Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.01 Reichskammergericht, Teil I, A-B

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-128 


1614-1617 (1602-1614)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Honorarforderung von jährlich 10 Rtlr. für die Zeit von 1603-1611 als RKG-Prokurator der Beklagten in Sachen Spies ./. Monreal (vgl. RKG 5354 (S 2045/7042) und RKG 3928 (M 1398/3493)).

Aktenzeichen : A 4/8

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Walter Aach, bischöflich speyerischer Rat, später Kanzler
Beklagter: Wilhelm von Spies (Spieß) zu Mozenborn (Motzeborn), herzogl. jül. Rat und Amtmann zu Wilhelmstein und Eschweiler, und seine Schwägerin Katharina verwitwete von Spies, geb. gen. Hoen (Heuyn) von Amstenrath (Andsterroth)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Christophorus Riecker 1614
Prozeßart: Citationis
Instanzen: RKG 1614-1617 (1602-1614)
Beschreibung: 10 Bl., lose; Q 1-4.




1694-1696 (1624- 1699)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung der Appellaten in Höhe von 1200 Rtlr. Neusser Währung zuzügl. 1500 Rtlr. Zinsen auf Grund einer Pfandverschreibung, welche die Eheleute Goddart von Deutsch und Anna von Hücking 1624 ihrer Nichte Anita Margaretha von Blittersdorf auf 16 Morgen Artland im Jüchener Dingmal und 10 Morgen Land zwischen Frankeshoven und Etgendorf (Eltzendorf) (Kr. Bergheim) erteilt hatten. Wie die erste Instanz hatte auch die zweite die von den Appellantinnen bestrittene Rechtsgültigkeit der Pfandverschreibung anerkannt und sie zur Zahlung samt Prozeßkosten verurteilt.

Aktenzeichen : A 5/11

Enthaeltvermerke : Kläger: Katharina Gertrud Deutsch (Duitz, Diutz, Teutsch) von der Kaulen (Koulen) zu Frimmersdorf, verwitwete von Aach (Aachen); ihre Schwägerin Johanna Wilhelmina von Cluth (Clout, Cluitt, Clutt) und Maria Adelheid Heistermann, verwitwete von Cluth, (Bekl.: Erben des Goddart Deutsch, nämlich Adolf von Aach zu Jüchen und sein Schwager Wilhelm Heinrich Cluth)
Beklagter: J(ohann) Wilhelm Frhr. von Blittersdorf (Plitterstorf) zu Arfft (bei Hackhausen, Kr. Neuss), zu Königshoven (Kr. Bergheim) und in Köln, (Kl.: Frhr. von Blittersdorf auf der Arfft)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philip Nidderer 1693 - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Joan Eichrodt 1694 - Subst.: Lic. Konrad Franz Steinhausen - Dr. Franz Henrich Krebs 1698 - Subst.: Lic. J. H. Flender
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Amt Kaster 1681-1682 - 2. Jül.-berg. Regierung (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1682-1693 - 3. RKG 1694-1696 (1624- 1699)
Beweismittel: Bd. 1: Schuldrevers Johann Magers des Alten , 1643: er und seine Schafhandelsgesellschaft (Compagnie) schulden dem Junker Christoffel Deutsch 300 Rtlr. (19). Bd. 2: Pfandverschreibung von 1624 und Schreiben an Obristleutnant Frhr. von Hasselt zu Hasselsrath (Kr. Köln), 1682 (12ff.). Übertragung einer auf die Eheleute Bertram Hermans ausgestellten Rentenverschreibung über 1200 Tlr. auf Wilhelm von Blittersdorf durch die Eheleute Adolf von Aach und Katharina Gertrud von Hücking, 1646 (158f.). Urkunde der Schöffen von Otzenrath (Kr. Grevenbroich), 1650: Junker Johann Wilhelm von Blittersdorf zu Königshoven schuldet dem Junker Christoffel von Deutsch 300 Rtlr. für eine Schafhandelsgeschaft (175f.).
Beschreibung: 2 Bde., 5 cm; Bd. 1: 39 Bl., lose; Q 1-9, 11-16, es fehlen Q 5, 11, 1 Beilage prod. 22. Mai 1699; Bd. 2: 4 cm, 224 Bl., geb.; Q 10.




1700-1702 (1580-1703)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Im Streit um das Erbe des Gerhard Schütz zwischen den Erben seiner Frau Anna Ruhrort, zu denen neben der Appellantin auch Peter Wosthoff gehörte, und den Breuerschen Erben hatte das RKG 1676 ein Urteil des jül.-berg. Hofgerichtes von 1671 bestätigt und 1686 in einem Mandat an das Hofgericht angeordnet, die Breuerschen Erben seien in den Nachlaß zu immittieren. Die vorliegende RKG-Appellation erfolgt aus dem sich daran anschließenden Hofgerichtsverfahren um die Frage, welche Besitzungen zum Schützschen Nachlaß gehört hatten. Den Zeitangaben nach muß es sich bei dem vorgängigen RKG-Verfahren um ein anderes als das Verfahren RKG 6243 (W 1652a/5038a) handeln.

Aktenzeichen : A 6/15

Enthaeltvermerke : Kläger: Helena Catharina Odenkirchen, Witwe des Dr. Franciscus Aachen, Düsseldorf, als Miterbin der Gertrud Cappel, Witwe des Johann Ruhrort
Beklagter: Erben des Gerhard Schütz zu Serm (Amt Angermund; Duisburg), die Ladung wird Caspar Henrich Brauer, Serm, als dessen Schwiegersohn zugestellt
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1700 - Subst.: Lic. Hen. Schriels
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1702 - Subst.: Lic. Heeser
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht zu Düsseldorf (1686-1698) - 2. RKG 1700-1702 (1580-1703)
Beweismittel: Bd. 1: Ruhrortischer Erbteilungsvertrag vom 12. Aug. 1580 (21f.). 4 RKG-Urteile in Sachen Peter Wosthoff (Wusthoff, Wusthoven) und Kons. ./. Heinrich Breuer und Kons. vom 20. Okt. 1676, 22. März 1678, 13. Dez. 1681 und 20. Okt. 1686 (32ff., II 18).
Beschreibung: 2 Bde., 11 cm; Bd. 1: 47 Bl., lose; Q 1-10*, es fehlt Q 10*, 12 Beilagen prod. 27. März 1702 bis 23. Aug. 1703; Bd. 2: 10 cm, 457 Bl., geb.; als Continuatio prothocolli bezeichneter Aktenband, der nach Urteilen von 1671 des jül.-berg. Hofgerichtes als Appellationsinstanz Termine von 1682 bis 1686 enthält.




1714-1808 (1695-1714)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreit zwischen den Brüdern Aach um die Teilung der elterlichen Hinterlassenschaft: das Lehen und Rittergut zu Tönisberg (zum Berge, an St. Thonesberg; Kr. Kempen-Krefeld) gen. Haus Hemondts im Herzogtum Geldern, das Lehnsgut Haus Horr (Kr. Grevenbroich), das Lehen zu Pulheim (Kr. Köln), das Lehen zu Huppelrath (Hubbelrath) (Kr. Grevenbroich), das Lehen zu Pannecke (Oberquartier Geldern) und Jüchener Ländereien (Kr. Grevenbroich). Der Appellant wendet gegen das Urteil der 1. Instanz - Rittergut Tönisberg ist zur gemeinschaftlichen Erbmasse zu zählen - ein, daß seine Mutter ihm das Gut mit den darauf liegenden Lasten bereits vor ihrem Tod übertragen und somit aus der gemeinschaftlichen Erbmasse ausgeschieden habe. Er fordert die Erbteilung ohne Anrechnung des Gutes Tönisberg. Die Klage wendet sich auch gegen die Bußgeld-Sentenz des jül.-berg. Geheimen Rates gegen den Kläger wegen Evokation an ein landesfremdes Gericht, nämlich an den (Lehens-)Hof des Herzogtums Geldern zu Roermond, dann zu Geldern.

Aktenzeichen : A 7/16

Enthaeltvermerke : Kläger: Rittmeister Kaspar Friedrich Adolf Frhr. von Aach (Aachen) und seine Schwestern, (Kl.)
Beklagter: Franz Werner Frhr. von Aach zu Haus Horr (Horn) (Kr. Grevenbroich), sein jüngerer Bruder, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Cornelius Lindheimer 1714 - Subst.: Dr. G. A. Geibel
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz von Steinhausen 1714 - Subst.: Dr. Johann Rudolf Sachs (1714)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präs., Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1712-1713 - 2. RKG 1714-1808 (1695-1714)
Beweismittel: Erbvertrag der Katharina Gertrud Deutsch von der Kaulen, verwitwete von Aach, Tönisberg, 1695 (10). Rechtsauskunft des Steingens, Roermonder Lehnsgericht, 12. Dez. 1710 (34f.).
Beschreibung: 2 cm, 50 Bl., lose; Q 1-18, 1 Beilage.




1753-1808 (1751-1755)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Behinderung der Inquisitionsprozesse am Aachener Kurgericht ./. den Aachener Bürger Nikolaus Mouffan (Muffan) und seine Tochter Maria Sophia Mouffan durch die jül. Regierung zu Düsseldorf; Verletzung des Vertrages der Stadt Aachen mit Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein 1660 und der Ordnung des Aachener Kurgerichts durch Erkenntnis im Strafprozeß gegen Hintersassen der Stadt und des Reiches Aachen durch Vogt-Major, Schöffenmeister und Schöffen zu Aachen.

Aktenzeichen : A 14/24

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen
Beklagter: Vogt-Maior, Schöffenmeister und Schöffen des Königl. Stuhls zu Aachen sowie Pfalzgraf Karl Theodor bei Rhein und seine Regierung zu Düsseldorf
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Anton Weiskirch 1753 - Subst.: Lic. Gotthard Johann Hert
Prokuratoren (Bekl.): für Schöffenmeister und Schöffen: Lic. Ferd. Wilhelm Anton Helffrich (1751) 1753 - Subst.: Lic. Johann Werner - Lic. Johann Werner [1755] 1755 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prozeßart: Mandati de abstinendo ab omnibus arrestis, repressaliis, violentiis et de non contraveniendo decretis cameralibus...
Instanzen: RKG 1753-1808 (1751-1755)
Beschreibung: 24 Bl., lose; Q 1-7. Vgl. RKG Aachen C 387/1182.




1548-1567 (1541-1568)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Arrestierung der Habe von Aachener Fuhrleuten durch den jül. Dingstuhl Körrenzig auf Veranlassung des jül. Untertans Leonhard Schmidt, weil er durch den Aachener Bürger Leonhard von dem Ellenbant angeblich geschädigt worden war; Verletzung eines kaiserlichen Privilegs und Geleitbriefs für die Aachener Bürger und des auf Gewohnheitsrecht beruhenden Abkommens zwischen Aachen und dem Herzog Wilhelm von Jülich, wonach kein Aachener Bürger im Herzogtum Jülich arrestiert werden darf. - Berufung des Appellaten auf das Appellationsprivileg Kaiser Karls V. für Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg vom 23. Juli 1546 (Bl. 35-39). Am RKG wurde unter anderem in mündlichen Anträgen darüber gestritten, ob Bürgermeister und Rat oder Ellenbant als Appellanten gälten.

Aktenzeichen : A 21/33

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen, (Bekl.); Interessent: Leonhard von dem Ellenbant (Eillenbant, Ellerborn), alter Bürgermeister
Beklagter: Leonhard Schmidt (Schmitt, Schmitz) von Kofferen (Kr. Jülich); ab Sept. 1551 seine Witwe Anna für sich und ihren unmündigen Sohn Leonhard sowie den jül. Vogt zu Boslar und Körrenzig (beide Kr. Jülich) und die Schöffen und das Gericht zu Körrenzig und Linden (Kr. Aachen), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): für Ellenbant: Lic. Amandus Woulff [1548] 1549 - Dr. Jakob Friedrich Meurer (1558)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christoph von Schwabach (1548), 1549 - Lic. Martinus Reychardus 1551
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül. Dingstuhl (Vogt und Schöffen) Körrenzig unter dem Amt Boslar 1546 auf Unterweisung des Hauptgerichtes Jülich - 2. RKG 1548-1567 (1541-1568)
Beweismittel: Acta priora (Q 9 = Q 17). Urteil des Hauptgerichts Jülich vom 15. Okt. 1546 (27), desgl. vom 24. Nov. 1546 (30). Unvollständiges Urteil des Vogtes zu Boslar und der Schöffen zu Körrenzig (31).
Beschreibung: 3 cm, 73 Bl., lose; Q 1-31, es fehlen Q 30 (Übergabetermin im Protokoll gestrichen), 31, 1 Beilage prod. 11. Okt. 1668. Lit.: Luise Freiin von Coels, Schöffen, in: ZAGV 50 (1929) S. 228ff. Nr. 203.




1563-1567 (1563-1568)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Aufhebung der Bekümmerung von 20 Maltern Roggen des Aachener Bürgers Theis Grevenburg, die der Gerichtsbote Johann auf dem Weg von Erkelenz nach Aachen 1562 in Körrenzig beschlagnahmt hatte.

Aktenzeichen : A 22/34

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen, (Kl.)
Beklagter: Verwalter und Vogt des Amtes Boslar, Konrad Behr; dessen Statthalter Johann Kannengießer und die Schöffen von Körrenzig, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1563 - Subst.: Lic. Amandus Wolff
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Portius 1563 - Dr. Alexander Reiffsteck 1567
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Dingstuhl (Vogt des Amtes Boslar und Schöffen zu) Körrenzig 1562 - 2. RKG 1563-1567 (1563-1568)
Beweismittel: Namen der Schöffen von Körrenzig, 1563 (in Q 4).
Beschreibung: 1,5 cm, 17 Bl., lose; Q 1-4, 4 Beilagen, davon 1 prod. 8. Okt. 1568.




1549 (1546-1549)
Permalink der Verzeichnungseinheit

AufUnterweisung des Hauptgerichts Jülich fällten der Vogt und die Schöffen zu Linden am 22. Nov. 1546 das Urteil, nach dem sich der von Poetgen bekümmerte Clermont vor ihnen zu verantworten hätte. Klage auf Aufhebung des Arrests und auf Nichtigkeitserklärung des Urteils, das gegen gemeines Recht, kaiserliche Privilegien und Verträge der Stadt Aachen mit den Herzögen von Jülich verstoße. 1547 nach einem gütlichen Vergleich Antrag der Appellanten auf Einstellung des Prozesses.

Aktenzeichen : A 23/35

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen als Interessenten für Niklas Clermont (Claremont), Bürger von Aachen, wohnhaft im Aachener Reich, (Bekl.: Clermont)
Beklagter: Reinhart (Reynart, Remhart) Poetgen (Poutgen, Bottgen); ab Jan. 1547 seine Witwe Wupke (= Wibke?), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Wolff (1549) - Subst.: Kaden
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Linden aufAnweisung des Hauptgerichts Jülich (1546) - 2. RKG 1549 (1546-1549)
Beschreibung: 10 Bl., lose; Q 1*-5, 1 Beilage prod. 26. Aug. 1549.




1549-1606 (1431-1566) 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Widerrechtliche Bekümmerung von 500 Tlr. der Aachener Einwohner Johan Nop und Ehefrau des Johann Koch durch das jül. Gericht Bergheim. Der Beklagte sucht sich mit dem Argument zu rechtfertigen, Gerhard Seitz und Gesellen (Karl Unick, Gillis Schroder, der junge Wolff und der Wurffelmacher) hätten in Bergheim „Räuberei“ betrieben und ihre Beute in Aachen „verhandelt“. Auch fänden sie dort mit Wissen des Rates Herberge.

Aktenzeichen : A 44/56

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Vogt Christian Haenstein (Hanstein, Hohenstein) und die Schöffen zu Bergheim
Prokuratoren (Kl.): Dr. Amandus Woulff [1548] 1549 - Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1558
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christopher von Schwabach 1549 - Dr. Ludwig Ziegler - Dr. Adam Werner von Themar 1551 - Dr. Mauritius Breunlyn 1552 - Dr. Alexander Reiffsteck 1564
Prozeßart: Citationsprozeß
Instanzen: RKG 1549-1606 (1431-1566) 12
Beweismittel: Zeugenverhör, 1553 (Q 33). Zettel, mit dem Brunlin sich alle anderen RKG-Prokuratoren substituiert (Bl. 267).
Beschreibung: 2 Bde. , 14 cm; Bd. 1: 7,5 cm, 268 Bl., lose; Q 1-37, 1 Beilage; Bd. 2: 6,5 cm, Bl. 269-622, lose; Q 38-60, es fehlen Q 45*, 48*, Q 56 doppelt vergeben, 2 Beilagen. Q 59-60 bildeten bis zur Neuverzeichnung den RKG-Nachtrag 66. Vgl. RKG 10 (A 45/57).




1558-1606 (1558-1566)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verleumdungsklage wegen der im Prozeß RKG 9 (A 44/56) aufgestellten Behauptung des Beklagten, Personen, die in Bergheim an ihm „Räuberei“ betrieben hätten, hätten in Aachen mit Wissen des Rates Herberge finden und ihr Diebesgut verkaufen können.

Aktenzeichen : A 45/57

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen
Beklagter: Christian Haenstein (Hanstein, von Haenstein), Vogt zu Bergheim
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1558
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Mauritius Breunle [1552] 1558 - Dr. Alexander Reiffsteck [1564] 1564
Prozeßart: Citationis
Instanzen: RKG 1558-1606 (1558-1566)
Beschreibung: 3 cm, 140 Bl., lose; Q 1-15.




1563-1566 (1558-1568)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Arrest von 16 Malter Spelz und 3 Malter Roggen, die die Aachener Bürger Peter Weißenburger und Johann Putz im Erzstift Köln gekauft hatten und nach Aachen bringen wollten, durch den Gerichtsboten zu Eschweiler am 5. März 1562 zu Velden (?) bei Dürwiß (Herzogtum Jülich; Kr. Jülich).

Aktenzeichen : A 51/63

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Vogt Huego von Heinsberg; Schöffen und Gerichtsbote zu Eschweiler (Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1563
Prokuratoren (Bekl.): Melchior Swartzenberger 1563, 1567 - Alexander Reeffstock - Mauritius Breunlin - Philip Seiblin
Prozeßart: Citationis ad videndum se incidisse
Instanzen: RKG 1563-1566 (1558-1568)
Beweismittel: Namen der Schöffen von Eschweiler, 1563 (Bl. 19).
Beschreibung: 25 Bl., lose; Q 1-6, 3 Beilagen prod. 9. Juni 1567 bis 9. Nov. 1568. Bl. 18 ist beschädigt.




1576- 1577 (1566-1578)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen das die Urteile der Vorinstanzen bestätigende Urteil des jül.-berg. Hofrates, das den vom Beklagten wegen einer Schuldforderung von 19 ¿ Tlr. erwirkten Arrest auf blauen Farbstoff (weid, weidt) des Gillis von Tienen als berechtigt anerkannt hat.

Aktenzeichen : A 53/65

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen im Interesse ihres Bürgers, des Färbers Gillis von Tienen (Thenen, Thienen), (Kl.)
Beklagter: Franz Völlers gen. Merzenich, Bürger von Düren, (Bekl.); Intervenient: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sebastian Lingk [1574] 1576
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johan Brentzlin 1576 - für den Herzog: Dr. Christoff Reiffsteck [1567] 1576
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Siersdorf 1571 - 2. Hauptgericht Jülich 1572 - 3. Jül.-berg. Hofrat 1573 - 4. RKG 1576- 1577 (1566-1578)
Beweismittel: Acta priora (Q 5 = Q 9). Intervention der Stadt Aachen für Tienen beim Gericht Siersdorf (25f.). Privilegienbestätigung Kaiser Maximilians II. vom 20. Apr. 1566 für das Marienstift zu Aachen (51ff.). Appellationsprivileg Maximilians II. von 1556 für den Herzog von Jülich (127ff.).
Beschreibung: 3,5 cm, 135 Bl., lose; Q 1-10, 1 Beilage prod. 21. März 1578.




1585-1675 (1576-1594)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Durchführung des von Schöffenmeister und Schöffen zu Aachen in Sachen Maria Neßel ./. Peter Palm gefällten Urteils und Bestätigung, daß der Aachener Oberhof zuständige Appellationsinstanz gegen Urteile des Hauptgerichts Sistig (Kr. Schleiden) ist, nicht die gräflich-manderscheidschen Räte in Schleiden. Nach dem Tod Graf Wolf-Dietrichs von Manderscheid kam der Prozeß ins Stokken.

Aktenzeichen : A 54/67

Enthaeltvermerke : Kläger: Schöffenmeister und Schöffen des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen; Interessentin: Maria (Merge) Neßel
Beklagter: Gräflich manderscheidsche Räte zu Schleiden; Interessent: Peter Palm
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhardus Kalt [1584] 1585 - Dr. Johan Jakob Kremer - Dr. Heinrich Wolff - Dr. Johannes Kirwang (1592) - Lic. Johann Konrad Streitter [1593] 1594
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius [1576] 1585
Prozeßart: Mandati executorialis
Instanzen: RKG 1585-1675 (1576-1594)
Beweismittel: Namen vorgeschlagener Kommissare (Bl. 51). Zettel mit Bitte von Kalt um Ausfertigung der am 24. September (1587) erkannten Kommission (Bl. 83). Zettel mit Bitte von Vomelius um Ausfertigung der am 2 1. Juni 1587 erkannten Kommission (Bl. 86).
Beschreibung: 3 cm, 95 Bl., lose; Q 1-18*, es fehlen Q 15*, 18*, 5 Beilagen. Lit.: Zu Schöffenmeister und Schöffen s. Luise Freiin von Coels, Schöffen, in: ZAGV 50 (1929) S. 296f. und 325f. Zur Frage der Zuständigkeit des Aachener Oberhofes s. ZAGV 47 (1925) S. 108f. und ZAGV 48/49 (1926/27) S. 100 Nr. 125-127.




1587-1615 (1374- 1615)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nullitätsklage betr. ein vom jül.-berg. Hofgericht bestätigtes Urteil vom Hauptgericht Jülich in der Sache Peter Startz ./. Tilman von Velrath wegen Unzuständigkeit. Der Heinsberger Vogt hatte gegen Peter Startz ? Frau nach ihrer Verheiratung vor dem Hauptgericht Jülich eine Personalforderung geltend gemacht, obwohl sie - vorher im Land Heyden ansässig - durch ihre Heirat den Gerichtsstand gewechselt hatte und seitdem das Privileg de non evocando in Anspruch nehmen konnte.

Aktenzeichen : A 55/69

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen im Interesse ihres Bürgers, des Fleischhauers Peter Startz, und seiner Frau Wilhelmine im Vorst, (Bekl.: Wilhelma im Vorst)
Beklagter: Gertrud Steingens (Steinges), Witwe des Tilman von Velrath (Velrod, Velraidt) gen. Meuter, Vogt zu Heinsberg, (Kl.: Tilman)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhard Kalt (1584) 1587, 1587 - Dr. Melchior Kirwang [1592] 1592 - Dr. Johannes Pistorius 1614
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht Jülich 1583-1584 - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Räte) zu Düsseldorf 1584-1587 - 3. RKG 1587-1615 (1374- 1615)
Beweismittel: Acta priora (Q 9). Privilegienbestätigung Kaiser Maximilians II. für Aachen, 1566 (57ff.). Auszüge aus kaiserlichen und herzoglichen Urkunden (Privilegia de non evocando, Erbeinigungen und Bündnisse) (120-160): Kaiser Karl IV., 1374 (RI VIII Nr. 5334) (121f.); König Wenzel, 1376 (122ff.); König Sigismund, 1434 (RI XI Nr. 10798) (124ff.); Kaiser Friedrich III., 1454 (Chmel, RI Nr. 3209) (127ff.); ders., 1467 (ebenda, Nr. 5237) (130f.); König Maximilian I., 1486 (132ff.); König Karl V., 1520 (135ff.); Transsumpt deselben, 1538 (141ff.); desgl., 1525 (144ff.); Herzog von Jülich und Geldern, 15 1399 (147f.); Herzog Reinald von Jülich und Geldern, 1402 (149ff.); Graf Adolf von Berg, 1409 (152ff.); Herzog Reinald von Jülich und Geldern, 1415 (154f.); desgl., 1418 (156f.); Herzog Ruprecht von Jülich und Geldern, 1427 (157ff.). Extractus Protocolli Petitionis et Missivae in Sachen Vorst ./. von Holtzheim (Holtzhum) (wohl Hauptgericht Jülich), 1613-1614 (168ff.).
Beschreibung: 4 cm, 174 Bl., geb.; Q 1-16, es fehlen Q 2, 13*, 4 Beilagen.




1551-1606 (1018-1567)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Rechte im Reichswald gen. Atscher Wald (Eyga, Eystha oder Eitsch) (Grenzbeschreibung: Bd. 1 Q 20 und Bd. 2 Bl. 58f.). Der Amtmann von Wilhelmstein hatte den Aachener Bürger Hans Meier 1551 verhaftet und nach Düren geführt, wo er bis 1553 in Haft gehalten wurde, nachdem der Herzog ihn von der 1551 verhängten Todesstrafe begnadigt hatte. Meier hatte im Auftrag der Kläger den Zehnten von Kohlengruben im besagten Wald erhoben, der sich laut Klage seit 300 Jahren im Besitz der Stadt Aachen befand, welche ihren Bürgern gegen Ableistung des Zehnten das Recht verlieh, dort Erz, Galmei, Blei und Kohle zu suchen und auszugraben. Die Kläger verweisen auf einen Vertrag mit Graf Wilhelm von Jülich von 1269. - Der Beklagte behauptet, der Wald läge im Amt Wilhelmstein und unterstehe seiner Obrigkeit und Rechtshoheit.

Aktenzeichen : A 65/80

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg sowie sein Amtmann zu Wilhelmstein und Boslar: Werner von Palant, Herr zum Berg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Amandus Wolff [1548] 1551 - Lic. Johann Helffmann - Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1558
Prokuratoren (Bekl.): für den Herzog: Themar (1552) - Lic. Mauritius Breunlin [1552] 1552 - Dr. Johann Portius [1554] 1554 - Dr. Alexander Reiffsteck - für Palant: Dr. Ludwig Ziegler 1551 - Dr. Adam Themar
Prozeßart: Mandati
Instanzen: RKG 1551-1606 (1018-1567)
Beweismittel: RKG-Kommissionen (I 109, II 5ff., und III 11). Erwähnung des Vertrags von 1419: Herzog Reinald von Jülich und Geldern erkennt an, daß die von der Stadt Aachen geschaffene Landwehr von Bardenberg bis Weiden (Kr. Aachen) die Grenze des Aachener Reichs sein soll (I 61). Erwähnung von Urkunden von 1407, 1417-1421, 1423 (II 127ff.). Diplom Kaiser Ludwigs des Bayern für Aachen, 1336 (Mummenhoff II Nr. 580) (II 137). Diplom Kaiser Friedrichs III. für Aachen von 1469 bezügl. Vogtei (II 137). RKG-Mandate in Sachen Stadt Aachen ./. Dörfer Würselen und Haaren (vgl. RKG Aachen (A 29/41)), 1527, 1540, 1533, 1553 (II 138ff.). 2 Schreiben der Herzogin Sibylla von Jülich und Berg geb. Markgräfin von Brandenburg (II 301-305). RKG-Mandat von 1. Apr. 1499 (II 376). Diplom Kaiser Friedrichs III. 1475, mit Insert des Diploms Kaiser Heinrichs II., 1018, für das Adalbertstift in Aachen (Druck: Wisplinghoff, Rhein. Urkundenbuch, I, Nr. 5 S. 7) (III 128ff.). Die Eigentümer einer Mühle am Fluß „Powonella“: der Aachener Kanoniker (von St. Marien) Helpricus und die Aachener Bürger Johannes dictus de Cornu und Hermannus molendinarius urkunden im Nov. 1242 (III 152). Urkunde Herzog Reinalds von Jülich und Geldern von 1406: Beilegung des Rechtsstreits zwischen ihm und der Stadt, den Bürgern, den Werkmeistern und Geschworenen des Wollenweberambachts zu Aachen. Diplom König Adolfs von Nassau für Graf Walram von Jülich, 1297 (Mummenhoff: Regesten der Reichsstadt Aachen I Nr. 553) (III 252). Desgl. von 1292 (ebenda, Nr. 501) (III 253). Diplom König Ludwigs des Bayern für Aachen, 1314 (ebd. II Nr. 185) (III 254). Diplom Kaiser Ludwigs des Bayern für Graf Wilhelm von Jülich, 1335 (RI II. Erg.heft S. 322 Nr. 3016) (III 255). Diplom König Karls IV. für Markgraf Wilhelm von Jülich, 1348 (RI VIII Nr. 564) (III 256ff.). Pfandrevers des Ritters Carsilius von Palant des Jüngeren und seiner Gattin Berta von Bergerhausen, 1380: der Herzog von Jülich verpfändet die Vogtei von Aachen an Carsilius und seine Erben (258ff.).
Beschreibung: 3 Bde., 54 cm, Bd. 1: 122 Bl., überwiegend geb.; Q 1- 39, es fehlen Q 38 (im Prot. nicht genannt), 39*, 2 Beilagen; Bd. 2: 1255 Bl., geb.: Zeugenrotulus; Bd. 3: 1666 Bl., geb.: Zeugenrotulus. Am unteren Rand teilweise beschädigt; Vgl. in dieser Sache auch RKG 16 (A 65b/80b), RKG 17 (A 65c/80c), RKG 22 (A 69b/86b), RKG 23 (A 70/87) und RKG 29 (A 74a/90a). Lit.: Jörg Wiesemann, Steinkohlenbergbau in den Territorien um Aachen 1334-1794, Aachen 1995 (Aachener Studien zur älteren Energiegeschichte, Bd. 3), S. 95.




1555-1660 (1548-1658)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Beeinträchtigung der Eigentumsrechte der Stadt Aachen am „Atscher Wald“ (Eygha oder Etscha) und Behinderung der Nutzung der dortigen Kohlengruben und Erz-, Galmei- und Bleivorkommen durch den jül. Amtmann zu Wilhelmstein, Werner von Palant. Die Kläger berufen sich auf kaiserliche Privilegien, wonach die Stadt alle Nutzungsrechte über und unter der Erde, in den Dörfern, Heiden, Wäldern, Feldern usw. und in allen Gemeinden, die seit alters her zur Stadt gehören, innehabe und darüber verfügen könne. Sie beanspruchen, die Schürfrechte an ihre Bürger gegen einen Zehnten vergeben zu dürfen. Der Amtmann von Wilhelmstein hatte den Zehnten für den Herzog erhoben und den geschworenen Werkmann und Aachener Hintersassen Hans Meier (Mayer, Meyer) verhaftet und gefangengesetzt. Die Kläger erwirkten am 18. März 1555 ein RKG-Pönalmandat mit Zitation gegen den Beklagten. Dieser beantragt die Kassation des Mandats und behauptet, die Kläger verletzten die landesfürstliche Obrigkeit und die Ausübung eines Regals, weil der besagte Wald im Herzogtum Jülich, Amt Wilhelmstein, liege. Zum Streitgegenstand vgl. insbes. RKG 15 (A 65/80).

Aktenzeichen : A 65b/80b

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1558 - Lic. Bernhard Henning 1558 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Portius [1554] 1555 - Dr. Alexander Reffsteck
Prozeßart: Mandati poenalis die Etsch und Kolgruben belangend
Instanzen: RKG 1555-1660 (1548-1658)
Beweismittel: Erwähnung des Pönalmandats von 1551 gegen den Herzog von Jülich betr. Hans Meiers Haft (18). Antrag der Kläger, RKG-Kommissare zu ernennen (29). Bennennung von 21 Zeugen durch die Kläger (31f.). Einrede gegen die genannten Zeugen, die mit unter 70 Jahren alle zu jung seien (mit Altersangaben) (34f.).
Beschreibung: 2 cm, 63 Bl., überwiegend geb.; Q 1-17, 2 Beilagen.




1566-1579 (1565-1567)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verschiedene Unrechts- und Gewalttaten zwischen 1545 und 1563 durch Amtleute und Untertanen von Wilhelmstein und andere Befehlshaber des Beklagten im Reichswald. Gerichtszwang, Appellationen von den Untergerichten Düren, Sittard und Monschau nur noch an das Hofgericht des Herzogs und nicht mehr an das Schöffengericht zu Aachen als Oberhof zuzulassen; Arrestierung von Fuhrleuten und Behinderung der Proviantzufuhr nach Aachen sowie ein Edikt des Herzogs von 1562 an seine Amtleute, Vögte und Befehlshaber, den Transport von Getreide, Waid, Wolle, Eisen, Blei, Holz, und Steinkohle nach Aachen zu verhindern; ausstehende Erstattung von 5900 und weiteren 100 guten schweren Goldgulden, die die Vorfahren des Beklagten 1402 und 1415 bei den Klägern aufgenommen hatten; Schädigung von Aachener Gewandverkäufern und -schneidern, denen 1563 verboten wurde, die offenen Jahrmärkte zu Düren, Jülich, Gladbach, Geilenkirchen und anderswo zu besuchen, oder denen das Ellenmaß verweigert wird. - Obrigkeit im Reichswald, der sich über das Aachener Reich und die Landwehr hinaus erstreckt und der sich laut Klägern seit über 300 Jahren in ihrem Besitz befindet und ein „unverteiltes Corpus“ ist und worin sie auch außerhalb der Landwehr Hoheitsrechte besitzen. - Besitz der Pfarrkirchen Würselen und Haaren. Einlassungen des Beklagten: 1. Die Meierei von Aachen ist seinen Vorfahren samt anhängenden Rechten in und außerhalb der Stadt verpfändet worden; 2. Der Reichswald außerhalb der Landwehr untersteht seiner Obrigkeit; 3. Er hat den Kirchspielen Würselen und Haaren die Nutzung des Holzes und die Mästung ihrer Schweine im Reichswald gegen Zahlung von 1 Aachener Heller pro Schwein gestattet und bei Nichtzahlung die Beschlagnahme der Schweine angeordnet.

Aktenzeichen : A 65c/80c

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jakob Friedrich Meurer [1558] 1558
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Portius [1554] 1566 - Dr. Alexander Reifsteck
Prozeßart: Citationis die abstrickung ... belangend
Instanzen: RKG 1566-1579 (1565-1567)
Beweismittel: Grenzbeschreibung des Reichswalds: grenzt an den Jülicher Bröcherwald, an den Wald einer Propstei, für die der Dompropst von Köln zuständig ist, an den jül. Wald von Eschweiler und an das Stift Kornelimünster (10f.). Schadensfeststellung der Beschlagnahme und teilweisen Auslösung der Schweine, 1545 (11ff.).
Beschreibung: 2 cm, 85 Bl., geb.; Q 1-9. Zu den Klagepunkten s. auch RKG 15 (A 65/80). Vgl. ZAGV 10 (1888) S. 42 Nr. 92.




1582-1588 (1570-1594)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verletzung des Augsburger Religionsfriedens von 1555 und eines kaiserlichen Geleitbriefes durch: 1. Rechtsverweigerung des jül. Vogtes zu Aachen in der Strafsache des Bartholomäus von Schrütten ./. seinen Schwager Eberhard von Schin; 2. Sperrung der Landstraßen nach Aachen seit 4. Okt. 1581, woran sich auf Anstiftung des Herzogs auch die Aachener Nachbarn, der Abt von Kornelimünster und Wilhelm von Bongart beteiligten; 3. Beschlagnahme (Arrest) der Güter, Zinse und Renten von Aachener Bürgern im Herzogtum Jülich; 4. Aufwiegelung der Untertanen in Haaren, Weiden und Würselen und anderen zu Aachen gehörigen Dörfern gegen ihre ordentliche Obrigkeit im Zusammenhang mit Religionsstreitigkeiten und Türkensteuer. Konkurrierende Gerichtsbarkeit RKG- Reichshofrat.

Aktenzeichen : A 66/83

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und Konsorten: der Abt von Kornelimünster, Nikolaus von Vorstheim bzw. sein Nachfolger Johann Hammerstein, Wilhelm von dem Bongart, Herr zu Heyden und Blijt, und der Vogt und Meier von Aachen, Johann von Wallum gen. Horpusch
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sebastian Linck [1570] 1582 - Dr. Erhardt Kalt [1584] 1586 Prokuratoren (Bekl.): für Bongart: Dr. Johann Michael Fickler [1581] 1582 - für den Herzog und von Wallum: Dr. Laurentius Vomelius [1579] 1582, 1582, [1592] 1594
Prozeßart: Mandati poenale sine clausula uff den Religion- und Landfrieden, nec non de relaxando, restituendo ...
Instanzen: RKG 1582-1588 (1570-1594)
Beweismittel: Bericht der kaiserlichen Kommissare über die Religionswirren in Aachen, 1581 (27ff.). Kaiserliche Kommissare: Philipp der Alte, Frhr. von Winneburg und Beilstein, und Philipp von Nassau (30). Kaiser an Aachen, 1582 (32f.). Kaiserlicher Befehl an das RKG, 1582: Einstellung des Verfahrens, da die Sache längst vor ihm selbst anhängig sei (34ff.). 19 Schriftstücke aus der Verhandlung in Sachen Religionsfrieden und Türkensteuer 1582 vor Reichsräten, Reichsständen und kaiserlicher Kammer auf dem Reichstag zu Augsburg, 1582 (44-123). Verordnung des Herzogs von Jülich 1582, den am 4. Okt. 1581 gegen Aachen verhängten Handelsboykott so lange einzustellen, wie die kaiserliche Kommission im Streit Aachen ./. Jülich ermittelt (Druck) (129). Ernennung Johanns von Thenen, ehemals Sekretär des katholischen Rats von Aachen, zum Meier und Vogt von Aachen durch den Herzog (s. RKG 19 (A 67/84)).
Beschreibung: 4 cm, 154 Bl., teilweise geb.; Q 1-37, 28 Beilagen, davon 25 = Q 10*-35*, 3 prod. 14. Nov. 1594. Zu den Aachener Religionsstreitigkeiten: Walter Schmitz, Verfassung und Bekenntnis. Die Aachener Wirren im Spiegel der kaiserlichen Politik (1550-1616), Frankfurt 1983 (Europ. Hochschulschriften, Reihe 3, Nr. 202)




1585-1593 (1583-1593)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ernennung des katholischen Johann von Thenen zum Vogt und Meier von Aachen durch den Herzog von Jülich am 6. Nov. 1584. Der protestantische Bürgermeister und Rat klagt auf Rücknahme der Ernennung, da Thenen untauglich sei und die in den 18 Jahren seiner Tätigkeit als Geheimer Sekretär der Stadt erlangten Kenntnisse zu ihrem Nachteil benutze.

Aktenzeichen : A 67/84

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm und Herzog Johann Wilhelm von Jülich und Konsorten: die Aachener Schöffen Leonhard von dem Hove, Wilhelm von Wilre (Weijler, Weyler) (Schöffenmeister), Albrecht Schrick (Schrikh), Jakob Pastor, Gregor und Johann von Wilre
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhard Kalt [1584] 1585, [1585] 1585 - Dr. Melchior Kirwang [1591] 1592 - Lic. Johann Konrad Streiter [1593] 1593
Prokuratoren (Bekl.): für den Herzog: Dr. Laurentius Vomelius [1579] 1585 - für die Schöffen: Dr. Laurentius Vomelius [1585] 1585, 1586 - Dr. Heinrich Stemler [1585] 1585
Prozeßart: Mandati inhibitorii cum clausula
Instanzen: RKG 1585-1593 (1583-1593)
Beweismittel: Pacifications-Rezeß der kaiserlichen subdelegierten Kommissare Johann Zandt von Merle, Statthalter zu Trier, Lic. Konrad Reck, Dr. Wolfgang Eylerbeck und Hans von Seidlitz, 1584 (Ausf.) (37-41). Kopien mehrerer Schreiben Kaiser Rudolfs II., der kaiserlichen Kommission und der Stadt Aachen, die Religionsunruhen in Aachen betr. (105-174). Mandat Rudolfs II. (Kopie) vom 24. Dez. 1588: Aufforderung an die protestantischen Aachener, den katholischen Johann von Thenen als Vogt anzuerkennen (185-188). Namen von Schöffen, 1585 (in Q 2, 4, 5).
Beschreibung: 4 cm, 200 Bl., geb.; Q 1-44*, 32 Beilagen, davon 31 = Q 9*-44*; Bl. 11 (Q 2) zerrissen. Lit.: Coels, Schöffen Nr. 239 S. 284- 288, Nr. 236 S. 276-281, Nr. 244 S. 298-303, Nr. 240 S. 288-291, Nr. 249 S. 316-318, Nr. 251 S. 323-325 und S. 324 und Macco, Beiträge III S. 277f. Anm.




1586-1588, [1570-1588]
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gefangensetzung des ehemaligen Aachener Bürgermeisters Johann Lontzen auf Schloß Jülich wegen Absetzung des Aachener Vogtmeiers Johann von Thenen (Thienen); Forderung, Lontzen gegen Kaution zu entlassen.

Aktenzeichen : A 68/85

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhard Kalt [1584] 1586
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius [1579] 1586
Prozeßart: Mandati de relaxando captivo
Instanzen: RKG 1586-1588 [1570-1588]
Beweismittel: Kaiser Rudolf II. an Bürgermeister, Schöffen und Rat zu Aachen, 1585: Aufruf zu Frieden und Mäßigung in den Aachener Religionsunruhen.
Beschreibung: 1,5 cm, Bl. 1-7, 12-45, geb.; Q 1-8*, es fehlt Q 8*, 3 Beilagen, davon 1 dat. 22. Juli 1588. Bl. 8-11 wurden entnommen, da zu RKG 21 (A 69/86) gehörig. Lit.: Coels, Schöffen, S. 292-296.




1586-1587 (1586-1594)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Arrestierung Aachener Bürger und „etlich tausend Malter Roggen“ am 6. Okt. 1586 auf Befehl des Herzogs von Jülich, wonach ohne ausdrückl. Zustimmung niemand mit „Victualien“ die Straßen des Herzogtums passieren durfte. Als Geschädigte werden Petrus von Bedbur und Huprecht Moll genannt. Der herzogl. Anwalt beruft sich in der Klageerwiderung auf die durch Hungersnot bestehende Notlage und legt auf Anforderung des Herzogs ausgefertigte Berichte der Vögte und Amtleute zum Beweis vor.

Aktenzeichen : A 69/86

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Wilhelm und Herzog Johann Wilhelm von Jülich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhard Kalt [1584] 1586 - Dr. Georg Melchior Kirwang [1591] 1593
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius [1579] 1586, 1594
Prozeßart: Secundi mandati de relaxando arresto, restituendo et amplius non impediendo sine clausula
Instanzen: RKG 1586-1587 (1586-1594)
Beweismittel: Verzeichnis der Untertanen des Amtes Eschweiler und wieviel jeder bis zur nächsten Ernte noch an Roggen benötigt (Bl. 58- 64).
Beschreibung: 3 cm, 92 Bl., lose; Q 1-26, die im Prot. als Q 9*-24* bezeichneten Stücke sind auf den Akten als Q 1-16 bezeichnet, 4 Beilagen, davon 3 prod. zwischen 18. Jan. 1592 und 22. Nov. 1594. Die im Prozeß fehlenden Q 7 und 8 wurden in RKG 18 (A 66/83) gefunden und bilden jetzt Bl. 24a des vorliegenden Prozesses. Der bisherige Nachtrag G 49 wurde als Bl. 91f. diesem Prozeß hinzugefügt; doch ist die Zugehörigkeit nicht endgültig geklärt. Der vor der Neuverzeichnung 2 Bde. umfassende Prozeß A 69/86 mußte in RKG 21 und 22 aufgespalten werden, da es sich um 2 verschiedene Prozesse handelt.




1601-1603 (1592-1601)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Übergriffe des jül. Amtmanns von Wilhelmstein am 21. Jan. 1601 gegen die Dörfer Weiden, Haaren und Würselen (Kr. Aachen), die er als Wilhelmsteiner Lehen behandelt, und des jül. Gerichtsboten des Gerichtes Linden (Herrschaft Heyden) gegen Haaren am 30. Jan. 1601; Klage auf Feststellung, daß in den 3 Dörfern mit dem angrenzenden Busch und dem Atscher Wald die hohe und niedere Jurisdiktion und alle anderen Rechte der Stadt Aachen allein zuständen.

Aktenzeichen : A 69/86

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich und Konsorten: Wilhelm Spies zu Mozenborn, Amtmann zu Wilhelmstein und Eschweiler, Wilhelm von dem Bongart (Bungart), Herr zu Heyden und Blijt, und der Gerichtsbote des Gerichtes Linden (Kr. Aachen), Johann Esser
Prokuratoren (Kl.): Dr. Daniel Seiblin [1600] 1601
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1592] 1601, 1601, 1601
Prozeßart: Mandati der Pfandung
Instanzen: RKG 1601-1603 (1592-1601)
Beweismittel: Am 30. Jan. wurden in Haaren Hermann Kraut und Michael Hausen gefangengenommen.
Beschreibung: 19 Bl., geb.; Q 1-10, es fehlen Q 5*, 7, 8*, 9, 10, 2 Beilagen. Weitere Prozesse um den gleichen Gegenstand: RKG 15 (A 65/80), RKG 16 (A 65b/80b), RKG 23 (A 70/87) und RKG 29 (A 74a/90a). Vgl. ZAGV 10 (1888) S. 49 Nr. 127.




1604-1615 (1603-1609)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Arrestierung der Aachener Ratsherren Johann von Thenen (!) und des Aachener Schöffen Dietrich Belven 1603 in Jülich und der Aachener Bürger Konrad von Gangelt und Mattheis Maubach in Eschweiler 1603 durch jül. Amtleute auf Befehl des Herzogs 23 Johann Wilhelm. Der Herzog hatte angeblich befohlen, alle Aachener Ratsmitglieder gefangenzunehmen und in Haft zu halten, um dadurch von den Aachenern die von beiden Seiten beanspruchte Kriminaljurisdiktion und das Ius collectandi am Bergwerk im Reichswald zu erlangen. Weiterhin sollen sich jül. Soldaten gegen Mühlen bei Aachen und Bewohner von zu Aachen gehörenden Dörfern vergangen und dabei Güter und Personen verschleppt haben.

Aktenzeichen : A 70/87

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich und Konsorten: Werner Huyn von Amstenrade, jül. Marschall und Amtmann zu Brüggen, Johann von Reuschenberg, Amtmann zu Jülich, Wilhelm Spies, Amtmann zu Wilhelmstein, Johann Hoven, Hauptmann
Prokuratoren (Kl.): Dr. Daniel Seiblin (1604)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Andreas Pfeffer 1603, 1604, [1604] 1604, 1604, [1605] 1605, 1605
Prozeßart: Mandat der Pfandung, Pönalmandat
Instanzen: RKG 1604-1615 (1603-1609)
Beweismittel: Klageerwiderungen mit Aufzählung von Fällen, in denen sich die Aachener gegen die Gerichtsbarkeit des Herzogs von Jülich im Reichswald vergangen haben sollen (36-49).
Beschreibung: 3,5 cm, 88 Bl., lose; Q 1 - 15*, 9 Beilagen, davon 5 = Q 2*, 9, 12*-14*. Vgl. RKG 15 (A 65/80).




1605-1607 (1602-1606)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wiederholter Landfriedensbruch. Nachdem am 16. März 1602 eine Truppe von 600 jül. Soldaten in Aachener Gebiet eingefallen waren, städtische Beamte und Soldaten, die kurkölnische Geheime Räte geleiten sollten, vertrieben und bedroht hatten, erwirkte Aachen am RKG ein Mandat de non offendendo. Am 21. und 22. Juli 1603 drangen jül. Truppen - über 600 Mann - bis vor die Tore der Stadt, plünderten und zerstörten Mühlen und Häuser und nahmen Knechte gefangen. Nach Aachener Darstellung hat der Herzog ihre Immobilien in seinem Herzogtum aufzeichnen und mit Arrest belegen lassen. Am 28. Juli 1603 seien dann wiederum jül. Truppen in Aachener Gebiet eingefallen und hätten im Dorf Vetschau (Kr. Aachen) Menschen mißhandelt, Häuser und Höfe, auch Hospital und Waisenhaus, zerstört und geplündert, Vieh weggetrieben und alles, was nicht „nagelfest“ war, mitgenommen.

Aktenzeichen : A 71/88

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Daniel Seiblin [1600] 1605
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Andreas Pfeffer 1605
Prozeßart: Mandati de non offendendo et citationis ad videndum se incidisse in poenam mandati de non offendendo
Instanzen: RKG 1605-1607 (1602-1606)
Beschreibung: 7 Bl., Q 1-5, es fehlt Q 3*. Vgl. ZAGV 10 (1888) S. 52 Nr. 144 (Einführungsjahr und Signatur mit S. 51 Nr. 141 vertauscht).




1607 (1602-1608)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wiederholter Landfriedensbruch. Neben älteren Vorfällen aus den Jahren 1602 und 1603 (vgl. RKG 24 (A 71/88)) beklagen die Aachener zahlreiche neue Übergriffe der Amtleute des Herzogs von Jülich: Wegnahme von 9 Fuder Wein des Aachener Bürgers Hans Gerhard Nortten durch den Amtmann von Monschau 1605; Behinderung des früheren Bürgermeisters Franz Vedderaedt und des Syndikus Lic. Michael Klocker auf dem Weg von Köln nach Aachen; Ausschreitungen beim Besuch der Herzogin Antoinette von Jülich 1606 von seiten ihres Begleitpersonals unter Führung des Marschalls Werner von Amstenrade; Festnahme von der Frankfurter Herbstmesse kommender Aachener Bürger in Bergheim und ihre Verschleppung nach Jülich; Erpressung von 1500 Tlr. und einer Schuldverschreibung von dem Aachener Bürger Hans Fischer durch 8 Jülicher Soldaten, darunter der ehemalige Schultheiß von Aachen, Heinrich Olman; ständige Behinderung der Versorgung der Stadt durch den Herzog.

Aktenzeichen : A 72/89a

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich und Konsorten: derjül. Amtmann von Monschau, Christoph von Rolshausen, der jül. Marschall Werner Huyn von Amstenrade, der jül. Rat und Amtmann von Jülich, Johann von Reuschenberg, und der ehemalige Schultheiß von Aachen, Heinrich Olman
Prokuratoren (Kl.): Dr. Daniel Seiblin [1600] 1607
Prokuratoren (Bekl.): für den Herzog: Dr. Andreas Pfeffer 1607
Prozeßart: Citationis uff die Acht cum annexis mandatis de non molestando die fre ÿ comercia betreffend, auch de non offendendo et restituendo cum clausula
Instanzen: RKG 1607 (1602-1608)
Beweismittel: Besuch der Herzogin Antoinette von Jülich am 18. Feb. 1606 (49-56).
Beschreibung: 2,5 cm, 77 Bl., geb.; Q 1-11, 3 Beilagen prod. 22. Feb. 1608. Exceptiones mit Beilagen B, C, A, gehören wahrscheinlich zu Nr. 24.




1607-1609 (1603-1608)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vorsätzlicher Ungehorsam gegen die am 10. Jan. 1607 in Sachen früherer Prozesse RKG 24 (A 71/88), RKG 25 (A 72/89a) erwirkten kaiserliche Mandate, die die Aachener Bürger vor jül. Übergriffen schützen sollten. Außerdem: Aufhaltung von Aachener Bürgern auf dem Rückweg von der Frankfurter Messe 1607 in Bergheim trotz Geleitgeldzahlung; Angriff von 65 Reitern unter Führung des von der Stadt als Aufrührer proskribierten C. Fröen (?) von Kirchradt auf eine Rotte Aachener Söldner, die von Kirchradt das Geleit der Kaufleute übernehmen wollte; Zurückbringung der Kaufleute nach Jülich, wo ihnen die Waren abgenommen wurden.

Aktenzeichen : A 73/89b

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Johann Raitz gen. Frentz, jül. Kanzler, Domherr zu Speyer und Lüttich; Werner Huyn von Amstenrade, jül. Marschall, Amtmann zu Brüggen; Wilhelm von Neuhof gen. Ley, berg. Marschall; 25 Johann Reuschenberg zu Overbach, Amtmann zu Jülich; Christoph von Rolshausen zu Türnich und Dreiborn, Amtmann zu Monschau; Wilhelm Spies zu Mozenborn, Amtmann zu Wilhelmstein und Eschweiler; Eremund von Orsbeck zu Efferen und Wensberg und Merzenich; Gottfried von Steinen zu Leerbach, Amtmann zu Lülsdorf und Löwenberg; Ludger von Winkelhausen, Amtmann zu Mettmann; Lic. Bernhard zum Pütz, Vizekanzler; Lic. Petrus Simonus Ritz; alle fürstlich jülichsche Räte
Prokuratoren (Kl.): Dr. Daniel Seiblin [1600] 1607
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Andreas Pfeffer 1607, 1607, 1607, 1607, 1607, 1607, 1607, 1607, [1607] 1607, [1607] 1607
Prozeßart: Citationis auf den Landtfriden cum arctiori mandato sine clausula
Instanzen: RKG 1607-1609 (1603-1608)
Beweismittel: Kaiserliches Mandat vom 10. Jan. 1607: die jül. Amtleute und Räte werden dringend zu Wohlverhalten gegen Aachen aufgefordert (20). Beschwerde der Aachener vom 6. Aug. 1603, Übergriffe des Herzogs von Jülich betr. (84-87).
Beschreibung: 2,5 cm, 91 Bl., geb.; Q 1-19, 3 Beilagen.




1656-1659 (1270-1659)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Einhaltung des von Aachen am 31. Okt. 1654 am RKG erwirkten, von der Gegenseite aber wegen angeblicher unberechtigter Gebietsansprüche als „sub- et obreptitie“ bezeichneten Mandats betr. den von jül. Seite im Reichswald gen. Atsch an der Inde angelegten Wasserstau.

Aktenzeichen : A 73a/89c

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein und Konsorten: Reinhard von Recklinghausen, jül. Burgvogt zu Eschweiler; Werkmeister und Arbeiter in Würselen und Haaren (Horn); Vorsteher Hauptmann Hans Crimmenslandt; Vorsteher und Schöffe Cornelius Dick; Martin Grott; Kaspar Hanspet
Prokuratoren (Kl.): Dr. Meckel (1656)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1656] 1658 - Subst.: Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Mandati demolitorii et inhibitorii novi operis sine, de redintegrando vero cum clausula
Instanzen: RKG 1656-1659 (1270-1659)
Beweismittel: Urkunde des Grafen Wilhelm von Jülich als Vogt von Aachen vom 13. Jan. [1270], in der er bekundet, daß die Aachener Schöffen in seiner Gegenwart entschieden haben, daß der Wald, „teutonice dictum Eigha“, Allod des Hauptes des Reiches ist (Mummenhoff I S. 122f. Nr. 237) (6f.). Urteil des Aachener Vogts und Meiers Johann von Wallum gen. Horpusch und der Schöffen von 1536, worin dem Aachener Rat gegen die Ansprüche der Dörfer Würselen und Haaren die Rechte am Reichswald zuerkannt werden (8ff.). Die Appellation von Würselen und Haaren verwerfendes RKG-Urteil zu diesem Streit vom 22. Nov. 1538 (12-22). Bericht des Burggrafen von Eschweiler, Reinhard von Recklinghausen, über die Vorgänge im Reichswald, 1653 (25f.). Zeugenaussagen des Notars Sim(on?) Moll (27-34). Auszüge aus den Amtsrechnungen der Vögte von Wilhelmstein über Abgaben des Kohlewerks gen. Atsch (die Etsch) aus den Jahren 1553/54 bis 1652/53 (etwa alle 10 Jahre) (42ff.). Von Herzog Wilhelm von Jülich bestätigter Vertrag zwischen dem Abt von Kornelimünster und der Stadt Aachen über die Atsch von 1482 (Kopie) (52f.). Urkunde Kaiser Ludwigs des Bayern von 1335 (Vorlage irrtüml.: 1305), Druck: Lacomblet III Nr. 291 (91f.). Auszug aus einer Zeugenaussage des Vogtes von Wilhelmstein, Franz Wilhelm von Weisweiler, 1653 über 2 Tote im Reichswald (93f.). Namen von Aachener Schöffen, 1563 (in Q 3).
Beschreibung: 3 cm, 95 Bl, lose; Q 1-25; es fehlt Q 16, 1 Beilage.




1657-1658 (1657-1658)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzogliches Verbot, im Reichswald Holz zu schlagen; Verhaftung und Gefangenhaltung der Aachener Bürger Johann Christie und Johann Silberberner.

Aktenzeichen : A 73b/89d

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein und Konsorten: Wilhelm von Harff zu Alsdorf, jül. Amtmann zu Wilhelmstein; Franz Wilhelm von Weisweiler, jül. Vogt des Amtes Wilhelmstein
Prokuratoren (Kl.): Mockel (1657)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1656] 1657 - Subst.: Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Mandati auff die Pfandunghs Constitution, de relaxandis captivis nec non restitutorio et inhibitorio sine clausula
Instanzen: RKG 1657-1658 (1657-1658)
Beweismittel: Zeugenaussagen und Schreiben von seiten der Kläger (11ff.).
Beschreibung: 2 cm, 44 Bl., lose; Q 1-19, es fehlt Q 2 (Vollmacht Mokkel), 2 Beilagen, davon 1 prod. 19. März 1658; Deckblatt des Protokolls nur fragmentarisch erhalten, überdeckt durch Aufkleben den ersten Termin.




1658-1684 (1314-1659)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gefangennahme des Aachener Bürgers Johann Silberberner (s. auch RKG 28 (A 73b/89d)) und Verhinderung der Kohlezufuhr aus den Kohlewerken ”im Kybusch und Etsch“ nach Aachen durch Sperrung der Straßen auf Veranlassung des Herzogs, weil die Aachener den stellvertretenden Vogtmeier Johann Goswin Nickel von Koslar (Cosslar), der ”als ein ungezweifelter Aachener Bürger solcher Stadt Botmäßigkeit indubitanter unterworfen“ sei, wegen seines ”extra officium begangenen frevels und ungehorsambs“ bestraft hätten.

Aktenzeichen : A 74a/90a

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henning [1658] 1659 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1656] 1658 - Subst.: Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Mandati de non facti, sed via juris procedendo nec attentando sine clausula
Instanzen: RKG 1658-1684 (1314-1659)
Beweismittel: Kopie der „Erbconcordaten“ und Bündnisse zwischen Herzog Reinald von Jülich und der Stadt Aachen von 1402 (12ff.). Verbundbrief Herzog Reinalds von Jülich, 1418, die Meierei zu Aachen betr. (17). Urkunde Ludwigs des Bayern über das Schöffenamt in Aachen, 1314 (27f.). Auszug aus dem Vertrag zwischen Herzog Johann Wilhelm von Jülich und der Stadt Aachen, 1608, hier Art. 3 (Vogt und Meier) (29f.). Rechnungen der Vögte und Rentmeister von Wilhelmstein betr. das Kohlewerk Atsch (Etscha, Esche), 1552-1581 (31ff.).
Beschreibung: 35 Bl., geb.; Q 1-10; im Prot. eine Reihe von Terminen 1683-1684 gestrichen. Weitere das Kohlewerk Atsch betr. Prozesse: RKG 15 (A 65/80), RKG 16 (A 65b/80b), RKG 22 (A 69/86) und RKG 23 (A 70/87).




1659-1660 (1658-1659)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Landfriedensbruch: 150 jül. Soldaten haben aus der Kelmiskaulen (Kalkgrube) im Kaybusch (Kybusch), in der die Aachener „alle Jura Magistratus, Obrig- und Gerechtigkeiten gehabt“ haben, 2 Werkleute entführt, ihr Eigentum beschlagnahmt und halten sie trotz des am 29. Okt. 1568 ergangenen Mandats in der Burg Wilhelmstein gefangen.

Aktenzeichen : A 74b/90b

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein und Konsorten: Reinhard von Recklinghausen, jül. Burgvogt zu Eschweiler, Franz Wilhelm von Weisweiler, jül. Vogt zu Wilhelmstein
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henning [1658] 1659, [1658] 1659 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1656] 1659 - Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Mandati auff die Pfandungs Constitution ut et de non offendendo et relaxandis captivis sine clausula annexa citatione ad videndum se incidisse in poenam fractae pacis
Instanzen: RKG 1659-1660 (1658-1659)
Beweismittel: Zeugenaussage Diederichs Bogart zum 25. Okt. 1658: der Burgvogt von Eschweiler hat ihm auf die Frage, warum er den Baumeisterknecht Johann Rhat (Rhadt, Rhandt) und andere Werkleute in der Kelmiskaul gefangengenommen habe, geantwortet, er handle auf Befehl seines Herrn (7). Desgl. des regierenden Bürgermeisters von Aachen und des Baumeisterknechts Johann von Rhat (15). Weitere Zeugenaussagen, unter anderem über schlimme Haftbedingungen des Peter Vourken und des Philipp Quadtflieg auf Schloß Wilhelmstein (20ff.). Auszüge aus Rechnungen der Vögte von Wilhelmstein: Einkünfte des Kohlewerks Atsch (die Etsche), 1552- 1560, 1641-1646 (36ff.).
Beschreibung: 39 Bl., lose; Q 1-15, Q 15 doppelt verhanden.




1683-1688 (1270-1688)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund der Klage ist ein Streit um die Ausführung eines 1660 zwischen dem Herzog von Jülich-Berg und der Stadt Aachen geschlossenen Vergleichs (u.a. um die Zuteilung von Rechten und Ansprüchen in Reichswald und Atsch einschließlich der Nutzung der dortigen Galmey- und Erzgruben; Jurisdiktionsrechte von fürstlichem und städtischem Gericht über Hof- und Forstgüter im Aachener Reich). Der Herzog warf der Stadt Nichterfüllung dieses Vergleichs vor und hatte Zwangsmaßnahmen zu seiner Durchsetzung angedroht und schließlich teilweise durchgeführt. Die Stadt bezweifelt die Nichterfüllung, verweist auf Verträge von 1402 und 1418, in denen Wege zur Beilegung von „Mißverständnissen“ festgelegt worden seien, und fordert, dem Herzog die Durchführung seiner Drohungen zu untersagen und ihn auf die festgelegten Wege der Konfliktregelung zu verweisen. Der Herzog dagegen erklärt, seine Maßnahmen erst ergriffen zu haben, nachdem die Stadt Güteverhandlungen immer wieder verzögert habe. Das Mandat wurde seinem Inhalt nach im Jan. 1683 auf ein Extrajudizialdekret hin ausgefertigt, nachdem der Prozeß bereits im April 1681 erkannt worden sei.

Aktenzeichen : A 74c/90c

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein 29
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henning [1658] 1683 - Subst.: F. E. Albrecht - Dr. Franz Heinrich Krebs [1681] 1686
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer [1682] 1683 - Subst.: Dr. Johann Franz Matthias
Prozeßart: Mandati de non via facti, sed iuris procedendo sine clausula; 1686 Ulterius mandatum de non via facti sed iuris procedendo, cum mandato de cassando sine clausula et citatione ad videndum se incidisse in poenam simplici mandato de non via facti sed de iuris procedendo insertam
Instanzen: RKG 1683-1688 (1270-1688)
Beweismittel: Urkunde Ludwigs des Bayern von 10. Mai 1336, in der er einer aus den späteren Aachener Schöffen Johannes dictus de Eyghorne, Alexander dictus de Surse und Johann de Royde bestehenden Aachener Gesandtschaft alle städt. Rechte bestätigt und erneuert (Mummenhoff II S. 266 Nr. 580) (36f.). Urkunde Graf Wilhelms von Jülich von 1270 (38). Auszug aus dem Vertrag von 1576 zwischen Herzog Wilhelm von Jülich sowie Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen, hier Punkt 3. über die Kohlegruben und Bergwerke in der Atsch und im Reichswald (39f.). Desgl. von 1660 zwischen Herzog Johann Wilhelm und der Stadt Aachen über die Vogtei und Meierei (41f.). Zeugenaussagen von 3. Mai 1686 zu den Tumulten, die die „Maiorsdiener“ am Abend des 2. Mai in Aachen bei einer versuchten Hausdurchsuchung verursachten (72-82). Karl IV. an Erzbischof Walram von Köln, 5. Aug. 1349 (REK V 1559 S. 417f.) (90f.). Desgl. an Bischof Engelbert von Lüttich (Mummenhoff II S. 386 Nr. 30 851) (92f.). Desgl. an Markgraf Wilhelm von Jülich, 1349 (ebenda Nr. 854) (94f.).
Beschreibung: 2,5 cm, 108 Bl., lose; Q 1-47.




1537-1606 (1166-1567)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bekümmerung von Aachener Bürgern durch den Schultheißen Düren auf schriftliche Anordnung des Herzogs; Verletzung kaiserlicher Privilegien; Sperrung der Viktualienzufuhr nach Aachen. Die Kläger erwirken ein Inhibitionsmandat vom 17. Dez. 1537, die Bekümmerung von Aachener Bürgern einzustellen, am 18. Feb. 1538 ein verschärftes Inhibitionsmandat. Später auch Besitzstreit um den Reichswald, die Atsch (Etsch, Eyga) (vgl. RKG 15 (A 65/80)) und Rechtsstreit um die Vogtei- und Meiereirechte in Stadt und Reich Aachen. Einreden bzw. Gegenklage des Beklagten: Die Kläger verletzen die jül. Vogtei- und Meiereirechte, wozu Geleitrecht, Verleihung des Münzrechts, Ein- und Absetzung von Meier, Vogt, Amtmann, Schultheißen, Meiersschreiber, Knechten, Boten und Scharfrichter, Kriminalgerichtsbarkeit, Bann- und Friedensgebot, Verhaftung und anderes mehr gehören.

Aktenzeichen : A 76/92

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen
Beklagter: Herzog Johann von Jülich, Kleve und Berg und seine Nachfolger
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Helffman [1531] 1537 - Dr. Amandus Wolff [1546] 1549 - Dr. Jakob Friedrich Meurer 1564
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad von Schwabbach [1531] 1538 - Dr. Hieronimus Lerchenfelder - Lic. Mauritius Breunlin [1550] 1552 - Dr. Johann Portius [1554] 1554 - Dr. Alexander Reffsteck
Prozeßart: Mandatsprozeß
Instanzen: RKG 1537-1606 (1166-1567)
Beweismittel: Bd. 1: Schreiben von Bürgermeistern, Schöffen und Rat der Stadt Aachen an Meister Johann von Stomelen zu Speyer, 1538, der Herzog von Jülich beachte das verschärfte Inhibitionsmandat (vom 18. Feb. 1538) nicht und habe ein neues Edikt am 11. Aug. 1538 erlassen, daß die Viktualienzufuhr nach Aachen gesperrt werden soll (I 91). Urkunde Herzog Ruprechts von Jülich und Berg von 1427 für Aachen (I 110-112). Benennung von Kommissaren durch den Kläger, 1538: Johann von Schenred, Johann Mynten und Ludwig von Linzenich (I 147). Desgl. durch den Beklagten, 1550: Engelbert von Hemsteden, Dr. Hermann Diethart vom Hamm und Dr. Johann Anhalt (Anhaldt) (I 162). Desgl. durch den Kläger, 1550: Bonifatius Colin und Eberhart Koe (I 164). Ablehnung dieser wegen Parteilichkeit durch den Herzog von Jülich: Colin ist der Bruder des amtierenden Bürgermeisters Melchior Colin, und Eberhart Koe wohnt nahe bei Aachen und ist mit Aachener Bürgermeistern, Schöffen und Ratsherren versippt (I 168). Anstelle der vom RKG am 7. Jan. 1551 abgelehnten Kommissare Benennung neuer durch die Kläger am 16. Jan.: Johann Polhart und Ambrosius Schemarts (I 186). Desgl., 1551: Leonhart von Dammerscheidt, Dr. Konrad von Sittart (Zythart) (I 187). Vom Beklagten am 19. Dez. 1552 benannte Kommissare: Egidius Hemstetter, Dr. Johann Anhalt (I 299f.). Weitere Kommissare von seiten des Klägers, 1553: Dr. Konrad Betzdorf und Lic. Eberhart von Sittart (I 338f.). Urkunde Graf Wilhelms von Jülich für Aachen, 1270 (I 362). Undatierter Auszug aus einer Urkunde betr. Dörfer innerhalb der Bannmeile um Aachen (I 363). Desgl. aus einem Vertrag zwischen Aachen und Kornelimünster, den Grenzverlauf im Wald Atsch (Etsch) betr. (I 364). Urkunde Herzog Wilhelms von Jülich, betr. den Streit der Stadt Aachen mit Wilhelm von Goir, Abt von Kornelimünster, um Eilendorf (Kr. Aachen) und den Wald Atsch von 1542 (I 367f.). Erwähnung des Prozesses des verstorbenen Herzogs Johann von Jülich ./. Bernard Spiegel (I 388). Benennung von Kommissaren durch den Beklagten, 1566: Lic. Walter Fabricius, Lic. Bernhard Tongern, Lic. Heinricus Darsius (I 478). Bd. 2: Verhör von 194 Zeugen aus Aachen und Umgebung, darunter zahlreiche Ratsherren, Schöffen, andere Ratsverwandte, Amtsträger, städt. Bedienstete, mit Alters- und Herkunftsangaben von 1556; Bd. 3: Zeugenverhör von 1566 in Aachen und Brüssel, dort vor allem von Mitgliedern des Rates von Brabant (III 1-84). Abschriften zahlreicher Dokumente (III 85-506), unter anderem: Anna von Bayern, Herzogin von Berg und Gräfin von Ravensberg, an Aachen, 1406, betr. Marienstift (III 87); Herzog von Brabant an Aachen, 1423, betr. Geleit (III 90); Thonis von Palant zu Reuland an Aachen, 1464 (III 123f.); Schreiben des Schöffen Thomas Ellerborn, 1464 (III 161); Kaiser Friedrich III. an Aachen, 1474 (III 163); Kaiser Maximilian I. an Aachen, 1494 (III 165); ders. an Aachen, 1512 (III 167); Schreiben Johanns von Palant zu Wildenburg und zu Berg, Landdrost des Landes Jülich, an Aachen, 1525 (III 167); Kaiser Sigismund an Papst Martin V. vom 4. Nov. 1421 (III 170). Ritter Dietrich von Burtscheid, Schöffenmeister des Landes von Jülich, an Aachen, 1482 (III 199). Johann Graf von Salm zu Reifferscheid, Dyck und Alfter, Erbmarschall, an Aachen, 1432 und 1433 (III 200-202). Bd. 4: Zeugenverhör samt Dokumenten, Aug. - Dez. 1556 zu Aachen, unter anderem Liste der 1. Zeugenladung, 1556 (IV 78-100). Jül. Rezeß vom 9. März 1538 zwischen jül. Räten und Aachener Abgeordneten (IV 236-241). Vertrag zwischen Herzog Reinald von Jülich und Geldern und dem Wollen-32 weberambacht von Aachen vom 2. Feb. 1406 (IV 241-251). Liste der 2. Zeugenladung, 1556 (IV 260-271). Auszüge aus den Aachener Ratsbüchern (Ratsübereinkünfte und Dekrete) von 1517-1551 (IV 304-380). Auszüge aus dem Aachener Rats- oder Ratsmemorialbuch, 1514 beginnend (IV 381-392). Auszüge aus dem Aachener Blutbuch (Bloitbuch) oder Liber excessium oder Exzeßbuch (Sentenzen) (IV 394-397). Auszüge aus dem Ratsbuch, 1394-1552, teils auch aus dem Kurbuch (IV 398-544). Abschriften kaiserlicher und königlicher Privilegien und Mandate für Aachen (IV 544-735, 745-753). Päpstliche Privilegien für Aachen, unter anderem Innozenz VIII., 1485 und 1488 (IV 736-744). Abschriften von Verträgen zwischen den Herzögen von Jülich und der Stadt Aachen, 1375-1482 (IV 754-787). Mandate Kaiser Karls V. und Bittgesuche Aachener Bürger an ihn (IV 788-800) und Aachen, 1532 (IV 811f.). Urfehdebriefe, 1390-1548 (IV 813-894). Abschriften der Geleitbriefe Karls V. für Juden, 1530 (IV 894-901). Anfangs- und Enddaten der vorgelegten Aachener Rats-, Kur- und Exzeßbücher (IV 914-922). Gesetze und Ordinanzen der Kur, 1338- 1540 (IV 923-947). Auszüge aus den städt. Kostenbüchern, 1536 und 1538 (IV 948f.). Liste der Zeugen (IV 965-977). Herzog Reinald von Jülich und Geldern beurkundet die Einigung zwischen ihm und dem Wollenweberamt vom 3. Feb. 1406 (IV 1011-1020). Auszüge aus den Aachener Schöffenbüchern, 1468-1540 (IV 1041-1068). Auszüge aus Zunftrollen (1073a-1116).
Beschreibung: 4 Bde., 57 cm; Bd. 1: 11 cm, 515 Bl., überwiegend geb.; Q 1-139*, es fehlen Q 20, 39*, 78*, 88, 89, 92, 101 (im Prot. nicht genannt), 103, 112 (im Prot. nicht genannt), 113, 115, 116, 122*, 123, 124, 126 (im Prot. nicht genannt), 130, 131, 138*, 139*, 3 Beilagen, davon 1 = Q 94; Bl. 472 (alte Zählung: 505a) lag bis 2. Okt. 1984 unfol. im Prozeß RKG 5580 (T 118/666); Bd. 2: 21 cm, 1295 Bl., geb.; = Q 122*, Zeugenrotulus; Bd. 3: 4 cm, 206 Bl., geb.; Zeugenrotulus; Bd. 4: 21 cm, 1116 Bl., aufgerissene Bindung, am Schluß unvollständig; Zeugenrotulus.




1588-1593 (1402- 1595)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Avokation an ein fremdes Gericht bzw. Ausübung eines fremden Gerichtszwangs. Herzog Wilhelm V. von Jülich hatte 1586 den Aachener Altbürgermeister Johann Lontzen (Lontzin) in seinem Jülicher Schloß gefangengehalten und gegen ihn am 3. Aug. 1587 vor dem Hauptgericht Jülich einen Kriminalprozeß eröffnen lassen. Das Hauptgericht hatte 1587 den Fall zur Privatsache erklärt und somit die Beschwerde gegen den Gerichtsstand abgewiesen. Der jül. Prozeß griff in ein noch am kaiserlichen Hofgericht (?) wegen der Aachener Religionswirren von 1580 schwebendes Verfahren ein (vgl. RKG 18 (A 66/83)). Die Kläger erwirkten 1588 ein RKG- Inhibitionsmandat gegen den Richter des Hauptgerichts, in der Sache weiter zu verhandeln.

Aktenzeichen : A 77/94

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen (Intervenienten für den Bekl. Johann Lontzen)
Beklagter: Dr. Heinricus Codonaeus, herzogl.-jül. Generalprokurator zu Jülich, als Interessent der Herzog von Jülich, (Kl.: Generalprokurator)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Erhard Kalt [1584] 1588 - Lic. Johann Leonard Streitt [1593] 1595 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius [1579] 1586 - Dr. Laurentius Vomelius Stapert 1592
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht Jülich 1587 - 2. RKG 1588-1593 (1402- 1595)
Beweismittel: Acta priora (Q 10). Kaiser Rudolf II. an die neuen (protestantischen) Bürgermeister, Schöffen und Rat von Aachen, 1585 (22-32). Johann Lontzen samt Simon Engelbrecht, Dietrich von Hillensberg und andere haben durch Peter von Zevel in der Krämergaffel verkünden lassen, daß der Herzog von Jülich die Stadt Aachen in seine Dienstbarkeit bringen wolle, wie er es mit Düren gemacht habe (37). Fälle des Judengeleits und Geleitgeldes (40f.). Von appellat. Seite vorgebrachte Fälle von Strafverhinderung Kaiser Maximilians II. für Aachen, 1566, worin ein Privileg Karls des Großen erwähnt wird (46f.). Vertrag Herzog Rainalds von Jülich und Geldern mit Aachen, 1402 (67-71). Bestätigung des Erbvertrags durch Herzog Adolf von Berg, 1409 und 1424, Herzog Ruprecht 1427, Herzog Gerhard 1438 und Herzog Wilhelm.
Beschreibung: 2,5 cm, 94 Bl., teilweise geb.; Q 1-10, 2 Beilagen prod. 14. Nov. 1594 und 6. Feb. 1595. Vgl. RKG 20 (A 68/85).




1666-1683 (1617-1683)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anerkennung des Aachener Schöffenstuhls als rechtmäßige 1. Appellationsinstanz für die Herrschaft Dyck (Kr. Neuss), auch in Lehenssachen. Die Schöffen leiten ihr Recht, unmittelbare Ober- und Appellationsrichter zu sein, ab von einem Privileg Karls des Großen mit dem „ius resortus“, wonach zuerst alle diesseits der Alpen, nunmehr aber noch viele kaiserliche Stätten, Flecken und Herrschaften nach Aachen zu appellieren pflegten, und von einer alten Reichsmatrikel, wonach Dyck zu diesen Herrschaften gehört. Einlassungen der Beklagten: 1. der streitige Lehnshof in der Herrschaft Dyck gehört immediat an die Lehnkammer Dyck und findet sich nicht in der Reichsmatrikel; 2. Präzedenzfälle von Prozessen an der Lehnkammer Dyck.

Aktenzeichen : A 78/95

Enthaeltvermerke : Kläger: Schöffenmeister und Schöffen der Stadt Aachen
Beklagter: Räte oder zur Regierung verordnete Räte zu Düsseldorf; als Intervenient: Graf Ernst Salentin zu Salm und Reifferscheid
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht [1665] 1666 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): für den Grafen zu Salm: Dr. Johann Leonhard Schommartz 1666 - Subst.: Lic. Johann Eichrodt - Lic. Johann Eichrodt [1682] 1683 - Subst.: Dr. Philipp Franz Högele - für Jülich- Berg: Lic. Johann Wallraff [1656] 1666 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Mandati de exequendis requisitorialibus cum clausula
Instanzen: RKG 1666-1683 (1617-1683)
Beweismittel: Auszug aus der Aachener Appellations-Matrikel (17). Abschrift eines jül. Dekrets in Sachen der Gebrüder Gerhard, Wilhelm und Hermann von Hochsteden ./. Graf Ernst von Salm, 1665; Präzedenzfälle zugunsten der Beklagten (29ff.). Auszug aus dem Prozeß Erben Hochsteden ./. Florenz Hartard [von Boetzelaer], Frhr. zu Aspern, Langerak und Rheydt, Herr zu Odenkirchen, betr. Rath, vor der gräfl.-dyckschen Mannkammer (35f.). Ladung des Schultheißen des Amtes Aldenhoven durch den Vogt des Gerichts zu Dyck, 1660 (37).
Beschreibung: 1,5 cm, 52 Bl., lose; Q 1-19, 3 Beilagen prod. 23. Nov. 1683.




1793-1803 (1336-1799)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verletzung der zwischen dem Herzog von Jülich und der Stadt Aachen 1660 und 1777 geschlossenen Verträge, des Landfriedens und des Reichsabschieds von 1594 § 75 (kein Reichsstand darf den anderen mit der Einlegung von Truppen bedrohen) durch die beabsichtigte Einquartierung von kurpfälzischen Truppen in Aachen, insbes. Besetzung der Hauptwache und der Stadttore; Ersatz der verursachten Kosten. Der jül. Vogtmajor von Geyr hatte dem kaiserlichen Oberleutnant Franz von Vilander zu Landsburg vorgeschlagen, bei Abzug der kaiserlichen Truppen von Aachen das Kölner Tor, die Stadthauptwache im Rathaus und das Jesuitenkolleg nicht den städtischen, sondern den kurpfälzischen Truppen zu übergeben.

Aktenzeichen : A 79/96

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der kaiserlichen Reichsstadt Aachen
Beklagter: Herzogl.-jül. Landesregierung zu Düsseldorfund Vogtmajor Geheimrat Frhr. von Geyr (Geyer) zu Aachen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Jakob Dietrich von Bostell [1786] 1793 - Subst.: Dr. Wilhelm Christian Rotberg
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Wilhelm Christian Rothberg [1791] 1793 - Subst.: Dr. Joh. Jakob Wickh - Dr. Matthäus Joseph Schick [1799] 1799 - Subst.: Lic. Sipmann
Prozeßart: Mandatide non offendendo, contraveniendo scilicet transactionibus annis 1660 et 1777 initis, et resarciendo causatas expensas sine clausula
Instanzen: RKG 1793-1803 (1336-1799)
Beweismittel: Protokoll der Aachener Ratssitzung vom 8. Apr. 1793 (20). Auszug aus den Verträgen von 1660 und 1777 (21f.). Diplome Kaiser Ludwigs des Bayern für Graf Wilhelm von Jülich, 1336, und Kaiser Friedrichs III. für Bürgermeister, Schöffen und Rat von Aachen, 1469 (44). Diplom Kaiserin Maria Theresias, 1773, die in der ihr als Herzogin von Brabant zukommenden Eigenschaft als Obervogt von Aachen in den 1769 entstandenen Streitigkeiten zwischen dem Herzog von Jülich und der Stadt Aachen um die Vogteirechte eingreift und dem Hofrat und Geheimen Staatsoffizial August Gottlieb von Lederer, Ritter des Hl. Stephansordens, Handlungsvollmacht in dieser Sache erteilt (58-61).
Beschreibung: 1,5 cm, 63 Bl., lose; Q 1-16.




1693-1694, 1808 (1596-1694)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Fortsetzung der Lieferung derjährlichen Erbrente von 20 Mltr. Hafer und 5 Mark zuzüglich 1000 Bauschen Stroh an den Zehnthof der Appellanten in Düren, durch den Schultheißen von Düren aus den herzogl. Gefällen gezahlt und der Hofkammer zu Düsseldorf berechnet. Die Appellanten stützen ihre Rechtsansprüche auf eine Schenkung Kaiser Ottos von 941 (Wisplinghoff, Rh. Ukb. Nr. 22), auf einen Vergleich zwischen ihnen und dem Herzog Johann Wilhelm I. von Jülich, Kleve und Berg 1596 und auf das Gewohnheitsrecht. Bereits 1583 waren in dieser Sache Streitigkeiten entstanden, die anscheinend durch den Vergleich von 1596 vorläufig beigelegt wurden. Am 8. Juli 1621 erging jedoch eine herzogl. Anweisung an den Schultheißen von Düren, die Erbrentzahlungen einzustellen, wogegen die Klägerin 1622 Einspruch erhob. 1691 urteilte die Hofkammer in Düsseldorf in eigener Sache, die Lieferungen einzustellen.

Aktenzeichen : A 83/101

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitulare des Marienstifts zu Aachen, (Kl.)
Beklagter: Jül.-berg. Hofkammer (Präsident Frhr. von Zweifel (Zwyffel) und Kammerräte) zu Düsseldorf, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Albrecht (1693)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkammer in Düsseldorf 1691 - 2. RKG 1693-1694, 1808 (1596-1694)
Beweismittel: Auszug aus der Dürener Kellnereirechnung des Mattheus Mockel, 1628-1629 (5f.). Herzog Wolfgang Wilhelm an den Schultheißen zu Düren, 1621: Einstellung der Lieferung von 20 Mltr. Hafer (13). Präzedenzfall: Herzog Wolfgang Wilhelm an den Beamten zu Wilhelmstein 1645 zugunsten Johannas von Eys gen. Beusdael ./. Ferdinand von dem Bongart zu Heyden (17).
Beschreibung: 27 Bl., lose; Prot., in dem die Übergabe von Aktenstükken ohne Quadrangelvergabe verzeichnet ist, 8 unquadrangulierte Aktenstücke prod. zwischen 10. Nov. 1693 und 19. Jan. 1694.




1697-1698, 1808 (1349-1698)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Besteuerung der Zehnten des Marienstifts im jül. Amt Monschau. Der Herzog hatte den Amtleuten von Monschau befohlen, das Stift zur Abführung rückständiger Steuern anzuhalten.

Aktenzeichen : A 86/104

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitel des Marienstifts in Aachen, (Kl.)
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Berg, (Bekl.: jül. Amtleute von Monschau)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1697 - Subst.: Dr. Joh. Paul Fuchs (1697)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei zu Düsseldorf, extrajud. 1582- 1696 - 2. RKG 1697-1698, 1808 (1349-1698)
Beweismittel: Acta extrajudicialia (Bd. 2). Schreiben des Herzogs von Jülich, 1631, betr. mit dem Marienstift strittige Zehnten (17). Formel des Eides, den der deutsche König dem Kapitel der Marienkirche zu leisten hat (46, dass. mit geringen Abweichungen 77f.). Urkunde Herzog Gerhards II. von Jülich und seiner Gemahlin Sophia von Sachsen, 1473: Bestätigung der Rechte des Kapitels des Marienstifts Aachen in Bezug auf ihre Höfe im Herzogtum und Amt Jülich: Ameln, Opherten, Bettendorf, Oidtweiler und Hoengen (46-52). Regesten mehrerer kaiserlicher Privilegien für das Marienstift: Karl IV. 1349 über Weinerträge (Mummenhoff II Nr. 839 S. 380f.), ders. 1359 über Zollfreiheiten, Friedrich III. 1474 Bestätigung eines früheren Urteils, wonach das Marienstift mit ererbten und anders erworbenen Gütern nach Belieben verfahren kann, 1508 Maximilian I. Privilegien-Bestätigung und Schutzzusage (86-90).
Beschreibung: 2 Bde, 12 cm; Bd. 1: 1 cm, lose; Q 1-8, 10; Bd. 2: 11 cm, geb.; = Q 9.




1535-1544 (1522-1543)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbe des Ruotger Meupges (Meupgens), dessen Witwe Katharina den Jakob Kraux heiratete. Ruotger hatte in seinem Testament nicht eindeutig über Renten und Güter verfügt, so daß es nach Katherinas Tod zum Streit über die Bedingungen ihres Heiratsvertrag mit Jakob kam, und zwar zwischen Ruotgers Tochter Ottilie, Konventschwester im Kloster Marienthal, und Ruotgers Neffen Hermann, Konventbruder des Klosters zum Paradies, einerseits und Jakob Kraux bzw. seinem Sohn Johann (wohl aus erster Ehe mit einer Maria) andererseits.

Aktenzeichen : A 88/106

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Lehen, Pater im Kloster Marienthal (Mergenthal) in Aachen namens der Konventschwester Ottilie und Konsorten: der Prior zu Paradies [Wilhelmitenkloster in Düren] namens des Konventbruders Hermann; Johannes Braß; Walraf zum Steven, beide Bürger der Stadt Düren, (Kl.)
Beklagter: Johann Kraux (Craux, Krotsch, Kratsche), (Bekl.: Jakob Kraux, Johanns Vater)
Prokuratoren (Kl.): Philipp Beumann 1534 - Ludwig Ziegler - Hieronymus Lerchenfelder - Werner Adami - Mauritius Breunle - Lodowicus Herter
Prokuratoren (Bekl.): . Ludwig Ziegler 1535 - Mauritius Brunlin - Sibert Louvenberch
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen der Stadt Düren mit Unterweisung ihres Oberhofs, des Hauptgerichts Aachen 1532-1534 - 2. RKG 1535-1544 (1522-1543)
Beweismittel: Acta priora (Q 6a). Verschiedene Zeugenaussagen zu den strittigen Renten (16ff.). Testament des Jakob Kraux vom 20. Jan. 1534 (27-29). Inhalt des Testaments des Ruotger Meupges vom 3. April 1522 (95). Testament der Mergen Heuffs, Ehefrau von Jacob Kraux, 1526 (Bl. 116-119).
Beschreibung: 4 cm, 145 Bl., lose; Q 1-28, 3 Beilagen, davon 1 mit Quadrangelzeichen im Quadrangel.




1533-1550 (1436-1549)
Permalink der Verzeichnungseinheit

8¿ Morgen Ackerland in Boslar (Kr. Jülich), welche Giese als Erbgüter betrachtet, während die Appellanten sie wegen verfallener Erbpacht für sich beanspruchen.

Aktenzeichen : A 95/113

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitel des Stifts St. Adalbert in Aachen, (Kl.)
Beklagter: Lamprecht Giese (Gyse, Gise, Giesse) aus Baesweiler (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Leonhard Hochmiller 1533 - Dr. Johann Heckel 1549 - Dr. Johann Deschler - Dr. Johann Portius - Dr. Amandus Wolff - Dr. Jakob Huckell Prokuratoren (Bekl.): Hieronymus Lerchenfelder 1533 - Georg Decker - Mauritius Breunle 1540 - Ludwig Zigler - Christoph Hoss
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffengericht (Schultheiß und Schöffen) zu Baesweiler auf Unterweisung des Hauptgerichts Jülich 1525-1533 - 2. RKG 1533-1550 (1436-1549)
Beweismittel: Acta priora (Bl. 13-29). Erbbrief Wilhelms, des Johan Smytz Sohn, und des Arnolt Schasselmann, beide aus Baesweiler, 1436: sie erbpachten vom Kapitel St. Adalbert in Aachen Ackerland (ca. 85 Morgen in 30 Parzellen) und Kurmeden aus verschiedenen Höfen und Gütern zu Baesweiler (20-24). Urteil vom 16. Dez. 1525 der Schöffen des Hauptgerichts Jülich: der Schultheiß von Setterich (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg) muß St. Adalbert die Pacht zahlen (24f.). Nebenurteil des Hauptgerichts Jülich vom 29. Okt. 1533: Lamprechts (Gieses) Forderungen gegenüber Korffmacher bestehen zu Recht (25). Desgl. vom 14. Feb. 1533: Lamprecht (Giese) behält gegen die Ansprüche des Johann Erven van Aldenhoven, Anwalt von St. Adalbert, Recht (28). Akten der in dieser Sache eingesetzten kaiserlichen Kommission, bestehend aus Johann von Kirchherten, Pastor von St. Katharina bei Aachen, Johann von Erkelenz, Pastor zu „Gemelich“, und Johann von Lutzenburg zu Aachen, 1537- 1538 (59-184). Zeugenaussagen (121-183).
Beschreibung: 5 cm, 193 Bl., lose; Q 1-20, 1 Beilage wohl = Q 6. Vgl. ZAGV 10 (1888) S. 32 Nr. 32 und RKG 40 (A 96/114).




1533-1550 (1436-1549)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herausgabe von Erbpachtgütern zu Baesweiler (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg) an die Appellanten durch die Besitzer wegen nicht oder nicht rechtzeitig gezahlten Kanons und dadurch gegebenen Heimfalls.

Aktenzeichen : A 96/114

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitel des Stifts St. Adalbert in Aachen, (Kl.)
Beklagter: Johann Reussen (Ruysen, Reysen, Reyss) zu (van) Schleiden (Sleiden) und Konsorten, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Leonhart Hochmiller 1533 - Lic. Bernhart Mey [1543] 1543 - Dr. Johann Hechel [1549] 1549 - Dr. Johann Deschler - Dr. Johann Portius - Dr. Amandus Wolff - Dr. Jakob Hukkel
Prokuratoren (Bekl.): Hieronymus Lerchenfelder 1533 - Hieronymus Heuser - Christoph Hoss 1540 - Dr. Ludwig Ziegler - Mauritius Breunle
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffengericht zu Baesweiler auf Unterweisung des Hauptgerichts Jülich 1532 - 2. RKG 1533-1550 (1436-1549)
Beweismittel: Acta priora (14-27). Aussage Reussens, mit Benennung von Zeugen, daß er der rechtmäßige Erbe der Güter seiner Eltern sei, da der 2. Mann seiner Mutter lediglich Leibzüchter (Nutznießer) war (19f.). Erbbrief von 1436 (22-26). RKG-kommissarisches Zeugenverhör (57-148). Zeugenaussagen (107-147).
Beschreibung: 4 cm, 160 Bl., lose; Q 1-21. Vgl. RKG 39 (A 95/113).




(1695 -) 1808 (1506-1696)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vollzug eines zugunsten des Klägers ergangenen Reskripts der jül.-berg. Regierung zu Düsseldorf: Zahlung von jährlich 11 Muth (Müdde) Roggen und 11 Muth Hafer von den im Amt Schönforst liegenden Besitzungen des Guts Neuenhof (Gde. Brand/ Kr. Aachen) durch die Erben Mülstroe an die (zum Aachener Jesuitenkolleg gehörige) Servatiuskapelle, auch Schönforster Kapelle genannt. Im Jahre 1370 hatten die beiden Brüder Henrich gen. Wolf, Priester, und Johann von Kinzweiler 22 Muth Roggen und 22 Muth Hafer aus ihrem Hof zu Schönforst, jährlich am Andreastag zahlbar, dem Reinard, Herrn zu Schönforst, für dessen den heiligen Servatius und Stephan geweihte Kapelle in Aachen in der Jakobsstraße erblich verkauft oder gestiftet. Als um 1500 die Familie Kinzweiler ausstarb, geriet der „Regent“ (Rektor) der Servatiuskapelle mit ihren Erben - zur einen Hälfte Mitglieder der Familie Mülstroe, zur anderen Hälfte Gerhard von Amstenrade (Ampstelrode) und Peter von Boslar - wegen des Jahreszinses in Streit. 1506 fällte das jül. Hofgericht das Urteil, daß beide erbenden Parteien je zur Hälfte den Jahreszins übernehmen und dafür Sicherheit stellen sollten. Der verstorbene Daem von Olmissen gen. Mülstroe hat demgemäß 1506 eine Garantie auf seine sämtlichen kinzweilerischen Güter und zusätzlich auf sein Gut zu Dorff (Kr. Aachen) ausgestellt. Als die Familie letzteres Gut veräußert, hat sie als neues Unterpfand ihr Gut Neuenhof eingesetzt, dessen Besitzungen größtenteils im Amt Schönforst und teils im Land Kornelimünster liegen. Die Zinszahlungen von diesem Gut sind regelmäßig eingegangen bzw. bei Säumnis vom Herzog von Jülich angemahnt und ihre Vollstreckung angewiesen worden. 1649 und 1650 hat Johann Wilhelm von Mülstroe den Zins mit Geld bezahlt, seine Tochter ist jedoch seit einigen Jahren säumig geworden. Der Kläger hat deshalb am jül. Hof am 9. Aug. 1694 einen Befehl an den Vogt zu Schönforst erwirkt, ihm zu den Zinszahlungen vom Neuenhof zu verhelfen. Die Appellation der Mülstroe an das RKG gegen diesen Vollstreckungsbefehl ist abgewiesen worden. Unter Berufung auf das Evokationsprivileg der Stadt Aachen protestieren die Mülstroe gegen den jül. Gerichtsstand bei Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen.

Aktenzeichen : A 113/132

Enthaeltvermerke : Kläger: Rektor des Jesuitenkollegs (und jül. Geheimer Rat, P. Thomas) in Aachen
Beklagter: Jül.-berg. Regierung (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf
Prokuratoren (Kl.): Lic. Flender (1696)
Prozeßart: Mandati de exequendo propriam sententiam in rem iudicatam lapsam cum clausula
Instanzen: RKG (1695 -) 1808 (1506-1696)
Beweismittel: Transsumpt der Pfandverschreibung des Daem von Olmissen gen. Mülstroe von 1506 auf sein Gut Dorff, das er vom Abt von Kornelimünster, Heinrich von Binsfeld, zu Lehen besitzt, auch im Namen seiner Erben (Regent der Kapelle: Heinrich von Frimmersheim) (7-10). Antwort Johanns von Neuenhoff (Newhof) gen. Mülstroe von 1583 an die fürstl. Räte auf den 1582 an ihn ergangenen herzogl. Befehl, den Jahrzins an die Kapelle Schönforst (Servatiuskapelle) in Naturalien zu bezahlen, mit der Hermann von Verden, der Schwestersohn der Frau des Zöllners Leonart Büchner, vom Herzog belehnt worden ist (11f.). Befehl Herzog Wolfgang Wilhelms 1619 an den jungen Herrn von Alsdorf, dafür zu sorgen, daß Johann von Mülstroe der Servatiuskapelle, mit der er den Carolus Schell, Vikar des Marienstifts zu Aachen, versorgt habe, die schuldige Rente bezahle (13). Vergleich zwischen Johann Wilhelm von Olmissen gen. Mülstroe und Johannes Cronenberg, Rektor des Jesuitenkollegs, von 1649, wonach die Rentenzahlung in Geld abgeleistet werden darf, nämlich 30 Rtlr. (jeder zu 49 Mark Aachener Währung) (17). Ähnlicher Vergleich von 1650, mit der neuen Bedingung, daß eine einmalige Zahlung von 3000 Schindeln an das Kolleg erfolgen solle (17f.). Befehl Herzog Johann Wilhelms an den Vogt zu Schönforst 1694 und Antwort des Vogts, daß er die Erben von Mülstroe vor sein Gericht lade (19). Befehl des Herzogs Johann Wilhelm an den gen. Vogt 1694, dem Jesuitenkolleg trotz der Appellation der Erben gegen sein Urteil zu den Renten zu verhelfen (20). Jül.-berg. Regierung an Bürgermeister und Rat von Aachen, 1695, das Gesuch der Erben von Mülstroe bezüglich des Privilegs de non evocando abzuweisen (21).
Beschreibung: 33 Bl., lose; 9 unquadrangulierte Aktenstücke, deren Übergabe im Prot. ohne Quadrangelvergabe verzeichnet ist.




1722-1748, 1808 (1503- 1748)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Schuldverschreibung über 335 Tlr., die Margaretha Abels, Schwester des Vorfahren der Appellanten Wilhelm Abels, 1632 eingegangen war. Brünninghausen als Cessionar von Anna Maria Corbach hatte die verzinste Rückzahlung dieser Summe von den Appellanten verlangt, da diese Inhaber der in der Obligation als Sicherheit gesetzten Güter seien. Die Appellanten erklären, da Margaretha Abels selbst Nachkommen gehabt habe, deren Beiladung sie im vorinstanzlichen Verfahren vergeblich gefordert hätten, sei es nicht wahrscheinlich, daß sie deren Güter ererbt hätten. Sie hätten ihren Besitz ausschließlich von Wilhelm Abel ererbt. Sie verweisen darauf, daß der Appellat heute einen weit größeren Teil der ehemals Abels’schen Güter in den Herrschaften Nideggen und Drove in Händen habe, ohne deren Herkunft belegen zu können. Zudem sei jeder Anspruch an die Güter, nachdem sie diese seit 60 Jahren ruhig und ohne daß irgendwelche Ansprüche darauf erhoben worden wären, in Händen hätten, verjährt. Sie bemängeln die Beweiswürdigung der Vorinstanzen und werfen der 2. Instanz vor, nachdem die Akten verschwunden seien, auf der Basis dubioser Handakten der Gegenseite entschieden zu haben. Die Appellaten bestreiten die Zulässigkeit der RKG-Appellation wegen Nichterreichens der Appellationssumme mit den strittigen 335 Tlr., während die Appellanten als Streitwert die inzwischen aufgelaufenen und eingeklagten Zinsen sehen; mit ihnen wie mit dem Wert der dafür geforderten Güter werde die Appellationssumme deutlich überschritten. Geschärfte Compulsoriales zur Herausgabe der Acta priora, die nicht eingingen.

Aktenzeichen : A 169/206

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben Abels und Konsorten, nämlich Maria Elisabeth Abels, Witwe Lohrs; Altgen Schroder, Witwe Abels; Dr. Franz Niclas Rommelsheim für sich und als Mandatar seiner „Möhne“ Maria Adelheid Abels, Witwe Cetto, und als Kurator der zwei minderjährigen Kinder des Philipp Wilhelm Abels, (Bekl.: Johann Gerhard Castenholtz, Ehemann der Margaretha Abels, sodann die Erben des Wilhelm Abels, des Bruders der Margaretha, und Heinrich Lenhartz als Intervenient)
Beklagter: Notar Johann Peter Brünninghausen, Nideggen (Kr. Düren), und Konsorten; ab Nov. 1747 Otto Henrich Brünninghausen für sich und seinen Bruder Johann Peter Brünninghausen; Johann Christoph Sieboldt für sich und seine Ehefrau Ester Brünninghausen, wohl beide Nideggen, (Kl.: Anna Maria Corbach, Witwe des Rutger Boyman)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1722 - Lic. J. P. Thonet
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1722 - Subst.: Dr. J. A. Brandt - Lic. Johann Melchior Deuren 1747 - Subst.: Dr. Georg Melch. Hofmann - für Hilden: Lic. Johann Franz Wolff 1747 - Subst.: Lic. J. Werner
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. ? mit Rat umparteiischer Rechtsgelehrter (1706-?) - 2. Hofrat zu Düsseldorf (?-1722) - 3. RKG 1722-1748, 1808 (1503- 1748)
Beweismittel: Urteil der 2. Instanz, 1722 (27). Urteil der 1. Instanz (29). Auszüge aus Obligationen, Erbkäufen und Lehnbrief von 1503- 1660 (71). Liste streitiger Ländereien und der Zeugen, 1722 (73f.). Auszug aus dem Gerichtsprotokoll des Hauptgerichts Düren zum 19. Feb. 1707. Botenlohnschein (Q 30).
Beschreibung: 2,5 cm, 113 Bl., teilweise geb.; Q 1 - 30, 5 Beilagen, davon 1 prod. 29. März 1748.




1542-1544 (1542-1544)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbe des kinderlos verstorbenen Wilhelm Vogel; hier: von der Vorinstanz verfügte Teilung der Erbgüter zwischen beiden Parteien. Die Appellanten behaupteten, sie seien als die nächsten Verwandten in Wilhelm Vogels Testament als rechtmäßige Erben eingesetzt worden, denn sie seien im 3. Grad, die Appellaten nur im 5. Grad mit ihm verwandt. Die Appellaten erhoben den Vorwurf der Erbschaftserschleichung.

Aktenzeichen : A 180/266

Enthaeltvermerke : Kläger: Matthiß Adam, Johann Kelß und Peter Etges (Etgens), gen. die Walraffen, als Anwälte der Heitgen (Hettgen) Partei, (Bekl. ?)
Beklagter: Gebrüder Wallraff (Wolraib), Frambach und Wyrich (Wierich) zum Sturen, gen. die Priemen, Bürger zu Düren, (Kl. ?.)
Prokuratoren (Kl.): Christoffel Schwapach 1542 - Ludwig Zegeler - Mauritius Brunlein
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Mey 1542 - Lic. Mauritius Breunle - Lic. Christoff von Schwapbach
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffengericht zu Merzenich (Kr. Düren) auf Unterweisung durch das Hauptgericht Jülich (1542) - 2. RKG 1542-1544 (1542-1544)
Beweismittel: Dürener Schöffen Heinrich von Marck, Johann Voller, Johann von Lohn, Franz von Meißheim, letzterer derzeit Statthalter des Richters zu Merzenich (6).
Beschreibung: 13 Bl., lose; Q 1-8, es fehlt Q 5* (Acta priora). Vgl. ZAGV 18 S. 85 Nr. 2.




1675-1685 (1601-1683)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um das in Siegburg gelegene Haus „Zum Großen Weiler“ mit Zubehör. Margarethe Heumar, die zwischen 1663 und 1665 verstorbene Witwe des Siegburger Bürgermeisters Georg Rader, hatte in ihrem Testament 1663 bestimmt, daß, falls ihr seit vielen Jahren im Ausland weilender Sohn aus 1. Ehe nicht mehr lebe, die Kinder ihres Bruders Christian und ihrer Schwester Katharina das Haus erben sollten. 1665 befand sich Johann Adams, Katharinas Sohn, verheiratet mit Adelheid Thurn, im Besitz des Hauses, das sie Margarethe Heumars Erben abgekauft hatten (9. Juni 1665 Urteil in Sachen Heumar bzw. Adams ./. Holtzen); am 17. Feb. 1668 verfügte Johann zusammen mit seiner Frau darüber. Wimar Aldenhoven machte nach dem Tod Johann Adams‘ dessen Witwe das Erbe streitig und prozessierte für die unmündigen Kinder Georg Aldenhovens, des 3. Ehemannes der Margarethe Heumar und seines Vetters vor dem Stadtgericht Siegburg 1671. Obwohl Adelheid Thurn diesen Prozeß in 2. Instanz 1671 gewann, schloß sie 1672 einen Vergleich zuungunsten ihres Sohnes Wenzel Adams, der seit 1670 in dem Haus wohnte, und verkaufte es für 500 Tlr. kölnischer Währung an Bürgermeister Emund Venn, den Vormund der Erben Aldenhoven. Da Wenzel sich weigerte, das Haus zu räumen, und seiner Mutter das Eigentumsrecht daran absprach, erwirkte sie von der 1. Instanz 1674 ein Erb- und Enterbungsdekret zu ihren Gunsten. Gegen dieses ohne seine Anhörung erlassene Dekret appellierte Wenzel an die 2. Instanz, die aber das der ersten bestätigte und somit Adelheid Eigentumsrechte, und nicht nur die Leibzucht, an dem Haus zubilligte. Darauf appellierte Wenzel an das RKG zwecks: 1. Aufhebung des Kaufvertrags 1672; 2. Auszahlung des Heiratspfennigs von 1000 kölnischen Tlrn. gemäß dem gemeinsamen testamentarischen Willen seiner Eltern vom 14. Okt. 1668. Seine Mutter führte dagegen an: 1. sie sei als Eigentümerin zum Verkauf des Hauses berechtigt gewesen und hätte dies tun müssen, um sich und ihren jüngsten, minderjährigen Sohn Albert Georg zu unterhalten und ihm die geistliche Ausbildung im Benediktinerkloster St. Pantaleon in Köln zu bezahlen. Ihre anderen 3 geistlichen Söhne Mattheis Heinrich, Kanoniker und Thesaurar zu St. Mauritius bei Hildesheim, Johann Peter, Pastor in Elsdorf (Kr. Bergheim), und Franz Heinrich, die beiden letzteren Mönche von bzw. in St. Pantaleon in Köln, seien versorgt, und ihr weltlicher Sohn Wenzel sei insofern ausgezahlt worden, als sie die Kosten für seine Qualifikation zum Vogt- und Richteramt getragen und ihm beim Aufbringen der zum Amtsantritt zahlbaren Kaution geholfen habe; 2. der Heiligspfennig sei nicht auf das Siegburger Haus, sondern auf ihr elterliches Erbteil zu Brück im Amt Porz (h. Stadt Köln) ausgesetzt worden und erst nach dem Tod beider Eltern zahlbar.

Aktenzeichen : A 183/276

Enthaeltvermerke : Kläger: (Lic.) Wenzel Adams, ehemaliger Vogt von Siegburg und Richter zu Lülsdorf (Rhein-Sieg-Kr.), Siegburg, 1675 in Speyer, (Bekl.)
Beklagter: Emund Venn, Bürgermeister zu Siegburg, und Konsorten, nämlich Wenzels Mutter Adelheid Thurn (Turn), Witwe des Siegburger Vogts und Lülsdorfer Richters Johann Adams, Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonard Schommartz 1675 - Subst.: Dr. Johann Eucharius Senger - Lic. Johann Adam Roleman 1682 - Subst.: Dr. Matthias
Prokuratoren (Bekl.): für Thurn: Lic. Franz Eberhard Albrecht (sen.) 1675 - Subst: Lic. Johann Henrich Seiblin - Dr. Johann Heinrich Seiblin 1677 - Subst.: Dr. Franz Philip Hoegele - für Venn: Lic. Johann Konrad Albrecht 1678 - Subst.: Dr. Friesen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht (Bürgermeister und Schöffen) zu Siegburg, auf Grund eines Spezialmandats des Lic. Johann Schriels, Richters und Syndikus der Abtei Siegburg und heimgelassenen Rats des Abtes 1674 - 2. Appellations-Kommissare der Abtei Siegburg, Lic. Johann Bernard Hertmanni von jül.-berg. Seite und Lic. Johann Christian Burvenich von Siegburger Seite 1674-1675 - 3. RKG 1675-1685 (1601-1683)
Beweismittel: Auszug aus einem Vertrag zwischen dem Herzog von Jülich und der Abtei Siegburg, 1601, wonach für Streitfälle aus Stadt und Burgbann Siegburg, in denen der Abt geurteilt hat, Herzog und Abt zugleich Appellations-Instanz sein sollen (27). Verfügung der Eheleute Johann Adams und Adelheid Thurn, 1668 (36). Testament der beiden von 1668 (40). Auszug aus dem Testament der Margarethe Heumar von 1663 (141f.). Urteil des Stadtgerichts Siegburg 1665 in Sachen Margarethe Heumar, nun Erben Heumar, ./. Reinhard Schelten gen. Holtzem Erben (142f.). Urteil der Appellations-Kommissare, 1671 in Sachen Witwe Johann Adams ./. Wimmarus Aldenhoven (144). Vergleich von 1672 (144f.). Zeugenverhör vor dem Stadtgericht Siegburg, 1676 (223-238). Prozeßkosten und entstandene Schäden Wenzels, 1680 (264-295). Anerkennung der Eigentumsrechte Wenzels an dem Haus durch Adelheid, 1682 (331f.).
Beschreibung: 7 cm, 342 Bl., geb.; Q 1-101, es fehlt Q 98, 1 Beilage; der Schluß des Protokolls ist als Bl. 336 gebunden.




1694-1702, 1808 (1675-1702)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung der Appellaten in Höhe von 129 Rtlr. und ihre Einsetzung in den Besitz Wenzel Adams’. Adams hatte 1682 - möglicherweise wegen des Prozesses RKG 44 (A 183/276) bereits in Geldnöten - von der Witwe Beckers insgesamt 129 Rtlr. geborgt und dazu sein elterliches Gut zu Brück im berg. Amt Porz als Sicherheit angegeben. Als er nach häufiger Mahnung keine Anstalten zur Rückzahlung machte, erwirkte die Witwe Beckers am Obergericht Bensberg die Einsetzung in das Gut, obwohl Wenzels Mutter noch die Leibzucht daran zustand. Während Wenzel sein Erbe für bis zu 4000 Rtlr. wert hielt, taxierte der Richter 1. Instanz den Besitz auf lediglich 1800 Rtlr., was ihm von Wenzel auch wegen verwandtschaftlicher Interessen in diesem Prozeß den Vorwurf unkorrekter Amtsführung eintrug. Doch bestätigte das jül.-berg. Hofgericht das Urteil und erließ 1692 das Immissionsdekret. Obwohl die erforderliche Appellationssumme von 600 Goldgulden durch Schuld und Zinsen nicht erreicht wurde, erlangte Wenzel die Zulassung der Appellation am RKG, das sich seiner Argumentation anschloß, durch die Zwangsversteigerung seien der Witwe Adams die Leibzucht und die „Lebensmittel“, Wenzel aber seine Proprietät entzogen und ihr Verlust damit größer als 600 Goldgulden. Das Protokoll schließt mit Completum-Vermerk vom 13. Sept. 1808 ab.

Aktenzeichen : A 184/277

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. Wenzel Adams, ehem. Vogt zu Siegburg, und seine verwitwete Mutter Adelheid, geb. Thurn, (Bekl.)
Beklagter: Barbara Beckers, verwitwete Gellers, jetzt verheiratet mit Johann von Hönnings, Oberlahnstein, kann nicht schreiben, und Lic. Johann Hermann Thurn, Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Roleman 1694 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegeler
Prokuratoren (Bekl.) : Lic. Johann Philipp Nidderer 1694 - Subst.: Dr. Joh. Phil. Pulian
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Obergericht Bensberg 1690 - 2. Jül.-berg. Hofgericht zu Düsseldorf 1691-1692 - 3. RKG 1694-1702, 1808 (1675-1702)
Beweismittel: Acta priora (Q 19). Immissionsdekret der 1. Instanz, 1690 (59). Zeugenaussagen, 1693 (219-225). Verzicht der Witwe Adelheid Adams auf die Leibzucht an ihren Gütern zu Brück zugunsten ihres Sohnes Wenzel und seiner Frau Gudula Klara geb. Theuren unter einem Vorbehalt (276-281). Versteigerungsprotokoll, 1692 (320-323). Zeugenaussagen der Einwohner des Dorfes Brück, 1695 (398-407).
Beschreibung: 2 Bde., 8 cm; Bd. 1: 2 cm, Bl. 1- 46, 366-413, lose; Q 1- 18, 20-31; Bd. 2: 6 cm, geb.; Q 19.




1768- 1772, 1808 (1746-1771)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Urteil der kurkölnischen Hofkammer 1767, wonach die Appellanten von Kartoffeln (Grundbeeren, Grundbirnen) den Zehnten an die Kommende zu zahlen haben. Strittig war, ob die Kartoffeln zum kleinen oder zum großen Zehnten gehörten. Die Pfarrgenossen gaben an, von Graf Ulrich von Hochstaden (Hochsteden, Hochstetten), dem Gründer der Kommende, vor ca. 300 Jahren vom kleinen Zehnten befreit worden zu sein, und vertraten die Ansicht, daß die „Grundbeeren als ein wässeriches, nicht haltbares Gewächs“ und weil sie „bei Nachtfrost verfrieren“, unter den kleinen Zehnten zu rechnen seien, während die Malteser, vertreten durch Kellner Hütten, einerseits die Zehntbefreiung auf Grund einer Generalverordnung des Erzbischofs von Köln als widerlegt ansahen, andererseits die Kartoffeln, weil sie in Fruchtfeldern gezogen wurden, dem großen Zehnten zurechneten und diesen als die gewöhnlichen „Decimatores“ beanspruchten. Mit Urteil vom 15. Mai 1772 bestätigte das RKG das Urteil der Vorinstanz. Abschließend Completum-Vermerk vom 12. Sept. 1808.

Aktenzeichen : A 193/335

Enthaeltvermerke : Kläger: Pfarrgenossen des Kirchspiels Adenau, (Bekl.)
Beklagter: Kurkölnischer Hofrat zu Bonn und Konsorten: Malteserordenskommende zu Adenau und ihr Verwalter (Kellner) Franz Hütten, (Kl.: die Kommende)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1768 - Subst.: Lic. Ferd. Wilh. Ant. Helfrich
Prokuratoren (Bekl.): für den Orden: Lic. Damian Ferdinand Haas [1763] 1768 - Subst.: Lic. J. Werner - für Hütten: Dr. Franz Philipp Felix Gress 1768 - Subst.: Dr. Angelus Konrad Daniel Sipmann - für Kurköln: Dr. Franz Philipp Felix Gress [1764] 1769 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Mainone
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Hofrat in Bonn 1765-1767 - 2. RKG 1768- 1772, 1808 (1746-1771)
Beweismittel: Acta priora (Q 50). Namen der Appellanten (Bd. 2 Bl. 85, 87). Bd. 2: Vorwurf der Befangenheit der kurfürstlichen Regierung in Bonn, da die kurkölnische Hofkammer zu 2 Dritteln Zehntherr in Adenau sei (45). Antrag Brandts, die Appellanten von Flachs- und Kartoffelzehnt für Zukunft und Vergangenheit frei zu lassen (61). Schreiben des Pfarrers von Adenau, Gerard Schmitz, über ein für Graf Ulrich von Hochstaden gestiftetes Anniversarium, gehalten, 1761, der den Einwohnern des Kirchspiels Adenau den kleinen Zehnt geschenkt hatte (65f.). Zehnteinkünfte der Malteserkommende Adenau, Mai 1748-Apr. 1749 (69-72). Zeugenaussagen zur Erhebung des Flachszehnten und zum Anniversarium (76-81). Auszüge aus der Reichskammergerichtsordnung von 1495 (128). Rezeß des Erzbischofs Maximilian Friedrich von Köln 1765 betr. Grundbeerenzehnt (206). Bd. 3: Edikt des Erzbischofs Franz Georg von Trier 1746, die Kartoffeln betr. (2). Urteil der 1. Instanz von 1767 (43f.).
Beschreibung: 3 Bde., 7 cm; Bd. 1: 31 Bl., geb., Prot.; Bd. 2: 4,5 cm, 211 Bl., geb., Q 1-49, Q 51-57; Bd. 3: 1,5 cm, 62 Bl., geb.; Q 50.




1588- 1601 (1521-1589)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um die Belastung des Gutes Kipshoven, des Erbgutes der Appellanten, im Kirchspiel Beeck mit der Türken-, Reichs- oder Landsteuer in Höhe von 10 Goldgulden. Die Kläger behaupten, es handele sich um ein Rittergut, das von Zehnten, Schatz und Diensten und somit auch von Land-, Reichs- und Türkensteuern frei sei. Sie erwirken die Ladung aus einem Verfahren vor den fürstl. jül.-berg. Räten, indem sie darlegen, ohne eigenes Verschulden seien Fristen versäumt worden.

Aktenzeichen : A 205/418

Enthaeltvermerke : Kläger: Als Vormünder der Kinder des verstorbenen Werner von Agris und der Katharina von Hartenfeld, Heinrich, Katharina und Dietrich, Johann Hucking, Jülich, und Stephan Hartenfeld, Roermond, (Kl.)
Beklagter: Schöffen und Geschworene von Beeck (Amt Wassenberg), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Johann Vianden 1588
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoffer Beheim 1589 - Kuehorn (?) (1589)
Prozeßart: Citationis ad videndum se restitui
Instanzen: 1. Stadt- und Hauptgericht Wassenberg 1576 - 2. Jül.- berg. Hofgericht (Hofrat) zu Düsseldorf 1576-1587 - 3. RKG 1588- 1601 (1521-1589)
Beweismittel: Acta priora (Bl. 17-352). RKG-Urteil vom 3. Juni 1589: die Appellaten werden von der ausgesprochenen Ladung befreit (6). Notariatsinstrument vom 21. Aug. 1580 mit Kopien verschiedener Schreiben an die Familie von Agris zu Bracht im Amt Brüggen, u.a. über Verwandschaftsverhältnisse der Familie Agris in ihren beiden Zweigen (114-120). Zeugenverhör (127-214). Türkensteuerpflichtige in Beeck, 1558 (230-232). Zeugenverhör im Juni 1580 durch Andreas Holtzweiler, Gerichtsschreiber zu Kaster, als subdelegierter Kommissar (234-279). Türkensteuerpflichtige im Kirchspiel Bracht, 1578 (284-290); desgl., 1558 und 1559 (291-297). Schatzbare Güter im Kirchspiel Beeck und Höhe der Türkensteuer, 1559 (298-311). Schatzzettel des Kirchspiels Beeck betr. Landsteuer, 1565 und 1566 (312-320). Verzeichnis der Pächter in Beeck, 1565 und 1566 (321- 335). Verzeichnis der Landsteuer für das Kirchspiel Beeck, 1574 (336 -351). Namen der Appellaten in Q 5: die Schöffen: Meuws Schrikkens, Peter Breuwers, Johann Hermans, Johann Meyer, Peter Hillen, Johann Klomp; die Geschworenen: Martin Munser, Goddart Velderhoff, Merten Meusers, Peter Wyrdt zu Isengrauen.
Beschreibung: 7 cm, 352 Bl., lose; Q 1-7, es fehlt Q 4*, 3 Beilagen, davon 2 = Q 2*, 3*.




1693-1698, 1808 (1687-1694)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die RKG-Appellation richtet sich gegen ein Urteil, mit dem ein Urteil von 1688 eingeschärft wurde, das der Appellantin die Räumung strittiger Güter zu Waldbreitbach zugunsten des inzwischen verstorbenen dortigen Schultheißen Jakob Steiner aufgegeben hatte. Die Appellantin erklärt, nachdem der Papst 1688 gegen die Ansprüche Fürstenbergs den Erzbischof und Kurfürsten bestätigt habe, habe keine Sedisvakanz bestanden; mithin seien die vom Domkapitel bestellten Räte nicht mehr legitimiert gewesen und die von ihnen gefällten Urteile nichtig und nicht bestätigungsfähig.

Aktenzeichen : A 211/427

Enthaeltvermerke : Kläger: Christina Godesberg (Goedetzberg, Gudenberg), verwitwete Ahlers, Köln, für sich und ihre Geschwister, (Bekl.)
Beklagter: Prior und Konventualen des Kreuzbrüder-Klosters Ehrenstein (nahe Waldbreitbach, Kr. Neuwied) und Witwe und Erben des Jakob Steiner, Schultheiß zu Waldbreitbach, namentlich seine Tochter Anna Maria Reffin geb. Steiner, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Joh. Friedr. Hofmann 1693 - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Steinhausen (1693)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Regierung (Kanzler und Räte) bzw. Hofrat zu Bonn 1680-1690 - 2. RKG 1693-1698, 1808 (1687-1694)
Beschreibung: 35 Bl., lose; Q 1-11, es fehlt Q 7 (Vollmacht Steinhausen). Lit.: Max Braubach; Kurköln, Gestalten und Ereignisse aus zwei Jahrhunderten, Münster 1949, S. 81-106, 183-184.




1565-1579 (1455-1579)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hof Bensberg bei Münstereifel hinter dem Giersberg und ein zugehöriger Busch zwischen dem Bens- und dem Giersberg. Die Appellatin behauptet, Nutzungsrechte am Gut Bensberg und Eigentumsrechte am Busch zu besitzen, der ihrem verst. Ehemann Otto von Ahr geschenkt worden sei. Ihr Schwiegervater Johann und dessen Bruder Dietrich von Ahr hätten das Gesamterbe geteilt, wobei Johann das streitige Gut und Dietrich 2 Zehnten, den „Karden- (Karndten) und den Genßzehnten“, erhalten haben sollen. Johann habe später seinem Sohn Otto das Gut „in Ehesteuer gegeben“. Der Appellant behauptet dagegen, bei der genannten Erbteilung habe sein Vater Dietrich von Ahr das streitige Gut erhalten. Nach dessen Tod und während seiner Minderjährigkeit hätten sich die Brüder Johann und Otto von Ahr (seine Vettern) widerrechtlich das Gut, das Ottos Witwe Katharina noch besitze, angeeignet.

Aktenzeichen : A 215/439

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Dietrich von Ahr zu Münstereifel (Kr. Euskirchen) und zu Pattern (Kr. Jülich), (Kl.)
Beklagter: Peter Schumacher (Schomecher) als Anwalt der Katharina [von Kettge] gen. Ringsheim zu Stotzheim (Kr. Euskirchen), Witwe des Junkers Otto von Ahr; ab Juni 1576 Katharinas Erben: die Geschwister Philipp von Ahr, Erbvogt der Abtei Deutz zu Antweiler (Kr. Euskirchen); Wilhelm von Ahr, Kanoniker zu Münstereifel; Margarete von Ahr; Agnes von Ahr und Sibylle von Ahr bzw. ihr Ehemann Wilhelm Deutsch von der Kaulen, Bourscheid (Burrescheid) (Luxemburg), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Laurentius Wilthelm 1565 - Johann Portius - Julius Mart - Ludwig Stahl - Lic. Philipp Seiblin 1576
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Berlin 1565 - Dr. Johann Michael Vaius 1576
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht zu Münstereifel 1561-1563 - 2. Hauptgericht Jülich 1563-1564 - 3. Jül.-berg. Räte zu Düsseldorf 1564-1565 - 4. RKG 1565-1579 (1455-1579)
Beweismittel: Acta priora (Q 6 = Q 9). Zeugenverhör durch die 1. Instanz (38-42). Otto von Metternich und Heinrich Rolman von Dattenberg beurkunden 1526 die Erbteilung ihrer Verwandten Johann und Dietrich von Ahr (46f.) Erbteilungsvertrag, 1527 (47-49). Erbteilungsverträge, 1494 und 1518 (50-60). Schiedsspruch im Streit der Brüder Werner und Johann von Palant, Söhne Johanns von Palant, Herrn zu Wildenberg, Amtmanns zu Wilhelmstein, einerseits und Johann von Ahr, Erbvogt zu Antweiler, andererseits betr. 2 Zehnten (Karden- und Genszehnt) und 9 Morgen Land in Wachendorf (Kr. Euskirchen) (60-65). Auszüge aus dem Schöffenbuch von Münstereifel, 1502, und aus Register und Rentbüchern des inzwischen verstorbenen Johann von Ahr des Alten, begonnen 1518, betr. Hof Bensberg (65-68). 2 Erbpachtverträge des Hofes Bensberg von 1455 zwischen 50 Thiel von Wingarten, Bürger zu Münstereifel, und seiner Frau Fiegen als Pächter und Johann von Kinzweiler gen. Nagel (Naile) als Pachtherr (138-143). Schreiben des Gerichtes Sinzig an das Hauptgericht Jülich, 27. Apr. 1564, betr. Zeugenaussage Wilhelms von Metternich (Meternich) (152f.). Schöffenbrief des Gerichtes Münstereifel vom 29. Aug. 1502 betr. Auftragung des Busches gen. Luckardenbusch zwischen Giersberg (Geirsburg) und Bensberg durch Hilgen Murckartz, Witwe des Gerhard Murchartz, an Johann von Ahr, Amtmann zu Nürburg, und seine Neffen (153). Konzept eines Schiedsbriefs vom 25. Nov. 1518 betr. Erbteilung zwischen Johann von Ahr dem Alten und seinen Neffen Johann und Dietrich von Ahr, konzipiert von Metternich dem Alten von Vettelhoven (178-182).
Beschreibung: 5 cm, 196 Bl., lose; Q 1-15*, es fehlen Q 14*, 15*, die im Protokoll gestrichen und mit dem Vermerk versehen sind: „seind in actis prioribus“. Der Proz. wurde 1949 vom Landeshauptarchiv Koblenz abgegeben (acc. I 62/49).




1572-1579 (1538-1579)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Güter der 1566 kinderlos verstorbenen Katharina von Kettge gen. Ringsheim, nämlich das adlige Haus und Lehensgut zu Stotzheim, gen. „Kerßbaum guet“. Beissel beruft sich darauf, als Vetter - sein Vater und Katharinas Mutter waren Geschwister - Katharinas nächster Verwandter zu sein, während die Appellanten als Großcousins von Katharinas Ehemann Otto von Ahr aus den Eheverträgen Ottos und Katharinas Ansprüche ableiten. Mit Urteil vom 24. Mai 1577 bestätigte das RKG das Urteil der Vorinstanz, anschließend Streit um die Ausführung des Urteils.

Aktenzeichen : A 216/440

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Johann von Ahr, Kanoniker zu Münstereifel, und Dietrich von Ahr zu Pattern (Kr. Jülich), (Kl.: Dietrich, köln. Schützenmeister und Erbvogt zu Antweiler, und Reinhard von Ahr)
Beklagter: Reinhard Beissel von Gymnich zu Schmidtheim (Grafschaft Blankenheim), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Kuhorn 1572 - Dr. Laurentius Wildthelm - Dr. Ludwig Ställ - Dr. Georg Berlyn - Dr. Johan Vest
Prokuratoren (Bekl.) : Dr. Kilian Reinhardt 1572 - Dr. Johann Godelman 1574, 1574
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Räte) zu Düsseldorf 1566-1572 - 2. RKG 1572-1579 (1538-1579)
Beweismittel: Acta priora (Q 7). Stammtafel der Familie von Kettge gen. Ringsheim (15 und 24). Heiratsvertrag zwischen Katharina von Kettge und Otto von Ahr, 19. Aug. 1544 (26, 58-64). Ausführungen über Haus und Gut zu Stotzheim (34-38). Erbkaufvertrag zwischen Balthasar von Kettge und Gerhart Herbert (Harpert), Bürger zu Düren, 1541 (64-66). Belehnung Junker Balthasars in Düsseldorf am 13. Mai 1539 (69f.). Bestätigung des Kaufvertrages durch Herzog Wilhelm von Jülich am 10. Mai 1539 (89f.). Inventar der Schriftstükke aus dem Nachlaß Katharinas von Kettge (107-113). Designatio expensarum in entschiedener Sache, mit Taxierungsvermerk des RKG (137-140).
Beschreibung: 4 cm, 143 Bl., lose; Q 1-11, 2 Beilagen, davon 1 dat. 26. Nov. 1579.




1589-1593 (1587-1591)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Einzelheiten zum Hintergrund des Verfahrens nicht ersichtlich; vgl. dazu wohl RKG 53 (A 219/443). Hier Streit um die Zulässigkeit einer Restitutio in integrum, nachdem der Appellant, seinen Angaben nach wegen streifender Freibeuter, die Namen der Erben seines vor der Zustellung der Ladung verstorbenen Onkels nicht fristgerecht eingereicht hatte, um sie laden zu lassen. Am 1. Okt. 1591 verwarf das RKG die Appellation als desert.

Aktenzeichen : A 217/441

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von Ahr zu Golzheim, (Bekl.)
Beklagter: Wilhelms Onkel Bertram der Jüngere von Ahr (zu Buir), dann dessen Witwe Gabriele von Bondtwolf und ihre Töchter Agnes, verheiratet mit Wilhelm von der Lieck; Ida, verheiratet mit Werner von Heimbach gen. Hoen; Katharina, verheiratet mit Werner [Gronsveld] gen. Nievelstein; Margarethe und Maria, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Vaius 1587
Prokuratoren (Bekl.): Johann Vianden 1587 - Laurentius Vomelius - Sebastian Linck - Lic. Johann von Vianden 1589 - Lic. Antonius Streit
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Hofrat) zu Düsseldorf (?-1587) - 2. RKG 1589-1593 (1587-1591)
Beschreibung: 1,5 cm, 30 Bl., lose; Q 1-11.




1593-1618 (1580- 1618)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellantin geht davon aus, daß ihre Schwiegereltern, Johann von Ahr der Ältere und Agnes von der Lipp, ihrem Mann als einzigem Sohn weltlichen Standes bei dessen Heirat 1574 durch den mit Zustimmung ihrer anderen Kinder (außer den Appellaten ist dies noch der Siegburger Ordensherr Wilhelm von Ahr sowie eine Tochter Anna, verheiratet mit Friedrich von Steprath) geschlossenen Ehevertrag ihren gesamten Besitz in die Ehe gegeben hätten. Außer Haus Antweiler samt Vogtei und einem weiteren Hof dort waren dies Weingüter in Mehlem (Rhein-Sieg-Kr.) und Schwerfen (Kr. Euskirchen), ein Hof zu Arloff (Kr. Euskirchen) und der Zehnt zu Huitthausen (?). Sie sieht ihren Mann als einzigen Erben seiner Eltern und bestreitet Erbansprüche ihrer Schwäger und Schwägerin, die beim Eintritt in den geistlichen Stand bzw. bei ihrer Heirat abgefunden worden seien. Sie macht Leibzuchtrechte sowie Retentionsrechte am gesamten Besitz ihres Mannes geltend bis zur Erstattung dessen, was sie in die kinderlos gebliebene Ehe gebracht hatte, und bis zur Erfüllung des Testamentes ihres Mannes, der zwar seine nächsten Verwandten zu Erben eingesetzt, ihr aber die Leibzucht an seinem Haus in Münstereifel, das von seiner Schwester Ererbte und 6000 Tlr. vermacht hatte. Ferner fordert sie Erstattung von über 1000 Goldgulden, die sie habe aufwenden müssen, um Haus Antweiler gegen Okkupationsversuche der Appellaten zu schützen. Die Appellaten beanspruchen dagegen gleiche Erbteile wie ihr Bruder, der nur seinen Erbteil in die Ehe mit der Appellantin habe bringen können. Sie bestreiten die Rechtsgültigkeit des Testamentes ihres Bruders und sehen sich als dessen testamentarische Erben. Mit Urteil vom 15. Okt. 1605 verwarf das RKG das Urteil der Vorinstanz und anerkannte Erbansprüche der beiden Appellaten. Im folgenden Streit um die Ansprüche der anderen Geschwister.

Aktenzeichen : A 218/442

Enthaeltvermerke : Kläger: Johanns von Ahr des Jüngeren Witwe Margarethe von Bellinghausen, nun Ehefrau des Dietrich von Horrich, danach ihr Bruder Bertram von Bellinghausen zu Bernsau, (Bekl.)
Beklagter: Gottfried von Ahr, Komtur der Deutschordenskommende Gemert, und sein Schwager Michael von Eynatten zu Obsinnig namens seiner Frau Katharina geb. von Ahr, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goedelman 1594 - Lic. Antonius Streit 1609
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden 1593, 1593 - Dr. Johann Pistorius (1607)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kölner Offizial (officialis curiae archiepiscopalis Coloniensis judex ordinarius) 1589-1592 - 2. RKG 1593-1618 (1580- 1618)
Beweismittel: Acta priora (Q 4). Inhaltsverzeichnis der Vorakten (13). Kaufvertrag betr. 12 Malter Korn Kölner Maßes zwischen Johann von Ahr, des adligen Stifts Dietkirchen Erbvogt zu Antweiler (Kr. Euskirchen), und Margarethe von Bellinghausen einerseits und Lambert von Troisdorf und seiner Frau andererseits (26). Erbkaufvertrag vom 13. Okt. 1585 (37). Außergerichtliche Einigung und end-53 gültige Beilegung des Streits durch die Nachfolger der Prozeßgegner, 25. Juni 1618 (181).
Beschreibung: 5 cm, 181 Bl. lose; Q 1-21*, 4 Beilagen, davon 1 = Q 21*. Q 4 teilweise lat.




1617-1618 (1543-1618)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nachgelassene Güter des 1551 verstorbenen Bertram von Ahr des Älteren: Güter zu Golzheim und Winden (beide Kr. Düren), Höfe zu Ellen (ebenda), Buir (Amt Nörvenich), Euskirchen und im Land Valkenburg, die halben Höfe zu Binsfeld (Kr. Düren) und Wißkirchen (Kr. Euskirchen). Otto der Ältere hatte beim Tod des Vaters, Bertram des Älteren, den Anteil seines minderjährigen Bruders Bertram an sich genommen, genutzt, z. T. versetzt und verkauft, ohne seinen Brüdern darüber Rechenschaft abzulegen. Ein Streitpunkt ergab sich aus der zweimaligen Abholzung und dem Verkauf des Wimpelforster Busches hinter Moschausen an der Heiden und aus der Frage, wie lange die Mutter Ottos des Älteren und Bertrams des Jüngeren, Ida Scheiffart von Merode, nach dem Tode ihres (ersten Mannes) noch die Leibzucht an einigen Gütern gehabt hatte. Strittig waren weiterhin: Hälfte des Hauses und Hofes zu Hochkirchen (Hunkirchen), 2 Malter Korn jährlicher Erbrente von weiland Reiner Busch zu Rath bei Hochkirchen, Kapaune, Hühner- und Pfennigsgeld zu Monheim. Nach Angaben Dulmanns wurde der Streit verglichen.

Aktenzeichen : A 219/443

Enthaeltvermerke : Kläger: Als Kuratoren der Kinder des verstorbenen Otto von Ahr und der Anne Behr von Lahr zu Golzheim Konrad Behr von Lahr, Kanoniker an St. Andreas in Köln, Wilhelm von Brachel zu Angelsdorf (Amt Bergheim) und Otto von Seelbach gen. Lohe, (Bekl.: Ottos Großmutter Anna von Deutscher, Witwe Ottos des Älteren von Ahr zu Golzheim)
Beklagter: Erben Bertrams des Jüngeren von Ahr zu Buir (jül. Amt Nörvenich): seine Töchter Agnes, verheiratet mit Wilhelm von der Lieck; Ida, verheiratet mit Werner von Heimbach gen. Hoen von Lövenich; Kathrina, verheiratet mit Werner [Gronsveld] von Nievelstein zu Kellersberg; Margaretha und Maria sowie alle ihre Kinder, z. T. vertreten durch Kuratoren, (Kl.: Bertram der Jüngere von Ahr und sein Bruder Alexander)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Dietrich Dulman 1617
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christian Schröder 1617
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht Jülich 1572-1574 - 2. Jül.-berg. Hofgericht zu Düsseldorf 1574-1616 - 3. RKG 1617-1618 (1543-1618)
Beweismittel: Bd. 1: Urteile des jül.-berg. Hofgerichts vom 20. März 1587 (8), vom 5. Juli 1616 (10). Bd. 2: Acta priora der 1. Instanz. Undatierte Abmachung über die Erbteilung zwischen den Brüdern Otto und Bertram von Ahr, woran auch ihr Bruder Alexander, Bertrams Schwager Wilhelm von Bondtwolff und Heinrich Rolman von Dattenberg beteiligt waren (100-102). Streit zwischen Alexander und Bertram von Ahr einerseits und der Witwe ihres Bruders Otto des Älteren, Anna von Deutscher, Johann von Seelbach gen. Lohe für seine Frau Maria und Wilhelm von Ahr betr. den Hof „zur Strassen“ im Land Valkenburg, den weiland Christina von Efferen besessen hat (102). Entscheidung der Schiedsleute vom 18. Nov. 1570 (104). Zeugenverhör durch die Jülicher Schöffen, 1573 (171-260). Zeugenverhör des Hauptgerichts Düren, 11. Apr. 1573 (261-313). Akten zu einem Prozeß der Brüder Alexander und Bertram von Ahr vor dem Hauptgericht Jülich, 1560 (315-364). Bd. 3: Acta priora der 2. Instanz. Roggenpreise in Düren, 1553-1573 (317-319, 439-441). Kornertragslisten, 1570-1614 (321-327). Aufstellung Ottos von Ahr des Älteren zu Golzheim über sein elterliches Erbe und Einkünfte daraus (467-475).
Beschreibung: 3 Bde., 17 cm; Bd. 1: 29 Bl., lose; Q 1-12*, 15*-20*, es fehlen Q 10*, 19*, 9 Beilagen = Q 8*, 9*, 11*, 12*, 15*-18*, 20* ; Bd. 2: 7 cm, 364 Bl., geb.; = Q 13*; Bd. 3: 9 cm, 503 Bl., geb.; = Q 14*.




1535-1540 (1535-1539)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch Johann Schnitzlers auf eine Jahrrente aus dem Gut der Appellantin, der auf Urkunden der Appellantin und Heinrichs von Kalkar, Priors des Konvents zu Brüggen, aus den Jahren 1510 und 1512 gründet. 1538 nahm das RKG das Verfahren der unter Armenrecht stehenden Appellantin endgültig an; der appellatische Prokurator bestritt weiter, sich in der Sache einlassen zu müssen.

Aktenzeichen : A 232/506

Enthaeltvermerke : Kläger: Tryngen (Treutgin) Alerts (Aelerts, Alarts, Alars), Brüggen (Kr. Kempen-Krefeld), Witwe, bzw. ihr Momber Lambert in der Herberge, Bistum Lüttich, (Bekl.)
Beklagter: Johann Schnitzler (Snytzeler, Schnitzen), Bürger zu Brüggen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoff von Schwabach 1535, 1535
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Anastasius Greineisen 1538
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Brüggen auf Urteilsweisung des Hauptgerichts Jülich ?-1535 - 2. Klev.-jül.-berg. Räte des Herzogs Johann 1535 - 3. RKG 1535-1540 (1535-1539)
Beweismittel: Armutszeugnis der Brüggener Schöffen Johann Thonis und Johann Gybbeken für ihre Nachbarin Treutgin Alerts, 3. Juli 1535 (7).
Beschreibung: 1,5 cm, 29 Bl., überwiegend geb.; Q 1-14, 1 Beilage. Lit.: ZAGV 18, S. 86 Nr. 12, mit falscher Lokalisierung: Brück/Kr. Erkelenz statt Brüggen.




1671-1673 (1655-1673)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Rückständiger Lohn für jahrelange Tätigkeit als RKG-Prok. des Stifts in Höhe von insgesamt 136 Rtlrn. Der Kläger sollte jährlich 12 Rtlr. bekommen, erhielt aber nur 44 Rtrl. für 15 Jahre ausbezahlt. 1672 Urteil zugunsten des Klägers, dann Streit um die Ausführung dieses Urteils.

Aktenzeichen : A 239/523

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. Franz Eberhard Albrecht zu Lauterburg senior, Advokat und Prokurator am RKG zu Speyer, und Lic. Albrecht sen.
Beklagter: Pröpstin und sämtliche Kapitularinnen des Stifts Rellinghausen (Essen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Eberhard Albrecht zu Lauterburg senior 1671
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonardt Schommartz 1671 - Subst.: Lic. Joannes Eichrod
Prozeßart: Citationis ad videndum exigi deservitum salarium
Instanzen: RKG 1671-1673 (1655-1673)
Beweismittel: Bestallungsbrief für den Kläger, 14. Nov. 1655 (9f.). Rechnung des Klägers, 1655-1670 (10). Prokuratorenvollmacht des Stifts für den Kläger vom 21. Mai 1655, in Sachen Rellinghausen ./. Vittinghoff, 2dae Appellationis, nunc Executorialium (vgl. RKG 4656 (R 495/1592), Ausfertigung (23f.). Prozeßausgaben des Klägers in Höhe von 21 ¿ Gulden 15 Kronen (33f.). Rechnung des Notars (und Schreibers des Hallengerichts Essen), Petrus Huberti, für den Kläger über 7 5/8 Rtlr. (36). Auszug aus der Rellinghausener Stiftsrechnung von 1661-62 für Lic. Albrecht ausgezahlte 34 Tlr., da Albrecht die Bestallung aufgekündet wurde, weil die Essener Streitigkeiten beigelegt wurden (44).
Beschreibung: 1 cm, 51 Bl., lose; Q 1-28.




1640-1641 (1638-1640)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um den Nachlaß der Brittgen Bitter, Tochter der Schwester beider Parteien, Anna Alden. Von einem Urteil des Kölner Offizials zugunsten von Laurentius appellierten seine Brüder an den päpstlichen Legaten in Köln. Mit dem RKG-Mandat wird dem von ihm eingesetzten Kommissar Lic. theol Johannes Maeß, Dekan zu St. Kunibert in Köln, als geistlichem Gericht die Führung dieses Zivilstreitigkeiten betreffenden Verfahrens untersagt.

Aktenzeichen : A 242/559

Enthaeltvermerke : Kläger: Laurentius Alden, Bürger zu Ahrweiler (Kr. Ahrweiler), (Bekl.: Laurentius Alden und Peter Develich)
Beklagter: Gebrüder Johann und Peter Alden, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Eilinck (1640)
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii sine clausula
Instanzen: RKG 1640-1641 (1638-1640)
Beschreibung: 4 Bl., lose; Q 1-2.




1624-1635 (1615-1632)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Kläger macht Erb- und Leibzuchtansprüche für seine Frau geltend, die in 1. Ehe mit Johann Kohlhaas verheiratet war und mit ihm einen gleichnamigen Sohn hatte. Da ihr 1. Mann nach seinem gleichnamigen Vater verstorben sei, habe er einen gleichen Erbanteil wie seine 5 Geschwister (Philipp, Dietrich, Rudolf, Barbara, Johanna) und das alleinige Erbrecht am Besitz der Mutter seines Vaters, Sibylla Königs, die ihren Sohn überlebte. Sein Erbe sei der nach ihm verstorbene gemeinsame Sohn und dessen Erbin sie als seine Mutter. Für die im kölnischen Gebiet gelegenen Güter habe sie das volle Eigentum erhalten. Für die im jül. Rechtsbereich gelegenen Güter dagegen, da dort der Rückfall in den männlichen Stamm Gewohnheitsrecht sei, habe sie nur Leibzuchtansprüche. Er wendet sich an das RKG, da die strittigen Güter in verschiedenen Territorien liegen, um den Fall nicht vor verschiedenen Gerichten austragen zu müssen. Die Beklagten bestreiten die Zuständigkeit des RKG, da alle Betroffenen in Euskirchen ansässig seien. Da der kleine Sohn Gudens vor seiner Großmutter verstorben sei, bestreiten sie, daß er je geerbt habe und damit ihre Ansprüche als Erbin ihres Sohnes. All diese Rechte hätten erst realisiert werden können nach dem Tode der Großmutter des Kindes, Gertrud Eversheim, nachdem deren Leibzuchtrechte am Besitz ihres Mannes erloschen waren.

Aktenzeichen : A 243/560

Enthaeltvermerke : Kläger: Lambert Aldendorf, Bürger zu Münstereifel (Kr. Euskirchen), namens seiner Frau Guden Krieger (Kreiger), verheiratet in 1. Ehe mit Johann Kohlhaas dem Jüngeren, dem Bruder und Onkel der Beklagten
Beklagter: Erben Kohlhaas, nämlich die Brüder Lic. Philipp, Gerichtsschreiber, Rudolf und Dietrich Kohlhaas und als Vormund der Kinder aus der Ehe von Barbara Kohlhaas mit Dr. Mathias Esch, Mathias und Philipp, Christoph Esch, Bürgermeister, alle Münstereifel
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonardus Gerhard 1624
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Conrad Esch 1624 - Dr. Henricus Eylinck 1627
Prozeßart: Citationis
Instanzen: RKG 1624-1635 (1615-1632)
Beweismittel: Urteil des Gerichts zu Münstereifel vom 26. März 1615 in Sachen Kohlhaasische Erben ./. Aldendorf (17).
Beschreibung: 1 cm, 45 Bl., lose; Q 1-13.




1630-1655 (1628-1636)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbgüter der Ursula Bischoff, verstorbenen Frau Aldendorf, die in 1. Ehe mit Petrus Vincentianus verheiratet war. Ursula und Petrus Vincentianus hatten in ihrem Testament zunächst Johann Blanckart und nach dessen Tod dessen Bruder Anton zum Erben eingesetzt. Aldendorf erhob Anspruch auf eine Mühle an der „Arsbrücken“, einen Weinberg zu Mermich (Kr. St. Goar) und verschiedene Ländereien zu Remagen, die Ursula nach dem Tode ihres 1. Mannes ihm, seinen Söhnen Hans Jakob und Hans Wilhelm und seiner Tochter Maria, verheiratet mit Hans Wilhelm Bischoff, geschenkt habe. Am 18. Jan. 1628 eröffneten der Schultheiß und 2 Schöffen von Remagen das Testament. Die 2. Instanz nahm den Prozeß nicht an und verurteilte Aldendorf zur Zahlung der Gerichtskosten. Der Streit wurde in einem außergerichtlichen Vergleich beigelegt.

Aktenzeichen : A 244/561

Enthaeltvermerke : Kläger: Georg Aldendorf (Alten-), quadtscher Schultheiß zu Oberwinter (Kr. Ahrweiler), (Kl.)
Beklagter: Anton Blankart (Blanckardt, Blanckert, Blanckart), Bürger zu Remagen (Kr. Ahrweiler), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Friedrich Broich 1630 - G. Goll (1633)
Prokuratoren (Bekl.): Eiling (1636)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Remagen 1628 - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1628-1629 - 3. RKG 1630-1655 (1628-1636)
Beweismittel: Bd. 2: Vorakten. Inventar der Hinterlassenschaft Ursula Bischoffs betr. Ländereien zu Remagen (93-100). Appellantische Prozeßkosten (131-133).
Beschreibung: 4 cm; 2 Bde.; Bd. 1: 15 Bl., lose; Q 1-6, 8-10*, es fehlen Q 9* (Vollmacht Goll), 10* (Vollmacht Eiling). Bd. 2: 3 cm, 139 Bl., geb.; = Q 7*.




1665-1667 (1544-1668)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ausübung der kleinen Jagd durch Peter Mohr, Halbwinner der Abtei Altenberg zu Isenkroidt (Isenkrath, Isenrad, Isenkratt, im Amt Jülich; Kr. Jülich). Die Ritterschaft des Herzogtums Jülich hatte einen Beschluß gefaßt, daß bei Strafe von 50 Goldgulden niemand, der nicht landtagsfähig sei, jagen dürfe, und hatte Peter Mohr auf dem Landtag zu Dormagen wegen Zuwiderhandlung verklagt. Herzog Philipp Wilhelm hatte daher 1664 verordnet, die Strafe von Mohr einzuziehen. Der Appellant berief sich auf das seit mehr als 50 Jahren von ihm ausgeübte Recht der kleinen Jagd, das der Herzog von Jülich 1654 bestätigt habe. Die Appellaten führten dagegen ein Dekret Herzog Wilhelms von 1544 (Bl. 53f.), den Hambacher Landtagsabschied vom 3. Feb. 1596 (Bl. 51f.) und die jül. Polizeiordnung, tit. Von Jagen und Waidwerk § 2, an.

Aktenzeichen : A 274/627

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt Gottfried Gummersbach und Konvent der Zisterzienserabtei Altenberg (Rhein.-Berg. Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Ritterschaft des Herzogtums Jülich und Konsorten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Eichrodt 1664 - Subst.: Dr. Johann Nikolaus Höen
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh 1665 - Subst.: Dr. Joh. Michael Hoen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Herzog Philipp Wilhelm von Jülich-Berg auf dem Landtag zu Dormagen 1664 - 2. RKG 1665-1667 (1544-1668)
Beweismittel: Kopie einer jül. Verordnung, 26. Okt. 1654 (8). Bevollmächtigte der jül. Ritterschaft (20).
Beschreibung: 2 cm, 55 Bl., lose; Q 1-20, es fehlt Q 17* (Acta priora), 7 Beilagen, davon 4 prod. zwischen 16. Okt. 1667 und 17. Jan. 1668. Der Prozeß wurde 1953 vom Landeshauptarchiv Koblenz abgegeben (acc. 43/53).




1713- 1777 (1699-1714)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verpfändung des Hüttenwerks zu Jünkerath mit den dazugehörigen Gütern, nämlich einem Haus, Hof und Garten zu Feusdorf (nö. Jünkerath), in einer 1699 von Johann de L’Eau und seiner Frau Christina Coels dem Abt Johann Jakob Lohe und dem Prior Johann Henning von Altenberg ausgestellten Rentverschreibung (150 Rtlr. Jahrrente für 3000 Rtlr.); hier: Distrahierung des Hauses und Subhastation der übrigen Güter wegen jahrelangen Ausbleibens der Jahrrenten bzw. von der Vorinstanz auferlegten Pflicht des Hausinhabers Peucker, das Haus zu verlassen, sobald ihm die Kosten seiner Verbesserungen und Instandhaltungsarbeiten ersetzt worden sind. Streit über die Anerkennung gegebenfalls unvollständiger Acta priora.

Aktenzeichen : A 275/628

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Henning, Abt des Klosters Altenberg, (Kl.)
Beklagter: Johann de L’Eau (de L’eau, Deleau), Landschultheiß von Arenberg und Hüttenmeister zu Jünkerath (Kr. Daun), und Konsorten: Abraham Peucker (Peuger, Beuchen, Bücher), Hüttenmeister und Assistent Johanns de L’Eau im Hüttenwerk zu Jünkerath, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Stephan Speckmann 1713 - Subst.: Lic. J. C. Wigand - Lic. Franz Peter Jung 1714 - Subst.: Dr. Ludwig Ernest Hert
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gräflich manderscheid.-blankenheim.-gerolsteinische Regierung (Kanzlei, Direktor und Räte) 1708-1712 - 2. RKG 1713- 1777 (1699-1714)
Beweismittel: Bericht der Vorinstanz statt Rationes decidendi (Q 7). Acta priora (Q 11). Rentverschreibung vom 6. Dez. 1699 mit genauem Verzeichnis der belasteten Güter und Ratifizierung wegen der in der Herrschaft Kerpen gelegenen Güter durch den Herzog von Arenberg und Croy (18-22). Vorakten, u. a. Dekrete des Grafen Franz Georg von Manderscheid, Blankenheim und Gerolstein (32-76). Befürwortung eines gütlichen Vergleichs durch den Grafen S. Ernst von Manderscheid, 28. Juli 1704 (83f.). Beschlagnahme von Materialien und Eisenwerk im Hüttenwerk Jünkerath 1709 gemäß Immissionsdekret, 4. Nov. 1708 (86).
Beschreibung: 2 cm, 90 Bl., überwiegend geb.; Q 1-19.




1586-1609 (1586-1609)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Kläger, Sohn Karls von Aldenbrück gen. Velbrück und der Anna Velbrück, fordert für sich und seine Schwester Anna den Anteil seiner Mutter am Erbe ihres kinderlos verstorbenen ältesten Bruders Ruprecht, wohnhaft zu Hemmerich (Rhein-Sieg- Kr.). Gerhard Velbrück, ein anderer Bruder der Mutter und Vater des beklagten Bernhard, soll sich Ruprechts Erbschaft und Güter im Erzstift Köln und im Herzogtum Jülich ungeteilt angeeignet haben: den Hof Hove an der Swist zwischen Weilerswist und Vernich im Herzogtum Jülich, das Gut Eschmar im Herzogtum Berg (Rhein- Sieg-Kr.), das Gut zu Oberwichterich im jül. Amt Münstereifel (Kr. Euskirchen), die halbe Herrschaft zu Beffort im Herzogtum Luxemburg, 2 Höfe (?) zu Odendorf (Ohndorf im Amt Tomburg; Rhein-Sieg- Kr.), 7 Morgen Benden in der jül. Herrschaft Tomburg (Thonberg), zum Dingmal Odendorf gehörig, einen adligen Sitz zu Hemmerich (Hembrich, Amt Bonn; Rhein-Sieg-Kr.), den Hof Harven im kurköln. Amt Brühl, zur Dingbank Metternich gehörig (wohl Hovenerhof oder Haus Velbrück im Ortskern Metternich; Kr. Euskirchen).

Aktenzeichen : A 285/639

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Aldenbrück gen. Velbrück zu Seelbach; 1594 sein Schwager Wilhelm von Blanckart zu Ahrweiler und Lantershofen, kurköln. Vogt zu Ahrweiler, namens seiner Frau, Johanns Schwester und Erbin Anna von Velbrück gen. Blanckart; 1603 sie selbst
Beklagter: Junker Bernhard von Velbrück zu Garath
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Kühorn 1586, 1594 - Dr. Johann Konrad Lasser 1603 - Hürter (1607)
Prokuratoren (Bekl.): Johann Michael Vaius 1586 - Laurentius Vomelius Stapert - Hartmann Kochman - Johann à Vianden - Dr. Johann Jakob Kremer 1603
Prozeßart: Citationis sive simplicis querelae
Instanzen: RKG 1586-1609 (1586-1609)
Beschreibung: 2 cm, 47 Bl., lose; Q 1-20*, 1 Beilage = Q 20*; Deckblatt des Protokolls nur fragmentarisch erhalten.




1587-1597 (1587-1597)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erb- und Lehnsgüter des 1584 zu Kempen kinderlos und ohne Testament verstorbenen Rutger von Aldenbrück gen. Velbrück des Jüngeren zu Bachem, Erbkämmerers des Erzstifts Köln, im Erzstift und in der Stadt Köln, im Herzogtum Jülich und in der Herrschaft Wickrath. Rutger dem Jüngeren sind bei der Teilung des väterlichen Erbes folgende Güter zugefallen: das Erbkämmereramt, das Haus Hemmerich als köln. Lehen, der Hof zu Bachem (Bachum) in der Herrschaft Frechen, der Hamhof vor Neuss, das Haus Biesen in Köln, der Höverhof in Kaarst als halb köln., halb Wickrather Lehen, der Lövenicher Hof in Kaarst als köln. Lehen, der Haserhof in Neuss mit ca. 90 Mltr. Roggen Pacht und Erbrente, und 2 Fünftel des Gutes zu „Wunchrodt“. Er hat alle Güter an Kellner, Burggrafen, Halbleute und Pächter ausgegeben und soll mit seiner Frau Maria Salome von Polheim vereinbart haben, daß bei Kinderlosigkeit seine Güter an seine Verwandten zurückfallen sollten. Seine nächsten Verwandten seien seine Vettern, nämlich Johann und der inzwischen kinderlos verstorbene Rutger von Aldenbrück gen. Velbrück zu Velde (Veldt) (bei Kempen), die sich auch zunächst in den Besitz der Güter setzen konnten. 1584 zwang jedoch Johann von Lützerode, Bruder der Beklagten und Amtmann zu Windeck, die Burggrafen, Kellner, Halbleute, Pächter und Zinsgeber von Haus Hemmerich, die Abgaben an die Beklagte zu entrichten. Der Ehemann der Beklagten Johann von Hochsteden bemächtigte sich der übrigen Güter in und um Köln und Neuss. Der Kläger zog 1588 die Klage zurück, um die Sache durch eine Kommission von Räten des Erzbischofs von Köln austragen zu lassen.

Aktenzeichen : A 286/640

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Johann von Aldenbrück (Aldenbrüggen) gen. Velbrück (Velbrüggen)
Beklagter: Maria von Lützerode (Lützenradt), Witwe Johanns von Hochsteden, (in 1. Ehe verheiratet mit Ludolf von Aldenbrück, Mutter des Rutger von Aldenbrück des Jüngeren), wohnhaft zu Köln
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann von Vianden 1587 - Dr. Laurentius Vomelius - Dr. Bernhard Kuhorn - Dr. Johann Stockle
Prokuratoren (Bekl.): Johann Stöcklin 1587 - Bernhard Kuehorn - Johann von Vianden - Laurentius Vomelius 1589 - Johann Jakob Kremer - Johann Koehorn
Prozeßart: Citationis sive simplicis querelae
Instanzen: RKG 1587-1597 (1587-1597)
Beschreibung: 35 Bl., lose; Q 1-9, 2 Beilagen. Vgl. RKG 63 (A 287/641). Lit.: Rudolf Brandts, Das Archiv im Hause zum Falkenstein in Neuss, Neuss 1964, S. VIIff. Karl Göbels, Wappen von Frechen, Frechen 1966, S. 118ff.




1613-1636 (1418-1629)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zinszahlungen aus dem Hamhof oder Haserhof (Haaserhof, Hasertzhof) mit 300 Morgen Ackerland bei Neuss vor dem Obertor. Der streitige Hof war im Besitz von Johanns Onkel Ludolf von Aldenbrück gen. Velbrück, der dafür jedoch einen jährlichen Naturalzins an die Eheleute Johann und Katharina Greve zahlte. Am 18. Dez. 1485 wandelten diese den Naturalzins in eine Geldrente von 40 oberländ. rhein. Gulden um. Konrad Greve, Johanns Bruder, verkaufte 1509 die Rente an die Eheleute Adolf und Anna Weyenhorst, von denen die Appellaten ihre Ansprüche auf die Rentzahlungen ableiteten. Die Appellaten zogen jedoch 1590 den Zins im Namen der Maria von Lützerode, Witwe Johanns von Hochsteden, ein. Der Appellant Johann von Aldenbrück betrachtete sich als Rechtsnachfolger seines kinderlos verstorbenen Vetters Rutger von Aldenbrück gen. Velbrück. Vor der 1. Instanz erhielten die Appellaten Arrest auf den Hamhof, da die seinerzeitige Besitzerin Maria Salome von Polheim nicht die geforderten oberländ. rhein. Gulden, sondern 40 gewöhnliche und zu Neuss kurrente Gulden zahlen wollte. Auch die 2. Instanz bestätigte den Appellaten ihre Forderung als rechtmäßig. Als Rechtsnachfolger Maria Salomes appellierte Johann von Aldenbrück an die 3. Instanz und, nachdem er dort abgewiesen wurde, an das RKG.

Aktenzeichen : A 287/641

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Aldenbrück gen. Velbrück zu Neuenburg im Erzstift Köln (bei Hülchrath), zu Elsum (Selfkantkr. Geilenkirchen- Heinsberg) und zu Bachem, Erbkämmerer des Erzstifts Köln; seit 1614 seine Witwe Elisabeth von Kolf (Koulff), Erbtochter zu Vettelhoven (Kr. Ahrweiler), und die Vormünder seiner minderjährigen Tochter Maria Katharina: Wilhelm von Winkelhausen und Arnold Raitz von Frentz; ab 1629 Adolf Sigismund Raitz von Frentz zu Kendenich (Kr. Köln), Ehemann Maria Katharinas von Velbrück, (Bekl.: Maria Salome von Polheim, Witwe Rutgers von Aldenbrück gen. Velbrück)
Beklagter: Peter Herberts, ehemaliger Bürgermeister von Neuss; seit 1605 Arnold und Johann Blanckenbeill (Blanckenbiell), Peters Bruder, Johann Herberts (Herpertz), und Rembolt Brederer als Vormünder seiner (Peters) minderjährigen Kinder, (Kl.: Peter Herberts, Arnold Blanckenbeill, Leonard Schongen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schroder 1613, 1614, 1620 - Dullman (1625) - Haffner (1629)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Daniel Seiblin 1613 - Lic. Christoph Riekker 1615 - Lic. Johann Schaumberg 1625
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hohes weltl. Gericht zu Neuss 1594-1596 - 2. Archidiakonalgericht zu Neuss 1596-1600 - 3. Köln. Offizialat 1600-1612 - 4. RKG 1613-1636 (1418-1629)
Beweismittel: Bd. 1: Zwei gleichlautende Quittungen sämtlicher Erben Crantz, nämlich Peter Herberts, Arnold Blanckenbeills und Peter Teimmermanns, daß sie im Namen der Maria von Lützerode vom Halfmann des Hamhofes 40 Gulden, jeden zu 24 Albus, am 1. Okt. 1590 erhalten haben (42f.) Bd. 2: Vorakten der 2. Instanz, mit eingeschlossenen Akten der 1. Inst. (136-170). Verträge vom 18. Dez. 1485 und 27. Feb. 1509 (151-158). Bd. 3: Vorakten der 3. Instanz (Q 4a). Zeugenverhör bezüglich des oberländ. rhein. Guldens (1-10). Attestatio über seinen Wert (149). Verordnung von 1418 über die Währung der Rentenzahlungen (228). Attestatio von 1509 (241). Urteil der 3. Instanz (280).
Beschreibung: 3 Bde., 10 cm; Bd. 1: 1,5 cm, 53 Bl., lose; Q 1-3, 5-10, 12-18, es fehlt Q 3, Q 16 doppelt vergeben, die zweite Q 16 doppelt vorhanden, 5 Beilagen, davon 2 = Q 2, 14; starke Wasserschäden; Bd. 2: 3,5 cm, 183 Bl., überwiegend geb.; Q 11; Bd. 3: 5 cm, 281 Bl., lose; Q 4a und 4b; Wasserschäden. Vgl. RKG 62 (A 286/640).




1749-1750, 1808 (1724-1749)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verkauf des „Millingmanshofes“ im Drüpter Quartier der Herrschaft Alpen durch die Eheleute ter Herbrüggen an Major von Köppen 1723 für 5500 Rtlr.; hier: Kassation des Urteils der Vorinstanz von 1748. Die 1. Bedingung des Kaufvertrages - sofortige Anzahlung von 1100 Rtlr. - wurde erfüllt; die 2. Bedingung - Abzug von 1500 Rtlrn. von der Kaufsumme für ein vom Käufer den Verkäufern zu übertragendes Haus in Rees (Kr. Rees) und Ländereien im „Efferschen Feld“ ? (Gemeinde Esserden; Kr. Rees) - konnte wegen Abwesenheit der Eheleute ter Herbrüggen nicht erfüllt werden; die 3. Bedingung - Mai 1724 als Termin der Zahlung der Restsumme und der Auflassung des „Millingmanshofes“ - wurde, was die Auflassung betr., nicht erfüllt, so daß Köppen 1724 vom Gericht Alpen in den Hof mit der Begründung eingewiesen wurde, daß Schaden für Köppen (Auslagen für Baugeräte) und für den Erzbischof von Köln und den Grafen von Bentheim (Einkünfte aus dem Hof) abgewendet werden müßten und der Rechtsweg offenstehe. Köppen hatte die Restsumme beim Gericht Alpen hinterlegt, woraus dieses die Schulden der Eheleute ter Herbrüggen bei den Gläubigern Kochius zu Kervenheim und Erben Wegener bezahlen sollte. Das Hofgericht zu Köln verwarf 1748 das Urteil des Gerichts Alpen und beschuldigte es, die Zehntpfennige (199 Rtlr.) für den Hof nicht abgeführt und die hinterlegten Gelder unter seine Mitglieder aufgeteilt und geschmälert zu haben, und erkannte den Eheleuten Regreßanspruch an das Gericht Alpen zu, da die Erben von Köppen inzwischen verarmt waren. Offenbar nachdem das Gericht Alpen an das RKG appelliert hatte, ersuchten und erhielten die RKG-Appellaten Revision beim Hofrat in Bonn. Dieser forderte 1749 die RKG-Appellanten unter Androhung von 1000 Goldgulden Strafe auf, vom Rekurs an das RKG als einem Verstoß gegen das kurköln. Privileg abzustehen. Darauf zog der Appellant die Klage zurück, da er durch die Strafe ruiniert werden könne und auf Heilung (Remedur) des Spruches der Vorinstanz durch den Hofrat hoffe.

Aktenzeichen : A 291/657

Enthaeltvermerke : Kläger: Richter Johann Georg Ketter und Schöffen Lambert Büsken und Arnoldus Schumacher des Gerichtes der kurköln. Herrschaft Alpen (Kl.: königl.-preuß. Oberwachtmeister bzw. Major von Köppen)
Beklagter: Wilhelm ter Herbrüggen (Therherbrüggen, Therbrüggen) und seine Frau D. geb. de Veer, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): für Kurköln: Lic. Johann Melchior Deuren [1737] 1749 - Subst.: Lic. Ambros Joseph Stephani - für die Appellanten: Dr. Georg Melchior Hofmann 1749 - Subst.: Dr. Johann Jakob Zwirlein
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gräfl.-bentheim. Gericht (Richter und Schöffen) zu Alpen (1724) - 2. Kurköln. Gericht zu Rheinberg (1724) - 3. Kurköln. Hohes Weltliches Gericht zu Neuss (?) - 4. Kurköln. Weltliches Hofgericht bzw. kurköln. Kommissariatsgericht zu Köln (?-1748) - 5. Kurköln. Revisionsgericht (Hofrat) zu Bonn Okt. (1748-?) - 6. RKG 1749-1750, 1808 (1724-1749)
Beschreibung: 2,5 cm, 112 Bl., lose; Q 1-29, 5 Beilagen.




1618-1624 (1521-1624)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Güter und Renten des 1605 kinderlos verstorbenen Johann von Ulft des Jüngeren, des einzigen Sohnes der Eheleute Johann von Ulft und Johanna von Etzbach. Das klev. Hofgericht hatte 1618 (siehe Bd. I Bl. 9) Bernhard von Aldenbrück zur Abtretung aller Güter und Renten des Erblassers verurteilt, mit Ausnahme des Hauses Horst und seines Lehenszubehörs: des adligen Gutes „am Stein“ bei Kalkar (wohl Gde. Altkalkar; Kr. Kleve). Außerdem hatte es ihm auferlegt, für Haus Horst und den Hof zu Andorf (Gde. Wettringen/Kr. Steinfurt) das Zutphensche Lehensrecht nachzuweisen. Bernhard begründete seine Ansprüche mit der näheren Verwandtschaft seiner Frau Gisela von Etzbach mit dem Erblasser, die dessen Tante (Mutterschwester) sei. Alhard von Hörde führte dagegen seine Verschwägerung mit der männlichen Linie an, denn seine Frau Elisabeth von der Recke sei eine Tochter von Johann von Ulfts des Älteren Schwester. Streitgegenstand ist auch die Nutzung des zum Haus Horst gehörenden Waldes. Die Vorinstanz hatte 1617 dem Wilhelm von Aldenbrück das Fällen von Bäumen und deren Verkauf untersagt. In dieser Sache wird zumindest bis 1618 und wieder seit 1621 (Kl.: Alhard von Hörde) gleichzeitig vor dem Hofgericht Kleve verhandelt. In der 1. Instanz klagte zudem zeitweilig der Intervenient Heinrich von dem Bergell ./. Aldenbrück und Hörde.

Aktenzeichen : A 306/682

Enthaeltvermerke : Kläger: Bernhard von Aldenbrück gen. Velbrück (Velbrügg) der Ältere zu Garath, zu Lanquit (Lanckfort) und zu Horst (Gem. Altkalkar; Kr. Kleve), und sein Sohn Wilhelm, (Bekl.)
Beklagter: Alhard von Hörde zu Schwarzenraben (Gem. Bökenförde, Kr. Lippstadt) und Störmede (ebenda), Amtmann zu Lippe, seit 1623 seine Witwe Elisabeth von der Recke und sein Sohn Adam Rutger von Hörde, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröder 1618
Prokuratoren (Bekl.): Haug (1618) - Lic.. Dietrich Dülman 1618, 1623 - Lic. Martin Khun
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hofgericht (Hofrichter und Räte) zu Kleve 1605-1618 - 2. RKG 1618-1624 (1521-1624)
Beweismittel: Bd. 1: Schätzung des durch Abholzung in den zum Haus Horst gehörenden Wäldern entstandenen Schadens durch Zimmermeister Zeyer und Diderich von Bonninghaus, Waldgrafen zu Monreberg, 18. Sept. 1618 (143-145). Verzeichnis des zum Haus Horst gehörenden Waldbesitzes, März 1618 (234f.). Gerichtlicher Verkauf von Bäumen aus dem Wald d. streitigen Gutes Horst am 20. Nov. 1620 durch das Gericht (Alt-)Kalkar (243-248). Verzeichnis von Holzkäufern und Kaufsummen vom 10. Apr. 1615 (251-254). Rechtsgutachten über die weibliche Nachfolge gemäß Lehnrecht des Herzogtums Geldern und der Grafschaft Zutphen, (1621) (276-278). Bd. 2: Vorakten des Hofgerichts Kleve. Genealogie der adligen Familien Bergell - Ulft (181f). Urteil vom 22. Sept. 1606 (211). Bitte Heinrichs von dem Bergell um Belehnung mit Haus Horst, 8. Apr. 1606 (287). Heiratsvertrag zwischen Johann von Ulft dem Älteren und Johanna von Etzbach, 1563 (991-1003). Belehnung des Rentmeisters Hermann Eickmann mit Haus Horst für den unmündigen Johann von Ulft den Jüngeren am 4. Apr. 1597 (1004f.). Bd. 3: Lehensbrief des Herzog Johann Wilhelm von Jül.-Kleve-Berg für Bernhard von Aldenbrück gen. Velbrück betr. Haus Horst, 23. Juli 1607 (Ausf.).
Beschreibung: 3 Bde., 24 cm; Bd. 1: 282 Bl., lose; Prot., Q 1-2, 3a-b, 4-10, 12-23, 24, 23a, 24b (sic), 25-30, 41-56, 48, 60-62; Bd. 2: 1018 Bl., geb.; Beilage 11; Bd. 3: 1 Bl. : Q 59. Es fehlen Q 31-40 und Q 57 (letztere eventuell mit Beilage Bl. 273 identisch). Der Prozeß wurde 1958 vom StA. Münster abgegeben (acc. 74/1958). Vgl. RKG 61 (A 285/639). Lit.: F. E. von Mering, Geschichte der Burgen, Rittergüter, Abteien und Klöster in den Rheinlanden, H. 12, Köln 1861, S. 12.




1750- 1753, 1806 (1742-1752)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zehntverordnungen der Äbtissin von Essen von 1743 (II 367-371) und 1749 (I 29-34). Gegen die Appellanten war vom inzwischen zurückgetretenen Viehofsverwalter Meyer auf Grund des Reglements der Äbtissin von 1743 die Exekution verhängt worden, worauf sie bei der fürstlichen Kanzlei klagten. Diese bestätigte ihnen mit Urteil von 1747 die ”althergebrachte gewohnheit, das landt willkührlich zu besäen“, d. h. so viel Klee, Lein, Rüben, Möhren und Bohnen anzubauen, wie sie für sich, ihre Knechte und Mägde und ihr Vieh brauchten. Während sie sich noch um die Erstattung ihrer Prozeßkosten durch Meyer bemühten, erließ die Äbtissin 1749 eine neue allgemeine Zehntverordnung, die das Urteil von 1747 verletzte. Dagegen appellierten die Bauern innerhalb von 10 Tagen an das RKG. Das Protokoll abschließender Completum-Vermerk vom 6. Sept. 1808.

Aktenzeichen : A 307/685

Enthaeltvermerke : Kläger: Eingesessene des Stifts Essen zu Altenessen, Katernberg, Stoppenberg und Frillendorf (Stadt Essen), vertreten durch Johann Heinrich Twentman, Hermann Middeldorff, Wilhelm Feldhaus, Dietrich Schimmel und andere, (Kl.)
Beklagter: Christina Franziska von der Pfalz, Äbtissin des Stifts Essen, und Viehofsverwalter N. Brockhoff, Essen, als Zehntnehmer (Bekl.: Viehofsverwalter Meyer)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1750 - Subst: Dr. Georg Melchior Hofmann
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bissing (1751)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstliche Kanzlei (Kanzleidirektor und Räte) zu Essen 1746-1749 - 2. Äbtissin des Stifts zu Essen 1749 - 3. RKG 1750- 1753, 1806 (1742-1752)
Beweismittel: Bd. 1: Zeugenverhör, 1746 (76-180). Rationes decidendi der Vorinstanz (207-262). Bd. 2: Vorakten (überwiegend Zeugenverhöre). Namen der zehntpflichtigen Bauern (31f.). Befehl der Äbtissin an die Kanzlei von 1747: das Urteil soll bis auf weiteres nicht vollzogen, sondern eine gütliche Beilegung gesucht werden. Dem Syndikus Saurmilch aber, der in öffentlichen Akten geschrieben hatte, die Äbtissin sei ohne Zustimmung des Kapitel nicht zum Erlaß eines Zehntreglements berechtigt, soll ein scharfer Verweis gegeben und derlei Äußerungen bei Strafe der Suspension verboten werden (271f.).
Beschreibung: 2 Bde., 15 cm; Bd. 1: 262 Bl., lose; Q 1-17, 2 Beilagen, Rationes decidendi; Bd. 2: 400 Bl.; 1-399.




1596-1689 (1139-1683)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schirmkorn von 200 Mltr. Roggen und 50 Mltr. Weizen, das die Beklagten den zu Gommershoven, Groß-Mönchhof, Klein-Mönchhof, Rath und Rheidt in der Herrschaft Bedburg gelegenen Gütern der Abtei seit Erwerbung der Herrschaft durch Graf Werner von Salm-Reifferscheid-Dyck abnehmen. Der Streit um die Abgaben der Klostergüter geht bis 1377/78 zurück. Im Dez. 1378 und Feb. 1379 prozessierte das Kloster gegen Reinhard von Reifferscheid vor der päpstl. Kurie. Das RKG entschied mit Endurteil von 1679 (Bd. 5, 224f.): Kamp soll das Schirmkorn mit allen Nachforderungen zahlen, seine Höfe sollen aber von allen weiteren Auflagen und Kontributionen - außer denen, die der Erzbischof von Köln fordern kann -, von Diensten, Beden und anderen mehr befreit sein. Eine in den Prozeß miteingebrachte Klage wegen 2000 Gulden mit jährlich 80 Goldgulden Zinsen, die Kamp 1523 dem damaligen Herrn von Bedburg, Graf Wilhelm von Neuenahr, gezahlt und für die es dem Pfarrer von Düren eine Rente von 80 Gulden verschrieben hatte, wurde vorläufig abgewiesen; die Klage sollte besser begründet bzw. die Vorakten aus Kaster, wo die Sache von 1601 bis 1603 verhandelt worden war, beigebracht werden. - Die Kläger beantragten bei dem Erzbischof Karl Heinrich von Mainz als Reichserzkanzler Revision des Urteils. - In gleicher Weise wie bei Kamp wurden auch die Pfarrei und ein Hof des Kölner Antoniterklosters zu Büsdorf (Bustorf) in der Herrschaft Bedburg und die in derselben Herrschaft liegenden Güter des Klosters Rolandswerth und des Vogtes von Nörvenich mit Abgaben belastet.

Aktenzeichen : A 311/695

Enthaeltvermerke : Kläger: (Alten)-Kamp, nämlich Abt Gottfried Draeck, ab 1619 Karl Reinhardt (Reineri), ab März 1625 Laurentius von Bewer, ab 1657 Petrus Polenius, ab 1661 Prior Arnoldus Paludanus, ab 1665 Johannes Höen, ab 1672 Andreas Holtman, und Konvent der Zisterzienserabtei Kamp (Kr. Moers) und für eine gewisse Zeit auch Generalpraeceptor Johann von Gülich, später Engelbertus Artopaeius, des Klosters St. Antonius zu Köln
Beklagter: Werner Graf von Salm, Herr zu Reifferscheid, Bedburg, Dyck, Alfter und Hackenbroich, Erbmarschall des Erzstifts Köln, als Herr zu Bedburg; ab 1651 sein Sohn Erich Adolf; ab 1674 dessen Witwe Ernestina Barbara (geb.) Gräfin von Löwenstein, Wertheim, Rochefort und Montaigu als Vormünderin des minderjährigen Sohnes Franz Wilhelm, ab 1679 dieselbe für den minderjährigen Salentin Ernst Graf von Manderscheid
Prokuratoren (Kl.): für St. Anton: Lic. Johann von Vianden 1596 - für St. Anton und Alten-Kamp: Dr. Walter Aach 1602 - für Altenkamp: Dr. Christian Schröder [1611] 1612 - Dr. Henricus Eylinck 1625 - Dr. Johann Leonhard Schommartz 1657, [1665] 1665, 1672 - Subst.: Lic. Johann Walraff 1657 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht [1665] 1665, 1672 - Notar Johann Heinrich van der Sultz 1679
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Laurentius Vomelius 1594 - Dr. Johann Konrad Lasser 1602 - Dr. Konrad Esch 1623 - Dr. Wilhelm Mockel 1657 - Subst.: Dr. Johann Hansen - Lic. Johann Hansen 1667 - Subst.: Lic. Johann Eichrodt - Lic. Johann Eichrodt 1667, 1679 - Subst.: Dr. Johann Marx Giesenbier
Prozeßart: Mandati cum clausula de restituendo
Instanzen: 1. RKG 1596-1689 (1139-1683) - 2. Erzbischofvon Mainz
Beweismittel: Bd. 1: Korrespondenz des Grafen Werner von Salm- Reifferscheid-Dyck mit kurköln. Räten, 1591-1596 (84-102). Verkauf 68 der Rente von 200 Mltr. Korn und 50 Mltr. Weizen, die Kamp von 2 Höfen in der Herrschaft Bedburg jährl. zum 1. Okt. entrichtet, auf 6 Jahre an die Eheleute Poppelsdorf durch die Eheleute Reinhard Herrn zu Reifferscheid und Bedburg und Maria von Loen (Looz) und Reinhards Brüder, Johann von Reifferscheid und Ludwig von Reifferscheid zu Hackenbroich, 1381 (103f.). Verkauf der Rente der Kamper Höfe Gommershoven, Auenheim, Rath und Rheidt an einen Kölner Bürger durch die gen. Brüder Johann und Ludwig, Herren zu Reifferscheid, 1391 (105f.). Befehl des Erzbischofs von Köln an den Grafen Werner, 1589, dem Praeceptor von St. Antonius die Abgaben zu restituieren (110f.). (Einband des Prot.): Instrumentum protestationis des Bürgermeisters von Alpen, 1618 (157). Bd. 2: Zeugenverhör 1620-1622 zu Köln durch den RKG-Kommissar und Syndikus der Stadt Köln, Dr. Johann Michael Cronenburg. Bd. 3: Privilegien der Abtei Kamp: Papst Innozenz II., 1139 (Lacomblet I S. 222; Dicks S. 93), König Heinrich (VII.), 1225 (RI 3986), Erzbischof Engelbert I. von Köln, (1219?), Kaiser Karl V., 1535 (21-25). Urkunden über den Verkauf der nun streitigen Rente durch Johann Herrn von Reifferscheid, Bedburg und Dyck und seine zweite Frau Jutta von Culemborg (Culemburg), 1411 und 1417, und durch den Grafen Wilhelm von Neuenahr, Herrn zu Bedburg, 31. Aug. 1523 (74-87). Zeugenrotulus, 1670 (93-186). Urkunden Reinhards Herrn zu Reifferscheid und Bedburg und seiner Frau Maria von Loen, 1388; Johanns und seiner Frau Jutta von Culemborg, 1414 und 1415; der Abtei Kamp von 1420; des Grafen Wilhelm von Limburg, Herrn zu Bedburg und Broich, 1423 (202-215). Bd. 4: Quittung des Grafen Wilhelm von Neuenahr und seiner Frau Anna, geb. Gräfin von Wied, von 1523 über die Zahlung von 2000 Gulden durch die Abtei Kamp (1-7). Zeugenverhör betr. Urkunden, durchgeführt 1672-1674 mit Abschriften (27-161): des Johann von Reifferscheid und Bedburg und seiner ersten Frau Richardis von Bolandt, 1393 (93f.), des Grafen Wilhelm von Limburg, Herrn zu Liedberg und Broich, und Metze von Reifferscheid, 1420 und 1421 (98f.), des Reinhard Herrn zu Reifferscheid und Bedburg und seiner Frau Maria von Loen und seiner Brüder, 1385 (128-130), des Prozesses Kamp ./. Reinhard von Reifferscheid vor der röm. Kurie betr. Abgaben von den Gütern zu Gommershoven und Auenheim, begonnen 1377, fortgeführt bis 1379, mit Urteil von 1378 (134-159), der Brüder Reinhard und Wilhelm von Reifferscheid und Salm, 1477 (159-161). Auszug aus den Akten des Stadtgerichts Kaster, 1601 (204-207). Bd. 5: Vertrag zwischen Johann von Reifferscheid samt Frau Richardis von Bolandt und der Abtei Kamp von 1391 (35f.). Privileg des Herzogs Wilhelm von Geldern und Jülich für Abtei St. Martin zu Köln, 1386 (154f.). Urkunde des Propstes von St. 69 Mariengraden zu Köln über den Verkauf von Zehnten an die Abtei Kamp, 1293 (221). Bd. 6: Kommissionsverfahren mit Zeugenverhör, 1681-1683.
Beschreibung: 6 Bde., 23 cm; Bd. 1: 163 Bl., geb.; Protokoll (eingebunden in einem Notariatsinstrument von 1618), Q 1-49, es fehlen Q 27, 33, 41, Q 1 irrtümlich als Q 3 quadranguliert (vgl. Q 6 in RKG 68 (A 312/696)), Q 1, 5, 10 unvollständig oder fragmentarisch; Bd. 2: 219 Bl., geb.; Q 50; Bd. 3: 227 Bl., geb., teils lose; Q 51-100, es fehlt: Q 54; Q 67, 70, 89 fragmentarisch; Bd. 4: 210 Bl., geb.; Q 101-123; Bd. 5: 264 Bl., geb.; Q 124-161, es fehlt Q 141; Q 142 fragmentarisch, 7 Beilagen; Bd. 6: 252 Bl., geb. Lit.: M. Dicks, Die Abtei Camp am Niederrhein, Kempen 1913, S. 309, 454 und 504. Mosler, Hans: Der Prozeß der Abtei Kamp gegen die Grafen von Salm-Reifferscheidt (1588- 1737). (Aus den Akten des Reichskammergerichts im HStAD), in: Mosler, Hans: Geschichte des Besitzes der Abtei Kamp im heutigen Kreise Bergheim (Erft). Unveröffentlichte Urkunden und Akten von 1137-1802, Bergheim: Kreisverwaltung 1974 (Bergheimer Beiträge zur Erforschung der mittleren Erftlandschaft, Bd. 6), S. 135—150.




1657-1673 (1596-1657)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Siehe RKG 67 (A 311/695). Prozeßbehinderung durch den Beklagten, der beantragt hat, die RKG-Ladung zu kassieren und die Klage an das zuständige kurköln. Gericht zu remittieren, da die Güter in der Herrschaft Bedburg lägen und somit der Jurisdiktion des Erzbischofs von Köln unterständen.

Aktenzeichen : A 312/696

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt und Konvent der Abtei Kamp (Altencamp)
Beklagter: Erich Adolf Graf von Salm, Herr zu Reifferscheid, Bedburg, Dyck, Alfter und Hackenbroich, Erbmarschall des Erzstifts Köln, als Herr zu Bedburg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1657 - Subst.: Lic. Johann Walraff
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Mockel (1657)
Prozeßart: Mandati de non attendando lite pendente cum clausula
Instanzen: RKG 1657-1673 (1596-1657)
Beweismittel: Zeugenverhör der Kamper Halbwinner Vinzenz Deutzmann, Georg Mohr, Thomas Nobis und Johann Weidenfeldt zu Bedburg, 1657 (12-14). Verzeichnis der Dienste der Halbwinner für das Haus Bedburg, 1641-1655 (19-34).
Beschreibung: 1,5 cm, 55 Bl., teilw. lose; Q 1, 3-24, 25a, 25b, 1 Beilage. Es fehlt: Q 2 (Vollmacht für Mockel). Die Beilage gehört auf Grund des Indorsats „Mandati de restituendo cum clausula“ wahrscheinlich zu A 311/695. Auch Q 6 scheint zu A 311/695 zu gehören.




1624-1628 (1622- 1625)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung Rosenbaums auf Grund einer Obligation von 100 Tlr., die das Kloster Kamp 1583 von dem Rheinberger Bürger Jan Rosenbaum für einen jährlichen Zins von 4 Mltr. Roggen, zu zahlen von den Pächtern des abteilichen Hofes zu Eversael (Kr. Moers), aufgenommen hatte; Zinsforderungen aus 39 Jahren in Höhe von 273 köln. oder 327 ¿ moers. Tlr.; hier auch: Unzuständigkeit der Vorinstanz, Zuständigkeit des erzbischöflichen Offizialats Köln in Zivil- und Personalforderungen der Abtei Kamp.

Aktenzeichen : A 313/697

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt Laurentius von Bewer (Beweren) und Konvent der Abtei Kamp (Altencamp), (Bekl.)
Beklagter: Johann Rosenbaum, Bürger zu Rheinberg (Kr. Moers), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Schröter (1624 ) - Dr. Henricus Eylinck [1625] 1625
Prokuratoren (Bekl.): Nagel (1624)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Moers 1621-(?). - 2. Appellations-Gericht (Kommissare und Appellations-Richter) der Grafschaft Moers zu Köln 1622-1624 - 3. RKG 1624-1628 (1622- 1625)
Beweismittel: Acta priora (17-84).
Beschreibung: 2,5 cm, 84 Bl., geb.; Q 1-9.




1662- 1675 (1256-1666)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Recht der Stadt Moers auf Erhebung der Akzise von dem Halbwinner des der Abtei Kamp gehörenden freiadligen Hauses und Hofes Strommoers (zwischen Moers und Rheinberg); hier: Urteil der Vorinstanz von 1662, wonach das von ihr 1658 erlassene Mandatum de non turbando in possessione libertatis zu kassieren und die Stadt Moers im Besitz der geforderten Akzise zu belassen sei. In der gleichen Sache war schon in den Jahren 1614-1620 vor der 71 gleichen Vorinstanz prozessiert worden; vgl. das Urteil von 1620. - Klagepunkte vor dem RKG: 1. Befangenheit der vorinstanzlichen Richter als Räte der Grafschaft Moers, 2. Verstoß gegen den Westfälischen Frieden bezüglich Religionszugehörigkeit von Richtern und 3. Verstoß gegen das Privileg des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers von 1553.

Aktenzeichen : A 314/698

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt Petrus Polenius, ab 1665 Johannes Höen, und Konvent der Abtei Kamp (Altencamp), (Kl.)
Beklagter: Bürgermeister Gerhard Becker, ab Mai 1663 Dr. med. Adolf Friedrich Goddeus, und der Rat der Stadt Moers, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz [1657] 1662, 1665 - Subst.: Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Jonas Eucharius Erhardt 1662 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Erhardt - Dr. Heinrich Wilhelm Erhardt 1666 - Subst. Dr. Johann Marx Giesenbier
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Appellations-Gericht (Kommissare und Appellations- Richter der Grafschaft Moers zu Köln 1658-1662 - 2. RKG 1662- 1675 (1256-1666)
Beweismittel: Bd. 1: Urkunden betr. Hof Strommoers: Abt Johann, Prior Hermann und Konvent des Klosters Deutz, 1256; Erzbischof Konrad von Hochstaden, 1256; Heinrich von Heinsberg, 1256; Ritter Everhard von Götterswick, 1256 (30-36). Zeugenaussagen des Jan Pließ und des Halbwinners Heinrich Tönneß des Hofes Strommoers (39f.). Auskunft des erbvogteilichen Gerichts zu Köln 1662 über die Gerichtsferien in Köln zur Osterzeit (59). Auszug aus dem Privileg des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers 1553 betr. akzisefreien Verkauf von Korn und Früchten aus Eigen- und Pachtgütern (63, 89). Desgl. für Gräfin Walburga von Neuenahr und Moers, 1598 (91). Desgl. für Prinz Moritz von Oranien, Grafen von Nassau, 1603 (92). Auszug aus der Stadtrechnung von Moers von 1624 (98). Zeugenaussage 1663 zu Moers (109). Bd. 2: Vorakten mit Urkunden wie in Bd. 1. Prozeßkosten (263f.).
Beschreibung: 2 Bde., 5,5 cm; Bd. 1: 123 Bl., teilw. lose; Q 1-7, 9-47; Bd. 2: 265 Bl., geb.; Q 8.




1614 (1613-1614)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Während der Appellant erklärt, per majora vota zum Achter gewählt worden zu sein, hatten Bürgermeister und Rat die Wahl von Jakob Kolkmann bestätigt und dem Appellanten gleichzeitig die Freiheit von Schatz, Schutz- und Wehrgeld verweigert. Der Appellant sieht in diesem Vorgehen einen Angriff auf seine Ehre sowie seine materiellen Rechte beeinträchtigt. Er wendet sich gegen den Spruch der Vorinstanz, die schlecht informiert und, ohne ihn gehört zu haben, gegen ihn entschieden habe.

Aktenzeichen : A 316/700

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. iur. Lukas Wilhelm Altenkirchen (Altenkirch), Andernach, (Kl.)
Beklagter: Bürgermeister Johann Pergener (Pergamer) zu Andernach, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Kremer (1614)
Prokuratoren (Bekl.): Schröter (1614)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurkölnische Kanzlei zu Bonn 1613 - 2. RKG 1614 (1613-1614)
Beschreibung: 21 Bl.; lose, Q 1-6.




1719-1722, 1808 (1716-1722)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellanten wehren sich dagegen, bei den dörflichen Lasten gemäß ihrem realen Besitz herangezogen zu werden, am dörflichen Besitz (Einnahmen aus Holz und gebrannten Steinen sowie Weidenutzungen) aber nur in geringerem Umfang gemäß ihrem Kötterstatus beteiligt zu werden.

Aktenzeichen : A 323/739

Enthaeltvermerke : Kläger: Peter Brünß, Michael Wolterhuff, Peter Broß (Brauß) und Wilhelm Gutz, geringere Kötter der Honschaft Alstaden in der berg. Herrschaft Broich
Beklagter: Obermänner der Honschaft Alstaden
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1719 - Subst.: Lic. J. C. Wigandt
Prokuratoren (Bekl.): für Jülich-Berg: Lic. Konrad Franz von Steinhausen [1705] 1719 - Subst.: Lic. Wilhelm Heuser
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat zu Düsseldorf mit kommissarischer Tätigkeit 1716-1718 - 2. RKG 1719-1722, 1808 (1716-1722)
Beweismittel: Urteil, 1721: Herausgabe der Akten durch die Vorinstanz innerhalb von 2 Monaten (59).
Beschreibung: 1,5 cm, 59 Bl., lose; Q 1-14, 1 Beilage.




1686-1687 (1674-1687)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung Johanns von Asten gegen seinen 1683 verstorbenen Vater Arnold von Asten sen. Johann hatte sich nach Ablehnung der väterlichen Erbschaft vom Gericht zu Stolberg in die Hinterlassenschaft immittieren lassen, weil er gegen seinen Vater aus Handelsgeschäften Forderungen in Höhe von 2300 Rtlr. hatte. Sein Bruder Arnold klagte darauf beim jül.-berg. Hofrat und bekam seinen Anteil zugesprochen. Johann bestritt dessen Recht auf 73 das Erbteil, weil die Schulden des Vaters ihm gegenüber größer seien als die Erbmasse.

Aktenzeichen : A 324/740

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Asten der Jüngere, Stolberg?, (Kl.)
Beklagter: Arnold von Asten jun., sein Bruder, Stolberg?, (Bekl.: ders., sein Schwager Isaak Peltzer und seine Schwestern Sara Maria und Anna Katharina von Asten, Peltzers Frau)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1686 - Subst.: Dr. Högelen - Högelen (1686)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1686 - Subst.: Dr. Krebs
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß zu Stolberg 1683 - 2. Jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf 1683-1685 - 3. RKG 1686-1687 (1674-1687)
Beweismittel: Bilanzen die Kupferhandelskompanie Arnoldvon Asten und Brawer, 1674-1682 (31-46).
Beschreibung: 49 Bl., lose; Q 1-19, es fehlen Q 9* und 10* (Acta priora) fehlen. Vgl. RKG 120 (A 596/1359).




1593-1594 (1593-1594)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung von 518 Rtlr., welche Annas verstorbener Ehemann als bischöflich-münsterischer Rentmeister zu Wolbeck (Kr. Münster) 1585 für den Ankaufvon 4 silbernen Flaschen (Fleschen?) zugunsten des Herzogs, damals Adminstrator des Hochstifts Münster, ausgelegt hatte.

Aktenzeichen : A 358/817

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna von Dranten, Witwe Balthasars von Amelunxen
Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich
Prokuratoren (Kl.): Kremer (1593)
Prokuratoren (Bekl.): Vomelius (1593)
Prozeßart: Mandati de solvendo sine clausula
Instanzen: RKG 1593-1594 (1593-1594)
Beschreibung: 17 Bl.; Prot., Q 1, 5 Beilagen.




1714- 1721, 1808 (1714-1721)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbgut (Haus, Stallungen, Baum- und Weingarten, Ackerland und Büsche) des verstorbenen Peter Lindlar, Einwohners zu Mehlem (Oberamt Bonn). Das mit verschiedenen Grundpachten sowie mit 200 Rtlr. Kapital belastete Gut - letztere an Adam Radius, damaligen Amtsverwalter zu Bonn, verschrieben - war verpachtet, warf aber keine Erträge ab (Kriegsjahre 1688/90). Wegen der dem Kapitalgeber geschuldeten, auf 80 Rtlr. aufgelaufenen Zinsen 74 setzten sich die Erben Peter Lindlars - Wilhelm Lindlar, Katharina, verheiratet mit Johann Amfahr, dem Vater des Appellanten, Agnes, verheiratet mit Johann Waldbröhl, und Mechthild, verheiratet mit Jakob Schiffelmann, alle Königswinter - 1690 auseinander. Johann Amfahr nahm das Gut in Besitz, da die anderen das Erbe angesichts der Überschuldung nicht annehmen wollten, nachdem er den Gläubiger mit Kapital, Zinsen und Unkosten abgefunden hatte. Er und seine Erben investierten von 1690 bis 1712 in das heruntergewirtschaftete Gut 1500 Rtlr., bis Mechthild Schiffelmann die Obligation für 200 Rtlr. von den Erben Radius erwarb, die Erben Amfahr zu einer Zahlung von 100 Rtlr. Zinsen bewog, da diese das Gut weiter behalten wollten, und sich schließlich vom Landgericht Mehlem in das Gut immittieren ließ. Die nunmehr vorgebrachte Klage auf Fortbesitz des Gutes bis zur Erstattung der aufgewendeten 1500 Rtlr. wurde vom RKG abgewiesen.

Aktenzeichen : A 383/846

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Dietrich Amfahr (Amfahrt, am Fahr) und Konsorten: seine Schwester Mechthild Amfahr, Königswinter (Rhein-Sieg-Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Jakob Schiffelmann und Konsorten: nämlich Johann Waldbröhl (Waldbruhl, Waldbrul) und Wilhelm Lindlar, alle Königswinter (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ernst Hert 1714 - Subst.: Dr. G. A. Geibel
Prokuratoren (Bekl.): für Kurköln: Lic. Franz Peter Jung [1715] 1715 - Subst.: Lic. Melchior Deuren
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Landgericht Mehlem 1712 - 2. Hohes Weltliches Hofgericht Bonn 1712 - 3. Erzbischöfliches Kommissariatsgericht Köln 1713 - 4. Kurköln. Hofrat als Revisionsinstanz 1713 - 5. RKG 1714- 1721, 1808 (1714-1721)
Beweismittel: Vorakten der 1. und 2. Instanz (Q 33a). Desgl. 3. Instanz (Q 33b). Mandatum arresti des Erzbischofs von Köln, 1715, der den Besitz des Appellanten wegen der nicht rechtmäßigen Appellation an das RKG durch den Schultheiß von Godesberg in Arrest nehmen ließ (245f.). Spezifikation und Taxierung der strittigen Güter (301). Anweisung an das Gericht zu Mehlem, das Urteil des kurköln. Hofrats trotz der bereits an das RKG ergangenen Appellation durchzusetzen (346).
Beschreibung: 8,5 cm, 351 Bl., lose; Q 1-48, es fehlt Q 44, 6 Beilagen (z. T. nur Abschriften bereits vorhandener Q).




1576- 1578 (1576-1578)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Appellant hatte gegen ein Urteil der 1. Instanz, mit dem diese eine Klage abgewiesen hatte (Absolutionsurteil), an die 2. Instanz appelliert. Er wendet sich an das RKG, da dieses Verfahren auf Grund von Emmericher Einwänden gegen die Rechtmäßigkeit dieses Instanzenzuges nicht weiterverfolgt wurde.

Aktenzeichen : A 391/877

Enthaeltvermerke : Kläger: Andreas von Anderlecht, Landdrost und Superintendent der Grafschaft Bergh (s’-Heerenberg), (Kl.)
Beklagter: Isenbrandt Heinrichs, Bürger zu Emmerich (Kr. Rees), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Augspurger [1576] 1576 - Dr. Bernhard Kuehorn - Dr. Johann Gronberger
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Brentzlein 1576 - Dr. Bernhard Kuehorn - Dr. Jakob Schrehell (?) - Dr. Johann Brentzlin 1577
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Richter und Schöffen der Stadt Emmerich ?-1575 - 2. Herzogliche Kanzlei und Räte zu Kleve (1575)-1576. - 3. RKG 1576- 1578 (1576-1578)
Beschreibung: 12 Bl., lose; Q 1-5, 1 Beilage.




1714- 1718, 1808 (1632-1718)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Rückständige Zinsen (Pensionen) in Höhe von 2470 Rtlr. aus 2 Kapitalien von 1200 und 2000 Rtlr., die die Stadt Andernach 1632 bei Dambroich und seiner Frau Margaretha Kahm und 1633 (nach der schwedischen Plünderung) bei dem kurköln. Oberkellner zu Lechenich (Kr. Euskirchen), Nikolaus Kahm (Kham) und seiner Frau Maria Merzenich aufgenommen hatte. Die Stadt berief sich auf das landesherrliche Zahlungsmoratorium nach dem französischen Einfall in das Erzstift Köln (1689 in Andernach) und brachte vor, stets zahlungsbereit gewesen zu sein. Sie forderte Aufschub, bis sie die appellatischen Ansprüche mittels ihres Archivs, das man in Sicherheit hatte bringen müssen, nachgeprüft habe. Das RKG bestätigte mit seinen Urteilen vom 24. Nov. 1716 und 17. März 1717 (Bl. 122f.) die vorinstanzliche Entscheidung von 1714 (Bl. 23; 69) zugunsten des Appellaten.

Aktenzeichen : A 393/879

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Andernach, (Bekl.)
Beklagter: Dr. Johann Reiner Dambroich (Dambroch), Vogt des Hohen Weltlichen Gerichts zu Bonn, vorher kurköln. Kammerrat und Zöllner ebenda, Bonn, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz von Steinhausen 1714 - Subst.: Dr. Joh. Rudolf Sachs - für Kurköln: Lic. Franz Peter Jung [1715] 1718 - Subst.: Lic. Joh. Melchior Deuren
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1714 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert - Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1717 - Subst.: Dr. J. W. Brandt
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Hofrat zu Köln 1712-1714 - 2. RKG 1714- 1718, 1808 (1632-1718)
Beweismittel: Vorakten (40-80). Rechnungen Dr. Dambroichs (46f., 74f.). Auszug aus dem Rentbuch der Stadt Andernach, 1658-1713 (52-58). Revers der Stadt Andernach über ihre Kapitalaufnahme von 2000 Rtlr. und Rentverschreibung von 100 Rtlr. bei Kham, 1633 (90- 95). Desgl. über 1200 Rtlr. bei Dambroich, 1632 (97f.). Prozeßkostenrechnungen Jungs (106f., 118). Stephanis Prozeßkostenrechnung, 1718 (134f.).
Beschreibung: 2,5 cm, 138 Bl., lose; Q 1-17, 19, 21-38, 1 Beilage (=Q 18?), teilweise beschädigt und schlecht erhalten, es fehlen: Q 18 und Q 20.




1719-1721, 1808 (1646-1721)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erstattung des vollen Preises - d. h. ohne Abzug der Ratsstrafe von 8 Tlr. - für 30 von der Stadt wegen Verletzung der Weidgangordnung und Schädigung von Äckern beschlagnahmte und verkaufte Schafe Reichensteins.

Aktenzeichen : A 394/880

Enthaeltvermerke : Kläger: Ritter, Schöffen, Bürgermeister und Rat der Stadt Andernach, (Bekl.)
Beklagter: Johann Wilhelm Reichenstein, Bürger und Metzger zu Andernach, und Konsorten: Schultheiß Servatius Nuppeney, Andernach, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Rudolf Sachs 1719 - Subst.: Lic. A. J. Stephani
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1719 - Subst.: Lic. Johann Jakob Wahl
Prozeßart: Appellationis, cum mandato attentatorum revocatorio, cassatorio, restitutorio et inhibitorio sine clausula
Instanzen: 1. Kurköln. Hofrat (Präsident und Räte) zu Bonn 1715- 1718 - 2. RKG 1719-1721, 1808 (1646-1721)
Beweismittel: Kurköln. Verordnung an die Stadt Andernach 1709 betr. unter anderem Rechnungslegung, Ratsstrafen, Prozeßrecht des Rates, Wahlen (57-59). Auszug aus der Andernacher Stadtordnung von 1646 (73). Schriftwechsel des Erzbischofs Josef Clemens von Köln mit der Stadt Andernach, 1715 (87-91).
Beschreibung: 1,5 cm, 98 Bl., lose; Q 1-18, 12 Beilagen.




1739-1740 (1704-1739)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anna Maria Ambrosina Scheiffart von Merode hatte bei ihrem Ordenseintritt auf ihr Erbe verzichtet, sich aber vorbehalten, im Fall des Aussterbens des Mannesstammes wiederum als erbberechtigt angesehen zu werden und Anspruch auf die Leibzucht an ihrem Erbteil zu haben. Sie bzw. das Kloster, dem sie angehört, erklärt, nach dem Tode aller ihrer Brüder sei dieser Anspruch geltend gemacht und vom jül.-berg. Hofrat anerkannt worden, der ihr zugleich Immission in merodischen Besitz zur Sicherung dieses Anspruchs zuerkannt habe. Nachdem der Hofrat dieses Urteil nicht ausführte, habe sie unter Verweis auf das Hofratsurteil beim Kölner Offizial die Einweisung in das merodische Rittergut Duisdorf erwirkt. Die RKG-Appellation richtet sich gegen ein Hofratsurteil, mit dem diese Immission als erschlichen zurückgewiesen und sie zur Rückgabe der Einnahmen aus dem Gut angewiesen wurde. Sie bestreitet dem jül.-berg. Hofrat das Recht, ein Urteil aufzuheben, das auf seinem eigenen rechtskräftigen Urteil basiere und durch das Obergericht des Territoriums, das für das Gut zuständig sei, ergangen sei. Die Gegenseite hätte das Offizialatsurteil nur durch Rekurs an die Reichsgerichte, nicht aber am Obergericht eines anderen Territoriums bekämpfen können. 1740 beantragten beide Seiten Einstellung des Verfahrens, da der Streit verglichen sei.

Aktenzeichen : A 396/882

Enthaeltvermerke : Kläger: Kloster St. Thomas bei Andernach namens der Professin Anna Maria Ambrosina Scheiffart von Merode zu Allner, (Kl.)
Beklagter: J[ohann Franz Wilhelm] Frhr. Spies zu Allner (Amt Blankenberg), Neffe der Klägerin Anna Maria Ambrosina als Sohn ihrer Schwester Maria Wilhelmina und des [Daniel Salentin] Frhrn. Spies zu Satzvey (Kr. Euskirchen), (Bekl: Erben Scheiffart von Merode zu Allner)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Wilhelm Weilach 1739 - Subst.: Dr. Philipp Ludwig Meckel Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christian Philipp Lang [1739] 1739 - Subst.: Lic. Weißkirch
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf - 2. RKG 1739-1740 (1704-1739)
Beweismittel: Genealogische Angaben zur Familie Scheiffart von Merode (19-21). Vorakten des Offizialats (27-59). Urteil des Offizials von 1734 in Sachen Erben des verstorbenen Syndikus Sander ./. Frhr. Spies zu Satzvey, betr. Zinsforderungen für ein von Frhr. Scheiffart aufgenommenes Kapital von 5000 (50-52).
Beschreibung: 1,5 cm, 76 Bl., lose; Q 1-12, 1 Beilage.




1549-1558 (1515-1557)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Forderung Angelmachers über eine Restschuldvon 392 ¿ Goldgulden aus einer Gesamtschuld von 1000 Goldgulden bzw. Klage, bei der Festsetzung der Restschuld um 196 ¿ Goldgulden betrogen worden zu sein. Carsilius Wolff war 1515 gegenüber Johann von Kerpen eine Obligation über 1000 Goldgulden eingegangen, als er in eine Schuld seines Bruders Franz Wolff eintrat. Angelmacher, seit 1531 mit Kerpens Tochter verheiratet, traf 1536 mit Carsilius Wolff eine Vereinbarung über die bis dahin geleisteten Zahlungen und ließ sich eine neue Obligation über die Restschuld ausstellen. Seine Klage, dabei betrogen worden zu sein, wurde von der Vorinstanz zurückgewiesen.

Aktenzeichen : A 401/926

Enthaeltvermerke : Kläger: Bruno (Brun, Bruyn) Angelmacher, Bürger und Ratsmitglied zu Köln, (Kl.)
Beklagter: Maria (Merge), Witwe des Carsilius Wolff, jül. Vogts zu Randerath (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunlin 1549
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Portius 1549
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1549 - 2. RKG 1549-1558 (1515-1557)
Beweismittel: Vorakten mit verschiedenen Abschriften von Dokumenten, darunter die Schuldverschreibungen von 1515 und 1536, ein Zeugenverhör und das Urteil von 1549 (Q 10).
Beschreibung: 2,5 cm, 93 Bl., lose; Q 1-13.




1551-1565 (1457-1565)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellanten hatten die Rückgabe von 2 Stükken Ackerlandes von 9 und 4 Morgen Land zu Ahe (Gem. Heppendorf, Kr. Bergheim) eingeklagt, die sie als Bestandteil des Rommelshofes sehen, dessen Verpachtung an die (Eltern der) Appellaten ausgelaufen war. Während der Pachtdauer hatte es auf appellatischer Seite eine Erbteilung gegeben, in die die strittigen Stücke, die im Gegensatz zum Hof schatzpflichtig waren, einbezogen und dann verkauft worden waren. Die Appellanten erheben Einwände gegen die Art der vorinstanzlichen Beweisaufnahme. Die Appellaten bestreiten die Zulässigkeit der RKG-Appellation wegen Nichterreichens der jül.-berg. Appellationssumme. Am 17. Sept. 1561 verwarf das RKG das Urteil der Vorinstanz und wies die Appellaten zur Rückgabe des Landes und der daraus seit Klageerhebung gezogenen Einnahmen an. Dagegen appellatisches Gesuch um Restitutio in integrum.

Aktenzeichen : A 402/927

Enthaeltvermerke : Kläger: Agnes Guldemann, Witwe des Kölner Bürgers Gerhard Angelmacher (Angelmecher), für sich und ihre Erben; 1561 auch der ihrer Tochter Elisabeth zur Führung dieses Verfahrens als Vormund zugeordnete Bruno Angelmecher, alter Ratsrichter, Köln; 1565 mit Elisabeths Ehemann Dr. med. Theodorus Berckmann, (Kl.: die Brüder Bruno und Gerhard Angelmacher)
Beklagter: Gebrüder Peter, Thoenis und Reinhard Schoegen als Söhne des verstorbenen Johann Schoegen, Sindorf (Kr. Bergheim), (Bekl.: Erben des Johann Schoegen: seine Witwe Beiltgin und seine Kinder Peter und Thoenis)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunlin 1551, 1561 - Dr. Alexander Reifsteck 1565
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Hochel 1551, 1562 - Dr. Anastasius Greineisen 1551
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) in der Lohe auf Unterweisung des Hauptgerichts Düren 1547- 1749 - 2. Gericht in der Lohe auf Unterweisung durch Richter und Schöffen des Königlichen Stuhls und der Stadt Aachen 1549-1550 - 3. RKG 1551-1565 (1457-1565)
Beweismittel: Privilegium de non appellando Kaiser Karls V. für Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg, 1546 (18-20). Gerichtskosten der Appellanten (31f.). Vorakten (Q 6 = Q 14), u. a.: Pachtverträge der Eheleute Johann und Merge Schoegen von 1491 und der Eheleute Johann und Beiltgen Schoegen von 1540, Kaufbrief der Eheleute Wilhelm und Jutta Schillingk von 1457 (33-65). Prozeßkosten Breunles (93-96).
Beschreibung: 4 cm, 97 Bl., lose; Q 1-25, 1 Beilage.




1642-1655 (1626-1646)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen einen Spruch der Vorinstanz, die den Appellanten Eingehen auf die Klage der Appellaten auferlegt hatte. Die Appellanten halten angesichts ihres entfernten Aufenthaltsortes (Spanien bzw. Kurpfalz) die Frist für zu kurz, als daß sie ihre berechtigten Einwände gegen die Zuständigkeit der Kommission hätten einbringen können. Der Appellat bestreitet die Zuständigkeit des RKG in diesem bereits an einem anderen kaiserlichen Gericht anhängigen Verfahren. Hintergrund des Verfahrens ist ein Erbschaftsstreit, in dem die Appellaten die Kommission gegen die Usurpation der elterlichen Erbschaft, insbesondere des Hauses Myllendonk, durch Dietrich von Myllendonk und seine Frau Theodora von Bronckhorst angerufen hatten.

Aktenzeichen : A 408/942

Enthaeltvermerke : Kläger: Maria Cleopha, Herzogin zu [Arenberg-]Aarschot, geb. Gräfin von Hohenzollern[-Sigmaringen], als Mutter von Carl, Ludwig, Ernst, Grafen zu Sultz, als testamentarische Vormünder von Johanna Catharina Elisabeth, Tochter des Grafen Johann Jacob zu Bronckhorst und Anholt, kaiserl. Generalfeldmarschall; Graf Dietrich zu Bronckhorst, (Bekl.)
Beklagter: Johann Reinhard von Soetern im Namen seiner Frau [Johanna] Gertrud und Konsorten, (Kl.: ihre Schwester Ottilie von Palant zu Reuland)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff 1642
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Albrecht (1642)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kaiserl. Kommission 1640-1641 - 2. RKG 1642-1655 (1626-1646)
Beweismittel: Acta priora (Q 14).
Beschreibung: 5 cm, 133 Bl., lose; Q 1-14, es fehlen Q 2, 9 (Vollmacht Albrecht), Q 7 beschädigt.




1642-1655 (1641-1642)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Siehe RKG 82 (A 408/942). Die Appellation richtet sich dagegen, daß die subdelegierten Kommissare Dr. Andreas Gail und Dr. Theodor Sistorfius trotz eingelegter RKG-Appellation (vgl. RKG 82 (A 408/942)) weiterverhandelten.

Aktenzeichen : A 409/943

Enthaeltvermerke : Kläger: Dietrich Graf von Bronckhorst, Frhr. zu Batenburg (Battenberg) und Anholt, und Konsorten, (Bekl.); Lic. Ketteler, Köln, als bevollmächtigter Anwalt des Vormundes von Johanna Catharina Elisabeth von Bronckhorst zu Anholt
Beklagter: Johann Reinhard von Soetern im Namen seiner Frau Johanna Gertrud und Konsorten, nämlich ihre Schwester Ottilie, geb. Palant, (Kl.: ihre Schwester Ottilie von Palant zu Reuland)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff [1641] 1642, [1642] 1642
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Conrad Albrecht [1642] 1642
Prozeßart: Secundae appellationis
Instanzen: 1. Kaiserl. Kommission 1640-1641 - 2. RKG 1642-1655 (1641-1642)
Beschreibung: 10 Bl., lose; Q 1-6.




1597-1614 (1571-1600)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Verfahrens ist eine Schuld von 1600 Sibertalern, die Dietrich von Bronckhorst 1571 bei Margarethe Smulling (Smolling) aufgenommen hatte. Wegen rückständiger Zinsen hatte der Appellat, dessen Frau, Wilhelma von Till, die Obligation 1585 von Walter Büren gekauft hatte, Pfändung des Rückstandes aus den moylandschen Höfen Broeckmans- und Hellings-Hof beim 81 Gericht Till beantragt. Die Appellantin hatte die Zuständigkeit dieses Gerichtes bestritten, da für alle Pfändungen und ähnliches im moylandschen Bereich allein die Inhaber des Hauses Moyland bzw. deren Rechtspfleger zuständig seien. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß entgegen dieser Ansicht der dem Gericht Till vorsitzende Richter zu Kleverhamm wie das Stadtgericht Kalkar das Gericht Till für zuständig erklärt hatten.

Aktenzeichen : A 410/949a

Enthaeltvermerke : Kläger: Gertrud von Myllendonk zu Drachenfels, Freifrau und Witwe von Bronckhorst und Batenburg zu Anholt, Herrin zu Moyland, (Bekl.)
Beklagter: Johann Ingenhoven (Ingenhoff), Hofmeister der Gräfin von Neuenahr, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Kuehorn 1597
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius 1597
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Richter und Schöffen) zu Till 1594-1596 - 2. Stadtgericht (Richter und Schöffen) zu Kalkar 1596-1597 - 3. RKG 1597-1614 (1571-1600)
Beweismittel: Acta priora (Bl. 16-74). Obligation von 1571 (46-49).
Beschreibung: 2 cm, 90 Bl., lose; Q 1-12.




1683-1688 (1657-1688)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Rückständige Heiratssteuer für die Appellatin von 10000 Rtlr., die ihr bei ihrer 1. Eheschließung mit Johann Werner von Wevorden, Herrn zu Drove, 1657 von ihren Eltern Johann Adam von Anstel und Agnes von Holtzem verschrieben und wofür das Gut zu Nieder-Außem (Kr. Bergheim) verhypothekisiert worden war, das nach ihres Vaters Tod ihr Bruder Wilhelm Heinrich in Besitz nahm. Bereits die 1. Instanz hatte mit Urteil von 1683 Anna Elisabeth die rückständige Heiratssteuer zugesprochen. Das RKG verwarf mit Urteil vom 11. März 1687 die Appellation und bestätigte das Urteil der Vorinstanz. 1687 wurde Anna Elisabeth in das Gut zu Nieder- Außem immittiert.

Aktenzeichen : A 425/984

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm Heinrich von Anstel zu Holtrop (Kr. Bergheim) und Keldenich, (Bekl.); ab Feb. 1688 seine Erben: [die kurköln. Räte Lic.] Peter Alexander Bossart und [Dr.] Johann Holter
Beklagter: Anna Elisabeth von Boecop (Bokopp, Böcop), geb. Freiin von Anstel, seine Schwester als Witwe Johann Werners von Wevorden, Herrn zu Drove (Kr. Düren); ab Sept. 1684 auch ihr 3. Ehemann Heinrich Alexander von Gevertzhaen zu Birgel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Marx Giesenbier 1683 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Stieber
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Friedrich Stieber 1684 - Subst.: Dr. Johann Georg Erhardt
Prozeßart: Appellations- und Mandatsprozeß
Instanzen: 1. Jül.-berg. Kanzlei zu Düsseldorf 1681-1683 - 2. RKG 1683-1688 (1657-1688)
Beweismittel: Bd. 1: Heiratsverschreibung Anna Elisabeths und Johann Werners von Wevorden, Sohn des verstorbenen Arnold Heinrich von Weworden und seiner Frau Gerardina geb. von Frankeshoven, 1657 (44-47). Rechtsgutachten (74-77). Bd. 2: Vorakten.
Beschreibung: 2 Bde. , 5 cm; Bd. 1: 2 cm 77 Bl., geb.; Q 1-13, 15-35, 1 Beilage; Q 3 (Bl. 18) im unteren Teil beschädigt; Bd. 2: 3 cm, 172 Bl., geb.; Q 14.




(1659-1688)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streitgegenstand ist die Frage der (anteiligen) Entrichtung eines Heiratsgeldes von 3000 Rtlr., das die Eheleute Johann von Siegenhoven gen. Anstel zu Anstel und Anna Kreps in ihrem Testament ihrer Tochter Christine, der Schwiegermutter der Appellaten, zugesagt und zu dessen Entrichtung ihre Söhne Stephan und Adam verpflichtet hatten. Die 1. Instanz war 1685 der Ansicht des Appellanten gefolgt, daß neben ihm, einzigem Sohn Adams aus 1. Ehe, auch dessen 5 Kinder 2. Ehe zur anteiligen Entrichtung der auf den gemeinsamen Vater entfallenden Summe von 1500 Rtlr. verpflichtet seien. Er wirft Dr. [Thomas] von Quentel, der als derjenige, der den zunächst tätigen Offizialatskommissar kommittiert hatte, das Verfahren an sich gezogen hatte, vor, nicht nur über die Liquidation von Schuld und Zinsen verhandelt, sondern mit seinem Urteil von 1687 das längst rechtskräftige Urteil von 1685 aufgehoben zu haben, als er den Appellanten zur Entrichtung der vollen 1500 Rtlr. sowie deren Verzinsung seit dem Tode des Vaters verpflichtete. Die Erben des Wilhelm Heinrich von Anstel, Halbbruders des Appellanten aus der 2. Ehe des Vaters, bestreiten die Zulässigkeit der RKG- Appellation. Nachdem er durch das Urteil von 1685 aus einem Verfahren belastet wurde, das zwischen seinem Halbbruder und Wolff geführt und in dem er nie gehört worden sei, sei Wilhelm Heinrich als Intervenient in dieses Verfahren eingetreten. Sie hätten bereits beim kurkölnischen Revisionsgericht gegen das Urteil von 1687 appelliert, da Wilhelm Heinrich darin unberechtigt die Entrichtung der Zinsen bis zum Tode seines Vaters auferlegt worden seien.

Aktenzeichen : A 426/985

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Timotheus (Thimothius) von und zu Anstel (Anstell) und Herr zu Keldenich, (Bekl.)
Beklagter: Erben des Heinrich von Anstel, namentlich Adam Werner von Wolff, Bergheimer Dorf (Berchemer Dorf), (Kl. zusammen mit seinem Schwager Konrad Rembert von Vreden (Vrede) für ihre Frauen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Franz Matthias 1688 - Subst.: Lic. Johann Adam Roleman
Prokuratoren (Bekl.): für von Wolff: Dr. Franz Henrich Krebs (1688) - für die Erben von Anstels: Dr. Johann Marx Giesenbier (1688)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Zunächst ein Offizialatskommissar (1673-1685), dann der Kölner Offizial Dr. Thomas de Quentel (?-1687) - 2. RKG ?-? (1659-1688)
Beweismittel: Auszug aus dem Erbvergleich zwischen Johann Timotheus einerseits und seiner Stiefmutter Agnes von Holtzem und den Kindern aus 2. Ehe andererseits von 1659 (14)
Beschreibung: 16 Bl., lose; nur Mantel des Protokolls, 9 unquadrangulierte Aktenstücke prod. zwischen 23. Aug. und 14. Okt. 1688. Vgl. auch RKG 87 (A 428/987).




(1679- 1680)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellantin erklärt, sie habe ihrem älteren Sohn Wilhelm Heinrich 1663 in einem Provisionalvergleich die Hälfte ihrer Güter unter der Voraussetzung übertragen, daß ihr noch minderjähriger Sohn Erich Adolf in den geistlichen Stand eintreten werde. Nachdem letzterer nunmehr volljährig sei, hätten die Brüder ohne Berücksichtigung dieses Vergleichs und ohne ihr in irgendeiner Form einen Unterhalt zukommen zu lassen, den Besitz unter sich geteilt und die Einnahmen daraus an sich genommen. Die ihr laut Vergleich von 1663 verbleibende Hälfte der Güter liege ausschließlich im Kurkölnischen. Nachdem ihre Söhne die Einnahmen aus diesen Gütern an sich genommen und nach Köln hätten bringen lassen, habe sie am Hohen Gericht in Köln auf deren Rückgabe geklagt. Die RKG- Appellation richtet sich gegen einen Befehl der Düsseldorfer Hofkanzlei, mit dem ihr die Aufgabe dieses Verfahrens am Hohen Gericht zugunsten einer alleinigen Anhängigkeit des Streites an der Düsseldorfer Hofkanzlei aufgegeben wurde. Sie bestreitet diese Anhängigkeit. Sie sei dort nie gehört worden, habe nur ihre Einwände, das über kölnische Güter nur kölnische Gerichte entscheiden könnten, einbringen lassen. Sie betont dagegen die Rechtskraft von kurkölnischen Manutenzurteilen zu ihren Gunsten und wendet sich an das RKG, da sie sich der Grundlagen zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes beraubt sieht. Die Appellaten bestreiten dagegen jede Zuständigkeit kurkölnischer Gerichte für sie als jül. Ritter.

Aktenzeichen : A 427/986

Enthaeltvermerke : Kläger: Agnes von Holtzem, Witwe [Johann Adams] von Anstel zu Holtrop (Kr. Bergheim) und Keldenich, (Kl.)
Beklagter: Wilhelm Heinrich und Erich Adolf von Anstel zu Holtrop, Söhne der Appellantin, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1679 - Subst.: Lic. Eichrodt
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Christoph Friesen 1674 - Subst.: Dr. Krebs
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hofkanzlei zu Düsseldorf (1678) - 2. RKG ?-? (1679- 1680)
Beschreibung: 38 Bl., lose; nur Mantel des Protokolls, 17 unquadrangulierte Aktenstücke prod. zwischen 23. Mai 1679 und 1. März 1680. Bis zur Neuverzeichnung enthielt die Akte 2 Beilagen, die zu RKG 86 (A 426/985) gehören und dorthin gelegt wurden.




1697-1739 (1683-1738)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Forderung der Appellaten in Höhe von 10000 Rtlr. bzw. Immission des Aloysius Rossius in die im Erzstift Köln liegenden Güter Wilhelm Heinrichs von Anstel. Wilhelm Heinrich hatte 1683 dem Eustache de Villegeaux, der ihm „mehr als ein leibl. Bruder“ aus großer Not geholfen hatte, die gen. Summe geschenkt und auf seine Güter im Herzogtum Jülich und im Erzstift Köln angewiesen. Villegeaux trat die Schenkung an Peter Ludwig Rossius de Liboy ab. Die Appellanten, die die Schenkung als „überaus große und excessive gift“ bezeichneten, verweigerten ihre Herausgabe. Durch Urteil des Kölner Offizials von 1696 wurde Aloysius Rossius in den gen. Teil der Güter immittiert. Nach dem RKG-Urteil vom 16. Juli 1700, das das Urteil der Vorinstanz bestätigte, wurde das Verfahren 1712 wieder aufgenommen. Die durch Todesfälle auf beiden Seiten mehrfach wechselnden Parteien beendeten den Streit vermutlich 1739 durch außergerichtlichen Vergleich.

Aktenzeichen : A 428/987

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Wilhelm Heinrich von Anstel zu Holtrop: Dr. Johann Holter, [Köln], Lic. [Peter] Alexander Bossart, Bonn, namens seiner Frau und Franz Karl Bossart, Kanoniker an St. Andreas in Köln; ab 1712 statt Holter seine Witwe Irmgard geb. Witzheller, sein Sohn Lic. Theodor Holter, auch namens der von seinem Bruder Johann hinterlassenen minderjährigen Kinder, sowie 3 Töchter des Dr. Johann Holter, A. V. Causeman namens seiner Frau, (Bekl.: Dr. Holter und Lic. Bossart)
Beklagter: Erben des Eustachius de Villegeaux bzw. deren Zessionare aus der Familie Rossius de Liboy (Liboys), Aloysius Rossius de Liboy und Ludovicus Rossius de Liboy, Propst an St. Peter in Lüttich (Belgien); ab 1702 Isabella Rossius de Liboy, Frau von Boffeux, Spalbeck und Tahier, Tochter des Ludovicus, und ihr Bruder Carolus Franciscus Rossius de Liboy, Kanoniker zu Lüttich; ab 1736 das Kapitel von St. Peter in Lüttich, (Kl.: Aloys. und Lud. Rossius)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp Pulian 1696 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler - Lic. Johann Henrich Flender 1712 - Subst.: Lic. Johann Flender jun. - Dr. Johann Adolf Brandt 1725 - Subst.: Lic. J. W. Weylach
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer 1697, 1703 - Subst.: Lic. Franz Peter Jung 1697 - Subst.: Dr. Johann Stephan Speckman 1703 - Lic. Konrad Franz von Steinhausen 1711 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Hoffmann - Dr. Johann Goy 1730 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann jun. - Lic. Johann Melchior Deuren 1737 - Subst.: Lic. A. J. Stephani
Prozeßart: Appellationis, ab 1712 Citationis ad reassumendum
Instanzen: 1. Offizial zu Köln 1686-1693 - 2. Offizial zu Köln als Revisionsinstanz 1693-1696 - 3. RKG 1697-? (1683-1738)
Beweismittel: Acta priora (Q 16A, 16B), Rationes decidendi (327-333). Aufstellung des auf 10500 Rtlr. geschätzten Besitzes Wilhelm Heinrichs von Anstel (47). Testament desselben, 1687 (47-49). Notarielle Bestätigung der Schenkung von 1683 (70a-72a). Zeugenverhöre von 1688 und 1689 (82-86). Testament des Ludovicus Rossius, 1702 (229f.). Erbantrittserklärung seiner Tochter Isabelle Rossius, 1702 (Q 21). Zusatz zu dem Testament des Wilhelm Heinrich von Anstel, 1689 (239). Erbverzichtserklärungen der Brüder der Isabella Rossius, Petrus Franciscus, 1713 und Stephanus, 1702 (Q 33-35). Aufwendungen, die nach dem Tode des Wilhelm Heinrich von Anstel von seinen testamentarischen Erben beglichen wurden (Schuldforderungen, Legate, Begräbniskosten), insgesamt 13128 Rtlr. (Q 42). Auszug aus dem Testament des Lütticher Kanonikers Carolus Franciscus Rossius, 1736 (Q 48).
Beschreibung: 7 cm, 340 Bl., geb.; Q 1-57, 3 Beilagen; Protokoll am Schluß unvollständig, Acta priora und weitere Aktenstücke lat., Q 33-35 doppelt (lat. und deutsch), Q 48 synoptisch franz.-lat.




1712-1743 (1710-1713)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellanten erklären, der Graf habe vom Stift Dietkirchen die Hälfte des Palander Hofes in Antweiler gekauft und zunächst wie das Stift die extraordinären Lasten für die Hofhälfte entrichten lassen, diese Abgaben dann aber mit der Begründung, der Hof gehöre zur jül. Herrschaft Wachendorf, verweigert. Nachdem sie diese Abgaben daraufhin von den Pächtern des Hofes exekutiv eingetrieben hätten, habe er zunächst 1709 vom Amtsverwalter und Vogt zu Münstereifel und 1710 vom Freiherrn von Syberg, dem Neffen von Hatzfeldts Frau, als Amtmann zu Münstereifel und dem dortigen Vogt, beide als jül.-berg. Kommissare, einen Bescheid erhalten, der ihnen die Beitreibung untersagte und Erstattung nicht nur der beigetriebenen, sondern auch der früher regulär gezahlten Summen (rund 400 Rtlr.) sowie einer Kaution von 300 Rtlr. auferlegte. Die Appellanten bestreiten die Zuständigkeit Münstereifels, erklären, nie geladen und nie gehört worden zu sein und die angebliche Kommission nie zu sehen bekommen zu haben. Sie bestreiten die Rechtmäßigkeit der Aufstellung über die zurückzuzahlenden Gelder, die allein auf den Angaben der Gegenseite beruhe.

Aktenzeichen : A 431/996

Enthaeltvermerke : Kläger: Vorsteher und Gemeinde zu Antweiler (Erzstift Köln; Kr. Euskirchen), (Bekl.)
Beklagter: Graf von Hatzfeldt-Gleichen, Herr zu Wildenburg und Weisweiler, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Stephan Speckman 1712 - Subst.: Lic. (Franz Peter) Jung (1712)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kommissare der jül.-berg. Regierung zu Düsseldorf (?- 1710) - 2. RKG 1712-1743 (1710-1713)
Beschreibung: 1,5 cm, 27 Bl., lose; Q 1-9.




1717-1740, 1808 (1612-1740)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Heranziehung des den Devotessen gehörenden Steinen-Hofes in Antweiler zu Kriegs- und anderen außerordentlichen Lasten. Unter Berufung auf die unterschiedliche Handhabung in den beiden um die Herrschaft Antweiler streitenden Territorien gingen die Devotessen gemäß kurkölnischer Ansicht von Abgabenfreiheit eines adligen Gutes aus, während die Gemeinde es unter Berufung aufjül.-berg. Recht und bisherigen Gebrauch zu den Abgaben heranziehen wollte und die Citatio wegen Untätigkeit des Hofrates zur Durchsetzung dieser Sicht erwirkte. Am 1. Juli 1728 bestätigte das RKG die Kläger im vorläufigen Recht, die Abgaben einzufordern bis zu einem etwaigen anderen Ausgang in petitorio, am 15. Juli 1738 bestätigte es diese Ansicht und konkretisierte, dies beziehe sich nicht auf die (vom Pächter aufzubringende) quarta coloniam, sondern auf die reguläre Abgabenquote. Nach prokuratorischer Mitteilung von 1740, der Streit sei verglichen, abschließender Completum-Vermerk vom 14. Sept. 1808.

Aktenzeichen : A 432/997

Enthaeltvermerke : Kläger: Gemeinde Antweiler (Kr. Euskirchen)
Beklagter: Devotessen des Hauses St. Salvator zu Münstereifel (Kr. Euskirchen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Heeser sen. 1717 - Subst.: Dr. Meyer - Lic. Johann Franz Wolff 1736 - Subst.: Dr. Georg Samuel Scheffer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1729 - Subst.: Lic. J. M. Deuren
Prozeßart: Citationis super protracta vel denegata justitia
Instanzen: 1. Kommission des jül.-berg. Hofrats zu Düsseldorf 1707- 1717 - 2. RKG 1717-1740, 1808 (1612-1740)
Beweismittel: Akten der Vorinstanz (35-218). Verkauf des Steinenhofes mit allem Zubehör durch Johann Gerhard von Randerath (zu Horrich) und seine Frau Maria Katharina geb. von Hanxler (Hanxleden) an das Haus St. Salvator für 1700 Rtlr., 1693 (47-49). Verkauf ihres 4. Teils am Steinenhof zu Antweiler durch Franz Heinrich Wilhelm von Frimmersdorf gen. Pützfeld und seine Frau Magdalena geb. von Werll an St. Salvator zu Münstereifel für 1400 Rtlr. (50-52). Auszug aus den Heberegistern 1612-1634 über Abgaben des Steinenhofes (56). Abgaben der Halfwinner des Steinenhofes aus verschiedenen Jahren (58f.). Auszug aus Heberegistern 1684 und 1708 (128). Bestätigung der Anna Katharina von Hocherbach, verwitwete von Hanxler, Frau zu Müddersheim, daß der zu Antweiler gelegene Steinenhof von ihren Vorfahren her ein freiadliges Gut und von allen Lasten frei ist (252). Namen der Antweiler Schöffen, 1717, 1736 (in Q 1, 22).
Beschreibung: 6 cm, 263 Bl., lose; Q 1-25, es fehlt Q 14*, 2 Beilagen.




1531-1534
Permalink der Verzeichnungseinheit

Rückständiger Botenlohn für Botengänge, die der Kläger im Auftrag von Dr. Konrad von Schwabach zu Graf Eberhard von der Mark unternommen hatte.

Aktenzeichen : A 433/1006

Enthaeltvermerke : Kläger: Wolf Appel (Appell), RKG-Beibote
Beklagter: Witwe und Erbin des Grafen Eberhard von der Mark, Herrn zu Arenberg: Erika geb. v. Waldeck, ab 1534 verheiratete Gräfin von Manderscheid und Blankenheim, und Ruprecht von der Mark und Arenberg
Prokuratoren (Kl.): Themar (1531)
Prokuratoren (Bekl.): Bub (1531)
Prozeßart: Citationis
Instanzen: 1. RKG 1531-1534 (?) (1531-1534)
Beschreibung: 22 zum Teil fragmentarisch erhaltene Blätter einer stark beschädigten Akte, Zuordnung der Blätter zu einzelnen Aktenstücken und Laufzeit des Verfahrens nicht sicher feststellbar.




1571 (1570- 1571)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Verfahrens ist ein Erbstreit um den Lorcher Hof (Lurtgen-Hof) am Driesch in Büttgen. Der Appellant erklärt, seine Schwiegermutter, Margarete Keivers, Witwe des Johann (von der) Abts und Leibzüchterin des Hofes, habe den Hof seinem Sohn Johann testamentarisch hinterlassen, dessen Erbe nunmehr er sei. Die Appellaten sahen dagegen ihre Pflegekinder als Intestaterben des Hofes. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß 1. und 3. Instanz dem Appellanten die Räumung des Hofes bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache anbefohlen hatten, während er sich als bereits langfristig in der Possession des Hofes befindlich ansieht, die ihm nur nach einer Entscheidung in der Hauptsache, aber nicht vorläufig genommen werden könne.

Aktenzeichen : A 436/1044

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von der Arck, (Bekl.)
Beklagter: Johann Schirmer und Johann Schmidt als Vormünder der Kinder des verstorbenen Peter Abts, (Kl.: Peter Abts) 88
Prokuratoren (Kl.): Sylvius (1571)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Dekan zu Neuss - 2. Kurköln. Gericht zu Kleinenbroich - 3. Hofgericht (Statthalter und Räte) zu Köln - 4. RKG 1571 (1570- 1571)
Beschreibung: 3 Bl., lose; Protokoll, Q 1.




(1554-1583)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Es liegen lediglich die Acta priora vor. Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um die Zulässigkeit der Immission der Appellaten in ein Haus in Grevenbroich, das als Sicherheit für eine Schuldverschreibung gesetzt war. Die RKG-Appellation richtet sich gegen die Entscheidung der Vorinstanz, die von der ersten Instanz erkannte Immission für zulässig zu erklären.

Aktenzeichen : A 436a/ -

Enthaeltvermerke : Kläger: Adam, Johann, Walburg und Gertrud Broch, Kinder des Adam Broch, Vogt zu Grevenbroich, (Bekl.)
Beklagter: Erben des Johann von der Arck zu Barrenstein: Adam von der Arck und Johann Kriels (Kreiffs), (Kl.: Johann von der Arck)
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Grevenbroich 1576 - 2. Jül-berg. Hofgericht Düsseldorf 1577-1583 - 3. RKG ?-? (1554-1583)
Beweismittel: Zeugenverhör 1578 (169-213). Erbkaufvertrag des Adam Broch, Vogt zu Grevenbroich, und seiner Frau Walburg Aldenhoven, 1554 (217-220).
Beschreibung: 4,5 cm, 238 Bl., geb.; unquadrangulierte und undatierte Acta priora 1. und 2. Instanz.




1729-1743, 1808 (1585-1735)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Kläger erklärt, Philibert Spies von Büllesheim zu Rohr habe den von Arenberg lehensrührigen Rittersitz Rohr (Kr. Schleiden), den er zur Hälfte von seinem Vater Franz Wilhelm, als dessen legitimer Sohn er anerkannt worden sei, geerbt und zur Hälfte gekauft hatte, unter der Auflage, ihn zu renovieren, zugesprochen bekommen. Nachdem er dieser Auflage nicht nachgekommen sei, habe er angesichts der deshalb drohenden Kadukität des Gutes dieses an ihn als Lehensherren gegen eine lebenslange Apanage zurückgegeben. Die Klage richtet sich gegen Ansprüche von Johann Hugo Adolf Spies zu Rath, der wegen Schuldforderungen gegen Philiberts Vater wie als Lehenserbe Ansprüche auf das Gut erhob. Der Kläger verweist ihn dagegen für seine Schuldforderungen auf andere Besitzungen Philiberts und betont das umfassende Verfügungsrecht von arenbergischen Lehensnehmern, einschließlich des Rechtes aufRückgabe an den Lehensherren. Er bestreitet die Zuständigkeit jül.-berg. Gerichte zugunsten derer seiner Lehenskammer. Spies von Rath betont dagegen diese Zuständigkeit für das zum jül. Landtag immatrikulierte Gut. Er sieht sich als Lehenserbe seines Großonkels, nicht dessen natürlichen Sohn Philibert, und seine Schuldforderung als rechtskräftig entschieden. Der Intervenient betont sein Erbrecht als nach kaiserlichem Recht legitimierter Sohn und einziges Kind seines Vaters und bestreitet, sich jemals auf einen Rechtsstreit vor jül.- berg. Gerichten eingelassen zu haben.

Aktenzeichen : A 440/1058

Enthaeltvermerke : Kläger: Herzog Leopold (Philipp Karl Joseph) von Arenberg, Aarschot, Croy; als Intervenient: Philibert Spies von Büllesheim 89
Beklagter: Gräfl.-manderscheid-blankenheim. Kanzlei zu Blankenheim (Kr. Schleiden) und Frhr. Johann Hugo Adolf Spies (Spieß) von Büllesheim zu Rath
Prokuratoren (Kl.): Lic. J. M. Deuren [1727] 1729 - für den Intervenienten: Lic. Johann Melch. Deuren 1729 - Subst.: Dr. Christian Hartm. von Gülich
Prokuratoren (Bekl.): für Spies: Dr. Georg Andreas Geibel 1729 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz - Dr. Johann Henrich Dietz 1732 - Subst.: Lic. J. C. Wigandt - Lic. Johann Andreas Dietz 1735 - Subst.: Dr. Georg Samuel Scheffer
Prozeßart: Citationis ad videndum se manuteneri in possessione nec non ad videndum cessionem et refutationem declarari validam et inavocabilem
Instanzen: RKG 1729-1743, 1808 (1585-1735)
Beweismittel: Erbkaufvertrag betr. Haus Rohr mit Zubehör zwischen Johann Christoph von Veyder, arenbergischer Statthalter, Amtmann zu Kerpen und Kommern, und Philibert Spies von Büllesheim, Herr zu Rohr, Schweinheim und Ehrenstein, 1696 (46-48). Urteil unparteiischer Rechtsgelehrter von 1690 im Belehnungsstreit Philibert Spies ./. Karl Heinrich Kaspar Spies zu Rath (68). Lehensbrief des 90 Grafen Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim von 1690: Belehnung Philiberts Spies von Büllesheim mit der einen und des Herrn von Sintzig zu Sommersberg mit der anderen Hälfte eines Hofes im Dorf Blankenheim (69). Vergleich bzw. Teilungsvertrag zwischen den Brüdern Franz Wilhelm und Johann Salentin Spies 1662 (71-73). Urteil der kurköln. Hofkanzlei zu Bonn 1687 in Sachen der Gebrüder Philibert und Wilhelm Adolf Spies ./. ihren Vater Franz Wilhelm Spies (86). Revers des Niclas Print von Horchheim gen. von der Broel 1585 betr. das arenbergische Lehen Haus Rohr (117f.). Urkunde der Eheleute Niclas von der Broel, jül-berg. Kanzler, und Maria von der Horst 1595 über die Annahme der Eheleute Cremer von Münstereifel als Burggrafen und Diener zu Rohr (bzw. Verpfändung) (118-122). Auszug aus der Stammtafel der Familien von Horchheim gen. von der Broel, Spies von Büllesheim und von Sinzig zu Sommersberg gemäß Aufschwörung von 1686 und 1714, angefertigt 1732 vom Syndikus der jül. Ritterschaft (124f.).
Beschreibung: 3 cm, 164 Bl., lose; Q 1-49.




1770-1785, 1808 (1564-1775)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Freiheit des Herzogs von Arenberg von dem manderscheid-blankenheim. Zoll, speziell zu Holzmülheim (Kr. Schleiden). Klage wegen Wahrung der Zollfreiheit der von Arenberg über Münstereifel nach Köln und zurück verkehrenden herzoglichen Postwagen und Freigabe des 1770 zwischen den jül. Dörfern Eicherscheid (Kr. Euskirchen) und Schönau (Kr. Euskirchen) beschlagnahmten Postwagens; Herausgabe der 1769 beschlagnahmten arenbergischen Zehnten in Bergheim (bei Blankenheim; Kr. Schleiden), Lorbach (Kr. Schleiden) und Vussem (Kr. Schleiden). Die Beklagten warfen dem Herzog Umgehung der blankenheimischen Zollstätte zu Holzmülheim, der Herzog ihnen Verlegung, Neuaufrichtung und Erweiterung von Zollstätten vor. Die Parteien traten 1775 in Vergleichsverhandlungen ein.

Aktenzeichen : A 441/1059

Enthaeltvermerke : Kläger: Herzog Karl von Arenberg, Aarschot, Croy
Beklagter: Graf Johann Wilhelm von Manderscheid-Blankenheim, Herr zu Gerolstein, Köln, und die gräfl.-manderscheid. Kanzlei (Direktor und Räte)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich [1769] 1770 - Subst.: Lic. Scheuren
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Albert von Ruland [1765] 1770, [1772] 1773 - Subst.: Lic. Hermann Joseph Valentin Schick - Dr. Franz Karl von Sachs [?] 1775
Prozeßart: Mandati de non turbando in possessione … sine clausula
Instanzen: RKG 1770-1785, 1808 (1564-1775)
Beweismittel: Zeugenaussagen, darunter von Einwohnern der Dörfer Schönau und Eicherscheid von 1770, die Zollstätte zu Holzmülheim sei erst 1768 durch den Beklagten errichtet worden (22-28). Rechnung des Kammerboten Johann Ludwig Stemmel (29). Zeugenaussagen (49-56, 62-64). Zeugenverhöre (100-142, 183-190). Auszug aus der Landrentmeistereirechnungen betr. Zolleinnahmen, 1564-1704 (179-181).
Beschreibung: 2 Bde., 4 cm; Bd. 1: 13 Bl. , geb.; Prot.; Bd. 2: 3,5 cm, 207 Bl., geb.; Q 1-41; die RKG-Blattzählung springt von Bl. 102 auf 203 und von 289 auf 300.




1771-1785 (1765-1775)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Einhaltung des Rechtsweges im Streit um den Besitz der Waldungen bei der arenbergischen Gemeinde Pelm (nö Gerolstein). Die Beklagten hatten 1771 Holz und Kohlen abgeführt und dabei 3 arenbergische Untertanen gefangengenommen und mißhandelt. Die Beklagten beriefen sich auf das gerolsteinische Ius lignandi, venandi et saginandi im Pelmer Wald. Die Parteien traten 1775 in Vergleichsverhandlungen ein.

Aktenzeichen : A 442/1060

Enthaeltvermerke : Kläger: Herzog Karl von Arenberg, Aarschot, Croy
Beklagter: Graf Johann Wilhelm von Manderscheid-Blankenheim, Herr zu Gerolstein, und Konsorten: Landschultheiß und Kanzleirat Karl Philipp Roesgen (Rößgen), Sekretär Vanck und Landschreiber Meyer zu Blankenheim
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich [1769] 1771 - Subst.: Lic. Caesar Scheurer
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Albert von Ruland [1765] 1771, [1772] 1773 - Subst.: Lic. Hermann Joseph Valentin Schick - Dr. Franz Carl von Sachs [?] 1775
Prozeßart: Mandati de non via facti, sed juris procedendo, abstinendo ab omni invasione et violentiis … sine clausula
Instanzen: RKG 1771-1785 (1765-1775)
Beweismittel: Zeugenverhöre (12-16, 33-65).
Beschreibung: 2 Bde., 2,5 cm; ; Bd. 1: 9 Bl., geb.; Prot.; Bd. 2: 2 cm, 80 Bl., geb.; Q 1-20; Feuchteschäden am oberen Rand.




1775-1798 (1798)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Einzelheiten zum Streitgegenstand nicht ersichtlich. Es liegen lediglich das Protokoll und 2 Abrechnungen von 1798 über Kanzleigebühren vor.

Aktenzeichen : A 451/1082

Enthaeltvermerke : Kläger: [Maria Anna] verwitwete Gräfin von Argenteau, geb. von Metternich zu Müllenark
Beklagter: Herzog Karl Theodor von Jülich-Berg und sein Lehensfiskal 92
Prokuratoren (Kl.): Dr. Seipp (1775) - Dr. Seuter (1776) - Lic. Frech (1780) - Dr. v. Zwierlein (1781)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Brandt (1776) - Lic. Schick (1786)
Prozeßart: Citationis ad videndum deduci nullitates wegen des Lehens Tomberg una cum inhibitione et compulsoriales et rescriptum
Instanzen: RKG 1775-1798 (1798)
Beweismittel: Gerichtskosten (Q 56).
Beschreibung: 33 Bl., geb.; Protokoll, Q 1-56, es fehlen Q 1-55, 1 Beilage.




1583-1587 (1583-1586)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die RKG-Appellation richtet sich gegen die Entscheidung der Vorinstanz, die vom Anwalt der Appellantin dort eingereichten Purgationsartikel, mit denen sie ihre Unschuld gegenüber der Besagung als Hexe durch den inzwischen als Zauberer hingerichteten Heinrich op dem Berge beweisen wollte, nicht anzunehmen, da sie sich nicht selbst dem Gericht stelle. Am 9. Dez. 1586 verwarf das RKG diese Entscheidung der Vorinstanz als nichtig.

Aktenzeichen : A 461/1122

Enthaeltvermerke : Kläger: Elisabeth Arndts (Arendtz), Herbergswirtin im Schwarzen Horn zu Essen (Elisabeth im Schwarzenhorn), (Kl.)
Beklagter: Dietrich Reppelmondt, Richter des Hohen Gerichts zu Essen (Bekl.: Gebrüder Eberdt, Wennemar und Heinrich op dem Berge (Bergh) bzw., nach der Hinrichtung des letzteren, seine Witwe, Bürger zu Essen)
Prokuratoren (Kl.): Kremer (1583)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Philipp Seÿblein 1583
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hohes Gericht (Richter Dietrich Reppelmont und Standesgenossen) zu Essen 1583 - 2. RKG 1583-1587 (1583-1586)
Beweismittel: Acta priora (Q 3). RKG-Urteil vom 9. Dez. 1586: Nichtigkeit des Urteils der Vorinstanz (3). Ablehnender Bescheid der Vorinstanz und dessen Bestätigung 1583 (16 und 21). Reppelmont: RKG-Ordnung läßt in Kriminalsachen keine Appellation zu (24).
Beschreibung: 1 cm, 28 Bl. , lose; Q 1-9, es fehlen Q 1, 2, 4 (Vollmacht Seiblin), 6 (Vollmacht Kremer), 8. Lit.: Ralf-Peter Fuchs, Hexenverfolgung an Ruhr und Lippe. Die Nutzung der Justiz durch Herren und Untertanen, Münster 2002 (=Forum Regionalgeschichte, Bd. 8), S. 117-120.




1711-1719, 1808 (1699-1711)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vollstreckung seines am 12. Sept. 1703 in Sachen Arnoldt ./. Mentz gefällten Urteils durch den Abt v. Kornelimünster, wonach Mentz dem Johann Arnoldt 454 Rtlr. 3 Schillinge samt Zinsen zurückerstatten mußte. Mentz hatte 1699 bei Arnoldt wegen rückständiger Bier- und Malzakziseforderungen Hafer, Gerste und Malz - trotz eines wegen der Festsetzung der Akzise schwebenden Rechtsstreits - gerichtlich pfänden lassen; er sollte daher den Verkaufserlös aus den gepfändeten Feldfrüchten zurückzahlen. Am 20. Dez. 1719 Rufen gegen den nicht erschienenen Beklagten, danach abschließender Completum-Vermerk vom 13. Sept. 1808.

Aktenzeichen : A 466/1138

Enthaeltvermerke : Kläger: Yoana Maria Gerrion, Witwe des Meisters Johann Arnoldt, Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Abt (Prälat) von Kornelimünster, Rutgerus Stephanus, und Wilhelm Mentz (Mayntz)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Helfferich 1711 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert
Prozeßart: Mandati de exequendo propriam sententiam cum clausula
Instanzen: RKG 1711-1719, 1808 (1699-1711)
Beweismittel: Kostenaufstellung über die 1699 gepfändeten Feldfrüchte (10). Verkaufserlös aus den Früchten (11). Urteil des Gerichts Kornelimünster 1703 (12).
Beschreibung: 12 Bl., lose; Q 1-5.




1618-1621 (1510-1620)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die RKG-Appellation richtet sich gegen einen herzoglichen Befehl, mit dem die örtlichen Beamten angewiesen wurden, den neu eingeführten Mühlenzwang zur herzoglichen Mühle nach Merzenich durchzusetzen, da der Mühlenpächter die Pacht sonst nicht aufbringen könne und werde. Die Appellanten sehen sich durch den neuen Mühlenzwang ihrer althergebrachten und durch ein Urteil des Hauptgerichtes Jülich von 1510 bestätigten Mühlenfreiheit und durch den Befehl der Möglichkeit, rechtlich gegen den Mühlenzwang vorzugehen, beraubt. 1720 teilte der appellantische Prokurator mit, seine Mandanten wollten auf Grund von Armut und Kriegsbelastungen das Verfahren vorerst aussetzen.

Aktenzeichen : A 481/1208

Enthaeltvermerke : Kläger: Geschworene und sämtl. Benachbarte zu Arnoldsweiler (St. Arnoldsweiler) (Amt Nörvenich; Kr. Düren)
Beklagter: Vogt Johann Josten, Birgel (Kr. Düren), Rentmeister Peter von Bergen, Düren, und Beamte des jül. Amtes Nörvenich, (Kl.: Herzog von Jülich)
Prokuratoren (Kl.): Cran (1618)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Herzog von Jülich und seine Statthalter und Räte 1617 - 2. RKG 1618-1621 (1510-1620)
Beweismittel: Bevollmächtigte der Gemeinde: Geschworener Engel Wirth und Nachbar Engel Halffman 1617 (5). Auszug aus dem jül. Dekret 1617 (6). Verfügung von Vogt und Rentmeister zu Nörvenich von 1616 bezüglich der herzoglichen Windmühle zu Merzenich (Kr. Düren) (8). 14: Urteile des Hauptgerichts Jülich von 1510 betr. Mühlenrechte zu Niederau (Kr. Düren) und Arnoldsweiler.
Beschreibung: 17 Bl., lose; Q 1-11, Q 10 doppelt vergeben, es fehlt Q 10* prod. 8. Juni 1619 (Vollmacht Cran).



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