q 14). RKG - Mandatum demolitorium sine clausula vom 30. Juni 1779 (Q 18). Insinuationsgebühren (Q 19, Q 30). Originales RKG-(Bei-)Urteil vom 23. Dez. 1779 (Q 20). Gerichtskostenrechnungen (Q 21, Q 31). RKG - Mandatum de exequendo sine clausula vom 31. Juli 1780 (Q 29). RKG-Urteil vom 12. März 1781 betr. Höhe der Prozeßkosten (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde., 8, 5 cm; Bd. I: 5 cm, 140 Bl., lose, Q 1 - 12, 14 - 34, 3 Beilagen; Bd. II: 3,5 cm, Q 13, original verschlossene Vorakten.




1696 - 1701
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Bezahlung empfangener Kaufmannswaren im Wert von 1889 Rtlr.

Aktenzeichen : I/J 57/231

Enthaeltvermerke : Kläger: Philipp Jentis (Gentis), Bürger und Handelsmann zu Aachen
Beklagter: Abt Bertram Goswin von Kornelimünster (Kr. Aachen) samt Prior und Konvent
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1696 - Subst.: Lic. Jung
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen [1693] 1697 - Subst.: Dr. Krebs
Prozeßart: Citationis ad videndum exigi debitum et ad id condemnari
Instanzen: RKG 1696 - 1701
Beweismittel: Auszug aus dem Kaufmannsbuch des Klägers von 1687 - 1694 (Q 3).
Beschreibung: 1 cm, 16 Bl., lose; Q 1 - 4.




1553
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellatin klagte vor der 1. Instanz gegen die Verbalinjurien und üble Nachrede der Appellantin. Appellation an das RKG, weil Bürgermeister und Rat der Stadt Dortmund die Appellation nicht annehmen wollen.

Aktenzeichen : I/J 62/250

Enthaeltvermerke : Kläger: Jenniche, Gattin des Daniel Jetro, (Bekl.)
Beklagter: Barbara Eloseloirs (Floseloirs, Losserlier) zu Wesel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. David Capito 1553 - Dr. Michael von Kaden 1553 - Lic. Amandus Wolff 1553
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister, Schöffen und Rat zu Wesel (1553) - 2. RKG 1553
Beschreibung: 1 cm, 10 Bl., lose; Q 1 - 6.




1533
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Bezahlung einer jährlichen Erbrente von 6 Maltern Korn an die Kirche von Aldenhoven. Die Appellaten halten anscheinend die Erbrente für abgelöst.

Aktenzeichen : I/J 63/260

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Ifan (Yffgen), Kirchmeister zu Aldenhoven (Kr. Jülich)
Beklagter: Jakob und Peter Nicols, Gebrüder, zu Aldenhoven
Prokuratoren (Kl.): Dr. Hieronymus Henser 1532 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1532
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1532 - Dr. Georgius Decker 1532
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffen und Geschworene zu Aldenhoven - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich (1532) - 3. RKG 1533
Beschreibung: 1 cm, 7 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 5 Aktenstücke prod. 24. Jan., 29. Jan., 3. Nov. und 17. Nov. 1533. Lit.: Bernd Nickel, Das niederrheinische Geschlecht Nickel in seinen frühen Generationen (15. bis 18. Jahrhundert), in: Mitt. d. Westdt. Gesells. f. Familienk. 25 (1971-1972) S. 61.




1640 - 1643 (1611 - 1643)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderungsklage der Appellanten auf Zahlung von 1000 Rtlr. nebst Zinsen. Die Appellanten haben Güter des Appellaten zu Neuss beschlagnahmen lassen und sollten gemäß dem Urteil der 1. Instanz vom 23. April 1633, das die 2. Instanz am 15. Jan. 1638 bestätigte, alles, was den Wert von 1000 Rtlr. übersteigt, wieder herausgeben.

Aktenzeichen : I/J 64/280

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Dietrich Jhew (Gew), jül.-berg. Landrentmeisters, (Kl.)
Beklagter: Johann Wilhelm von Knippenberg zu Köln als Erbe des Wessel von Knippenberg (Knippenberg), jül.-berg. Küchenmeisters, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Eylinck (1640)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Gerhardi (1640) - Lic. Walraff (1642)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurfürstl. Hohes Weltliches Gericht (Greve und Schöffen) zu Neuss 1627 - 1633 - 2. Kurköln. Hofgerichtskommissare zu Köln 1633 - 1638 - 3. RKG 1640 - 1643 (1611 - 1643)
Beweismittel: Urkunde des Markgrafen Ernst von Brandenburg von 1611 anläßlich der Dienstentlassung des Wessel von Knippenberg (33f). Anweisung des Markgrafen Ernst von Brandenburg an den Landrentmeister Dietrich Jhew von 1612, dem Wessel von Knippenberg ein Gnadengeld von 1500 Rtlr. von einem erwarteten Eingang von 4000 Rtlr. auszuzahlen (34-36).
Beschreibung: 5,5 cm, 255 Bl., lose; Q 1 - 3, 4* - 6* und 8, 1 Beilage.




1668 (1662 - 1668)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage, daß der Appellat den Heuzehnten entgegen der bisherigen Gewohnheit von der Mitte der Benden oder Wiesen statt von deren Ekken einsammelt. Berufung gegen das Dekret der Vorinstanz vom 8. Juli 1668 zugunsten des Pastors. Die Parteien vergleichen sich im Aug. 1668, wobei die Einsammlung des Heuzehnten festgelegt wird.

Aktenzeichen : I/J 66/297

Enthaeltvermerke : Kläger: Schultheiß, Statthalter, Schöffen und Gemeinde zu Eilendorf (Ilendorf, Kr. Aachen)
Beklagter: Wilhelm Finck, Pastor zu Eilendorf
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1668 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Prior und Kirchmeister zu Kornelimünster als Statthalter des Abts von Kornelimünster (1668) - 2. RKG 1668 (1662 - 1668)
Beweismittel: Auszug aus den Huldigungsartikeln von 1662 (19). Vertrag von 1668 zwischen den Prozeßparteien (27).
Beschreibung: 1 cm, 28 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 12 Aktenstücke prod. 24. Nov. 1668.




1669 - 1687 (1569 - 1687)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die unbillige Steuerbelastung der Gemeinde Eilendorf, welche zum Ruin der Eingesessenen führe. Die alte Matrikel mit 22 Tlr., 8 Mark von 100 Tlr. Aachener Währung sei zu hoch. 1641 habe der Abt von Kornelimünster eine Ermäßigung auf 17 Tlr. bewilligt. Dennoch sei bei der Taxation von 1656 die Gemeinde Eilendorf mit insgesamt 89326 1/4 Tlr. Steuerforderung wieder zu hoch veranschlagt worden, wenn man das Steueraufkommen des ”Münsterländleins“ damit vergleiche. Anlaß der Klage ist wohl die Aufforderung zur Rechnungsdarlegung vom Januar und April 1668.

Aktenzeichen : I/J 67/298

Enthaeltvermerke : Kläger: Schultheiß, Statthalter, Schöffen, sämtliche Gemeindeleute und Eingesessene der Herrlichkeit Eilendorf (Kr. Aachen)
Beklagter: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht [1668] 1669 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johannes Eichrodt 1669 - Subst.: Dr. Höen
Prozeßart: Mandati de exequendo cum clausula
Instanzen: RKG 1669 - 1687 (1569 - 1687)
Beweismittel: Steuerrezeß Hermann von Eynattens, Abts von Kornelimünster, von 1641 (Q 3). Verzeichnis der Steuerlast Kornelimünsters und Eilendorfs gemäß der Taxation von 1656 (Q 18). Auszug aus dem Landregister von 1656 (Q 19). Auszug aus dem Register der Türkensteuer und anderer Lasten von 1569 - 1630 (65-68).
Beschreibung: 2 cm, 70 Bl., lose; Q 1 - 24, 3 Beilagen prod. 4. Juli und 16. Sept. 1687.




1676 (1582 - 1677)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen den Bescheid der 1. Instanz vom 20. April 1675, wodurch dem Appellaten die Befreiung von einer „ungewöhnlichen“ Steuer zuerkannt und den Appellanten auferlegt worden ist, die ihrerseits verordnete Beschlagnahme von Boestens Lohn bei Johann Bocholtz und Leonhard Kauffen aufzuheben.

Aktenzeichen : I/J 68/299

Enthaeltvermerke : Kläger: Statthalter, Schöffen, Rottmeister und Gemeinde der Herrlichkeit Eilendorf (Kr. Aachen), (Bekl.)
Beklagter: Johann Boesten, Küster und Schulmeister zu Eilendorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1675 - Subst.: Dr. Högelen
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1675 - Subst.: Dr. Johannes Eucharius Senger
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt (Johann Dietrich von Hoen) von Kornelimünster 1675 - 2. RKG 1676 (1582 - 1677)
Beweismittel: Auszug aus den „Sendvrogen“ von Eilendorf von 1582 bei der Amtseinführung eines neuen Pastors (Q 5). Auszug aus den Huldigungsartikeln von Kornelimünster von 1670 (Q 6).
Beschreibung: 2 cm, 43 Bl., lose; Q 1 - 15, 2 Beilagen prod. 12. und 26. Jan. 1677.




1677 - 1687 (1612 - 1686)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das „ius collectandi“ der Appellanten, die sich vom einem Dekret der Vorinstanz vom 29. Mai 1676 an das RKG berufen. Die Appellanten meinen, daß der Appellat nicht von den Reichs-, Kreis- und Türkensteuern sowie von den Kontributionen und anderen außerordentlichen Steuern befreit sei. Streitig ist auch, ob die Sache vor einem geistlichen Gericht verhandelt werden muß.

Aktenzeichen : I/J 69/300

Enthaeltvermerke : Kläger: Statthalter, Schöffen, Rottmeister und Gemeinde der Herrlichkeit Eilendorf (Kr. Aachen),
Beklagter: Wilhelm Finck, Pastor von Eilendorf,
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht [1668] 1677
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1677 - Subst.: Lic. Johannes Eichrodt - Lic. Bernhard Henningh 1682 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin - Lic. Konrad Franz Steinhausen 1686 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt (Johann Dietrich von Hoen) von Kornelimünster (1676) - 2. RKG 1677 - 1687 (1612 - 1686)
Beweismittel: Auszug aus Steuerzetteln des Gerichts Eilendorf von 1612 - 1644 (Q 7). Auszug aus der „Vrogen, wie man die uff der Senten zu halten pflegt“ (Q 10). Klausel betr. Instanzenzug vom Abt von Kornelimünster zum Offizial in Köln in geistlichen Sachen (Q 22). Ladung des Landdechanten und der Assessoren der Christianität Jülich von 1637 in Sachen Heinrich Schoman, Pastor von Eilendorf ./. Schöffen und gemeine Nachbarn von Eilendorf betr. Zehnten und Steuern (Q 23). Auszug aus dem erzbischöfl. Visitationsprotokoll von 1670 betr. Instanzenzug (Q 24).
Beschreibung: 2 cm, 50 Bl., lose; Q 1 - 16, 19 - 26, es fehlen Q 17* und 18*.




1604 - 1614 (1597 - 1606)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist ein Urteil, wonach die Appellaten das Gut Brück (Brügge) bei Erkrath im berg. Amt Mettmann (Kr. Düsseldorf-Mettmann) mit seinen Pertinenzien in unterschiedlichen Gerichtsbezirken an die Appellanten abtreten und den Nießbrauch erstatten müssen. Zu diesen Pertinenzien gehört der Hof zu Eichen oder Eichenhof. Um den Kautionsanspruch der Appellanten zu sichern, beschlagnahmte die 1. Instanz die Einkünfte vom Hof zu Eichen, bis die Appellaten als Sicherheit die Gefälle ihres Hofs zu Stotzheim (wohl Kr. Köln) anboten. Später widerriefen die Appellaten diese Kautionsleistung, da Hans Wilhelm von Efferen gen. Hall den Hof zu Stotzheim an Goddert Schall von Bell zu Mülheim verkaufen wollte, um seine Schwester aussteuern zu können. Die 1. Instanz verurteilte die Appellanten bzw. Kläger am 10. Dez. 1603 zur Herausgabe des Stotzheimer Hofs. Die Appellanten fordern vor dem RKG für die Herausgabe des Stotzheimer Hofs die Ausstellung einer besseren Verschreibung durch die Appellaten. Das RKG urteilt am 27. Febr. 1610, nachdem seit 3 Jahren nicht mehr verhandelt worden war, daß ergehen soll, was Recht ist, wenn die Appellanten keinen Prokurator für den verstorbenen Dr. Pfeffer stellen.

Aktenzeichen : I/J 73/331

Enthaeltvermerke : Kläger: Assuerus Hönnepel (Honnepel, Hunnepell) (gen.) von der Empel (Impell) und sein Vetter Hans Richard (Reinhard) von Breda (Bredaw), (Kl.)
Beklagter: Margaretha von Bernsau (Bernsaw) gen. Friemersheim zu Bollheim (bei Zülpich, Kr. Euskirchen), Witwe des Freiherrn von Efferen gen. Hall zu Disternich (Kr. Düren), und ihr Sohn Hans Wilhelm von Efferen gen. Hall zu Glehn (zu Großen Glehn) im Amt Liedberg (Kr. Grevenbroich), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Andreas Pfeffer [1601] 1603
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Goedelman 1605
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül. Kanzlei (Räte) zu Düsseldorf 1597 - 1603 - 2. RKG 1604 - 1614 (1597 - 1606)
Beschreibung: 2 Bde., 12 cm; Bd. I: 3 cm, 50 Bl., lose, Q 1 - 6, 8 - 14, 1 Beilage; Bd. II: 9 cm, 485 Bl., gebunden, Q 7* (Priora). Protokoll sehr restaurierungsbedürftig. Lit.: Ernst von Oidtman, Bollheim und seine Besitzer, in: ZAGV 6 (1884) S. 155.




1524 - 1530 (1524 - 1528)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um das Fluckengut zu Inden zwischen den Enkeln des älteren Thonis auf den Zehenhof zu Inden.

Aktenzeichen : I/J 84/345

Enthaeltvermerke : Kläger: Anton von Inden (Kr. Jülich), auch Thomas von Frens genannt, auf dem Zehen- oder Ziendehof zu Inden, (Kl.)
Beklagter: Eva Heßgen von Broich (Kr. Jülich) im Zehenhof zu Inden, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Rebestock 1524 - Dr. Konrad Schwabach 1524 - Dr. Jakob Kriell 1524 - Dr. Christoffer Hoß 1524 - Dr. Johannes Drach 1524 - Dr. Heinrich Rostock (Rotstock) 1524 - Dr. Ludwig Ziegler 1528 - Bernhard Rolinger 1528 - Lic. Johann Helffman 1528
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad Swabach 1524 - Dr. Heinrich Lewensauwe 1524 - Dr. Johannes Drach 1524 - Dr. Christopher Hirtzhoffer 1524 - Dr. Simon Engelhart 1524 - Dr. Friedrich Reffstock 1524
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Inden wohl auf Unterweisung des Hauptgerichts (Schöffen) zu Jülich 1524 - 2. RKG 1524 - 1530 (1524 - 1528)
Beschreibung: 1,5 cm, 33 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst; Q 1 - 11.




1703 (1601 - 1703)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist eine Rentverschreibung von 1601: Martin von Hillesheim zu Weyer verschrieb für ein noch rückständiges Kapital von 829 Rtlr., 10 Albus seinem Gläubiger Meister Henrich Lauterbach, Bürger von Köln, eine Jahresrente von 18 Maltern Roggen. 1618 hat Peter Berg, Rentmeister des Amts Nörvenich, und später Arnold (von) Imhoven die Rentverschreibung erworben. Arnold Imhovens zweite Gattin und Witwe Sophia Krebs hat Werner von Inden geheiratet und mit diesem Sophia Katharina, Johann Werner, den verstorbenen Gatten der Appellantin, Anna Elisabeth und Maximilian gezeugt. Die Schuldner von Hillesheim prozessierten in vorausgehenden Verfahren um die Einlösung der Jahresrente. Es geht nun um das entsprechende Liquidationsverfahren. Die Appellantin beruft sich gegen das Dekret der Vorinstanz vom 24. April 1703, wonach sämtliche Erben von Inden in dieser Sache vorgeladen werden sollen. Sie beantragt, die Erben von Imhoven und von Inden von der Ladung zu befreien.

Aktenzeichen : I/J 86/347

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna Maria Huisch, Witwe des Dr. Johann Werner von Inden, zu Düren (Bekl.: Lauterbach, nunmehr Erben Inden)
Beklagter: Freiherr von Hillesheim zu Düsseldorf, kurpfälz. Geheimer Rat und Kämmerer, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp von Pulian 1703 - Subst.: Dr. Vergenius
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1703) - 2. RKG 1703 (1601 - 1703)
Beweismittel: Vertrag über eine Rentverschreibung zwischen Martin von Hilllesheim zu Weyer und Meister Hen(d)rich (von) Lauterbach von 1601 vor Statthalter und Schöffen des Gerichts Nörvenich (19-22).
Beschreibung: 1,5 cm, 29 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 11 Aktenstücke prod. 21. Nov. 1703.




1743 (1683 - 1744)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf rechtliche Darlegung der Erbschaftsforderungen der Beklagten aus dem Testament ihres am 15. Sept. 1742 verstorbenen Vaters, des Reichskammerrichters Graf Franz Adolph Dieterich von Ingelheim. Der Kläger beantragt, die Gültigkeit des Testaments und den Familienfideikommiß anzuerkennen.

Aktenzeichen : I/J 96/371

Enthaeltvermerke : Kläger: Graf Johann Philipp von Ingelheim, kaiserl. und kurmainz. Geheimer Rat und Vitztum im Rheingau
Beklagter: Louisa und Anna Philippina Gräfinnen von Ingelheim zu Köln und Gräfin Karolina von Ingelheim zu Nivelles (Belgien), Schwestern des Klägers, alle Stiftsdamen
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1743 - Subst.: Lic. J. F. Wolff
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1743 - Subst.: Lic. Franz Christoph Bolles
Prozeßart: Citationis ad proponendum et deducendum ius suum, si quod se habere putaverint, sub praeiudicio perpetui silentii
Instanzen: RKG 1743 (1683 - 1744)
Beweismittel: Insinuationsgebühren (Q 6). Auflistung des Weinvorrats in der Kellerei des verstorbenen Grafen von Ingelheim aus den Jahren 1723 - 1741 (41f). Auszug aus dem streitigen Testament von 1734 (53-55). Auflistung der veräußerten und wieder zu ersetzenden Hinterlassenschaft an beweglichen und unbeweglichen Gütern (87-90). Testament der Maria Ursula Kämmerer von Worms, Freiin von Dalberg, Gattin des Franz Adolph Dieterich von Ingelheim, von 1726 (162-166). Ehevertrag von 1683 zwischen Franz Adolph Dieterich von Ingelheim, Sohn des Philipp Ludwig von Ingelheim und der Maria Ottilia von Wesselbrunn, und Maria Ursula, Tochter des Friederich Dietrich Kämmerer von Worms, Freiherrn von Dalberg, und der Maria Klara von Schönborn (168-173). Protokoll der Testamentseröffnung von 1742 durch den kaiserl. Notar Johann Nikolaus Colbre zu Wetzlar mit Abschrift des vollständigen Testaments von 1734 und eines Kodizills von 1739 (175-203). Verzeichnis der Allodialgüter (248-261). Inventar von 1695 über den Nachlaß des verstorbenen Anselm Franz von Ingelheim, Erzbischofs von Mainz (262-265). Zahlreiche weitere Verzeichnisse zur streitigen Hinterlassenschaft.
Beschreibung: 12 cm, 679 Bl., lose; Q 1 - 11, zahlreiche Beilagen.




1629 - 1634 (1594 - 1632)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Güter des verstorbenen Henrich Ingengaden, eines Onkels (Vaterbruders) der Appellanten, dessen Witwe Johanna Pauls (Puls) in zweiter Ehe Dr. von Dönen heiratete. Johanna Pauls hatte Ansprüche aus ihrem Ehevertrag gegen die Appellanten als Erben und Söhne des Hermann von Ingengaden und als Universalerben des kinderlos verstorbenen Dieterich Ingengaden, Schöffen von Emmerich, den Brüdern ihres verstorbenen Gatten Heinrich Ingengaden, erhoben. 1594 war darüber ein Vergleich geschlossen und 1608 ein Urteil der 1. Instanz in Sachen Dr. Philipp von Dönen und Johanna Pauls ./. Wilhelm und Henrich Ingengaden ausgesprochen worden, wonach Johanna Pauels das streitige Drittel des Singendonckschen Werths bei Wissel und eines Hofs zu Wissel behalten durfte. Die Gebrüder Ingengaden klagen nun wegen unerlaubter Veräußerung ihrer Familienerbgüter durch Dr. von Dönen und seine zweite Gattin, Agnes Bierman. Die 1. Instanz sprach mit Urteil vom 30. Mai 1628 die Appellaten von der Klage frei.

Aktenzeichen : I/J 105/407

Enthaeltvermerke : Kläger: Henrich Ingengaden (Ingen Gaden) zu Wissel (Kr. Kleve) und Konsorten: sein Bruder Wilhelm Ingengaden, Bürgermeister von Emmerich (Kr. Rees), (Kl.)
Beklagter: Agnes Bierman, Witwe des Dr. Wilhelm (oder Philipp) von Dönen (Doenen, Duynen), Bürgers zu Emmerich, und dessen Kinder Gerritgen, Johannes und Wilhelm von Doenen, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhardt (Gerhardi) 1628
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck 1628
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Klev.-märk. Hofgericht zu Kleve 1616 - 1628 - 2. RKG 1629 - 1634 (1594 - 1632)
Beweismittel: Transaktion oder Vergleich von 1594 zwischen Johanna Pauls, Witwe des Heinrich Ingengaden, und Katharina Schmitz, Witwe des Hermann Ingengaden, beide Brüder des Erblassers Dieterich Ingengaden (Q 8).
Beschreibung: 2 Bde., 11, 5 cm; Bd. I: 2,5 cm, 25 Bl., lose, Q 1 - 5, 7 - 10; Bd. II: 9 cm, 423 Bl., gebunden, Q 6 (Priora).




1666 - 1668 (1614 - 1666)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um ein Haus zu Emmerich in der Hottemansstraße (Hottemachersstraße), das bei einer Erbteilung zur Hälfte Wilhelm Ingengaden, Bürgermeister von Emmerich, zugefallen ist, während sein Bruder Henrich Ingengaden, der Vater der Appellaten, die andere Hälfte und das Stammhaus Kemnade zu Wissel erhalten hat. Die Appellantin ist eine nachträglich legitimierte Tochter Wilhelm Ingengadens von Anna Flemming (Flenning). Sie erhob vor der 1. Instanz Klage „ex lege diffamari“, da Henrich Ingengadens Kinder behaupteten, ihnen stände das Haus zu Emmerich ungeteilt zu. Sie klagte ferner auf Erstattung von 1000 holländischen Talern, die ihr Vater Wilhelm seinem Bruder Henrich Ingengaden auf dessen Haushälfte geliehen habe. Streitig wurden auch 4 Morgen lehnsrühriges Land in der Hetter. Die 1. Instanz urteilte mit dem Rat unparteiischer Rechtsgelehrter, daß ein Magescheid von 1614 oder 1634, das 1648 bestätigt worden sei, rechtsgültig sei und dementsprechend Henrich Ingengadens Erben im Besitz des streitigen Hauses zu belassen seien und die Geldforderung besser bewiesen werden müsse. Die 2. Instanz bestätigte dies mit Urteil vom 28. Nov. 1665, wobei sie die Appellaten von der Kreditrückforderung freisprach und der Appellantin den Besitz der auch streitigen 4 Morgen zuerkannte.

Aktenzeichen : I/J 106/408

Enthaeltvermerke : Kläger: Maria Katharina Ingengaden (Ingen Gadum), Witwe David Tuchscherers (Tuchschers), Richters zu Warbeyen (Stadt Kleve), (Kl.)
Beklagter: Erben des Henrich Ingengaden: Hermann, Rudolf, Helena und Ermgard Ingengaden (Ingengadumb), zu Wissel (Kr. Kleve), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1666 - Subst.: Lic. Johann Eichrodt
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Eberhard Albrecht 1666 - Subst.: Dr. Jakob Friedrich Kuehorn
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Richter und Schöffen) der Stadt Emmerich 1658 - 1660 - 2. Klev.-märk. Hofgericht (Räte) zu Kleve 1660 - 1665 - 3. RKG 1666 - 1668 (1614 - 1666)
Beweismittel: Immission der Appellantin in die Erbgüter des Wilhelm Ingengaden durch das Gericht der Stadt Emmerich 1650 (Q 14). Erbteilung (Magescheid) von 1614 zwischen Henrich und Wilhelm Ingengaden (II 66-70).
Beschreibung: 2 Bde., 7, 5 cm; Bd. I: 1,5 cm, 34 Bl., lose, Q 1 - 16; Bd. II: 6 cm, 306 Bl., gebunden, Q 12 (Priora).




1584 - 1591 (1580 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 23. März 1584, die das Urteil der 1. Instanz vom 26. Jan. 1581 bestätigte, wonach dem Appellaten aufgrund seiner Schuldforderung von 500 Tlr. die Erb- und Grundrenten des Appellanten in Xanten zugesprochen worden sind. Das RKG urteilt am 23. März 1585, die Appellation nicht anzunehmen. Der Appellant versucht nachzuweisen, daß ihn an förmlichen Vergehen beim Appellationsverfahren keine Schuld trifft.

Aktenzeichen : I/J 107/409

Enthaeltvermerke : Kläger: Henrich Ingengaden, Bürger von Emmerich, (Bekl.)
Beklagter: Arnold Brachmann (Braickmann), Bürger von Kalkar, Vetter des Appellanten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Jakob Kremer 1584 - Dr. Bernhard Küehorn 1584 - Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1584
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Henrich Stemler 1585
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Weltliches Gericht (Richter und Schöffen) der Stadt Xanten 1580 - 1581 - 2. Klev. Hofgericht (Hofrichter und Räte) zu Kleve 1581 - 1584 - 3. RKG 1584 - 1591 (1580 - 1587)
Beschreibung: 2 Bde., 7 cm; Bd. I: 3,5 cm, 57 Bl., lose, Q 1 - 13, 15 - 23; Bd. II: 3,5 cm, 186 Bl., gebunden, Q 14 (Priora).




1638 (1633 - 1638)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Appellant ist von der 1. Instanz am 15. Jan. 1633 zur Abtretung des halben Averkampschen Hofs an den Eigentümer Wilhelm von Neukirchen und zur Erstattung des Nießbrauchs verurteilt worden, was die 2. Instanz mit Urteil vom 24. Mai 1636 bestätigte.

Aktenzeichen : I/J 108/410

Enthaeltvermerke : Kläger: Ludolf Ingenhoven, Erbgesessener zum Berenkamp, (Bekl.)
Beklagter: Wilhelm von Neukirchen (Nyekirchen) zu Hückelhoven (Walsum, Kr. Dinslaken) und Konsorten: Jan von Haeften (Hafften), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Eylinck 1636
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. ? (1633) - 2. Klev. Kanzler und Hofgerichtsräte zu Kleve und Kommissare zu Emmerich (1636) - 3. RKG 1638 (1633 - 1638)
Beschreibung: 1 cm, 7 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 4 Aktenstücke prod. 25. Jan. 1638. Lit.: Heinrich Rösen, Die Bedeutung der Siegel für die Familienforschung, in: Mitt. d. Westdt. Gesells. f. Familienk. 20 (1961) Sp. 100.




1584 - 1623
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Güter des Arnd (Arnold) von Weylich, des verstorbenen Gatten der Sophia Ingenhof. Der Appellat Rutger von Weylich fordert die Hälfte dieser Erbgüter, auch gemäß dem Testament seines Vaters. Seine Stiefmutter beansprucht demgegenüber die Herausgabe von ablösbaren Renten, die Rutger sich widerrechtlich anmaße, da alle beweglichen Güter und ablösbaren Renten gemäß dem Landesbrauch dem überlebenden Ehepartner zuständen (Rekonventionsklage vor der 1. Instanz). Die Erben der Sophia Ingenhofbeanspruchen die streitigen Güter, erwähnt werden Güter „auf dem Keyfferf und Drappen“, aufgrund einer „donatio inter vivos“ ihrer Base und Möhne. Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 30. Mai 1584, die das Urteil der 1. Instanz vom 22. Juni 1581 bestätigte und somit der Klage des Appellaten stattgab.

Aktenzeichen : I/J 109/411

Enthaeltvermerke : Kläger: Sophia Ingenhof(f) (in gen hof) auf dem Volmerswerth (Stadt Düsseldorf), seit 1594 Regine Ingenhof, seit 1607 auch Hermann auf dem Kamp und Johann Bracken, seit 1620 die Eheleute Regina Ingenhofund Gerhard und ihre Söhne Werner und Johann sowie Johann Brackens Töchter Elisabeth Ingenhof, Gattin des Peter Altenberg, Wirts „Zum Ochsen“, und Eva Ingenhof, Gattin des Nikolaus Kogh, Bürgers und Bierzapfers zu Düsseldorf, seit 1621 auch Werner Pagius, Johann Pagius und Girhardus Tallers (vielleicht Söhne und Schwiegersohn der Regina Ingenhof aus der Ehe mit Johann Paggen), (Bekl.)
Beklagter: Rutger von Wylich (Weylach, Weylich), Bürger zu Düsseldorf, Stiefsohn der Appellantin, seit 1606 Peter Pelser, Thonis Dorf namens seiner Gattin, Anna, Witwe des Rutger von Weylich, seit 1622 Wolfgang (Wolff) von Weylich (Wylaich), Bürger von Düsseldorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Stemmler 1584 - Dr. Johann Henrich Firler 1584 - Lic. Johann von Vianden 1594 - Dr. Johann Pistorius 1607 - Dr. Johann Bartholomäus Bergner 1621
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Heuser 1585 - Dr. Johann Stocklin 1586 - Lic. Johann Konrad Streitter 1586 - Lic. Jakob Erhard 1586 - Dr. Johann Konrad Lasser (1621) - Lic. Hermann Kran 1622
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadt- und Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düsseldorf 1570 - 1581 - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Hofrichter und Räte) zu Düsseldorf 1581 - 1584 - 3. RKG 1584 - 1623
Beweismittel: Zeugenverhöre (II).
Beschreibung: 2 Bde., 13 cm; Bd. I: 3,5 cm, 80 Bl., lose, Q 1 - 2, 4 - 9, 11 - 24, 26, 11 Beilagen, Q 25* fehlt; Bd. II: 9,5 cm, 431 Bl., gebunden, Q 3 = Q 10 (Priora), unvollständig. Lit.: Heinrich Rösen, Die Bedeutung der Siegel für die Familienforschung, in: Mitt. d. Westdt. Gesells. f. Familienk. 20 (1961) Sp. 85, 87.




1634 - 1670 (1587 - 1670)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 4. April 1634, wonach die Erbpachtverschreibung über den Hof der Appellaten zu Amern im Dingmal von Waldniel und im Amt Brüggen zu kassieren sei, die Appellanten den Hof an St. Viktor abtreten und den Nießbrauch erstatten sollten. Die Appellaten sollten jedoch die Appellanten für vorgenommene Investitionen (Meliorationen), Aufwendungen zum Nutzen der Pfarrkirche St. Anton von Amern und den trockenen Weinkauf samt Zinsen entschädigen. Es handelt sich um den 300 Morgen großen Hoffer- oder Hoverhof zu Amern, den die Appellaten 1588 an Ercken Abelen im Hof zu Amern, den Vater bzw. Großvater der Appellanten, zu immerwährender Erbpacht (Emphitheuse) für eine Jahrespacht von 100 Tlr. ausgegeben haben. Die Appellaten klagten vor der 1. Instanz auf Annullierung des Vertrags von 1588, da er der Zustimmung des ganzen Kapitels und der Offiziale von Köln und Lüttich ermangele und weil das Kapitel von St. Viktor übervorteilt worden sei. Die Erbpacht von jährlich 100 Tlr. sei zu gering veranschlagt worden. Die Appellanten wenden dagegen ein, daß der Hof wegen der Kriegseinwirkungen wüst gewesen sei, folglich gar keine Abgaben an das Kapitel von St. Viktor geflossen seien, und ihr Vater den abgebrannten Hof aus eigenen Mitteln aufgebaut habe. Das RKG bestätigt jedoch am 12. März 1646 das Urteil der Vorinstanz, da die Einwände der Appellanten unerheblich seien, spricht allerdings die Appellanten von der Nießbrauchserstattung frei.

Aktenzeichen : I/J 110/412

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Ingenhof und Arnold Ingenhof zu Amern (Kr. Kempen- Krefeld) für sich und als Vormünder für Arnold und Erken, die Kinder ihrer verstorbenen Schwester Aelheit Ingenhof mit Heinrich Haes, seit 1639 Johann, Erken und Arett Ingenhof, seit 1667 deren Erben (Namen in Q 63f.), (Bekl.)
Beklagter: Dechant und Kapitel des Archidiakonalstifts und der Kirche St. Viktor zu Xanten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Dietrich Dülman 1634 - Lic. Johann Walraff 1639 und 1667 - Subst.: Lic. Johannes Eichrodt 1667
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck 1634 - Dr. Johann Konrad Albrecht von Lauterburg 1643 - Dr. Wilhelm Mockel 1649 - Dr. Johann Leonhard Schommartz 1662 - Subst.: Lic. Johannes Eichrodt
Prozeßart: Appellationis, nunc (1649) executorialium et liquidationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1625 - 1634 - 2. RKG 1634 - 1670 (1587 - 1670)
Beweismittel: Verzeichnis der Feld- und Baukosten, der Steuer- und Kontributionszahlungen von 1623 - 1644 (Q 12). Bescheinigung der Schöffen von Waldniel von 1646 über das zweimalige Abbrennen des streitigen Hofs (Q 13) und über gezahlte Schutz- und Dienstgelder (Q 15). Erbpachtverschreibung von 1595 (Q 16). Auszug aus dem Buch des Theiß Euper, des ehemaligen Schatz- und Steuerhebers zu Waldniel, betr. Steuerlasten des Hofferhofs zu Amern von 1621 - 1628 (Q 17). RKG-Executoriales vom 13. Jan. 1649 mit Urteil vom 12. März 1646 (Q 21). Verzeichnis der Kontributionszahlung von 1649 (Q 28). Vergleichsvertrag des Kapitels von Xanten von 1624 (Q 30). Pachtvertrag von 1630 zwischen Petrus Sybenius, Pastor von Dülken, und den Eheleuten Henrich Heusges, Bürger und Ratsverwandter von Dülken, und Johanna Theißen (Q 31). Auszug aus dem Buch des Gordt Hoedtmachers zu Dülken, des ehemaligen Landmessers des Amts Brüggen, von 1646 betr. Morgenzahl des Hofferhofs (Q 37). Quittungen von 1589 betr. den trockenen Weinkauf (Q 40). Rechnungen über gezahlte Steuern und sonstige Lasten (Q 41) und über die zu erstattende Abnutzung (Q 42). Akten der Kommission in Liquidationssachen (Q 53). Verzeichnis der „in- und ausländischen“ Geistlichen und ihrer im Amt Brüggen gelegenen Erbgüter und jährlichen Einkünfte, Renten und Gefälle von 1587 (Q 61b).
Beschreibung: 2 Bde., 14 cm; Bd. I: 9,5 cm, 290 Bl., lose, Q 1 - 7, 9 - 67, 7 Beilagen; Bd. II: 4,5 cm, 253 Bl., gebunden, Q 8 (Priora).




1743 - 1775 (1639 - 1773)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das Erbe des am 23. Febr. 1726 gest. Hermann Jöcker, Sohns des Nelis Jöcker und seiner ersten Gattin Anna Mertens, zwischen Hermann Jöckers Halbgeschwistern und den Kindern von Anna Mertens Bruder Wilhelm. Die letzteren beanpruchen gemäß dem „ius retractus“ die Herausgabe des Erbes, das Nelis Jöcker nur als Leibzüchter innegehabt habe. Es handelt sich um das Schaaresgut oder Scharshof, auch Pollplatz genannt, das als Haus mit ca. 9 Morgen Land beschrieben wird, und um Lehnsland sowie ein Landstück im Herzogtum Jülich. Die 1. Instanz erließ am 28. März 1743 das Dekret, daß die Appellanten die halbe Erbschaft bei Strafe von 30 Goldgulden sofort an die Appellaten abtreten sollten und die andere Hälfte bis zur Beendigung des Streites beschlagnahmt werden sollte. Die abzutretende Hälfte sei von den Appellanten selbst durch einen Vergleich von 1742 den Appellaten zugestanden worden. Das RKG urteilt am 27. Juni 1755, daß aufgrund des Vergleichs von 1742 beide Teile der streitigen Erbschaft und der Nießbrauch seit 1742 in zwei gleiche Teile geteilt werden sollen und die Parteien die Verteilung gütlich unter sich oder auf Vermittlung des Unterrichters aushandeln sollen. Den Appellanten wird eine zweimonatige Frist für die Abtretung der halben Erbschaft gewährt.

Aktenzeichen : I/J 113/454

Enthaeltvermerke : Kläger: Katharina Leyrmans, Witwe des Nelis Jöcker (Jaecken, Jöckeren, Goeker), in der Reichsherrschaft Wickrath (Mönchengladbach), und ihre Kinder Henrich, Adelheid, Johannes, Gertrudis, Petrus, Katharina und Seyb Jöcker (Jöcher), 1751 zu Dahlen (Rheindahlen, Stadt Mönchengladbach), 1752 zu Buchholz (Bochholt, Gem. Wickrath), (Bekl.)
Beklagter: Erben des Wilhelm Mertens mit Namen Hermann, Martin, Gertraud, Katharina und Johannes Mertens sowie Wilhelm Frentzen zu Buchholz, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1744 - Subst.: Lic. Franz Christoph Bolles - Lic. Johann Andreas Dietz 1751 - Subst.: Lic. Johann Gottfried Hert - Lic. Franz Christoph Bolles 1752 - Subst.: Lic. Caesar Scheurer
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Goy 1744 - Subst.: Lic. Johann Werner - Dr. Johann Albert Ruland 1745 - Subst.: Lic. L. A. von Bostell - Subst.: Lic. Johann Eberhard Greineisen 1747
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula; addat. causa novae appellationis de 1773 inseparabiliter connexa sub rubro verso Mertens Erben wider Witwe Nelis Jordtern
Instanzen: 1. Reichsfreiherr W. O. F. von Quad zu Wickrath 1742- 1743 - 2. RKG 1743 - 1775 (1639 - 1773)
Beweismittel: Vergleich von 1742 (Q 6). Urteil eines Landgedings von 1639 in Sachen Henrich und Johann Papelers Erben ./. Peter Kremer betr. Erbschaft eines Bastards (Q 35). RKG-Urteil vom 27. Juni 1755 (Q 38).
Beschreibung: 2 Bde., 6 cm; Bd. I: 2,5 cm, Prot., 11 Bl., gebunden und Priora, 187 S., gebunden; Bd. II: 3,5 cm, 194 Bl., gebunden, Q 1 - 38. Vgl. RKG (M 873/2358).




1566 - 1621 (1559 - 1584)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 22. März 1566, welche die Beschlagnahmen des Appellaten für rechtens erklärte und ihm die Fortführung der Pfändungen gestattete, da niemand gegen seine Abrechnung über seine Dienstzeit als Koch und als Rentmeister der Appellanten Einspruch erhoben habe und seine Schuldforderung somit anerkannt worden sei. Der Appellat erhebt eine Gerichtsstandseinrede gegen das RKG, weil Bürgermeister und Rat der Reichs- und Hansestadt Dortmund die 1. Appellationsinstanz für Wesel sei und weil in Pfändungssachen keine Appellation gestattet sei.

Aktenzeichen : I/J 125/532

Enthaeltvermerke : Kläger: Prior und Konvent des Johanniterklosters zu Wesel (Kr. Rees) und Heinrich von Hövel, Komtur des Johanniterordens zu Steinfurt und Wesel und der Ballei in Westfalen, (Bekl.)
Beklagter: Dieterich Haefgens (uffgen Hoeffkens), ehemaliger Koch des Johanniterklosters zu Wesel, Bürger von Wesel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Höchel 1566 - Dr. Laurentius Wilthelm 1573 - Dr. Bernhard Küehorn 1573 - Dr. Markus Ziegeler 1573 - Dr. Melchior Ramminger 1573
Prokuratoren (Bekl.): Dr. David Capito 1566 - Dr. Alexander Reeffsteck 1566 und 1571 - Dr. Christoph Reeffsteck 1566 und 1571 - Dr. Kaspar Fichart (Vichart) 1566 - Dr. Johann Brentzlin 1571 - Dr. Bernhard Küehorn 1571 - Dr. Johann Gronenberger 1584 - Dr. Johann Jakob Kremer 1584 - Dr. Hartmann Kogman (Kochmann) 1584
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister und Schöffen der Stadt Wesel 1561 - 1566 - 2. RKG 1566 - 1621 (1559 - 1584)
Beweismittel: Ordnung und „Kapitulation“ des Johanniterkomturs Vinzenz von Katz, des Priors und Konvents von Wesel von 1559 (Q 19). Zahlreiche Rechnungen, die auch Aufschluß über die tägliche Versorgung der Johanniter gewähren (in II).
Beschreibung: 2 Bde., 8 cm; Bd. I: 2,5 cm, 77 Bl., lose, Q 1 - 7, 9 - 26, 28 - 29, 1 Beilage von 1583; Bd. II: 5,5 cm, 261 Bl., gebunden, Q 8 = Q 27 (Priora).




1585 - 1596 (1585 - 1588)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Beschlagnahme von Kornfrüchten des Ordenshauses zu Wesel, die im Gerichtsbezirk von „Loeckein“ (wohl Loikum, Kr. Rees) liegen. Diese verstoße gegen das gemeine Recht und die Reichskonstitutionen und -ordnungen. Der Beklagte erhebt Anspruch auf die Türken- und Landsteuer.

Aktenzeichen : I/J 135/555

Enthaeltvermerke : Kläger: Philipp Flach von Schwarzenberg (Schwartzenberg), oberster Meister des Johanniterordens in deutschen und welschen Landen
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhard Kalt (1585)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Bontz (Buntz) [1579] 1585
Prozeßart: Mandati de relaxando arresto
Instanzen: RKG 1585 - 1596 (1585 - 1588)
Beschreibung: 2,5 cm, 23 Bl., lose; Q 2 - 7, es fehlt Q 1.




1593 - 1596 (1592 - 1595)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Pfändung von 3 Goldgulden als Buße für die Weigerung Reinhards von Orsbeck, des Johanniterkomturs zu Wesel, 4 Personen für die Tag- und Nachtwache der Stadt bereitzustellen. Der Orden stellte bisher 1 Person. Der Kläger beruft sich auf die Privilegien von Päpsten, Kaisern und Königen, welche den Johanniterorden für seinen Kampf gegen die Türken von Zöllen, Akzisen, Wachen, Diensten und anderen bürgerlichen Lasten in den Städten befreien. Er beruft sich ferner auf die Reichskonstitution von der Pfändung von Augsburg von 1555.

Aktenzeichen : I/J 136/556

Enthaeltvermerke : Kläger: Philipp Flach von Schwarzenberg, oberster Meister des Johanniterordens in deutschen Landen, seit 1594 sein Nachfolger Philipp Riedesel von Camberg
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und Bürgermeister und Rat der Stadt Wesel
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Jakob Kölblin [1592] 1593
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Melchior Reinhardt 1593 - Subst.: Dr. Christodorus Engelhart - Lic. Johann von Vianden [1592] 1593
Prozeßart: Mandati der pfendung
Instanzen: RKG 1593 - 1596 (1592 - 1595)
Beschreibung: 2,5 cm, 59 Bl., lose; Q 1, 3 - 17, es fehlen Q 2 und 18.




1628 - 1655 (1627 - 1646)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Einforderung bürgerlicher Lasten und die Erhebung von Kontributionen von Ordensmitgliedern der Kommende zu Herrenstrunden (Rheinisch-Bergischer Kr.) (Komtur Konrad Scheiffart von Merode zu Weilerswist) und der Kommende St. Johann und St. Cordula zu Köln (Komtur Peter von Märcken) durch die Stadt Remagen. Der Kläger beruft sich auf die Befreiung des Ordens durch päpstl., kaiserl. und königl. Privilegien.

Aktenzeichen : I/J 137/557

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Friederich [Hund von Saulheim], oberster Meister des Johanniterordens in deutschen Landen
Beklagter: Jül. Kanzler und Räte zu Düsseldorf und Konsorten: Henrich Nefgen, Schultheiß zu Remagen, auch Vogt, Bürgermeister und Rat zu Remagen
Prokuratoren (Kl.): Fabritius (1628)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Schneidt 1628
Prozeßart: Citationis ad videndum se incidisse in poenas privilegiorum et mandati inhibitorii sine clausula
Instanzen: RKG 1628 - 1655 (1627 - 1646)
Beschreibung: 2 cm, 33 Bl., lose; Q 2 - 9, 12, 1 Beilage von 1643, es fehlen Q 1*, 10 und 11*.




1646 - 1650 (1527 - 1648)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Erhebung von Kontributionen von den Untertanen der Ordenskommende zu Wesel und gegen die deswegen vorgenommenen Beschlagnahmen unter Berufung auf die Konstitutionen von 1570 zu Speyer und von 1594 zu Regensburg über Arreste und auf ein kaiserl. Befehlsschreiben von 1642, das die Exemtion des Johanniterordens von dieser Steuer bestätigt. Die Beklagte versucht mit alten Steuermatrikeln nachzuweisen, daß der Johanniterorden zu Wesel dennoch Steuern gezahlt habe.

Aktenzeichen : I/J 138/558

Enthaeltvermerke : Kläger: Hartmann [von der Tann], Meister des Johanniterordens in deutschen Landen, und Franz von Sonnenberg, Komtur des Johanniterordens zu Wesel
Beklagter: Klev. Regierung (Kanzler und Räte) zu Emmerich
Prokuratoren (Kl.): Lic. Walraff (1646)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Goll (1646)
Prozeßart: Mandati poenalis sine clausula uff die constitution von Arresten
Instanzen: RKG 1646 - 1650 (1527 - 1648)
Beweismittel: Auszug aus der Steuermatrikel des Herzogtums Kleve von 1527 - 1612 betr. Besteuerung der Johanniter, Augustiner, Dominikaner und anderer Geistlicher zu Wesel (Q 12).
Beschreibung: 1,5 cm, 31 Bl., lose; Q 2 - 5, 7 - 13, es fehlen Q 1 und 6*.




1587 - 1664 (1586 - 1630)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Verletzung päpstl., kaiserl. und königl. Privilegien hinsichtlich der Befreiung des Johanniterordens von allen Schatzungen, Kontributionen und sonstigen Steuern. Die Beklagten forderten 150 Tlr. Kontribution von der Ordenskommende St. Johann und St. Cordula in Köln und nahmen zu diesem Zweck aus Lövenich 6 Personen gefangen und pfändeten dort 20 Rinder und 5 Pferde. Der Kläger fordert Restitution der Güter und Schadenersatz. Der beklagte Erzbischof erwidert, wenn er diese Kontribution nicht erhoben hätte, hätte dies das spanische Kriegsvolk unter Pedro Caietano mit noch größerem Schaden für die Landleute getan.

Aktenzeichen : I/J 139/564

Enthaeltvermerke : Kläger: Philipp Flach von Schwarzenberg, oberster Meister des Johanniterordens in deutschen Landen, und seine Nachfolger
Beklagter: Erzbischof Ernst von Köln und Hieronymus Michaelis, erzbischöfl. Generalkommissar
Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1577] (1587) - Dr. Johann Jakob Kölblin 1602
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Wildthelm 1587 - Dr. Johann Konrad Lasser 1599
Prozeßart: Mandati der Pfandung ...
Instanzen: RKG 1587 - 1664 (1586 - 1630)
Beweismittel: Zahlreiche Belege über die vorgenommenen Pfändungen von 1586 (Q 9-20). Schreiben der Deputierten der Landstände des rheinischen Erzstifts Köln an den Komtur von St. Johann und St. Cordula in Köln von 1630 betr. Beschluß über die Erhebung der Simpla auf dem Bonner Landtag von 1629 (Q 65).
Beschreibung: 4,5 cm, 181 Bl., lose; Q 1 - 49, 51 - 65, 1 Beilage prod. 14. März 1588, es fehlen Q 64* und 50*.




1589 - 1594 (1568 - 1591)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die mit Urteil vom 6. Juli 1588 verkündete Einräumung des Komtureihofs Velden bei Düren durch den Pächter Gerhard Fabri an die Johanniter gemäß einem entsprechenden Vertrag, vorbehaltlich der Entschädigung des Pächters für seine Ausgaben an Samen, Acker- und Baulohn. Im anschließenden Liquidationsverfahren erging am 3. Febr. 1589 ein herzoglicher Rezeß, daß die Johanniter 868 köln. Gulden innerhalb kürzester Zeit an Fabri zahlen oder ansonsten ihre Feldfrüchte gepfändet werden sollen. Dagegen appelliert der Komtur an das RKG, da er eine Widerklage (Rekonvention) auf ca. 745 Goldgulden an rückständigen Pachten erhoben hat, die nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Das RKG weist mit Urteil vom 24. Sept. 1593 die Appellation ab und verweist die Sache an die vorige Instanz zurück.

Aktenzeichen : I/J 142/579

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von Löben (Loben), Komtur des Johanniterordens zu Herrenstrunden (Rheinisch-Bergischer Kr.), Burg an der Wupper, Duisburg und Velden (Kr. Düren), 1593 sein Nachfolger Alexander von Galen, (Kl.)
Beklagter: Gerhard Fabri (Faber) von Jülich, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Wildthelm 1589 - Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1589 - Dr. Bernhard Kuehorn 1589 - Lic. Antonius Streitt 1589 - Lic. Johann von Vianden 1589
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) [1579] 1589
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg bzw. in seinem Auftrag das Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düren 1588 - 1589 - 2. RKG 1589 - 1594 (1568 - 1591)
Beweismittel: Privilegium de non appellando Kaiser Maximilians II. für Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg von 1576 (Q 15). Zeugenverhör durch die RKG-Kommissare Dr. Franz von Boeser gen. Vercken und Lic. Melchior Im Hoff 1589 (in II). Rechnungen (II Q 9).
Beschreibung: 2 Bde., 8 cm; Bd. I: 4 cm, 64 Bl., lose, Q 1 -8, 10, 12 - 16, 18 - 19, 2 Beilagen von 1589, es fehlen Q 17 und 20; Bd. II: 4 cm, 174 Bl., gebunden, Q 9 und 11* (Priora und Attestationes). Lit.: Anton Jux, Die Johanniter- Kommende Herrenstrunden nebst Pfarrgeschichte, Bergisch Gladbach 1956 (=Heimatschriftenreihe der Stadt Bergisch Gladbach, Bd. 2).




1629 - 1642 (1628 - 1642)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Erhebung von Schatzungen, Steuern, Kontributionen und anderen Lasten von den Ordenshalfleuten und -pächtern und die damit verbundene Pfändung von Pferden und Kühen (Einzelheiten in Q 6), wobei ein Ordensmann tödlich verletzt worden sei. Dies verletze die in päpstl., kaiserl. und königl. Privilegien ausgesprochene Steuerexemtion der Johanniter.

Aktenzeichen : I/J 143/626

Enthaeltvermerke : Kläger: Konrad Scheiffart von Merode zu Weilerswist, Komtur des Johanniterordens zu Herrenstrunden (Rheinisch-Bergischer Kr.), Burg an der Wupper, Duisburg und Velden (Kr. Düren)
Beklagter: Landschöffen, Schatzmeister und Vorsteher (Namen in Q 2) der Gemeinden Odenthal und Herkenrath (beide Rheinisch - Bergischer Kr.) im Amt Porz
Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Fabricius [1628] 1629 - Dr. Jonas Eucharius Erhardt 1639
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Schneidt (für Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein) 1629
Prozeßart: Citationis ad videndum se incidisse in poenas privilegiorum
Instanzen: RKG 1629 - 1642 (1628 - 1642)
Beweismittel: Steuerzettel von 1629 (Q 7).
Beschreibung: 2 cm, 51 Bl., lose; Q 1 - 11, 3 Beilagen von 1625 und 1642. Lit.: Anton Jux, Die Johanniter-Kommende Herrenstrunden nebst Pfarrgeschichte, Bergisch Gladbach 1956 (=Heimatschriftenreihe der Stadt Bergisch Gladbach, Bd. 2).




1640 - 1688 (1620 - 1682)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Dekret der Vorinstanz vom 6. Aug. 1639, wonach die Gemeinde Ranzel die Gewinn- und Gewerbesteuer vom Hof der Johanniter in der Honschaft Ranzel, der zur Kommende Herrenstrunden gehört, erheben und die nachweislichen Steuerrestanten durch die Pfändung der Feldfrüchte eintreiben darf. Falls der Hof unbebaut bliebe, sollten sie die Verordnung über die wüsten Höfe anwenden dürfen. Der Appellant wendet dagegen ein, daß die letztgenannte Verordnung sich lediglich auf unfreie, schatzbare Güter beziehe. Es sollten folglich die rittermäßigen Ordensgüter den schatzbaren Gütern einverleibt werden. Die Steuererhebung verstoße gegen die in päpstl., kaiserl. und königl. Privilegien erteilte Steuerexemtion der Johanniter. Die Gemeinde Ranzel fordert 55 Rtlr. Gewinn und Gewerb von Christian von Herkenrath, dem Pächter des Hofs zu Ranzel, und ließ deswegen 3 Kühe des Pächters beschlagnahmen. Während des Prozesses wird auch das Ordensgut zur Hardt mit Steuern bzw. Kontributionen belastet, wogegen der Appellant eine Attentatsklage erhebt. Das RKG urteilt am 13. Dez. 1655 nach dem Beschluß der Sache von Amts wegen, daß das ius collectandi der Appellaten hinsichtlich der Gewinn- und Gewerbesteuer bei Pächtern des Hofs rechtens ist. Der Appellant sei nur dann davon befreit, wenn er oder die Seinigen das Land selbst bebauen.

Aktenzeichen : I/J 149/632

Enthaeltvermerke : Kläger: Konrad Scheiffart von Merode zu Weilerswist, Komtur des Johanniterordens zu Herrenstrunden (Rheinisch-Bergischer Kr.), sowie der Ordensmeister für Deutschland, (Kl.)
Beklagter: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern, und Konsorten: Amtmann und Kellner zu Lülsdorf (Rhein-Sieg- Kr.) sowie Schöffen, Geschworene, Schützenmeister und Gemeinde zu Ranzel (Rhein-Sieg-Kr.), (Bekl.), seit 1650 auch die Gemeinden Merheim (Rhein- Sieg-Kr.), Turmhof (Zum Thurn, Bergheim an der Sieg) und Bergisch- Gladbach (Rheinisch-Bergischer Kr.) sowie Amtmann und Schultheiß von Porz und der Kellner von Bensberg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jonas Eucharius Erhardt [1639] 1640 - Lic. Bernhard Henning 1650 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz 1673 - Dr. Franz Philipp Hoegelen 1681 - Subst.: Dr. Krebs - Subst.: Dr. Adolf Oppenheimer 1682
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp (1640) - Lic. Johann Walraff 1652 - Dr. Wilhelm Mockel 1655 - Subst.: Lic. Johann Hansen - Dr. Johann Philipp Nidderer 1682 - Subst.: Dr. Johann Franz Mathias - Dr. Johann Henrich Seiblin 1683 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs
Prozeßart: Appellationis et (seit 1642) mandati inhibitorii sine clausula
Instanzen: 1. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein 1638 - 1639 - 2. RKG 1640 - 1688 (1620 - 1682)
Beweismittel: Pönalmandat Kaiser Ferdinands II. von 1620 betr. Bewahrung der Privilegien, Freiheiten und Immunitäten des Johanniterordens (Q 8). Schadensauflistung von 1658 betr. den Hof zur Hardt (Q 32). Verzeichnis des Schadens aufgrund entzogener Pachten aus dem Hof zu Ranzel von 1638 - 1650 (Q 33). Weitere Schadensauflistung betr. den Hof zu Ranzel (Q 34 und 40). RKG- Urteil vom 13. Dez. 1655 (in Q 36). Getreidepreise in Köln von 1638 - 1650 (Q 41).
Beschreibung: 5 cm, 182 Bl., lose; Q 1 - 8, 10 - 18, 20 - 30, 32 - 46, 2 Beilagen von 1644 und 1655, es fehlen Q 9, 19, 30 und 47. Lit.: Anton Jux, Die Johanniter-Kommende Herrenstrunden nebst Pfarrgeschichte, Bergisch Gladbach 1956 (=Heimatschriftenreihe der Stadt Bergisch Gladbach, Bd. 2).




1714 (1646 - 1714)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 10. Jan. 1714, welche die Räumungsklage des Johanniterkomturs auf Immission in den Ordenshof zu Niel (Kr. Kleve) abgewiesen hat. Hintergrund des Prozesses ist die Usurpation der Häuser und Güter der Johanniterkommende zu Nijmegen einschließlich der dortigen Kirche durch die Appellaten. Der Appellant stützt seine Forderung der Herausgabe der beschlagnahmten Güter auf ein Urteil des Provinzials von Gelderland von 1646, auf Vollstreckungsverordnungen Friedrich Wilhelms von Brandenburg von 1685 und auf einen Vergleich mit der Stadt Nijmegen von 1700. Die Appellaten weigern sich die streitigen Güter herauszugeben, bevor der Papst den Vergleich von 1700 ratifiziert hat. Dies ist bis 1714 noch nicht geschehen.

Aktenzeichen : I/J 153/645

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Goswin Hermann Otto von Merveldt (Merfeldt), Großmeister des Johanniterordens (Malteserordens) in Deutschland, als Komtur zu Nijmegen (Niederlande) und Arnheim (Niederlande), (Kl.)
Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Nijmegen, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Heeser 1714 - Subst.: Dr. Johann Henrich Dietz
Prozeßart: Appellationis ad domum
Instanzen: 1. Brandenburg. Regierung (Kanzler und Räte) zu Kleve (1714) - 2. RKG 1714 (1646 - 1714)
Beweismittel: Ladung durch Edikt zu Kleve, Aachen und Moers (Q 2). Urteil des Provinzials von Geldern zu Arnheim von 1646 (Q 8). Vergleich von 1700 in niederländischer Sprache mit deutscher Übersetzung (Q 14).
Beschreibung: 2,5 cm, 51 Bl., lose; Q 1 - 17.




1659 - 1660 (1643 - 1659)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 24. Jan. 1659, wodurch das Urteil der 1. Instanz vom 18. Dez. 1643 bestätigt und die Appellatin von der Klage des Appellanten freigesprochen worden ist. Streitig ist das Eigentum (dominium directum) an einem Haus in Bonn, das früher Merhausen genannt worden ist und nun Neuenahr heißt.

Aktenzeichen : I/J 156/656

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Bonnen, Komtur des Johanniterkommende St. Johann und Cordula zu Köln, (Kl.)
Beklagter: Katharina, Witwe des Gottfried Hertzig zu Bonn, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Hansen 1659
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. (Stadtgericht zu Bonn ?) (1643) - 2. Kurköln. Hofgerichtskommissare zu Köln (1659) - RKG 1659 - 1660 (1643 - 1659)
Beschreibung: 1 cm, 15 Bl., lose; Q 2 - 9, es fehlen Q 1 und 10*.




1663 - 1682 (1645 - 1682)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die Entschädigung des Appellaten dafür, daß er nach dem Tod des Georg John (gest. Jan. 1645), Vaters des Appellanten und Halbwinners von Groß-St. Martin in Köln auf dem kleinen Abtshof zu Rodenkirchen, den genannten Hof für die unmündigen Kinder des Verstorbenen bewirtschaftete. Die Prozeßparteien schlossen zur Regelung dieser Angelegenheit 1651 und 1652 drei Verträge. Im Vertrag vom 13. Aug. 1652 heißt es, daß der Appellat gegen eine Abstandszahlung von 700 köln. Tlr., die aus der Kornsaat, dem Vieh und den Weinerträgen des Hofs zu entrichten sein soll, dem Appellanten den Hof abtreten soll. Der Appellat klagte vor der 1. Instanz auf Erfüllung der Verträge, deren Gültigkeit der Appellant bestreitet. Die 1. Instanz urteilte mit dem Rat unparteiischer Rechtsgelehrter am 2. Nov. 1657, daß der Vergleich vom 18. Dez. 1652 rechtsgültig und von Peter John zu erfüllen sei. Die 2. Instanz und auch das RKG bestätigten dies mit ihren Urteilen vom 17. Nov. 1662 und 7. Juli 1671. Inzwischen erhebt der Appellant jedoch Gegenforderungen aus zahlreichen „Attentaten“; er nennt Pfändungen seiner beweglichen Güter, seine Verhaftung u. a.

Aktenzeichen : I/J 163/688

Enthaeltvermerke : Kläger: Peter John, Halbwinner zu Rodenkirchen (Kr. Köln), (Bekl.)
Beklagter: Gerhard Schumacher in der Freiheit Wesseling (Kr. Köln) im Herzogtum Jülich, Oheim des Appellanten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1663 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht - Dr. Johann Franz Matthias 1682 - Subst.: Lic. Adam Roleman
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff (auch für den Pfalzgrafen bei Rhein) [1656] 1663 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz - Subst.: Lic. Johann Hansen - Lic. Bernhard Henningh 1678 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii sine clausula, nunc (1671) appellationis decisae, nunc (1676) executionis
Instanzen: 1. Konrad Gumbrecht von Velbrück, jül.-berg. Amtmann zu Löwenburg und Lülsdorf 1657 - 2. Jül. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1657 - 1662 - 3. RKG 1663 - 1682 (1645 - 1682)
Beweismittel: Kornpreise von 1645 - 1657 (Q 11). Auflistung der Forderungen aus dem Vertrag von 1652 (Q 12). Vertrag vom 13. Aug. 1652 (Q 18). Schadensauflistung des Appellanten bzgl. der Pfändung seiner beweglichen Güter 1662 und 1663 (Q 32f). Rationes decidendi (Q 64). „Extensio mandati attentatorum revocatorii sine clausula“ vom 3. Sept. 1667 auf den kurköln. Offizial Thomas Quentel, Greven und Schöffen der Hohen Weltlichen Gerichte zu Köln und Bonn, Witwe von der Leyen, Schultheiß Herresdorf zu Deutz, Matthias Sutorius, Vogt zu Wesseling, Joseph Kirchmeier, Gerichtsbote des Amts Löwenburg, Hermann von Weiß, Gerichtsbote zu Rodenkirchen, Witwe des Daniel von Rheidt, Brauers im roten Brauhaus zu Köln, und Hirtz Jude zu Deutz (Q 66). Auflistung darüber, was der Appellant dem Appellaten zahlen soll (Q 88). Abrechnung (Q 120).
Beschreibung: 2 Bde., 21, 5 cm; Bd. I: 9,5 cm, 373 Bl., lose, Q 1 - 14, 16 - 101, 103 - 121, 123, 125 - 127, 2 Beilagen prod. 16. Aug. und 7. Dez. 1682 und 6 weitere Beilagen, es fehlen Q 102*, 122 und 124; Bd. II: 12 cm, 743 Bl., gebunden, Q 15 (Priora).




1540 - 1541
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 29. Jan. 1539, die den Erbschaftsanspruch des Appellanten auf 21 Morgen Land abwies. Der Appellat erhebt die Einrede der Fristenüberschreitung gegen das Appellationsverfahren, da der Appellant die in der RKG-Ordnung von 1521 festgelegten Appellationsfrist nicht eingehalten habe. Das RKG nimmt mit Urteil vom 14. Febr. 1541 die Appellation nicht an. Am 7. Sept. 1541 ergeht das Urteil über die Prozeßkosten.

Aktenzeichen : I/J 165/695

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Jonas zu Holzweiler (Kr. Erkelenz), (Bekl. ?)
Beklagter: Heinrich Kremer, Bürger von Erkelenz, (Kl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunle 1539
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Nikolaus Bueb (1540) - Lic. Valentin Gottfried 1540 - Dr. Christoph Hoeß 1540 - Dr. Simon Engelhart 1540
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Holzweiler auf Unterweisung des Hauptgerichts (Schultheiß und Schöffen) zu Düren 1536 - 1539 - 2. RKG 1540 - 1541
Beweismittel: Prozeßkosten (Q 8).
Beschreibung: 1,5 cm, 21 Bl., lose; Q 1 - 8.




1676 - 1681 (1603 - 1682)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Begleichung einer Schuld von 2200 Gulden Frankfurter Währung nebst Zinsen oder auf Auszahlung der dafür als Sicherheit verpfändeten Kornpacht von 3 Mühlen zu Westhofen (Kr. Worms) in der Herrschaft Reipoltskirchen. Hintergrund des Prozesses ist eine Obligation der Gräfin Amalia von Leiningen von 1603, mit der sie die Schulden ihres verstorbenen Sohnes Johann von Hohenfels, Herrn zu Reipoltskirchen, bei Markus Petit und Michael Jordis, Bürgern und Seidenkrämern zu Worms, anerkannte. Sie verschrieb den Gläubigern für den Kredit von 2200 Gulden 63 Malter von der jährlichen Kornpacht der genannten 3 Mühlen. 1659 und 1660 erwirkte Daniel Jordis Immissionsdekrete des Gerichts Westhofen, wobei zuletzt festgelegt wurde, daß er 51 Malter Korn von 2 Mühlen vorbehaltlich seiner Regreßansprüche auf die fehlenden Malter Korn erhalten sollte. Die Beklagten erkennen ihre Verpflichtung bzgl. der eingeklagten Schuld nicht an. Das RKG spricht mit Urteil vom 27. Okt. 1680 den Grafen Otto Ludwig von Manderscheid frei, legt jedoch seinem Bruder Hermann Franz die Bezahlung der 2200 Gulden nebst Zinsen auf. Es erläßt am 6. Juli 1681 ein Vollstreckungsmandat an Bischof Franz Emmerich Kaspar von Worms und Pfalzgraf Karl bei Rhein als ausschreibende Fürsten des Oberrheinischen Kreises.

Aktenzeichen : I/J 169/716

Enthaeltvermerke : Kläger: Sara, Witwe des Daniel Jordis, zu Frankfurt und Konsorten: Dietrich Hoffstadt namens seiner Gattin Margretha Jordis, Paulus von der Lahr als Vormund seiner Kinder aus der Ehe mit Susanna Jordis, Daniel Jordis und Anna Cornelia Jordis
Beklagter: Gebrüder Hermann Franz und Otto Ludwig Grafen von Manderscheid und Blankenheim als Inhaber der Herrschaft Reipoltskirchen (Kr. Kusel)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Christoph Limbach 1676 - Subst.: Dr. Georg Friedrich Müeg
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh [1668] 1677 - Subst.: Lic. Johannes Philipp Nidderer
Prozeßart: Citationis ad solvendum capitale cum interesse ...
Instanzen: RKG 1676 - 1681 (1603 - 1682)
Beschreibung: Obligation der Gräfin Amalia von Leiningen von 1603 (Q 3). Immissionsdekret des Gerichts Westhofen in Sachen Daniel Jordis zu Frankfurt ./. Graf Axel von Löwenhaupt, Herr zu Reipoltskirchen, von 1659 (Q 4). Ebenso von 1660 (Q 5). Auszug aus dem Schuldbuch der Jordis von 1625 (Q 14). Vergleich von 1632 zwischen den Vormündern der Erben Petit und den Brüdern Samuel und Daniel Jordis betr. den Kredit an den Grafen von Leiningen (Q 17). Originaler Teilungsvertrag von 1637 zwischen den Geschwistern Katharina, Samuel, Marcus und Daniel Jordis, Kindern des Michael Jordis, betr. ererbte Obligationen (Q 18). Originaler Erbvergleich von 1652 zwischen Daniel Jordis und seiner Frau Sara einerseits und seinem Neffen Karl Behaghel, Sohn der Katharina Jordis, und dessen Frau Katharina Elisabeth andererseits (Q 19). Rechnung über die Gesamtforderung der Kläger (Q 27). Originales RKG-Mandatum de exequendo vom 6. Juli 1681 mit Urteil vom 27. Okt. 1680 (Beilage). (8) Beschreibung: 2,5 cm, 74 Bl., lose; Q 1 - 29, 4 Beilagen von 1676, prod. 21. Nov. 1681 und 9. Jan. 1682.




1549
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vgl. RKG 3209 (K 708/1862).

Aktenzeichen : I/J 172/748

Enthaeltvermerke : Kläger: Antonius Knip
Beklagter: Mattheis Jost, Sohn zu Poll
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Ziegler 1549 - Dr. Johannes Portius 1549 - Lic. Amandus Wolff 1549
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: RKG 1549
Beschreibung: 2 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 1 Aktenstück prod. 15. Febr. 1549. Es handelt sich wohl um einen Irrläufer, verursacht durch die Vertauschung von Appellant (fälschlich: Mattheis Jost) und Appellat. Das Aktenstück (Vollmacht) gehört wahrscheinlich zum oben angegebenen RKG-Prozeß.




1636 - 1640
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Beeinträchtigung des Abstechens und Transportes der Erde, aus der Tabakpfeifen hergestellt werden. Die Appellantin betrachtet die Erde als Erbe und Eigentum.

Aktenzeichen : I/J 173/753

Enthaeltvermerke : Kläger: Witwe des Dieterich Jost (Joest)
Beklagter: Antonius Lucht
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt des Abts von Siegburg (1635) - 2. RKG 1636 - 1640
Beschreibung: 4 Bl., lose; Q 1 - 2, 1 Beilage. Die Aktenstücke sind nur fragmentarisch und schlecht erhalten.




1591 - 1658 (1591 - 1659)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 17. Mai 1591, die der Klage „ex lege diffamari“ gegen den Appellanten stattgab und diesen zu Stillschweigen und zur Zahlung der Prozeßkosten verurteilte. Hintergrund des Prozesses ist die Klage der Appellatinnen auf Heimfall ihres Hofs zu Kirchauenheim in der Herrschaft Bedburg im Erzstift Köln (Auenheim, Stadt Bedburg, Kr. Bergheim) wegen ausbleibender Pachtzahlungen. Die Appellatinnen haben den Hof 1521 an Johannes von Bedburg und seine Gattin Odilia zur Erbpacht (Emphitheuse) für einen jährlichen Kanon von 50 Goldgulden ausgegeben. Das RKG bestätigt am 17./27. Okt. 1659 das Urteil der Vorinstanz, nimmt davon jedoch die im 2. Appellationsverfahren noch streitigen 80 Morgen Land aus.

Aktenzeichen : I/J 182/788

Enthaeltvermerke : Kläger: Obrist Christoph von Isselstein zu Linnep (Stadt Ratingen) und Konsorten, seit 1592 seine Witwe Magdalena von Allendorf (Aldendorf, Oldendorf), seit 1597 Johann Deutsch und Gotthard von Olmesheim gen. Mülstroe als Vormünder für Isselsteins minderjährige Kinder, seit 1618 Mauritz von Isselstein, Rittmeister und Pfandherr zu Linnep, (Bekl.: ders. und Werner von Broich mit Konsorten)
Beklagter: Äbtissin und Konvent auf dem Rolandswerth (Nonnenwerth, Kr. Ahrweiler) unter Rolandseck, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Gödelman 1593 - Dr. Sebald Stockhamer 1618 - Lic. Dieterich Dülman 1625
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Gödelman 1591 - Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1591 - Dr. Bernhard Kuehorn 1591 - Lic. Johann Vianden 1591 - Dr. Johann Jakob Kremer 1591 - Dr. Michael Vaius 1591 - Dr. Johann Augsburger 1591 - Dr. Christofforus Behem 1591 - Dr. Sebastian Linck 1591 - Dr. Heinrich Stemler 1591 - Dr. Heinrich Eylinck 1626
Prozeßart: Primae appellationis
Instanzen: 1. Erzbischöfl. Offizialat zu Köln 1591 - 2. RKG 1591 - 1658 (1591 - 1659)
Beschreibung: 2 Bde., 10,5 cm; Bd. I: 6 cm, 215 Bl., lose, Q 2 - 22, 24 - 28, 32 - 41, 8 Beilagen von 1657 - 1659, es fehlt Q 1, Q 23*, 30*, 31*, 42*, 43* und weitere nicht nummerierte Aktenstücke befinden sich in RKG 2960 (I/J 183/789); Bd. II: 4,5 cm, 289 Bl., gebunden, Priora und Deductio iuris in der anhängenden Appellation des Joachim von Lier und des Johannes von Goltstein (Mitbeklagte vor der 1. Instanz) ./. Rolandswerth prod. 26. März 1596. Akten der 1. Appellation finden sich in den Akten der 2. Appellation (RKG 2960 (I/J 183/789)) und umgekehrt. Da dies jedoch auf und in den Protokollen zu den jeweiligen Prozessen offenbar noch vom RKG-Personal vermerkt worden ist, wurden die beiden Prozeßakten in ihrerjetzt vorliegenden Ordnung belassen. Lit.: Kurt Niederau, Die von Kalkum genannt von Leuchtmar, in: ZBGV 86 (1974) S. 53.




1593 - 1657 (1491 - 1658)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand vgl. RKG 2959 (I/J 182/788). Hier Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 15. Aug. 1592, wonach die Appellantin schuldig sei, den geforderten Kanon zu bezahlen. Das RKG spricht mit Urteil vom 14. Jan. 1594 die Appellatinnen von der Ladung frei. Das dem Urteil folgende Vollstreckungsverfahren ist äußerst langwierig, weil sowohl der Erzbischof von Köln als auch der Herzog von Jülich die Oberhoheit und Jurisdiktion über die Herrschaft Bedburg beanspruchen.

Aktenzeichen : I/J 183/789

Enthaeltvermerke : Kläger: Magdalena von Allendorf (Aldendorf, Oldendorf), Witwe des Obristen Christoph von Isselstein zu Linnep (Stadt Ratingen), seit 1597 Johann Deutsch und Gotthard von Olmisheim gen. Mülstroe als Vormünder für die minderjährigen Kinder der Witwe, seit 1618 Mauritz von Isselstein, Rittmeister und Pfandherr zu Linnep, seit 1652 Jaspara von Düngeln, Witwe des Mauritz von Isselstein für sich und als Vormünderin für ihre minderjährigen Kinder Vincentius Scotus, Christophorus, Mauritius, Ludwig, Ida, Magdalena, Josina und Katharina von Isselstein zu Linnep im Herzogtum Berg, ferner die Witwen Ada und Magdalena von Allendorf (Altendorf) zu Isenstein, (Bekl.: Christoph von Isselstein und Werner von Broich mit Konsorten)
Beklagter: Äbtissin und Konvent auf dem Rolandswerth (Nonnenwerth, Kr. Ahrweiler) unter Rolandseck, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Gödelman 1593 - Dr. Sebald Stockhamer 1618 - Lic. Dieterich Dülman 1625 - Dr. Johann Georg von Gülchen 1653
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck 1626
Prozeßart: Secundae appellationis, nunc (1594/5) executionis
Instanzen: 1. Erzbischöfl. Offizialat zu Köln 1591 - 1592 - 2. RKG 1593 - 1657 (1491 - 1658)
Beweismittel: Erbpachtvertrag von 1521 zwischen Johann (von) Bedburg und seiner Gattin Odilia einerseits und dem Kloster Rolandswerth andererseits (auch Q 23 und 64) mit 2 transfigierten Erbkaufverträgen von 1508 und 1509 zwischen den Eheleuten Henrich Goltstein und Fie (Sophia) von Harff (Harve) einerseits und Johann (von) Bedburg und Odilia andererseits. Erbkaufvertrag von 1516 zwischen Thönis Ichendorf und seiner Gattin Fie einerseits und Johann von Bedburg und Odilia andererseits. Erbkaufvertrag von 1491 zwischen Korstgen von Hasten und seiner Gattin Grietgen einerseits und Wierich von Außem, Vogt von Bergheim, und seiner Gattin Katharina andererseits (in Q 8). RKG-Exekutionsmandat vom 7. Aug. 1594 (Q 11). Akten des Amtmanns der Herrschaft Bedburg in Sachen Rolandswerth ./. Isselstein von 1590 - 1591 (Q 12). RKG-Citatio ad nominandum curatorem ad litem vel videndum ex officio. vom 17. Mai 1653 (Q 79).
Beschreibung: 14,5 cm, 183 Bl., lose; Q 1 - 2, 4 - 5, 7 - 9, 11 - 20, 22 - 56, 58 - 65, 67 - 68, 70 - 75, 77, 79 - 87, 1 Beilage von 1658 und 1 weitere, gedruckte Beilage. Der Anfang des Prot. und Q 3, 6, 10, 21, 57, 66, 69, 76 und 78 fehlen. Lit.: Kettwig in Geschichte und Sage, Bd. 4, Kettwig 1938, S. 88f.




1668 - 1671 (1653 - 1669)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die Klage des Appellaten auf Heimfall eines Hofs zu Auenheim in der Grafschaft Bedburg (Stadt Bedburg, Kr. Bergheim) wegen ausbleibender Pachtzahlungen durch den Appellant und zunehmender Verwahrlosung des Hofs. Die 1. Instanz erließ in dieser Sache bereits 1658 das Dekret, daß der Appellant gemäß dem Erbpachtbrief und einem Vergleich von 1653 die rückständigen Erbpachten von 1653 an bezahlen muß. Am 16. Febr. 1665 ordnete die 1. Instanz die tatsächliche Immission des Appellaten in genau aufgelistete Ländereien bis zur vollständigen Befriedigung seiner Forderungen gegen den Appellat an. Die 2. Instanz bestätigte dies mit Urteil vom 12. Okt. 1667 unter dem Vorbehalt, daß eine ordentliche Abrechnung über die geforderten Früchterestanten und die schon erbrachten Leistungen angefertigt werde. Dagegen beruft sich der Appellant an das RKG.

Aktenzeichen : I/J 184/790

Enthaeltvermerke : Kläger: Vincentus Scotus (Vinzenz Schott) von Isselstein zu Linnep (Stadt Ratingen), (Bekl.)
Beklagter: Henrich von Reuschenberg, Landkomtur der Ballei Koblenz des Deutschen Ordens, und Konsorten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Ulrich Stieber 1668
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz [1667] 1668 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht senior
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) zu Büsdorf 1663 - 1665 - 2. Schöffenmeister und Schöffen des königl. Stuhls und der freien Reichsstadt Aachen 1665 - 1667 - 3. RKG 1668 - 1671 (1653 - 1669)
Beweismittel: Vergleich von 1653 zwischen Henrich von Reuschenberg und Jaspara von Düngeln (Dungeln), Witwe des Mauritz von Isselstein, als Vormünderin für ihre minderjährigen Kinder (Q 7). Rechnung über die zu zahlenden Simpla von 1652 - 1663 (Q 19). Auflistung der von der Abtretung betroffenen Güter, Rechnung über die rückständigen Pachten etc., Geldwert eines Malters Korn seit 1642 (in Q 17).
Beschreibung: 2 Bde., 6 cm; Bd. I: 2,5 cm, 45 Bl., lose, Q 1 - 12, 14 - 16, 19 - 24, 1 Beilage (original verschlossene Rationes decidendi), es fehlen Q 13 und 18; Bd. II: 3,5 cm, 219 Bl., gebunden, Q 17 (Priora).




1696 - 1730 (1633 - 1729)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Dekret der Vorinstanz vom 7. Juni 1695, wonach dem Appellanten die Beweispflicht für die Aushändigung einer streitigen Assignation oder Ordonantie an die Vorfahren der Appellaten auferlegt worden ist. Der Appellant sieht die Beweispflicht bei den Appellaten. Streitig ist eine Obligation von 1633, durch die Jan von Brüssel (Brußel) und Gerrit von Lier (Lyer) bekennen, den Rentmeistern Adolf und Henrich von Gohr 4000 holländische Gulden schuldig zu sein, die für den Ausbau der Festung Orsoy (Kr. Moers) verwendet werden sollten. Vincent von Isselstein, Oberst eines Regiments zu Pferd, Rittmeister und Gouverneur von Orsoy, der Oheim des Appellanten, verbürgte sich für die 4000 Gulden, welche die Erben der Gläubiger nun vom Appellanten einklagen. Der Appellant meint, daß die Bürgschaftserklärung seines Oheims ungültig sei. Es handle sich außerdem um eine Assignation, so daß die Generalstaaten der Vereinigten Niederlande für die Zahlung der Schulden aufkommen müßten.

Aktenzeichen : I/J 185/791

Enthaeltvermerke : Kläger: Vincentus Scotus (Vinzenz Schott) von Isselstein zu Linnep (Stadt Ratingen), (Bekl.)
Beklagter: Erben von Gohr (van Goor, Goer): Bernard Daniels für sich und seine Verwandten und Johannes Mayfisch (Meyfisch), seit 1729 auch Frau Unverzagt gen. Mayfisch, Jo. Sep. Wilhelm Unverzagt und Maria Klara Mayfisch (weitere Namen in Q 16), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Henrich Hofmann 1696 - Subst.: Dr. F. H. von Gülich
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1697 - Subst.: Lic. Jung - Dr. Johann Goy 1729 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Hofratspräsident und Räte) zu Düsseldorf 1665 - 1695 - 2. RKG 1696 - 1730 (1633 - 1729)
Beweismittel: Assignation oder Ordonantie von 1633 (Q 7). Auszug aus einem Heberegister für Ordonantien von 1636 (Q 11). Ebenso von 1639 (Q 13).
Beschreibung: 3,5 cm, 128 Bl., lose; Q 1 - 21.




1605 - 1625 (1508 - 1625)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streitig ist ein Leibgewinnsgut des Stifts Bedburg (Kr. Kleve) im Gerichtsbezirk Uedem bzw. Keppeln (Kr. Kleve): der Hof ingen Bokkenwald oder Bocker(en) vulgo Stratgensgut genannt. Niklaes von Oswarth, Priester und Vikar zu Kalkar (Kr. Kleve), hat Elisabeth Rademacher gen. von Issum zur zweiten Hand mit dem streitigen Hofbehandigen lassen, um dadurch seine Schulden und die Schulden seiner Eltern Godart von Oswarth und Katharina Hermacher bei Elisabeth und Johann von Issums Eltern Dietrich Rademacher gen. von Issum, Bürger und Kaufmann zu Kalkar, und Katharina Wienhorst (Vegenhorst) abzuzahlen. Dagegen klagten vor der 1. Instanz seine Verwandten, weil gemäß der klev. Landordnung ein Geistlicher Familiengüter nur als „usufructarius“ nutzen, keinesfalls aber veräußern oder entfremden dürfe. Die 1. Instanz urteilte daher am 8. Okt. 1604, daß der streitige Hof den Appellaten gehöre und die Appellanten diesen die Abnutzung seit Prozeßbeginn (Kriegsbefestigung) erstatten sollen, wobei aber die 130 Tlr., die Godart von Oswarth von Anna von Vorst und Peter Hoenynck aufgenommen und die Dieterich Rademacher gen. von Issum zurückgezahlt hat, und die 76 Tlr., 37 Albus, wofür Niklaes von Oswarth eine Schuldanerkenntnis geleistet hat, angerechnet werden sollen. Die Appellanten machen jedoch höhere Schuldforderungen geltend. Das RKG spricht mit Urteil vom 26. Sept. 1625 die Appellaten von der Ladung frei.

Aktenzeichen : I/J 186/792

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Issum (Isen, Issem, Yssem), Bürger von Wesel, und seine Schwester Elisabeth von Issum zu Wesel, seit 1625 Dr. Bernhard Wentzeler und Elisabeth (Rademacher) von Issum als Vormünder für Johanns Sohn Wilhelm, (Bekl.)
Beklagter: Margret von Oswarth (Oißwardt, Dißwarth) zu Sonsbeck (Kr. Moers), verwitwete von Plettenberg, Mattheis von Weg (Weyh, von der Mey) zu Duisburg, Schwiegersohn des Wilhelm von Oswarth, und Anna von Schoefferden (Schurffer) zu Ruhrort (Stadt Duisburg), seit 1625 Johann und Wilhelm von Plettenberg, Christophorus von Lahr und Dederich Cran als Vormünder für Matthias von Weghs Witwe und Kinder, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Melchior Reinhart 1605
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Henrich Ludwig Hacker 1625
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Klev. Hofgericht zu Kleve 1601 - 1604 - 2. RKG 1605 - 1625 (1508 - 1625)
Beweismittel: Klev. Landordnung des Herzogs Johann von Kleve, Grafen von der Mark und von Katzenelnbogen von 1508 (Q 14). Schuldscheine der Katharina von Oswarth von 1560 und ihres Sohns Niklaes von Oswarth von 1562; Schuldverschreibung des Niklaes von Oswarth für Dederich von Issum, Bürger zu Kalkar, von 1563; Schuldanerkenntnis Niklaes von Oswarths für Dederich von Issums Witwe Katharina; Urkunde der Schöffen von Kalkar über die Einlösung einer der Anna von Vorst verschriebenen Rente vom streitigen Hofvon 1556; Rentverschreibung des Goerdt von Oswarth für Peter Hoenynck von 1557; Behandigungsbrief der Anna von Galen, Dekanin, und sämtlicher Kapitelsjungfrauen des Stifts Bedburg für Katharina, Gattin des Goerdt (Godart) von Oswarth, und ihren Sohn Niklaes von Oswarth von 1560; Urkunde derselben von 1562 über die Mitbehandigung der Elisabeth Rademacher gen. vom Issum, Tochter des Dederich (Derick) Rademacher gen. von Issum, Bürgers zu Kalkar, und der Katharina von Wienhorst (Vegenhorst) an dem streitigen Gut; Urkunden derselben von 1564 und 1565 über die Auflassung des streitigen Guts durch Niklaes von Oswarth an Katharina von Wienhorst, verheiratete Rademacher; zahlreiche weitere Urkunden (II 94-124). Zeugenrotulus (in II).
Beschreibung: 2 Bde., 8, 5 cm; Bd. I: 2,5 cm, 35 Bl., lose, Q 1 - 7, 9 - 14, 3 Beilagen von 1624 und 1625; Bd. II: 6 cm, 254 Bl., gebunden, Q 8 (Priora).




1525
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Ladung von Schultheiß, Schöffen und Gemeinde „Hexheim/Hechtsheim“ durch den vermeintlichen Freigrafen Wilhelm Hackenberg auf Veranlassung des angeblichen Herzogs Wendel(ing) und gegen die Verhängung der Acht gegen diese Untertanen der Kläger.

Aktenzeichen : I/J 187/821

Enthaeltvermerke : Kläger: Die Vettern Johann und Anton von Eisenberg (Eisenburg), Grafen zu Büdingen (Budingen)
Beklagter: Wilhelm (von) Hackenberg, Freigraf zu Neustadt im Süderland (Suderland) und Konsorten: Herzog Wendel(ing) zu „Meth“
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Reiffsteck 1525
Prozeßart: ?
Instanzen: RKG 1525
Beschreibung: 6 Bl., lose; Q 1 - 2.




1549 - 1553 (1454 - 1551)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streitig ist, ob die Appellantin von 20 Morgen Artland, zwischen Poll und Hochkirchen (Kr. Düren) gelegen, eine Jahrespacht von 1 Malter Korn an den Appellaten entrichten soll. Dieser erhob kraft eines Pachtvertrags seines Urgroßvaters Daniel und seines Großvaters Rabolt von Berg gen. Dürffenthal von 1454 und als Erbe seiner beiden Tanten Elisabeth und Otilia, Schwestern seines Vaters Baldewin und Nonnen zu Füssenich (Kr. Düren), welche die Kornpacht zu Leibzuchtsrecht besessen hätten, Anspruch auf die streitige Kornpacht. Die 2. Instanz urteilte am 7. Nov. 1548 nach Landesrechten, daß der Appellat der Erbe der Pachtforderungen und die Pachtjahre der Appellantin nicht von Wert seien. Das RKG spricht am 27. Jan. 1553 die Appellantin von der Kornpachtforderung des Appellaten frei.

Aktenzeichen : I/J 202/1019

Enthaeltvermerke : Kläger: Barbara, Witwe des Dr. Johann Isenberg(er) (Isenburger, Eisenberger), zu Köln, (Bekl.)
Beklagter: Baldewin (Waldwyn) von Berg gen. Dürffenthal zu Dürffenthal bei Ülpenich (Stadt Zülpich, Kr. Euskirchen) im Herzogtum Jülich, Schützenmeister, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Deschler 1549 - Lic. Mauritius Breunlin 1548 - Lic. Amandus Wolff 1548
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Michael von Kaden 1548 - Dr. Johann Deschler 1548 - Lic. (?) Daniel Heupt 1548
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) zu Hochkirchen 1548 - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1548 - 3. RKG 1549 - 1553 (1454 - 1551)
Beweismittel: Pachtbrief von 1454 zwischen Gottschalk von Hochkirchen (Hoinkyrchen) als Pächter und Junker Daniel von Berg gen. Dürffenthal, seiner Gattin Katharina, seinem Sohn Rabolt und dessen Gattin Sophie (Fye) als Verpächtern (in Q 5).
Beschreibung: 2 cm, 59 Bl., lose; Q 1 - 14.




1573 - 1630
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit zwischen Sophia von Stommel, Tochter des Stephan von Stommel (gest. 27. Dez. 1562) und seiner ersten Gattin Margaretha von Reuschenberg, und Stephan von Stommels Kindern aus zweiter Ehe. Sophia von Stommel klagt auf Herausgabe der väterlichen Güter, die anläßlich der Eheschließung ihrer Mutter verschrieben worden sind, und der mütterlichen Güter, die von deren Mutter Sophia von Rurich zu Rurich (Kr. Erkelenz) stammen und die ihr Vater nur als Leibzüchter innegehabt habe. Streitig ist insbesondere das Gut Neuenhof (ca. 15 Meilen von Rurich entfernt gelegen), das die Beklagten okkupierten. Sophia von Stommels Erbverzicht von 1544 anläßlich ihrer ersten Ehe mit Johann von Groesbeck gegen Zahlung einer Aussteuer von 5000 Goldgulden sei unwirksam, da Sophia damals minderjährig gewesen sei und den Umfang ihres Erbes nicht gekannt habe. Sie ficht auch einen Vergleich mit ihrem Halbbruder Arnold von Stommel von 1565 an. Da die Erbgüter unter den verschiedenen Jurisdiktionen des Erzbischofs von Köln, des Herzogs von Jülich, des Abts von Kornelimünster, des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers und des Abts von Brauweiler liegen, wenden sich die Kläger unmittelbar an das RKG; dennoch werden sie abwechselnd als Appellanten und als Kläger bezeichnet.

Aktenzeichen : I/J 202a/1021b

Enthaeltvermerke : Kläger: Heinrich von Isendoorn (Isedorn, Isendoren) gen. von Blois, Ritter, Herr von Lathum (Niederlande) und Stockum (bei Eupen), Erbmarschall des Herzogtums Limburg, namens seiner Gattin Sophia von Stommel (Stummel, Stumel), seit 1621 ihr Sohn Martin von Isendoorn gen. von Blois und Paul Johann von Groesbeck (Großbeck, Groisbeeck), Kanoniker der Kathedralkirche von Lüttich und Abt zu Dinant (Belgien)
Beklagter: Gebrüder Hermann und Wilhelm von Stommel (Stommell) zu Neuenhof (Amt Bergheim, bei Brühl) für sich und als Vormünder der Kinder ihres verstorbenen Bruders Arnold von Stommel, und deren Mutter Adela von Langen, ferner ihre Schwestern Katharina von Stommel, Witwe des Kaspar von Elverfeldt zu Isenburg (Rheinisch - Bergischer Kr.), und Magdalena von Stommel, seit 1621 Kaspar von Elverfeldt zum Neuenhof, Katharina von Stommels Sohn
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sebastian Linck 1573 - Dr. Jakob Friedrich Meurer 1573 - Dr. Johannes Schaumberger 1628 - Dr. Johann Wilhelm Augsburger 1628
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoffel Reffsteck 1573
Prozeßart: Appellationis (?)
Instanzen: RKG 1573 - 1630
Beweismittel: RKG-Citatio ad reassumendum vom 12. Okt. 1621 (Q 14). Originale Zession des Johann von Groesbeck (Groisbeeck) von 1622 in lateinischer Sprache (Q 15).
Beschreibung: 3 cm, 103 Bl., lose; Q 1 - 16, 2 Beilagen von 1611 und 1630. Lit.: A. Fahne, Geschichte der adligen Familie von Stommel in ihren verschiedenen Linien am Rhein, in Hessen und in der Wetterau, Düsseldorf 1845, S. 12. R. Wartena, Het archief van de Cannenburg, hrsg. v. Rijksarchief in Gelderland, Arnhem 1969, S. 15ff. Kurt Niederau, Die von Zweifel auf Wissem, in: Troisdorfer Jahreshefte 19 (1989) S. 120.




1613 - 1614
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vorlage der orignalen Eheverträge zwischen Stephan von Stommel und seiner zweiten Gattin Anna von Zweifel und zwischen Wilhelm von Stommel, ihrem Sohn, und Johanna Raitz von Frentz vor dem RKG, um aufgrund der Originale eine Teilung der Erbgüter des Arnold von Stommel und des Adolf von Stommel vorzunehmen. Arnold ist ein Sohn des Stephan von Stommel und der Anna von Zweifel, Adolf der einzige und ohne Kinder in Frankreich verstorbene Sohn des Wilhelm von Stommel und der Johanna Raitz von Frentz. Die Erbgüter sollen bei kinderlosen Ehen an die jeweiligen Familien heimfallen.

Aktenzeichen : I/J 203/1022

Enthaeltvermerke : Kläger: Vormünder der Kinder von Anna von Isendoorn und des Reiner von Voorst zu Schoonderbeeck, Martin von Isendoorn zu Cannenburg und Wolter von Isendoorn gen. von Blois zu Lathum (Niederlande), alle Kinder des Heinrich von Isendoorn gen. von Blois und der Sophia von Stommel (Stommell), sowie Magdalena von Stommel, Witwe des Aegidius Zours (Soers)
Beklagter: Geschwister Ebert und Johann Raitz von Frentz, Domkapitulare zu Speyer und Lüttich, Wilhelm Raitz von Frentz (bereits ohne Kinder verstorben), Winand Raitz von Frentz zu Schlenderhan, Maria und Anna Raitz von Frentz, Nonnen zu Burtscheid (Stadt Aachen), Johann Wilhelm Spies von Büllesheim zu Köln und Frechen (Kr. Köln), Kaspar von Elverfeldt zu Schloß Morsbroich (Leverkusen) und Petronella von Bären (Baren, Büren) zu Schönau, verwitwete von Frentz
Prokuratoren (Kl.): Lic. Hermann Kran (Crain) 1613
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jakob Kölblin (1613)
Prozeßart: Mandati cum clausula
Instanzen: RKG 1613 - 1614
Beschreibung: 1 cm, 11 Bl., lose; Q 1 - 5. Lit.: R. Wartena, Het archiefvan de Cannenburg, hrsg v. d. Rijksarchief in Gelderland, Arnhem 1969, S.XXI und 14ff. Wildeman, M. G.: Oirconden betreffende de familie van Isendoorn à Blois, in: De Nederlandsche Leeuw. Maandblad van het Genealogisch- heraldiek Genootschap „De Nederlandsche Leeuw“ 25. Jg (1907) S. 246ff.; 26. Jg. (1908) S. 42, 46ff.




1606 - 1607 (1441 - 1613)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Hinterlassenschaft des Hinrich von Heushoven, welche die Appellaten seiner Witwe streitig machen, weil deren Ehe nicht nach katholischem Ritus geschlossen worden und somit ungültig sei. Seine Witwe habe daher keinen Anspruch auf den Nießbrauch der Immobilien und das Erbe der beweglichen Güter. Die Appellaten machen nach dem Tod von Heinrich Heushovens Mutter Anthonia Dreymers zu Roermond (Niederlande), Witwe des Wilhelm Heushoven, namens ihrer Gattinnen als der nächsten Verwandten des Wilhelm Heushoven Rechte auf das Erbe in den Herzogtümern Jülich, Geldern und anderswo geltend. Genannt werden das Lehnsgut „Gellichrahe“ im Amt Wassenberg (Selfkantkr. Geilenkirchen - Heinsberg) und ein Hof zu Waldfeucht im Amt Millen (Selfkantkr. Geilenkirchen - Heinsberg). Berufung gegen das Urteil der 1. Instanz vom 15. Aug. 1605, wodurch die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Ehe dem zuständigen geistlichen Gericht zugewiesen und nach dessen Urteil in der Sache Recht gesprochen werden soll. Die Appellanten erwidern, Elisabeth Hardts Ehe mit Heinrich von Heushoven sei 1571 nach einer Predigt und im Beisein von zahlreichen Zeugen öffentlich durch den evangelischen Pfarrer Franz eingesegnet worden. Die Eheleute gehören beide der Augsburger Konfession an. Der Prozeß endet durch einen Vergleich zwischen den Prozeßparteien von 1611.

Aktenzeichen : I/J 206/1028

Enthaeltvermerke : Kläger: Leonhard Kerbusch gen. Isengraben (Eisengraben) für sich und als Zessionar und Bevollmächtigter der Elisabeth Hardt (Harden), Witwe des Hinrich von Heushoven, beide Bürger von Neuss, (Bekl.)
Beklagter: Anthonius von Beringen und Gotthard Byll (Gottfried Beill der Jüngere), beide Bürger und Einwohner von Venlo (Niederlande), namens ihrer Gattinnen Anna und Elisabeth, Verwandten des Hinrich von Heushoven, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Jakob Kölblin 1606
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Räte und Hofgerichtskommissare) zu Düsseldorf 1597 - 1605 - 2. RKG 1606 - 1607 (1441 - 1613)
Beweismittel: Vergleich von 1611 (I 23). Urkunde des Johann Schellart von Obbendorf, Ritter und Drost des Amts Montfort, von 1441 über einen Pachtvertrag zwischen Heinrich von Heushoven (Huishoven) und Lens(en) Krompvoets und anderen (II 86-88). Genealogische Skizze (III 240). Zeugenrotuli (in III).
Beschreibung: 3 Bde., 17,5 cm; Bd. I: 1,5 cm, 23 Bl., lose, Q 1 - 3, 4 Beilagen prod. 14. April 1607 - 26. Juni 1613; Bd. II: 6,5 cm, 418 Bl., gebunden, Q 4* (Priora I); Bd. III: 9,5 cm, 574 Bl., gebunden, Q 4* (Priora II).




1620
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 6. Mai 1620, die den Appellanten von der Schuldforderung von 400 Rtlr. freisprach, ihn jedoch zur Zahlung von 1026 Tlr. Zinsen verurteilte. Einrede wegen Unterschreitung der appellierfähigen Summe gemäß dem Privilegium de non appellando für Jülich.

Aktenzeichen : I/J 210/1033

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Ising auf einem Hof im Gericht Drevenack (Kr. Rees), (Bekl.)
Beklagter: Erben des Peter Boel: Jakob Boel, Jakob Sombart zum Hamm namens seiner verstorbenen Gattin Johanna Boel und ihrer gemeinsamen Kinder, Christoff Bredenbach zu Düsseldorf namens seiner Gattin Margaretha Boel, Daniel Boel, Geschwister und Schwäger, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): (Dr. Christian) Schröter (1620)
Prokuratoren (Bekl.): (Lic. Dietherich) Dülman (1620)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Klev.-märk. Hofgericht (Räte) zu Kleve (1620) - 2. RKG 1620
Beschreibung: 1 cm, 9 Bl., lose; Q 1 - 6. Q 4 und Q 6 lagen irrtümlich in RKG 2970 (I/J 211/1034).




1669 - 1676 (1660 - 1673)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 20. Nov. 1668, wonach die durch die Richter von Huissen und die klev. Kommissare verhängte und durchgeführte Immission des Dr. Ising in das Lehnsgut Pley (in der Pleien) im Herzogtum Kleve und Amt Huissen (Niederlande, bei Arnheim) wegen der Nichtzuständigkeit der Richter wieder rückgängig zu machen, das Gut innerhalb von 4 Wochen dem Freiherrn von Myllendonk abzutreten ist und Dr. Ising über die Schulden, die er den Gläubigern zurückgezahlt hat, ein Liquidationsverfahren am klev. Hofgericht binnen 6 Wochen einleiten soll. Es geht wohl um eine Verschuldung in Höhe von 58000 holländischen Gulden. 1663 hatte der Appellant mit Anna Maria und Agnes von Myllendonk, den Schwestern des Appellaten, und deren Gatten einen gerichtlich bestätigten Vergleich geschlossen, wonach ihm 2/3 des Guts Pley eingeräumt werden und er 1/3 von anderen Gläubigern gerichtlich erstreiten sollte. Attentatsklagen gegen die Urteilsvollstreckung durch die Vorinstanz. Die Vorinstanz weigert sich, die Vorakten herauszugeben, und erhebt eine Gerichtsstandseinrede gegen das RKG aufgrund des Privilegium de non appellando in possessoriis von 1566.

Aktenzeichen : I/J 211/1034

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Adam Ising (Isinck), klev.-märk. Geheimer Regierungsrat zu Kleve und Nijmegen (Niederlande), (Bekl.)
Beklagter: Johann Kraft Freiherr von Myllendonk (Kr. Grevenbroich) zu 's- Gravenhage (Niederlande), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henningh 1669 - Subst.: Dr. Johann Niklas Hoen
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich Stieber (für Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg) [1665] 1669 - Subst.: Dr. Johann Karl Müeg - Dr. Jakob Friedrich Kuehorn 1669 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Zinck - Dr. Johann Ulrich Zeller 1673 - Subst.: Dr. Wilhelm Heinrich Erhardt
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Klev.-märk. Regierung zu Kleve (1668) - 2. RKG 1669 - 1676 (1660 - 1673)
Beweismittel: Vertragl. Einigung des Markgrafen von Brandenburg mit einigen seiner Räte über die Zwistigkeiten zwischen den Räten von 1663 (Q 28). Klev.-märk. Landtagsabschied von 1660 (in Q 33). Zahlreiche Dokumente zur Jurisdiktionsfrage bzgl. der Appellation in Besitzstreitigkeiten und zu Fällen anderer Gläubiger (in Q 33).
Beschreibung: 6 cm, 241 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 35, 37 - 51, 4 Beilagen von 1670, es fehlen Q 4* und 36*.




1597 - 1614 (1572 - 1602)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf die Hinterlassenschaft der Gebrüder Jakob und Theis zur Winckelburg, Schwäger des Appellanten. Anna Vogel und Siboll auf dem Holter Hof teilten das Erbe des Jakob zur Winckelburg 1573 unter sich auf und begründeten die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens mit dem Testament und der Schenkung Jakobs. Der Appellant meint, Theis zur Winckelburg sei Jakobs rechtmäßiger Erbe und nach ihm seine Schwester Katharina, die Gattin des Appellanten. Er appelliert gegen das Urteil der Vorinstanz vom 28. Juni 1597, wonach die Appellaten von dem Anspruch des Appellanten auf das Erbe des Jakob zur Winckelburg freigesprochen und der Appellant lediglich zur Teilung des Erbes des Theis zur Winckelburg gemäß einem Vertrag zugelassen werden soll. Der Appellant fordert ferner, daß die Akten in Kriminalsachen seiner Schwäger Heinrich zur Winckelburg und Heinrich Proel, beide geboren in Radevormwald und Bürger von Braunschweig, und Heinrich Glasemacher, ihres Schwagers und Bürger von Radevormwald ./. Syboll auf dem Holter Hof und Anna Vogel vor dem Gericht von Bürgermeister und Rat der Stadt Radevormwald dem RKG vorgelegt werden, da sie in Zusammenhang mit dem Erbschaftsstreit stehen. Seine Schwäger seien nach einem Vergleich mit Syboll auf dem Holter Hof und Anna Vogel über die streitige Hinterlassenschaft vom Bürgermeister und seinen Gehilfen überfallen, verhaftet und später trotz der Interventionen Bischof Bernhards von Osnabrück und der Stadt Braunschweig unschuldig hingerichtet worden.

Aktenzeichen : I/J 214/1037

Enthaeltvermerke : Kläger: Adolph Ispringrade (Ispringrodt, Ispringradt), Prediger zu Unserer Lieben Frau in Osnabrück, namens seiner Gattin Katharina von der (zur) Winckelburg und als Zessionar der Witwe und Kinder des Kaspar Busiver zu Hildesheim, (Kl.)
Beklagter: Erben und Kinder der Anna Kirsiven (Kersiefen, Kersiepen, auf dem Kirsiver), Witwe des Jakob zur Winckelburg und später des Peter Vogel zu Hoengen (zum Haiden): Siboll auf dem Holter Hof (Höltzer Hof) (unehelicher Sohn), Bürger von Radevormwald, und Peter, im Kirchspiel Radevormwald (Rhein-Wupper-Kr.), ferner Johann Hinderich und Wilhelm Kirsiver und ihr Schwager Jost auf dem Kirsiver und Niklaes von Derselen, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Marsilius Bergner 1598
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden 1598 - Dr. Walther Aach 1601
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Räte und Kommissare zu Düsseldorf 1589 - 1597 - 2. RKG 1597 - 1614 (1572 - 1602)
Beweismittel: Testament des Jakob zur Winckelburg von 1572 (II 138-141). Zeugenrotulus (II 186ff.).
Beschreibung: 2 Bde., 6 cm; Bd. I: 2 cm, 60 Bl., lose, Q 1 - 7, 9 - 17, 21 - 22; Bd. II: 4 cm, 238 Bl., gebunden, Q 8* (Priora).




1615 - 1616
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Annahme einer Appellation durch den Nuntius als unzulässige Einmischung eines geistlichen Gerichts in eine weltliche Streitsache. Ferner Klage auf Erfüllung eines Vertrags von 1609 zur Restituierung der durch Cornelius Hamer in Besitz genommenen beweglichen und unbeweglichen Güter, die Johann Hamer seiner Gattin Getza Dulman als „Ehesteuer“ übertragen hatte. Die Kläger hatten in dieser Sache 1613 ein Urteil des Kommissars des Kölner Offizials zu ihren Gunsten erhalten. Die Appellation der unterlegenen Partei wies der Offizial 1614 an die Vorinstanz zurück.

Aktenzeichen : I/J 215/1038

Enthaeltvermerke : Kläger: Christoff Isfording, Bürgermeister von Attendorn (Kr. Olpe), für sich und namens seiner Gattin Getza Dulman, der Witwe Johann Hamers (Humer) des Älteren
Beklagter: Apostolischer Nuntius, Legat im niederländisch- rheinischen Bezirk, und Konsorten: Wilhelm Hoichstein, Dekan und Kanoniker zu St. Kunibert und St. Maria im Kapitol in Köln, und Cornelius Hamer, Bürger von Attendorn
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii sine clausula
Instanzen: RKG 1615 - 1616
Beschreibung: 3 Bl., lose; Q 1.




1629 (1621 - 1631)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Annahme einer Appellation an den päpstlichen Nuntius, nachdem Urteile des Offizialats von Köln und des Apostolischen Kommissars zugunsten der Kläger ergangen waren. Ferner Klage auf Vollstreckung der Urteile. Es handelt sich um eine Personalforderung von 140 köln. Tlr., die Henrich von Issum als Zessionar der Eheleute Jakob Tröster und Helena Dulcken gegen Johann Kreisch vor dem Offizialat erhob. Die Beklagte erwidert, es sei ihr Revisionsverfahren an der kurköln. Kanzlei zu Bonn noch anhängig. Das RKG gibt der Beklagten mit Urteil vom 15. Okt. 1629 nochmals Gelegenheit nachzuweisen, daß sie ihre Schulden bezahlt habe, ansonsten solle sie in die Pön des RKG-Mandats verurteilt werden.

Aktenzeichen : I/J 216/1065

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Henrich von Issum, Bürger von Bonn: Hilger von Bornheim, Georg Storm (Sturm) und Henrich Neukirchen namens ihrer Gattinnen
Beklagter: Sophia Tack zu Köln, Witwe des Johann Kreisch, Bürgers von Köln, und Konsorten: Apostolischer Nuntius, Legat des niederländisch- rheinischen Bezirks, Johannes Holdnius (Goldnius) und Adolph Pempelfort, Dekane von St. Aposteln und St. Georg in Köln, Dr. Zachäus von Horrich, kurköln. Offizial zu Köln
Prokuratoren (Kl.): Lic. Arnold Nagel 1629
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Henrich Eylinck (1629)
Prozeßart: Mandati cassatorii et executorialis sine clausula
Instanzen: RKG 1629 (1621 - 1631)
Beweismittel: Prozeßkostenrechnung (29f.).
Beschreibung: 1 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 9 und 7 Beilagen von 1629 - 1631.




1703 - 1704 (1661 - 1704)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die Klage des Freiherrn Jakob Ludwig von Dorth zu Issum und Horst vor der kurköln. Hofkanzlei (Direktor und Räte) zu Bonn auf Befreiung von 44 Morgen Ländereien und 18 Morgen Benden von der Veranlagung der gemeinen Bauerngüter zu Simplen und anderen Kontributionen, da es sich um Güter handle, die zum Haus Issum, dem Sitz eines zum Landtag qualifizierten Ritters, gehörten. Die Hofkanzlei gab mit Urteil vom 1. Dez. 1700 der Klage auf Steuerfreiheit statt, indem sie der Gemeinde Issum auferlegte, die streitigen Erbpachtländereien nicht gegen ein vom Hofrat approbiertes Gutachten der Landstände von 1694 zu belasten. Die Kläger werfen der Freifrau von Dorth vor, sie wolle gemeines Hausmannsland zum Rittersitz Issum ziehen. Die Beklagte wendet ein, daß die Frist für die Eröffnung eines Appellationsverfahrens längst verstrichen sei. Die Klage der Gemeinde Issum auf Erstattung der Steuer von verheimlichten Gütern sei lediglich ein Vorwand, um die Streitsache vor dem RKG einbringen zu können.

Aktenzeichen : I/J 217/1066

Enthaeltvermerke : Kläger: Gemeinde Issum (Kr. Geldern)
Beklagter: Maria Klara von Dorth zu Issum, geb. von Hoheneck, als rechtmäßige Vormünderin ihrer beiden unmündigen Töchter Maria Franziska und Maria Jakobe von Dorth
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Henrich Flender 1703
Prokuratoren (Bekl.): Nidderer (1703)
Prozeßart: Citationis ad videndum se restitui adversus lapsum quadrimestris
Instanzen: RKG 1703 - 1704 (1661 - 1704)
Beweismittel: Auflistung der streitigen Ländereien; Auszug aus dem Anschlag der Simplen von 1682; Auszug aus der Landvermessung von 1661; Auszug aus dem Stadtbuch von 1665; Auszug aus dem Simpelbuch des Kirchspiels Issum; Auszug aus dem Billet-Register des Kirchspiels Issum von 1696 (56-62). Neuvermessung des Landes auf Antrag des Freiherrn Werner von Dorth 1670 (110f.). Auszug aus dem neuesten „Liber descriptionis“ des Generaleinnehmers von Geyr betr. Beschreibung der Ländereien des Freiherrn von Dorth im Kirchspiel Issum und der bezahlten Simpla (136f.).
Beschreibung: 3 cm, 150 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 12 Aktenstücke prod. 29. Aug. 1703 - 23. Jan. 1704. Lit.: Guido Rotthoff, Inventar der Sammlung Vielhaber im Stadtarchiv Krefeld, Köln 1988 (=Inventare nichtstaatlicher Archive, hrsg. vom Landschaftsverband Rheinland, Bd. 30) S. 200.




1641 - 1643 (1459 - 1644)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 11. Febr. 1639, wonach der Appellat bei der Steuerfreiheit seines Hofs zu Priesterath (Kr. Grevenbroich) im Dingstuhl Jüchen und Amt Kaster, den der Kölner Bürgermeister Philipp Gaill und seine Gattin Elisabeth, die Großeltern seiner Gattin, 1551 von Franz Berner und Katharina von Reifferscheid erworben haben, zu belassen sei, der durch Beschlagnahmen u. a. verursachte Schaden durch die Appellanten erstattet werden und durch die letzteren außerdem 50 Goldgulden Strafe gezahlt werden soll. Die Appellanten bestreiten, daß der streitige Hof ein freies Rittergut sei.

Aktenzeichen : I/J 221/1079

Enthaeltvermerke : Kläger: Schöffen und Geschworene (Namen Bl. 31) des Dorfs und Dingstuhls Jüchen (Kr. Grevenbroich), (Bekl.)
Beklagter: Henrich von Bolandt, Greve des Hohen Weltlichen Gerichts in Köln, namens seiner Gattin, der Tochter des Bürgermeisters Johann von Hardenrath von Köln, (Kl.: ders. und sein Schwager Kaspar von Hardenrath)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Konrad Blaufelder 1639
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jodocus Faber [1634] 1642
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül. Hofgericht (Statthalter und Räte) zu Düsseldorf 1632 - 1639 - 2. RKG 1641 - 1643 (1459 - 1644)
Beweismittel: RKG-Mandatum de cassando et restituendo ac lite pendente non gravando sine clausula gegen die Appellanten vom 4. Jan. 1644 (I 36). Kaufvertrag von 1459 zwischen den Eheleuten Frank von der Kuhlen und Margaretha von Lievendael (Levendall, Löwendahl) als Verkäufern und den Eheleuten Gerhard von Lievendael und Katharina als Käufern eines 38 Morgen großen Erbteils am Hof zu Priesterath (II 4-9). Kaufvertrag von 1551 zwischen den Eheleuten Franz Berner und Katharina von Reifferscheid als Verkäufern und den Eheleuten Philipp Gaill, Ratsmitglied von Köln, und Elisabeth als Käufern betr. ihren Erbanteil am ca. 200 Morgen großen Rittergut zu Priesterath im Amt Kaster (II 9-17). Steuerforderung der Schöffen von Jüchen vom Priesterather Hof von 1632 (II 18f.). Auszug aus der Steuererhebung von 1598/99 betr. Jüchen und Priesterath (II 134f.). Auflistung der steuerpflichtigen Ländereien in den verschiedenen Orten von 1621 (II 147-154). Auszug aus dem Rentenbuch des Bürgermeisters Johann von Hardenrath von 1594 - 1598 (II 156- 160). Auszug aus dem Steuer- und Heberegister des Dingstuhls Jüchen von 1584, 1598, 1599, 1625 (II 228-237). Erbvergleich von 1578 zwischen Katharina Rheidt, Witwe des Philipp Gaill, und ihrer Stieftochter Katharina Gaill, Gattin des Johann (von) Hardenrath (II 253-258). Bd. II enthält zahlreiche weitere Dokumente und Informationen zu Pächtern und Ländereien in Priesterath.
Beschreibung: 2 Bde., 10,5 cm; Bd. I: 1,5 cm, 36 Bl., lose, Q 1 - 3, 5 - 12, 14 - 16, 5 Beilagen prod. 31. Jan. 1642 und 20. Mai 1644; Bd. II: 9 cm, 400 Bl., gebunden, Q 13 (Priora).




1693
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Herausnahme der mütterlichen Erbgüter im Wert von ca. 20000 Rtlr. aus den vom Konkurs ihres Vaters betroffenen Gütern.

Aktenzeichen : I/J 222/1081

Enthaeltvermerke : Kläger: Helena Arth(en) von Jüchen, Witwe des Christoff Copius, (Kl.)
Beklagter: Gläubiger des verstorbenen Martin Arth(en) von Jüchen, Komturs zu Wesel und Vaters der Appellantin, zu Kleve, Rheinberg und anderswo, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Philipp Nidderer 1691 - Subst.: Lic. Johann Konrad Albrecht
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Klev.-märk. Hofgericht oder Regierung (Räte) zu Kleve (1690) - 2. RKG 1693
Beschreibung: 1 cm, 23 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 8 Aktenstücke prod. 31. Mai 1693.




1532 - 1535
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um eine Jahrrente von 10 Mark Radergeld, die der Appellant von seinem Haus „Rosenkranz“ an den Appellaten zahlen soll. Der Appellat behauptet, das Haus von Johann Michels gekauft zu haben.

Aktenzeichen : I/J 223/1085

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Jucker (Incker), Bürger der Stadt Jülich
Beklagter: Lamprecht Meisgin von Pier (Kr. Düren)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Decker 1532
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Machtolff 1532 - Dr. Hieronymus Heuser 1532 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1532 - Dr. Ludwig Ziegler 1532
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich - 2. RKG 1532 - 1535
Beschreibung: 6 Bl., gebunden; Q 1 - 4.




1533
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vollstreckung eines Urteils des Gerichts (Schultheiß und Schöffen) zu Aldenhoven auf Unterweisung des Hauptgerichts zu Jülich von 1532 in der Geldforderungssache des Peter von Inden des Älteren ./. Peter von Erkelenz zugunsten des Klägers. Die Appellation des Peter von Erkelenz an das RKG sei „desert“, da sie nur in der Absicht geschehen sei, die Urteilsvollstreckung zu verhindern.

Aktenzeichen : I/J 226/1091

Enthaeltvermerke : Kläger: Peter von Inden, Altbürgermeister von Aachen
Beklagter: Peter von Erkelenz (Herculents)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Wolfgang Weydner (1533) - Lic. Andreas Weiß (1533)
Prozeßart: ?
Instanzen: RKG 1533
Beschreibung: 6 Bl., gebunden; Q 1 - 2, 1 Beilage.




1533 - 1544 (1511 - 1543)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die vollen Weiderechte und die uneingeschränkte Nutzung von Weiden und Benden des Appellanten im Kirchspiel Langerwehe (von der Wehe) an dem Bach, die obersten Benden genannt. Die Appellaten verweigern dies, weil die streitigen Weiden und Benden in der Gemarkung und Honschaft Luchem gelegen seien. Die Vorinstanz oder die beiden Vorinstanzen urteilten nach Landesbrauch und unter Anführung eines Urteils von 1511 in Sachen Lysgen von den Stuytgen zu der Wehe ./. Nachbarn von Luchem und Lucherberg, daß die Weiderechte des Klägers bzw. Appellanten nicht der Gemeinde Luchem schaden dürfen und dieser seine Kühe erst, nachdem das Heu (zu St. Laurentius ?) abgemäht worden ist, auf die Grünweide treiben darf. Das RKG urteilt am 16. Juni 1539, daß dem Appellanten die uneinschränkten Weide- und Nutzungsrechte seiner Benden zustehen.

Aktenzeichen : I/J 227/1092

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard Jude (Juede, Jüdden) von der Wehe, (Kl.)
Beklagter: Nachbarn und Gemeinde des Dorfs Luchem (Kr. Düren), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoff Hoss 1533 - Dr. Ludwig Ziegler 1533 - Dr. Hieronymus Heuser 1533 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1533
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1533 - Dr. Philipp Bauman 1541 - Lic. Mauritius Breunlein 1541 - Lic. Bernhard Mey 1541
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Pier wohl auf Unterweisung des Hauptgerichts (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1533 - 2. RKG 1533 - 1544 (1511 - 1543)
Beweismittel: Zeugenrotulus der RKG-Kommission von 1537 (Q 13). RKG- Executoriales vom 9. Mai 1541 mit Urteil vom 16. Juni 1539 (Q 19). Originaler Urteilsbrief des RKG mit anhängendem kaiserl. Sekretsiegel, der zugleich die Prozeßgeschichte referiert (155-167).
Beschreibung: 6,5 cm, 167 Bl., lose; Q 1 - 25, 1 Beilage (originaler Urteilsbrief).




1541
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 16. Juli 1540, wonach der Appellant Rechnung über die Abnutzung einer Jahrrente von 25 Maltern Hafer darlegen soll. Der Appellat erhebt die Einrede, daß die Appellation wegen Fristenüberschreitung nichtig sei.

Aktenzeichen : I/J 228/1093

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Inden als Momber und Anwalt seiner Mutter, (Bekl.)
Beklagter: Peter von Erkelenz (Erkulentz) zu Köln, Schöffe des dortigen erzbischöfl. Hohen Weltlichen Gerichts, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Amandus Wolff 1541
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Ziegler 1541 - Dr. Anastasius Greineisen 1541 - Dr. Wolfgang Breuning (Breunynck) 1541 - Lic. Valentin Godfridi (Godfrid) 1541
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich (1540) - 2. RKG 1541
Beschreibung: 8 Bl., gebunden; Q 1 - 5.




1548 - 1549
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 7. Nov. 1546. Der Streitgegenstand ist nicht zu ersichtlich.

Aktenzeichen : I/J 229/1094

Enthaeltvermerke : Kläger: Huprecht von Inden bzw. sein Momber und Anwalt Mattheis Adam von Merzenich (Kr. Düren)
Beklagter: Walther Weidenfelt (von Widenfelt)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunle 1546 - Lic. Christoffel von Swabach 1546 - Lic. Amandus Wolff 1546
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Inden auf Unterweisung des Hauptgerichts (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich (1546) - 2. RKG 1548 - 1549
Beschreibung: 6 Bl., gebunden; Prot. ohne Eintragung, 3 Aktenstücke prod. 16. Okt. 1548 und 30. Jan. 1549.




1630 - 1635
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das mit Rat unparteiischer Rechtsgelehrter gefundene Urteil der Vorinstanz vom 16. Mai 1629, wonach der Junker von Dursdael als Inhaber des Nierhover Hofs das Recht zum Weidgang im Ellerbusch habe. Der Appellant behauptet, der Ellerbusch sei sein freies Erbgut und frei von dem Dienst einer Kuhtrift oder Weide.

Aktenzeichen : I/J 232/1097

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Johann von den Judden (Jüdden), (Kl.)
Beklagter: Junker Christoffvon Dursdael (Dürsdall), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): (Dr. Henrich) Eylinck (1630)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Statthalter und Mannen von Lehen der Herrschaft Wickrath (1629) - 2. RKG 1630 - 1635
Beschreibung: 4 Bl., lose; Q 1 - 2.




1685 - 1686
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 20. März 1685, wodurch der Heimfallklage des Lehnsherrn Quad von Wickrath stattgegeben worden ist. Es handelt sich um ein Erblehngut zu Wickrathberg, genannt Knorengut, Böningshofergut oder Bonneshoverhöffgen, mit dem der verstorbene Bürgermeister von Judden 1663 belehnt worden ist und das dieser in einem Vergleich von 1670 seinem gleichnamigen Vetter zu Rheindorfübertragen hat. Dies sei unter dem Vorbehalt des lehnsherrlichen Konsenses geschehen. Der Lehnsherr betrachtet diese Zession und die bereits vollzogene Einräumung des Nießbrauchs als Entfremdung eines Lehnguts. Der Appellat erhebt gegen die Appellation die Einrede der „Desertion“.

Aktenzeichen : I/J 234/1099

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Friedrich von Metternich, pfalzneuburg. Rat, Amtmann von Mettmann und Jägermeister, und Bartholomäus Verhorst, Ratsverwandter von Köln und Weinmeister, als Kuratoren von Franz Konstantin, Maria Walpurgis, Antonetta, Johanna Katharina und Johann Wilhelm von Judden, der minderjährigen Kinder des verstorbenen Johann Wilhelm von Judden (Judde), Bürgermeisters von Köln, (und der Katharina Charlotte von Spiering), und als Intervenient Johann Wilhelm von Judden zu Rheindorf, (Bekl.)
Beklagter: Wilhelm Bertram Quad zu Wickrath (Mönchengladbach), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Eichrodt 1685 - Subst.: Lic. Roleman
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Henrich Wilhelm Erhardt (1685)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Lehnsgericht (Statthalter und Mannen von Lehen) der Herrschaft Wickrath (1685) - 2. RKG 1685 - 1686
Beschreibung: 2 cm, 35 Bl., lose; Prot. ohne Eintragung, 16 Aktenstücke prod. 9. Nov. 1685 - 31. Aug. 1686.




1567
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nicht ersichtlich.

Aktenzeichen : I/J 238/1107

Enthaeltvermerke : Kläger: Peter Iven (Iuen) sowie Johann und Gerhard Holtzmecher
Beklagter: Kaspar Kessenich für sich und Johann von Lommersheim als Vormund für die unmündigen Kinder von Theis und Johann Loetsch
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Fickler 1567
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg - 2. RKG 1567
Beschreibung: 4 Bl., lose; Prot. ohne Eintrag, 1 Aktenstück (originale Vollmacht) prod. 19. März 1567. Vgl. RKG 2986 (I/J 240/1109).




1568
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 16. Sept. 1567. Der Streitgegenstand ist nicht zu ersichtlich.

Aktenzeichen : I/J 239/1108

Enthaeltvermerke : Kläger: Ivo Iven von Richardshoven (Gem. Niederembt, Kr. Bergheim), Vogt von Bergheim
Beklagter: Kirchmeister und gemeine Bauernschaft von Niederembt (Kr. Bergheim)
Prokuratoren (Kl.): (Lic. Philipp) Seiblin (1568)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hzgl.-jül. Kommissare (1567) - 2. RKG 1568
Beschreibung: 3 Bl., lose; Q 1.




1578 - 1626 (1555 - 1619)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Erbgüter des Mattheis Kraudt (Kruit, Krotz), Sohns des Gobbel Kraudt und Mönchs in Brauweiler, der auch das Erbe seiner Tante (Vaterschwester) Metza, Gattin des Johann Bleiman, angetreten hatte. Mattheis Kraudt hätte als Geistlicher nicht über seine Hinterlassenschaft verfügen dürfen. Die Appellanten erheben als Verwandte von Gobbel und Metza Kraudts Mutter Anspruch auf das Erbe. Die Appellaten verweisen darauf, daß Kaspar Kessenich Teile des Erbes von Nit Rost, der nächsten Erbin des Mattheis Kraudt, gekauft hat. Die 2. Instanz urteilte am 12. Okt. 1563, daß die Appellaten die Hälfte der Erbgüter des Mattheis Kraudt an die Appellanten herausgeben müssen. Die 3. Instanz hob dieses Urteil am 12. Sept. 1566 auf und sprach die Appellaten von der Forderung frei.

Aktenzeichen : I/J 240/1109

Enthaeltvermerke : Kläger: Peter Iven (Iuen) sowie Johann und Gerhard Holtzmecher, arme Partei, ferner Ludwig Holtz(en)mecher, Bürger von Neuss, als Erbe der verstorbenen Eheleute Theis Holtz(en)mecher, Bürgers von Düren, und Neese (Agnes) Nußgen von Euskirchen, seit 1601 auch Johann de Groen, fürstl.-jül. Leibarzt, und seine Gattin Magdalena Holtzmecher, (Kl.: Nelis Nußgen und Johann Holtzmecher)
Beklagter: Erben und Kinder des Kaspar (von) Kessenich mit Namen Fingen, Gattin des Dam Ruirten zu Kessenich, Dietrich Kessenich zu Kessenich bzw. seit 1579 die Vormünder seiner minderjährig hinterlassenen Tochter Hilgen, und Andries und Gerhard Lapp zu Euskirchen, als Vormünder der Kinder des verstorbenen Thiel (Tilman) Lapp und der Apollonia Kessenich, und Adam Kurt für sich selbst und namens seiner Gattin Sophia von Kessenich, ferner Johann von Lommersheim als Vormund der unmündigen Kinder von Theis und Johann Loetsch, und später deren Erben, (Bekl.: Kaspar Kessenich und Konsorten)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Fickler [1567] 1578 - Lic. Johann von Vianden 1587 - Dr. Daniel Seiblin 1601 - Dr. Walther Aach 1601 - Dr. Gerhard Ebersheim 1616 (4) Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Fabritius 1617
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Stephan Neudorffer 1578 - Dr. Laurenz Vomelius (Stapert) 1578 - Dr. Bernhard Kuehorn 1578 - Dr. Johann Brentzlein 1578 - Dr. Christoffer Behem 1581 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christian Schröter 1617 - Dr. Beatus Moses 1617
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1.Gericht (Schöffen) zu Euskirchen 1555 - 1560 - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düren 1560 - 1563 - 3. Jül. Räte des Herzogs Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg 1564 - 1566 - 4. RKG 1578 - 1626 (1555 - 1619)
Beweismittel: Zeugenverhöre (in Q 5). Auflistung der streitigen Ländereien (125f.).
Beschreibung: 4,5 cm, 248 Bl., lose; Q 1 - 5, 7 - 16, 18 - 40, 1 Beilage prod. 14. Okt. 1619, es fehlen Q 6* und 17*. Vgl. RKG 2984 (I/J 238/1107).




1585 - 1604 (1574 - 1591)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Landfriedensbruchklage wegen einer am 19. Aug. 1583 verübten Plünderung des Dorfs Erp (Kr. Euskirchen) durch Kriegsvolk der Beklagten, bei welcher dem Kläger, der beim Wirt Jost Hildebrand nächtigte, ein Pferd, Kleidung, Gold und über 500 Tlr. abgenommen worden sind. Obwohl der Kläger sich ins Quartier des Karl von Arenberg begeben hatte, gelang es ihm nicht, seine Habe zurückzuerhalten; daher zugleich Restitutionsklage.

Aktenzeichen : I/J 241/1110

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. Peter Iven, fürstl.-braunschweigischer Rat
Beklagter: Erzbischof Ernst von Köln sowie das Domstift von Köln und Karl von Arenberg, gefürsteter Graf, Kriegsrat des Königs von Spanien, Oberster über ein Regiment deutschen Kriegsvolks zu Fuß
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erich Kalt 1584 - Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1584 - Dr. Johann Stöcklin 1584 - Dr. ChristoffBeham (Böhem) 1584
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Wilthelm [1574] 1585 - Dr. Johannes Vest [1574] 1585 - Dr. Christoff Reffsteck [1574] 1585 - Dr. Malachias von Ramminger 1585 - Dr. Marsilius Bergner 1587
Prozeßart: Citationis ad videndum se incidisse in poenas fractae pacis cum mandato de restituendo et amplius non offendendo
Instanzen: RKG 1585 - 1604 (1574 - 1591)
Beschreibung: 2 cm, 81 Bl., gebunden; Q 1 - 2, 4 - 13, 15 - 21, es fehlen Q 3 und 14.




1658 (1640 - 1660)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen einen Befehl der Vorinstanz vom 6. Aug. 1657, sich bei Strafe von 75 Goldgulden der Jagd zu enthalten. Klage auf Schutz des kleinen Jagdrechts, da das Haus Richardshoven ein freies Rittergut sei. Der Appellat bestreitet, daß der Appellant zum Landtag zugelassen sei, und folglich auch dessen Jagdrecht.

Aktenzeichen : I/J 243/1112

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Bartold von Iven zu Richardshoven (Kr. Bergheim)
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein und NN von Frentz zu Schlenderhan, Amtmann von Bergheim
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Hansen 1658 - Subst.: Dr. Johann Roleman
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff (1660)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1657 - 2. RKG 1658 (1640 - 1660)
Beschreibung: 1 cm, 27 Bl., gebunden; Q 1 - 10, 5 Beilagen prod. 12. Jan. und 14. Mai 1660.




1616 - 1625
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vollstreckung eines Urteils des Offizialats zu Köln vom 2. Sept. 1611 in Sachen Johann Junger ./. Johann Holstein, schaumburgischen Rentmeister zu Krudenburg, betr. den Besitz des Guts und Hofs Emmerhoven zugunsten des Klägers und auf Kassation der Appellation seines Prozeßgegners an den päpstlichen Nuntius. Das RKG verurteilt den Grafen Hermann von Schaumburg am 1. April 1615 zur Zahlung der Mandatspön, da er dem Mandat eklatant zuwider gehandelt habe, und droht ihm eine erhöhte Pön und die Reichsacht an.

Aktenzeichen : I/J 258a/1175

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Junger, ehemaliger Rentmeister zu Krudenburg (Kr. Rees) an der Lippe, Eingesessener der Freiheit Kirchhellen (Kr. Recklinghausen), seit 1619 die Vettern Rutger und Heinrich Hesehaus als Vormünder für die Gebrüder Diederich und Adolph Junger
Beklagter: Apostolischer Nuntius zu Köln, Legat im niederländisch - rheinischen Bezirk, und Konsorten: Graf Hermann zu Holstein, Schaumburg, Herr zu Gemen in Westfalen (Kr. Borken), zu Schloß Krudenburg an der Lippe bei Wesel, Dr. Zachäus Horrich, kurköln. Offizial, zu Köln und Dr. Jakob Lindau (Lindano), Kommissar, zu Köln
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröter 1616
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Krapff 1617
Prozeßart: Mandati cassatorii sine et executorialis cum clausula
Instanzen: RKG 1616 - 1625
Beschreibung: 1,5 cm, 35 Bl., gebunden; Q 1 - 12, 5 Beilagen prod. 7. Nov. 1619 - 7. März 1625.




1564 - 1571 (1540 - 1571)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um den Hof zum Angeren im Amt Mettmann, den der kinderlos verstorbene Johann zum Angeren, Sohn der Irin zum Angeren und Enkel des Wenzel Brackelman und der Druide, hinterließ. Der Appellant Johann Jungholtz ist über seinen Vater Hermann im Grashof auch ein Enkel des Wenzel Brackelman, der Appellant Johann Lang über seine Mutter Griet und seinen Großvater Heiner Brackelman ein Urenkel. Sie klagten vor der 1. Instanz auf Abtretung des streitigen Hofs durch Adolph auf der Bockmühle und dessen Geschwister, deren legitime Geburt sie bestreiten. Die 2. Instanz erkannte jedoch mit Urteil vom 15. Sept. 1564 die Erbberechtigung der Appellaten als eheliche Kinder des Wilhelm zum Angeren, Bruders des Erblassers, an. Sie seien Johanns zum Angeren nächste Verwandte. Der streitige Hof sei Johanns und Wilhelms Mutter Irin zum Angeren durch deren Geschwister Johann Meiersberg, Hermann im Grashof, Heiner Brackelmann, Griet und Johann Heymolt aufgelassen worden.

Aktenzeichen : I/J 259/1178

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Jungholtz zu Kettwig (Kr. Düsseldorf-Mettmann) und Konsorten: Johann Lang(e) in der Schrödersbrück zu Homberg (Kr. Düsseldorf- Mettmann), (Kl.)
Beklagter: Adolph auf der Bockmühle (Böckmüllen) im Amt Mettmann und Konsorten: Johann Lange in der Schrödersbrück als Sachwalter, die Geschwister Stiengen, Drutgen und Lisa auf der Bockmühle, die letztere verheiratet mit Johann Buschman, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoff Reifstock 1564 - Dr. Alexander Reifstock 1564 - Dr. Melchior Schwartzenberg 1564 - Dr. Paul Haffner 1564 - Dr. Laurentius Wilthelm 1564 - Dr. Johann Höchel 1564 - Dr. Ludwig Stahel 1564 - Dr. Kilian Reichardt 1564 - Lic. Philipp Seiblin 1564
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Stael 1564 - Dr. Paul Haffner (Habener) 1564
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Landgericht zu Mettmann 1558 - 1560 - 2. Jül. Räte und Kommissare des Herzogs Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg zu Düsseldorf 1560 - 1564 - 3. RKG 1564 - 1571 (1540 - 1571)
Beweismittel: Zeugnis des Hermann Kremer, Priesters zu Kettwig, von 1568 über den berg. Landesbrauch der Eheschließung (Q 10). Testament der Eheleute Wilhelm auf der Bockmühle und Grietgen von 1540 zugunsten Heinrich Verckens und seiner Frau Stiengen und ihrer gemeinsamen Kinder (in Q 11). Urteil des Richters von Mettmann und zugleich Pachtvertrag von 1560 betr. den streitigen Hof zum Angeren (in Q 11). Zeugenverhör (in Q 11).
Beschreibung: 11,5 cm, 287 Bl., lose; Q 1 - 16, 2 Beilagen von 1568 (Informatio iuris).




1556 (1552 - 1557)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Restitution der Habe, Barschaft, Pfandschaften und Schuldbriefe, die im Nov. 1555 der Amtmann und der Schultheiß der Beklagten zu Breisig beim Kläger beschlagnahmt haben. Das RKG-Mandat ordnet die Herausgabe der Habe im Wert von 2300 Tlr. zuzüglich Nutzungen und Zinsen innerhalb von 6 Tagen unter Androhung einer Pön von 40 Mark lötigen Goldes an.

Aktenzeichen : I/J 270/1268

Enthaeltvermerke : Kläger: Joseph, Jude von Worms, zuvor seßhaft in Breisig im Stift Essen
Beklagter: Katharina von Tecklenburg, Äbtissin von Essen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Michael Vollandt 1556 - Dr. Malachias Raminger 1557
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Mauritius Breunle [1552] 1556
Prozeßart: Mandati poenalis
Instanzen: RKG 1556 (1552 - 1557)
Beschreibung: 1,5 cm, 15 Bl., lose; 6 Aktenstücke (darunter Q 2 und 3) prod. 19. Aug. und 18. Sept. 1556 sowie 7. Mai 1557. Schlecht erhalten.




1585 - 1596 (1583 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Hinterlassenschaft des ohne Testament verstorbenen Juden Simon von Aachen zwischen seinem Schwiegersohn, Gatten der Guetgen, als Appellanten und seiner Witwe als Appellatin. Es hätte eine Erbteilung zu 6 gleichen Teilen unter Simons 6 Kindern erfolgen müssen. Da Guetgen aber kein Sechstel erhalten sollte, hätten die Appellaten versprochen, 2400 Tlr. und 300 Goldgulden als Abfindung zu zahlen, was aber nicht geschehen sei. Der Appellant ließ daher Simons Güter zu Düren beschlagnahmen und z.T. verkaufen. Dagegen klagten die Appellaten vor der 1. Instanz. Sie machen geltend, daß der Appellant seinem Schwiegervater 1500 Tlr. und 9000 Tlr. schulde.

Aktenzeichen : I/J 276/1335

Enthaeltvermerke : Kläger: Mardochäus, Jude von Düren, später zu Frankfurt zum Pflug, Schwiegersohn des Simon, Jude zu Aachen, (Bekl.)
Beklagter: Schön (Schon, Schän), Simons Witwe, und ihr Sohn Alexander, Juden zu Aachen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Kuehorn 1585
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Heinrich Firler 1585
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül. Räte bzw. fürstl. Kanzlei zu Düsseldorf 1583 - 1585 - 2. RKG 1585 - 1596 (1583 - 1587)
Beweismittel: Laudum oder Schiedsspruch von 1583 (II 6-8). Verzeichnis der taxierten Güter in Sachen Marx Jude ./. Schön Jüdin von Aachen (II 62-79). Gerichtsakten der jül. Kommissare Johann von Vlatten, Erbschenks der Herzogtums Jülich und Amtmanns von Düren und Nörvenich, und Adam Römer, Schultheiß von Düren, in Sachen Marx Jude zu Düren, Gatte der Guetgen und Schöns Schwiegersohn ./. Schön und Alexander, Juden zu Aachen, von 1583 - 1584 (II 217-398).
Beschreibung: 2 Bde., 8 cm; Bd. I: 3 cm, 51 Bl., lose, Q 1 - 10 und Q 12*, teilweise schlecht erhalten; Bd. II: 5 cm, 398 Bl., Q 11* (Priora, eingebunden in das Blatt eines Antiphonars mit Noten und farbig ausgemalten Initialen).




1592 - 1595 (1592 - 1593)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Bezahlung einer Schuld von 542 Gulden (1 Gulden = 24 Albus) wegen einer Bürgschaft für den Grafen Adolf von Sayn und Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 4. Dez. 1590, wonach die Gemeinde Bettendorf gegen Leistung eines entsprechenden Eides von der Schuldforderung freigesprochen werden sollte.

Aktenzeichen : I/J 277/1344

Enthaeltvermerke : Kläger: Gottschalk Hirtz, Jude von Deutz (Stadt Köln), nun wohnhaft in Mainz, (Kl. ?)
Beklagter: Vogt, Schöffen und Gemeinde von Bettendorf (Kr. Jülich), (Bekl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Antonius Streitt 1592
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden 1592
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht (in) der Weinschule (Weinmeister und Richter) zu Köln (1577 - 1586) - 2. Bürgermeister und Rat (Kommissare des Rats) der Stadt Köln (1590) - 3. RKG 1592 - 1595 (1592 - 1593)
Beschreibung: 1 cm, 10 Bl., lose; Q 1 - 5 und 7, 1 Beilage, es fehlen Q 6 und 8* - 10*. Das Protokoll und auch andere Aktenstücke sind sehr schlecht erhalten.




1594 - 1626 (1585 - 1627)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Zahlung einer Schuld von 3000 Gulden (1 Gulden = 15 Batzen) gemäß einer Obligation von 1585. Es seien davon erst 300 Gulden durch den Juden Moses (Moises) in Frankfurt für den Beklagten zurückgezahlt worden. Die Erben des Beklagten wenden dagegen ein, daß der Beklagte ursprünglich nur 200 Gulden bei Mosche, Rabbi zu Worms, für 1 Pfennig wöchentlichen Zins aufgenommen habe. Diese Schuldforderung habe Seligman, Jude zu Frankfurt, der Vater des Isaak zu Frankfurt erworben. Der Beklagte habe ferner 900 Gulden zurückgezahlt. Alle höhere Forderungen seien Judenwucher.

Aktenzeichen : I/J 279/1346

Enthaeltvermerke : Kläger: Nathan, Jude „Zum grünen Hut (Huodt, Huede)“ zu Worms, als Bevollmächtigter des Isaak, Juden zu Frankfurt „Zur weißen Rose“
Beklagter: Philipp Reichardt Faust von Stromberg auf Schloß Layen (Kr. Kreuznach), seit 1596 seine Erben bzw. deren Vormünder Johann Barthel von Obentraut, Amtmann von Stromberg, Hans Heinrich Erbschenk von Schimdtburg (Schmidtberg) und Konrad Carsilius Wolff von Sponheim zu Dörrebach (Dernbach), seit 1616 die Gebrüder Johann Gottfried und Johann Salentin Faust von Stromberg, Beisitzer des RKG (1626)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhart 1594 - Dr. Werner Bontz (Buntz) 1605 - Dr. Johann Friedrich Renger 1616 - Dr. Heinrich Ludwig Hakker 1619
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Jakob Grönberger 1595 - Dr. Johann Philipp Hürter 1604 - Dr. Ger. Ebersheim 1616
Prozeßart: Citationis
Instanzen: RKG 1594 - 1626 (1585 - 1627)
Beweismittel: Schreiben des Philipp Reichardt Faust (Fuist) von Stromberg von 1585 betr. Schuldenbegleichung bei den Erben des Seligman, Jude von Worms (Q 21). Schuldschein (Obligation) des Philipp Reichardt Faust von Stromberg zu Layen für Isaak, Juden zu Frankfurt, von 1585 (Q 21). Inventar von 1597 über die Hinterlassenschaft und Einkünfte des verstorbenen Philipp Reichardt Faust von Stromberg (Q 47). Originale Vollmacht des Klägers von 1619 mit Petschaft und hebräischen Schriftzeichen (Q 48).
Beschreibung: 5 cm, 196 Bl., lose; Q 1 - 2, 13 - 48, 8 Beilagen prod. 16. Febr. 1627 - 3. Juli 1629 sowie von 1596 - 1627.




1594 (1581 - 1597)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 7. Juli 1593, welche die Schuldforderung der Appellanten gegen die Appellaten zurückwies und sie an Wolf (Wolfgang Benjamin), Juden zu Aachen und Simons Bruder, verwies. Die Appellanten fordern 1400 Joachimstlr. (Rtlr.) und 26 gemeine oder schlechte Taler aufgrund einer Obligation der Eheleute Peter Dobbelstein und Wilhelma Bontwolff von 1581. Sie waren in die Güter der Appellatin zu Eschweiler (Kr. Düren) im Amt Nörvenich eingewiesen worden, wogegen die Appellaten gerichtlich vorgingen. Die Appellaten können nachweisen, daß der Jude Wolf 500 Tlr. köln. Währung für seine Schwägerin und seinen Neffen 1585 in Empfang genommen hat.

Aktenzeichen : I/J 280/1347

Enthaeltvermerke : Kläger: Schön, Witwe des Juden Simon (gest. 1583), und ihr Sohn Alexander, Juden zu Aachen, (Bekl.)
Beklagter: Wilhelma Bondtwolf (Bontwolff), Witwe des Peter Dobbelstein, und ihr Sohn Peter, zu Haus Laar im Land von Valkenburg (Niederlande), ferner Robert von der Mahr gen. Losheim zu Merzenich (Kr. Düren) und Dietrich von Ensenbroich, wohnhaft ebendort und bei Jülich, als Vormünder für Christoffer von Bondtwolfs und Anna von Liecks Kinder, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhart 1593
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden (1597)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1584 - 1593 - 2. RKG 1594 (1581 - 1597)
Beweismittel: Vergleich von 1585 zwischen Peter Dobbelstein und Wilhelma Bontwolff einerseits und den Juden Wolf als Vormund für die Kinder seines Bruders Simon andererseits (II 160-167). Quittung des Wolfgang Benjamin, Juden zu Aachen, Simons Bruder, von 1585 über den Empfang von 500 Tlr. köln. Währung gemäß dem Vergleich (II 170-173). Schuldschein der Eheleute Peter Dobbelstein und Wilhelma Bontwolff von 1581 (II 174f.). Schuldschein der Wilhelma Bontwolffvon 1581 (II 176f.).
Beschreibung: 2 Bde., 8 cm; Bd. I: 1,5 cm, 42 Bl., lose, Q 1 - 4, 2 Beilagen prod. 24. Okt. 1594 und 19. Febr. 1597; Bd. II: 6,5 cm, 278 Bl., gebunden, Q 5 (Priora).




1605 - 1609 (1598 - 1610)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die Klage des Wendel, Juden zu Bonn, und der Witwe seines auf einer Reise nach Westfalen getöteten Bruders Jakob, Juden von Rheinbach ./. Levi Krause, Juden zu Bonn-Poppelsdorf, dem sie Erpressung von erhöhten Zahlungen für Geleitbriefe und weitere üble Machenschaften, die zur Bedrückung der Juden führen würden, vorwarfen. Wegen der Ermordung Jakobs von Rheinbach und seines Sohnes erhoben sie peinliche Anklage gegen Levi, der jedoch am 26. Jan. 1604 von erzbischöfl. Kommissaren zu Minden mit Schadenersatzansprüchen freigesprochen wurde, während die Ankläger zwecks Abschreckung zu einer Leibesstrafe verurteilt wurden. Die Klageschrift gegen Levi hatte der Jude Wolf von Koblenz für Jakob von Rheinbach unterschrieben. Levi erhob eine Gegenklage aufgrund erlittener Injurien auf 4000 Dukaten. Durch seine Involvierung in den Streit sei Wolf von Koblenz zur Zahlung einer Kaution von 4000 Dukaten verpflichtet. Levi ließ daher Wolfs Güter beschlagnahmen und ihn selbst zu Minden verhaften. Für Wolfs Freilassung mußten seine Söhne ihr ganzes Hab und Gut verpfänden. Wolfvon Koblenz beruft sich gegen diese Klage zur Einforderung der Kaution an das RKG. Da er ein Schutzjude des Erzbischofs von Trier sei, könne er nicht durch kurköln. Gerichte belangt werden. Er habe ferner die Klageschrift nicht aus eigener Intervention in den Rechtsstreit, sondern nur deswegen unterschrieben, weil Jakob von Rheinbach die Schriftzeichen nicht beherrscht habe. Das Verfahren gegen ihn sei widerrechtlich, denn er sei weder Kläger noch Beklagter gewesen und der kurköln. Jurisdiktion nicht unterworfen.

Aktenzeichen : I/J 284/1367

Enthaeltvermerke : Kläger: Wolf, Jude und Arzt zu Koblenz, und seine Söhne Simon und Baruch, zu Koblenz, (Bekl.)
Beklagter: Levi Krause, Jude zu Bonn, und Konsorten: Erzbischof Ernst von Köln, seine Kommissare zu Minden (Sekretär Michael Flock) und Bonn (Offizial Lic. Jakob Kremer), sein Offizial zu Werl (Kr. Soest), Landschreiber Rudolf Honning (Honek) zu Arnsberg, Lic. Zachäus Horrich zu Köln, Kommissar und kurköln. Rat, und Lic. Johann Palandt zu Bonn, Kommissar, ferner derjüdische Brüchtenmeister Johann Deuern, Schöffe am Stadtgericht Bonn und Schultheiß der Freiheit Erpel, (Kl.: Levi Krause)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Andreas Pfeffer 1605
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1605
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Kommissare (Lic. Zachäus Horrich und Lic. Johann Palandt) 1604 - 2. RKG 1605 - 1609 (1598 - 1610)
Beweismittel: Originale Vollmacht der Appellanten von 1605 mit ihren Petschaften, die z.T. hebräische Schriftzeichen tragen (Q 3). Kaiserl. Patent von 1604 für Levi von Bonn betr. Rechtsschutz (Q 13). Gerichtsakten in Kriminalsachen Wendel, Jude von Bonn, und Konsorten ./. Levi Krause vor den Kommissaren des Erzbischofs von Köln von 1603 - 1604 (Q 34), darin zahlreiche Informationen über Namen, Wohnort, Familienzusammenhänge und sonstige Belange der Juden im köln.-rheinischen Raum, ferner u. a. Urkunde des Erzbischofs Ernst von Köln von 1598 betr. Ernennung des Juden Levi von Poppelsdorf zum Vorsteher der Judenschaft (211f.); Urkunde des Erzbischofs Ernst von Köln von 1599 betr. Klagepunkte der Judenschaft gegen Levi, der ein Verräter und Feind ihres Lebens und ihres Guts sei (213-217); Zeugenverhör (279ff.). Rotulus über Zeugenaussagen der klagenden Partei 1604 (Q 36). Mandat Kaiser Rudolfs II. von 1605, daß der Jude Wolfvon Koblenz und seine Söhne durch die übrigen Juden zur Leistung der Kaution gezwungen werden sollen (Q 40). Judenordnung, in Frankfurt von der Judenschaft Deutschlands verhandelt und unterzeichnet u. a. von den jüdischen Vertretern aus Frankfurt, Worms, Friedberg, Mainz, Fulda, des kölnischen Landes, des Frankenlands, prod. 1699 (Q 73).
Beschreibung: 2 Bde., 40,5 cm; Bd. I: 26 cm, 756 Bl., lose, Q 1 - 8, 10 - 26, 28, 45, 47 - 76, es fehlen Q 9, 27 und 46; Bd. II: 14,5 cm, 384 Bl., lose, zahlreiche Beilagen.




1606 - 1608 (1603 - 1608)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf sicheres Geleit für die Fortführung des am RKG anhängigen Appellationsverfahrens (vgl. RKG 2996 (I/J 284/1367)), das der Erzbischof von Köln durch die Androhung von Kummer und Arrest auf Leib und Gut der Kläger zu verhindern suche.

Aktenzeichen : I/J 286/1376

Enthaeltvermerke : Kläger: Wolf, Jude und Arzt zu Koblenz, und seine Söhne Simon und Baruch, zu Koblenz
Beklagter: Erzbischof Ernst von Köln und Brüchtenmeister Johann Deuern sowie Levi (Lew) Krause, Jude zu Bonn
Prokuratoren (Kl.): Dr. Andreas Pfeffer [1605] 1606
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser [1605] 1606
Prozeßart: Mandati sine clausula de non impediendo et praestanda securitate
Instanzen: RKG 1606 - 1608 (1603 - 1608)
Beweismittel: Kaiserl. Patent von 1604 für Levi von Bonn (Q 13). Urkunde von Schultheiß und Schöffen des Reichsgericht der Stadt Frankfurt von 1606 betr. Arrest gegen Simon, Juden zu Koblenz (Q 12b).
Beschreibung: 3,5 cm, 147 Bl., lose; Q 1 - 18, 2 Beilagen von 1608.




1609 - 1610
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Verhaftung seines Sohnes Simon am 30. Sept. 1608 am Zoll zu Bacharach durch bestellte Diener und Bewaffnete auf Veranlassung des Bonner Juden Levi Krause und unter Verletzung des Geleits. Simon ist in scharfe Haft nach Poppelsdorf geführt und vor Vogt und Schöffen des Gericht zu Bonn peinlich beklagt worden. Die Beklagten rechtfertigen ihr Vorgehen gegen Simon u. a. damit, daß dieser aus seinen Geschäften mit köln. Untertanen das gewöhnliche Tributgeld und den Zehntpfennig dem Erzbischof von Köln schuldig geblieben sei (Einzelheiten in Q 6).

Aktenzeichen : I/J 289/1387

Enthaeltvermerke : Kläger: Wolf, Jude und Arzt zu Koblenz, namens seines Sohnes Simon
Beklagter: Kurköln. Fiskal, Vogt, Schöffen, Gericht und Beamte zu Bonn
Prokuratoren (Kl.): Dr. Andreas Pfeffer (1609)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser (1609)
Prozeßart: Mandati inhibitorii
Instanzen: RKG 1609 - 1610
Beschreibung: 1 cm, 22 Bl., lose; Q 1 - 6 sowie Q 7* und 8* als Beilagen; Q 4 ist rückseitig mit hebräischen Schriftzeichen versehen.




1629 - 1635
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Justizhilfe in der Schmerzensgeld- und Schadenersatzklage der beiden Juden gegen Christian Hontumb und Peter Hardtman. Hintergrund des Prozesses ist die Anschuldigung der Beklagten, die Kläger hätten ihnen betrügerischerweise 400 Rtlr. abgenommen, aufgrund dessen die Juden der Folter unterzogen, dann aber freigesprochen worden sind. Die Kläger haben vor 9 Monaten ihre Schmerzensgeld und Schadenersatzklage erhoben, ohne bislang zu ihrem Recht gelangen zu können.

Aktenzeichen : I/J 301/1447

Enthaeltvermerke : Kläger: Moses und sein Sohn Salomon, Juden zu Sittard
Beklagter: Christian Hontumb, Bürger zu Sittard, und Peter Hardtman sowie Konsorten: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein, jül. Kanzler und Räte zu Düsseldorf, ferner die jül. Kommissare Lic. Henrich Walraff Gippebusch, RKG-Assessor undjül. Vizekanzler, und Lic. Franz Voetz, jül. Rat
Prozeßart: Mandati sine clausula de administranda iustitia
Instanzen: RKG 1629 - 1635
Beschreibung: 6 Bl., lose; Q 1, 1 Beilage prod. 26. Juni 1629.




1643 - 1681 (1612 - 1671)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist eine Rentverschreibung der Witwe Anna Baeck und ihrer Kinder über 12 Rtlr. jährlich auf 5 Morgen Land vor der Steeler Pforte beim Friedstein von Essen. Vor der 1. Instanz klagte Hermann von der Gathen als Inhaber der Rentverschreibung gegen Karl von Baserodt als Besitzer der 5 Morgen Land auf Bezahlung der Schuld von 200 Rtlr. zuzüglich derjährlichen Pensionen von 36 Rltr. Die 1. Instanz billigte mit Urteil vom 12. Febr. 1639 dem Kläger die Einräumung des Unterpfandes bis zur Abzahlung der Schulden zu. Die 2. Instanz sprach mit Urteil vom 17. Mai 1641 Karl von Baserodt bzw. seine Witwe von der Schuldforderung frei und gewährte denen von der Gathen einen Regreßanspruch gegen Matthias Zell wegen schuldiger Eviktion (Schadloshaltung). Der Anspruch der Juden, am bisherigen Prozeßverlauf als Intervenienten beteiligt, wird gar nicht berücksichtigt, vielleicht wegen des Verbots solcher Wucherverträge durch die Reichsordnung und die Essener Polizeiordnung. Die Juden appellieren an das RKG und beantragen, das Urteil der 1. Instanz zu bestätigen, die Rechtsgültigkeit der Rentverschreibung gemäß der Polizeiordnung und die Berechtigung der Juden, gleich Christen die Rentverschreibung zu zedieren und zurückzugeben, anzuerkennen und somit eine Schadlosklage der Zessionäre abzuweisen. Das RKG bestätigtjedoch am 17. Mai 1678 das Urteil der 2. Instanz.

Aktenzeichen : I/J 310/1470

Enthaeltvermerke : Kläger: Cosmas Moyses, Jude zu Essen, und Konsorten: der Jude Moyses zu Wesel und sein Enkel Jakob, Sohn des Aaron und der Rechele (Rachel), seit 1656 Elias Cosman (Elius Kosman), Sohn des Cosmas Moyses, und seine Miterben mit Namen Leeman zu Frankfurt, Gottschalk zu Emden in Friesland, Gumperich zu Emmerich, Samuel zu Hanau, Zodich alias Ludwig zu Rees, Samson zu Aurich in Friesland und Erben der Tochter Merle, seit 1670 Peter Castrop als Gatte der Elisabeth von der Gathen, Enkelin des Hermann von der Gathen, seit 1677 Johannes Croesen und Alexander Kuit als Vormünder von Peter Castrops Kindern, (Kl.: Hermann von der Gathen)
Beklagter: Goddart Baack und Dr. med. Wilhelm Borbeck zu Duisburg, Vormünder für die unmündigen Kinder des verstorbenen Karl von Baserodt, und Gertrud Drenhaus zu Essen, Witwe des Matthias Zell, nunmehr Gattin des Johann Steinhaus, seit 1671 Jonas von Baserodt, Bürger von Wetzlar, (Bekl.: Karl von Baserodt)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Barthold Giesenbier 1641 - Dr. Johann Georg von Gülchen 1656 - Subst.: Lic. Bernhard Henningh - Dr. Johann Roleman 1670 - Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1648 - Dr. Johann Karl Müeg 1671 - Subst.: Dr. Friedrich Plönnies - Dr. Johann Christoph Limbach 1672 - Dr. Johann Hermann Schaffer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgerliches Hallengericht von Essen 1627 - 1639 - 2. Bürgermeister und Rat der Stadt Essen 1639 - 1641 - 3. RKG 1643 - 1681 (1612 - 1671)
Beweismittel: Erbkaufvertrag bzw. Rentverschreibung der Witwe Anna Baeck und ihrer Kinder von 1624 für den Juden Moyses von Wesel als Vormund seines Enkels Jakob (Q 4). Transfix von 1625 betr. Übertragung der Rentverschreibung durch den bevollmächtigten Cosmas Moyses auf Matthias Wedder gen. Seell, Sattler zu Essen (Q 5). 3 Schuldscheine der Witwe Anna Baeck und ihrer Kinder für den Juden Cosmas von 1612, 1617 und 1620 (in Q 6). RKG-Ladung auf die Acht vom 29. Juli 1647 (Q 11). Originale Vollmacht für Dr. Barthold Giesenbier von 1651 mit hebräischer Unterschrift (Q 13).
Beschreibung: 5 cm, 177 Bl., lose; Q 1 - 29, 4 Beilagen von 1643 und 1671. Der Prozeß enthält irrtümlich eine Vollmacht der Geschwister Justina, Katharina und Klara Johanna von Grawenstein und des Aegidius de Cornerout von Luxemburg, prod. 15. Sept. 1645 als Q 14 in Appellationssachen der Juden Baruch und Simon ./. die Erben Grawenstein.




1657 - 1660 (1650 - 1660)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Freilassung aus dem Deutzer Gefängnis, die Schluchbütter genannt, gegen Erlegung einer Kaution, aber ohne Bezahlung eines sonstigen Entgelts. Der Kläger ist am 17. Aug. 1650 durch den Gerichtsboten verhaftet worden, als er von einem Patientenbesuch von Köln kam. Es wird ihm vorgeworfen, Isaak Schlom mit der Pistole und dem Degen bedroht zu haben.

Aktenzeichen : I/J 313/1479

Enthaeltvermerke : Kläger: Salomon Moyses, Jude und Arzt, jetzt zu Mülheim (Stadt Köln) im Herzogtum Berg seßhaft, ehemaliger Arzt zu Deutz (Stadt Köln)
Beklagter: Jakob und Joseph Isaak Schlom, Juden zu Deutz, auch David Salomon und Moyses, Juden, als Söhne und Schwiegersöhne des verstorbenen Isaak Schlom (Schlam)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Wilhelm Mockel 1657 - Subst.: Lic. Ulrich Daniel Kuhorn Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1658 - Subst.: Dr. Leonhard Schommartz - Subst.: Dr. Franz Eberhard Albrecht 1657
Prozeßart: Mandati de relaxando captivo sine clausula
Instanzen: RKG 1657 - 1660 (1650 - 1660)
Beweismittel: Prozeßkosten in Sachen Isaak Schlom, Jude und Arzt zu Deutz ./. Seligman (= Salomon), Jude und Arzt zu Mülheim, am Gericht zu Deutz als 1. Instanz von 1652 - 1656 (Q 7). Vollmacht der Beklagten mit hebräischen Unterschriften (Q 14). Originales RKG - Urteil vom 18. Febr. 1658 (Q 15). 5 originale Schreiben des Klägers von 1658 (Q 17, 20, 22 und Bl. 90a und 94).
Beschreibung: 3 cm, 96 Bl., lose; Q 1 - 25, 8 Beilagen von 1658 - 1660.




1656 - 1660
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die Arrest- und Injurienklage des Isaak Schlom gegen Salomon Moyses wegen übler Nachrede und Schmähreden (vgl. RKG 3001 (I/J 313/1479)). Hier Berufung gegen das Urteil der 3. Instanz vom 26. April 1656, wodurch die Sache an die erzbischöfl. Hofkanzlei nach Bonn verwiesen werden sollte. Einrede gegen die kurköln. Gerichte, da der Appellant im Herzogtum Berg wohnhaft sei. Der Streitwert der Injurienklage vor dem RKG beträgt 2000 Dukaten.

Aktenzeichen : I/J 315/1490

Enthaeltvermerke : Kläger: Salomon Moyses, Jude und Arzt, jetzt zu Mülheim (Stadt Köln) im Herzogtum Berg seßhaft, ehemaliger Arzt zu Deutz (Stadt Köln), (Bekl.)
Beklagter: Isaak Schlom (Schlam), Jude und Arzt zu Deutz, wohnhaft „Im wilden Mann“ in der Nähe des Bürgerhauses, seit 1657 seine Söhne Jakob Isaak und Joseph Isaak und Schwiegersöhne David und Moyses, Juden zu Deutz, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Wilhelm Mockel 1657 - Subst.: Lic. Ulrich Daniel Kühorn
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Deutz (1652 - 1653) - 2. Hohes Weltliches Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln (1656) - 3. Hofgericht (Kommissare) zu Köln (1656) - 4. RKG 1656 - 1660
Beschreibung: 1,5 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 6, 9 - 14, 17 - 19, 2 Beilagen, es fehlen Q 7*, 8, 15* und 16.




1671 - 1672
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 6. Dez. 1670, wonach der Appellant der Appellatin seinen ganzen Nießbrauch aus dem Flovericher Hof (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg) erstatten muß. Es stehe ihm jedoch offen, Regreßansprüche gegen den Obristlieutenant Karl von Haen zum Haenstein zu richten. Hintergrund des Prozesses ist die Forderung des Karl von Haen zum Haenstein gegen Werner von Randerath auf Zahlung eines Heiratspfennigs von 2000 köln. Tlr. nebst 5 % Zinsen seit dem Tod des Johann von Randerath im Jahre 1633, die durch ein Gerichtsurteil vom 30. März 1658 für rechtens erklärt worden ist. Da sich Haen zum Haenstein im Verlaufe des Prozesses bei Jakob Benedikt in Höhe von insgesamt 1690 Rtlr. verschuldet hat, zedierte er seinem Gläubiger seine gerichtlich erstrittene Forderung. Jakob Benedikt sei am 9. Aug. 1658 tatsächlich in den Hof zu Floverich als Unterpfand gerichtlich eingewiesen worden.

Aktenzeichen : I/J 319/1517

Enthaeltvermerke : Kläger: Jakob Benedikt, Jude zu Jülich, (Bekl.)
Beklagter: Elisabeth de Vaex, Witwe des Werner von Randerath (Randerodt), zu Baesweiler (im Land Jülich, Selfkantkr. Geilenkirchen - Heinsberg), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1671 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff (1671)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Räte zu Düsseldorf (1670) - 2. RKG 1671 - 1672
Beschreibung: 2 cm, 28 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 12 Aktenstücke prod. 18. Aug. 1671 - 26. März 1672.




1699 - 1702
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 31. Okt. 1698, wodurch der Appellant zur Zahlung noch verbleibender Schulden in Höhe von 2042 Rtlr. zuzüglich Zinsen verurteilt worden ist. Der Appellat hat vor der 1. Instanz eine Schuldforderungsklage gegen seinen Onkel erhoben, weil dieser ihm die großväterliche Erbschaft vorenthalten habe.

Aktenzeichen : I/J 325/1584

Enthaeltvermerke : Kläger: Moyses Horn, Jude zu Linz, Onkel (Vaterbruder) des Appellaten, (Bekl.)
Beklagter: Moyses Horn, Jude zu Düsseldorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Henrich Flender 1699 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1698 - Subst.: Lic. F(ranz) P(eter) Jung
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1697 - 1698 - 2. RKG 1699 - 1702
Beweismittel: Originale Vollmacht des Appellanten mit Petschaft mit lateinischen und hebräischen Schriftzeichen von 1699 (Q 4). Originale Vollmacht des Appellaten mit Petschaft mit lateinischen und hebräischen Schriftzeichen von 1698 (Q 8). Verzeichnis über den Tausch von 10000 Rtlr. in holländische Währung durch Lic. Hasenclever (Q 12). Weitere Rechnungen (Q 16f.). Bescheinigung der Juden Levi Jakobs und Isaak Moyses von Sittard, der hebräisch unterschrieb, von 1699 (Q 19). Zahlreiche Rechnungen (II 106ff.).
Beschreibung: 2 Bde., 4,5 cm; Bd. I: 2 cm, 71 Bl., lose, Q 1 - 23, 2 Beilagen von 1701; Bd. II: 2,5 cm, 152 Bl., gebunden, Vorakten.




1700 - 1702 (1699 - 1716)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 29. April 1700, wodurch Magdalena Streithofen von ihrer Mithaftung für eine durch sie mitunterzeichnete Obligation von 2000 Rtlr. von 1699 aufgrund ihrer Minderjährigkeit freigesprochen worden ist. Der Appellant hat die 2000 Rtlr. zu 80 köln. Albus beim Apotheker Melm für den Düsseldorfer Bürger und Holz- und Früchtehändler Dietherich Schmitz, den Schwager der Magdalena Streithofen, der von seinen Gläubigern mit Kummer und Arrest bedroht worden ist, aufgenommen. Er hat Dietherich Schmitz aufWechsel und Schuldbekenntnisse auch eigenes Geld geliehen. Die streitige Obligation ist von Dietherich Schmitz, seiner Gattin Eva Streithofen und der Appellatin unterschrieben worden. Der Appellant verklagt den Apotheker Melm auf Schadloshaltung und das Stadtgericht Düsseldorf, weil es die Obligation gerichtlich ausgestellt hat.

Aktenzeichen : I/J 327/1590

Enthaeltvermerke : Kläger: Seligman Levi, Jude zu Düsseldorf, (Bekl.)
Beklagter: Magdalena Streithofen (Streithoven) und Jakob Melm, Apotheker zu Düsseldorf, sowie Haupt- und Stadtgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düsseldorf, (Kl.: Streithofen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1700 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1700 - Subst.: Dr. Johann Meyer - Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1700 (für den Kurfürsten Johann Wilhelm) - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender - Lic. Wilhelm Heeser 1701 - Subst.: Dr. Ehrenfried Klotz
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1699 - 1700 - 2. RKG 1700 - 1702 (1699 - 1716)
Beweismittel: Obligation von 1699 über 2000 Rtlr. (Q 6). Originale Vollmachten des Appellanten von 1700 mit Petschaften mit hebräischen Schriftzeichen (Q 7 - 9).
Beschreibung: 12 cm, 569 Bl., gebunden; Q 1 - 13, 15 - 20, 5 Beilagen von 1702 und 1716 sowie die Rationes decidendi und Vorakten.




1701 - 1704 (1670 - 1703)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Bezahlung einer Schuldforderung von 600 Rtlr. aufgrund einer Obligation von 1670 zuzüglich Zinsen von diesem Zeitpunkt an. Der Beklagte wirft den Klägern Wucherzinsen vor.

Aktenzeichen : I/J 332/1603

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Moyses, Juden zum Vogelsang in Frankfurt
Beklagter: Graf Salentin Ernst von Manderscheid und Blankenheim, Herr zu Gerolstein
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Friedrich Müeg 1701 - Subst.: Dr. Johann Georg Erhard
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen [1694] 1701 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen
Prozeßart: Citationis ad videndum exigi debitum et condemnari cum omni causa interesse et expensis
Instanzen: RKG 1701 - 1704 (1670 - 1703)
Beweismittel: Obligation von 1670 (Q 3). Auszüge aus verschiedenen Schreiben von 1670 - 1696 betr. Schulden des Beklagten bei Moyses und Elkan, Juden zum Vogelsang (Q 11 - 20).
Beschreibung: 2 cm, 62 Bl., lose; Q 1 - 26, 4 Beilagen.




1711 - 1717 (1709 - 1714)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Bezahlung einer Schuldforderung von 8315 rhein. Gulden zuzüglich Zinsen, da die Kläger durch den letzten großen Brand in der Judengasse zu Frankfurt in große Not geraten sind. Hintergrund des Prozesses ist, daß die Gebrüder von Bicken ihrem Schwager Philipp Ernst von Nitzen, braunschweigisch-lüneburgischem Rittmeister und Gatten der Antonetta Philippina von Bicken, insgesamt 10315 Gulden, davon 6500 rhein. Gulden, an Dotal- und Aussteuergeldern und 2543 Rtlr. an Kosten bzgl. der kaiserl. Exekutionskommission in Sachen Klingspor ./. von Bicken, schuldeten. Sie nahmen für ihre Schulden eine Hypothek auf ihre 19 Zehnten zu Siegen auf. Ihr anderer Schwager Johann Martin Ludwig von Schleifras (Schleiffraß), fuldischer Oberjägermeister, sollte 1709 dem Rittmeister von Nitzen 8315 rhein. Gulden auszahlen. Als sich die Auszahlung der 8315 Gulden verzögerte und von Nitzen dringend Geld benötigte, nahm er diese Summe als Kredit bei den Klägern gegen Zession sämtlicher Obligationen auf. Die Gebrüder von Bicken verkauften inzwischen ihr Gut Hainchen zu Siegen (Stadt Siegen) für 12000 Gulden an den Fürsten von Nassau-Siegen oder an die Mitbeklagten, wie die Kläger vermuten. Die Kläger beantragen bis zur Tilgung ihrer Schuldforderung, den Verkaufserlös zu beschlagnahmen. Das RKG verurteilte am 17. März 1712 die Gebrüder von Bicken zur Bezahlung der 8315 rhein. Gulden zuzüglich Zinsen. Mit Urteil vom 16. April 1714 beauftragt das RKG die ausschreibenden Fürsten des Westfälischen Kreises, das Urteil auch gegen den Vizekanzler von Cochenheim als derzeitigen Eigentümer und Inhaber des Guts Hain zu vollstrecken.

Aktenzeichen : I/J 337/1618

Enthaeltvermerke : Kläger: Joseph und Moyses Speyer, Juden zu Frankfurt
Beklagter: Dekan und Kapitel des Erzstifts Köln als Administratoren des katholischen Teils des Fürstentums Siegen und Konsorten: die Gebrüder Friedrich Wilhelm und Johann Kaspar von Bicken, Herren zum Hainchen, der erstere Domkapitular zu Mainz und Generalvikar, der letztere mainzischer Geheimer Rat, Kammerherr und Oberamtmann zu Bischofsheim
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1711 - Subst.: Dr. Joseph Stephan Speckman
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Cornelius Lindheimer 1711 - Subst.: Lic. Johann Christian Wigandt - Lic. Johann Anton Flender 1713 - Subst.: Lic. J(ohann) M(elchior) Deuren - Lic. Konrad Franz von Steinhausen [1705] 1714 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser
Prozeßart: Mandati arresti sine clausula cum citatione ad videndum exigi debitum ac se condemnari
Instanzen: RKG 1711 - 1717 (1709 - 1714)
Beweismittel: Schuldanerkenntnis der Gebrüder von Bicken von 1709 gegenüber ihrem Schwager Philipp Ernst von Nitzen (Q 3). RKG-Mandatum de exequendo sine clausula vom 20. Febr. 1713 an Bischof Franz Arnold von Paderborn und Münster, König Friedrich von Preußen und Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein als ausschreibende Fürsten des Westfälischen Kreises mit RKG-Urteilen vom 17. März 1712 und 20. Febr. 1713 (Q 13). RKG- Exekutionsmandat mit Urteil vom 16. April 1714 (Q 19).
Beschreibung: 2 cm, 79 Bl., lose; Q 1 - 22.




1718 - 1720
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen die Vollstreckung eines Laudums vom 5. April 1718 in Kompromißsachen Levi ./. Beer gegen den letzteren, der unter Hausarrest gestellt wurde, und Klage wegen Justizverweigerung durch die 1. Instanz. Levi forderte vor der 1. Instanz die Bezahlung einer Schuld von 13000 Rtlr. oder Goldgulden durch Beer. Der Appellant macht dagegen geltend, daß Levi seinen Ring im Wert von 4000 Rtlr. für nur 2800 Rtlr. versetzt, ferner das Petschaft aufgebrochen und einen großen Diamanten herausgelöst habe.

Aktenzeichen : I/J 348/1666

Enthaeltvermerke : Kläger: Aaron Beer (Baer), kurmainzischer Schutzjude, zu Düsseldorf, (Bekl.)
Beklagter: Lazarus Levi, Schutzjude zu Düsseldorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Christian Christoph Dimpfel [1716] 1718
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Rudolph Sachs 1719 - Subst.: Lic. A. J. Stephani
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf (1718) - 2. RKG 1718 - 1720
Beschreibung: 2 cm, 69 Bl., lose; Q 1 - 22.



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