Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.02 Reichskammergericht, Teil II, C-D

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-189 


1569 - 1626 (1567 - 1579)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Beim Tode der Margarethe von Gymnich, Witwe des Diederich Rolman von Dadenberg (1556), nahm ihre Tochter Elisabeth, Witwe des Gotthart von Lulsdorff, auch den Orsbacher Hof, im Amt Brühl des Erzstifts Köln gelegen, in Besitz. Entgegen der Auffassung der Appellatin, die vom Pächter als rechtmäßige Erbin anerkannt wurde, behauptete ihr Onkel, Heinrich Rolman von Dadenberg, der Vater des Appellanten, Margarethe von Gymnich habe nur die Leibzucht an den Gütern besessen. Er beanspruchte den Hof für sich und ließ sich immittieren. Elisabeth erreichte aber ihrerseits am 25. Nov. 1568 die Immission in den Orsbacher Hof durch das Hofgericht Köln.

Aktenzeichen : D 2/11

Enthaeltvermerke : Kläger: Bernhart Rolman von Dattenberg (Daddenberch, Dadenberg, bei Linz) Kleeberg, (Bekl.: Heinrich Rolman von Dadenberg, Vater des Appellanten)
Beklagter: Elisabeth von Dadenberg (Daddenberch), Witwe des Gotthart von Lulsdorf, für sich und als Vormund ihrer minderjährigen Kinder, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Alexander Reefsteck (Reifstock) 1568 - Dr. Christophorus Reefsteck (Reifstock) 1568 - Dr. Ludwig Staell 1568 - Dr. Johannes Fest (anders: Vest) 1568
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Vest 1569 - Dr. Christoffel Reiffstock 1569 - Dr. Malachias Ramminger 1569 - (Lic.?) Matthias Johann Fickler 1569 - Lic. Philippus Seublin 1569 - Dr. Georgius Rotacker 1569 - Dr. Johann Stoeckle 1575 - Dr. Johann Godelmann 1575 - Dr. Paulus Havener 1575 - Dr. Johann Michael Fickler 1575
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen zu Weidesheim (Erzstift Köln, Amt Brühl) - 2. Hauptgericht Bonn 1567 - 3. Hofgericht Köln 1568 4. RKG 1569 - 1626 (1567 - 1579)
Beschreibung: 5 cm, 172 Bl., lose; Q 1 - 24, als Q 25 vorgesehene Beilage vorhanden, jedoch nicht quadranguliert, Q 26 - 35 außer 30 und 33, die bereits im Protokoll nicht enthalten sind, drei Beilagen.




1520 (1481 - 1520)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreitigkeit um die nachgelassenen Güter des Gerhart Haer und seiner Frau Paetze (Patrissa ?).

Aktenzeichen : D 6/17

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Daem, Jülich, und Konsorten
Beklagter: Diethrich Haer, Jülich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Mattheis Reineck (1520)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen zu Jülich (1519) - 2. Hofgericht Düsseldorf (1520) - 3. RKG 1520 (1481 - 1520)
Beweismittel: Die Stadt Köln verkauft Johann Hair und seiner Tochter Margarethe eine Rente von 20 rheinischen Gulden für 200 Gulden, 1481 (12).
Beschreibung: 12 Bl., 1 - 11 gebunden; Protokoll ohne Eintrag, sieben nicht quadrangulierte Beilagen.




1521 - 1523 (1520 - 1523)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen ein Urteil des Gerichts Wesel, das Adam Daems zur Zahlung einer Bürgehaftschuld von 400 Gulden innerhalb von 14 Tagen verurteilt hatte. Der Appellant beklagt, daß seine Appellation erst nach der Krönung Karls V. verfolgt wurde und die Appellatin inzwischen mit Zustimmung der Vorinstanz verpfändete Güter verkauft hatte.

Aktenzeichen : D 7/18

Enthaeltvermerke : Kläger: Adam Daems, Wesel, (Bekl.)
Beklagter: Lysken (Liesgen, Liskenn, = Elisabeth) Beren, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Caspar Mart 1521 - Dr. Heinrich Lebesauwe von Rostock 1521 - Dr. Jacob Kreyll 1521 - Dr. Mattheis van Ryneck 1521 - Dr. Conrad Swapach 1521
Prokuratoren (Bekl.): Für den Bürgermeister und die Schöffen von Wesel: Dr. Heinrich Lebesauwe von Rostock 1521 - Dr. Conrad Schwabach 1521 - Dr. Johann Drach 1521 - Dr. Caspar Marth 1521 - Dr. Mattheis van Reneck 1521 - Dr. Jacob Krele 1521
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Richter und Schöffen zu Wesel (1520) - 2. RKG 1521 - 1523 (1520 - 1523)
Beweismittel: Vollmacht der Schöffen des Gerichts Wesel vom 4. April 1521 mit Namen der Schöffen (Q 9). Zeugenverhör (26 - 29).
Beschreibung: 2 cm, 33 Bl., lose; Q 1 - 12; eine Beilage, als Q 14 vorgesehen 11. Mai 1523.




1545 (1545 - 1548)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nicht ersichtlich.

Aktenzeichen : D 9/20

Enthaeltvermerke : Kläger: Heinrich Daemen
Beklagter: Heinrich Parthen und Konsorten: N. Faber
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunle 1545
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen zu Jüchen auf Unterweisung des Hauptgerichts zu Jülich - 2. RKG 1545 (1545 - 1548)
Beschreibung: 3 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag; 2 Beilagen 22. Okt. 1548.




1617 - 1623 (1610 - 1623)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Adam Daemen, auch Scherenmechers genannt, hatte 1606 Gertrud Hongers als Dienstmagd bei sich eingestellt. Obwohl er mit ihr ein Kind zeugte, das im Febr. 1609 geboren wurde, aber bald darauf starb, hielt er sein Eheversprechen nicht. Gertrud Hongers klagte auf Einhaltung des Versprechens bzw. auf Abfindung.

Aktenzeichen : D 11/22

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Matthias und Adam Daemen, Sittard, (Bekl.: Adam Daemen oder Schermecher, Vater der Appellanten)
Beklagter: Gertrudt Hungers (Hungert, Hongers, Honegers), Sittard
Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Fabricius 1617
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Conrad Lasser (stirbt vor Sept. 1622) 1617 - Lic. Dietrich Dulman 1622
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht Süsteren (Hzm. Jülich, Amt Born und Millen) 1610 - 2. Fürstl. jül. und berg. Räte 1610 - 3. Jül.-berg. Hofgericht Düsseldorf 1610 - 4. RKG 1617 - 1623 (1610 - 1623)
Beweismittel: Zeugenrotulus (64 - 87 und 203 - 216)
Beschreibung: 5,5 cm, 245 Bl., lose; Q 1 - 6 und 13, Priora als Q 6 im Protokoll, jedoch nicht quadranguliert.




1731 - 1734 (1705 - 1733)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellanten verlangen, sie von den von der Gegenseite geforderten Dienstleistungen an die Rentmeisterei des Amts Brüggen, nämlich 1/5 der Brüggener Leistungen, zu befreien, da Brüggen und Dahlen immer zwei Ämter gewesen und steuerrechtlich auch so behandelt worden seien.

Aktenzeichen : D 19/37

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Vorsteher des jül. Amts Dahlen für sich und die übrigen Eingesessenen
Beklagter: Bürgermeister, Schöffen und Vorsteher des jül. Amts Brüggen und die jül.-berg. Geheimen Räte
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Hermann Scheurer 1731 - Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler 1731 - Subst.: Dr. (Johann Wilhelm) Weylach
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii, cassatorii et inhibitorii
Instanzen: 1. Geheimer Rat (Dicasterium ) Düsseldorf - 2. RKG 1731 - 1734 (1705 - 1733)
Beweismittel: Insinuationsgebühren 1731 (Q 10). Vollmacht für Dr. Scheurer mit Unterschriften der Bürgermeister, Schöffen und Vorsteher des Amts Dahlen (Q 12; auch Q 13). Vollmacht für Dr. Ziegler mit Unterschriften der Brüggener Bürgermeister, Schöffen und Vorsteher (Q 15)
Beschreibung: 3 cm, 87 Bl., lose; Q 1 - 28; zwei Beilagen.




1592 (1592)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Einhaltung eines Vertrages bzw. Entschädigung. Reinhard von Dahlen fordert die Lieferung von 600 Maltern Roggen, die der Beklagte ihm zu Euskirchen, das Malter zu sieben Gulden 15 Albus kölnischer Währung, verkauft hatte; nachträglich verlangte der Verkäufer mehr Geld.

Aktenzeichen : D 19a/37a

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Dahlen (Dalen), Düren, (Kl.)
Beklagter: Franz Voetz, Düren, (Bekl.)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister und Rat der Stadt Düren 1586 - 2. Kurfürstl. jül. Räte Düsseldorf 1586 - 3. RKG 1592 (1592)
Beweismittel: Zeugenaussagen (ab 207 mehrfach).
Beschreibung: 8 cm, 391 Bl., gebunden; nur Acta priora.




1712 - 1742 (1629 - 1735)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gottfried Snellen, der Großvater der Appellatin, hatte 1629 von Johann Wilhelm von Hassel eine Obligation über 2000 Rtlr. erhalten. Nach dem Tod des Johann Wilhelm von Hassel nahm dessen Sohn aus erster Ehe, Johann Degenhard, das bereits hoch verschuldete väterliche Erbe in Besitz, während Johann Wilhelms Sohn aus zweiter Ehe, Joist Wilhelm Friedrich, im Ausland Kriegsdienst tat. Nach seiner Rückkehr forderte er sein Erbe ein, was neben den Forderungen weiterer Gläubiger, darunter der RKG-Appellant Dahlmann, zu Zwangsversteigerungen und zum Konkurs des Johann Degenhard von Hassel führte. In einem Prioritätsurteil des jül.- berg. Hofrats Düsseldorf vom 7. Mai 1683 wurden die Ansprüche der verschiedenen Gläubiger festgelegt. Aus den sich aus diesem Urteil entwickelnden Streitigkeiten ergaben sich drei Prozesse der von Hasselschen Gläubiger untereinander, die schließlich in einem Verfahren zusammengefaßt wurden. Neben erheblichen Geldsummen ging es in erster Linie um den Ohrer- und den Bongarder Hof (Bongardshof Rosellen/Neuss ?), die bei verschiedenen Schuldverschreibungen als Sicherheit eingesetzt worden waren und nun von verschiedenen Gläubigern beansprucht wurden. Jacob Dahlmann appelliert an das RKG, da er sich durch das Urteil des jül.-berg. Hofgerichts benachteiligt sieht.

Aktenzeichen : D 20/39

Enthaeltvermerke : Kläger: Jacob Dahlmann, Bürger und Kaufmann der Stadt Düsseldorf, Kur- Hannoverischer Agent, und Konsorten: die minderjährigen Erbgenahmen Heinrich Terscheuren, Heinrich Anton, Johann Arnold und Maria Christina Terscheuren, (Kl.)
Beklagter: Witwe und Erbgenahmen Mylius und Konsorten, (Bekl.): Barbara (Felicitas) von Snellen, Witwe des Kölner Bürgermeisters Hermann von Mylius, wohnhaft in Köln in der ”Sanct Jürgens Straße“ und ihre Kinder Maria Christ. von Mylius, Witwe des Johann Balthasar von Mülheim, ab 1725 ihr Sohn Johann Balthasar Joseph; Johann Arn(old) Jos(eph) von Mylius, nach seinem Tod seine Söhne Johann Joseph und Johann Heinrich Arnold von Mylius und sein Schwiegersohn Franz Joseph Caspars; Ernst Jacob Graf von Zeil und Herr zu Waldburg, Reichserbtruchseß; Fräulein Leverta Anna von Hassell
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1712 - Subst.: Dr. (Ernst Ludwig) Hert - Lic. Johann Jacob Wahl 1718 - Subst.: Dr. Christian Hartmann von Gülich - Dr. Johann Ludwig Pfeiffer 1729 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Heinrich Flender 1712 [1703] - Für Leverta Anna Ambrosina von Hassel: Lic. Wilhelm Heeser 1713 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz - Für Johann Arn(old) Jos(eph) Mylius und Johann Balthasar Joseph von Mulheim (Mülheim): Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1725 - Subst.: Dr. Philipp Ludwig Meckel - Für Johann Joseph von Mylius, Johann Heinrich Arnold von Mylius, Franz Joseph Caspars und Johann Balthasar Joseph von Mülheim: Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1733 - Subst.: Dr. Philipp Ludwig Meckel
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat Düsseldorf, Kommissare Jansen (Jantzen) und Witgenstein, Hofkammerrat Gesser 1704 - 1707 - 2. RKG 1712 - 1742 (1629 - 1735)
Beweismittel: Prioritätsurteil vom 7. Mai 1683 zur Befriedigung der von Hasselschen Gläubiger (74 - 77). Schuldverschreibung des Johann Degenhard von Hassel für den jül.-berg. Vizekanzler und Geheimen Rat Heinrich Schnellen (Snellen), 22. Aug. 1670 (77a). Detaillierte Aufführung der von Hasselschen Schulden an die Familie Schnellen bzw. deren Rechtsnachfolger Mylius (78 - 82). Urteil des jül.-berg. Hofrats vom 22. April 1701, in dem den Erbgenahmen Schnellen gegen Jacob Dahlman der Ohrer- und der Bongarder-Hof zugesprochen werden (83f.). Stammtafel von Hassel (88). Vertrag zwischen Ernst Jacob Graf zu Zeil und Jacob Dahlman über ihre Ansprüche an dem von Hasselschen Nachlaß, 25. März 1701 (88 - 91). Urteil des jül.-berg. Hofrats vom 6. Juli 1707. Auszug aus dem Hasselschen Schuldbuch 1654 - 1667 (93). Zeugenverhör (94 - 96). Vergleich zwischen Ernst Jacob Graf zu Zeil und Barbara Snellen über ihre Forderungen 1703 (Q 17). Von Hasselsche Schuldverschreibungen (Q 22 - 27). Testament des Johann Wilhelm Freiherr von Hassel zu Hasselrath, 30. März 1663 (Q 28). Urteile des jül.-berg. Hofrats in Düsseldorf (1674) und des Reichshofgerichts in Prag (1680) im Streit der Brüder Johann Degenhard und Joist Wilhelm Friedrich von Hassel um ihr Erbe (Q 29f.). Rechnungen im Zusammenhang mit dem von Hasselschen Konkurs (Q 34). Erbkaufvertrag zwischen Johann Wilhelm von Hassel und Gottfried Schnellen vom 8. Nov. 1629, in dem das Gut Ohr (Ohrer) als Pfand gesetzt wird (220f). Zahlreiche Schuldverschreibungen, Vergleiche und Urteile aus früheren Prozessen (Q 47). Rechnung für Ausstellung der Vorakten (257). Kaufvertrag zwischen dem Grafen Ernst Jacob von Zeil und Jacob Dahlman vom 25. März 1701: Für 900 Gulden tritt der Graf Ansprüche an den von Hasselschen Gütern, bes. am Bongarder Hof, ab (Q 81). Band II: Kostenaufstellung des Prozesses Hassel ./. Hassel (25 - 52). Die wichtigen Beilagen (Schuldverschreibungen, Urteile, Vergleiche) des RKG-Prozesses abschriftlich auch in den Priora, z. B. die Genealogie von Hassel Bl. 200.
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 8 cm, 341 Bl., lose; Q 1 - 47, 49 - 85; Bd. II: 12 cm, 814 Bl., gebunden; Q 48 (Priora). Vgl. RKG (H 467/1735).




1582 - 1587 (1582 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Appellant klagt auf Aufhebung einer Anordnung der Äbtissin, in der sie ihm bei einer Strafe von 500 Goldgulden das Nutzungsrecht an dem Hof Heckt bzw. Vogelheim entzog. Sie befahl ihm, alles, was er auf seinem Gut Heckt (?) an Gebäuden, Mauern, Gräben und anderem aufgebaut hatte, abzureißen, aus dem Boden keinen Nutzen durch Viehmast mehr zu ziehen und kein Brennholz zu schlagen. Sie begründet diesen Schritt mit einem Vertrag vom 1. Okt. 1545 (Text wird nicht vorgelegt !), den ihre Vorgängerin Sibille von Montfort und die Erben der Borbecker Mark mit Anna von Hebern, der Witwe des Burchardt von Knippenberg, und den Vormündern des unmündigen Kindes der beiden (Bernhard und Hermann von Westerholt) schloß. Danach sollte die Witwe auf dem umstrittenen Kotten zeitlebens ein Holzhaus bewohnen, nach ihrem Tod das Haus nur von einem Kötter, nicht aber von einem Adeligen bewohnt werden dürfen. Die Appellant, Schwiegersohn der Witwe, bezeichnet den Hof als ein freiadeliges Gut, das seit „Menschengedenken“ in Familienbesitz sei.

Aktenzeichen : D 49/143

Enthaeltvermerke : Kläger: Melchior von Delwig (Dellwich), Drost zu Bochum, (Bekl.)
Beklagter: Äbtissin Elisabeth Gräfin zu Sayn und Kapitel des Stifts Essen, (Kl.), die Borbecker Markgenossen und der Holzgraf der Mark Borbeck Crafft Klocke
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Heuser 1582 - Lic. Johann Conrad Streitter 1587
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Philipp Seublin [1578] 1582
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Räte der Äbtissin des Stifts Essen 1582 - 2. RKG 1582 - 1587 (1582 - 1587)
Beweismittel: Schriftlicher Befehl der Äbtissin Elisabeth des freiadeligen Stifts Essen an Melchior von Delwig vom 13. Mai 1582.
Beschreibung: 2,5 cm, 49 Bl., lose; Q 1 - 12, Q 4 fehlt (Vollmacht für Lic. Seublin), die als Q 14 vorgesehene Beilage nicht quadranguliert; vgl. RKG 1286 (D 50/144) und RKG 1301 (D 202/572).




1587 - 1588 (1582 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Unterlassung von Sachbeschädigung. Der Kläger behauptet, das freiadelige Gut Vogelheim und ein Gut gen. „zum Heckt“ mit allem Zubehör und allen Rechten zu Eigentum zu haben. Als er dazu gehöriges Land eingezäunt hatte, rissen Amtleute der Äbtissin von Essen, die aufgrund eines Vertrages, den ihre Vorgängerin einst geschlossen hatte, Ansprüche auf Rechte an dem Gebiet erhob, am 23. März 1568 die Zäune nieder. Der Prozeß wurde nach dem Tod des Klägers (ca. Sept. 1587) nicht weiter verfolgt.

Aktenzeichen : D 50/144

Enthaeltvermerke : Kläger: Melchior von Delwig (Dellwich, Delwiche, Delwigh), Amtmann zu Bochum
Beklagter: Äbtissin Elisabeth des Stifts Essen, ihr Marschall Goswin von Raesfeldt zu Eyl, Holzrichter Krafft Klocke und die gemeine Bauerschaft zu Borbeck
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Conrad Streitter 1587
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Philipp Seiblin 1586 - Subst.: Dr. Johann Jacob Kremer
Prozeßart: Citationis et mandati de non amplius turbando cum clausula
Instanzen: RKG 1587 - 1588 (1582 - 1587)
Beschreibung: 3 cm, 67 Bl., lose; Q 1 - 6 außer 3, 12 Beilagen; vgl. RKG 1285 (D 49/193) und RKG 1301 (D 202/572).




1693 - 1729 (1661 - 1723)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Familie von der Portzen (Johann Ludwig und sein Sohn Arnold) verschuldete sich völlig. 1670 belastete sie die Halbscheid des Genneper Hofes im Erzstift Köln, Amt Kempen, unweit des Hauses Niersdonk gelegen, mit 1200 Rtlr. Von Caecilia Wedigh gelangte die Schuldforderung an die Familie Mylius, die 1677 wegen ausbleibender Zahlungen die Immission in den Hof erwirkte. Da jedoch auch andere Gläubiger Ansprüche stellten, wurde der Hof öffentlich versteigert (Subhastation). Er ging für 2860 Rtlr. an von Aschenbroich. Der Appellant, der an von der Portzen Forderungen hatte durch seine Heirat mit Cecilia Juliane von Morrien, deren Interessen während ihrer Minderjährigkeit zunächst von den Brüdern ihres Vaters, Walter und Wilhelm von Morrien, vertreten wurden, behauptet, bei der Versteigerung der Letzt- und Meistbietende gewesen zu sein (3060 Rtlr.) und beansprucht die Halbscheid des Genneper Hofes. Aschenbroich dagegen weist diese Forderung zurück, da von Danckelmanns Gebot erst „nach Ausgang der Kerzen“ erfolgt, eine derartige Erhöhung aber null und nichtig sei (Kerzenkauf).

Aktenzeichen : D 90/231

Enthaeltvermerke : Kläger: Eberhard von Danckelmann, kurfürstl. brandenburgischer Geheimer Rat, im Namen seiner Ehefrau Juliane geb. von Morrien
Beklagter: Rombert Bernhardt von Aschenbroich zu Niersdonk und Konsorten: Gebr. Brüder Hermann und Franz Gereon Mylius, Kanzler und Räte der Hofkanzlei Köln, Schultheiß und Schöffen von Kempen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Ulrich Zeller 1692 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs - Dr. Cornelius Lindheimer 1712 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert - Dr. Johann Goy 1722 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf
Prokuratoren (Bekl.): Für Aschenbroich: Lic. Johann Philipp Nidderer 1693 - Lic. Wilhelm Heeser 1713 - Subst.: Dr. (Georg Andreas) Geibel - Für Kanzler und Räte der Hofkanzlei Köln: Lic. Johann Conrad Albrecht 1694 (1693) - Subst.: Dr. (Franz Heinrich) Krebs - Für Gebrüder Mylius: Lic. Conrad Franz Steinhausen 1693 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Hoffmann
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii
Instanzen: 1. Kurfürstl. Hofkanzlei Köln 1690 - 1692 - 2. RKG 1693 - 1729 (1661 - 1723)
Beweismittel: Urteil der kurfürstl. Hofkammer Köln von 31. März 1692 (Q 6, Bl. 31f.). Subhastation des halben Genneper Hofs vom 22. März 1691 (Q 21). Specification Portzischer Schulden durch Schultheiß von Kempen (Q 23, 24). Abtretungserklärung des Arnold von der Portzen, der seinem Gläubiger Eberhardt von Danckelmann den Genneper Hof überträgt (Q 26). Vorakten Erbgenahmen Mylius ./. von der Portzen zu Nersdunck (Niersdonk) (Q 33). Darin: Zahlung des Genneper Halfmanns an den Herrn von Nievenheim (100f.). Taxation des halben Genneper Hofs 1690 auf 200 Rtlr. (111f.). Aufzählung der auf dem Genneper Hof lastenden Schulden, insgesamt über 12.000 Rtlr. (196f.). Liste der Schäden, die von Aschenbroich dem Halbmann des Genneper Hofs zugefügt hat (Q 51). RKG-Urteil vom 29. Okt. 1696 gegen Danckelmann (Q 61). Protokoll der zweiten Versteigerung (Haus Niersdonk), 20. Juli 1696 (Q 67). Kurkölnisches Urteil vom 4. Aug. 1691 für Aschenbroich (Q 68). Übersicht über den Wert der nachgelassenen Portzischen Güter (Q 69).
Beschreibung: 8 cm, 362 Bl., lose; Q 1 - 79, 10a und b, Q 33 (Priora) gebunden (193 Bl.).




1602 - 1603 (1602 - 1603)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Als ein Graf zu Sayn einen Prozeß wegen 1200 Goldgulden, die er von dem Kölner Bürger Frank Grieffradt aufgenommen hatte, verlor, wurden die Gemeinden Ersdorf und Altendorf in der Grafschaft Neuenahr, die er „vor länger als vor 100 Jahren (1602) ... pfandweis vom Erzstift und Kurfürsten innegehabt“, angehalten, die an ihn gestellten Forderungen zu erfüllen. Die Gemeinden wiederum behaupten, die Vorfahren der Familie Dattenberg hätten im Jahre 1487 gebürgt und versprochen, die Gemeinden im Fall von Forderungen schadlos zu halten, während die Appellanten sich daraufberufen, daß darüber kein Schriftstück existiert. Die Appellanten fordern die Aufhebung der von der ersten Instanz verfügten Abtretung des Hofs zu Aldenhoven.

Aktenzeichen : D 100/286

Enthaeltvermerke : Kläger: Dietrich von Dattenberg, Komtur des Johanniterordens zu Trier, als Kurator der Kinder seines verstorbenen Bruders Hermann
Beklagter: Gemeinden Ersdorf und Altendorf in der Grafschaft Neuenahr, Fstm. Jülich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Walter Aach (1602)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Andreas Pfeffer 1602
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Richter und Schöffen von Aldenhoven auf Rechtsweisung der fürstl. jül. Räte (1602) - 2. RKG 1602 - 1603 (1602 - 1603)
Beschreibung: 15 Bl., lose; Q 1 - 7, Priora fehlen.




1731 - 1794 (1448 - 1776)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Gemeinde Dattenberg bestreitet das Recht der Stadt Linz, die Einquartierungskosten von Militär in der Stadt Linz z. T. auf sie abzuwälzen, und behauptet, von alters her steuerlich nicht mit Linz zusammenzugehören. Nachdem die Gemeinde 1771 vor dem RKG unterlegen und zur Zahlung der Linzer Forderungen verurteilt worden ist, wendet sich die kurköln. Hofkammer gegen das Urteil und setzt den Prozeß fort. Sie weist nach, daß die Herrlichkeit Dattenberg zu Beginn des 14. Jahrhunderts vom Kölner Ebf. Heinrich von Virneburg gekauft wurde, anschließend immer kurkölnisches Lehen war, mehrfach nach Heimfall wieder an die Familien von Lülsdorf und Raitz von Frentz zu Gustorf ausgegeben, schließlich 1664 der erzstiftischen Domäne einverleibt, als kurfürstl. Kameralherrschaft verwaltet wurde und in der Verwaltung nie mit Linz verbunden war. 1675 wurde allerdings dem Schultheißen von Linz die Jurisdiktion in Dattenberg übergeben.

Aktenzeichen : D 101/288

Enthaeltvermerke : Kläger: Gemeindevorsteher der kurfürstl. köln. Herrlichkeit Dattenberg, (Kl.), ab 1772 Kurköln. Hofkammer
Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Linz, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Für Dattenberg: Lic. Johann Melchior Deuren 1731 - Subst.: Johann Conrad Helffrich - Lic. Johann Werner 1752 - Subst.: Lic. Gotthart Johann Hert - Für die kurköln. Hofkammer: Dr. Franz Philipp Felix Greß [1764] 1772 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Mainone
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1731 - Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft - Dr. Adam Bissing 1751 - Subst.: Lic. Caesar Scheuren - Dr. Johann Albert Ruland 1767 - Subst.: Lic. (Caesar ?) Scheurer - Dr. Franz Carl von Sachs 1775 - Subst.: Dr. Caspar Friedrich Hofmann
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Hofrat zu Bonn 1698 - 1706 bzw. 1730 - 2. RKG 1731 - 1794 (1448 - 1776)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 17. Juli 1771, durch das das Urteil der Vorinstanz bestätigt und die Gemeinde Dattenberg zur Zahlung verurteilt wird (13f.). Vollmacht für Lic. Deuren mit Siegeln und Unterschriften der Dattenberger Vorsteher und Schöffen 1731 (Q 7, auch an Q 8 und 9). Insinuationsgebühren (Q 10). Vergleich zwischen Linz und Dattenberg, 19. Okt. 1728 (Q 17). Vollmacht für Lic. Werner mit Unterschriften der Dattenberger Bürgermeister und Schöffen 1752 (Q 34). Designatio deserviti et expensarum in Sachen Dattenberg ./. Linz 1772 (Q 36). Schilderung der Geschichte der Herrlichkeit Dattenberg vom Beginn des 14. Jahrhunderts an und des gesamten bisherigen Prozeßverlaufs mit 20 Beilagen als Q 39ff. (Q 38). RKG-Urteil gegen Dattenberg 1771 (Q 39). Belehnung des Ludwig von Lülsdorf mit Dattenberg nach dem Tode des Albert von Lülsdorf (Ludwigs Vetter ?) 1627 (Q 40). Beiträge Dattenbergs zu den Andernacher Kriegslasten 1688 (Q 41). Detaillierte Beschreibung der zu Dattenberg gehörenden Gebiete anhand der Marksteine 1771 (Q 50). Pachtvertrag des Ludwig von Lülsdorf über Dattenberg 1661 (Q 51). Verleihung des Lehens Dattenberg an Johann Friedrich Raitz von Frentz zu Gustorf 1665 gegen 1400 Rtlr. (Q 52). Auftrag des Ebf. Maximilian von Köln an den Schultheißen von Linz, die Jurisdiktion in Dattenberg bis auf weiteres zu übernehmen (Q 54). Auszug aus dem Landdeskriptionsbuch des Erzstifts Köln 1670, die Herrlichkeit Dattenberg betreffend (Q 57). Bd. II (Priora): Zehn Beilagen des Bürgermeisters und des Rats der Stadt Linz, um ihre Freiheiten und Rechte gegenüber den umliegenden Gemeinden sowie deren Pflichten nachzuweisen, 1448 - 1670 (11 - 27). Sechs weitere Beilagen der Stadt Linz, darunter mehrere Schreiben der Erzbischöfe von Köln 1668 - 1699 (44 - 49). Aufführung der Linzer Forderungen an die Gemeinde Dattenberg 1706 - 1727. Gesamthöhe: 1164 Rtlr. 69 Alb. (163f.). Dattenberger Schulden 1685 - 1706 (164f.). Verschiedene Rechnungen (171 - 180). Steuerliste Dattenberg/Linz 1685 - 1728 (196 - 219). Urteil des Hofrats zu Bonn vom 19. Juli 1730 (231).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 6 cm, 278 Bl., z. T. gebunden (Q 1 - 60); Q 1 - 76 außer 31; drei Beilagen 1733, 1 Beilage 1777; Bd. II: 5 cm, 225 Bl., gebunden; Q 3 1 (Priora).




1575 - 1591 (1576 - 1581)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Tytz iunior zog sich am 27. Aug. 1574 bei einem Sturz von einer Leiter, die er an eine als Gefängnis dienende Windmühle gelehnt hatte, einen Beinbruch zu, der aufgrund falscher Behandlung zum Tode führte. Die Eltern des Verstorbenen geben dem Kläger die Schuld, er habe den Sturz absichtlich herbeigeführt. Aufgrund der Diffamierungen wird Daun, der den Vorfall als Unfall darstellt, aus der Stadt Essen gewiesen, und die Möglichkeit der Rechtfertigung in Essen wird ihm verwehrt. Das RKG spricht ihn von den erhobenen Vorwürfen frei und verurteilt Johann Tytz zur Zahlung von 66 Gulden (rheinisch) als Entschädigung für die Daun entstandenen Kosten. Daun kämpft 1581 noch um Wiedergewinn der Bürgerrechte in Essen.

Aktenzeichen : D 109/310

Enthaeltvermerke : Kläger: Leonhart Daun, Essen
Beklagter: Johann Tytz senior (Dietz, Thietz), Werden
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Brentzlin 1575 - Dr. Johannes Michael Vaius 1575 - Lic. Eobaldus Sylvius 1575
Prokuratoren (Bekl.): (Dr. Johann) Gödelmann (1579)
Prozeßart: Denegatae iustitiae
Instanzen: RKG 1575 - 1591 (1576 - 1581)
Beweismittel: Zeugenaussagen (56ff.). Designatio expensarum (Q 7). RKG- Urteil 6. Mai 1579 (Q 10). Documentum paupertatis für Johann Tytz (Q 12).
Beschreibung: 4 cm, 149 Bl., lose; Q 1 - 14, Beilagen 1576 - 1581.




1704 (1687 - 1704)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Appellant fordert die Wiedereinsetzung in die Halbscheid der zum Wischelinghof gehörigen, zu Hertingshausen bei Unna gelegenen Ländereien, da die Behandigung der Appellaten durch die Äbtissin Bernardina Sophia von Essen vom 27. Aug. 1693 erschlichen sei. Er begründet seinen Anspruch mit den von den Erben Huin im Anschluß an eine Verpfändung an ihn übertragenen Rechten auf den seit 1667 umstrittenen Wischelinghof. Die Appellation wurde wegen Fristüberschreitung abgeschlagen.

Aktenzeichen : D 116/323

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. David Davidis, Bürgermeister und Syndicus der Stadt Unna, (Bekl.)
Beklagter: Daniel Balthasar Zahn, Bürgermeister der Stadt Unna, und Konsorten: Georg Boddecker, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Stephan Speckmann 1703 - Subst.: Lic. Eitel Sigmund Schorer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kanzler und Räte der Essener Regierung (1697) - 2. RKG 1704 (1687 - 1704)
Beweismittel: Urteil der Essener Kanzler und Räte 1697 (23f.). Ausführliche Geschichte des Wischelinghofes 1667 - 1691, berichtet von Dr. Georg Friedrich Huin, seiner Schwester Anna Elisabeth und ihrem Mann Dr. Dietrich Jacobi (26 - 28). Behandigung des Daniel Balthasar Zahn durch Äbtissin Bernardina Sophia vom 27. Aug. 1693 (32 - 34).
Beschreibung: 39 Bl., lose; Q 1 - 9, eine Beilage 1704. Lit.: (zur Familie Davidis) in: Jahrbuch des Vereins für westfälische Kirchengeschichte 48 (1955) S. 113 - 141.




1563 - 1587 (1443 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Tibis, der Vater der Appellaten, hatte 1543 dem Johann Dravant das Gut Angerhausen (Duisburg), das er selbst als Lehen von den Grafen von Bentheim hatte, auf Lebenszeit mit allem Zubehör verpachtet. Er warf ihm 1554 vor, während seiner Abwesenheit gegen die Bestimmungen des Pachtvertrages vielfach verstoßen zu haben; er habe z. B. das verpachtete Land geteilt, einen anderen Pächter eingesetzt, das Land z. T. verkauft, Geld auf das Land aufgenommen und sogar den Pachtbrief gefälscht. Daher soll Dravant das Gut, alle Rechte und Einkommen, die er aus dem Gut gezogen habe, verlieren. Die Schöffen in Duisburg wiesen den Streit zunächst an den Grafen von Bentheim (Everwin III.), entschieden dann aber wie die folgenden Instanzen einschließlich des RKG im Sinne des Johann Tibis bzw. seiner Söhne.

Aktenzeichen : D 122/340

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Dusberg gen. Dravant (Drabant), Düsseldorf (Bekl.), und Konsorten: Hermann im Hoeff und Heinrich zu Broichhausen (Bruchhausen), Dravants Töchter Lisa Bullen, Frau des Johann Bullen, und Truitgen (Gertrud) Scherers, Witwe des J. Scherers
Beklagter: Gebrüder Heinrich, Johann und Thomas Tibis, Duisburg und Wesel (Thomas 1584 Bürgermeister von Wesel), (Kl.: ihr Vater Johann Tibis)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Caspar Fichart (gestorben vor Juni 1572) 1563 - Dr. David Capito (gestorben vor Aug. 1573) 1563 - Dr. Bernhardt Kuhorn 1572 - Dr. Johann Kronberger 1572 - Für die Töchter Dravants außer Kuhorn und Kronberger auch: Dr. Christophorus Reiffsteck 1572 - Dr. Chilianus Reinhardt 1572
Prokuratoren (Bekl.): Dr. David Capito (1563) - Dr. Alexander Reiffsteck 1573 - Dr. Johannes Vest 1573 - Dr. Johannes Michael Fickeler 1573 - Dr. Johannes Hertzbach 1573 - Lic. Philipp Seiblin 1575
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht Duisburg 1554 - 1561 - 2. Richter und Schöffen der Stadt Aachen 1561 - 1562 - 3. RKG 1563 - 1587 (1443 - 1587)
Beweismittel: Namen der Schöffen von Duisburg 1554 (32). Pachtvertrag zwischen Johann Tibis und Johann Dravant 21. Mai 1543 (35). Zeugenaussagen 1. Instanz (47 ff). Lehnsbrief des Grafen Everwin von Bentheim für Heinrich Tibis für den Hof Angerhausen vom 14. Feb. 1443 (113f). Urteil der 1. Instanz vom 4. Nov. 1561 (114, 151). Kaufvertrag zwischen Andreas Rheter und Johann Tibis, der das Rethersgut zu Angerhausen erwirbt, 1487 (Q 22).
Beschreibung: 8 cm, 199 Bl., lose; Q 1 - 32, Q 6 (Acta priora 1. Instanz) gebunden, Q 24 doppelt, Q 26 beschädigt, 2 Beilagen 1586.




1586 - 1597 (1578 - 1594)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wegen einer nicht eingelösten Schuldverschreibung der unierten niederländischen Provinzen (Erzherzog Matthias) in Höhe von 234.986 Gulden hatten der „Rittmeister der unierten Provinzen und Staaten der Niederlande“, Ulrich Kluver und Konsorten, darunter auch Rudolf von Drachenfels, die den unierten Staaten gedient hatten und auf ausstehenden Sold warteten, 1581 Güter des Utrechter Bürgers Gerhardt von Reimundt in Köln mit Arrest belegt und in dritter Instanz am Hofgericht Neuss ein Urteil gegen ihn erwirkt, weil gemäß der Schuldverschreibung die niederländischen Kaufleute für die Schulden haftbar waren. Kluver, der das kaiserl. Executorialmandat überbringen wollte, wurde vom Grafen von Moers gefangengenommen und im Bett erstochen. Wegen der Nichtzustellung des Originals des Executorialmandats weigerten sich die Kölner, das Urteil zu vollstrecken. Die Appellanten erhalten nun ein neues Mandat.

Aktenzeichen : D 132/359

Enthaeltvermerke : Kläger: Rudolf von Drachenfels und Konsorten: Joachim Keller, Otto von Wollmerckhausen, Dietherich Kerchering zu Amelbeurn, Obrist Christoph Schenck; Intervenienten und Interessenten: Johann Cluvers (Bruder des verstorbenen Ulrich Cluvers), Joachim Weltzius
Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Köln
Prokuratoren (Kl.): Lic. Jacob Streit 1586 - Für Johann Cluvers: Dr. Christophorus Engelhart 1594 - Für Johann Weltzius: Lic. Jacob Streit 1594 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1577] 1586
Prozeßart: Mandati executorialis
Instanzen: RKG 1586 - 1597 (1578 - 1594)
Beweismittel: Urteil des Hofgerichts Neuss (Q 20). Vidimus der Obligation der unierten niederländischen Provinzen vom 25. Feb. 1578 (Q 22). Obligation der unierten niederländischen Provinzen vom 4. Sept. 1578 (Q 23) mit zahlreichen Unterschriften. Vidimus der Zitation des Gerhardt von Reimund (Remund) durch den Schultheißen des Hohen Weltlichen Gerichts Neuss, 9. Sept. 1581 (Q 24). Auszug aus den bürgerlichen Freiheiten der Stadt Köln (Q 33). Urteil des Hofgerichts Neuss vom 10. Nov. 1581 (Q 36). Urteil des Hofgerichts Neuss vom 10. Feb. 1582 (Q 37). Kopie des RKG-Executorialmandats vom 18. Feb. 1583.
Beschreibung: 5 cm, 144 Bl., lose; Q 1 - 50, Q 47 im Protokoll nicht quadranguliert, es fehlen Q 1, 21, 25, 28, 30, 31, 42 - 45 und 47 - 50, 1 Beilage.




1498 - 1499 (1451 - 1503)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Prozeßgegner hatten früher mit Salpeter (Dechant) und Seide (Lieblar) miteinander Handel getrieben, woraus Dechant Geld schuldig geblieben war, das er zum fälligen Termin nicht zurückzahlen konnte, weil ihm der Nürnberger Bürger Albrecht Distler 586 Gulden schuldig geblieben war, ihm auf dem Rhein bei Mainz Waren im Wert von 200 Gulden verlorengingen und er in Lüttich Verlust gemacht hatte. Dechant erhielt von allen Gläubigern in Abwesenheit Lieblars, der sich aber später anschloß, eine neue Frist. Während er sich mit den ihm verbliebenen Waren nach Nürnberg und weiter nach Österreich begab, um Handel zu treiben, hielt sich Lieblar nicht an die Abmachung und ließ sich vom Gericht in Köln in Dechants Erbgüter in Ratingen immittieren. Nach seiner Rückkehr erstritt sich Dechant vor dem Stadtgericht Ratingen seine Güter, die 1000 Rtlr. wert sein sollen unter der Maßgabe, jährlich 40 Gulden an Lieblar bis zur Tilgung der Schulden zurückzuzahlen. Obwohl Lieblar nicht appellierte und das Urteil damit Rechtskraft erlangte, wurde es nicht vollstreckt, weil der Herzog von Jülich und Berg (Wilhelm III.) die Exekution verbot. Dechant wendet sich daraufhin wegen Rechtsversagung an das RKG. Während des Verfahrens wird er vom päpstlichen Richter und Kommissar, dem Doktor und Protonotar Johann Kirchhoff, mit dem Bann belegt, weil er nicht von der Sache abließ.

Aktenzeichen : D 143/393

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm Dechant (Dechent, Dechan, Dechen), Bürger von Nürnberg, Kaufmann mit Besitz in Ratingen
Beklagter: Johann Liebler (Lieblar), Kölner Bürger, Kaufmann
Prokuratoren (Kl.): (M. Georgius) Ortloff (1498)
Prokuratoren (Bekl.): (Dr. Philippus) Sigwein (1498) - Dr. Valentin von Tückheym (aus Heidelberg) (1498) 1499 - Dr. Christophorus Hytzhoven 1499 - Dr. Heinrich von Rostock 1503
Prozeßart: Mandatsprozeß
Instanzen: 1. Päpstl. Richter und Kommissar Dr. Johann Kirchhoff, Köln 1494 - 2. Schultheiß und Schöffen des Gerichts Ratingen - 3. RKG 1498 - 1499 (1451 - 1503)
Beweismittel: Priora Köln (latein., Bl. 39 - 113). Nicht datierter Bannbrief des päpstlichen Richters und Kommissars Dr. Johann Kirchhoff für Wilhelm Dechant (141f.).
Beschreibung: 5 cm, 144 Bl., lose; protokollähnliche Beschreibung des Prozeßverlaufs, jedoch noch keine Quadrangeln, 15 im Protokoll erwähnte Beilagen 1498/99, 23 weitere Beilagen 1498 - 1503, z. T. undatiert; Priora Köln latein., Priora Ratingen fehlen.




1587 - 1601 (1583 - 1603)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellatin hatte in zwei Vorinstanzen Zahlungsbefehle über mehrere strittige Geldsummen erwirkt. Im einzelnen ging es um 60 Pistoletten, die Julius von Deckhama von Catharina bekommen hatte, um 29 Taler Kostgeld für die Unterbringung Julianas und ihrer Kinder bei Catharina in Köln und um 1000 Rtlr. samt Pensionen von 420 Rtlr. aus sieben Jahren in Köln. Nach Julianas Tod endet der Prozeß 1603 durch Vergleich zwischen ihrem Sohn und der Appellatin.

Aktenzeichen : D 150/400

Enthaeltvermerke : Kläger: Juliana von Harsma, Witwe des Julius von Deckhama (Bekl.), zu Leeuwarden (NL), nach ihrem Tod (ca. Herbst 1599) ihre Kinder und Erben Sixtus und Lucia von Deckhama, zu Leeuwarden, (Bekl.)
Beklagter: Catharina von Deckhama, Witwe von Espelbach, zu Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Vianden 1587 - Dr. Johann Jacob Kremer 1587 - Dr. Johann Gödelmann 1587
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Antonius Streit 1587
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hofgericht Köln 1583 - 2. Kurfürstl. köln. Kommissare 1587 - 3. RKG 1587 - 1601 (1583 - 1603)
Beweismittel: Acta priora (69 - 355, 3 Bde., im Protokoll als Q 25 aufgeführt, jedoch nicht quadranguliert).
Beschreibung: 8 cm, 369 Bl., lose; Q 1 - 26, Q 5 und 8 fehlen, 15 doppelt, 15 - 20 in niederländischer und in latein. Sprache Kopie, 23 und 25 schon im Protokoll nicht quadranguliert, jedoch vorhanden; 1 Beilage 1603.




1622 - 1646 (1574 - 1624)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellatin hatte sich vom Landgericht Schlebusch wegen rückständiger Pensionen aus zwei Erbrenten, die die Eltern des Appellanten ihren Eltern in den Jahren 1574 und 1589 verschrieben (verbrieft) hatten, in die zum Pfand gesetzten Güter immittieren lassen. Der ausstehende Betrag ändert sich während des Prozesses durch Teilzahlungen und neu erhobene Zinsen mehrfach (meist 2000 - 4000 Rtlr.). Der Appellant gibt an, daß der Wert der Güter die Schulden weit übersteige.

Aktenzeichen : D 165/478

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Degenhardt von Hall zu Ophoven, Amtmann zu Monheim, (Bekl.)
Beklagter: Anna geb. Ketzgen, Witwe des Augustin Haust von Ulmen, (Kl.), ab 1626 mit ihrem Sohn Johann Eberhardt Haust, Herrn zu Ulmen und Gymnich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröter (Schrötter) (1622) 1623
Prokuratoren (Bekl.): (Lic. Christoph ?) Ricker (Riecker) (1622) - Lic. Arnold Nagel 1626 - (Lic. Johann ?) Walraff (1645)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Landgericht Schlebusch 1612 - 1617 - 2. Fürstl. berg. Hofgericht und Räte Düsseldorf 1617 - 1621 - 3. RKG 1622 - 1646 (1574 - 1624)
Beweismittel: Vorakten 1. Instanz (16 - 136). Darin: Erbrentbrief des Dietherich von Hall und seiner Frau Margarethe (13. Feb. 1574) über 3000 Rtlr. für 150 Rtlr. jährlich mit detaillierter Beschreibung der verpfändeten Güter in der Nähe von Opladen für Wilhelm Ketzgen, Erbtürwärter des Erzstifts Köln und seine Frau Anna von der Horst (21 - 34). Erbrentbrief: Dietherich von Hall und seine Frau zahlen der Anna Ketzgen, Tochter des Wilhelm Ketzgen, für 400 Rtlr. eine jährliche Rente von 20 Rtlr., 3. Feb. 1589 (34 - 42). Vergleich zwischen Anna Ketzgen und Johann Degenhardt von Hall zu Ophoven 1614 (63f.). Liste der Güter, in die Anna Ketzgen immittiert wurde, u. a. die „Olligsmühle am Ropertzhof“ sowie ca. 140 Morgen Ackerland und Wald in neun genau bezeichneten Parzellen, 1616 (77 - 79). Taxierung der Pfänder durch einen vereidigten Landvermesser: 6561 Taler kölnisch 3 Albus 10 Heller (106 - 110). Vorakten 2. Instanz (136 - 368).
Beschreibung: 9 cm, 369 Bl.; Q 1 - 4, 6, 7, 9, 10 und 12, Q 5, 8 und 11 im Protokoll nicht quadranguliert, 11 (acta priora) jedoch vorhanden (gebunden).




1643 (1596 - 1643)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellanten weisen die Forderungen der Appellaten bezüglich der Kriegssteuern, die diese noch nach erfolgter Appellation am RKG durch Beschlagnahmung von Getreide durchsetzten, als einem Beschluß des jül.-berg. Landtags vom 3. Feb. 1596 zuwider, zurück.

Aktenzeichen : D 177/513

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erbgenahmen und Einwohner des freiadeligen rittermäßigen Sitzes und Hauses zum Deick (Dick, Dijck, Deyeck ?): Robert Wildenrath, Thomas Hett und andere Interessenten
Beklagter: Schöffen, Vorsteher, Einwohner, Nachbarn und Gemeinde des Dorfes Wanlo (Amt Kaster, Hzm. Jülich; Kr. Grevenbroich)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jonas Eucharius Erhard 1640
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. jül. und berg. Statthalter, Kanzler und Räte zu Düsseldorf (1640) - 2. RKG 1643 (1596 - 1643)
Beweismittel: Zeugenaussage über Getreidebeschlagnahmung 1641 (Q 6). Beschluß des jül. und berg. Landtags vom 3. Feb. 1596 über Kriegssteuern (Q 7).
Beschreibung: 14 Bl., lose; Q 1 - 7, dann erneut Q 1.




1537 - 1539 (1536 - 1539)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Delis’schen Erbgüter im Amt Brüggen.

Aktenzeichen : D 186/533

Enthaeltvermerke : Kläger: Felix Delis (von Süchteln), Niel (Amt Brüggen), (Bekl.)
Beklagter: Rut(h) Delis, später Arnold (Arnt) Delis, Niel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christophorus Hoss 1536
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1537
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffen von Waldniel - 2. Hauptgericht Jülich 1536 - 3. RKG 1537 - 1539 (1536 - 1539)
Beweismittel: Enthielt bis 22. 7. 1986 eine nicht quadrangulierte Beilage aus einem Prozeß Johan Beularth (Aachen) ./. Wernher von Schonreid (Schoenrath) von der Haiden (zur Heyden), 23. Jan. 1534, eventuell aus RKG (B 892/3398).
Beschreibung: 15 Bl., lose; Q 1 - 9. Vgl. RKG (H 686/2315).




1573 (1573)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der am 1. Jan. 1567 kinderlos verstorbene Essener Bürger Johann Croessen hatte Johann Diederich Caspar Croessen und seine Schwester Anna Dudinck als Erben eingesetzt. Nachdem diese vom Erbe (Immobilien) Besitz ergriffen hatten, wurde das Testament vom Kläger angefochten, und er nahm ein Kornfeld in Besitz. Über ein RKG-Executorialmandat will er das Erbe vollends in seinen Besitz bringen.

Aktenzeichen : D 193/560

Enthaeltvermerke : Kläger: Rutger Delscher, Vikar von St. Martin in Essen
Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Essen sowie Johann Dudinck (Dudingk) und seine Frau Anna geb. Croessen als Erben des Johann Croessen
Prokuratoren (Kl.): (Dr. Johann) Brentzlin (1573)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Brentzlin 1573 - Dr. Paulus Havenar 1573 - Dr. Malachias Raminger 1573 - Lic. Eobaldus Sylvius 1573
Prozeßart: Mandati executorialis
Instanzen: RKG 1573 (1573)
Beschreibung: 7 Bl., lose; Q 1 und 2.




1755 - 1758 (1720 - 1759)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Erblasser und Eltern der Impetranten hatten 1707 gegen den inzwischen ebenfalls verstorbenen Dr. Plum am Schöffengericht Aachen eine ansehnliche Schuldforderung (über 2000 Rtlr.) eingeklagt und 1720 Recht bekommen. Der Unterlegene appellierte an das RKG, wurde abgewiesen, wandte sich an den Reichshofrat in Wien und schließlich noch einmal ohne Erfolg an das RKG. Da Plum auf Aachener Stadt- und Reichsgebiet keinen Besitz mehr hatte, kam das Urteil nicht zur Ausführung. Daraufhin wurde die jül. Regierung in Düsseldorf angegangen, die Deltourschen Forderungen durch Distraktion des dem Dr. Plum gehörenden Lehnguts Schleibach im Hzm. Jülich, Amt Wilhelmstein, zu befriedigen. Da ein Ergebnis nicht abzusehen ist, klagen die Erben des Johann Caspar Deltour am RKG und erwirken das vorliegende Mandat.

Aktenzeichen : D 201/569

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des früheren Aachener Bürgermeisters Johann Caspar Deltour zu Aachen
Beklagter: Jül.-berg. Geheimratsdicasterium Düsseldorf
Prokuratoren (Kl.): Lic. (Ferdinand Wilhelm Anton) Helffrich (1755) - Lic. Johann Paul Besserer 1758 - Subst.: Lic. Lucas Andreas von Bostell
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach (1750) 1755 - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt
Prozeßart: Mandati de nunc indilate deferendis requisitorialibus et exequendo iudicato cum clausula
Instanzen: RKG 1755 - 1758 (1720 - 1759)
Beweismittel: Urteil des Schöffengerichts Aachen vom 29. Okt. 1720 (Q 4). Insinuationsgebühren des RKG-Boten Kauffelt 1755 (Q 13).
Beschreibung: 2,5 cm, 119 Bl., gebunden (z. T. falsch); Q 1 - 15, mehrere Beilagen 1755 - 1759.




1583 - 1588 (1582 - 1584)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand s. RKG 1285 (D 49/143) und RKG 1286 (D 50/144). Der Kläger erwirkt hier ein Mandat, das es der Äbtissin verbietet, ihn beim Bau auf seinem Kotten im Heckt zu behindern.

Aktenzeichen : D 202/572

Enthaeltvermerke : Kläger: Melchior von Delwig, Drost zu Bochum
Beklagter: Elisabeth geb. Gräfin zu Sayn, Äbtissin zu Essen und Nottuln, und Konsorten: sämtliche Kapitularinnen des Stifts Essen, die Markgenossen der Borbecker Mark und Chracht Klocke (?), Holzgraf der Borbecker Mark
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johan Heuser 1582
Prokuratoren (Bekl.): Für die Äbtissin: Lic. Philipp Seublin [1578] 1583 - Für Chracht Klocke: Lic. Philipp Seublin 1583 - Dr. Johann Gronberger (1584)
Prozeßart: Mandati de non turbando sine clausula
Instanzen: RKG 1583 - 1588 (1582 - 1584)
Beschreibung: 27 Bl., lose; Q 1 - 7, 9.




1631 - 1636 (1639 - 1631)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen die Entscheidung der Essener Räte von 1630, den Rübengartenhof als zum Hof Borbeck gehörig als erledigt anzusehen und nach Zahlung einer auf ihm lastenden Hypothek von 40 Goldgulden an die Appellanten zum Nutzen des Stifts Essen einzuziehen. Die Appellanten behaupten dagegen, der Hof sei erblich und Eigentum der Familie von Delwig.

Aktenzeichen : D 203/573

Enthaeltvermerke : Kläger: Bernhardt Dobbe zu Lyren als Vormund der unmündigen Kinder des Johann von Delwig zum Heckt, Horll und Knippenburg, Erbmarschalls des Stifts Essen und Drosten der Ämter Blankenstein und Werden, (Bekl.)
Beklagter: Maria Clara von Spaur, Äbtissin des Stifts Essen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): (Dr. Heinrich) Eylinck (1631)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. Kanzlei Essen (1630) - 2. RKG 1631 - 1636 (1639 - 1631)
Beschreibung: 4 Bl., lose; Q 1 und 2; enthielt bis Juli 1986 vier Beilagen von 1636 zu RKG 1303 (D 204/574.




1636 (1628 - 1636)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Lethmer von Witgenstein, der Vorgänger des Dietrich Wasserfort als Vikar des Altars von St. Elisabeth in Essen, hatte an Johann von Delwig den Brockhof (Broickhove) und das Markengut verkauft. Wasserfort vertrat die Auffassung, daß die Güter mit dem Amt verbunden seien, und erwirkte erstinstanzlich die Rückgabe.

Aktenzeichen : D 204/574

Enthaeltvermerke : Kläger: (Johann von und zu Brabeck und Schermbeck und) Bernhardt Dobbe zu Lyren als Kurator(en) der unmündigen Kinder des Johann von Delwig (Dellwich) zum Heckt, Horll und Knippenberg, Erbmarschalls des Stifts Essen und Drosten zu Blankenstein, (Bekl.)
Beklagter: Dietrich und Johann der Jüngere (Vater und Sohn) Wasserfort, Vikar des Altars von St. Elisabeth in Essen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Eylinck 1635
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. Kanzlei Essen (1631) - 2. RKG 1636 (1628 - 1636)
Beweismittel: Einsetzung des Johann von und zu Brabeck und Schermbeck und des Bernhardt Dobbe zu Lyren als Vormünder der Kinder des verstorbenen Johann von Delwig durch die Äbtissin des Stifts Essen Maria Clara von Spaur 5. Juli 1628 (37).
Beschreibung: 37 Bl., lose; Q 1, 2a, 2b, 3 - 7; 5 Beilagen 1636, vier davon (Bl. 31 - 37) im Juli 1986 aus RKG 1302 (D 203/573) entnommen.




1704 (1610 - 1704)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Kanonisse des Stifts Stoppenberg, Caspara von Delwig, hatte einst (unklar wann, jedoch lange vor 1610) testamentarisch festgelegt, daß ihr Haus zu Stoppenberg am Kirchhof, ihr Garten und eine Rente von 15 Rtlr., solange in Stoppenberg eine Kanonisse aus dem Stamm und mit Namen Delwig sei, an diese gehen sollten. Sollte keine von Delwig mehr im Stift sein, sollten die Güter dem Herrn von Delwig zu Delwig zufallen. Als 1637 mit Maria Margaretha von Delwig die letzte Kanonisse dieses Namens starb, gab der ehemalige Herr von Delwig zu Delwig, Melchior, die Güter an seine Nichte Johanna Margaretha Dobbe unter Vorbehalt aus. Nach ihrem Tod gingen Haus, Garten und Rente wieder an die Familie von Delwig zurück, die sie in Besitz hatte, bis 1697 Anna Leopoldina von Dobbe, deren Großmutter eine von Delwig war, Ansprüche anmeldete und erstinstanzlich durchsetzen konnte. Hauptstreitpunkt war, ob es genügte, von delwigschem Geblüt zu sein, oder ob die Kanonisse den Namen Delwig tragen mußte, um zur Nutznießung des Erbes der Caspara zu gelangen.

Aktenzeichen : D 208/578

Enthaeltvermerke : Kläger: Adolf Christoph von Delwig zu Delwig, Ruitenborn (Rotenburg) und Holte in der Grafschaft Mark, (Bekl.)
Beklagter: Johanna Leopoldina von Dobbe, Kanonisse zu Stoppenberg, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Ulrich von Gülchen 1703 - Subst.: Johann Friedrich Hoffmann
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Hermann Heeser 1703 - Subst.: Lic. Johann Christ(ian) Wigandt
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. Kanzlei Essen 1697 - 1702 - 2. RKG 17. Aug. 1704 (1610 - 1704)
Beweismittel: Urteil der 1. Instanz; der Klage auf Einsetzung in die begehrte Pfründe wird stattgegeben (4). Vertrag zwischen Melchior von Delwig zu Delwig und Bernhardt Dobbe zu Lyren über die Pfründe der verstorbenen Caspara von Delwig im Stift Stoppenberg vom 27. Feb. 1639 (32f). Auszug aus dem Erbteilungsvertrag der Brüder Melchior von Delwig zu Delwig, Christopher von Delwig, Komtur zu Wellen, Johann von Delwig, Drost zu Blankenstein und Werden, und Eberhard von Delwig, Domküster (Tumbster) zu Hildesheim vom 16. Feb. 1610 (34f). Schreiben der Dekanin des Stifts Stoppenberg an den Herrn von Delwig (ihren Vetter) mit Unterschriften der Kanonissen vom 23. Nov. 1676 (36f). Priora der 1. Instanz (40 - 83). Darin: Urteil 1. Instanz (80f.).
Beschreibung: 4,5 cm, 148 Bl., lose.




1525 - 1526 (1525)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreitigkeit wegen einer Erbpacht von 34 Maltern Roggen.

Aktenzeichen : D 227/612

Enthaeltvermerke : Kläger: Margarethe Dennen, Witwe des Paul von Wirdt zu Aldenhoven (Bekl.), vertreten durch ihren Sohn Jacob von Wirdt
Beklagter: Paul von Wirdt (Wird, Wyrde) zu Puffendorf (Hzm. Jülich und Amt Aldenhoven; Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johannes Helffmann (1524) - Dr. Friedericus Rebstock 1524 - Dr. Christophorus Hoss 1524 - Dr. Simon Engelhart 1524
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Simon Engelhart 1525 - Dr. Conrad Swabach (Schwabach) 1525 - Dr. Henricus Rostock 1525 - Dr. Christophorus Hoss 1525
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen zu Puffendorf auf Weisung des Schultheißen und der Schöffen zu Jülich, ihres Oberamts 1524 - 2. RKG 1525 - 1526 (1525)
Beschreibung: 25 Bl., gebunden (Q 1 und 2 vertauscht), Q 1 - 6.




1681 - 1686 (1569 - 1685)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Umstritten sind die Rechte am Bartzgut zu Anstel mit ca. 120 Morgen Artland im Amt Hülchrath. Der Appellat war erstinstanzlich mit seiner Darstellung erfolgreich, wonach der Bruder seines Großvaters 1561 das Bartzgut vom damaligen Besitzer der kölnischen Grafschaft Bedbur, dem Grafen Hermann zu Neuenahr und Moers, zu Lehen erhalten hatte. Nach seinem kinderlosen Tod 1567 soll dann die Witwe im Widerspruch zur vorher festgelegten Erbregelung die Leibzucht noch bis 1616 behalten und das Lehen in ihre zweite Ehe mit (Wilhelm) von Bongart zur Heiden eingebracht haben. Nachdem der Lehnhof in Kriegswirren abgebrannt war, habe dann Gerhardt Mohr den Hof auf irgendeine Weise an sich gebracht. Die Appellanten können dagegen nachweisen, daß Gerhardt Mohr das Gut 1569 von Otto von Biland gekauft hat, dessen Eigentumsrecht allerdings von Hermann von Hochstetten bestritten wird. Deutmann dagegen ficht die Zuständigkeit der 1. Instanz an; nach seiner Auffassung habe die gräflich-bedburgische Mannkammer zu entscheiden gehabt.

Aktenzeichen : D 234/622

Enthaeltvermerke : Kläger: Georg Deutzmann, Köln, und Konsorten, (Bekl.)
Beklagter: Hermann Freiherr von Hochstetten, fürstl. Pfalzneuburg. Geheimer Rat und Obrist-Hofmeister und Amtmann zu Grevenbroich und Gladbach, Düsseldorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Heinrich Seiblin 1681 - Subst.: Lic. (Johann Philipp ?) Nidderer - Dr. Johann Ulrich Zeller 1683 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Stieber
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonard Schommartz 1680 - Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Hofräte zu Bonn 1666 - 2. RKG 1681 - 1686 (1569 - 1685)
Beweismittel: Kaufbrief über 20 Malter Roggen Erbpacht für Winand Dutzman (Deutzmann) und seine Frau Catharina Mohr jährlich aus dem halben Gut zu Anstel, Bartzgut genannt, das ein Lehen des Hauses Bedburg-Reifferscheid ist, vom 1. Okt. 1610 (Q 6). Kaufvertrag von 1569: Gerhardt Mohr und seine Frau Margarethe von Weidenfeld kaufen das Bartzgut zu Anstel von Otto von dem Bilandt und seiner Frau Maria von dem Bongart mit Bewilligung des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers, Herrn zu Bedburg (Q 9). Belehnung des Vinzenz Deutzmann mit dem Bartzgut bei Anstel und Nettesheim durch Ernst Friedrich Graf zu Salm, 11. April 1635 (Q 10). Belehnung des Adam Deutzmann mit dem Bartzgut durch Ernestina Barbara Dorothea Gräfin zu Salm und Reifferscheid, Frau zu Bedburg, namens ihres minderjährigen Sohnes Franz Wilhelm, 1677 (Q 11). Schätzung des Bartzgutes durch die Schöffen von Rommerskirchen (Amt Hülchrath) auf 4500 Rtlr., 1680 (Q 13). Verzeichnis der Pächter des Georg Deutzmann von 1680 (Q 14). Auszüge aus den Verzeichnissen der gräflich Salmischen Mann- und Lehenkammer: 1589 Adam Mohr empfängt das Bartzgut zu Lehen; 1624 nach dem Tode des Adam Mohr werden Johann Adam Weidenfeld und Wilhelm Raitz von Frentz mit dem Bartzgut belehnt; nach dem Tode des Johann Adam Weidenfeld 1635 Belehnung des Vinzenz Deutzmann; 1646 neuer Lehnseid nach Herrenfall; 1671 nach des Vinzenz Tod Belehnung des Adam Mohr (Köln); 1677 neuer Lehnseid des Adam nach Herrenfall (Q 24). Vorakten, Extrajudizial (Q 26). Original des Kaufbriefs vom 30. April 1569 (Q 33, s. o. Q 9). Abschrift und Original der Belehnung des Heinrich von Hochstetten mit dem Bartzlehen durch Hermann Graf zu Neuenahr und Moers 1561 (Q 34). Angaben aus der bedburgischen Mannkammer (Q 41).
Beschreibung: 6 cm, 159 Bl., lose; Q 1 - 41, 29 fehlt; 1 Beilage.




1731 - 1736 (1683 - 1736)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Strittig sind zwischen den Parteien mehrere Lehen. 1710 hatte Christoph Friedrich von Rolshausen nach dem Aussterben der hessischen Linie der Familie Rolshausen (Emmerich Ludwig Caspar) deren Lehen an sich gebracht, obwohl Christoph Adolf gleiche Rechte hatte. Nach dem Tode seines Lehnsherren, des Grafen Georg Albrecht zu Isenburg, erschien Christoph Friedrich trotz mehrfacher Mahnung nicht zur Neubelehnung, worauf er nach Einholung eines Gutachtens der Juristenfakultät Altdorf vom isenburgisch- birsteinischen Lehensdirektorium verurteilt wurde und seine Lehen „ob apertam feloniam“ eingezogen wurden. Gegen die Ansprüche Christoph Adolfs von Rolshausen zu Türnich versucht Christoph Friedrichs Schwiegersohn für die Familie Rolshausen zu Salzböden und Gutenacker die Lehen zu retten. Zur Begründung dient ihm, sein Schwiegervater sei seit Jahren „gemütskrank“ und werde auf der Festung Marksburg verwahrt. Nach dem Tode des Christoph Adolf (Anfang 1732 ?) und des Christoph Friedrich von Rolshausen waren auch noch das Lehen in Mainzlar (Grafschaft Nassau-Weilburg), das Erbe der Familie Rensdorff (Gut Stauffenberg) und die Rechte an den Höfen Hart und Lauterbach des 1705 verstorbenen Felix Friedrich von Rolshausen umstritten.

Aktenzeichen : D 241/652

Enthaeltvermerke : Kläger: Christian Adam von Dersch von Virmünden im Namen seiner Ehefrau Clara Friderica von Rolshausen und seines Schwiegervaters Christoph Friedrich von Rolshausen zu Salzböden (Kr. Wetzlar) und Gutenacker (Rhein- Lahn-Kr.)
Beklagter: Christoph Adolf von Rolshausen zu Türnich (Hzm. Jülich, Amt Bergheim; Kr. Bergheim), das isenburgisch-birsteinische Lehensdirektorium und die hessen-darmstädtische Regierung zu Gießen.
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Jacob Zwirlein 1731 - Subst.: Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler
Prokuratoren (Bekl.): Für Rolshausen: Lic. Franz Peter Jung [1727] 1731 - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani - Für Wolfgang Ernst Graf zu Isenburg und Büdingen: Dr. Johann Goy [1725] 1731 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolff
Prozeßart: Citationis ad videndum principaliter deduci et cassari nullitates, cum omni causa, damno et interesse, sicque condemnari
Instanzen: 1. Gräflich isenburgische Lehensdirektoren und Räte zu Birstein (Kr. Gelnhausen) 1728 - 2. RKG 1731 - 1736 (1683 - 1736)
Beweismittel: Lehnsbrief des Christoph Friedrich von Rolshausen von Hermann Adolf Moritz Graf zu Solms und Tecklenburg, 18. Sept. 1710 (Q 4). Lehnsbrief für denselben von Georg Albrecht Graf zu Isenburg und Büdingen, 15. Mai 1719 (Q 5). Insinuationsgebühren (Q 11). Genealogie Rolshausen: jül. und hessische Linie (Q 36). Lehnsbrieffür Christoph Friedrich von Rolshausen von Johann Philipp Graf zu Isenburg und Büdingen, 10. Nov. 1710 (in Q 37 Bl. 125f. Littera C). Kostenaufstellung des Christoph Friedrich über 4406 Rtlr. 30 Alb. (in Q 37 Bl. 127 - 134 Littera F). Gutachten der Juristenfakultät der Nürnberger Universität zu Altdorf, 29. Dez. 1729 (in Q 37 Bl. 140 Littera N) mit „Rationes decidendi“ (in Q 37 Bl. 141 Littera O). Vollmacht des Christoph Friedrich von Rolshausen für seinen Schwiegersohn Christian Adam von Dersch, 15. Jan. 1732 (Q 40). Insinuationsgebühren (Q 46). Acta priora: Gräflich isenburgischer Lehnsfiskal ./. Christoph Friedrich von Rolshausen zu Gutenacker (Q 48). Rechnungen über Erträge der Lehen Hart und Lauterbach (Q 50 und 51). Leihbriefe für die Höfe Hart und Lauterbach (beide im Hzm. Jülich, Amt Montschau) 1707/1713 (in Q 72 Littera J und K). Verzeichnis der Morgenzahl der beiden Höfe: Hart 120, Lauterbach 96 Morgen (in Q 73 Littera R und S). Taxierung des vorhandenen Viehs auf dem HofLauterbach 1683 und 1695 (in Q 73 Littera V).
Beschreibung: 9 cm, 418 Bl., lose; Q 1 - 76. Vgl. RKG (F 687/2783).




1582 (1406 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Düren fühlen sich in ihren Privilegien, Freiheiten und den Stadtrechten vom Schultheißen Adam Römer beschnitten, dem sie vorwerfen, er dehne seine Jurisdiktion zum Nachteil der städtischen Jurisdiktion aus, während seitens des Beklagten die Auffassung vertreten wird, der Streit beruhe auf angemaßter Jurisdiktion der Stadt und der Schultheiß führe nur die Befehle des Herzogs von Jülich aus. Bei den strittigen Punkten geht es u. a. um die Zahl der Schöffen am Hauptgericht Düren, um die Ämterhäufung (Schultheiß/Schöffe) und um die Verwahrung der Schlüssel für das Gerichtssiegel.

Aktenzeichen : D 248/709

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen, Rat und Gemeinde der Stadt Düren, (Kl.)
Beklagter: Fürstl. jül. Schultheiß Adam Römer zu Düren, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Fickler 1582 - Dr. Georg Kirwang (hier: Kürwangh) 1587 - Dr. Johann Jacob Krämer 1587 - Dr. Bernhardt Kuehorn 1587 - Dr. Johann Gronberger 1587
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius 1582
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kommissare des Herzogs Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg zu Düsseldorf (1582) - 2. RKG 1582 - ? (1406 - 1587)
Beweismittel: Kopie dreier Urkunden der Richter und Schöffen von Düren (zwei von 1406, eine von 1409), angekündigt sind fünf (Q 33 - 35), Q 34 abgedruckt in: Urkundenbuch der Stadt Düren. II. Band: Schöffenurkunden von 1261 - 1550 Nr. 101; Q 35 ebd. Nr. 99; Q 33 ebd. Nr. 107. Kopie der Polizeiordnung des Herzogs von Jülich für die Stadt Düren vom 31. Okt. 1556 mit Ausführungen über die Wahl und Rechte des Bürgermeisters und der Schöffen (Q 37). Auszug aus der jül. Gerichtsordnung über die Zahl der Schöffen (Q 38). Privileg des Herzogs Wilhelm von Jülich für die Stadt Düren von 1544 mit Insert des Privilegs seines Vaters Johann von 1511 (Q 41). Auszug des 11. Beschwerdeartikels der jül. Ritterschaft und Landstände vom Landtag am 29. Aug. 1583 über das Amt des Schultheißen (Q 42).
Beschreibung: 2 cm, 77 Bl., gebunden; Prozeß sehr unvollständig: Protokoll fehlt; vorhanden: Q 1 - 3, 6 - 8, 13, 15, 21, 32 - 42, 44, 45; u. a. fehlt die Klageschrift mit 62 Punkten, der Prozeßgegenstand ist daher zwar im groben erkennbar, Einzelheiten sind jedoch nur mühsam zu erschließen, zumal da auch die Akten der Vorinstanz nicht erhalten sind.




1598 (1597 - 1609)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Impetranten erwirken ein Mandat, wonach ohne Verzug und Einrede alle Handelsabgaben für sie in Lüttich abzuschaffen, bereits gezahlte zurückzuzahlen und in Zukunft keine neuen zu erheben sind. Obwohl Dürener Bürger, wie 1597 noch einmal ausdrücklich bestätigt, in der Diözese und Stadt Lüttich von allen Imposten, Zöllen und anderen Auflagen befreit waren und mit ihren Gütern und Waren ohne Entrichtung von Licentgeldern passieren durften, hatten 1598 Lütticher Amtleute verschiedenen Dürener Bürgern ein „Licentgeld“ u. a. für Schafe und Wolle abverlangt, ohne das sie niemanden passieren ließen. Die Lütticher, die die Dürener Privilegien nicht bestritten, bezeichneten die Abgabe nicht als Zoll, sondern verlangten den Betrag zur Sicherung des Weges in Kriegszeiten und gaben außerdem an, daß verschiedene Personen Steuern hinterzogen hätten, indem sie sich als Dürener bezeichneten und deren Rechte beanspruchten. Auch nach ergangenem Mandat, dessen Aufhebung sie mit der Begründung forderten, es sei erschlichen, erhoben sie noch Abgaben von Dürener Kaufleuten.

Aktenzeichen : D 249/710

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Düren
Beklagter: Erzbischof Ernst von Köln in seiner Eigenschaft als postulierter Bischofvon Lüttich, Stände des Stifts Lüttich, Bürgermeister und Rat der Stadt Lüttich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Gödelman [1598] 1599
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Jo(hann) Jacob Kölblin (1600)
Prozeßart: Mandati sine clausula
Instanzen: RKG 1598 - ? (1597 - 1609)
Beweismittel: Bestätigung der Privilegien der Bürger der Stadt Düren durch den Bürgermeister und den Rat der Stadt Lüttich in franz. (2 - 5) und deutscher Sprache (6 - 8) von 1597
Beschreibung: 39 Bl., lose; Beilagen in franz. und latein. Sprache.




1679 (1678 - 1679)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen ein Urteil der Hofkanzlei Düsseldorf, in dem von Deuren wegen Defloration der Anna Gertrud Hamicholtz zur Zahlung von 100 Rtlr. und wegen Wochenbett- und Begräbniskosten zu 40 Rtlr. verurteilt worden war. Deuren bezeichnet die Anklage als Diffamierung.

Aktenzeichen : D 250/711

Enthaeltvermerke : Kläger: Georg von Deuren, cand. iur., Köln, (Bekl.)
Beklagter: Sibille Schild (Schilt), Witwe des Hamicholtz (?) zu Duisburg, und Konsorten: ihre Tochter Anna Gertrud, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Philipp Nidderer 1679 - Subst.: Dr. Franciscus Krebs
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hofkanzlei Düsseldorf (- 1678) - 2. RKG 1679 (1678 - 1679)
Beschreibung: 24 Bl., lose; Reproduktionsrezeß, Citatio, Beilagen, Littera A - F und Nr. 1 und 2. Acta priora (Littera G) fehlen.




1715 - 1718 (1696 - 1718)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verbal- und Realinjurien. Am 26. Juni 1712 gerieten die Prozeßgegner im Wirtshaus des Johann Mohn in Streit. Gegenstand war eine Auseinandersetzung, die Dr. von Deuren mit Franz Rudolf Collenbach, dem Vater des Appellaten, 1697 vor dem jül.-berg. Hofgericht ausgetragen hatte. Strittig war damals, ob Collenbach ein Gebäude z. T. auf Land, die Bleich genannt, des Dr. von Deuren errichtet hatte. Der Streit endete mit einem Vergleich, nämlich daß der Bau vollendet werden durfte, Collenbach aber jährlich zwei Hühner an Dr. von Deuren zu zahlen hatte. Im Laufe des Wortgefechtes am 26. Juni 1712 soll der damals etwa 60jährige Dr. von Deuren nach heftigen Beschimpfungen den wesentlich jüngeren Collenbach niedergeschlagen, ihm den Degen abgenommen haben und nur durch das Einschreiten der anwesenden Schwager Collenbachs, Johann Carl Schanenberg und Major Schatte sowie des Wirts daran gehindert worden sein, Collenbach umzubringen. Dr. von Deuren bestreitet jede Verletzungsabsicht, will den Degen nur an sich genommen haben, um Unheil zu verhüten, und will nicht nur das Urteil der 1. Instanz kassiert sehen, sondern macht seinerseits Ansprüche wegen Beleidigung geltend.

Aktenzeichen : D 251/712

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. jur. Georg von Deuren, Voishofbei Ratingen, (Bekl.)
Beklagter: Johann Caspar Collenbach, bergischer Bergvogt, Stadtschreiber der Stadt Ratingen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Rudolph Sachs 1715 - Subst.: Lic. (Ambrosius Joseph) Stephani
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen 1717 - Subst.: Lic. Johann Justus Faber
Prozeßart: Appellationis. Mandatum attentatorum, revocatorium, cassatorium, inhibitorium et restitutorium sine clausula, 15. Juni 1716
Instanzen: 1. Kurfürstl. jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf 1712 - 2. RKG 1715 - 1718 (1696 - 1718)
Beweismittel: Vertrag zwischen Dr. Georg von Deuren und Franz Rudolf Collenbach (Vater des Appellaten) von 1697 (Q 6). Vorakten mit Zeugenaussagen zum 26. Juni 1712 und Designatio expensarum (Q 14).
Beschreibung: 9 cm, 430 Bl., lose, Acta priora (Q 14, Bl. 42 - 304) gebunden; Q 1 - 36, Q 9 fehlt, Q 33 im Protokoll nicht quadranguliert.




1716 - 1718 (1639 - 1717)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Appellant bestreitet die vom Freiherrn von Metternich beim Hofrat in Düsseldorf erstrittenen Ansprüche am Broicher Hof bei Buir (Hzm. Jülich, Amt Nörvenich). Deuren leitet seine Ansprüche folgendermaßen her: 1609 habe der Freiherr von Harff zu Geilenkirchen den Hof für 47 Malter Roggen jährlich an Tilmann Geisen verpachtet, 1673 hätten dann Anton von der Gracht, Freiherr von Wanghe, und seine Frau Maria Theresia von Wanghe, geb. von Harff und Landskron, aus Dankbarkeit für geleistete Dienste den Hof dem Dr. Pistorius und seiner Frau Barbara Geisen vor dem Vogt und den Schöffen von Nörvenich zum Eigentum übertragen. Diese Eheleute hätten dann ihre Nichte Maria Geisen, die Ehefrau des Appellanten, zur Universalerbin eingesetzt, wodurch sie den Hof seit nunmehr beinahe 40 Jahren in Besitz hielten. Seitens des Appellaten wird die Schenkung von 1673 angezweifelt. Seine Ansprüche begründet er damit, daß nach dem Tode des Werner Freiherrn von Harff und Landskron, Herrn zu Geilenkirchen (1672), dessen Stammgüter im Hzm. Jülich über Werners Schwester Maria Agnes, deren Tochter Margaretha Alexandrina in zweiter Ehe Degenhard Adolph von Wolff-Metternich zur Gracht heiratete, in den Besitz der Familie Wolff- Metternich gekommen seien.

Aktenzeichen : D 252/713

Enthaeltvermerke : Kläger: Hermann Joseph Deuren, kurpfälzischer Stadt- und Amtsvogt zu Münstereifel, (Bekl.)
Beklagter: Kaiserl. Geheimer Rat Wolff Freiherr von Metternich zu Gracht (Erzstift Köln, Amt Lechenich; Haus Gracht bei Liblar), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen 1716 - Subst.: Dr. Johann Rudolph Sachs
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung (1716)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf 1714 - 2. RKG 1716 - 1718 (1639 - 1717)
Beweismittel: Vorakten (Q 7). Erbpachtvertrag (Q 7): Die Witwe Catharina von Harff zu Geilenkirchen, geb. Gymnich zu Landskron und Königsfeld, und ihre Söhne Werner und Damian verpachten den Broicher Hof im Amt Nörvenich für 47 Roggen jährlich an Tilmann Giesen und dessen Nachkommen, 20. Jan. 1639 (52 - 60). Urteil des jül.-berg. Hofrats in Sachen verwitwete Freifrau von Metternich zur Gracht ./. Freiherrn Anton de Gracht, Freiherrn von Wanghe, Generalwachtmeister des Königs von Spanien in den Niederlanden, 10. Mai 1673 (92f). Zwei Abmachungen über Allodialgüter in den Herzogtümern Jülich und Berg zwischen den Familien Wanghe/Harff und Metternich, 20. Juni 1673 (93 - 103). Auszug aus dem Testament des Freiherrn Werner von Harf und Landskron vom 15. Juni 1672 (76 - 78). Vertrag wie oben Bl. 65 - 75 (116 - 123). Erträge der Allodialgüter (124 - 127). Abtretung des Hofes zu Buir durch Anton von der Gracht, Freiherrn zu Wanghe, an Dr. Pistorius, 6. Sept. 1673 (Q 16).
Beschreibung: 9 cm, 400 Bl., lose; Q 1 - 16; 2 Beilagen 1716.




1570 - 1573 (1533 - 1572)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellanten weisen die erstinstanzlich eingeklagte Schuldforderung über 60 Goldgulden (der Gulden zu 28 Stüber gerechnet), die ihre Eltern Thomas und Sybilla Deusch 1533 von Reiner von Anrath erhalten hatten, als verjährt zurück.

Aktenzeichen : D 257/719

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Bernhard und Johann Deusch (Deutsch) zu Wesel und Konsorten: die Erbgenahmen Thomas und Beltgen (Sybille) Deusch, (Bekl.)
Beklagter: Adelheid (Altgen, Ailhait) von Anrath zu Wesel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Kuehorn 1570
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Wildhelm 1570 - Subst.: Dr. David Capito
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Wesel 1567 - 2. RKG 1570 - 1573 (1533 - 1572)
Beweismittel: Vorakten (Q 4). Auszug aus einer Urkunde des Grafen Theoderich von Kleve, 20. Juli 1277 (Q 6). Johannes Schaip, Prior, Antonius a Rhee (Rehe), Prokurator, und sämtliche Konventualen des Dominikanerklosters in Wesel bestätigen den Eintritt des Witwers Reiner von Anrath in ihr Kloster (1553) und seinen Tod (am 6. Mai 1566), 28. Nov. 1570 (Q 7).
Beschreibung: 2,5 cm, 98 Bl., lose; Q 1 - 7.




1698 - 1713 (1654 - 1713)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anna Geilen, die Witwe des Johann Hilgers, übergab 1654 ihr Vermögen gegen eine jährliche Rente von 300 Rtlr. an ihre Söhne und ihren Schwiegersohn. Als sie 1655 in zweiter Ehe den Schultheißen Adam Deussen heiratete, wurde ein Ehevertrag geschlossen, nach dem die Güter der Ehepartner beim Tod an die Kinder aus erster Ehe zurückfallen. Deussen erkennt den Vertrag nicht an, weil er ihm am Tag der Hochzeit untergeschoben worden sein soll, und er beansprucht, was ihm nach den jül. Statuten zustehe: Waren, Hausrat, ausstehende Pensionen etc.

Aktenzeichen : D 258/721

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Adam Deussen, Schultheißen zu Born und Grevenbicht (NL), Sittard: Johann, Wilhelm und Petrus Deussen zu Düsseldorf und Köln, (Bekl.: Adam Deussen)
Beklagter: Erben der Brüder Peter und Johann Hilgers (Helgers, Heilgers) und ihres Schwagers Eberhardt Beckers (neben den Namen Hilgers und Beckers noch Portz, Huckelhoven, Weydenhorst und Schellen) zu Sittard, (Kl.: Peter und Johann Hilgers und Eberhard Beckers im Namen seiner Frau)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Georg Erhard 1698 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler - Lic. Johann Friedrich Hoffmann 1702 - Subst.: Dr. (Johann Philipp) Pulian
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Niderer 1698 - Subst.: Lic. Petrus Franciscus Jung
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Amtmann des Amtes Born und Millen und Vogt zu Sittard 1664 - 2. Jül.-berg. Hofgericht zu Düsseldorf 1664 - 3. RKG 1698 - 1713 (1654 - 1713)
Beweismittel: Band I: Ehevertrag zwischen Adam Deussen und Anna Geilen, Witwe des Johann Hilgers (Kopie), 16. Juni 1655 (Q 12, Q 37 und Bl. 130f.). Anna Hilgers tritt gegen eine jährliche Rente von 300 Gulden das Familienvermögen einschließlich Siegel, Briefen und Schuldbüchern an ihre Söhne Johann und Peter und an ihren Schwiegersohn Eberhard Beckers ab, die sich verpflichten, die Klöster ihrer Geschwister Lambertus (Dominikaner in Aachen) und Anna (Kloster St. Agnesberg) gemäß den Abmachungen zu bedenken, 31. Dez. 1654 (Q 36 deutsch und Bl. 132f. niederländ.). Band II: Inventar der mobilen Güter (Hausrat) 1664 (312 - 330).
Beschreibung: Bd. I: 6 cm, 144 Bl., lose; Q 1 - 37 außer 30; Bd. II: 17 cm, 1167 Bl., gebunden; Priora, im Protokoll als Q 30 vorgesehen, jedoch nicht quadranguliert.




1735 - 1736 (1729 - 1736)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Strittig ist der Status des Nobbenhofes im bergischen Amt Mettmann. Während die Appellantin behauptet, der Hof sei vor einigen Jahren von ihrem Mann Hubert Deuster als unbelastet von Leonhard Coenen für 6500 Rtlr. gekauft worden, gibt dieser an, Deuster habe die auf dem Hof liegende Erblast von je drei Maltern Roggen und Hafer jährlich ausdrücklich anerkannt, obwohl sie nicht im Kaufbrief erwähnt wird. Die 1. Instanz hatte den Verkäufer zur Entschädigungszahlung (Eviktionsleistung) verurteilt.

Aktenzeichen : D 259/722

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna Maria Glabachs, Witwe Wieswiller, jetzt Witwe des Hubert Deuster, Köln, (Kl.)
Beklagter: Leonhard Coenen, Düsseldorf/Hof Coste, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1735 - Subst.: Lic. Johann Conrad Helffrich
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1735 - Subst.: Dr. Wilhelm Ludwig Ziegler
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf (1730) - 2. Jül.-berg. Geheimer Rat zu Düsseldorf (1739) - 3. RKG 1735 - 1736 (1729 - 1736)
Beschreibung: 1,5 cm, 68 Bl., lose; Q 1 - 20, 3 Beilagen 1736.




1538 - 1544 (1537 - 1543)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreitigkeit um die nachgelassenen Güter des Heinrich Hecks (Hex) zu Wanlo (Hzm. Jülich, Amt Kaster). Der Appellant begründet seine Ansprüche damit, daß seine Frau und Heinrich Hecks Base und Vetter waren (er bezeichnet mehrfach Heinrich als „Neffen“); ihr Vater und Heinrichs Mutter seien Geschwister gewesen. Die Appellaten leiten ihren Anspruch daher, daß Heinrich Hecks ein Halbbruder ihres aus zweiter Ehe des Arnold (I) Hecks stammenden Arnold (II) Hecks war. Die erstinstanzlich verfügte Teilung mit Vorteilen für die Appellaten wird von Deutgen auch deshalb nicht anerkannt, weil Arnold (II, der Vater der Appellaten) vor seinem Halbbruder starb.

Aktenzeichen : D 261/727

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm Deutgen, Düren, im Namen seiner Ehefrau Elisabeth, Tochter des Iffgen (Iffen) von Groeven, (Kl.)
Beklagter: Arnold Hecks (Hex), Pastor zu Niederembt (Hzm. Jülich, Amt Bergheim), und Konsorten (Bekl.), seine Schwestern Adelheit und Lene
Prokuratoren (Kl.): (Dr.) Ludwig Ziegler 1538 - (Lic.) Mauritius Breunle 1538 - (Lic.) Christophorus von Schwapach 1538
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1538 - Dr. Johann Faltermaier 1540 - Lic. Christophorus von Schwabach 1540 - Dr. Anastasius Greineisen 1540 - Dr. Johannes Dreher 1540 - Dr. Christophorus Hoss 1540
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Dahlen (Hzm. Jülich, Amt Brüggen) auf Unterweisung des Hauptgerichts Jülich 1537 - 2. RKG 1538 - 1544 (1537 - 1543)
Beweismittel: Akten der Vorinstanz mit Nachweis der Verwandtschaft der streitenden Parteien mit dem Erblasser (Q 7) durch die Schöffen von Bergheim, die Schöffen des Gerichts in der Lohe (Amt Bergheim) und die Schöffen zu Esch (Amt Kaster).
Beschreibung: 3 cm, 44 Bl., lose; Q 1 - 15; bis Aug. 1986 waren einige Q gebunden, jedoch völlig ungeordnet, 8 Q lagen - als „Urkunden“ bezeichnet - in einer Mappe bei.




1668 - 1677 (1627 - 1684)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das Erbe des Dürener Stadtsekretärs Wilhelm Deutgen sen. Nach dem Tode seiner ersten Frau Maria Reuschenmachers 1603 verfertigte Wilhelm Deutgen ein Testament zugunsten seiner Enkel, das aber später wegen Formfehlern nicht anerkannt wurde. Als er 1605 in zweiter Ehe Gertrud Wolters heiratete, geriet er mit seinem Sohn aus erster Ehe Dr. Eberhard Deutgen in Streit, der 1622 mit einem Vergleich endete. Die Nachkommen aus erster Ehe erhielten eine donatio inter vivos. Als 1626 Anna Beckers, Enkelin des Wilhelm und Nichte des Dr. Eberhard Deutgen, starb, kam es erneut zum Streit um ihr Erbe. Bei den strittigen Gütern handelt es sich um Renten und um Besitz in und bei Düren.

Aktenzeichen : D 262/728

Enthaeltvermerke : Kläger: Nachkommen des Dürener Stadtsekretärs Wilhelm Deutgen aus dessen 2. Ehe mit Gertrud Wolters: Rudolf Sommer als Vormund der Kinder des Wilhelm Deutgen iunior und der Anna Catharina Sommer, Bernhard Pontz, Dr. Rutger Pontz für sich und als Vormund seiner minderjährigen Schwester Ottilie Pontz, Heinrich Hubricht namens seiner Frau Mechthild Pontz und Lic. Johann Christian Burvenich, (Kl.: Wilhelm Deutgen senior)
Beklagter: Dr. Bernhardt Deutgen, Düren (Enkel des Wilhelm Deutgen senior aus dessen 1. Ehe mit Maria Reuschenmachers), und Konsorten: Johann Heinrich Scholer, Eberhard Mewiß, (Bekl.: Bernhardts Vater Dr. Eberhard Deutgen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Eichrodt 1668 - Subst.: Lic. Johann Conrad Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh 1668
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht Düren 1628 - 2. Fürstl. jül.-berg. Hofgericht Düsseldorf 1629 - 3. RKG 1668 - 1677 (1627 - 1684)
Beweismittel: Bd. I: Genealogie: Nachkommen des Wilhelm Deutgen (gest. 1628) aus seinen zwei Ehen mit Maria Reuschenmachers (gest. 1603) und Gertrud Wolters (gest. 1648), Bestimmungen des Testaments des Wilhelm Deutgen von 1603; Bd. II: Vorakten 1. Instanz (1 - 180) und 2. Instanz (Protokoll 181 - 262); Bd. III: Vorakten der 2. Instanz. Renten des Wilhelm Deutgen (759).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 40 Bl., gebunden; Q 1 - 12; 4 Beilagen 1670 - 1684; Bd. II: 13 cm, 616 Bl., gebunden; Q 13; Bd. III: 13 cm, 575 Bl. (615 - 1190), gebunden; Q 14.




1538 - 1540 (1529 - 1540)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Herausgabe der Akten des vor dem Schultheißen und den Schöffen von Deutz geführten Prozesses Conradt in der Badstube ./. Nicolaus Kuch.

Aktenzeichen : D 265/733

Enthaeltvermerke : Kläger: Schultheiß und Schöffen der Freiheit Deutz
Beklagter: Nicolaus Kuch (Kuyche), Bürger zu Deutz
Prokuratoren (Kl.): Dr. Fredericus Reyffstock 1538 - Dr. Lucas Landstraß 1538 - Dr. Anastasius Greineisen 1538 - Dr. Philippus Baumann 1538 - Lic. Amandus Wolff 1538 - Dr. Christoff Hoss 1538 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1538 - Dr. Adam von Themar 1538
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Mauritius Breunlin 1538 - Dr. Anastasius Greineisen 1538 - Lic. Valentin Gotfridt 1538 - Lic. Amandus Wulff 1548
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kommissare des Erzbischofs Hermann von Köln unter Georg von Sayn, Graf zu Wittgenstein 1529 - 2. RKG 1538 - 1540 (1529 - 1540)
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 20 Bl., gebunden; Q 1 - 10 außer Q 5; Bd. II: 10 cm, 466 Bl., gebunden; Q 5 (Priora).




1728 - 1729 (1723 - 1729)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nach der Resignation des Amtmannes Geheim- und Hofrat von Kempis wurde von Kaas Amtmann zu Deutz, der sofort versuchte, in die Kompetenzen von Bürgermeister und Vorstehern der Stadt einzugreifen. Neben der Überlassung des Präsidiums im Gericht verlangte er die Vorlage der Bürgermeisterrechnungen der letzten 35 Jahre (1690 - 1725) vor den Kölner Kommissaren; innerhalb der Stadt ergaben sich daraus Spannungen zwischen Vollbürgern und Neubürgern (beerbte und unbeerbte Kötter), was zu einer doppelten Vorsteher- und Bürgermeisterwahl sowie zu Beleidigungen führte.

Aktenzeichen : D 266/734

Enthaeltvermerke : Kläger: Schultheiß (Peter Brewer/Breuer), Schöffen (Albertus Reidel, Franz Brammertz, Heinrich Anton Brewer/Breuer, Wilhelm Steegh) und Vorsteher (Johann Wilhelm Hildesheimer, Wilhelm Meuser, Anton Schmitz, Peter Sibertz) zu Deutz sowie der von ihnen gewählte Bürgermeister (für 1728) Bernhard Wirz
Beklagter: Kölnischer Amtmann von Kaas und Konsorten: Dr. Johannes Bornheim, Franz Heinrich Hasenbach, Peters, Beuel, Lauten als von den unbeerbten Köttern bestimmte Vorsteher und der von ihnen gewählte (Gegen)- Bürgermeister Johann Michael Köster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1728 - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio et inhibitorio sine clausula
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Regierung zu Bonn 1724 - 2. RKG 1728 - 1729 (1723 - 1729)
Beweismittel: Appellationsinstrument mit einer großen Zahl von Namen Deutzer Bürger (Q 4). Auszug aus den Deutzer Statuten von 1523 (90).
Beschreibung: 2,5 cm, 133 Bl., gebunden; Q 1 - 20, 12 Beilagen.




1769 - 1771 (1749 - 1771)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Kartoffelzehnt. Während der Abt von Deutz von der Gemeinde den vollen Zehnt forderte, weil die Kartoffeln (Grundbeeren, Erdäpfel) auf Ackerland angebaut würden, berief sich die Gemeinde darauf, vom „grünen“ Zehnten, d. h. von Gemüse- und Gartenzehnten, dem die Kartoffeln zuzurechnen seien, befreit zu sein. Daneben war noch ein Steg über den Schnellhart (Rheinarm; der Steg führte wohl zu der gleichnamigen Insel im Rhein) umstritten. Seitens der Gemeinde wurde die Zuständigkeit der 2. Instanz bestritten.

Aktenzeichen : D 267/735

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister (Heinrich Müller) und Vorsteher der Gemeinde Deutz bei Köln, (Bekl.)
Beklagter: Aemilianus, Abt von St. Heribert in Deutz, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Wilhelm Mainone 1769 - Subst.: Lic. Johann Joseph Flach
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jacob Loskant 1769 - Subst.: Lic. Gabriel Niederer
Prozeßart: Mandati revocatorii et cassatorii processuum et sententiae incompetenter et nulliter impetratorum adeoque de desistendo ab omni illicito recursu et prohibita evocatione ad nunciaturam Coloniensem restitutorii nec in iisdem ulterius procedendo, sed deducendum ius suum, si quod habere putaverit, in foro competente sine clausula
Instanzen: 1. Offizial Köln 1760 - 2. Päpstliche Nuntiatur Köln 1764 - 3. RKG 1769 - 1771 (1749 - 1771)
Beweismittel: Bd. I: Insinuationsgebühren (36). Drei Urteile des Offizials zu Köln in Sachen Kapitel von St. Gereon in Köln und Konsorten ./. zehntpflichtige Gärtner und Bauern, 1749, 1754, 1765 (in Q 11 Littera D, E und F). Kartoffelverordnung des Erzbischofs Maximilian Friedrich von Köln, 1765 (Littera H in Q 11). Aussagen über den Kartoffelzehnt in den Deutz benachbarten Ortschaften, u. a. Mülheim und Brühl, 1769 (Q 18 - 21). Bd. II: Berechnung des Kartoffelzehnts in Deutz (Q 34). Zeugenaussagen (Q 36).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 3 cm, 153 Bl., gebunden; Q 1 - 30, mehrere Q latein. (4 - 7, 11 - 14, 17 - 22); Bd. II: 3 cm, 146 Bl., gebunden; Q 31 - 52, einige Q in latein. Sprache. (31, 32).




1658 - 1659
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die 1. Instanz verurteilte Johann Deutz zur Zahlung von 678 3/4 Rtlr. samt Zinsen, die Martin Rosenthal für Lebensmittellieferungen aus Frankfurt aus dem Jahre 1649 forderte. Der Streitwert war aufgrund eines Privilegs für das Erzstift Köln nicht appellabel, und die Auseinandersetzung wurde durch Vergleich beendet.

Aktenzeichen : D 269/738

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Deutz, kurfürstl. köln. Nachgänger (Kontrolleur bei den Zöllen) und Zollbediensteter zu Linz (Bekl.)
Beklagter: Martin Rosenthal, Kaufmann, Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Wilhelm Heinrich Goll (1658)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henning 1658 - Subst.: Lic. Johann Hansen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hofkanzlei Bonn (1657) - 2. RKG 1658 - 1659
Beweismittel: Rechnung des Martin Rosenthal für Wein, Gerste, Weizen, Erbsen u. a. im Gesamtwert von 1316 Rtlr. 16 Alb. (Littera C, Bl. 14f.).
Beschreibung: 1,5 cm, 31 Bl., lose; Protokoll ohne Eintragungen, 14 Aktenstücke von 1658/59.




1585 - 1586 (1566 - 1587)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um drei Morgen Land in der Honschaft Flehe im Kirchspiel Bilk (Düsseldorf). Die seitens der Appellaten beanspruchte Erbpacht des gleich neben ihrem Hof liegenden Landes wird vom Appellanten wegen des Fehlens jeder schriftlichen Abmachung bestritten. Die Appellaten halten die Appellation an das RKG nicht für zulässig, da der Morgen nicht mehr als 50 Goldgulden wert sei, somit die Summe von 600 Goldgulden nicht überschritten werde und der Fall unter das Privilegium de non appellando falle.

Aktenzeichen : D 271/740

Enthaeltvermerke : Kläger: Nicolaus von Vreden, Abt von St. Heribert in Deutz, (Kl.)
Beklagter: Erben des Jacob auf der Flehe: Adolf Johann Steiven (Stiffen) im Namen seiner Frau Grethe, (Bekl.: Jacob auf der Flehe)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Vianden 1585 - Dr. Heinrich Stemler 1585 - Lic. Philipp Seiblin 1585 - Dr. Laurentius Vomelius Stappert 1585
Prokuratoren (Bekl.): Für den Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg: Dr. Laurentius Vomelius 1585
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht Düsseldorf 1572 - 2. Fürstl. jül. Hofgericht Düsseldorf 1575 - 3. RKG 1585 - 1586 (1566 - 1587)
Beweismittel: Kopie des Privilegiums de non appellando Kaiser Maximilians II. für den Herzog von Jülich 1566 (Q 7). Vorakten (Q 8, 2), darin: Akten 1. Instanz Bl. 1 - 82) mit Urteil (55f.) und Zeugenaussagen (57 - 82); Akten 2. Instanz.
Beschreibung: 6 cm, 209 Bl., lose; Q 1 - 12 außer 2 (im Protokoll nicht quadranguliert), Q 8 zweimal vergeben; 4 Beilagen 1587/88.




1585 - 1586 (1538 - 1590)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Steinhof und einen Zehnten in Ensen (Hzm. Berg, Amt Porz). Der Abt von Deutz behauptet, daß der Steinhof und der Zehnt, den einst die Zisterzienserinnen von Drolshagen von ihm zu Lehen hatten (bis 1544), als Mannlehen erst an Johann von Selbach, dann an Wilhelm von der Lip(pe) gen. Hoen, Propst zu Roermond und Kanoniker von St. Gereon in Köln, ausgegeben wurden. Nach Hoens Tod (1562) habe Michael von Eynatten die strittigen Güter in Besitz genommen, eine Belehnung aber trotz mehrfacher Aufforderung verweigert, weshalb Hof und Zehnt als heimgefallen einzuziehen seien. Eynatten dagegen gibt an, Hoen habe den Steinhof samt dazugehörendem Zehnt gekauft, nach seinem (Hoens) Tod sei der Hof rechtmäßig an ihn gefallen, und er habe ihn am Hofgericht Lülsdorf vom Kellner von Bensberg (Amt Porz) als Lehen (des Herzogs Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg) empfangen.

Aktenzeichen : D 272/741

Enthaeltvermerke : Kläger: Nicolaus von Vreden, Abt von St. Heribert in Deutz
Beklagter: Michael von Eynatten zu Obsinnich (Limburg, Belgien)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Vianden 1585 - Dr. Heinrich Stemler 1585 - Lic. Philipp Seiblin 1585 - Dr. Laurentius Vomelius 1585
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Gödelmann 1585 - Dr. Johann Michael Vaius 1585 - Dr. Laurentius Vomelius Stappert 1585 - Dr. Christoff Böhem (Behem) 1585
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Räte des Herzogs Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg 1580 - 2. RKG 1585 - 1586 (1538 - 1590)
Beweismittel: Vorakten (9 - 197) mit Auszügen aus dem Archiv von St. Heribert in Deutz, u. a. Kurmedezahlung der Zisterzienserinnen von Drolshagen und Belehnungsbrief des Wilhelm von der Lip(pe) gen. Hoen. Zeugenaussagen (137 - 150).
Beschreibung: 5,5 cm, 212 Bl., lose; Q 1 - 8, Q 4 (Priora) im Protokoll nicht quadranguliert, jedoch vorhanden; 2 Beilagen 1587, 1590.




1722 (1041 - 1723)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Seit 1670 ist das Jagdrecht der Abtei Deutz in bestimmten Gebieten des Hzm. Berg umstritten. 1719 verbot der Oberjägermeister Grafvon Winkelhausen allen, die ihr Jagdrecht nicht nachweisen konnten, das Jagen im Hzm. Berg. Als der Herr von Lützerath zu Rath, dessen Jagdrecht im Gegenzug vom Abt bestritten wird, Angehörige der Abtei daraufhin gewaltsam und mit der Drohung, ihre Hunde zu erschießen und sie gefangen zu nehmen, an der Ausübung der Jagd hinderte, wandte sich der Abt an das RKG.

Aktenzeichen : D 273/742

Enthaeltvermerke : Kläger: Michael Ruttgers, Abt von St. Heribert in Deutz
Beklagter: Freiherr von Lützerath zu Rath (Hzm. Berg, Amt Porz)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Rudolf Sachs 1722 - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani
Prokuratoren (Bekl.): Lic. J(ohann) C(hristian) Wigandt (1722)
Prozeßart: Mandati de non offendendo neque turbando aut via facti procedendo sine clausula
Instanzen: RKG 1722 (1041 - 1723)
Beweismittel: Schreiben Kaiser Matthias’ an die Regierung in Düsseldorf über Deutz, 5. Sept. 1617 (14 - 17). Schenkungsurkunde des Erzbischofs Hermann II. von Köln für das Marienkloster (später St. Heribert) in Deutz auf Bitten des Abtes Otto, 17. Juni 1041 (18f.; ausführliches Regest in REK I Nr. 794; Druck Lacomblet 1; Nr. 177). Zeugenaussagen 1680 (26 - 30).
Beschreibung: 2,5 cm, 76 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 20 Aktenstücke.




1750 (1657 - 1750)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Rechte an den drei Höfen Nordhellen, Endeman und Breill bei Kirchhellen (Kr. Recklinghausen). Auf Betreiben der Freiherren von Brabeck, die die Höfe als Vasallen besessen hatten, wurden sie 1657 dem Heinrich Gotfried Horst vom damaligen Abt zu Deutz zu Lehen gegeben. Wegen Verstoßes gegen die Lehenspflichten durch Heinrich Gotfrieds Enkel Arnold Joseph Horst wurden die Höfe 1740 als heimgefallen erklärt und durch Johann Theodor Bergmann, den Pastor von Kirchhellen, in Besitz genommen, und die Bauern wurden mit ihnen neu belehnt. Der fürstl. münstersche Capitain von Siegen erhob 1740 Ansprüche auf die Höfe, weil sie verpfändet seien. Als er aber kinderlos starb, traten seine Geschwister das Erbe nicht an, und der Abt von Deutz zog weiter den Nutzen aus den Höfen, bis 1748 der Bruder des Capitains von Siegen, der Dekan von Rees, vor dem Gericht Dorsten mit Erfolg von den Bauern Pacht einklagte. Der Ebf. von Köln, an den der Abt appellierte, verwies ihn an den Offizial, dieser wies die Sache an das Gericht Dorsten zurück, worauf Appellation an das RKG erfolgte.

Aktenzeichen : D 274/743

Enthaeltvermerke : Kläger: Coelestinus Hansen, Abt des Gotteshauses der heiligen Jungfrau Maria und St. Heriberts in Deutz, (Bekl.: Bauern des Abtes)
Beklagter: (?) von Siegen, Dekan zu Rees, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Bissing 1750 - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht Dorsten 1748 - 2. Kurfürstl. Appellations- Commissariat-Gericht Köln (Weltl. Hofgericht) 1749 - 3. RKG 1750 (1657 - 1750)
Beweismittel: Belehnung des Heinrich Gotfried Horst mit Nordhellen, Endeman und Breill durch den Abt Johann von Deutz, 27. Feb. 1657 (Q 7). Neubelehnung der Familie Horst nach dem Tod des Abtes Hermann durch den neuen Abt Andreas Steprath, 18. Mai 1678 (Q 8). Belehnung des Arnold Joseph Horst durch Abt Vitus, 31. Juli 1703 (Q 9). Caduzitätserklärung der Lehen durch den fiskalischen Lehensanwalt der Abtei Deutz, 1740 (31 in Q 10). Urteil der 1. Instanz 1749 (Q 12). Insinuationsgebühren 1759 (Q 16).
Beschreibung: 2 cm, 42 Bl., lose; Q 1 - 16.




1724 - 1797 (1704 - 1797)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreitigkeit um den Nachlaß des Essener Kanonikers Rutger von Devens (gest. 1722), besonders um das Gut Müllhoven (bei Borbeck, Essen), Häuser, Grundstücke und Gärten in und um Essen, aber auch um bewegliche Güter (Effekten). Der Appellant behauptet, der Alleinerbe zu sein. Die 1. Instanz in Essen war umstritten: während Johann Joseph von Devens die Sache vor der Kanzlei der Fürstäbtissin verhandelt haben will, weil sowohl der Erblasser als auch einer der beiden Exekutoren (sein Onkel Johann Joseph Wilhelm von Devens) Kanoniker in Essen waren, gelingt es der Gegenseite, vom Magistrat der Stadt ein für sie günstiges Urteil zu erwirken. Am RKG erfährt der Prozeß zahlreiche Verzögerungen, u. a., weil die fürstl. Kanzlei in Essen das Original des Testaments des Rutger von Devens „wegen darin enthaltenen Geistlichen fundationen, als des fidei Commissi halber“ lange nicht herausgibt. 1753 wird das Gut dem Appellaten zugesprochen, 1793 jedoch der appellierenden Partei, woran sich auch im Revisionsverfahren nichts ändert. 1797 ergeht trotz der inzwischen vorgelegten Armutszeugnisse für die Rechtsnachfolgerin des Appellaten das Mandatum executionis.

Aktenzeichen : D 277/748

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Joseph von Devens, Essen, (Bekl.); seit 1727 Interessent: sein Enkel und Testamentsvollstrecker des Rutger von Devens, Johann Joseph Wilhelm von Devens. Ab 1753 Johann Josephs Sohn, der Weinhändler Johann Theodor von Devens. Interessent 1753: Franzisca Christina, Pfalzgräfin bei Rhein und Fürstäbtissin von Essen. Ab 1763 Interessenten: Maria, Witwe des Dionysius Molhoven, nun Frau des Dietrich Molhoven, sowie Adolf Niermann im Namen seiner Frau Catharina und seiner ehelichen minderjährigen Kinder. Ab 1771 Interessent: Christoph Leggewie für sich, seine Frau und seine Kinder. Nach dem Tode des Johann Theodor von Devens (ca. 1771) sein ältester Sohn Dr. med. Caspar Maria von Devens
Beklagter: Johann von der Borg (Bourg, Burg, Bourgh), Kaufmann und Bürger in Essen, (Kl. im Namen seiner Frau Anna Catharina geb. von Devens, Schwester des Appellanten); ab 1768 der Notar Heinrich Theodor Bertram im Namen seiner Frau Sophia geb. von der Bourg; seit 1771 zusätzlich Diederich Kaldenhoff gen. Möllhoff
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigand 1724 - Subst.: Lic. J(ohann) Conrad Helffrich - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz 1727 - Lic. Heinrich Joseph Brack 1753 - Subst.: Dr. Heinrich Wilhelm Clarwasser - Lic. Johann Adam Bissing 1753 - Subst.: Lic. Lucas Andreas von Bostell - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brand 1753 - Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich 1763 - Subst.: Dr. Philipp Jacob Rasor - Für die Intervenienten Molhoven und Niermann: Dr. Johann Jacob Wickh 1763 - Subst.: Lic. Hermann Joseph Schick - Für Johann Theodor von Devens: Lic. Johann Paul Besserer 1768 - Subst.: Dr. Johann Jacob Wickh - Für die Fürstäbtissin von Essen: Lic. Ferdinand Wilhelm Helffrich [1763] 1769 - Subst.: Lic. Johann Ferdinand Wilhelm Brandt - Für Christoph Leggewie: Dr. Agelus Conrad Daniel Sipmann 1771 - Subst.: Lic. Johann Joseph Flach - Für Dr. med. Caspar Maria von Devens: Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich 1787 - Subst.: Lic. Johann Peter Paul Helffrich
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1724 - Subst.: Dr. J(ohann) R(udolf) Sachs - Dr. Johann Albert Ruland (seit 1768 von) 1753 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Für Heinrich Theodor Bertram: Dr. Conrad Gordian Seuter 1777 - Subst.: Lic. Johann Georg Carl Vergenius - Lic. Philipp Christoph Frech 1780 - Subst.: Lic. Philipp Jacob Emmerich - Für Anna Catharina Ignatia von der Bourg, geb. von Devens: Lic. Damian Ferdinand Haas 1765 - Subst.: Lic. Gabriel Niderer - Für Heinrich Theodor Bertram (Revisionsverfahren): Notar Johann Mayerschäfer 1793 - Subst.: Notar Johann Hermann Christoph Pistor - Subst.: Notar Johann Ludwig Gravelius 1796 - Dr. Caspar Tilmann Tils 1793 - Subst.: Lic. Jacob Abel - Subst.: Lic. Christian Jacob Dietz 1796
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtmagistrat Essen 1722 - 2. RKG 1724 - 1797 (1704 - 1797)
Beweismittel: Bd. I: Protokoll mit zahlreichen Zwischenurteilen; Bd. II: Auszug aus dem Testament des Rutger von Devens von 1720 (Q 8). Auszug aus den Essener Stadtstatuten Art. 15 - 17 (Q 12). Güter des Kanonikers Rutger von Devens (Q 22). Pfändungsvollstreckung bei Johann Joseph von Devens 1724 (Q 27). Erbkaufvertrag: Rutger von Devens kauft von Moritz Freiherr von Brempt und dessen Frau Isabella Theodora das zum Sattelhof Arenbögel gehörende Gut Müllhoven für 547 Rtlr., die er an die Erben Schaumburg, an die das Gut verpfändet war, zahlen muß, 1701 (Q 34). Bestätigung des Kaufvertrags durch den Abt von Werden 1707 (Q 35). Letztwillige Verfügung des Rutger von Devens 1722 (Q 37). Erbkaufbrief 1717: Wilhelm Petrus Joseph von Devens verkauft seinem jüngeren Bruder Johannes Joseph seine Güter in Essen und Rheinberg für 325 Rtlr. (Q 38). Testament des Rutger von Devens 1720, latein. (Q 54). Pachtbrief des Rutger von Devens für seine Schwester 1722 (Q 62). Weinvorräte des Johann Joseph von Devens 1724 (Q 64). Mehrere Aktenstücke zu einem Rechtsstreit des Rutger von Devens um das Gut Müllhoven 1708 - 1716 (Q 67 - 78). Donatio inter vivos: Joseph Anton von Devens tritt seine Ansprüche am Müllhovener Hof an seine Schwester Anna Catharina und ihren Mann Johann von der Borg ab, 1722 (Q 83). Attest der fürstl. Essener Kanzlei über Abstammung des Johann Theodor von Devens und die Lebensweise seines Vaters 1753 (Q 87). Taufdaten der Kinder des Dr. Petrus Wilhelm von Devens und seiner Frau Anna Elisabeth, bestätigt von Conrad Valwig SJ, Pastor von St. Johannes in Essen, 1753 (Q 94). Erbkaufvertrag wie Q 34 (Q 96). Bestätigung wie Q 35 (Q 97). Behandigungsbrief für Johann Joseph von Devens für das Müllhovener Gut nach dem Tode seines Bruders 1740 (Q 98). Auszug aus dem Taufregister von St. Laurentius in Steele: Johann Theodor von Devens, 1. Jan. 1726 (Q 102). Insinuationsgebühren 1753 (350a in Q 108); Bd. III: Vorakten (Q 17a und 17b); Bd. IV: Original des Testaments des Rutger von Devens 1720 mit Beilagen 1722 (Q 112b). Aufstellung des Besitzes des Dr. Peter Wilhelm von Devens und seiner Frau Anna Elisabeth bei der Erbteilung 1709 (zu Q 112 Bl. 386f.). Kopie des Testaments des Johann Joseph Wilhelm von Devens (393). Erbteilung wie oben Bl. 386f. (Q 118). Erbkaufbrief wie Q 38 (Q 119). Liste der Güter des Johann Joseph von Devens (Q 129). Auszug aus dem Kontributionsbuch betr. Müllhoven 1719 - 1754 (Littera B und C Q 138). Kopie einer Transaktion zwischen dem Prälaten und dem Kapitel von Werden und dem Freiherrn von Brempt einerseits und den Arenbögelschen Hofesleuten andererseits 1708 (Q 158); Bd. V: Bestätigung eines Urteils des Bürgermeisters und Rats der Stadt Essen durch die Juristenfakultät der Universität Gießen 1768 (Q 167). Erbteilung 1709 wie Bl. 386fund Q 118 (Q 169). Wie Q 167 mit Rationes decidendi (Q 176); Bd. VI: Urteil der württembergischen Juristenfakultät Tübingen 1755 (Littera J in Q 182). Erbteilung 1709 wie Q 118 und Q 169 (Q 185). Kontrakt von Devens-Borg 1709 (Q 186). Taufdaten wie Q 94 (Q 189). Akten des 1765 - 1768 in Essen verhandelten Prozesses Johann Theodor von Devens ./. (Anna Catharina Ignatia) Witwe des Johann von der Bourg mit Urteil und Rationes decidendi der Juristenfakultät der hessischen Universität Gießen (Q 190). Darin: Testament des Johann Joseph Wilhelm von Devens (189 - 204). Prozeßkosten seit 1754 (Q 225 - 231). Taufdaten wie Q 94 (Q 245). Armutszeugnis der Stadt Essen für die Witwe des Heinrich Theodor Bertram, Sophia von der Borg 1796 (Q 258). Armutszeugnis des Pfarrers von St. Johannes in Essen für Sophia (Q 264). Der Prozeß enthält außerdem zahlreiche, von beiden Seiten aufgestellte Rechnungen über verschiedene Forderungen, Steuerlisten, Beilagen aus früheren oder gleichzeitigen Prozessen der Beteiligten untereinander oder mit Dritten.
Beschreibung: 6 Bde.; 31,5 cm, 1623 Bl.; Bd. I: Protokoll, 2,5 cm, 73 Bl.; Bd. II: 6 cm, 363 Bl., gebunden; Q 1 - 111 außer 17a und 17b; Bd. III: 4,5 cm, 189 Bl., in zwei Teilen gebunden: Q 17a und 17b; Bd. IV: 6 cm, 363 Bl. (364 - 708), gebunden; Q 112 - 164, Q 112b als Bl. 395 a - m eingefügt; Bd. V: 2,5 cm, 123 Bl. (709 - 832), gebunden; Q 165 - 180; Bd. VI: 10 cm, 512 Bl., lose; Q 181 - 266; 11 Beilagen 1766 - 1793. Große Teile des Prozesses bis 1984 unter RKG (B 1700/5346), weil die Eigenschaften der Parteien vertauscht worden waren.




(1728 - 1729)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Kläger erwirkt am RKG ein Mandat, das den Bürgermeister und den Rat der Stadt Essen dazu zwingt, die Akten des Prozesses Sybels ./. von Devens, in dem von Devens unterlagen war, an ein unparteiisches Rechtsgelehrtenkollegium zu verschicken. Devens hatte zunächst an das RKG appelliert, offenbar war der Streitwert jedoch nicht appellabel. Der Streitgegenstand ist nicht zu erkennen. Ungeachtet der Bemühungen des J. J. von Devens am RKG betreibt die 1. Instanz die Zwangsversteigerung (Subhastation) seines Hauses in der Kettwiger Straße.

Aktenzeichen : D 278/749

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Joseph von Devens, Essen
Beklagter: Johann Florenz Sybels, Kaufhändler, Essen
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigand 1729 - Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer
Prozeßart: Mandati de concedenda revisione et transmittendis actis ad impartiale iurisconsultorum collegium necnon cassando lite pendente innovata cum clausula
Instanzen: 1. Magistrat Essen - 2. RKG (1728 - 1729)
Beweismittel: Insinuationsgebühren (23).
Beschreibung: 23 Bl., seit Aug. 1986 lose, vorher mit Teilen aus einem anderen Prozeß gebunden; Protokoll ohne Eintrag, 15 Aktenstücke.




1736 - 1749 (1538 - 1745)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Appellat hatte begonnen, die wegen Baufälligkeit notwendige Reparatur des Giebels seines Hauses Ecke Burgstraße/Steeler Straße in Essen zu einem vergrößerten Umbau zu nutzen. Als die Appellanten, seine Nachbarn, ihn daran hindern wollten, ließ Stohlmann sich den Bau vom Magistrat genehmigen. Zur Begründung der Appellation an das RKG wird vorgebracht, der Neubau nehme vier Fenstern im Hause der Appellanten das Licht und mache sie damit nutzlos, Falltür, Kellerfenster und Kellertür könnten nicht mehr genutzt werden, und der Blick auf den Markt werde versperrt. Bereits 1714 hatte es vor dem Magistrat einen Rechtsstreit zwischen Heinrich Kauffmann, dem das Haus vor Theophil Stohlmann gehörte, und den Erben von Devens wegen Baumaßnahmen gegeben (s. Vorakten). Nachdem von Devens 1740 einen von seinem Schwager von der Burg als „blödsinnig“ bezeichneten Vergleich eingegangen war, stritt dieser allein weiter.

Aktenzeichen : D 279/750

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Josef von Devens und Johann von der Burg (Bourgh), Essen, (Bekl.), ab 1740 von der Burg allein
Beklagter: Theophil Heinrich Stohlmann, Kaufmann in Essen, (Kl.), nach seinem Tod (Ende 1738) Henr(ich) Wilh(elm) Krupp und Conrad Giesbert Stohlman, Pastor in Gelsenkirchen, als Kuratoren der minderjährigen Kinder und Jacob Gerhard Nevelmann im Namen seiner Frau als Miterbe, 1740 (Vergleich) auch der bisherige Appellant von Devens, ab 1741: Bürgermeister und Rat der Stadt Essen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Ludwig Pfeiffer 1736 - Subst.: Dr. Johann Paul Besserer Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jacob Zwirlein 1737 - Subst.: Lic. Simon Heinrich Gondela - Subst.: Lic. G(eorg) W(ilhelm) Waldschmidt 1739 - Für den Bürgermeister und den Rat der Stadt Essen: Dr. (Johann) Goy (1741)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Magistrat Essen 1736 - 2. RKG 1736 - 1749 (1538 - 1745)
Beweismittel: Zeichnung der fraglichen Häuser im Grundriß und Profil des Architekten Caspar Türck (Q 9). Zeugenaussagen (Q 10, 17, 28, 32, 33). Insinuationsgebühren (Q 11). Vom jül.-berg. vereidigten Generallandvermesser Johann Georg Frick angefertigter Plan der fraglichen Häuser, Grund- und Aufriß (Q 21). Auszug aus Essener Statuten Art. 22, 23 (Q 31). Vorakten 1714 und 1736 (nach Q 39). Vergleich zwischen von Devens und den Appellaten 1739 (Q 44). Auszug aus Statuten der Stadt Essen (Q 63). Bürgereid Essen (Q 64). Auszug aus Essener Statuten 1663 (Q 65). Mehrere zusammengefaßte Beilagen zu anderen Prozessen, z. B. von Devens ./. Sybel RKG 1327 (D 278/749), (Q 68). Auf Häusern am Markt lastende Abgaben, u. a. 1583 (Q 77 - 79). Von der Juristenfakultät der braunschweigisch-lüneburgischen Julius-Universität Helmstedt bestätigtes Urteil des Magistrats Essen in Sachen Gerhard von der Bourgh ./. Johann von der Bourgh (Q 86).
Beschreibung: 15 cm, 776 Bl., lose; Q 1 - 95 außer 54* (Vollmacht für Dr. Goy).




1742 - 1748 (1730 - 1745)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Äbtissin von Essen, Francisca Christina, hatte 1730 Johann Joseph von Devens zu ihrem Viehofsverwalter gemacht. Als er daraus fällige Abgaben schuldig blieb, wurde streitiges Korn (Spickerroggen) beschlagnahmt, und auch andere Früchte des J. J. von Devens wurden mit Arrest belegt und verkauft, ohne daß jedoch die Forderungen zu befriedigt wurden, was zum Prozeß führte. In 2. Instanz wird von Devens, inzwischen nicht mehr Viehofsverwalter, zur Zahlung von insgesamt über 900 Rtlr. verurteilt. Von Devens, der die Essener Vorakten nicht erhält, bittet 1744 am RKG um Fristverschiebung, da sein Gut Rotthausen (Stift Essen) völlig abgebrannt sei. Das RKG weist die Appellation an die vorige Instanz zurück.

Aktenzeichen : D 280/751

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Joseph von Devens, Essen, (Bekl.)
Beklagter: Backamtsverwalter Berghaus und die für ihn intervenierenden Kanoniker des Stifts zu Essen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigandt 1742 - Subst.: Lic. Johann Werner - Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1746 - Subst.: Lic. Conrad Anton Weiskirch Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jacob Zwirlein 1743
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hofrat Bischopink als Kommissar der fürstl. Kanzlei Essen (1739) - 2. Fürstl. Kanzlei Essen (1740) - 3. RKG 1742 - 1748 (1730 - 1745)
Beweismittel: Bestallung des Johann Joseph von Devens zum Viehofsverwalter durch Francisca Christina Pfalzgräfin bei Rhein und Äbtissin des Stifts Essen für Johann Joseph von Devens zu ihrem Viehofsverwalter, 1730 (Q 5). Erstinstanzliche Schuldfeststellung des J. J. von Devens (Q 7). Urteil der 2. Instanz (Q 8). Rechnungen (Q 10, 11, und 13). Insinuationsgebühren (Q 17). Zeugenaussagen von Essener Einwohnern (Q 34).
Beschreibung: 4 cm, 165 Bl., lose; Q 1 - 35, 1 Beilage ca. 1746; Q 35 und Beilage bis Aug. 1986 falsch in RKG 1327 (D 278/749) eingebunden.




1751 - 1753 (1692 - 1753)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Bänke Dremmen und von der Hagen (Haagbank) fordern die Wiedereinführung des alten, von 1643 bis 1704 gültigen Steuersatzes, wonach im Amt Heinsberg die Stadt Heinsberg 1/8, die vier zum Amt gehörenden Bänke (die Appellanten und die Appellaten) zu gleichen Teilen die übrigen 7/8 der Steuersumme aufbringen sollten. 1704 war die Steuerforderung so hoch, daß man vom bisherigen „Matricularfuß“ abging und das Land besteuerte, und zwar jeden Morgen mit 10 Schilling, der Schilling zu 7 1/2 Stüber. Der zur Gesamtsumme fehlende Betrag wurde durch eine „Vieh- und Familien-Tax“ eingebracht. Die Appellanten, die diese Regelung zunächst für eine Übergangslösung hielten, sehen sich benachteiligt, weil ihre schlechten Böden dem gleichen Steuersatz unterlagen wie die guten der Appellaten. Während in allen anderen Ämtern des Herzogtums der „Interims-Anschlag“ aufgehoben sei, werde im Amt Heinsberg nach kurzer Aufhebung im Jahre 1745 nun wieder der für sie ungünstige Steuersatz erhoben.

Aktenzeichen : D 324/835

Enthaeltvermerke : Kläger: Vorsteher und Schöffen der Bänke Dremmen und von der Hagen (Haagbank, Hzm. Jülich, Amt Heinsberg), (Kl.)
Beklagter: Schöffen und Vorsteher der Bänke Karken (Karkener Bank) und Brachelen (Amt Heinsberg), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Franz Wolff 1751 - Subst.: Lic. W(ilhelm) L(udwig) Ziegler
Prokuratoren (Bekl.): Für den Herzog Karl Theodor von Jülich-Kleve-Berg: Lic. Johann Wilhelm Weylach [1750] 1752 - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brand
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. und 2. (als Revisionsinstanz) Jül.-berg. Geheimratsdicasterium - 3. RKG 1751 - 1753 (1692 - 1753)
Beweismittel: Urteil 1. Instanz (28 in Q 4). Urteil 2. Instanz (29f in Q 4). Steuerlisten Amt Heinsberg 1699, 1692, 1737/1738 (Q 6). Kautionschein (Q 9). Insinuationsgebühren (Q 11).
Beschreibung: 3 cm, 104 Bl., lose; Q 1 - 20, 1 Beilage 1753.




1693 - 1700 (1659 - 1702)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderungen in Höhe von 1616 Gulden 15 Albus 6 Heller. die Crato Krafft zwischen 1638 und 1654 dem Johann Dresen schuldig geblieben war. 1691 zahlte Gottfried Krafft für sich 1/3 und für den minderjährigen Johann Gottfried Dunkel 1/6 der Forderungen. Die Erben Krafft waren offenbar untereinander uneins.

Aktenzeichen : D 325/841

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des früheren Bürgermeisters von Jülich, Johann Dresen (Kl.), Wilhelm Dresen, Kanoniker der Marienkirche in Jülich
Beklagter: Erben des früheren Bürgermeisters von Jülich, Crato Krafft: (Obristwachtmeister) Gottfried Krafft, Stadtmajor zu Jülich, Gebrüder Wilhelm und Johann Gottfried Dunkel zu Maubach (Hzm. Jülich, Amt Nideggen) und Mattheis Plaum, Bürgermeister und Schöffe der Marktveste Aldenhoven (Oberamt Jülich), für die Witwe seines Schwagers Dr. Heinrich Bettendorf und deren Kinder
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Georg Erhardt 1693 - Subst.: Lic. (Conrad Franz) Steinhausen - Lic. Johann Christian Wigandt 1702 - Subst.: Lic. Franz Peter Jung
Prokuratoren (Bekl.): Für Matthias Plaum: Lic. Johann Philipp Nidderer 1692 - Lic. Johann Conrad Albrecht - Für Gottfried Krafft (ausdrücklich allein !): Dr. Johann Ulrich von Gülchen 1692 - Subst.: Dr. J(ohann) P(hilipp) Pulian
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht Jülich (1664) - 2. Jül.-berg. Hofgericht Düsseldorf 1668 - 3. RKG 1693 - 1700 (1659 - 1702)
Beweismittel: Rechnung 1659 (Q 5). Urteile 1. und 2. Instanz 1668, 1681, 1690 (Zwischenurteile), 1691 (Q 6 - 9). Aufstellung der Dresischen Forderungen (Q 13). Vorakten 2. Instanz 1690/1691 (Q 16).
Beschreibung: 3,5 cm, 137 Bl., lose; Q 1 - 31a, 31b - 36, 1 Beilage 1702.




1700 - 1702 (1681 - 1701)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Kläger fordern vom Grafen die Zahlung von Pensionen samt den in langen Jahren aufgelaufenen Zinsen. 1618 hatten Heinrich Overkamp gen. Krieger, Bürger und Kaufmann in Münstereifel, und seine Frau Anna Hilgers dem Grafen Carl von Manderscheid, Blankenheim und Gerolstein und seiner Frau Anna Salome für Jahresrenten in Getreide bzw. Bargeld mehrere Beträge (1200, 700 und 600 Rtlr.) gegeben. 1637 wurden sämtliche Schulden des Grafen an die Erben Overkamp in Höhe von 2984 Rtlr. in einer Obligation zusammengefaßt. Zum Zeitpunkt der Klage beläuft sich die Forderung trotz eines zwischenzeitlich erzielten Vergleichs auf mehrere tausend Reichstaler.

Aktenzeichen : D 326/842

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des früheren Bürgermeisters von Jülich, Johann Dresen: Johann Matthias Dresen, Kanoniker zu Münstereifel, für sich und seine Schwester Maria Dresen, Wilhelm Dresen für sich und als Bevollmächtigter des Ehepaares August Clotte und Catharina Maubach, erst Aachen, dann Aldenhoven, J. Jacob Brewer für sich und seine Frau, Anton Dresen, Chrysantus Dresen für sich und seine Frau, (I. W. ?) Dresen
Beklagter: Franz Georg Graf zu Manderscheid und Blankenheim, Herr zu Gerolstein
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1700 - Subst.: Lic. Heinrich Schriels
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen [1694] 1700 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen
Prozeßart: Mandati de solvendo vel dimittendo hypothecam sine clausula cum citatione ad videndum exigi debitum vel se immitti et condemnari
Instanzen: RKG 1700 - 1702 (1681 - 1701)
Beweismittel: 3 Erbkaufbriefe Graf von Manderscheid - Heinrich Overkamp 1618 (Q 4 - 6, 5 doppelt). Obligation 1647 (Q 7). Spezifikation der overkampschen Forderungen an den Grafen von Manderscheid 1666 (Q 15, 16). Vergleich 1660 (Q 20).
Beschreibung: 2,5 cm, 73 Bl., lose; Q 1 - 21.




1539 - 1554 (1530 - 1553)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreitigkeit um den Nachlaß der Nonne Dilie (Ottilie ?) vom Holtz, Schwägerin der streitenden Parteien. Bevor sie ins Kloster ging, hatte sie vor den Schöffen von Borschemich ihrer Schwester Merckgen (Maria), der Frau des Appellanten, ihre Habe und ihre Ansprüche vermacht. Nach ihrem Tod ging das vom gemeinsamen Bruder Winandt Ererbte an Merckgen, worauf Leonhartin von Gladbach, Ehefrau eines weiteren bereits verstorbenen Bruders (Johann vom Holtz), erstinstanzlich eine Teilung des Erbes des Winandt erstritt.

Aktenzeichen : D 338/881

Enthaeltvermerke : Kläger: Theis (Matthias) Dick vom Holtz und seine Frau Merckgen (Maria), ab 1549 seine Söhne Martin und Winandt (Wynand)
Beklagter: Leonhartin von Gladbach, Witwe des Johann vom Holtz, (Kl.), ab 1549, nach Leonhartins Tod, ihr zweiter Mann Bartholomäus Treis (Dreis) von Gladbach als Vormund von Leonhartins unmündigen Kindern aus 1. Ehe
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Rebstock (Reefsteck) 1539 - Dr. Christoffel Hoss 1539 - Dr. Philipp Baumann 1539 - Dr. Lucas Lantstraß 1539 - Dr. Anastasius Greineisen 1539 - Lic. Amandus Wolff 1539 - Für Martin und Winand Dick (Dyek): Dr. Leopold Dick (hier: Dyek) 1552
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Friedrich Rebstock (Reiffstock) 1539 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1539 - Lic. Johannes Hilffmann (Helffmann) 1539 - Lic. Christophorus Swaebach 1539 - Dr. Christophorus Hoss (hier: Haes) 1539 - Lic. Simon Engelhart 1539 - Für Bartholomäus Treis: Lic. Amandus Wolff 1549
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffen zu Borschemich auf Unterweisung durch das Hauptgericht Jülich 1538 - 2. RKG 1539 - 1554 (1530 - 1553)
Beweismittel: Vorakten (Q 5). Kopie eines Vertrags zwischen Theis Dick vom Holtz und Johann vom Holtz 1530 (Q 14). Verträge vor den Schöffen zu Borschemich (Q 37).
Beschreibung: 5 cm, 129 Bl., lose; Q 1 - 44; Q 18 nicht protokolliert, Q 32 im Protokoll gestrichen, Q 37 zweifach vergeben, 1 Beilage. Vgl. auch RKG 1334 (D 339/882) und 1336 (D 342/892).




1551 - 1554 (1530 - 1554)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreit um 1/4 des Hofes zum Holtz (wohl im Gericht Jüchen, Amt Kaster). Erstinstanzlich hatte Johann vom Holtz der Jüngere nach dem Tode des Florens von Holtzweiler den vierten Teil des Hofes als Erbe des Florens und dessen Frau Johanna, seiner Tante, eingeklagt, obwohl sein Vater Johann vom Holtz der Ältere 1530 in einem Vertrag mit Theis Dick vom Holtz (Vater der Appellanten) ausdrücklich für sich und seine Nachkommen auf alle Ansprüche auf den Hof verzichtet hatte. Die Appellanten wollen Johann lediglich jährlich 12 Malter Roggen geben, die Florens als Leibzüchter bekam, und den zwölften Teil des Hofes, den die Nonne Dilie (Ottilie ?, bei den Tertiarinnen in Rheydt ?) von ihrem Bruder Winandt geerbt und ihrer Schwester Maria (Mercken) vermacht hatte.

Aktenzeichen : D 339/882

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Martin und Winandt vom Holtz gen. die Dicken, (Bekl.), als Momber ihrer Mutter Mercken (= Maria)
Beklagter: Johann vom Holtz der Jüngere (Kl.) und sein Stiefvater Bartholomäus Thriesch (Treis, Dreis)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Leopold Dick 1551
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Amandus Wolff (1551)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht Jülich 1550 - 2. RKG 1551 - 1554 (1530 - 1554)
Beweismittel: Akten der Vorinstanz (Q 2). Darin: Vertrag zwischen Johann vom Holtz (dem Älteren, Vater des Appellaten) und seinem Schwager Theis zum Holtz (Theis Dick, Vater der Appellanten) über den Hof zum Holtz, 1530 (13 - 22).
Beschreibung: 2,5 cm, 53 Bl., lose; Q 1 - 13. Vgl. 1333 (D 338/881) und RKG 1336 (D 342/892).




1593 (1592 - 1593)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dicke bezichtigt Schneider der Beleidigung und Verleumdung. Er (Dicke) habe das Schultheißenamt zu Wiehl 23 Jahre lang versehen, ohne Anlaß zu irgendeiner Klage zu geben, und sei nun durch den Diffamator Schneider am fürstlichen Hof denunziert und unziemlicher Taten beschuldigt worden.

Aktenzeichen : D 340/890

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Dick(e), Schultheiß zu Wiehl (Fstm. Berg, Amt Windeck; Oberbergischer Kr.), (Kl.)
Beklagter: Johann Schneider zum Vorst, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Jacob Streidt 1593
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert 1592
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstliche jül. und berg. Räte - 2. RKG 1593 (1592 - 1593)
Beschreibung: 13 Bl., lose; Protokoll fehlt, 7 Aktenstücke 1593.




1548 - 1552 (1546 - 1551)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreitigkeit um den Nachlaß der Nonne Dilie (Ottilie ?) vom Holtz. Bartholomäus Treis forderte vor dem Hauptgericht Jülich mit Erfolg für die unmündigen Kinder seiner Frau aus deren erster Ehe mit Johann vom Holtz dem Älteren die Erträge aus neun Jahren von 23 Morgen Ackerland sowie den Erbteil der Nonne Dilie, einer Schwester Johanns, den sie vom gemeinsamen Bruder Winandt geerbt hatte und der nach der Darstellung des Bartholomäus nach Dilies Tod dem Johann bzw. dessen Kindern zugefallen war.

Aktenzeichen : D 342/892

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Martin und Winandt vom Holtz gen. die Dicken, (Bekl.), als Momber ihrer Mutter
Beklagter: Erben der Leonhartin von Gladbach: ihr zweiter Mann Bartholomäus Treis (Dreis, Triesch) im Namen der unmündigen Kinder aus Leonhartins erster Ehe mit Johann vom Holtz dem Älteren, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Niclas Guel 1546 - Dr. Leopold Dick 1550
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Amandus Wolff 1546 - Lic. Mauritius Breunlin 1546 - Dr. Daniel Hornung 1551 - Dr. Julius Mart 1551 - Lic. Martin Reichart 1551
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht Jülich - 2. RKG 1548 - 1552 (1546 - 1551)
Beschreibung: 1,5 cm, 33 Bl., lose; Q 1- 16, Q 15 fehlt; Vgl. RKG 1333 (D 338/881) und 1334 (D 339/882).




1561 - 1571 (1559 - 1569)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Huprecht von Dinslaken klagt auf Rückzahlung von 2600 Rtlr., die er dem Grafen geliehen hatte. Der Graf gibt nach einen gegen ihn ergangenen Zahlungsbefehl an, wegen der hohen Schulden, die der Graf von Stolberg bei ihm noch habe und gegen den er noch prozessiere, Huprechts Forderungen nicht nachkommen zu können.

Aktenzeichen : D 364/1034

Enthaeltvermerke : Kläger: Huprecht von Dinslaken (Dinstleck)
Beklagter: Hermann Graf zu Neuenahr und Moers, Herr zu Bedburg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Stahell (1551)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johannes Portius [1555] 1559 - Dr. Michael von Kaden [1555] 1559 - Dr. Alexander Rebstock [1555] 1559 - Dr. Laurentius Wilthelm 1564
Prozeßart: Nicht ersichtlich (Mandatsprozeß)
Instanzen: RKG 1561 - 1571 (1559 - 1569)
Beschreibung: 2,5 cm, 77 Bl., lose; Q 7 fehlt, 3 Beilagen.




1748 - 1751 (1722 - 1751)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Rückzahlung eines Darlehens von 218 Rtlr. 17 Albus plus Zinsen. Die Appellanten geben an, die Obligation sei längst durch den Verkauf von 11 3/4 Morgen Land zu 50 Rtlr. pro Morgen abgegolten. Johann Heinrich Knaben habe aber nicht nur den Schuldschein einbehalten, sondern auch die darüber hinausgehende Summe nicht bezahlt. Die Appellanten werfen Knaben die Verfälschung des Kaufbriefes vor. Das Verfahren wurde wohl eingestellt, da der Streitwert nicht die notwendige Höhe (1000 Goldgulden) erreichte.

Aktenzeichen : D 365/1035

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Vitus Diepelkoven, Worringen (Köln), (Bekl.): Hermann Diepelkoven der Ältere, Hermann Diepelkoven der Jüngere, Maria Diepelkoven
Beklagter: Erben des Johann Heinrich Knaben: Gerhard Schrock, Fühlingen (Erzstift Köln, Amt Hülchrath und Erprath; Köln); Anna Maria Knaben gen. Linden, Rheindorf (Hzm. Berg, Amt Monheim; Leverkusen), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Andreas Dietz 1748 - Subst.: Lic. Simon Heinrich Gondela - Lic. Johann Adam Bissing 1749 - Subst.: Lic. Lucas Andreas von Bostel
Prokuratoren (Bekl.): Für den Erzbischof von Köln: Lic. Johann Melchior Dueren [1737] 1749 - Subst.: Lic. Ambros Joseph Stephani - Für die Appellaten: Dr. (Johann Albert) Ruland (1748)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kommissar des kurfürstl. geistlichen Hofgerichts (Offizial) Köln 1740 - 2. Kurfürstl. geistliches Hofgericht Köln (Offizial als Revisionsinstanz) 1744 - 3. RKG 1748 - 1751 (1722 - 1751)
Beweismittel: Urteil 2. Instanz 1747 (Q 4). Armutszeugnis für Vitus Diepelkoven 1745 (Q 6, 8). Kaufvertrag 1722 (Q 9).
Beschreibung: 2 cm, 90 Bl., lose (bis 1986 gebunden, jedoch mit gestörter Ordnung); Q 1 - 20, 9 Beilagen 1749 - 1751.




1535 - 1675 (1481 - 1669), - 3
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreit um die nachgelassenen Güter des Johann von Diepenbroich in Efferen (Hzm. Jülich, Amt Bergheim; Kr. Köln). Irmgard und Sophia, die beiden Töchter aus der ersten Ehe des Johann von Diepenbroich (mit Catharina Deutz von der Koulen) beanspruchen die Güter in Efferen (Gut Kosin/Cosin/Kosyn und das Benten oder Brembter Gut) aufgrund einer Heiratsverschreibung und des jül. Rechts, da Johann nach Catharinas Tod nur noch Leibzüchter gewesen sei. Die Appellanten, Söhne (und Schwiegersohn ?) aus Johanns zweiter Ehe, sehen sich als die rechtmäßigen Besitzer, weil sie die strittigen Güter wie schon ihr Vater von der Äbtissin von St. Maria im Kapitol in Köln zu Lehen empfangen hätten. Die Appellanten bestreiten die Zuständigkeit der 1. Instanz. Nach dem Tode ihres Schwagers Dietrich von Orsbeck verzichtete die Äbtissin Sophia auf ihre Ansprüche. 1566 nahm Wilhelm von Orsbeck, Dietrichs und Irmgards Sohn aus der 2. Ehe, den Prozeß als Kläger wieder auf, weil Daem von Diepenbroich die streitigen Güter nach wie vor für sich behielt, und nahm sie nach Daems Tod (Ende 1571) in Besitz. Ab 1571 erhob Wilhelm Ketzgen zu Oberaussem, Irmgards Sohn aus 1. Ehe, Ansprüche auf die Güter und wurde belehnt. 1579 meldete sich auch Gotthard von Metternich zu Zievel, ein Enkel Irmgards. Im folgenden streiten sich die Nachkommen Irmgards aus 1. Ehe mit denen aus 2. Ehe bzw. Irmgards Nachkommen aus 1. Ehe untereinander. Zu diesem Zeitpunkt sind offenbar Fehler in den zum Beweis der Ansprüche vorgelegten Stammtafeln, und die Beteiligten wissen z. T. nicht, an wen sie ihre Ansprüche zu richten haben. Von 1589 bis 1607 ruht der Prozeß beinahe völlig und wird dann von Eberhard Ketzgen (Wilhelms Sohn) wieder in Gang gebracht. 1666 wird sein Enkel Wilhelm Salentin von Ketzgen zu Geretzhoven in einem RKG-Urteil zum rechtmäßigen Besitzer erklärt, woraufhin die Erben Orsbeck ohne Erfolg Revision einlegen. Die zwischenzeitlich von den Nachkommen der Tochter aus zweiter Ehe des Johann Diepenbroich, Sibilla, vorgebrachten Ansprüche spielen kaum eine Rolle. Erörtert wird im Prozeß u. a. die Frage, ob die streitigen Güter „Hyligsvorwarden“ (Hilichgeld, Aussteuer) von Johann Diepenbroichs erster Frau Catharina Deutz zu Oberaussem waren und damit nur an die Kinder aus erster Ehe vererbt werden konnten und (nach dem Tod von Matthias und Adam Diepenbroich) welche Kinder Irmgards erbberechtigt waren: aus 1. Ehe (Ketzgen) oder aus der zum Zeitpunkt des Erbfalls bestehenden Ehe (mit Dietrich von Orsbeck).

Aktenzeichen : D 366/1036

Enthaeltvermerke : Kläger: Matthias und Adam (Daem) von Diepenbroich (Diepenbrock) gen. Raufftesch und ihr Schwager Dietrich von Burscheid, (Bekl.); als Interessentin Amelia von Rennenberg, Äbtissin von St. Maria im Kapitol (Köln), St. Clemens Schwarzrheindorf (Rheindorf) und Hyppolit (Gerresheim); seit 1575 Daem von Diepenbroichs Witwe Catharina von Zweiffel, dann ihr zweiter Mann Ludwig von Metternich zu Palmersdorf; Wilhelm von Orsbeck, Herr zu Wensberg, fürstl. jül. Kanzler; dann dessen Söhne Engelbrecht und Emundt (ab 1607); Wilhelm von Orsbeck zu Efferen, Domkapitular von Trier und Domherr zu Würzburg (1628); Caspar von Bourscheidt zu Büllesheim und Burgbrohl und seine Frau Anna Elisabeth von Braunsberg (Enkelin des Engelbrecht von Orsbeck), 1642; Johann Bernhardt von Metternich zu Burscheidt, Statthalter zu Trier und Amtmann zu Wittlich, als Kurator des Emund und des Johannes Georg von der Leyen, Söhne der Elisabeth von Orsbeck (Engelbrechts Tochter) und des Georg von der Leyen, 1642; 1656 Maria Anna von Frentz, Witwe des Johann Georg von der Leyen; 1656 Johann Lothar Wallpod (Waldbott, Waldpold) zu Bassenheim und Ferdinand von und zu Frentz als Miterben der Witwe des Johann Georg von der Leyen und Vormünder ihres minderjährigen Sohnes (Carl Caspar)
Beklagter: Dietrich von Orsbeck namens seiner Ehefrau Irmgard von Diepenbroich, Sophia von Diepenbroich, Äbtissin zu Bürvenich (Kl.: Dietrich von Orsbeck für seine Frau und ihre Schwester); ab 1566 für Dietrich von Orsbeck sein Sohn Wilhelm, Herr von Wensberg, fürstl. jül. Kanzler; seit 1573 als Intervenient: Wilhelm Ketzgen zu Oberaussem, kurfürstl. köln. Erbtürwärter, Sohn der Irmgart von Diepenbroich aus 1. Ehe mit Eduard Ketzgen; 1579 als Intervenient: Gotthardt von Metternich zu Zievel; nach dem Tod des Wilhelm Ketzgen seine Frau Anna von der Horst und ihr Sohn Eberhardt Ketzgen (1607); seit 1628 Wilhelm Ketzgen von Geretzhoven, Eberhardts Sohn, ab 1663 sein Sohn Wilhelm Salentin
Prokuratoren (Kl.): Dr. Simon Engelhart 1535 - Dr. Christoffel Hoess 1535 - Lic. Johann Helffmann 1535 - Lic. Valentin Gotfridt 1535 - Für Amelia von Rennenberg, Äbtissin von St. Maria im Kapitol in Köln, des St. Clemens-Stifts in Scharzrheindorf (Rheindorf) und von St. Hyppolit in Gerresheim: Lic. Valentin Gotfridt 1536 - Für die Brüder Diepenbroich: Dr. Philipp Baumann 1541 - Lic. Johannes Themar (1537) 1541 - Dr. Jacobus Huckel 1541 - Für Daem Diepenbroich: Dr. Christof Reiffsteck 1566 - Für Daem Diepenbroichs Witwe Catharina von Zweiffel: Dr. Alexander Refsteck 1575 - Für Ludwig von Metternich zu Palmersdorf: Dr. Christoff Behem 1582 - Dr. Michael Johannes Vaius 1582 - Lic. Hartmann Kockmann (Kogmann) 1582 - Lic. Jacob Erhart 1582 - Für die Brüder Engelbrecht und Emundt von Orsbeck: Dr. Andreas Pfeiffer 1606 - Dr. Jakob Kolblin 1612 - Für Wilhelm von Orsbeck zu Efferen: Dr. Heinrich Eylinck 1628 - Für Maria Anna von Frentz, Witwe des Johann Georg von der Leyen, Johann Lothar Wallpod zu Bassenheim und Ferdinand von und zu Frentz: Lic. Johann Hansen 1656 - Für Caspar von Bourscheidt: Lic. Johann Walraff 1657 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz - Vollmacht ohne Unterschrift und Datum: Lic. Bernhard Henning (1657) - Im Revisionsverfahren ab 1666: Notar Johann Daniel Zorn
Prokuratoren (Bekl.): Für Sophia von Diepenbroich und Dietrich von Orsbeck (mit getrennter Vollmacht): Dr. Lucas Landtstraß 1535 - Dr. Friedrich Rebstock 1535 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1535 - Dr. Simon Engelhardt 1535 - Ohne Vollmacht für Dietrich von Orsbeck: (Dr. Michael) Kaden (1544) - Für Wilhelm von Orsbeck: Dr. Alexander Reiffsteck 1565 - Dr. Christoph Reiffsteck 1565 - Dr. Laurentius Wilthem (!) 1565 - Für Wilhelm Ketzgen d. Ä.: Dr. David Capito 1573 - Für Gotthart von Metternich zu Zievel: Dr. Malachias Ramminger [1570] 1578 - Für Anna von der Horst und Eberhard Ketzgen: Dr. Johann Augspurger (1575) 1580. Ab 1580 nicht immer aufgeführt, für wen die Prokuratoren tätig sind - Dr. Bernhard Kuehorn 1585 - Für Eberhardt Ketzgen von Geretzhoven: Dr. Sigismund Haffner [1602] 1607 - Für Wilhelm Ketzgen d. J. von Geretzhoven: Dr. Sigismund Haffner [1617] 1628 - Dr. Johann Ulrich Stieber [1642] 1645 - Dr. Johann Ulrich Stieber 1656 - Subst.: Dr. Johann Rollmann - Für Wilhelm Salentin von Ketzgen von Geretzhoven: Dr. Johann Ulrich Stieber 1663 - Subst.: Dr. Johann Rollmann
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kommissare des Herzogs Johann von Kleve, Jülich und Berg 1534 - 2. RKG 1535 - 1675 (1481 - 1669), - 3. Erzbischofvon Mainz 1666 - 1669
Beweismittel: Bd. I: Vorakten (Q 9); Bd. II: Zeugenaussagen (in Q 32). Auszug aus dem Lehnsbuch von St. Maria im Kapitol in Köln (Q 32), darin: Belehnung des Johann von Diepenbroich mit Gütern in Efferen 1502 (60); Bd. III: Ehevertrag zwischen Johann von Diepenbroich dem Älteren und Catharina Deutz von der Koulen 1481 (Q 72). Lehnsbrief für Ketzgen 1551 (Q 73); Bd. IV: Lehnsbrief 1571 und 1580 der Äbtissin von St. Maria im Kapitol für Ketzgen (Q 86, 87). Ehevertrag zwischen Eduard Ketzgen und Irmgart von Diepenbroich 1508 (Q 95). Relatio der Universität Köln: Wiedergabe des bisherigen Prozeßverlaufs (gedruckt) und gezeichnete Stammtafel Diepenbroich- Orsbeck-Ketzgen (Q 103). Lehnsbrief der Äbtissin von St. Maria im Kapitol für Wilhelm von Ketzgen (den Jüngeren) 1654 (Q 111). Stammtafeln Diepenbroich-Orsbeck-Ketzgen (Q 115, 116). Auszug aus den jül.-berg. Landtagsabschieden 1554 und 1563 (Q 118). Auszug aus dem Lehnsbuch von St. Maria im Kapitol 1461 - 1654 (Q 121). Vertrag zwischen den Familien Ketzgen und von Metternich zu Zievel 1609 (Q 125). Auszüge aus jül. Landordnung und Statuten (Q 128). Gutachten des Hauptgerichts Jülich (Q 129, 135, 136, 137); Bd. V: Gedruckte Prozeßbeschreibung mit den wichtigsten Beilagen, z. B. Heiratsvertrag 1481 (Q 138). Stammtafeln Lupsch-Krekelmann (Q 140f.). Erklärung der Ritterschaft des Hzm. Jülich (Q 154). Bescheinigungen mehrerer Gerichte, Städte und Ämter zum Erbrecht (Q 155 - 160, 163 - 173, 176 - 179); Bd. VI: Stammtafeln Diepenbroich- Krümmel (74f.).
Beschreibung: 6 Bde.; 29 cm, 1134 Bl., alle Bände gebunden, z. T. falsche Reihenfolge; Q 1 - 209; zahlreiche Beilagen; Bd. I: 5 cm, 229 Bl., Q 1 - 31; Bd. II: 4,5 cm, 112 Bl., Q 32; Bd. III: 4 cm, 168 Bl., Q 33 -77; Bd. IV: 5 cm, 237 Bl., Q 78 - 137; Bd. V: 6 cm, 265 Bl., Q 138 - 209; Bd. VI: 4,5 cm, 223 Bl., sämtliche zum Prozeß gehörenden Beilagen. Vgl. RKG 1340 (D 368/1038) und RKG (D 378/1048) im Stadtarchiv Köln: dort werden namentlich die Deutzer und die Rostocker Güter zu Oberaussem genannt).




1551 - 1560 (1548 - 1559)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Irmgart von Diepenbroich und ihre Söhne aus 1. Ehe, Eberhardt und Wilhelm Ketzgen, hatten gegen ihren Halbbruder bzw. Onkel Adam (Daem) Diepenbroich mit Erfolg auf die Herausgabe von zwei Lehnsgütern bei Efferen (Hzm. Jülich, Amt Bergheim; Kr. Köln, Gemeinde Hürth) geklagt. Der Prozeß ist als Nebenprozeß zu RKG 1339 (D 366/1036) anzusehen; dort auch alle weiteren Angaben.

Aktenzeichen : D 368/1038

Enthaeltvermerke : Kläger: Adam (Daem) von Diepenbroich gen. Raufftesch, (Bekl.)
Beklagter: Irmgart von Diepenbroich gen. Raufftesch, Witwe des Dietrich von Orsbeck (hier: Orsbach), und ihre Söhne Eberhard und Wilhelm Ketzgen (in der Ladung steht falsch: von Orsbach, gemeint sind aber Irmgarts Söhne aus ihrer ersten Ehe mit Eduard Ketzgen), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Amandus Wolff 1551 - Dr. Anastasius Greineisen 1551 - Dr. Michael Kaden 1551 - Lic. Mauritius Breunlien 1551 - Dr. ChristoffRebstock 1559 - Dr. Julius Mart 1559
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Michael von Kaden 1551 - Dr. Ludwig Ziegler (Tzegeler) 1551
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Mannkammer von St. Maria im Kapitol in Köln 1548 - 2. Köln. kurfürstl. Kommissar zu Bonn (Dr. Conrad Ortt, Dekan von St. Georg, Köln) 1551 - 3. RKG 1551 - 1560 (1548 - 1559)
Beweismittel: Vorakten 1. Instanz (7 - 111, im Protokoll vorgesehen als Q 3, jedoch nicht quadranguliert). Vorakten 2. Instanz (Q 11).
Beschreibung: 6,5 cm, 225 Bl.; Q 1 und 2, Q 3 und 4 nicht im Protokoll, Q 3 (Priora) jedoch vorhanden, Q 5 - 13, jedoch falsch: Q 12 doppelt vergeben, eine ist Q 13; 1 Beilage 1551 (Vollmacht). Vgl. RKG 1339 (D 366/1036) und RKG (D 378/1048) im Stadtarchiv Köln.




1588 - 1645 (1575 - 1648)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Auf Betreiben der Ritterschaft hatte die Deichschau Rees 1575 eine gemeine Deich- und Dammordnung herausgebracht. Darin war festgelegt, daß jeder Grundbesitzer gemäß seinen Ländereien zum Unterhalt der Rheindämme herangezogen werden sollte. Johann von Diepenbroich verweigerte die Zahlung mit der Begründung, alle bisherigen Leistungen seien freiwillig gewesen. Er gestattete die Vermessung seines Landes nicht und klagte am RKG gegen die geforderten Abgaben. Der Streit wurde erst 1652 durch einen Vergleich beigelegt: der Herr von Empel zahlte einmalig 3000 Taler klev. Währung, wofür der zum Haus Empel gehörende Bezirk als von allen Schau- und Deichlasten frei erklärt wurde unter der Bedingung, daß die Deichschau Rees für Schäden, die dem Herrn von Empel durch Deichbrüche entstehen, nicht haftbar ist.

Aktenzeichen : D 372/1042

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Diepenbroich (Diepenbroch, Diepenbrock), Herr zu Empel (Hzm. Kleve, Amt Rees; Kr. Rees), ab 1608 sein Sohn Heinrich, ab 1641 dessen Sohn Johann Hermann
Beklagter: Bürgermeister und Rat zu Rees und Konsorten: fürstl. klev. Räte und Regierung, Christoff von Wylich, Herr zu Grondstein, Amtmann des klev. Amtes Hetter (Schwager des Appellanten)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Kirwang [1579] 1588 - Dr. Georg (falsch statt Johannes ?) Melchior Kirwang 1589 - Dr. Christoph Engelhardt 1593 - Für Heinrich von Diepenbroich: Dr. Johann Melchior Reinhart 1608
Prokuratoren (Bekl.): Für alle Beklagten: Dr. Laurentius Vomelius 1588 - Für den Herzog Johann Wilhelm von Kleve, Jülich und Berg: Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1592] 1593 - Für die Stadt Rees und die Räte des Herzogs: Lic. Andreas Pfeffer 1608 - (Dr. Georg) Goll (1645)
Prozeßart: Zitationsprozeß
Instanzen: RKG 1588 - 1645 (1575 - 1648)
Beweismittel: Deichordnung 1575 (Q 44). Karte: Der Rhein bei Rees; stark beschädigt, restauriert (Q 45) (jetzt in der Kartensammlung Nr. 7988). 8 Quittungen 1624 - 1636 (Q 76). Zeugenaussagen (283 - 286). Citatio ad reassumendum: 1608, 1636, 1644
Beschreibung: 10 cm, 308 Bl., lose; Q 1 - 19, 42 - 84; es fehlen: Q 13 und 58; Q 42 doppelt vergeben; 1 Beilage 1589, 14 Beilagen 1591 (im Protokoll vorgesehen als Q 20 - 33), 2 Beilagen 1636, je 1 Beilage 1637 und 1644, 8 Beilagen 1645, 15 Beilagen 1648, 1 nicht datierte Beilage. Lit.: Sonntagsbeilage zur Rheinisch-Westfälischen Volkszeitung 1890, Nr. 12.




1615 (1587 - 1618)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Appellantin klagt auf Zahlung einer Rechnung von 1625 Taler 24 Albus und 6 Heller kölnischer Währung für Wein, den ihr verstorbener Mann 1587 für die fürstliche Hofhaltung geliefert hatte.

Aktenzeichen : D 376/1046

Enthaeltvermerke : Kläger: Margaretha Eisenbroichers, Witwe des Heinrich Diepenbroich, fürstl. jül.-berg. Landrentmeistereiverwalters, Düsseldorf, (Kl.)
Beklagter: Erben des Johann Wrede, Rentmeisters des bergischen Amtes Löwenburg: Dietrich Wrede und Johann Naglen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Petrus Mörder 1615
Prokuratoren (Bekl.): (Dr. Beatus) Moses (1615)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht Düsseldorf 1614 - 2. RKG 1615 (1587 - 1618)
Beweismittel: Vorakten (6 - 73), darin: Auszug aus dem Wochenrechnungsbuch des Küchenschreibers Tilman Steingen (fürstl. Hoflager Düsseldorf) 26. April - 1. Mai 1587 (27).
Beschreibung: 4 cm, 104 Bl., lose; Q 1 - 3, Priora (6 - 73) als Q 4 vorgesehen; 8 Beilagen 1615 - 1618.




1738 - 1754 (1675-1755)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Abtretung des Sintziger Hofes im Amt Nideggen. 1675 hatte Johanna Sophia von Vittinghoff gen. Schell von Schellenberg, die spätere Freifrau von Westerholt zu Hackfort, der verwitweten Maria Catharina Ignatia von Paland, geb. von Sintzig zu Sommersberg, 1500 Rtlr. zu 5% Zinsen geliehen und dafür den jetzt umstrittenen Hofverpfändet. Als die Gläubiger von Vittinghoff das Geld zurückforderten und nicht erhielten, klagten sie 1680 mit Erfolg am jül.-berg. Hofgericht und wurden immittiert. Auf dem Erbwege gelangte der Hof in den Besitz des Appellanten, der ihn bereits ca. 40 - 50 Jahre innehat. 1732 klagten jedoch die Erben Paland am Gericht Bürvenich, ihre Großmutter hätte im Witwenstand den Hof nicht verpfänden dürfen, und erreichten am Hofgericht Düsseldorf ein Urteil, wonach der Appellant den Hof zurückgeben mußte.

Aktenzeichen : D 383/1053

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Hermann von Diepenbroich zu Buldern (Kr. Coesfeld), ab 1755 sein Bruder Friedrich Anton von Diepenbroich zu Buldern
Beklagter: Freifrau Theodora von Paland zu Sommersberg, Aachen, ab 1755 Christina Wilhelmina von Schwerin geb. von Brachell als Erbin und C(arl) M(?) (Hugo ?) von Brackel zu Breitmar
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1738 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Lic. Johann Albert Ruland 1745 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Für Friedrich Anton: Lic. Johann Albert Ruland 1745 - Subst.: Lic. F. A. W. Helffrich 1755
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Hermann Scheurer 1740 - Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer - Für Christina Wilhelmina von Schwerin: Dr. Johann Hermann Scheurer 1740 - Subst.: Lic. Johann Jacob Duill 1755 - Für C. M(?). (H ?) von Brackel zu Breitmar: Dr. Johann Hermann Scheurer 1755 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht zu Bürvenich 1732 - 2. Jül.-berg. Geheimer Rat Düsseldorf - 3. RKG 1738 - 1754 (1675-1755)
Beweismittel: Obligation 1675 und Urteile 1680/1682 (Q 7). Stammtafel: Vorfahren des Carl Hugo von Brachel (Brackel) zu Breitmar (107).
Beschreibung: 2 Bde.; 13 cm, 558 Bl.; Bd. I: 3,5 cm, 107 Bl., lose; Q 1 - 21 außer 15, 6 Beilagen 1743 und 1755; Bd. II: Priora, im Protokoll als Q 15 vorgesehen (bis Sept. 1986 originalverpackt und versiegelt): 9,5 cm, 86 + 364 = 451 Bl.




(1674 - 1688)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreit um die nachgelassenen Güter des Johann Peter von Althoven. Johann Wimmar von Diepenthals Frau Clara Sophia Catharina geb. von Cronenberg war in erster Ehe mit Johann Peter von Altenhoven verheiratet und behielt nach seinem Tod die Leibzucht über die in den Hzm. Jülich und Berg gelegenen Erbgüter. Nach Clara Sophia Catharinas Tod stellten sowohl der Appellant als ihr Ehemann als auch Ignatius Franciscus de Haase als Ehemann von Johann Peter von Althovens Schwester Maria Catharina Ansprüche. Der Appellant fordert die noch nicht gezahlte Mitgift in Höhe von 4000 Rtlr. Diepenthal macht außerdem geltend, sein Schwiegervater Caspar von Cronenberg, der frühere Bürgermeister von Köln, habe die schwer belasteten Althovenschen Güter von ihren Schulden befreit und Obligationen (u. a. der Societas Jesu in Köln und der Gebrüder Groote) in Höhe von insgesamt mehr als 4000 Rtlr. eingelöst. Er und seine Tochter seien die einzigen Erben Cronenbergs. Die fraglichen Güter werden nicht genannt.

Aktenzeichen : D 384/1057

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Wimmar (Wimmer) von Diepenthal zu Stammheim (Hzm. Berg, Amt Porz, Kr. Köln), (Bekl.: seine Frau Clara Sophia Catharina geb. von Cronenberg, verw. von Althoven)
Beklagter: Ignatius Franciscus de Haase namens seiner Frau Maria Catharina Constantia, geb. von Althoven, Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen 1688 - Subst.: Dr. (Franz Heinrich) Krebs
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Adam Roleman 1688 - Subst.: Dr. Johann Georg Erhardt
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat Düsseldorf - 2. RKG (1674 - 1688)
Beweismittel: Rückverweisung einer Appellation von Haase ./. von Althovens Witwe durch das RKG an die Vorinstanz 1683 (15). Urteil des Hofgerichts Düsseldorf 1675 in Sachen Dreikönigsgymnasium der Jesuiten in Köln ./. Witwe von Althoven und Ignatius Franciscus de Haase (17); Urteil Gebrüder de Groote gegen Althoven und Haase 1675 (20), beide Urteile wegen nicht zurückgezahlter Schulden. Letztwillige Verfügung des Johann Peter von Althoven (hier Althoff) über die Bezahlung seiner Schulden 1674 (25 - 27). Nach Fahne I, 78 endete der Streit 1698 mit einem Vergleich dergestalt, daß Diepenthal den Rittersitz Omagen (Amagen) bei Kaster, den Hof Bettenhoven, die Windmühle zu Rödingen und die Erbpacht zu Bettenhoven erhielt.
Beschreibung: 2,5 cm, 45 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 23 Aktenstücke. Vgl. RKG 1345 (D 385/1058), RKG (H 21/68), (H 22/69) und (H 26/74).




(1673 - 1694)
Permalink der Verzeichnungseinheit

1673 hatte Christina Lüttringhausen, verw. Randerath, den Kapuzinern in Köln eine Memorienstiftung mit Rentenvorbehalt gemacht und Johann Peter von Althoven als dem damaligen „geistlichen Vater der Kapuziner“ 400 Rtlr. gegeben. Althoven starb jedoch vor ihr (schon 1674 ?). Nach Christinas Tod kam es zum Streit darüber, wer Althovens Schulden zu bezahlen hätte: Ignatius Franciscus de Haase, der Mann von Althovens Schwester Maria Katharina Constantia, oder Johann Wimmer von Diepenthal, der Althovens Witwe Clara Sophia Catharina von Cronenberg geheiratet hatte. Erstinstanzlich war entschieden worden, daß beide Parteien den Betrag teilen müssen und Zinsen für die Zwischenzeit zu zahlen haben.

Aktenzeichen : D 385/1058

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Wimmar (Wimmer) von Diepenthal zu Stammheim (Hzm. Berg, Amt Porz; Kr. Köln), (Bekl.)
Beklagter: Domkapitular Adam Dahmen als Syndicus der Kapuziner in Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen [1691] 1693 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer [1690] 1693 - Subst.: Lic. Johann Conrad Albrecht
Prozeßart: Appellationis primae
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei zu Düsseldorf (extrajudizial) 1687 - 2. RKG (1673 - 1694)
Beweismittel: Bd. I: Letztwillige Verfügung des Johann Peter von Althoven über seine Schulden, 1674 (13f.); Bd. II: Memorienstiftung mit Rentenvorbehalt der Christina Lüttringhausen, verw. Randerath 1673 (4 - 7). Auszug aus ihrem Testament (8f.).
Beschreibung: 2 Bde.; 5,5 cm, 237 Bl.; Bd. I: 2 cm, 44 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 18 Aktenstücke; Bd. II: (Priora) 3,5 cm, 193 Bl. Vgl. RKG 1344 (D 384/1057) und 1346 (D 386/1059).




1693 (1692 - 1693)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wie RKG 1345 (D 385/1058). Der Appellant klagt, das Urteil der Vorinstanz könne weiteren Gläubigern des Johann Peter von Althoven als Präzedenzfall dienen, um Ansprüche an ihn geltend zu machen.

Aktenzeichen : D 386/1059

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Wimmar (Wimmer) von Diepenthal zu Stammheim (Hzm. Berg, Amt Porz; Köln), (Bekl.)
Beklagter: Domkapitular Adam Dahmen als Syndicus der Kapuziner in Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen [1691] 1693 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prozeßart: Appellationis secundae
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei zu Düsseldorf (extrajudizial) 1687 - 2. RKG 1693 (1692 - 1693)
Beschreibung: 2 cm, 39 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 15 Aktenstücke.




1697 (1675 - 1698)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Von Vellbrück bestritt die Fischereirechte Johann Wimmars von Diepenthal in der Wupper bei Ophoven (Opladen, Rhein-Wupper-Kr.) und in einem Gewässer namens Spich (?) sowie Besitzrechte am Haus Ophoven samt den dazu gehörenden Ländereien (Irlen samt Gerhardtsbusch und Spich: ca. 30 Morgen, in der Akte näher erläutert). Die Grundlage bildete ein Edikt Herzog Johann Wilhelms von 1696, wonach adeliger Besitz, der verpfändet oder veräußert war, an die ursprünglichen Besitzer zurückgehen sollte. Caspar von Cronenberg, Bürgermeister von Köln und Großvater der Appellantin, hatte 1675 Haus Ophoven mit den dazu gehörenden Rechten und Ländereien von dem verschuldeten Johann Degenhardt von Hall zu Ophoven gekauft. Von Vellbrück gibt an, sein Vater sei Gläubiger von Halls gewesen, und er - damals noch minderjährig - habe ältere Rechte aufHaus Ophoven.

Aktenzeichen : D 387/1060

Enthaeltvermerke : Kläger: Maria Catharina von Diepenthal zu Stammheim (Hzm. Berg, Amt Porz; Köln), vertreten durch ihren Kurator Dr. Caspar Huisch, Dekan von St. Severin, (Bekl.: Marias Vater Johann Wimmar (Wimmer) von Diepenthal)
Beklagter: Kurpfälzischer Generalmajor und Oberstallmeister Philipp Franz von Vellbrück, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen 1697 - Subst.: Lic. H(einrich) Schriels
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Richter des Amtes Miselohe (Hzm. Berg) (1696) - 2. Kurfürstl. Geheimer Rat Düsseldorf (1697) - 3. RKG 1697 (1675 - 1698)
Beweismittel: Kaufvertrag zwischen Johann Degenhardt von Hall zu Ophoven und Caspar von Cronenberg, Bürgermeister von Köln, über das Haus Ophoven, zugehörige 30 Morgen Land (Irlen samt Gerhardtsbusch und Spich) und Fischereirechte in der Wupper, 1675 (22 - 24). Edikt des Pfalzgrafen Johann Wilhelm, Herzogs von Jülich, Kleve und Berg, vom 27. Okt. 1696 über die Rückführung adeligen Besitzes an die früheren Eigentümer (28f).
Beschreibung: 1,5 cm, 38 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 14 Aktenstücke.




1701 - 1702 (1697 - 1703)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf Rückerstattung verschiedener, bei Mülheim vor den Toren Bonns sowie in Ippendorf und Ückersdorf gelegener Güter (Bongartsgut). Der Appellant gibt an, die Vorfahren seiner Frau Clara Sophia Catharina von Cronenberg hätten sich 1643 vom Bonner Gericht als Gläubiger in die Güter immittieren lassen. Es handele sich dabei um orsbeckische Erbgüter, die damals im Besitz des Freiherrn von der Leyen zu Saffig bzw. der Erben von Burscheid zu Burgbrohl waren. 1697 ließ sich Dr. Fabri vom Grafen Ernst Albrecht von Wartenburg, Propst des Stiftes St. Cassius in Bonn, mit den Gütern belehnen, nachdem er angegeben hatte, die Güter seien ein erloschenes und propsteiliches Mannlehen. Umstritten ist die Qualität der Güter: der Appellant bezeichnet die Investitur als erschlichen, da die Güter z. T. lediglich kurmudspflichtig gewesen seien. Fabri dagegen behauptet, die Güter hätten als Lehen ohne Einverständnis des Lehnsherrn nicht verpfändet werden dürfen. Die Richter der 2. Instanz wiesen die Parteien an die Richter der 1. Instanz zurück, denen von Diepenthal Parteilichkeit für den Hofkanzleidirektor Dr. Fabri vorwirft.

Aktenzeichen : D 388/1061

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Wimmar (Wimmer) von Diepenthal zu Stammheim (Hzm. Berg, Amt Porz, Kr. Köln) und Reuschenberg (Hzm. Berg, Amt Miselohe) im Namen seiner minderjährigen Tochter Maria Catharina, (Bekl.), nach Johann Wimmars Tod (5. Mai 1701) Henricus Hohn als Maria Catharinas Vormund; ab 1702 ihr Mann Johannes Caspar von Weyhe
Beklagter: Dr. Franz Heinrich Fabri, kurfürstl. köln. Hofrat und Kanzleidirektor, Bonn, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp Pulian 1701 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen - Für Johann Caspar von Weyhe: Dr. Johann Philipp Pulian 1702 - Subst.: Lic. (Franz Peter) Jung
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Schriels 1701 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Weltliches Hofgericht Bonn 1697 - 2. Kurfürstl. weltl. Hofgericht Köln 1700 - 3. RKG 1701 - 1702 (1697 - 1703)
Beweismittel: Vorakten 1. (49 - 100) und 2. Instanz (Bl. 101 - 140) mit Rationes decidendi (138 - 140).
Beschreibung: 4 cm, 140 Bl., lose; Q 1 - 16; 5 Beilagen 1702/1703.




1592 - 1616 (1591 - 1614)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf den Isingshof (Isinck, Issing, Essen-Steele). Nach dem Tode der Essener Fürstäbtissin Irmgard von Diepholz (28. Juni 1575) hatte die neue Äbtissin Elisabeth, geborene Gräfin von Manderscheid und Blankenheim, Irmgards Nachlaß, darunter den Isingshof, mit Arrest belegen lassen, da ihr Mißwirtschaft vorgeworfen wurde. 1576 erreichte Irmgards Erbe, Friedrich Graf von Diepholz, am RKG die Aufhebung des Arrests. Nach seinem Tod hielten für seine einzige Tochter, die Appellantin, den Hof bis 1591 ihre Vormünder in Besitz, bis die Appellatin über Dietrich Reppelmondt (Reppelmund), Richter zu Essen und Verwalter des Viehofes, wieder Ansprüche geltend machte: der Hof sei seit über 100 Jahren ein Behandungsgut der Pröpstinnen des Stifts Essen, und Graf Friedrich sei widerrechtlich in den Besitz gelangt. Die Appellation wird abgewiesen, und einem Wiederaufnahmeantrag wird nicht stattgegeben.

Aktenzeichen : D 392/1091

Enthaeltvermerke : Kläger: Gräfin Anna Margaretha von Diepholz, vertreten durch ihren Vormund, den Herzog Wilhelm von Lüneburg und Braunschweig
Beklagter: Anna von Daun, Gräfin zu Falkenstein, Äbtissin von Nottuln und Borghorst (Borckhorst), Pröpstin des freiweltlichen Stifts Essen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Marsilius Bergner 1591 - (Dr. Caspar) Morhardt (1615)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Grönberger 1591 - Lic. Johann von Vianden 1591
Prozeßart: Appellationis primae
Instanzen: 1. Weltliches Gericht Essen 1591 (Verwalter des Hofgerichts Viehof) - 2. RKG 1592 - 1616 (1591 - 1614)
Beschreibung: 1,5 cm, 36 Bl., lose; Q 1 - 11, 4 Beilagen. Vgl. RKG 1350 (D 393/1092); dort auch Priora als Q 6. Lit.: Beiträge Essen 13 (1889) S. 20-24.




1594 - 1618 (1440 - 1617)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf den Isingshof im Kirchspiel Steele (Issinck), den früher als Behandungsgut der Pröpstinnen von Essen die Familien von Preutt und von Eickell innegehabt hatten. Anna von Daun hatte in erster Instanz geltend gemacht, daß nach dem Tode Irmgards und Friedrichs von Diepholz deren Erben keine Rechte mehr an dem Behandungsgut Ising haben, da in Essen keine Behandung zu mehr als zwei Leibern vergeben werde. Die Appellantin gibt dagegen an, das Gut sei von den von Bronckhorst als Eigentum in den Besitz der Familie von Diepholz gelangt. Das Urteil der 1. Instanz wird 1613 vom RKG bestätigt.

Aktenzeichen : D 393/1092

Enthaeltvermerke : Kläger: Gräfin Anna Margaretha von Diepholz, vertreten durch ihre Vormünder Herzog Ernst von Lüneburg und Braunschweig und Franz Graf zu Waldeck, (Bekl.); ab 1611 Christian, Elekt des Stifts Minden, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg; ab 1614 Anna Margarethas Mann Philipp, Landgrafvon Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain etc.
Beklagter: Anna von Daun, Gräfin zu Falkenstein, Äbtissin von Nottuln und Borghorst, Pröpstin des freiweltlichen Stifts Essen, (Kl.); ab 1606 Felicitas von Eberstein, Äbtissin zu Herford, Pröpstin in Essen und Vreden
Prokuratoren (Kl.): Dr. Marsilius Bergner 1593 - Dr. Johann Jacob Kölblin 1601 - Dr. Sebastian Wolff [1607] 1614 - Dr. Johann Philipp Hirter 1617
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden 1593 - Dr. Caspar Morhardt 1601 - Lic. Petrus Paulus Steyernagel 1611
Prozeßart: Appellationis secundae
Instanzen: 1. Weltliches Gericht Essen (Verwalter des Viehofs) 1590 - 2. RKG 1594 - 1618 (1440 - 1617)
Beweismittel: Vorakten (Q 6), darin: Zeugenaussagen (164ff.) und Behandungsbriefe für den Isingshof, u. a. Johann Proite (Preutt) von Issinck 1440; Johann von Eickell in dem Voißwinkell, Diederichs Sohn, 1448 (195ff.); mehrere Urkunden verschiedener Pröpstinnen von Essen betr. den Isingshof (198 - 207 und 237f.) und der Kanonissen (Urkunde von 1550 mit Namen) von Essen (238f.).
Beschreibung: 8 cm, 350 Bl., lose; Q 1; Q 2 fehlt; Q 3 doppelt; Q 4; im Protokoll Q 6 gestrichen und zu Q 5 korrigiert, aber Q 5 existiert nicht; Q 6 mit zwei Produktionsdaten, Q 7 - 21; 1 Beilage. Vgl. RKG 1349 (D 392/1091).




1757 - 1765 (1753 - 1765)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Brüder Heinrich und Lucas Diergart hatten 1705 eine Handelskompanie gegründet und 1731 Heinrichs Sohn Gerhard Heinrich, den Appellanten, als Teilhaber aufgenommen. 1741 wurde die Gesellschaft aufgelöst. Nach Heinrichs Tod stellte Lucas an seinen Neffen Gerhard Ansprüche aus der seit Jahren aufgelösten Gesellschaft. Das RKG bestätigte 1765 die Urteile der 1. und 3. Instanz für Lucas bzw. dessen Erben.

Aktenzeichen : D 408/1120

Enthaeltvermerke : Kläger: Gerhard Heinrich Diergart (Diergarthen), Langenberg, (Bekl.)
Beklagter: Lucas Diergarts Witwe; ab 1762 ihr Sohn Arnoldt Diergart iunior, Langenberg, (Kl.: Lucas Diergart)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Bissing 1757 - Subst.: Johann Christoph von Brand - Lic. Damian Ferdinand Haas 1763 - Subst.: Lic. Johann Werner
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Heinrich Joseph Brack 1757 - Subst.: Lic. Johann Jacob Ernst Pfeiffer - Lic. Fidel Carl Amand Goll 1762 - Subst.: Lic. Hermann Joseph Schick
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht Hardenberg (Hzm. Berg) 1753 - 2. Jül.-berg. Hofratsdicasterium Düsseldorf 1754 - 3. Jül.-berg. Geheimratsdicasterium 1755 - 4. RKG 1757 - 1765 (1753 - 1765)
Beweismittel: Bd. 1: Appellationsinstrument mit Urteilen der Vorinstanzen (Q 4). Insinuationsgebühren (Q 8). Designatio deserviti et expensarum (Q 13).
Beschreibung: 2 Bde.; 10,5 cm, 523 Bl.; Bd. I: 2,5 cm, 70 Bl., lose; Q 1 - 8 und 10 - 16; Bd. 2: (Priora in zwei gebundenen Teilen) 8 cm (insgesamt 453 Bl.).




1540 - 1543 (1525 - 1541)
Permalink der Verzeichnungseinheit

In erster Instanz hatte der Appellat seine Ansprüche auf Zahlung einer jährlichen Erbpacht für den Hynckenhof in Höhe von fünf Gulden durchgesetzt. Den Hof hatte Lens Hynck, Vater des Götz Hynck, dem Appellanten 1525 abgetreten.

Aktenzeichen : D 419/1147

Enthaeltvermerke : Kläger: Hein Dietgen, Bürger in Süchteln, (Bekl.)
Beklagter: Stefan Grutter, Vogt in Süchteln, als Momber seines Neffen Götz Hynck (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoph Hoss 1540 - Dr. Philipp Baumann 1540 - Lic. Amandus Wolff 1540 - Lic. Christoph Schwabach 1540
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Lucas Landtstraß 1540 - Dr. Christophorus Hoss 1540 - Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1540 - Dr. Friedrich Rebstock 1540
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen des Gerichts Süchteln auf Unterweisung des Hauptgerichts Jülich - 2. RKG 1540 - 1543 (1525 - 1541)
Beweismittel: Vorakten (Q 10), darin: Erbkaufbrief 1525.
Beschreibung: 2,5 cm, 33 Bl., lose; Q 1- 6, Q 8 - 15; 1 Beilage.




1673 (1673)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gegenseitige Real- und Verbalinjurienklage. Lang soll die Ehefrau des Appellanten ”ohne die geringste Ursache ... mit Schlägen und Maulschellen übel tractiert“, sie ihn schwer beleidigt haben. Näheres ist ohne die Vorakten nicht zu ersehen.

Aktenzeichen : D 444/1240

Enthaeltvermerke : Kläger: Georg Dietz, Hausmeister der Propstei Bonn, im Namen seiner Frau
Beklagter: Egbert Lang, Bauer in Mülheim
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henningh 1673
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Conrad Albrecht 1673
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Offizial zu Bonn - 2. Offizial zu Köln (1673) - 3. RKG 1673 (1673)
Beschreibung: 14 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 8 Aktenstücke 1673.




1534 - 1536 (1489 - 1536)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung über 2332 Goldgulden plus Zinsen. Der Kölner Bürgermeister Gerhardt von Greveraidt (Grefrath ?) hatte 1489 Johann auf dem Dieck Tuch (vier terlinge laicken) für 2332 Goldgulden verkauft. Dieck sollte nach der nächsten Frankfurter Messe zahlen, beglich die Schulden aber nicht. Nach von Greveraidts Tod versuchte sein Testamentsvollstrecker, der Scholaster von St. Gereon in Köln, Dr. theol. Petrus Sultz, die Schulden einzutreiben. Armbruster ist Bevollmächtigter von Greveraidts Neffen Johann Greveraidt (der Kölner Bürgermeister von 1510 ?), den dieser in seinem Testament bedacht hatte. Das RKG bestätigt das Urteil der Vorinstanz.

Aktenzeichen : D 466/1313

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann auf dem Diecks Witwe Adelheit, Wesel, (Kl.)
Beklagter: Johann Armbruster, (Kl.), als Bevollmächtigter des Johann Greveraidt, Köln
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunlin 1533 - Lic. Valentin Gottfried 1533 - Dr. Wolfgang Weid(der) 1533 - Dr. Christophorus Hoss 1533 - Lic. Johann Helffman 1533
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1534 - Lic. Valentin Gottfried 1534 - Lic. Amandus Wolff 1534
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister, Schöffen und Rath zu Wesel 1533 - 2. RKG 1534 - 1536 (1489 - 1536)
Beweismittel: Vorakten (Q 5), darin: Schuldschein des Johann auf dem Dieck (up den Dyck) 1489 (11). Designatio expensarum (Q 10).
Beschreibung: 2 cm, 52 Bl., lose; Q 1 - 11.




1562 (1506 - 1562)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf den im Kirchspiel Gelsenkirchen gelegenen und zum Essener Oberhof Nienhausen gehörenden Kamphof. Reinhart (ther) Kamphoven, der den Hof zu Beginn des 16. Jahrhunderts besaß, war zweimal verheiratet. Der Appellant ist ein Enkel aus erster, die Appellaten Schwiegersohn und Sohn aus zweiter Ehe.

Aktenzeichen : D 467/1314

Enthaeltvermerke : Kläger: Gerhard Dieck gen. Kremer, Bürger und Brillenkrämer in Köln, (Kl.)
Beklagter: Heinrich Kniping (Knipping) und Konsorten: Heinrich Kamphoff (Kamphoiff), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. ChristoffReifstock 1561
Prokuratoren (Bekl.): Für Kamphoiff: Lic. Mauritius Breunlin 1562
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht des Essener Oberhofes Nienhausen 1550 - 2. Viehof Essen 1551 - 3. Äbtissin zu Essen 1553 - 4. RKG 1562 (1506 - 1562)
Beweismittel: Vorakten (Q 7), darin: Erbkaufbriefe 1506 und 1511 (20).
Beschreibung: 2,5 cm, 54 Bl., lose; Q 1 - 10, Q 5 und 6 fehlen.




1588 - 1601 (1580 - 1598)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Verletzung der Jurisdiktion des Gerichts Moers. 1580 hatten Caspar von Grotthausen, Rudolf von Drachenfels u. a. den Gerhardt von Ruremondt, einen Utrechter Bürger, gefangengenommen und nach Moers gebracht. Der Gefangene bat bei Adolf, Graf zu Neuenahr, Moers und Limburg, um Schutz vor Gewalt, worauf der Graf ihn wegbringen ließ. Vor dem Gericht in Moers wurde dann der Fall verhandelt. Wegen der Bedeutung des Falles wollten Schultheiß und Schöffen von Moers ein Gutachten einholen, über dessen Bezahlung Unklarheit herrschte. Noch bevor das Urteil des Gerichts Moers veröffentlicht wurde (Juni 1581), wandten sich Grotthausen und Drachenfels an das Hohe Weltliche Gericht zu Neuss. Aus dieser Extrajudizialappellation entwickelte sich der aus der Sicht der RKG- Appellanten nichtige Prozeß, weshalb sie zunächst an das Hohe Weltliche Gericht in Köln, dann an die kurfürstlichen Kommissare in Köln appellierten, jedoch in beiden Fällen an das Gericht Neuss zurückverwiesen wurden. Dries wurde während der Appellation in Kriegswirren von kurfürstlichen Truppen gefangengenommen und lange in Andernach festgesetzt, kam auf Kaution frei und wurde schwer krank, weshalb längere Zeit nichts geschah. Das RKG bestätigte 1592 die Kölner Urteile und wies die Appellation zurück.

Aktenzeichen : D 479/1357

Enthaeltvermerke : Kläger: Sybert von Dries (Dreisch), Schultheiß zu Moers, wohnhaft in Köln, und die Schöffen des Gerichts von Moers, (Bekl.)
Beklagter: Rudolf von Drachenfels und Caspar Grotthausen (+ 1586), seit 1596 Joachim Keller, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): (Dr. Bernhard) Kuehorn (1588)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jacob Streit [1585] 1588 - Dr. Michael Sandberger 1596
Prozeßart: Appellationis et citationis in puncto executorialium 1593
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen zu Neuss 1518 - 2. Hohes Weltliches Gericht Köln 1581 - 3. Kurköln. Kommissare (Dr. Heinrich Unverdorben und Lic. Johann Vendlo) 1585 - 4. RKG 1588 - 1601 (1580 - 1598)
Beweismittel: Urteile der Vorinstanzen (Q 7). Vorakten (Q 8, 9, 10). Urteil der 1. Instanz 1581 (Q 20). Akten des Offizials von Köln in Sachen Sybert von Dries (Driesch) ./. Winand Raitz von Frentz (Q 30). Vorakten der 3. Instanz (541 - 807).
Beschreibung: 14,5 cm, 813 Bl., lose; Q 1 - 36, Q 11, 13 und 18 fehlen; 5 Beilagen.




1713 - 1752 (1696 - 1714)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um 500 Aachener Taler aus dem Nachlaß des als Kind verstorbenen Johann Hendrich Hermann Cupper und wegen des deshalb vom Major de Graan erstinstanzlich erwirkten Arrests auf den Hornhof zu Schleckheim (Kr. Aachen). De Graans Tochter Anna Mechthild hatte aus ihren drei Ehen mit Johann Theodor Pagen, Johann Cornelius Cupper und Heinrich Adolf Drießen nur einen Sohn, Johann Hendrich Hermann Cupper, dem sie in ihrem Testament 500 Aachener Taler vermachte. Dieser Betrag sollte aus dem Guthaben genommen werden, das sie von ihrem ersten Mann (J. T. Pagen) geerbt hatte. Sollte ihr Sohn vor Erreichen des 14. Lebensjahres oder ohne Erben und ohne Testament sterben, sollte Anna Mechthilds Mutter Anna Maria de Heistermann die Begünstigte sein. Nach Anna Mechthilds Tod verkaufte Heinrich Adolf Drießen Güter, u. a. 1709 den Hornhof zu Schleckheim (damals Reichsabtei Kornelimünster) an Theodorus Claudius Tornaco, um bei ihm Schulden in Höhe von 500 Tlr. zu bezahlen. Als beim Tod des Kindes Drießen die geforderten 500 Aachener Taler nicht an seine Schwiegermutter zahlen konnte, bestritt de Graan ihm das Recht, ohne sein Einverständnis als Großvater und Vormund des Kindes Güter zu verkaufen, und ließ den Hornhof mit Arrest belegen.

Aktenzeichen : D 480/1358

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Heinrich (Hendrich) Adolf Drießen und Konsorten: Theodorus Claudius Tornaco, Kaufmann in Aachen, (Bekl.)
Beklagter: Major Henricus de Graan, Aachen, (Kl. im Namen seiner Frau Anna Maria de Heistermann)
Prokuratoren (Kl.): Für Tornaco: Lic. Johann Conrad Helffrich 1713 - Subst.: Lic. (Christian Christoph) Dimpfel - Lic. (Johann Melchior) Deuren (1713)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Heinrich Flender 1713 - Subst.: Lic. J(ohann) B(aptist) Obrist
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt von Kornelimünster 1710 - 2. RKG 1713 - 1752 (1696 - 1714)
Beweismittel: Testament des Johann Theodor Pagen, der mit dem Hoch- und Großdeutschmeisterischen Regiment zu Fuß in Kriegsdiensten nach Ungarn gezogen war, 1698, Unterschriften mehrerer Offiziere (Q 16). Heiratsvertrag zwischen Johann Cornelius Cupper und Anna Mechthild de Graan 25. Jan. 1699 (Q 17). Vorakten (Q 21), darin: Testament der Anna Mechthild de Graan (62 - 65 und Q 33). Aufstellung der Schulden, die Anna Mechthild de Graan mit in ihre dritte Ehe brachte und die durch die 4000 Rtlr., die sie von Johann Theodor Pagen geerbt hatte, abgedeckt sein sollten (119 - 122). Schuldschein des Johann Theodor Pagen und der Anna Mechthild de Graan über 500 Taler, jeder Taler zu 56 Mark, bei Theodorus Claudius de Tornaco und seiner Frau Maria Catharina Chorus aufgenommen 1696 (Q 25). Aussteuer der Anna Mechthild de Graan von ihrem Mann J. T. Pagen, bevor er nach Ungarn zieht, 1696 (Q 26). Verträge der Familien Pagen und Drießen 1706, 1707 (Q 30, 31).
Beschreibung: 5 cm, 204 Bl., lose; Q 1 - 18, 19a, 19b, 21 - 41.




1552 - 1573 (1538 - 1572)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf ein Haus „zum Scherffgen in Köln auf der Brücke gelegen“ (auch: in der Klockengasse), das Johann von Drimborn dem früheren Abt von Kornelimünster für 1075 Rtlr. verkauft, aber nicht ordnungsgemäß übergeben hatte. Nachdem der Abt die Schlüssel empfangen, das Haus auch schon bewohnt hatte, ergaben sich Unstimmigkeiten, die zur Klage führten. Der Abt hinterlegte die Schlüssel bei Gericht und bot an, das Haus zurückzugeben. 1557 verurteilte das RKG den Appellanten zur Rückzahlung der Kaufsumme plus Zinsen. Streitig wurde, wer von den Erben das Geld zahlen mußte: Witwe oder Schwiegersohn und Tochter. 1567 erging ein Urteil gegen Hansler.

Aktenzeichen : D 483/1361

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann von Drimborn, Heinsberg, (Bekl.); nach seinem Tod (vor 1563) sein Schwiegersohn Johann Hansler (Hanseler) und seine Tochter Catharina, Kempen, und Johanns Witwe aus zweiter Ehe, Catharina Lesis
Beklagter: Abt von Kornelimünster (Albrecht von Wachtendonk), (Kl.: Albrechts Vorgänger Rutger)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Adam Werner von Themar 1552 - Dr. Ludwig Ziegler 1552 - Dr. Caspar Fichard (Fichartz) 1552 - Dr. Michael von Kaden 1552 - Für die Witwe Catharina Lesis: (?) Reiffstock (1563) - Für Johann Hansler: Dr. Caspar Fichard 1563 - Lic. Martin Richardt (Reichardt) 1563 - Dr. Ludwig Stahell 1569 - Lic. Philipp Seiblin 1569 - Dr. Bernhard Kuehorn 1571
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Drechsler 1552 - Dr. Jacob Friedrich Meurer 1564
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Greve (Vogt) und Schöffen des Hohen Weltlichen Gerichts Köln 1546 - 2. Kurfürstl. Kommissare zu Köln 1547 - 3. RKG 1552 - 1573 (1538 - 1572)
Beweismittel: Vorakten (Q 5), darin: Quittung des Johann von Drimborn 1546. Zinsberechnungen und Prozeßkosten (Q 13).
Beschreibung: 7 cm, 301 Bl., lose; Q 1 - 36; Q 25 fehlt; 5 Beilagen (1561 und undatiert).




1698 - 1701 (1680 - 1702)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreit um den Nachlaß der Catharina Sittardt, Witwe des Petrus Hulfen. Speziell geht es um den Hilderather Hof (Hilterrater Hof, Dahlen), ein Lehen der Freiherren von Wickrath, das bei einem Erbteilungsvertrag 1680, noch zu Lebzeiten der Catharina Sittardt, auf 3806 Rtlr. geschätzt wurde und ihren Enkeln Johannes Petrus und Johann Hermann Sibenius zufiel. Als Petrus Sibenius das Gut 1680 sofort, als ob es ihm ganz gehöre, seinem Vater für 3000 Rtlr. verkaufte, und dieser den Hilderather Hof an seine Kinder aus zweiter Ehe bringen wollte, widerrief Catharina Sittardt ihre Vermögensteilung von 1680 zugunsten der Appellanten. Trotz eines 1693 vor den Kommissaren des Herzogs von Jülich, Kleve und Berg geschlossenen Vergleichs, den die Appellanten bestätigt sehen wollen, klagten Lic. Antonius Sibenius und sein Sohn den Hof ein. Der Streit endet 1702 mit einem Vergleich.

Aktenzeichen : D 484/1362

Enthaeltvermerke : Beklagter: Dietrich Drimborn, Gerichtsschreiber des Amts Gladbach, und Konsorten: seine Ehefrau Johanna Catharina, Johann Arnold Clöver und seine Frau Margaretha Elisabetha, Maria Magdalena Hamrath (Töchter der Johanna Catharina aus 1. Ehe mit Johann Hamrath), (Bekl.) (3) Beklagter: Lic. Antonius Sibenius, Vogt zu Neuss, und dessen Sohn Johann Hermann, Kanoniker (von St. Quirin) in Neuss, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1698 - Subst.: Lic. H(einrich) Schriels
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Heinrich Krebs 1698 - Subst.: Lic. Heinrich Schriels
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vögte von Gladbach und Dahlen als Kommissare des Herzogs Johann Wilhelm 1684 - 2. Jül.-berg. Hofkanzlei Düsseldorf 1693 - 3. RKG 1698 - 1701 (1680 - 1702)
Beweismittel: Erbteilungsvertrag der Catharina Sittardt, Witwe des Petrus Hulfen, Kellners zu Randerath, mit ihrem Sohn Johann Arnold Hulfen und ihren Schwiegersöhnen Lic. Antonius Sibenius und Johann Hamrath 1680 (Q 5). Urteil der Vorinstanz (Q 6 und 12). Geändertes Testament der Catharina Sittardt 1684 (Q 17). Vorakten (64 - 386). Darin: Erbteilung 1680 (wie oben), Testament 1684 (wie oben), Erbkaufvertrag zwischen Antonius Sibenius und seinem Sohn Johannes Petrus Sibenius (261 - 265), Erbteilungsvertrag (277a ff), Inventarium actorum (379 - 382). Vergleich zwischen Johann Hermann Sibenius und Dietrich Drimborn und Johanna Catharina Hulfen 1702 (398 - 399).
Beschreibung: 7 cm, 399 Bl., lose; Q 1 - 26; Priora (als Q 27 vorgesehen), 5 Beilagen 1701/02.




1560 - 1573 (1330 - 1573)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf das Haus Lydern (bei Angermund ?). Nach dem Tode Wilhelm Dobbes (24. Juni 1554), Sohnes der Appellantin, beanspruchte sein gleichnamiger Onkel, der Appellat, vom Abt von Werden mit dem umstrittenen Haus belehnt zu werden. Er behauptete, das Haus sei Mannlehen („feudum masculinum antiquum“). Diese Version wird vom Appellanten bestritten: es handele sich um ein Dienstmannsgut (= Dienstlehen), daher habe Wilhelm Dobbe keine Ansprüche, obwohl er der nächste männliche Verwandte sei. Im Lehensbuch (s. u.) lautet die entscheidende Formulierung „zu Dienstmanns Rechten“ (bzw. „iure ministeriali“).

Aktenzeichen : D 488/1368

Enthaeltvermerke : Kläger: Heinrich von der Horst (u. a.) als verordneter Kurator der Margret Gogreff (Gogreve), Witwe des Gerhard Dobbe zu Lydern, Essen, (Bekl.)
Beklagter: Wilhelm Dobbe zum Vogelsang (Gut beim Isenberg, Rellinghausen), Essen, (Kl.); nach seinem Tod (1564) seine Witwe Margareta von Westerholt und ihre Kinder, vertreten durch ihre Brüder Hermann und Johann von Westerholt
Prokuratoren (Kl.): Lic. Philipp Seiblin 1560 - (Dr. Laurentius) Wildthelm (1560) - (Lic. Martinus) Reichardt (1560) - (Dr. Malachias) Ramminger (1566) - (?) Reiffsteck (1566) - (Dr. Julius) Mart (1571
Prokuratoren (Bekl.): Dr. David Capito 1560 - Dr. Alexander Rebstock 1560 - Dr. Christophorus Rebstock 1560 - Dr. Heinrich (verschrieben statt Johannes ?) Portius 1560 - Für Margareta bzw. ihre Brüder: Dr. David Capito 1564 - Dr. Heinrich Burchardt 1564 - Dr. Laurentius Wilthelm 1564 - Lic. Philipp Seublin 1564 - (Dr. Malachias) Ramminger (1561) - (Dr. Paulus) Haffner (1565)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Mann- und Lehnsrichter der Abtei Werden 1559 - 2. RKG 1560 - 1573 (1330 - 1573)
Beweismittel: Bestellung von Kuratoren durch Herzog Wilhelm für die Witwe Dobbe (Q 6). Vorakten (Q 7), darin: Auszug aus dem Lehensbuch des Abts von Werden, Belehnungen mit Lydern 1330, 1391, 1416, 1464, 1477, 1493, 1510, 1523, 1532, 1548, 1554, 1556 (36 - 40). Heiratsverabredung zwischen Gerhardt Dobbe zu Lydern und Margret Gogreve 1515, (Q 20).
Beschreibung: 4 cm, 121 Bl., lose; Q 1 - 27, 4 Beilagen.




1682 - 1686 (1606 - 1686)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf das Lehen Haus Horll (auch: Hordell; bei Borbeck, landtagsfähiger Rittersitz). Wilhelm Christoph von Dobbe zu Horll, Erbmarschall des Stifts Essen, hatte testamentarisch seine Schwester Anna Elisabeth, die geistlichen Standes war, und nach ihrem Tode seinen Neffen Bernhardt Wilhelm Sigismund, Sohn seines älteren Bruders Johann Bernhardt von Dobbe, als Erben des Hauses Horll eingesetzt. Nach seinem Tode wurde das Testament vom vierten und jüngsten Bruder Leo Julius Dobbe angefochten; das Haus Horll sei kein „feudum pure et absolute haereditarium“, sondern an das Amt des Marschalls gebunden, der verstorbene Bruder habe mithin keine Testierfreiheit gehabt. Anna Elisabeth habe als geistliches Fräulein keine Ansprüche, Bernhardt Wilhelm Sigismund deshalb nicht, weil sein Vater mit dem Gut Lyren als ältester Bruder das beste Stück aus dem Erbe gewählt habe, und der dritte Bruder Rutger Ferdinand sei als Ritter des Deutschen Ordens und Komtur von Osnabrück und Brackell ständig abwesend, weshalb er nicht als Marschall in Frage komme. Anna Elisabeth und Konsorten appellieren gegen die Entscheidung der 1. Instanz, Leo Julius nicht nur mit dem Marschallamt, sondern auch mit dem Haus Horll zu belehnen.

Aktenzeichen : D 489/1369

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna Elisabeth von Dobbe zu Horll und Konsorten: Anna Wilhelma Margareta geb. von Asbeck, Witwe Johann Bernhardts von Dobbe, Johann Sigismund von Asbeck, (Bekl.)
Beklagter: Leo Julius von Dobbe, Essen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Friedrich Mueg 1682 - Subst.: Dr. Moritz Wilhelm von Gülchen
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhardt Henningh 1672 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin - Lic. Conrad Franz Steinhausen 1686 - Subst.: Dr. (Johann Franz) Matthias
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. Kanzlei Essen 1680 - 2. RKG 1682 - 1686 (1606 - 1686)
Beweismittel: Testament des Wilhelm Christoph von Dobbe 1678 (Q 12). Belehnung des Johann von Dellwig mit dem Amt des Erbmarschalls des Stifts Essen und mit dem Haus Horll durch die Äbtissin Elisabeth von dem Berge 1606 (Q 38). Rationes decidendi der Vorinstanz (102 - 108).
Beschreibung: 3,5 cm, 108 Bl., lose; Q 1 - 43; 2 Beilagen.




1714 - 1716 (1518 - 1719)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf einige Kämpe, das ius compascui und die Zahlung von Entschädigung. Der Appellant gibt an, der Hengstkamp und einige andere Stücke Land gehörten zu seinem Rittersitz Horll, und die borbeckischen Markgenossen hätten daran nie ein anderes als das ius compascui gehabt, während die Appellaten darlegen, daß die umstrittenen Gebiete zwar 1518 von der Äbtissin Meyna von Overstein an den damaligen Besitzer des Hauses Horll, Hinrich op den Berge, Marschall, verpfändet, 1548 jedoch wieder für 32 Goldgulden eingelöst worden wären. Die Appellaten forderten eine Entschädigung für die langjährige unberechtigte Nutzung und gingen nach dem Urteil der 1. Instanz gewaltsam gegen den Marschall vor, indem sie Zäune einrissen und das Land bestellten.

Aktenzeichen : D 492/1372

Enthaeltvermerke : Kläger: Leo Julius von Dobbe zu Horll, Erbmarschall des Stifts Essen, (Bekl.)
Beklagter: Borbeckische Eingesessene (Markgenossen), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1714 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert Prokuratoren (Bekl.): Lic. Conrad Franz von Steinhausen 1715 - Subst.: Dr. Johann Rudolph Sachs
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii sine clausula
Instanzen: 1. Fürstl. Kanzlei Essen 1687 - 2. RKG 1714 - 1716 (1518 - 1719)
Beweismittel: Bescheinigung des Richters der Herrlichkeit Horst, daß der Herr von Horll sein Vieh in der Borbecker Mark weiden lassen darf, 1713 (Q 8). Bescheinigung des Bürgermeisters und Rats der Stadt Essen 1714 (Q 9). Auszüge aus den Vorakten (Q 12). Landvermessung und Zeugenaussagen (Q 13). Zeugenaussagen (Q 22). Akten der Vorinstanz (150 - 418, vorgesehen als Q 38). Auszug aus dem Protokoll eines Ortstermins 1688 (Q 52). Verpfändungsschein 1518 (491f.) und Quittung 1548 (489f.).
Beschreibung: 9 cm, 504 Bl., lose; Q 1- 37, 38 (Priora) nicht quadranguliert, jedoch vorhanden, Q 39 - 52; 6 Beilagen 1716 - 1719.




1726 (1663 - 1726)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf Erträge aus dem im Stift Essen, Kirchspiel Steele, gelegenen Deutzer Lehen Brüningshof. Leo Julius von Dobbe zu Horll, Erbmarschall des Stifts Essen und Onkel des Appellanten, hatte 1703 zugunsten seines Neffen Bernhardt Wilhelm, damals kurpfälzischer Obristwachtmeister des gräflichen Velen’schen (Vehlischen) Dragonerregiments, auf den Brüningshof verzichtet, worauf Bernhardt Wilhelm vom Abt von St. Heribert in Deutz belehnt wurde, Leo Julius aber die Nutzung auf Lebenszeit behielt. In einem Rechtsstreit, in dem es um alte Schulden von Leos Vater Bernhardt von Dobbe zu Lyren bei der Witwe von Raesfeldt aus dem Jahr 1663 ging, verglich sich Leo Julius 1719 mit Christoph Humeke dahingehend, bis zur völligen Tilgung der eingeklagten 550 Rtlr. Humeke aus dem Brüningshof jährlich 15 Malter Korn, halb Roggen, halb Gerste, zu zahlen. Als Leo Julius 1722 starb, weigerte sich der Appellant wie auch sein Pächter Schulte, weiter den Getreideforderungen nachzukommen, mit der Begründung, er sei nicht Erbe des Leo Julius. Erstinstanzlich wurden die Kläger in den Hof immittiert.

Aktenzeichen : D 493/1373

Enthaeltvermerke : Kläger: Bernhardt Wilhelm von Dobbe, Erbmarschall des Stifts Essen, (Bekl.: der Pächter Schulte und als Intervenient Bernhardt Wilhelm)
Beklagter: Christophorus Humeke bzw. seine Witwe Maria Anna Elisabeth Havekeusche, Münster, (Kl.: zunächst Erben Havekeusche, dann Ch. Humeke)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1726 - Subst.: Dr. (Johann Rudolf) Sachs
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Goy 1726 - Subst.: Lic. (Anselm Franz) Spoenla
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorio, revocatorio, cassatorio et restitutorio sine clausula
Instanzen: 1. Fürstl. Kanzlei Essen 1722 - 2. RKG 1726 (1663 - 1726)
Beweismittel: Refutation des Leo Julius von Dobbe 1703 und Neubelehnungen seines Neffen Bernhardt Wilhelm durch den Abt von Deutz (St. Heribert) 1703 und 1709 (29 - 32). Insinuationsgebühren (50). Akten der Vorinstanz (51 - 199) mit Refutation und Lehnsbriefen (wie oben).
Beschreibung: 4 cm, 199 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag, 17 Aktenstücke.




1730 - 1736 (1725 - 1736)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf 9500 Gulden, zu deren Rückzahlung Döler außergerichtlich verurteilt worden war, da er das Geld als Rat und Amtmann zu Homburg unterschlagen und in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll.

Aktenzeichen : D 502/1398

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Ernst Ludwig Hert, RKG-Prokurator, als Vormund der Kinder des Rats und Amtmanns zu Homburg Dr. Joachim Heinrich Döler, nach Herts Tod (ca. 1734) der RKG-Prokurator Dr. Johann Nicolaus Schmid
Beklagter: Maria Wilhelmina Elisabetha Gräfin zu Sayn-Wittgenstein, Frau zu Homburg, geb. Gräfin zu Schönberg, nach ihrem Tode Friedrich Ludwig Graf zu Sayn-Wittgenstein und Homburg als Vormünder der Tochter des Diederich von Wylich zu Diersfordt
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ernst Ludwig Hert 1730 - Dr. Johann Nicolaus Schmid 1734
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Rudolph Sachs (Blankovollmacht) [1723] 1730 - Dr. Johann Hermann Scheurer 1730 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hoffmann - Für Friedrich Ludwig: Dr. Johann Hermann Scheurer [1732] 1734 - Subst.: Dr. Johann Nic(olaus) Schmid
Prozeßart: Mandati ad indemnisandum cum clausula
Instanzen: RKG 1730 - 1736 (1725 - 1736)
Beweismittel: Differenzierung des umstrittenen Betrages (Q 12). Auszug aus Postrechnungen 1720 - 1729 (Q 26).
Beschreibung: 4,5 cm, 168 Bl., lose; Q 1 - 30, Q 8 fehlt.




1737 (1737)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vgl. RKG 1364 (D 502/1399). Vereinbarung, daß von der geforderten Gesamtsumme nur 3175 Rtlr., und zwar jährlich ab 1738 immer 1000 Rtlr. gezahlt werden, ohne daß weitere Zinsen berechnet werden.

Aktenzeichen : D 503/1399

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Johann Nicolaus Schmid (Smidt) als Vormund der Kinder des Rats und Amtmanns zu Homburg Dr. Johann Heinrich Döler
Beklagter: Friedrich Ludwig Graf zu Sayn-Wittgenstein und Homburg als Vormund der Tochter des Diederich von Wylich zu Diersfordt
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Nicolaus Schmidt (1737) - Dr. Johann Hermann Scheurer (1737)
Prozeßart: Confirmationis transactionis
Instanzen: RKG 1737 (1737)
Beschreibung: 14 Bl., lose; Protokoll ohne Eintrag; 1 Aktenstück.




1765 - 1766 (1738 - 1766)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 8000 Rtlr., das der Großvater der Kläger, der königlich-dänische Agent in Köln Peter Jörgens, im Jahre 1738 dem Beklagten zu 4% Zinsen gegeben hatte. Da seit dem Tode der Mutter der Kläger (1757) seitens des Grafen die Rente nicht mehr gezahlt wurde, klagten sie auf Rückzahlung des Darlehens bzw. Immission in die zum Pfand eingesetzte, an der neuen Brücke über die Erft gelegene Wassermühle zu Hülchrath (Kr. Grevenbroich), da ein Vergleich aus dem Jahre 1763 nicht eingehalten wurde.

Aktenzeichen : D 508/1410

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben Dolaeus: P. M. von Dolaeus, A. M. de Meresac, Geheimrat von Cronenberg, Wetzlar und Köln
Beklagter: August Eugen Bernhardt Graf von Salm und Reifferscheid, Herr zu Bedburg, Dyck etc., Erbmarschall des Erzstifts Köln
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1765 - Subst.: Lic. Caesar Scheurer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Damian Ferdinand Haas [1763] 1765 - Subst.: Lic. Conrad Gordian Seuther
Prozeßart: Mandati de solvendo usuras et post quadrantis anni spatium capitale cum omni causa vel dimittendo hypothecam s. c.
Instanzen: RKG 1765 - 1766 (1738 - 1766)
Beweismittel: Rentkaufbrief 1738 (Q 4).
Beschreibung: 0,5 cm, 29 Bl., lose; Q 1 - 7; 1 Beilage 1766.




1765 - 1766 (1765 - 1766)
Permalink der Verzeichnungseinheit

S. o. RKG 1366 (D 508/1411). In einem Vergleich sollten zunächst Forderungen aufgerechnet werden, die der Graf von Salm- Reifferscheid noch an den Vater (Schwiegervater) der Kläger anmeldete aus der Zeit, als dieser Hofrat und Kanzleidirektor der Grafen von Salm- Reifferscheid war.

Aktenzeichen : D 509/1411

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben Dolaeus (Dollaeus): P. M. von Dolaeus, A. M. de Meresac, Geheimrat von Cronenberg, Köln und Wetzlar
Beklagter: August Eugen Bernhardt Graf zu Salm und Reifferscheidt, Herr zu Bedburg, Dyck etc., Erbmarschall des Erzstifts Köln
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1765 - Subst.: Lic. Johann Friedrich Lange
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Damian Ferdinand Haas [1763] 1765 - Subst.: Lic. Conrad Gordian Seuther
Prozeßart: Citationis ad liquidandum et videndum exigi residuum cum refusione damni et expensarum sicque condemnari
Instanzen: RKG 1765 - 1766 (1765 - 1766)
Beschreibung: 0,5 cm, 20 Bl., lose; Q 1- 5.




1539 - 1564 (1497 - 1565)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wegen rückständiger Rentzahlungen des Appellanten hatte Agnes Meuten, die Mutter des Appellaten, beim Schultheißen und den Schöffen zu Stolberg gegen Dolhart geklagt und Immission in dessen Güter erlangt. Dazu gehörte auch ein Hammerwerk an der Vicht, das der Vater des Appellanten 1497 vom Herrn von Stolberg, Vinzenz von Efferen, in Erbpacht genommen hatte. Noch vor der Bestätigung des Urteils durch das RKG 1543 ging Meuten gewaltsam gegen die Kinder Dolharts vor und vertrieb sie aus dem elterlichen Erbe. Ab 1551 geht es um die Gerichtskosten von 71 Gulden Rheinisch und 52 Kreuzer, die die Kinder des Appellanten zahlen sollen.

Aktenzeichen : D 514/1419

Enthaeltvermerke : Kläger: Heinrich Dolhart (Dollart) op den Hamer, (Bekl.), Stolberg; nach seinem Tod (vor 1551) seine Kinder Wilhelm, Hieronymus, Helene (Köln) und Catharina (Düren), diese vertreten von ihren Ehemännern Hermann von Hüls und Schnitzler von Eschweiler
Beklagter: Johann Meuten (Meuthen) von Noetberghe, Stolberg, (Kl.: Johanns Mutter Agnes)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Amandus Wolff 1538 - Lic. Mauritius Breunle 1538 - Für die Kinder: Dr. Julius Marth 1556 - Dr. Michael Vollandt 1556 - Dr. Kilian Reinhard 1557 - Lic. Philipp Seiblin 1557 - Lic. Heinrich Schilbock 1557
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christopher von Schwapbach 1539 - Dr. Melchior Schwartzenberger 1551
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen zu Stolberg (Hzm. Jülich) auf Unterweisung des Hauptgerichts Jülich 1537 - 2. RKG 1539 - 1564 (1497 - 1565)
Beweismittel: Vorakten (Q 13), darin: Vertrag 1534 (41 -47). Aufnahme der beiden Töchter des Heinrich Dolhart in das Tertiarinnenkloster St. Michael(sberg) genannt Achterhoeven in Neuss 1529 (53f.). Erbpachtbrief 1497: Heinrich Dolharts gleichnamiger Vater, Schöffe in Aachen, und seine Frau Maria von der Kamen nehmen von dem Herrn von Stolberg, Vincencius von Efferen, ein Hammerwerk an der Vicht für vier oberländische rheinische Gulden in Erbpacht (54 - 57). Designatio expensarum (Q 18).
Beschreibung: 3,5 cm, 140 Bl., gebunden; Q 1- 33, Q 4 und 10 fehlen; 2 Beilagen. Lit. zu Johanns Vater: ZAGV 50 (1928), S. 223f.




1591 - 1608 (1557 - 1604)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf 13 Morgen Land, einen Morgen Benden und einen Morgen Weide zu Rölsdorf. Nach dem Tode des Vaters des Appellaten, Abel von Wandloe, hatte die Mutter, Anna von Rölsdorf (Roelstorff), nachdem sie mit Johann von Manheim (Monheim ?) eine neue Ehe eingegangen war, auf die Leibzucht an den Gütern ihres Mannes zugunsten der gemeinsamen Söhne Matteis und Gottschalk verzichtet. Nach einer Erbteilung (1580) forderte der Appellat vom Vater der Appellanten das strittige Land zurück, welches dieser seit 1545 in Erbpacht für jährlich 11 1/2 Malter Roggen, wovon durch eine Zahlung von 108 Goldgulden ein Teil abgegolten war, besaß. Das Gericht der 1. Instanz schloß sich der Auffassung der Appellanten, das Land sei durch Verjährung erblich geworden, nicht an. Seitens der Appellaten wird die Rechtmäßigkeit der Appellation bestritten, da der Streitwert 600 Goldgulden nicht erreiche.

Aktenzeichen : D 516/1441

Enthaeltvermerke : Kläger: Geschwister Maria und Goswin Dommermuth, Schultheiß zu Rölsdorf (Hzm. Jülich, Amt Nörvenich; heute Kr. Düren), für sich und Goswin als Vormund seines minderjährigen Bruders Matteis, (Bekl.: ihr Vater Gerhardt)
Beklagter: Gottschalk von Wandloe (Wanlo, Wandlo) für sich und als Vormund Emundts, des Sohnes seines Bruders Matteis, (Kl.), Düren; ab 1593 Emundt selbst; ab 1604 Gottschalks Witwe Maria Müller
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Kremer 1591 - Dr. Johann Michael Vaius 1591 - Dr. Johann Gödelman 1591 - (Dr. Jacob) Erhardt (1591)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius 1591 - Dr. Heinrich Stemler 1591 - Lic. Johann von Vianden 1591 - Für Emundt: Lic. Johann von Vianden 1593 - Für Gottschalk und später seine Witwe, nachdem Lic. Vianden kurfürstl. trier. Rat geworden war: Dr. Walter Aach 1602
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. jül. Räte 1581 - 2. RKG 1591 - 1608 (1557 - 1604)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz 1591 (Q 4a). Auszug aus der Erbteilung zwischen Matteis und Gottschalk von Wandloe gen. Abels, die Güter in und um Düren und die Erbrente von Gerhardt Dommermuth, dem Schultheißen von Rölsdorf, betreffend, 1580 (Q 7). Verzichtserklärung der Anna von Rölsdorf auf die Leibzucht der Güter ihres verstorbenen Mannes zugunsten ihrer Söhne Gottschalk und Matteis 1578 (Q 10). Nennung des Gerhardt Dommermuth als Lehnsmann des Engelbrecht Nyt von Birgel (Q 18).
Beschreibung: 4 cm, 122 Bl., lose; Q 1- 20; 1 Beilage 1593 (am Ende); Priora (Q 4b) fehlen.




1731 - 1744 (1664 - 1734)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vollstreckung des vom Beklagten 1728 gefällten Urteils, in dem es um den Verkauf von 1 1/2 Morgen Land durch den Wehrmeister Bartholomäus Esser an Mattheis Korr ging. Eine Appellation gegen dieses Urteil wurde vom RKG 1729 abgewiesen.

Aktenzeichen : D 528/1516

Enthaeltvermerke : Kläger: Eingesessene der Honschaft Dorff
Beklagter: Abt von Kornelimünster (Hyacinthus Alphonsus)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1731 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert - Dr. Georg Andreas Geibel 1731 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert - Lic. (Johann Conrad ?) Heeser iunior 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Conrad Helffrich 1731 - Dr. Dietz (1732)
Prozeßart: Mandati de exequendo propriam sententiam in rem judicatam prolapsa cum clausula
Instanzen: RKG 1731 - 1744 (1664 - 1734)
Beweismittel: Urteil des Abts von Kornelimünster 1728 (Q 4). Ausführungen des Schultheißen und der Schöffen von Kornelimünster über den Instanzenweg 1664 (Q 24).
Beschreibung: 2 cm, 78 Bl., lose; Q 1- 24.




1605 - 1634 (1580 - 1616)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbstreit um den Nachlaß der Geschwister Vinzenz und Eva von der Kolenburg (Kollenburg), bestehend aus 21 Morgen Artland unter den Elsen genannt, im Amt Liedberg, drei Morgen Busch im gleichen Amt sowie 12 Morgen im Kirchspiel Willich des Amts Linn (Erzstift Köln). Die Geschwister besaßen das Land gemeinsam. Vinzenz begünstigte in seinem Testament 1556 Georg Quad und dessen Frau Ludolfa und setzte seinem natürlichen Sohn Peter, dem Ehemann der Appellantin, ein Legat von 700 Talern aus, das Georg Quad ihm aus dem Land auszahlen sollte. Eva, die das Testament zunächst bestätigt hatte, setzte in einem zweiten Testament Peter zum Erben in allodialibus ein. Nach ihrem Tod nahm Peter das Land in Besitz, was zur gerichtlichen Auseinandersetzung führte.

Aktenzeichen : D 532/1532

Enthaeltvermerke : Kläger: Margaretha Dorhoff (Doirhoffs), Witwe des Peter von (der) Kolenburg (Köllenburg, Kalenborgh, Calenborgh), und Reinhardt von Holthausen im Namen seiner Ehefrau Eva von der Kalenburg, (Bekl.: Petrus)
Beklagter: Johann Quad zur Kalenburg (Colenberg, Kollenburg), Schloß Kalenburg, (Kl.: seine Eltern Georg Quad und Ludolfa Quad zur Kalenburg)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sigismund Haffner 1605 - (Dr. Georg) Am(andus) Wolff (1609)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Conrad Fabri (1605) 1607 - Für Erzbischof Ferdinand von Köln: Dr. Johann Conrad Lasser 1613 - Hierter (?) (1609) - (Dr. Georg) Am(andus) Wolff (1609)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kommissar des Offizials Köln (1561) - 2. Offizial zu Köln als Revisionsinstanz - 3. RKG 1605 - 1634 (1580 - 1616)
Beweismittel: Urteile der Vorinstanzen, lateinisch (Q 4, 8 - 10). Vergleich 1593 (Q 11). Documentum immissionis 1580: Philipp von der Brüggen, Schultheiß von Linn und Uerdingen, soll die Eltern des späteren RKG- Appellaten in die streitigen Güter immittieren (Q 17a). Urkunde rechtmäßiger Immission des Johann Quad von Kollenburg in den Krulerhof und die anderen Güter durch den Schultheißen von Linn und Uerdingen 1603 (Q 41, 42).
Beschreibung: 5 cm, 178 Bl., lose; Q 1 - 6, 6a, 7 - 16, 17a, 17b, 18 - 68; 14 Beilagen. Vgl. RKG 1372 (D 533/1533). Q 51 - 68 waren bis Sept. 1986 mit dem Protokoll von 1372 (D 533/1533) gebunden.




1607 - 1634 (1607 - 1616)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf 21 Morgen Land usw. wie in RKG 1371 (D 532/1532). Streitpunkt ist daneben der Erlös aus dem Verkauf der kleinen Kalenburg im Erzstift Köln (1500 Goldgulden), die Eva von der Kalenburg 1557 verkauft hatte.

Aktenzeichen : D 533/1533

Enthaeltvermerke : Kläger: Margaretha Dorhoff (Doirhoffs), Witwe des Peter von (der) Kalenburg und Konsorten: Reinhardt von Holthausen namens seiner Frau Eva von der Kalenburg, (Bekl.)
Beklagter: Johann Quad (Quadt) zur Kalenburg (Kalenborg, Kollenburg, Colenberg), Schloß Kalenburg, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sigismundt Haffner [1605] 1607 - (Lic. Peter Paul) Steuernagel (1607)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Conrad Fabri [1608] 1609 - Für Erzbischof Ferdinand von Köln: Dr. Johann Conradt Lasser 1613
Prozeßart: Secundae appellationis
Instanzen: 1. Koadjutor des Erzstifts Köln - 2. RKG 1607 - 1634 (1607 - 1616)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz 1607 (Q 2).
Beschreibung: 4,5 cm, 86 Bl., lose; Q 1- 15, 16a, 16b, 17 - 23, 24a, 24b, 25 - 35; 1 Beilage 1616. Bis Sept. 1986 war das Protokoll mit Q 51 - 68 aus RKG 1371 (D 532/1532) gebunden.




1568 - 1576 (1533 - 1576)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf das dem Abt von St. Ludger in Werden lehnrührige Gut Arttbecke (Becke) im Kirchspiel Buer, Vest Recklinghausen. 1533 kaufte Conradt von Dorl, Drost zu Horneburg (Waltrop, Kr. Recklinghausen), das Gut von Aleff von Bockum (Kr. Recklinghausen). Als Conradt 1535 ohne legitime Erben starb, wurde seine Schwester Margaretha mit Arttbecke belehnt. Der Appellant, ein unehelicher, jedoch von Kaiser Karl V. legitimierter Sohn Conradts, behauptet, Margaretha habe ihm 1550 das Gut „inter vivos“ zediert, er sei vom Abt belehnt worden und folglich rechtmäßiger Besitzer. Erstinstanzlich hatte jedoch der Appellat seine Auffassung durchsetzen können, wonach er als Sohn der Anna von dem Berge, der ihre Cousine Margaretha von Dorl das Gut Arttbecke testamentarisch vermacht hatte, erbberechtigt sei.

Aktenzeichen : D 536/1562

Enthaeltvermerke : Kläger: Conrad von Dorl zu Dorl (Dorll), Steele, (Bekl.)
Beklagter: Diederich Aspeck (Asbeck), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Wilthelm 1568 - (Dr. Malachias) Ramminger (1568) - (Lic. Philipp ?) Seiblin (1576)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. David Capito 1568 - Dr. Johann Grönberger 1574 - (Dr. Bernhard) Kuehorn (1576)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Lehnsrichter von St. Ludger Werden (Erbmarschall Wilhelm von Eyll zu Baldeney, Subst. Lehnsrichter Heinrich Knippinck zum Grimberg) 1564 - 2. RKG 1568 - 1576 (1533 - 1576)
Beweismittel: Vorakten (Q 6 bzw. 10), darin: Erbkaufbrief 1534: Aleff von Bockum (Kr. Recklinghausen) verkauft Corde (= Conradt) von Dorl, Drost zu Horneburg (Waltrop, Kr. Recklinghausen) Haus, Hof und Gut, die Arttbecke genannt (93 - 98). 4 Lehnsbriefe der Äbte Johannes (von Groningen) und Hermann (von Holten) von St. Ludger in Werden für das Gut Arttbecke oder Becke (98 - 105).
Beschreibung: 5,5 cm, 219 Bl., lose; Q 1 - 13; Q 2 doppelt: Original und Abschrift; Q 6 = Q 10 (Priora). Vgl. RKG (A 500/1240), 1374 (D 537/1563).




1568 - 1573 (1568 - 1575)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Anerkennung als legitimer Nachkomme des Conradt von Dorl; der Kläger war wie sein Bruder Jobst unehelich, jedoch (wohl erst nach dem Tod des Vaters 1535) von Kaiser Karl V. legitimiert und mit allen Rechten, Ehren und Freiheiten ausgestattet worden. Der Beklagte hatte ihm, besonders in dem parallel laufenden Prozeß um das Werdener Lehnsgut Arttbecke, seine uneheliche Geburt vorgeworfen und seine Lehensfähigkeit bestritten.

Aktenzeichen : D 537/1563

Enthaeltvermerke : Kläger: Conrad von Dorl zu Dorl (Dorll), Steele
Beklagter: Dietrich von Aspeck (Asbeck)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Wildhelm 1568 - (Dr. Malachias) Ramminger (1568)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. David Capito (1568) - Dr. Johann Grönberger 1575
Prozeßart: Citationis ad videndum
Instanzen: RKG 1568 - 1573 (1568 - 1575)
Beschreibung: 0,5 cm, 20 Bl., lose; Q 1- 5, Q 2 fehlt; 2 Beilagen 1574/75. Vgl. RKG 1373 (D 536/1562).




1662 - 1664 (1634 - 1667)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um zwei Obligationen aus den Jahren 1634 und 1636 über zusammen 300 Rtlr. plus Zinsen. In den genannten Jahren hatte Gertrud von Eller zu Oefte, die Schwiegermutter des Appellanten, als Witwe vom hessischen Obristwachtmeister Adam Sinneman zunächst 200, dann noch einmal 100 Rtlr. erhalten. Die Zinsen sollten aus den Erträgen des Stirperhofs, der als Pfand eingesetzt wurde, bezahlt werden. In dieser Zeit war Sinneman mit Agnes Osterholt verheiratet, mit der er Kinder hatte, von denen 1666 noch zwei Töchter lebten. Nach dem Tod seiner Frau heiratete er Christina Elisabeth Schnell, die wiederum nach Sinnemans Tod eine zweite Ehe mit dem Appellaten einging und ihren Stiefkindern die Obligationen vorenthielt. Trotz der Ansprüche der Kinder ließen sich der Appellat und seine Frau in den Hof immittieren. Von Dornick behauptet, ein Teil sei bereits zurückgezahlt, während die Appellaten darlegen, trotz der Gesamtforderung von 717 Rtlr. sei der Streitwert nicht appellabel, da es sich zunächst um 300 Rtlr. gehandelt habe, die übrigen 417 Rtlr. aus nicht gezahlten Zinsen herrührten.

Aktenzeichen : D 545/1592

Enthaeltvermerke : Kläger: Gottfried Arnold von Dornick zu Oefte (Hzm. Berg, Amt Angermund; Kr. Mettmann), (Bekl.)
Beklagter: Fürstl. pfalz-neuburg. Hauptmann Samuel David Hennemann bzw. seine Witwe Christina Elisabeth Schnell (Snels), Ratingen, (Kl.: Samuel David)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhardt Henningh 1662 - Subst.: Hans Nicolaus Höen
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wallraff 1665 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Fürstl. jül.-berg. Hofkanzlei Düsseldorf 1660 - 2. RKG 1662 - 1664 (1634 - 1667)
Beweismittel: Vorakten (als Q 12 vorgesehen, jedoch nicht quadranguliert, hier Bl. 21 - 261), darin: Obligation; Gertrud von Eller zu Oefte, Witwe von Erwitte auf Ebbinghausen und Welschenbeck, bestätigt, vom fürstl. hess. Obristwachtmeister Adam Sinneman, Erbgesessener zur Lippe, 100 Rtlr. erhalten zu haben, 1636 (32 - 34). Ebenso: Obligation über 200 Rtlr. 1634 (35 - 38). Zeugenaussagen (148 - 156 und 166 - 170). Prozeßprotokoll der 1. Instanz (230 - 232). Roggen- und Gerstenpreise 1634 - 1659 (250f.). Schätzung der Kühe des Gottfried Arnold von Dornick 1661 (Q 23).
Beschreibung: 7 cm, 317 Bl., lose; Q 1 - 11, 13 - 26; 9 Beilagen 1665 - 1667.




1694 - 1696 (1666 - 1695)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um Rückzahlung von 2000 Rtlr. und Immission in das Gut Welschenbeck. Der verstorbene Freiherr Otto Werner Walpott (Waldbott) von Bassenheim zu Gudenau, Erbburggraf des Erzstifts Köln, hatte am 28. Mai 1674 den Deputierten der jül.-berg. Landstände, darunter auch der Freiherr (Gottfried Arnold) von Dornick (der Vater des Appellanten), 2000 Rtlr. geliehen. Als die Rückzahlung nicht erfolgte, strengte die Witwe des Gläubigers, die Appellatin, beim Offizial in Köln eine Klage auf Immission in das Gut Welschenbeck an. Die Tochter des Appellanten gibt nun an, das Gut könne nicht zur Begleichung der von ihrem Vater gemachten Schulden herhalten, da es von ihrer Mutter mit in die Ehe gebracht worden sei und der Vater zu Lebzeiten der Mutter keine Verfügungsgewalt über das Gut besessen habe.

Aktenzeichen : D 546/1593

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr von Dornick, Herr von Oefte und Welschenbeck (Warstein; Kr. Arnsberg), Oefte, (Bekl.); nach seinem Tod (ca. Anfang 1695) seine Tochter Sophie Gertrud von Dornick, Dekanin von Rellinghausen
Beklagter: Maria Alexandrina Elisabeth, Witwe des Otto Werner Walpott von Bassenheim zu Gudenau, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen (1694) 1695 - Subst.: Lic. Johann Adam Roleman
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Philipp Pulian [1693] 1694 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Hoffmann
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Offizial zu Köln 1692 - 2. RKG 1694 - 1696 (1666 - 1695)
Beweismittel: Vorakten (Q 11, lateinisch), darin: Obligation des Otto Werner Freiherrn Walpott von Bassenheim über 2000 Rtlr. 1674 (24 - 27); Instruktionen von 1666 und 1669 mit Bestätigung von 1671 durch die jül.-berg. Landstände mit zahlreichen Unterschriften (37 - 46). Rationes decidendi der Vorinstanz (79 - 82).
Beschreibung: 3 cm, 88 Bl., lose; Q 1 - 17, Q 7 fehlt; 4 Beilagen 1695.



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