Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.03 Reichskammergericht, Teil III, E-G

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-200 201-300 301-336 


1742 - 1743 (1682 - 1743)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um Reparationskosten und den Besitz eines Hauses auf der (Sankt-)Andreas-Straße oder Kotterstraße zu Düsseldorf, genannt „Zur großen Schaffen“ oder „in der kleinen Schaben“, mit zwei Gärten. Die Witwe Gaddum behauptet, sie und ihr erster Gatte hätten im Heiratsvertrag von 1683 die Einkindschaft vereinbart, so daß sowohl Theodor Beckman als auch dessen Halbgeschwister Johann Christian und Sibilla Christina und, da die beiden letzteren bereits verstorben sind, nun deren Mutter, die Witwe Gaddum, Ansprüche auf das Haus haben könnten. Der Appellat will seiner Stiefmutter nur Nutzungsrechte zubilligen, da sein Vater das streitige Haus während seiner ersten Ehe gekauft habe und selbst nur Leibzüchter gewesen sei. Die 1. Instanz urteilte am 3. Okt. 1740, daß in der Konventions- und Rekonventionssache Theodor Beckman von der Widerklage auf Erstattung von 1800 Rtlr. freizusprechen, die Witwe Gaddum zu Reparationen auf eigene Kosten verpflichtet und ihre Schenkung von 1739 an ihre Schwiegertocher ungültig sei. Die 2. Instanz bestätigte dieses Urteil am 26. Aug. 1741. Einrede vor dem RKG wegen Verletzung des „privilegium de non appellando“, da Unterschreitung der Appellationssumme.

Aktenzeichen : G 2/13

Enthaeltvermerke : Kläger: Gertrud Montenbroich (Munterbroich, gest. 29. Jan. 1742), Witwe des Johann Lukas Gaddum, in erster Ehe mit dem Düsseldorfer Bürger und Handelsmann Wilhelm Beckman, dem Vater des Appellaten, verheiratet, und Katharina Gertrud Engelbert, Witwe des Johann Christian Beckman (Beckmann), Sohnes des Wilhelm Beckman und der Gertrud Montenbroich, (Bekl.)
Beklagter: Theodor (Dietherich) Beckman (Beckmann) zu Düsseldorf „in dem Schellfisch“, Stiefsohn bzw. Schwager der Appellantinnen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Simon Henrich Gondela 1742 - Subst.: Lic. Johann Werner
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren (für den Herzog von Jülich, Kleve und Berg) [1730] 1742 - Subst.: Lic. A. J. Stephani
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Stadtgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düsseldorf (1740) - 2. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf (1741) - 3. RKG 1742 - 1743 (1682 - 1743)
Beweismittel: Aussage einer Witwe Pickartz 1741 über Baumaßnahmen, einen sogenannten französischen Winkel, am streitigen Haus (Q 10). Ehevertrag von 1683 (Q 14). Rechnung über die Ausgabe von 1800 Rtlr. (Q 17). Schenkung der Witwe Gaddum an ihre Schwiegertochter 1739 (Q 18). Obligation des Wilhelm Beckman 1682 (in Q 29). Heiratsverschreibung von 1702 (in Q 29). Obligation der Eheleute Theodor Beckman und Elisabeth Busch 1704 (in Q 29). Ersteigerung des Sutterischen Hauses 1729 für 2820 Rtlr. durch den Apotheker Christian Beckman (Q 35). RKG-(Bei-)Urteil vom 14. Sept. 1742 (Prot.).
Beschreibung: 3,5 cm, 158 Bl., lose; Q 1 - 37.




1724 - 1732 (1707 - 1765)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist ein Erbvergleich von 1707 zwischen dem Appellanten und seiner Schwester Maria Anna, der Gattin des Appellaten, wonach der Appellant seiner Schwester 4250 Rtlr. samt Zinsen zu 4 % seit 1715 auszahlen soll. Als der Appellant ein Gut seiner Gattin im Herzogtum Berg verkaufte, ließ sein Schwager den Erlös durch die 1. Instanz mit Arrest belegen. Dagegen beruft sich der Appellant an das RKG, denn der Arrest sei unzulässig und zudem von nicht zuständigen Richtern verhängt worden (zuständiges Gericht sei die trierische Regierung als „locus domicilii“ des von Gäertz und als Ort des Vertrags von 1707), und erhebt gleichzeitig eine Injurienklage wegen der durch die Beschlagnahmung erlittenen Schmach. Das RKG urteilt am 6. Feb. 1732, daß die Beschlagnahmung der Gelder unrechtmäßig erfolgte und die Appellaten somit zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet seien, verweist aber die Injurienklage und die Hauptschuldforderungssache an die zuständigen Gerichte. In der Sache Gäertz (Gaertz) ./. Eckart wird nach 1732 vor einem Hofgericht und einem Revisionsgericht verhandelt. Das letztere verurteilt die Erben Gäertz am 15. Mai 1765 zur Zahlung von 5306 Rtlr. an die von Eckart.

Aktenzeichen : G 4/29

Enthaeltvermerke : Kläger: Damian Hardard von Gäertz, kurfürstl. trierischer Hofrat, Amtsverwalter und Zollschreiber zu Boppard, seit 1730 seine Witwe M. C. von Gäertz, seit 1764 deren Erben, (Bekl.)
Beklagter: Henrich Christian Adam (von) Eckart, kurmainzischer Hofrat und Stadtschultheiß zu Mainz, Schwager des Appellanten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Rudolph Sachs 1724 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann iunior - Lic. A(nselm) Franz Spoenola 1730 - Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer - Lic. Johann Franz Wolff 1764 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1724 - Subst.: Lic. Spoenola - Lic. J. C. M. J. Heeser iunior 1731 - Subst.: Lic. Johann Jakob Zwirlein
Prozeßart: Appellationis cum mandato de relaxando arrestum erga praestitam cautionem sine clausula
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Räte) zu Düsseldorf (1724) - 2. RKG 1724 - 1732 (1707 - 1765)
Beweismittel: Botenlohnschein des RKG-Boten (Q 13). Erbvergleich von 1707 (Q 28). Prozeßkostenrechnung von 1765 (Beilage Littera B). Urteil in Revisions- bzw. Liquidationssachen Gaertzsche Erben ./. von Eckart vom 15. Mai 1765 (102f.). Urteil in Revisionssachen derselben Parteien vom 16. Nov. 1763 mit Erwähnung eines Hofgerichtsurteils vom 23. März 1748 (104f.). RKG- Urteil vom 6. Feb. 1732 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 105 Bl., lose; Q 1 - 27, 29 - 32, Q 28 fehlt, 4 Beilagen prod. 20. Mai und 4. Okt. 1765.




1518 - 1522
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Vorenthaltung des Wittums, eines Hofs genannt „Huyppelrode“ (Huppelrath ?, Kr. Grevenbroich) mit Renten und Gülten zu „Vremersdorp“ (Frimmersdorf, Kr. Grevenbroich), durch den Appellaten. Die Appellantin beansprucht Leibzuchtrecht. Der Apppellat macht aufgrund eines Schuldbriefs Besitzrechte geltend.

Aktenzeichen : G 8/36

Enthaeltvermerke : Kläger: Jutta (Gutta) von Galen (Gaelen), Witwe des Johann Deutz (Deutsch) von der Kaulen (Kulen, Kuylen), (Kl.)
Beklagter: Johann von der Beeck (Beeck, Beck, Berck), Sohn der Margarethe von Hochsteden und Stiefsohn des Daem Deutz von der Kaulen, eines Sohns der Appellantin, zu „Maesthoffen“, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar Mart (1518)
Prokuratoren (Bekl.): Henrich von Lewessaw (1522)
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Hofgericht (Hofrichter, Räte) des Herzogtums Jülich bzw. Schöffen des Hauptgerichts Jülich 1514 - 1517 - 2. RKG 1518 - 1522
Beschreibung: 19 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst; Prot. ohne Eintragungen, 5 Schriftsätze prod. 29. Jan. und 8. Feb. 1518, 8. Jan. und 10. April 1522. Vgl. RKG (1393/5454).




1524 (1484 - 1530)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um Pachtrechte oder um die Behandigung mit einem Teil des Hofs zu „Brumelwick/Broemelwick“, eines Gutes des Kapitels zu Xanten, von dem Wilhelm von Galen, der Großvater der Appellanten, ein Drittel besessen hat. Dechant und Kapitel von Xanten haben das streitige Gut 1484 an Zaleke Woldecker und Wynk Vowinckel verpachtet.

Aktenzeichen : G 9/37

Enthaeltvermerke : Kläger: Nachgelassene Kinder des Johann von Galen, des Sohnes von Wilhelm von Galen, bzw. deren Vormund Johann Polmann, (Kl.)
Beklagter: Gerstgin Saben (Gesken Zulen), Witwe des Paul Weldecker (von Woldecker), Bürgerin von Wesel, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Revenstock 1524
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Friedrich Reffstock 1524 - Dr. Konrad Schwapach 1524 - Dr. Heinrich Liebsau (Lewessau) von Rostock 1524
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt (Nieder-)Wesel 1523 - 2. Bürgermeister und Rat der Stadt Dortmund (1524) - 3. RKG 1524 (1484 - 1530)
Beweismittel: Pachtbrief 1484 (28-30).
Beschreibung: 1 cm, 31 Bl., lose; Q 1 - 6, 6 Beilagen prod. 10. März, 10. Juli und 27. Nov. 1525. Zum Teil beschädigt.




1548 - 1564 (1483 - 1564)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist der Hof Pattern im Dingmal und Kirchspiel Keyenberg (Kr. Erkelenz), ein Gut des Johann von Patteren (richtiger: Johann Eiffeler zu Pattern), dessen Geschäftsfähigkeit und Mündigkeit umstritten ist. Gillis und Thomas Eiffeler erheben als nächste agnatische Anverwandte des Johann von Patteren (ihre Großväter waren Brüder) Anspruch auf das Erbgut und auf die Momberschaft über den entmündigten Johann von Patteren. Die Brüder Johann und Peter von Kückhoven gen. Beluoit beanspruchen ebenfalls beides, einerseits als nächste kognatische Verwandte des Johann von Patteren (ihre Großmütter waren Schwestern) und andererseits, weil der streitige Hof ein Erbstockgut der weiblichen Linie ist. Die Schwestern Greit, verheiratet mit Konrad Eiffeler, und Katharina, verheiratet mit Peter von Kückhoven, haben den Hof geerbt und je eine Hälfte in ihre Ehen eingebracht. 1483 hat Zander von Kückhoven, Sohn der Katharina und Vater des Johann und Peter gen. Beluoit, seine Hälfte des Hofs an Johann Eiffeler, den Sohn der Greit und Vater des Johann von Patteren, verkauft. Johann von Patteren tauschte den Hof Pattern gegen das Erbgut des Appellanten von Galen in der Vogtei im Herzogtum Geldern mit Zustimmung seiner Momber Johann und Peter gen. Beluoit, die er 1549 auch zu seinen testamentarischen Erben machte. Die Brüder Gillis und Thomas Eiffeler fochten vor der 1. Instanz den Tausch (Erbbeut, Beutung, Beutkauf) wegen Unmündigkeit des Johann von Patteren an. Die 1. Instanz urteilte am 7. Aug. 1545, daß den Brüdern Eiffeler der streitige Hof als Erbe zustünde, Johann von Patteren wegen Unmündigkeit geschäftsunfähig und somit der Vertrag mit von Galen nicht rechtskräftig sei, ferner den Brüdern Eiffeler die Momberschaft über Johann von Patteren zukäme. Sie sollten allerdings den Lebensunterhalt des Johann von Patteren, der in Geldern lebte, bestreiten und den Brüdern Johann und Peter Beluoit Rechenschaft ablegen. Das RKG bestätigt am 5. April 1555 das vorinstanzliche Urteil und gebietet mit dem Exekutionsmandat vom 30. Okt. 1556, die Appellaten in das Gut einzuweisen.

Aktenzeichen : G 12/40

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Daem von Galen (Gaelen) der Ältere, (Bekl.)
Beklagter: Gebrüder Thomas Eiffeler, Kanoniker zu St. Andreas und St. Gereon in Köln, 1549 zu St. Gereon und St. Kunibert in Köln, und Gillis (Egidius) Eiffeler zu Köln auf dem Heumarkt, Bürger zu Köln, 1549 Ratsverwandter, 1562 Hermann Eiffeler, Sohn des verst. Gillis Eiffeler, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Adam (Wernher) von Themar 1545 - Dr. Mauritius Breunlin 1545 - Subst.: Dr. Johann Portius 1549 - Lic. Martin Reichardt 1563 (nach Portius Tod)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Adam Wernher von Themar 1545 - Dr. Niklas Bub (Boiff) 1545 - Dr. Adam Wernher von Themar 1549 - Dr. Wolf Bruninck 1549 - Dr. Jakob Huckell 1549 - Dr. Amandus Wolff 1549 - Dr. Leopoldus Dick 1549 - Dr. Ludwig Ziegler 1549 - Dr. Michael Kaden 1549 - Dr. Anastasius Greineisen 1549 - Lic. Philipp Seiblin 1562 - Dr. Christophorus Rebsteck 1562 - Lic. Mauritius Breunlin 1562 - Dr. Kilian Reinhard 1562
Prozeßart: Appellationis, nunc (1555) executionis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1545 - 2. RKG 1548 - 1564 (1483 - 1564)
Beweismittel: Zeugenverhöre von Bürgern zu Geldern und Einwohnern zu Keyenberg, Wanlo und Wickrath; Schuldverschreibung des Johann Eiffeler, Sohns des Konrad Eiffeler, von 1483 für seinen Oheim Wilhelm Grein (Gryn) von Aldenhoven und dessen Gattin Margreit von Opheim (Oppenheym); Kaufvertrag zwischen Sander von Kückhoven und Johann Eiffeler von 1483; Heiratsvertrag von 1485 zwischen Johann Eiffeler, Sohn des Konrad Eiffeler, und Katharina, Tochter des Johann Kipholt (Kyphoultz) von Scherfhausen (Scherfhuysen) und der Druetgen (in Q 4). Originale Substitutionsurkunde des Dr. Adam Wernher von Themar für Dr. Johann Portius 1549 (Q 8). Testament des Johann von Patteren 1549 (Q 21). Prozeßkostenrechnung (Q 23). RKG-(Bei- )Urteile vom 18. Dez. 1551, 5. April 1555, 4. Mai 1556, 19. Jan. 1558, 8. Jan. 1560 (Prot.).
Beschreibung: 5 cm, 182 Bl., lose; Q 1 -36, 38, 40 - 43, Q 37 und Q 39 fehlen, 4 Beilagen prod. 13. Feb. 1554, 3. Juli und 15. Okt. 1562.




1557 - 1577 (1501 - 1577)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um das ca. 428 Morgen Artland große Gut Muchhausen (Gem. Hoeningen, Kr. Grevenbroich) zwischen den Schwestern Katharina und Margarethe von Anstel, Töchtern des Daem von Anstel und der Klara von Vercken zu Quadrath. Die Appellanten erheben Anspruch auf das ganze Gut, da Margarethe gemäß einem 1542 vereinbarten Teilungsvertrag ausgezahlt worden sei und sie die Belastungen des Guts (Korn- und Geldrenten an verschiedene Personen und geistliche Einrichtungen, u. a. an Heinrich von Holthausen, den Konvent zu Grevenbroich, St. Maria im Kapitol zu Köln, Maria von Anstel, Kunigunde von Anstel, Nonne zu Marienberg in Neuss, Kunigunde von Anstel, Nonne zu Eppinghoven bei Neuss) allein getragen hätten. Im übrigen stünde der Katharina als ältester Tochter gemäß dem „ius primogeniturae“ (des jül. Rechts, nicht des köln. Rechts) das ungeteilte Stammgut zu. Die Appellaten verlangen die Herausgabe des halben Guts, da der Vertrag von 1542 wegen der Minderjährigkeit der beiden Schwestern ungültig sei. Das RKG urteilt am 14. Okt. 1577, daß den Erben Raitz von Frentz die halbe Erbschaft Muchhausen zu restituieren sei.

Aktenzeichen : G 13/41

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Daem (Adam) von Galen (Gaelen) der Ältere und seine Gattin Katharina von Anstel (Anxtell, Angstell), seit 1576 Daem von Galen der Jüngere, pfalzneuburgischer Rat und Hofmeister, für sich und seine neun Geschwister zu Muchhausen, (Bekl.)
Beklagter: Junker Johann von Raitz gen. Frentz zu Schlenderhan und seine Gattin Margarethe von Anstel bzw. von Siegenhoven gen. Anstel (Anstell), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Portius 1558 - Lic. Martin Reychardt 1563 (nach Portius Tod) - Dr. Jakob Friedrich Meurer 1570 - Dr. Johann Goedelman 1574
Prokuratoren (Bekl.): Dr. David Capito 1558 - Lic. Jaspar (Kaspar) Fichardt 1558 - Dr. David Capito 1569 (nach Fichardts Tod) und 1573
Prozeßart: Primae appellationis
Instanzen: 1. Erzbischöfl. köln. Kommissare zu Köln 1549 - 1554 - 2. Dieselben als Appellationsgericht 1555 - 1557 - 3. RKG 1557 - 1577 (1501 - 1577)
Beweismittel: Vermessung und Beschreibung des Guts Muchhausen 1563 (nach Q 10). Auszug aus dem Kornregister der Stadt Köln betr. Roggenpreise 1542 - 1577 (Q 33). RKG-(Bei-)Urteile vom 7. Jan. 1558, 27. Juni 1561, 18. Aug. 1561, 20. Feb. 1562, 14. Dez. 1562, 2. April 1563, 17. Jan. 1564, 7. Juli 1564, 20. Aug. 1565, 6. Okt. 1570, 17. Jan. 1571, 5. Feb. 1571, 5. Juni 1573 und 14. Okt. 1577 (Prot.). Zeugenverhör durch RKG-Kommissare 1562 von 48 Zeugen, u. a. Verhör der Kunigunde von Anstel, Nonne zu St. Apern in Köln und Eppinghoven bei Neuss, sowie „Mensuration“ und Abmessung des Guts Muchhausen (II). Teilungsvertrag zwischen Daem von Galen und seiner Gattin sowie deren Schwester Margarethe 1542 (III 195-202). Heiratsverschreibung von 1526 zwischen Helmich von Holthausen und Anna von Segenhoven gen. Anstel (III 204-208). Quittung 1541 (III 211). Verschreibung des Daem von Anstel 1528 (?) (III 212f.). Vertrag zwischen dem Konvent von Marienberg in Neuss und Daem von Anstel 1537, u. a. auf Vermittlung von Rutger von Anstel, Abt von Kornelimünster (III 214-216). Rechnung 1548 - 1549 (III 229- 321). Quittung 1501 (III 234). In III auch Zeugenverhöre.
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 8 cm, 449 Bl., lose, Q 1 - 17, 20 - 33, 35 - 39, Q 18*, 19* und 34 fehlen, 4 Beilagen von 1572 - 1576, Prot. stark beschädigt; Bd. II: 6 cm, 299 Bl., gebunden, Zeugenrotulus prod. 29. Jan. 1567; Bd. III: 11,5 cm, 709 Bl., gebunden, prod. Dez. 1566 (Priora). Vgl. RKG 1873 (G 14/42).




1563 - 1565 (1557 - 1568)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand vgl. RKG 1812 (G 13/41). Hier Appellation gegen einen Bescheid des RKG-Kommissars Dr. Fickler vom 19. Juni 1563.

Aktenzeichen : G 14/42

Enthaeltvermerke : Kläger: Junker Daem von Galen (Gaelen) der Ältere, Witwer der Katharina von Anstel, namens seiner minderjährigen Kinder, (Kl.)
Beklagter: Junker Johann Raitz zu Schlenderhan namens seiner Gattin Margarethe von Anstel, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Martin Reichardt 1563 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Kaspar (Jaspar) Fichardt 1563
Prozeßart: Extraiudicialis sive novae appellationis
Instanzen: 1. Kaiserl. RKG-Kommission unter der Leitung des Dr. Johann Michael Fickler 1562 - 1563 - 2. RKG 1563 - 1565 (1557 - 1568)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteil vom 6. Okt. 1563 (Prot.).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 1 cm, 25 Bl., lose, Q 1 - 7 und 9, 2 Beilagen prod. 14. Dez. 1565 und 22. März 1568; Bd. II: 2,5 cm, 162 Bl., gebunden; Bd. III: 2,5 cm, 147 Bl., gebunden, Q 8 (Priora).




1581 - 1588 (1577 - 1585)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Erbteilung aller väterlichen und mütterlichen Erbgüter, insb. des Guts Muchhausen (Gem. Hoeningen, Kr. Grevenbroich) und der 300 Goldgulden Jahresrente aus einer Obligation von 6000 Goldgulden auf dem Hof Benesis in der Stadt Köln, welche ihnen ihre gemeinsamen Eltern Daem von Galen der Ältere und Katharina von Anstel hinterlassen haben, zu gleichen Teilen. Der beklagte älteste Bruder könne kein „ius primogeniturae“ geltend machen. Er könne allenfalls die Schwestern mit einer Aussteuer von den Stamm- und Erbgütern abfinden. Der Beklagte erwidert, aus seinem Heiratsvertrag ergäbe sich, daß er mit Einwilligung des Vaters das Gut Muchhausen erhalten sollte, also doch ein Primogeniturrecht vorgesehen wäre.

Aktenzeichen : G 16/45

Enthaeltvermerke : Kläger: Geschwister Wilhelm, Henrich, Werner, Gerhard, Franz, Beatrix, Margretha, Anna, Katharina und Cäcilia von Galen (Gaelen) zu Muchhausen
Beklagter: Daem (Adam) von Galen (Gaelen) der Jüngere, pfalzgräflich- zweibrückischer Rat und Oberamtmann zu Neukastel (Gem. Leinsweiler, Kr. Landau), verheiratet mit Anna Hurt von Schöneck
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Augspurger 1582 - Dr. Johann Michael Vaius 1583
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard Kuehorn 1581
Prozeßart: Simplicis querelae
Instanzen: RKG 1581 - 1588 (1577 - 1585)
Beweismittel: Auszug aus der Heiratsverschreibung zwischen Adam von Galen und Anna Hurt von Schöneck, von 1577 (Q 6).
Beschreibung: 1 cm, 53 Bl., lose; Q 1 - 13. Prot. beschädigt.




1581 - 1592 (1567 - 1586)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Erbteilung gemäß jül., köln. und trierischem Brauch zwischen den Geschwistern Hurt von Schöneck, Kindern des jül. Erbmarschalls Emmerich Hurt von Schöneck und der Anna Blanckart (Blankkertz). Die Beklagten haben ihren Schwestern anläßlich deren Hochzeit (Anna 1577, Engel 1586) eine Aussteuer als Abfindung für deren Verzicht auf die elterlichen Erbgüter versprochen. Anna sollte nach Aussage des Klägers von Galen 6000 Goldgulden, nach Aussage des Beklagten 4500 Goldgulden erhalten. Das angebotene Unterpfand, den Hof Pesch im Erzstift Köln, hat von Galen abgelehnt, weil dieser bereits von der Mutter und einer Schwester seiner Frau namens Eva, Witwe des Bernhard von Metternich, zu Leibzuchtrecht in Besitz genommen worden ist. Von Galen klagt aufAuszahlung der Aussteuer oder auf Einräumung der Pensionen des Guts Ringsheim. Der Prozeß endet 1587 wegen eines Vergleichs zwischen den Geschwistern am 4. Okt. 1586.

Aktenzeichen : G 22/51

Enthaeltvermerke : Kläger: Adam von Galen (Gahlen) der Jüngere zu Muchhausen, pfalzgräflich- zweibrückischer Rat und Amtmann von Neukastel (Gem. Leinsweiler, Kr. Landau), namens seiner Gattin Anna Hurt von Schöneck und Otto Heinrich Landschadt von Steinach namens seiner Gattin Engel Hurt von Schöneck
Beklagter: Johann Hurt (Hürt) von Schöneck zu Ringsheim bei Rheinbach ( „Rinschem“, „Reintzheim“), jül. Erbmarschall, und Emmerich Hurt von Schöneck zu Pesch, Brüder der klagenden Frauen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Küehorn (1581)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Bontz 1582 - Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1582 - Dr. Johann Augspurger 1582
Prozeßart: Simplicis querelae sive petitionis haereditatis paternae
Instanzen: RKG 1581 - 1592 (1567 - 1586)
Beweismittel: Erbregelung der Eheleute Emmerich Hurt von Schöneck, jül. Erbmarschall, und Anna Blanckart von 1567 (Q 19). RKG- Ladung vom 1. Juni 1582 in Sachen Witwe Anna Hurt von Schöneck geb. Blanckart ./. den Ebf. von Köln betr. Wittum (Q 20). Vertrag zwischen Anna Hurt von Schöneck geb. Blanckart und ihren Söhnen von 1578 betr. Wittums- und Leibzuchtgüter, die genau benannt werden (Q 21). Vollständiger Ehevertrag zwischen Adam von Galen dem Jüngeren und der Anna Hurt von Schöneck von 1577 (Q 31). RKG-(Bei-)Urteil vom 6. Okt. 1585 (Prot.). Zahlreiche Dokumente des Erzbischofs von Köln und des Herzogs von Jülich zum Erbstreit.
Beschreibung: 4 cm, 180 Bl., lose; Q 3 - 25, 27 - 33, es fehlen Q 1*, 2* und 26. Vgl. RKG 1876 (G 23/52).




1591 - 1603 (1577 - 1604)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Auszahlung der Aussteuern von je 6000 Goldgulden zuzüglich Zinsen als Abfindung für den Verzicht auf die elterlichen Eigen- und Lehngüter in den Erzstiften Trier und Köln, auf dem Hunsrück, in der Grafschaft Sponheim und im Herzogtum Jülich, die den beiden Schwestern Hurt von Schöneck von ihren Brüdern anläßlich ihrer Heiraten 1577 und 1580 versprochen, aber trotz des Erbvergleichs vom 4. Okt. 1586 zu Mainz noch nicht ausgezahlt worden sind. Die Güter werden u. a. in Q 46 aufgezählt. Das RKG verurteilt am 18. April 1597 die beklagte Witwe des Johann Hurt von Schöneck, einen Eid zu leisten, daß sie die Geldsumme nicht in bar bezahlen könne. Am 22. April 1600 ergeht daraufhin das Urteil, daß sämtliche beweglichen Güter an den verschiedenen örtlichen Gerichten zum Verkauf angeboten und die Erlöse den Klägern gegeben werden sollen.

Aktenzeichen : G 23/52

Enthaeltvermerke : Kläger: Adam von Galen (Gaelen, Gahlen) der Jüngere zu Muchhausen (Gem. Hoeningen, Kr. Grevenbroich), pfalzgräflich-zweibrückischer Rat und Oberamtmann zu Neukastel (Gem. Leinsweiler, Kr. Landau), namens seiner Gattin Anna Hurt von Schöneck und Otto Heinrich Landschadt (Lanschadt) von Steinach, Frauenzimmer-Hofmeister und Amtmann zu Zweibrücken, namens seiner Gattin Engel Hurt von Schöneck
Beklagter: Emmerich Hurt von Schöneck zu Pesch, Bruder der klagenden Frauen, und Maria von der Leyen, Witwe seines Bruders Johann Hurt von Schöneck zu Ringsheim ( „Rinschem“, „Reintzheim“), bei Rheinbach, auch namens ihres unmündigen Sohns Johann Georg Hurt von Schöneck
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard Küehorn 1591 - Lic. Leo Gregk 1602
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden [1588] 1591 und 1592 - Dr. Bernhard Küehorn 1598 - Dr. Andreas Pfeffer 1601 - Dr. Walter Aach 1601
Prozeßart: Mandati executorialis cum clausula
Instanzen: RKG 1591 - 1603 (1577 - 1604)
Beweismittel: Vergleich vom 4. Okt. 1586 zu Mainz (Q 2). Vormundschaftsbestätigung des RKG 1588 (Q 7). Rechnung über rückständige Pensionen 1587 - 1594 (Q 17). Quittung des Adam von Galen von 1587 über den Empfang von 1587 Goldgulden (Q 19). Ebenso des Otto Heinrich Lanschadt von 1587 über den Empfang von 1050 Goldgulden Pensionen und 400 Goldgulden für Rüstung und Kleidung (Q 20). Rechnung (Q 21). Quittung des Dieterich Landschadt von Steinach 1594 (Q 22). Schätzung bzw. Taxation der Güter zu Hasselsweiler 1594 durch den Vogt des Amts Jülich und die Schöffen zu Titz (Q 27f.). RKG- „Arctius mandatum executoriale“ vom 26. Sept. 1594 (Q 34). RKG- „Rescriptum arctius mandati“ vom 16. Sept. 1596 (Q 36). Rechnung des Adam von Galen über empfangene Abschlagszahlungen (Q 38). Erbteilung von 1595 zwischen Maria Hurt von Schöneck, geb. von der Leyen, und ihrem Schwager Emmerich Hurt von Schöneck, durch das RKG bekräftigt (Q 46). Ehevertrag ( „Heiligsverschreibung“) zwischen Adam von Galen und Anna Hurt von Schöneck 1577 (Q 47). Inventar der Mobilien, einschließlich der Bibliothek zu „Reinhaim“ 1598 (Q 58). Auszug aus dem Ehevertrag zwischen Johann Hurt von Schöneck und Maria von der Leyen 1578 (Q 59 und 72). Inventar von 1600, durch die Schöffen zu Rheinbach angefertigt (Q 64). Urkunden über Feilbietungen von Gütern an verschiedenen Gerichten Q 66-70, 88- 92, Beilagen). „Designation“ der betreffenden Güter (Q 71). RKG- „Citatio ad reassumendum“ vom 23. März 1601 (Q 78). RKG-(Bei-)Urteile vom 8. Jan., 23. Aug. und 4. Sept. 1592, 5. Juli 1594, 18. April 1597, 22. April 1600, 28. Feb. 1603 und 6. Juli 1603 (Prot.).
Beschreibung: 9,5 cm, 421 Bl., lose; Q 1 - 76, 78 - 94, es fehlen Q 77* und Q 33 prod. 5. Nov. 1595, Q 34, 46 und 54 doppelt gezählt, 23 Beilagen prod. 27. März 1601, 30. Juni und 30. Sept. 1603, 18. Jan. 1604. Prot. sehr stark beschädigt, andere Aktenstücke auch beschädigt. Vgl. RKG 1875 (G 22/51).




1594 - 1607 (1590 - 1597)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen einen Bescheid vom 10. Okt. 1593, wodurch der Appellant von seinem Richteramt suspendiert worden ist. Die ihm vorgeworfenen „Exzesse“ seien falsch und aus persönlichem Haß und Neid des Vincentius Rensing gegen ihn erhoben worden. Der Appellant erhebt eine Injurienklage wegen Ehrverletzung auf 300 Goldgulden und klagt auch wegen Justizverweigerung, da er keine Möglichkeit zur Verteidigung gehabt habe.

Aktenzeichen : G 25/54

Enthaeltvermerke : Kläger: Otto von Galen (Gahlen), Richter der Stadt Recklinghausen, (Bekl.)
Beklagter: Vincentius Rensing, kurköln. Kellner zu Horneburg (Kr. Recklinghausen) und Richter zu Dorsten (Kr. Recklinghausen), und Konsorten: Dr. Goddart Gropper zu Köln, kurköln. vestischer Statthalter, Priester, Kanoniker und Scholaster der Domkirche und von St. Gereon zu Köln, Propst zu Soest, (Kl.: Rensing)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1594
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Erzbischofvon Köln bzw. dessen Statthalter Dr. Goddart Gropper 1593 - 2. RKG 1594 - 1607 (1590 - 1597)
Beweismittel: Bestallungsurkunde des Erzbischofs von Köln für Otto von Galen von 1590 (Q 12). RKG-(Bei-)Urteil vom 31. Okt. 1594 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, lose; Q 1 - 18.




1619 - 1688 (1548 - 1688)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit insbesondere um das Haus Horst (Gem. Hilden) mit seinen Liegenschaften, aber auch um Haus Vorst (Gem. Leichlingen) und andere Güter zwischen den vier Töchtern des Otto Schenck von Nideggen aus dessen erster Ehe mit Anna Quadt namens Agnes, Anna, Engel und Elisabeth Schenck von Nideggen, später den Erben der ältesten Tochter Agnes und des Werner von Galen, als klägerischer Partei und dem Sohn des Otto Schenck von Nideggen aus der zweiten Ehe mit Anna von Plettenberg namens Johann Heinrich Schenck von Nideggen, später dessen Kindern, als beklagter Partei. Anna Quadt hat die hochverschuldeten Güter Horst und Vorst gemäß dem Ehevertrag von 1548 in ihre 1555 geschlossene Ehe mit Otto Schenck von Nideggen eingebracht, zu deren Entschuldung Engela von Vittinghoff gen. Schell, Witwe des Heinrich Schenck von Nideggen und Mutter des Otto Schenck von Nideggen, 35200 Goldgulden aufgebracht hat. Die klagende Partei will einen Erbvertrag von 1589 zwischen Otto Schenck von Nideggen und seinen vier Töchtern aus erster Ehe sowie weitere Verzichtserklärungen auf Haus Horst rückgängig machen. Sie beruft sich auf die jül. Landordnung, wonach mütterliche und väterliche Erbgüter auf die Kinder aus erster Ehe übergehen sollen. Während die Vorinstanz die Beklagten am 11. Juni 1619 von der Forderung der Kläger freisprach, urteilt das RKG am 7. Juli 1682, daß der Erbvergleich von 1589 rechtsungültig ist und Anna Maria und Sophia Judith, die Töchter des Johann Heinrich Schenck von Nideggen und der Wilhelma Quadt von Wickrath, die Hälfte der 1589 ihrem Großvater Otto Schenck von Nideggen zugesprochenen Güter sowie andere väterliche und mütterliche Erbgüter an die Appellanten abtreten müssen. Die Exekutions- und Liquidationsverhandlungen erweisen sich als so kompliziert, daß mit Urteil vom 3. April 1685 eine kaiserl. Kommission dafür benannt wird. Am 13. Dez. 1686 ergeht ein RKG-Urteil, wonach die Appellaten das Haus Horst und die Appellanten gegen Erstattung von 1500 Tlr. kölnischer Währung das Haus Vorst einander abtreten müssen.

Aktenzeichen : G 29/58

Enthaeltvermerke : Kläger: Werner von Galen (Gahlen) zu Muchhausen (Gem. Hoeningen, Kr. Grevenbroich) und zum Vorst (Forst) und seine Gattin Agnes Schenck von Nideggen, seit 1628 deren Erben Eberhard von Bottlenberg gen. Kessel und Wilhelm Dietherich von der Reven namens seiner Gattin Elisabeth von Galen, seit 1662 Bernhard Eberhard von Bottlenberg gen. Kessel und Jost Maximilian von der Reven, (Kl.)
Beklagter: Johann Heinrich Schenck von Nideggen zu Horst (Stadt Hilden), Erbschenk des Herzogtums Berg, seit 1653 Vormünder der minderjährigen Kinder Sophia Judith, Anna Maria, Gudula Katharina und Katharina Barbara (und Otto Wilhelm) Schenck von Nideggen, seit 1685 Wilhelm Salentin von Ketzgen zu Geretzhoven namens seiner Gattin Sophia Judith Schenck von Nideggen, (Bekl.: Otto Schenck von Nideggen und seine 2. Gattin Anna von Plettenberg, die Eheleute Agnes Schenck von Nideggen und Robert Staell und Engela Schenck von Nideggen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröder 1619 - Dr. Johann Leonhard Gerhard (Gerhardi) 1625 - Dr. Reinhard Gerhardi 1628 - Dr. Johann Roleman 1662 - Subst.: Lic. Johann Hansen - Dr. Johann Marx Giesenbier 1680 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Stieber
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1620 - Lic. Johann Schaumberg(er) 1625 - Dr. Paul Gambs 1653 - Subst.: Dr. Johann Ulrich Stieber - Dr. Moritz Wilhelm von Gülchen 1665 und 1679 - Subst.: Dr. Abraham Ludwig von Gülchen 1665 - Subst.: Dr. Markus Giesenbier 1679 - Dr. Johann Friedrich Stieber 1685 - Subst.: Dr. Johann Georgius Erhardt
Prozeßart: Appellationis, nunc (1682) executionis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Hofrichter, Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1597 - 1619 - 2. RKG 1619 - 1688 (1548 - 1688)
Beweismittel: RKG-Urteile vom 7. Juli 1682, 3. April 1683 und 13. Dez. 1686 (Prot.). Quittung der Eheleute Johann Friedrich von Calkum gen. Leuchtmar und Elisabeth Schenck von Nideggen 1623 (Q 34), RKG- „Citatio ad reassumendum“ vom 3. Aug. 1688 (VI 111). Listen über die Erbteile der Agnes Schenck von Nideggen, verheiratete von Galen, und ihrerderen Schwestern Anna und Engel Schenck von Nideggen (II 132- 138, 290-298). Auflistung der Schulden und Lasten der Häuser Horst und Vorst (II 390-424). Ehevertrag zwischen Otto Schenck von Nideggen und Agnes Quadt 1548 (II 436-449). Vertrag anläßlich der Hochzeit 1555 (II 449-455). Auflistung der Kurmut, Zehnten, Liegenschaften und Einkünfte des Hauses Horst und anderer zur Erbteilung gehöriger Besitzungen (II 471-510). Zeugenbenennung (II 510ff.). Vertrag von 1551 (III 76-81). Liste der Gläubiger und der Schulden (III 81-90). Schadlosbriefe des Otto Schenck von Nideggen und der Agnes Quadt von 1563 und 1564 (III 90-99). Losbriefe von 1564 (III 100-105). Obligation des Otto Schenck von Nideggen von 1572 (III 105-110). Schenkung der Engel (von Vittinghoven gen.) Schell von 1572 (III 110-114). Testament der Engel Schell 1572 (III 114-127). Vertrag zwischen Otto Schenck von Nideggen und seinen Töchtern aus der 1. Ehe 1589 (III 127-138). Quittungen von 1592 und 1605 (III 140-149). Heiratsverschreibung 1592 zwischen Anna Schenck von Nideggen und Robert Stael von Holstein zu Heisingen (III 216-219). Auszug aus einer gerichtlichen Taxation der zu Haus Horst gehörigen Güter und Erbanteile der Töchter des Otto Schenck von Nideggen (III 426-496). Auflistung der anteilmäßigen Erbgüter (IV 94-110). Liste der Lehns- und Kurmutsgüter (IV 115-122). Liste der Zehnten (IV 122-127). Weitere Besitzauflistung (IV 348- 394). Zeugenaussagen (IV 395-493). Zeugenrotulus (V).
Beschreibung: 6 Bde.; Bd. I: 24 Bl., gebunden, Q 1 - 3; Bd. II: 10,5 cm, 666 Bl., gebunden, Q 4; Bd. III: 10,5 cm, 690 Bl., gebunden, Q 5; Bd. IV: 9 cm, 493 Bl., gebunden, Q 6; Bd. V: 12,5 cm, 770 Bl., gebunden, Q 7; Bd. VI: 2,5 cm, 113 Bl., gebunden, Q 8 - 46, 6 Beilagen von 1665 - 168. Einige Aktenstücke sehr stark beschädigt. Vgl. RKG 1880 (G 31/60), 1881 (G 32/61). Lit.: Hildener Jahrbuch 1937/1938, S. 175ff. Fritz Hinrichs, Leichlinger Heimatbuch, Bd. 1, Leichlingen 1953, S. 29ff.




1693 - 1699 (1682 - 1695)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Fortsetzung des Erbstreits der Erben des Otto Schenck von Nideggen aus dessen 1. Ehe mit Anna (Agnes) Quadt als Appellanten gegen die Erben aus dessen 2. Ehe mit Anna von Plettenberg als Appellaten, nun in der Generation der Urenkel, um die Lehns- und Allodialgüter des Hauses Horst (Stadt Hilden) und deren Nutznießung (vgl. RKG 1878 (G 29/58)). Hier Appellation gegen ein Urteil der Vorinstanz vom 14. Aug. 1688.

Aktenzeichen : G 30/59

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erben des Werner von Galen zu Muchhausen und der Agnes von Nideggen, namentlich Jost Maximilian von den Reven, Friedrich von Neuhof gen. Ley namens seiner Gattin, E. F. A. von Bottlenberg gen. Kessel zu Hackhausen, A(delheid) C(lara) Wilhelma, Witwe von Bottlenberg gen. Kessel zum Caspersbroich (Casparsbruch), geb. von Neuhof, und W. W. von Vercken namens seiner Gattin, (Kl. ?)
Beklagter: Ida von Venloe, Witwe des Friedrich Anton Schenck von Heyer, und sämtliche Erben Schenck von Nideggen bzw. Schenck zu Heyer(en), (Bekl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler 1691 - Subst.: Lic. Johann Adam Roleman 1691
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Albrecht 1694 (auch für den Ebf. von Köln) - Subst.: Dr. Krebs (für den Ebf. von Köln) - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prozeßart: Secundae appellationis cum restitutione in integrum
Instanzen: 1. Kurköln. Regierung bzw. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn (1688) - 2. RKG 1693 - 1699 (1682 - 1695)
Beweismittel: RKG-Urteile vom 7. Juli 1682 (Q 9), 3. April 1685 (Q 10) und 13. Dez. 1686 (Q 11). RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 27. Okt. 1693 (Q 12). RKG-(Bei-)Urteil vom 27. Okt. 1693 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 40 Bl., gebunden; Q 1 - 7, 9 - 18, Q 8 fehlt. Teilweise beschädigt. Vgl. RKG 1878 (G 29/58), 1880 (G 31/60), 1881 (G 32/61).




1698 - 1711 (1540 - 1699)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Fortsetzung des Erbstreits um das Haus Horst, insbesondere um die Lehnsgüter zu Hilden und Haan. Die Appellaten erheben als Erben des Roland Schenck von Nideggen (Friedrich Anton Schenck von Heyer war dessen Enkel), eines Sohnes des Otto Schenck von Nideggen aus der 2. Ehe mit Anna von Plettenberg, und als einzige Nachfahren aus der männlichen Linie Schenck von Nideggen Anspruch auf die Hälfte der zum Haus Horst gehörigen Lehnsgüter. Sie erwirkten an der Vorinstanz Einräumungsdekrete, gegen welche die Appellanten sich an das RKG berufen. Da Roland Schenck von Nideggen von seinen Eltern enterbt worden sei, könnten dessen Erben keinerlei Erbanteile fordern.

Aktenzeichen : G 31/60

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erben des Werner von Galen zu Muchhausen und der Agnes Schenck von Nideggen (wie RKG 1879 (G 30/59)), (Bekl. ?)
Beklagter: Ida von Venloe, Witwe des Friedrich Anton Schenck von Heyer(en) bzw. Schenck von Nideggen, und sämtliche Erben, (Kl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler 1698 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1699 - Subst.: Lic. Jung
Prozeßart: Tertiae appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Kanzlei (Kanzler, Vizekanzler und Räte) zu Düsseldorf (1697) - 2. RKG 1698 - 1711 (1540 - 1699)
Beweismittel: Stammbaum der Inhaber der Allodial- und Lehnsgüter des Hauses Horst (Q 5). Testament der Eheleute Otto Schenck von Nideggen und Anna von Plettenberg von 1597 (Q 6). Vertrag zwischen Herzog Johann von Kleve, Jülich und Berg und Wilhelm Quad, Erbschenk des Herzogtums Berg betr. Hilden und Haan 1540 (Q 7). Belehnung des Otto Wilhelm Schenck von Nideggen mit Hilden und Haan durch den Erzbischof von Köln 1638 (Q 19). Quittungen des Roland Schenck von Nideggen, verheiratet mit Eva von Heyer, über empfangene Gelder 1606 - 1611 aufgrund eines Erbvergleichs mit seinen Geschwistern Johann Heinrich und Anna Elisabeth Schenck von Nideggen (Q 20).
Beschreibung: 2 cm, 97 Bl., gebunden; Q 1 - 26. Vgl. RKG 1878 (G 29/58), 1879 (G 30/59), 1881 (G 32/61).




1712 - 1723 (1708 - 1719)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vollstreckung eines am 31. Okt. 1708 beim Geheimen Rat (Präsident, Kanzler, Räte und Kommissare) zu Düsseldorf rechtskräftig ergangenen und in einem „Rescriptum executoriale“ vom 27. Feb. 1709 bestätigten Urteils gegen die beklagten Schenck von Heyer, durch das die Besitzrechte der Kläger auf Haus Horst (Stadt Hilden) mit den Pertinenzien zu Hilden und Haan anerkannt worden sind.

Aktenzeichen : G 32/61

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erben des Werner von Galen zu Muchhausen und der Agnes Schenck von Nideggen, namentlich Ambrosius Bernhard von den Reven für sich und seine Konsorten
Beklagter: Sämtliche Erben Schenck von Heyer und Konsorten
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler 1713 - Subst.: Dr. Georg Friedrich Vergenius - Dr. Johann Rudolph Sachs 1719 - Subst.: Dr. J. N. Schmid
Prozeßart: Mandati de exequendo propria iudicata cum clausula
Instanzen: RKG 1712 - 1723 (1708 - 1719)
Beweismittel: Urteil vom 31. Okt. 1708 (Q 3). Reskript vom 27. Feb. 1709 (Q 4). RKG-(Bei-)Urteil vom 20. Feb. 1719 (Prot.).
Beschreibung: 22 Bl., gebunden; Q 1 - 8. Vgl. RKG 1878 (G 29/58), 1879 (G 30/59), 1880 (G 31/60) und insbesondere 1882 (G 33/62), der das Urteil zum vorliegenden Prozeß enthält.




1723 (1686 - 1723)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen ein Dekret in Liquidationssachen vom 20. März 1722 und Klage wegen Verschleppung der Vollstreckung des rechtskräftigen Urteils der Vorinstanz vom 31. Okt. 1708 und wegen fortgesetzter Usurpation der Hälfte des Hauses Horst mit seinen Lehnsgütern zu Hilden und Haan.

Aktenzeichen : G 33/62

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erben des Werner von Galen zu Muchhausen und der Agnes Schenck von Nideggen, namentlich Ambrosius Bernhard von der Reven und Johann Friedrich von Bottlenberg gen. Kessel zu Caspersbroich, (Bekl.)
Beklagter: Sämtliche Erben Schenck von Heyer (Hägeren) zu Horst (Stadt Hilden), namentlich F. T. Schenck von Nideggen und Johann Bongard namens seiner Gattin, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Rudolph Sachs 1723 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann iunior
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1723 - Subst.: Lic. J. P. Thonet
Prozeßart: Appellationis item citationis ad videndum sc. declarari in poenam mandato insertam
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1722) - 2. RKG 1723 (1686 - 1723)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteil vom 5. Feb. 1729 zu RKG 1881 (G 32/61) (9-13).
Beschreibung: 2 cm, 89 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst; Prot. ohne Eintragungen, 24 Aktenstücke prod. 21. Juni, 13. Sept., 4. Okt., 22. Okt. und 10. Nov. 1723. Vgl. insbes. RKG 1881 (G 32/61).




1694 - 1736 (1624 - 1737)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen ein Interlokut der Vorinstanz vom 12. Feb. 1690, das den nunmehrigen Appellanten auferlegte, den Ehevertrag zwischen Johann Henrich Schenck von Nideggen zu Horst und Wilhelmina Quadt von Wickrath von 1624, einen Vergleich von 1660 und mehrere Quittungen im Original vorzulegen. Gestützt auf diese Urkunden, klagte der nunmehrige Appellat auf Rückzahlung der Aussteuer der Wilhelmina Quadt von Wickrath über 4000 Goldgulden und 1250 köln. Tlr. oder aber auf Übertragung der als Sicherheit für die Mitgift verpfändeten Güter des Hauses Horst (Stadt Hilden). Die Mitgift sollte beim Aussterben dieses Zweiges der Familie Schenck von Nideggen an die Familie der Wilhelmina Quadt von Wickrath zurückfallen. Mit dem kinderlosen Tod der Sophia Judith Schenck von Nideggen, verheiratet mit Wilhelm Salentin von Ketzgen, starben die Schenck von Nideggen aus, so daß nun der Appellat als nächster Verwandter der Wilhelmina Quadt von Wickrath - er war ein Enkel von Johann Wilhelm Quadt von Wickrath, des Bruders der Wilhelmina - Anspruch auf die Mitgift erhob. Er wandte sich mit seiner Schuldforderung an die Appellanten als den Zweig der Familie Schenck von Nideggen, dem mit dem RKG-Urteil von 1686 das Haus Horst ganz und dessen Zubehör zur Hälfte zugesprochen worden ist. Die Appellanten weigern sich, die Aussteuer zurückzuzahlen, da die Verpfändung der zum Haus Horst gehörenden Güter ohne Einwilligung des Erzbischofs von Köln, des Lehnsherrn, geschehen sei, sie das Haus Horst bisher nicht in Besitz genommen hätten und im übrigen eine Frau von Bodelschwing als Mobiliarerbin der Sophia Judith Schenck von Nideggen zur Zahlung der Schulden verpflichtet sei.

Aktenzeichen : G 37/67

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erben des Werner von Galen zu Muchhausen und der Agnes Schenck von Nideggen, namentlich Johann Friedrich von Bottlenberg (Bodlenberg) gen. Kessel zu Caspersbroich (Caspersbruch), die verwitwete Freifrau von der Reven, geb. Freiin von Virmondt (Virmund) zu Neersen (Stadt Mönchengladbach), die Witwe S(ophie) D(orothea) von Bottlenberg gen. Kessel, geb. von Calkum gen. Lohausen, M. A. von Bottlenberg gen. Kessel, W. W. von Vercken (weitere in Q 16 genannt), (Bekl.)
Beklagter: Johann Wilhelm Quadt von Büllesheim zu Großbüllesheim, seit 1725 C. von Herminghausen zu Miel (Myhl) namens seiner Gattin, verwitwete von Quadt, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Roleman 1694 - Subst.: Dr. F. H. von Gülich - Dr. Johann Rudolph Sachs 1726 - Subst.: Dr. J. H. Scheurer - Lic. Johann Melchior Deuren 1735 - Subst.: Lic. S. H. Gondela Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1694 - Subst.: Dr. Krebs - Lic. Konrad Franz von Steinhausen 1725 - Subst.: Lic. J. C. Wigandt - Dr. Ludwig Ernst Hert 1726 - Subst.: Lic. J. C. Wigandt - Dr. Georg Melchior Hofmann iunior 1735 - Subst.: Dr. Johann Paul Besserer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1692 - 1694 - 2. RKG 1694 - 1736 (1624 - 1737)
Beweismittel: Ehevertrag von 1624 zwischen Johann Henrich Schenck von Nideggen und Wilhelmina Quadt von Wickrath (39-53). Vergleich von 1660 zwischen Wilhelm Henrich Quadt von Wickrath und Großbüllesheim und den Kindern der Wilhelmina Quadt, nämlich Anna Maria, Gudula Katharina, Katharina Barbara, Sophia Judith und Otto Wilhelm Schenck von Nideggen (90- 96). Verschiedene Quittungen (97ff.). Urkunde des Erzbischofs Maximilian Heinrich von Köln von 1664 für Otto Wilhelm Schenck von Nideggen betr. Rückfall der mütterlichen Mitgift an die mütterliche Familie (Q 14b).
Beschreibung: 5,5 cm, 266 Bl., gebunden; Q 1 - 30, 5 Beilagen prod. 9. und 21. Jan. 1737. Vermerk im Findbuch: „acc. I 7/67“.




1750 - 1797 (1372 - 1797)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Lehnsnachfolge in Haus Horst mit seinen Pertinenzien zu Hilden und Haan und um die Qualität des Lehen zwischen den Nachfahren des Werner von Galen und der Agnes Schenck von Nideggen. Graf Adam von Velbrück hatte 1725 nach dem Tod des Freiherrn Ambrosius Bernhard von der Reven als dessen nächster männlicher Erbe um die Belehnung mit dessen Anteil am Haus Horst gebeten. Die 1. Instanz erkannte mit Urteil vom 19. Sept. 1749 von Velbrücks Lehnsnachfolge an. Obgleich sich die unterliegenden Verwandten an das RKG beriefen, verhandelte die 1. Instanz bis 1793 weiter. Involviert ist auch der kurpfälz. Geheimrat und Hofkammerdirektor von Lemmen, der als Gläubiger einige Lehnsgerechtigkeiten besitzt.

Aktenzeichen : G 65/108

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Werner von Galen zu Muchhausen und der Agnes Schenck von Nideggen, namentlich die Freiherren (u. a. Johann Diedrich) von Bottlenberg gen. Kessel zu Hackhausen und Casparsbroich und Konsorten (weitere Erbnachfolger in Q 126 - 128 genannt), (Kl.)
Beklagter: Kurköln. Kammer- und lehnsfiskalischer Anwalt sowie Graf Adam Velbrück (Velbrugg) zu Garath (Stadt Düsseldorf), kurpfälz. Geheimrat, (Bekl.: zunächst von Schenck und der lehnsfiskalische Anwalt)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Christoph Bolles 1750 - Subst.: Lic. Caesar Scheurer - Dr. Johann Paul Besserer 1751 - Subst.: Lic. Johann Eberhard Greineisen - Dr. Ernst Karl Christian Fischer 1752 - Subst.: Lic. Simon Henrich Gondela - Lic. Johann Jakob Christian Dietz 1793 - Subst.: Dr. Wilhelm Christian Rotberg
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1750 - Lic. Franz Christoph Bolles [1750] 1757 (für den Ebf. von Köln) - Subst.: Lic. Johann Adam Bissing - Lic. Johann Wilhelm Weylach [1757] 1759 (für den Ebf. von Köln) - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt - Dr. Franz Philipp Felix Greß [1784] 1794 (für den Ebf. von Köln) - Subst.: Dr. Johan Wilhelm Mainone
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn 1725 - 1749/1793 - 2. RKG 1750 - 1797 (1372 - 1797)
Beweismittel: Genealogie der Lehnsinhaber von Horst, Hilden und Haan, beginnend bei Wilhelm Diederich von Elverfeldt (Q 8). Belehnungsurkunden des Erzbischofs von Köln für Krafft von Elverfeldt 1372 (Q 9), für Otto Schenck von Nideggen 1562 (Q 10) und 1572 (Q 11). Vertrag des Otto Schenck von Nideggen mit seinen Kindern aus der 1. Ehe mit Anna (Agnes) Quadt 1589 (Q 12). Genealogie des Appellaten Adam von Velbrück (Q 36). Erbvergleich von 1696 (Q 39). Kautionsschein (Q 46). RKG-(Bei-)Urteile vom 19. Feb./13. März 1751 (Q 50). Belehnung des Konrad von der Horst 1404 (Q 53), des Bertram von Plettenberg 1504 (Q 54), des Wilhelm Quadt 1523 (Q 55). Lehnsbrief und zugleich Weistum zu Hilden und Haan von 1505 (Q 57). Urkunde der Coena von Elverfeldt, Tochter des Krafft von Elverfeldt und Schwägerin des Konrad von der Horst, von 1403 (Q 61). Genealogie der Appellaten und Appellanten, beginnend bei Agnes Schenck von Nideggen und Werner von Galen (Q 64). Prozeßkostenrechnung (Q 80). RKG-Mandat vom 6. Okt. 1757 (Q 91). Originales RKG- „Mandatum cassatorium et inhibitorium ut et non trahendo causam in camera imperiali pendentem ad aliud forum ...“ vom 20. Sept. 1757 (Q 93). RKG-(Bei-)Urteil vom 12. Mai/23. Mai 1758 (Q 96). RKG- Mandat vom 6. Okt. 1759 mit mehreren Beiurteilen (Q 100c). Insinuationsgebühren (Q 102). Originales RKG-(Bei-)Urteil vom 20./25. Sept. 1793 (Q 125). Kautionsschein (Q 135 und Q 137). RKG-(Bei-)Urteile vom 18. Sept. und 27. Nov. 1750, 19. Feb. und 16. Juli 1751, 16. Sept. 1757, 4. Feb., 12. Mai, 7. Juli und 22. Dez. 1758, 24. April und 17. Juli 1759 und 20. Sept. 1793 (Prot.). Genealogien (II 30, III 334). In den Bänden II und III weitere Dokumente zur Geschichte des Hauses Horst und seiner Inhaber.
Beschreibung: 4 Bde.; Bd. I: 4,5 cm, 188 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst, Prot. ein Teil der Priora von 1725 - 1793, zahlreiche Beilagen von 1765 - 1794; Bd. II: 4 cm, 267 Bl., gebunden, Teil 1 der Priora von 1726 - 1749; Bd. III: 9,5 cm, Bl. 268 - 917, gebunden, Teil 2 der Priora von 1749 - 1793; Bd. IV: 11 cm, 533 Bl., gebunden, Q 1 - 102, 104 - 139, 142 - 144, Q 103*, 140 und 141* fehlen. Vgl. RKG 1878 (G 29/58), 1879 (G 30/59), 1880 (G 31/60), 1881 (G 32/61), 1882 (G 33/62) und 1883 (G 37/67).




1732 - 1733 (1730 - 1733)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streitgegenstand ist das „Krahwinckelsgut“ im Kirchspiel Bedburgdyck bei Wallrath (Kr. Grevenbroich), lehnbar zur Reichsherrschaft Dyck, das der Kläger 1730 vom Freiherrn Franz Sigismund von Rossum mit Einwilligung des Lehnsherrn, des Grafen von Salm-Reifferscheid-Dyck, gekauft hat. Der Kläger sei formgerecht mit dem Gut belehnt worden und habe ein Jahr lang die Pachtzahlungen erhalten. Nun habe der Lehnsherr die Pächter angewiesen, weitere Zahlungen einzustellen, da er gegen Rückzahlung der Kaufsumme das Gut wieder an sich ziehen wolle. Der Kläger möchte das Gut behalten. Der Beklagte wendet ein, daß er als „dominus directus“ von seinem „ius retractus“ Gebrauch machen dürfe und die Sache in erster Instanz nicht vor dem RKG, sondern vor der reichsgräflichen Lehn- und Mannkammer verhandelt werden müsse.

Aktenzeichen : G 77/138

Enthaeltvermerke : Kläger: Ludwig von Gall (Gal), Memorialmeister, Bürger und Ratsverwandter von Köln
Beklagter: Graf Augustus Eugenius Bernardus zu Salm-Reifferscheid-Dyck zu Dyck (Kr. Grevenbroich)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigandt 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler (1732)
Prozeßart: Mandati de manutenendo et non turbando in possessione praedii empti sine clausula
Instanzen: RKG 1732 - 1733 (1730 - 1733)
Beweismittel: Botenlohnschein (Q 3). Kaufvertrag von 1730 (Q 6). RKG- Urteil vom 27. März 1733 (Q 10).
Beschreibung: 41 Bl., lose; Q 1 - 11.




1715 - 1722 (1687 - 1719)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nullitätsklage gegen ein Urteil der jül.-berg. Regierung bzw. des Geheimen Rats vom 26. Nov. 1714 in den Liquidationssachen Vignon ./. Gangelt, wonach die Erben Gangelt 876 Rtlr., 36 Albus, 2 4/5 Heller (zu je 80 köln. Albus) an die Erben Vignon zurückzahlen müssen. Hintergrund des Streits ist eine Obligation über 2000 Rtlr. von 1666, wofür die Vignon den Gangelt eine Rente von 125 Rtlr. und als Sicherheit die Zinse oder Pachten der sogenannten Einhauser Ländereien zu Rödingen (Kr. Jülich) im Amt Kaster verschrieben haben. Nachdem die Zinszahlungen in Rückstand geraten waren, wurden die Gangelt, obgleich 1680 - 1690 und 1698 verschiedene Zahlungen erfolgten, 1699 in einige Morgen Land (48 oder 59 Morgen) eingewiesen. Die Witwe Vignon verklagte später die Erben Gangelt, vermutlich wegen Überbezahlung der Obligation. Die Erben Gangelt fühlen sich durch das oben genannte Urteil insofern „graviert“, als die Schuldverschreibung von 1666 für erledigt erklärt wird ( „mortificatio“ des Kapitals), ihnen die Ländereien entzogen werden und sie die zuviel empfangenen Gelder zurückzahlen müssen.

Aktenzeichen : G 84/172

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Peter von Gangelt zu Jülich, namentlich Adam von Gangelt und Adam Grauman
Beklagter: Erben des Henrich Vignon, teilweise zu Maastricht (NL)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Diedrich Hofmann senior 1715 - Subst.: Dr. Henrich Dietz - Dr. Georg Melchior Hofmann 1719 - Subst.: Lic. J. P. Thonet
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Ernst Hert 1716 - Subst.: Lic. J(ohann) C(hristian) Wigandt - Lic. Johann Goy 1718 - Subst.: Lic. A. J. Stephani
Prozeßart: Citationis ad videndum deduci principaliter nullitates cum inhibitione et compulsorialibus
Instanzen: RKG 1715 - 1722 (1687 - 1719)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteil vom 26. Juni 1716 (Q 21). Kostenrechnung für die Abschrift der Vorakten (Q 26). RKG-(Bei-)Urteil vom 16. Juli 1717 (Q 29). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 17. Mai 1718 (Q 36). Rechnung betr. Zinse (Q 44 und 47). RKG-(Bei-)Urteile vom 16. März 1716, 20. April 1717, 16. Juni 1717 und 28. März 1718 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 134 Bl., lose; Q 1 - 49.




1647 - 1658 (1641 - 1658)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist eine Schuldforderung der nunmehrigen Appellaten. Gemäß dem 1641 öffentlich dargelegten und unwidersprochenen Rechenschaftsbericht des Adam Damen des Älteren über seine Amtszeit als Bürgermeister von 1627 - 1628 schulde die Stadt Gangelt diesem bzw. dessen Erben 866 Rtlr. Die 1. Instanz erkannte in der extrajudizial verhandelten Liquidationssache mit Urteil vom 28. Juni 1647 die Schuldforderung der damaligen Kläger an, abzüglich der bereits erfolgten Schuldrückzahlungen seitens der Stadt Gangelt. Das RKG bestätigt mit Urteil vom 7. Juli 1656 das erstinstanzliche Urteil.

Aktenzeichen : G 85/173

Enthaeltvermerke : Kläger: Schützenmeister und Bürger zu Gangelt (Selfkantkr. Geilenkirchen- Heinsberg) (namentlich in Q 11 und Q 16), (Bekl.)
Beklagter: Erben des Adam Damen des Älteren (Dhamen, Daemen, Dham), ehemaligen Bürgermeisters und Schöffen zu Gangelt, namentlich seine Schwiegersöhne und Söhne Lambert Cupers (Küper), Gerichtsschreiber zu Born, namens seiner Gattin Gertrud Damen, Adam Damen, jetziger Bürgermeister zu Gangelt, Kortt Damen und Hermann Schall, Bürgermeister, namens seiner Gattin Elisabeth Damen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Konrad Blaufelder (1647) - Dr. Johann Ulrich Stieber 1656 - Subst.: Dr. Johann Roleman 1657
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff, Rat des Pfalzgrafen, 1647 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) und 1656 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz 1656 - Dr. Johann Georg von Gülchen 1648
Prozeßart: Appellationis, nunc (1656) executionis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1645 - 1647 - 2. RKG 1647 - 1658 (1641 - 1658)
Beweismittel: RKG-Urteil bzw. „Mandatum de exequendo“ vom 13. März 1657 (Q 15). RKG-Endurteil vom 7. Juli 1656 (Q 18). RKG-(Bei-)Urteile vom 13. Dez. 1655 und 2. April 1658 (Prot.). Rechnungslegung über die Amtszeit von 1627 - 1628 (II 22-55). In Bd. II befinden sich diverse Rechnungen.
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 54 Bl., lose, Q 1, 3, 5, 7 - 22, es fehlen Q 2 und Q 4*, 3 Beilagen und 1 Beilage prod. 7. Dez. 1647; Bd. II: 7 cm, 443 Bl., gebunden, Q 6 (Priora: Extrajudizial-Acta). Teilweise beschädigt.




1734 - 1736 (1722 - 1736)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 14. Aug. 1733, das dem damaligen Beklagten auferlegte, die von ihm errichteten kleinen Wehren, insoweit diese in die Sieg hineinreichen, abzubauen, das große Wehr bei einer Brüchtenstrafe von 10 Goldgulden nicht über die in einem Vergleich von 1724 vereinbarte Länge und Höhe hinaus in den Fluß hinein zu erweitern und den nesselrodischen Mühlenpächter nicht mehr zu behindern. Gansauer leitete durch die Errichtung der Wehren seiner Mühle so viel Wasser aus der Sieg zu, daß die Mahlmühle des Grafen von Nesselrode zu Hundhausen (Gem. Windeck, Rhein-Sieg-Kr.) durch den niedrigen Wasserstand beeinträchtigt wurde. Der Graf von Nesselrode verklagte daher Gansauer vor der 1. Instanz wegen Verstoßes gegen die jül.-berg. Polizeiordnung und wegen Mißachtung des zwischen ihm und Gansauer geschlossenen Vergleiches von 1724 über das große Wehr. Einrede wegen Unterschreitung der Appellationssumme.

Aktenzeichen : G 87/181

Enthaeltvermerke : Kläger: Winckel Gansauer (Ganßawer) zu Hahnenbach (Gem. Windeck, Rhein-Sieg-Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Graf Franz Karl von Nesselrode zu Ehreshoven, jül.-berg. Hofkammerpräsident und Geheimer Rat zu Düsseldorf, (Kl.: ders. und sein Müller zu Hundhausen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1734 - Subst.: Lic. Wilhelm Maximilian Brack
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler 1734
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1731 - 1733 - 2. RKG 1734 - 1736 (1722 - 1736)
Beweismittel: Insinuationsgebühren (Q 9). Auszüge der jül.-berg. Revisionsordnung 1727 und der Polizeiordnung (in Q 25). Quittung (Q 26). Auszug aus derjül.-berg. Polizeiordnung (Q 28).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 3 cm, 139 Bl., lose, Q 1 - 21, 23 - 28, es fehlen Q 22* und Q 29*, 2 Beilagen prod. 3. Sept. 1736; Bd. II: 3,5 cm, S. 1a - 345, gebunden und dazu einliegend noch verschlossene und mit einem ungeöffneten Anschreiben versehene Priora prod. 31. Aug. 1735.




1676
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Justizverweigerung und auf Exekution eines Urteils des Abts von Kornelimünster vom 7. Aug. 1673 sowie auf Einstellung des unzulässigen und widerrechtlichen Appellationsverfahrens vor dem Offizial zu Köln.

Aktenzeichen : G 88/184

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm Ganser und Konsorten: Haupt- und Landleute zu Kornelimünster (Kr. Aachen) als Interessenten
Beklagter: Kurfürstl. köln. Offizial zu Köln und Johann Klobert zu Büsbach (Stadt Stolberg, Kr. Aachen), Einwohner von Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann K(onrad) Albrecht (1676)
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii sine clausula
Instanzen: RKG 1676
Beschreibung: 9 Bl., gebunden; Q 1, 4 - 6, es fehlen Q 2* und Q 3*. Vgl. RKG 1890 (G 89/185).




1676 (1673 - 1677)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vollstreckung des am 7. Aug. 1673 durch den Abt von Kornelimünster gefällten Urteils in Sachen Johann Klobert (Klubbert) ./. Wilhelm Ganser im Streit um das Testament des Blasius Klobert.

Aktenzeichen : G 89/185

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm Ganser und Konsorten: Philipp Kalt und Mattheiß Corr
Beklagter: Abt Johann Dietherich von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. J(ohann) K(onrad) Albrecht 1676 - Subst.: Dr. Högele
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johannes Eichrodt (1676)
Prozeßart: Mandati de exequendo cum clausula
Instanzen: RKG 1676 (1673 - 1677)
Beschreibung: 28 Bl., gebunden; Q 1 - 5, 6 Beilagen prod. 18. Aug. 1676, 29. Jan. und 26. April 1677. Vgl. RKG 1889 (G 88/184).




1723 - 1727 (1662 - 1724)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anlaß des Streits sind wenige Morgen Gras- und Ackerland, versetzte Erbstücke der Helena Stockem und ihrer Söhne Theis und Henrich Ganser, die der verst. Wilhelm Ganser 1662 für seine Verwandten eingelöst und danach von diesen als Unterpfand erworben hat. Es handelt sich um Güter, die zum Ritterlehnsgut „Stokkem/Stockum/Stockheim“ bei Breinig gehören. 1692 hat sich Wilhelm Ganser wegen ausbleibender Pensionszahlungen in die Erbstücke einweisen lassen. 1719 kaufte Bartholomäus Esser von Verwandten der Appellanten das Stockemer Lehen. Seit 1720 verhandelte die 1. Instanz wegen Heimfalls des Lehens (Caducität). Am 3. Juli 1722 erwirkte Bartholomäus Esser den Bescheid, daß die Erben Ganser eine Rechnung über ihre Ausgaben, Kontributionen, Kriegslasten u. ä. bzgl. der streitigen Ländereien anfertigen sollen, da er gegen Bezahlung des „Versatzpfennigs“ an die Erben Ganser in den Besitz des Stockemer Lehens kommen will. Dagegen berufen sich die Erben Ganser an das RKG.

Aktenzeichen : G 90/187

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben des Wilhelm Ganser, namentlich Johann, Peter, Henrich und Agnes Ganser, Einwohner von Kornelimünster (Kr. Aachen) zu Breinig (Gem. Kornelimünster), (Bekl.)
Beklagter: Bartholomäus Esser, Landempfänger zu Kornelimünster, als Lehnsträger des „Stockemer“ Lehens und Johann Christian Cramer, Vizemannrichter zu Kornelimünster, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1723 - Subst.: Lic. J. P. Thonet
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1723 - Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio, cassatorio, inhibitorio et restitutorio sine clausula
Instanzen: 1. Abt, Mannrichter und „Pares curiae“ von Kornelimünster 1720 - 1722 - 2. RKG 1723 - 1727 (1662 - 1724)
Beweismittel: Versatzbriefvon 1662 (Q 10). Obligation von 1622 (Q 11). Auszug aus dem Ritterlehnsprotokoll von 1720 (Q 13). Quittungen (Q 18). Kautionsschein (Q 30). Verzeichnis der 1722 beschlagnahmten Erträge (Q 37). Kaufbrief 1719 (Q 39). Depositionsschein (Q 40).
Beschreibung: 4 cm, 212 Bl., lose; Q 1 - 41.




1715 - 1727 (1675 -1727)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen das Urteil der Vorinstanz vom 7. Dez. 1714 in „Landmaß- und Aestimationssachen“ des Kirchspiels Lüttringhausen, wodurch ein neuer, für die Appellanten ungünstigerer Steuerfuß festgeschrieben worden ist. Das Urteil bedeutet für die Appellanten eine leichte Steuererhöhung und für die Appellaten eine Steuersenkung im Vergleich zu dem 1675 zwischen den Parteien vereinbarten Steuersatz. Die Appellanten klagen gegen eine undifferenzierte Steuertaxe für lehns- und kurmutspflichtige Güter, eine zu hohe Belastung der Lehns- und Kurmutsgüter und die mangelnde oder zu geringe Besteuerung einiger Waldungen. Sie beantragen die Beibehaltung des Steuerfußes von 1675. Der Pfalzgrafbei Rhein sieht in diesem Prozeß eine Bedrohung seines „ius erigendi matriculam“ und seiner Territorialhoheit über das Herzogtum Berg, weigert sich daher, die „Priora“ herauszugeben, und läßt die Steuer gewaltsam eintreiben. Der Vergleich von 1675 sei nur ein Interimsvertrag gewesen, die neue Steuereinschätzung sei auf Antrag der Parteien geschehen und die Steuergleichheit gewahrt worden. Das RKG urteilt am 23. Feb. 1718, daß die Steuerproportion von 1675 zwar geändert werden muß, aber ohne weitere Anhörung der Parteien die Steuererhebung noch nicht nach dem neuen Heberegister erfolgen darf.

Aktenzeichen : G 98/230

Enthaeltvermerke : Kläger: Bevollmächtigte der Garshagener und Wallbreckener Honschaften bzw. Eingesessenen (Remscheid-Lüttringhausen) und Konsorten: die Hackhausener (Haxhausener) lehns- und kurmutspflichtigen Untertanen
Beklagter: Bevollmächtigte der „Hegener“ bzw. Hohenhagener (Stadt Remscheid) und Erbschlöher Honschaften (Stadt Wuppertal)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1715
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz von Steinhausen (für den Pfalzgrafen bei Rhein) 1716 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser - Dr. Johann Rudolph Sachs (für den Pfalzgrafen bei Rhein) [1719] 1726 - Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurpfälz. Kriegs- und Steuerkommissare zu Düsseldorf (1714) - 2. RKG 1715 - 1727 (1675 -1727)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz vom 7. Dez. 1714 (Q 4). RKG- (Bei- )Urteil bzw. „Ulteriores compulsoriales“ vom 15. Juli 1715 (Q 12). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium, cassatorium, inhibitorium et restitutorium sine clausula“ vom 15. Juli 1715 (Q 13). Die sogenannten „Hundert Zettel“ des Kirchspiels Lüttringhausen bzw. Steuerregister (Q 20). Heberegister von 1683 (Q 21). RKG-Beiurteil bzw. „Arctiores compulsoriales cum citatione ad videndum ...“ vom 2. Okt. 1715 (Q 29). RKG-Beiurteil bzw. „Mandatum ulterius attentatorum revocatorium, cassatorium ...“ vom 10. Feb. 1716 (Q 37). Ausschreibung der Wallbreckener und Garshagener Honschaften (Q 50). Steuertaxe von 1716 (Q 51). Steuervergleich von 1675 (Q 56). Aufweisung der Diskrepanz zwischen den Steuermatrikeln von 1675 und 1715 (Q 72). RKG- (Bei-)Urteil vom 17. Juli 1719 (Q 75). Hebezettel der Wallbreckener Honschaft von 1719 - 1720 (Q 79). RKG-(Bei-)Urteil vom 16. Mai 1721 (Q 89). Vergleich zwischen dem alten, neuen und modifizierten Steuerfuß (Q 94). RKG- (Bei-)Urteile vom 23. Feb. 1718, 22. Nov. 1719, 17. Juli 1720, 18. März und 16. Dez. 1723 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 9,5 cm, Bl. 1 - 285, lose, Q 1 - 65; Bd. II: 9,5 cm, Bl. 286 - 532, lose, Q 66 - 114, zahlreiche Beilagen von 1719 - 1727; teilweise beschädigt.




1555 - 1566 (1497 - 1562)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Auflösung oder Nichtfortsetzung eines Pachtvertrags über 12 3/4 Morgen Artland für 4 Malter und 3 Summer Korn nach Bonner Maß, der 1497 zwischen dem Bürgermeister und Rat der Stadt Bonn als Provisoren des Leprosenhauses und den Eheleuten Pawen und Grietgen Rommelshoven auf 20 Jahre geschlossen und später mit deren Schwiegersohn Naes uff der Kollerportzen verlängert worden ist. Als Gründe für die Auflösung des Pachtverhältnisses werden rückständige Pachtzahlungen und die unstatthafte Unterverpachtung der 12 3/4 Morgen Artland an den Appellanten angegeben.

Aktenzeichen : G 99/231

Enthaeltvermerke : Kläger: Go(d)hart auf dem Garthen zu Rheindorf (Rindorp), (Kl.)
Beklagter: Provisoren der Leprosen auf der Höhe bei Bonn, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Michael von Kaden 1555 - Lic. Amandus Wolff 1555 - Lic. Philipp Seiblin (Siebeln) 1555 - Dr. Johann Deschler 1555 - Dr. Melchior Schwarzenberg 1555 - Dr. Kaspar Fychart 1555 - Dr. Anastasius Greineisen 1555 - Johann Feychell 1555
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Julius Mart 1555 - Dr. Melchior Schwartzenberger 1555 - Dr. Kaspar Fichart 1555
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hohes Gericht (Vogt und Schöffen) zu Bonn 1540 - 1541 - 2. Kurfürstl. Kammergericht zu Bonn 1542 - 1545 (?)- 3. Erzbischöfl. köln. Kommissare 1550 - 1555 - 4. RKG 1555 - 1566 (1497 - 1562)
Beweismittel: Pachtvertrag von 1497 (169-173).
Beschreibung: 3,5 cm, 202 Bl., gebunden; Q 1 - 6 und Priora mit Zeugenverhören.




1598 - 1607 (1572 - 1606)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Erbanteil des Reinhard von Paland an den Herrschaften Wildenburg und Nothberg (Berg) und insbesondere um den Hof und die Mühlen zu Embken (Kr. Düren). Reinhard von Paland war unter Verzicht auf seine Güter in den geistlichen Stand eingetreten und Archidiakon im Erzstift Trier geworden, hatte dann aber Anna von Hatzfeldt geheiratet. Nach Reinhards Tod heiratete dessen Witwe den Appellaten, der die „donatio propter nuptias“ aus der 1. Ehe seiner Gattin forderte. 1572 hatten Anna von Gertzen und Reinhard von Paland einen Vergleich über die Erbgüter geschlossen, der jedoch von Annas Söhnen Johann und Wilhelm von Paland nicht mehr eingehalten worden ist. Deren Oheim Reinhard von Paland sei zu einer „donatio propter nuptias“ gemäß den kirchlichen Rechten nicht berechtigt gewesen. Das RKG verurteilt am 14. April 1603 Anna von Gertzen wegen freventlicher Appellation zur Zahlung von 1 Mark lötigen Goldes und der Prozeßkosten.

Aktenzeichen : G 100/232

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna von Gertzen (Gartzen, Gärtz), Witwe von Paland(t) zu Berg, Bettendorf (Kr. Jülich) und Weisweiler (Kr. Düren)
Beklagter: Adolfvon Gymnich, Amtmann von Brauweiler (Kr. Köln), zu Köln auf dem Neumarkt
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar Morhardt 1598
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden 1598 - Dr. Walter Aach 1601
Prozeßart: Extraiudicialis appellationis
Instanzen: 1. Herzog Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und die jül. Räte bzw. Kanzlei zu Düsseldorf 1588 - 1597 - 2. RKG 1598 - 1607 (1572 - 1606)
Beweismittel: „ Laudum“ oder „Schiedsspruch“ der Kompromissare in der Streitsache Anna von Gertzen ./. Reinhard von Paland 1572 (in Q 12). Zeugenrotulus von 1573 in lateinischer Sprache mit Aussagen von Trierer Geistlichen (Q 13). Prozeßkostenberechnung (Q 17). RKG- „Executorialium“ des kaiserl. Fiskals vom 3. Feb. 1604 (Q 18). RKG-Urteile vom 14. April 1603 und 21. Juni 1605 (Prot.).
Beschreibung: 3 cm, 115 Bl., lose; Q 1 - 6, 9 - 20, es fehlen Q 7* und Q 8*, 3 Beilagen von 1603 und 1605. Prot. stark beschädigt.




1602 - 1616 (1499 - 1615)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um einen Fahrzins von 5 Viertel Roggen, zahlbar Montag nach St. Kunibertstag, vom Erbpachthof des Nonnenklosters St. Jorris zu Kinzweiler in der Herrschaft Berg an die Appellantin. Erbpächter des Hofs zu Obermerz ist der Appellat. Die Appellantin fordert die Entrichtung der seit 1594 rückständigen Zinsen oder die Einräumung des Hofs.

Aktenzeichen : G 101/233

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna von Gertzen (Gartz, Gartzen), Witwe von Paland zu Berg, Bettendorf (Kr. Jülich) und Weisweiler (Kr. Düren), seit 1611 deren Verwandte (namentlich in Q 22 aufgeführt), (Kl.)
Beklagter: Britt Hack (Haack), Bürger zu Freialdenhoven (Kr. Jülich), seit 1608 seine Witwe Barbara und deren 2. Gatte Robert Grosch, (Bekl.: ders. und das Stift St. Jorris)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar (Jaspar) Morhardt 1602 - Dr. Sigismund Haffner 1611
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1602 und 1615
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Langweiler ( „Lanckeler“) und Niedermerz ( „Merz“) in der Herrschaft Berg bzw. Laurenzberg 1599 - 1600 - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1600 - 3. Jül.- berg. Hofgericht zu Düsseldorf 1600 - 1601 - 4. RKG 1602 - 1616 (1499 - 1615)
Beweismittel: Erbpachtvertrag zwischen dem Nonnenkloster St. Jorris Beusch einerseits und Wincken von Hoengen, Sohn des Johann Winkken, und seiner Gattin Oetgen von Lanckeler andererseits von 1499 (32-38).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 4,5 cm, 145 Bl., lose, Q 1 - 3, 5 - 11, 14 - 18, 22 - 23, es fehlen Q 4*, 12*, 13*, 19*, 20* und 21*, 4 Beilagen prod. 3. März 1602 - 21. Dez. 1615; Bd. II: 3,5 cm, 235 Bl., gebunden, Priora aller Instanzen.




1611 - 1637 (1563 - 1637)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit insbesondere um Schloß „Wallraumsberg“ ( „Walramiberg“, Nothberg, Stadt Eschweiler, Kr. Aachen), das Anna von Gartzen nach dem Tod ihres Gatten Johann von Paland zu Berg und ihrer Söhne Johann und Wilhelm von Paland als Leibzüchterin innehatte und das nach ihrem Tod die Beklagten als Erben „ab intestato iure successionis“ gemäß dem jül. Erbrecht bzgl. agnatischer Patrimonialgüter beanspruchen. Die Beklagten haben Schloß „Wallraumsberg“ mit bewaffneter Gewalt in Besitz genommen. Dagegen erheben die Verwandten und Erben der Anna von Gertzen Klage wegen Landfriedensbruch und Restitution.

Aktenzeichen : G 102/234

Enthaeltvermerke : Kläger: Erben der Anna von Gertzen (Gartz, Gertzen), Witwe des Johann von Paland zu Berg: Johann von und zu Binsfeld, Amtmann zu Nideggen, Johann von Gymnich zu Vischel, Adam von Gymnich zu Kettenheim und Dam (Damian) von Harff zu Dreiborn (weitere Erben in der Beilage genannt)
Beklagter: Palandische Erben, d. h. die Erben des Wilhelm von Paland, Herrn zu Berg: Adolph von dem Bongardt, Landkomtur der Ballei Koblenz, Ritter des Deutschen Ordens, Herr zu Elsen, Mülheim und Oedekoven, Wilhelm von dem Bongardt zur Heiden, Christoffel von Rolshausen zu Türnich namens seiner Gattin Katharina von Paland zu Wachendorf, die Gebrüder und kurkölnischen Räte Wilhelm und Werner Quad zu Buschfeld, Wilhelm von Harff zu Alsdorf und Hürth, Pfandherr zu Schönforst, namens seiner Gattin Maria Schellardt von Obbendorf, Werner von Widdendorp zu Boisdorf namens seiner minderjährigen Kinder aus der Ehe mit Cäcilia von dem Bongardt zu Elmpt, Rittmeister Kaspar von Botberg, Gotthard von Harff zu Harff, Marsilius von Paland zu Wachendorf, Cäcilia von Paland zu Wildenburg, Reinhard von Geldern und Hattard von Paland zu Dalenbroch und Sirck (Sürth, Swicht), lothringischer Rat und Kammerherr
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sigismund Haffner 1611
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1611 - Dr. Christoph Riekker 1611
Prozeßart: Mandati de restituendo cum clausula una cum citatione ad videndum se incidisse in poenam ...
Instanzen: RKG 1611 - 1637 (1563 - 1637)
Beweismittel: Erbvertrag von 1563 betr. u. a. Schloß und Herrschaft Berg bzw. Laurenzberg (Kr. Jülich) und Nothberg zwischen Adam von Paland zu Wiebelskirchen (Wevelskirchen), Johann von Paland zu Bettendorf und Weisweiler, Amtmann von Wilhelmstein und Eschweiler, verheiratet mit Anna von Gertzen, und Hattard von Paland nach dem Tod des Johann von Paland, des Landdrosten des Herzogtums Jülich, und seiner Gattin Cäcilia von Hompesch (Q 17). Vertrag zwischen Hattard von Paland und Anna von Gertzen, Witwe des Johann von Paland, samt ihren Söhnen Johann und Wilhelm von Paland 1580 (Q 18). Nebenvertrag von 1563 zum Erb- und Teilungsvertrag vom selben Jahr betr. Wildenburg (Q 19).
Beschreibung: 2 cm, 116 Bl., lose; Q 1 - 22, 1 Beilage prod. 6. Juni 1637.




1773 - 1776 (1769 - 1776)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 21. Sept. 1772, das der Gemeinde Obergartzem die Erstattung der Wiederaufbaukosten für das Pfarrhaus nebst Scheuer und Stallungen auferlegte. Die Scheuer und Stallungen waren vor etwa 10 Jahren niedergebrannt, wobei auch das Dach des Pfarrhauses beschädigt worden war. Der Pastor habe daraufhin das ganze Pfarrhaus niederreißen und ein prächtiges, mit überflüssigem Zierat versehenes neues Pfarrhaus ohne Rücksprache mit der Gemeinde errichten lassen. Die Appellanten lehnen es ab, die Kosten dafür zu tragen, da der Pastor durch seine Hartherzigkeit gegenüber fremden Bettlern die Brandstiftung selbst verursacht habe und er, falls er die „decimas maiores“ besitzt, gemäß den „Statuta synodalia archiepiscopatus Coloniensis p.3 tit.7 cap.2 § 2“ die Baukosten für das Pfarrhaus allein tragen muß. Sie verweisen auf Parallelfälle, die zugunsten der Gemeinden entschieden wurden. Der Appellat beruft sich demgegenüber auf eine kurkölnische Verordnung und eine Verordnung der Kaiserin Maria Theresia von 1769, wonach die „decimatores“ zum Bau und zur Instandhaltung des Pfarrhauses verpflichtet seien. Als Pastor Nierfeld 1776 die Pfarrei wechselt, kommt der Prozeß zum Erliegen.

Aktenzeichen : G 105/237

Enthaeltvermerke : Kläger: Eingesessene zu Obergartzem (Gem. Veytal, Kr. Euskirchen) (namentlich in Q 1 und Q 11 genannt), (Bekl.)
Beklagter: Pastor Matthias Nierfeld zu Obergartzem, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Werner 1773 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Albert von Ruland 1774 - Subst.: Dr. Johann Philipp Gottfried von Gülich - Dr. Franz Karl von Sachs 1776 - Subst.: Dr. Kaspar Friedrich Hofmann
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Landschultheiß 1765 - 1768 - 2. Graf Franz Joseph Georg Ludwig zu Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein und die gräfl.- manderscheidisch-blankenheimische Hofgerichtskanzlei (Direktor und Räte) 1768 - 1772 - 3. RKG 1773 - 1776 (1769 - 1776)
Beweismittel: Botenlohnschein (Q 12 b). Verordnung Kaiserin Maria Theresias von 1769 betr. Unterstützung der Pfarrkirchen (Q 17). Auszüge aus verschiedenen Kirchenstatuten (in Q 14). RKG-(Bei-)Urteile vom 1. Juli 1773, 16. Juli 1774 (Prot.).
Beschreibung: 3,5 cm, 195 Bl., lose; Q 1 - 19.




1523 - 1544 (1512 - 1543)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderung von ursprünglich 700, dann 560 Goldgulden gegenüber den Kindern seines verst. Bruders Henrich Gartzweiler. Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz, die die verbleibende Schuld als geringer erachtete. Das RKG verurteilt am 10. Mai 1529 die Appellaten zur Zahlung der geforderten 560 Goldgulden, abzüglich von bereits entrichteten 8 Maltern Weizen, 7 Maltern Roggen (Rocken), 6 Maltern Hafer und 1 Malter Rübsamen.

Aktenzeichen : G 106/238

Enthaeltvermerke : Kläger: Paul Gartzweiler, Bürger von Aachen, (Kl.)
Beklagter: Gebrüder Dietherich und Paul Moren, Bürger zu Aldenhoven (Kr. Jülich), als Vormünder (Mutterbrüder) der Kinder des verst. Henrich Gartzweiler, ehemals Bürger zu Aldenhoven und Bruder des Appellanten, und seit 1531 Meister Konrad Hensen (Henß), Bürger von Köln, namens seiner Gattin Beilgen Gartzweiler und als Vormund für die unmündigen Kinder aus Henrich Gartzweilers 2. Ehe, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Drach 1523 - Dr. Simon Engelhart 1528 und 1540 - Lic. Christoph von Schwappach 1540 - Lic. Wolfgang Wolf 1540 - Lic. Bernhard May 1540
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoffel Hoeß (Haese) 1523 - Andreas Weiß 1523 - Dr. Johannes Drach 1523 - Lic. Christofferus Hyrtzhoeffer 1523 - Dr. Niklas Zynder (Ziner) 1523 - Dr. Friedrich Reffstock 1523 - Dr. Ludwig Ziegler 1531 - Lic. Johann Helffmann 1531 - Dr. Leonhard Hochmoller 1531 - Andreas Weiß 1531 - Dr. Wolf Weidtner 1531 - Dr. Leopold Dick (1532) - Dr. Philipp Baumann 1540
Prozeßart: Appellationis, nunc (1529) executionis
Instanzen: 1. Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Aldenhoven auf Unterweisung des Hauptgerichts (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1519 - 1523 - 2. RKG 1523 - 1544 (1512 - 1543)
Beweismittel: 2 Schuldscheine des Henrich Gartzweiler von 1512 (in Q 6). Zeugenverhör von 1526 vor RKG-Kommissaren zu Aachen (Q 11). RKG- „Executorialium“ vom 15. Juni 1530 mit dem Endurteil vom 10. Mai 1529 (Q 13). RKG-(Bei-)Urteile vom 6. Juni 1524, 19. Aug. 1528, 10. Mai 1529, 23. Okt. 1531, 28. Juni 1532, 20. Dez. 1538, 7. Mai 1539, 4. Feb. 1640, 30. März 1541, 21. Okt. 1541, 21. Juni 1542, 5. März 1543, 25. Juni 1543 und 7. Nov. 1543 (Prot.).
Beschreibung: 7,5 cm, 164 Bl., lose; Q 1 - 39. Der Prozeß enthielt aus zwei anderen Prozessen, nämlich aus RKG (G 107/239) in Sachen Paul Gartzweiler ./. Kinder und Erben von Hermann und Johann Pastor, der sich im Stadtarchiv Aachen befindet, das Protokoll mit den Quadrangeln Q 6, 15, 29 - 33, 35 - 47 und 1 Beilage prod. 29. Jan. 1522 - 17. Okt. 1550 und aus RKG 1899 (G 111/243) in Sachen Gartzweiler bzw. Paul Lewendall ./. Wilhelm Krummel 2 Aktenstücke prod. 7. Jan. 1585 ( „Ableinungh begerter Inhibition ...“ und „Articuli exceptionales non devolutionis ...“).




1583 - 1584 (1575 - 1588)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das Erbe des verst. Konen (von) Lewendall, dessen Tochter Katharina aus seiner ersten Ehe mit Anna von Bruch (Berch) mit Wernher Krümmel (Krummel) verheiratet gewesen sein soll, zwischen Wilhelm Krümmel (Krummel) von Boulich und den Kindern des Konen (von) Lewendall aus seiner zweiten Ehe mit Bela (von) Gartzweiler. Streitig sind ein Haus und ein Hof zu Pattern (Kr. Jülich). Die vormalig Beklagten sollten gemäß dem Urteil der Vorinstanz vom 29. März 1583 das Erbgut - ausgenommen den Zugewinn aus der zweiten Ehe - an Wilhelm Krümmel abtreten. Als sie sich dagegen an das RKG beriefen, untersagte ihnen die Vorinstanz mit Urteil vom 14. Mai 1583 die Appellation wegen Verstoßes gegen das kaiserliche Privileg für das Herzogtum Jülich. Die Appellanten bestreiten die Legitimität der appellatischen Ansprüche und das „ius succedendi“ des Wilhelm Krummel.

Aktenzeichen : G 111/243

Enthaeltvermerke : Kläger: Bela (Beil) von Garzweiler und ihre Söhne Paul und Johann Lewendall zu Pattern (Kr. Jülich) für sich und als Vormünder für die Kinder ihrer beiden Schwestern sowie Georg (Jürgen) von Stockheim (Stockum) und Konsorten, (Bekl.: Bela von Gartzweiler)
Beklagter: Wernher Krümmel (Krummel) von Nechtersheim (Kr. Schleiden) zu Boulich und sein Sohn Wilhelm Krümmel (Crummel), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Brentzlein 1583 - Dr. Johann Heinrich Firler 1585
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1583 - Lic. Philipp Seiblin 1583 - Dr. Johann Buntz 1583 - Dr. Johann Brentzlein 1583 - Dr. Bernhard Kuhorn 1583
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1575 - 1583 - 2. RKG 1583 - 1584 (1575 - 1588)
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 40 Bl., lose, Q 1 - 6, 8 - 12, 2 Beilagen prod. 7. Jan. 1585, die irrtümlich in RKG 1898 (G 106/238) lagen, und 4 Beilagen prod. Mai 1585 - 20. Juni 1588; Bd. II: 2,5 cm, 150 Bl., gebunden, Q 7 (Priora).




1620 - 1630 (1603 - 1627)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das Testament und das Erbe der Katharina Pixweck (Pitschweck), die dreimal verheiratet gewesen war, insbesondere um einen Zehnthof zu Arnoldsweiler (Kr. Düren). Die 1. Instanz sprach am 15. Okt. 1605 in Kompromißsachen Friedrich Schmidts (Schmitz) als Kläger und Widerbeklagter ./. Johann Engels und Konsorten als Beklagte und Widerkläger das „Laudum“ aus, daß 3/5 der von Katharina Pixweck im ledigen Stand erworbenen Patrimonialgüter und die Hälfte der in Katharinas Ehen mit Arnold Pixweck und Arnold Witzer erworbenen Güter gemäß Katharinas Testament vom 31. Dez. 1602 zugunsten des verst. Wehrmeisters Arnold Schmidts zu erstatten seien, während dem Martin auf der Gaßen als Schwiegersohn der Katharina Even und den Erben des Johann Huperts nur 2/5 der im ledigen Stand und die Hälfte der in den Ehen erworbenen Güter zuständen. Die 2. Instanz urteilte am 30. März 1612, daß es bei einem früheren „Laudum“ vom 4. Nov. 1574 zu belassen sei, wonach alle von Arnold Schmidts hinterlassenen Erbgüter dem Friedrich Schmidts einzuräumen seien und dieser von der Widerklage (Rekonvention) des Johann Even, Arnold Welter und Henrich Hamecher von Rödingen (Kr. Jülich) freizusprechen sei. Die 3. Instanz bestätigte diese Entscheidung mit Urteil vom 30. März 1620.

Aktenzeichen : G 114/248

Enthaeltvermerke : Kläger: Martin von der Gaßen und Konsorten, (Bekl.)
Beklagter: Friedrich Schmidts, Statthalter zu Merzenich (Kr. Düren), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröder (Schröter) 1620 - Dr. Johann Friedrich von Broich 1626
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Pistorius 1620 - Dr. Henrich Eylinck 1626 - Dr. Christophorus Rick 1626
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kompromissare 1605 - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1606 - 1612 - 3. Jül.-berg. Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1612 - 1620 - 4. RKG 1620 - 1630 (1603 - 1627)
Beweismittel: RKG- „Citatio ad reassumendum“ vom 22. Sept. 1626 (Q 19). Auflistung der Erbgüter (II 18-21). Zeugenaussagen (II 66-94, 107-116). Auflistung der Erbgüter der Katharina Pixweck nach ihren Herkünften (II 128- 140). Zeugenaussagen (II 171-186). Erbteilungsvertrag von 1603 (II 219-221). Zeugenaussage (II 287 - 293). „Laudum“ bzw. Vergleich vom 15. Okt. 1605 (II 300f.). Zeugenrotulus (II 551-592).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 44 Bl., lose, Q 1 - 11, 13 - 21, 1 Beilage von 1626; Bd. II: 12,5 cm, 733 Bl., gebunden, Q 12 (Priora).




1538 - 1539 (1536 - 1539)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Erbgüter des Bruders Peter Reydtmecher von Düren, Begarde zu Aachen, zu Puffendorf. Bruder Peter hatte 1536 seine dortigen Erbgüter seinem Schwager Johann Gast für 150 Rader Gulden (zu je 4 Rader Mark) erblich verkauft. Da Bruder Peter als Geistlicher nach jül. Recht keine Erbgüter veräußern durften, focht Dietherich Krantz den Erbkaufvertrag an und beantragte seine Beschuddung mit der Erbschaft. Die 1. Instanz erklärte mit Urteil vom 11. Sept. 1537 den Kaufvertrag für ungültig.

Aktenzeichen : G 115/255

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Gast zu Puffendorf, (Bekl.)
Beklagter: Dietherich Krantz (Kranß) zu Puffendorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunlin 1538 - Dr. Michael Barth 1538
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Michael Barth (1539)
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1537 - 2. RKG 1538 - 1539 (1536 - 1539)
Beschreibung: 1 cm, 25 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 8 Aktenstücke prod. 12. April, 20. Mai, 29. Aug. und 4. Nov. 1538, 7. März, 14. April und 27. Aug. 1539. Ein „Instrumentum executionis“, Q 2 prod. 17. Okt. 1548, in Sachen Johann Gast ./. Petrus von Wurde lag irrtümlich bei und wurde in RKG 1902 (G 116/256) eingeordnet.




1548 - 1551 (1545 - 1550)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen ein Urteil des Hauptgerichts Jülich vom 6. Juni 1545, verkündet durch das Gericht zu Freialdenhoven. Der Streitgegenstand ist nicht ersichtlich.

Aktenzeichen : G 116/256

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Gast zu Puffendorf
Beklagter: Peter von Wurde (Wyrde, Wirde, Werde)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoff von Schwapbach (Swabach) 1545 - Lic. Mauritius Breunlin (Breunle) 1545
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Mauritius Breunlin 1549
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich (? - 1545) - 2. RKG 1548 - 1551 (1545 - 1550)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteil vom 26. Okt. 1548, 7. Feb. 1549 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 13 Bl., lose; Q 1- 10. Q 2 lag irrtümlich in RKG 1901 (G 115/255).




1616 (1613 - 1617)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Injurienklage des Hermann von der Gathen gegen den 1615 verst. Georg (Jörgen) Mörs, dessen Schwager und Erbe Adrian Stipell den Prozeß fortführt. Mörs hatte den Kläger 1613 öffentlich des Ehebruchs beschuldigt. Es kam zu einer Schlägerei, bei der Georg Mörs verletzt wurde. Er klagte daher, ebenfalls vor dem Bürgermeistergericht, auf Schadenersatz, Schmerzensgeld und Erstattung des Arztlohns und erhielt mit Urteil vom 26. Jan. 1616 Recht. Am selben Tag erging vor der 1. Instanz mit dem Rat unparteiischer Rechtsgelehrter das Urteil, von dem sich Hermann von der Gathen an das RKG beruft. Er sollte nämlich das „iuramentum perhorrescentiae in forma“ gegen ihm verdächtige Ratspersonen ausschwören oder andernfalls zur Abschreckung für unflätiges Schmähen und ärgerlichen Lebenswandel zum Kerker ( „ad carceres“) und zum Narrenkasten verurteilt werden.

Aktenzeichen : G 118/260

Enthaeltvermerke : Kläger: Hermann von der Gathen, Bürger von Essen, (Kl.)
Beklagter: Adrian Stipell, (Bekl.: Georg Mörs, Schwager des Adrian Stipell)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröter (Schröder) (1616)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad Fabri (1616)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister und Rat der Stadt Essen 1613 - 1616 - 2. RKG 1616 (1613 - 1617)
Beweismittel: Priora mit Zeugenaussagen.
Beschreibung: 6,5 cm, 206 Bl., lose; Q 1 - 3, 3 Beilagen prod. 25. Sept. 1616, 13. Dez. 1616 (Priora) und 16. Sept. 1617.




1529 - 1534 (1512 - 1534)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um ein kleines Gut im Stift Rellinghausen (Stadt Essen), halb an der alten Ruhr gelegen, wohl Haus und Hof auf der Gatten.

Aktenzeichen : G 119/261

Enthaeltvermerke : Kläger: Elfgen (Else) auf der Gatten (Gathen, Gaeten) bzw. Nikolaus Dürer, Goldschmied und Bürger von Köln, namens seiner Frau Elfgen, zu Köln
Beklagter: Rixen, Witwe des Johann auf der Gatten, und ihre Kinder Johann und Barbara
Prokuratoren (Kl.): Dr. Adam Wernher Themar (1529)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad von Swapbach (Schwapbach) (1531) - Dr. Christoffel von Schwapbach 1534
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Richter und gemeine Standesgenossen des weltlichen Gerichts zu Rellinghausen (? - 1512) - 2. RKG 1529 - 1534 (1512 - 1534)
Beschreibung: 1 cm, 26 Bl., lose; Q 1 - 9, 4 Beilagen von 1531 - 1534. Sehr stark beschädigt.




1733 - 1742 (1606 - 1741)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits sind Schuldforderungen des Klosters Glindfeld über insgesamt 616 Rtlr. Kapital zuzüglich der rückständigen Zinszahlungen aufgrund verschiedener Kredite, die das Kloster dem verst. Kaspar Christoph von Gaugreben gewährt hatte. In Unkenntnis dessen, daß die Gebrüder von Gaugreben 1725 vor dem RKG einen Prozeß angestrengt hatten, klagte das Kloster vor dem kurkölnischen Offzial zu Köln als zuständiger Instanz. Dagegen erheben die Gebrüder von Gaugreben nun Klage auf Fortführung des Prozesses am RKG. Das RKG urteilt am 24. März 1741, daß der Prozeß zu kassieren und es bei einem 1732 durch den kurkölnischen Offizial erlassenen „Mandatum inhibitionis et arresti“ sowie einem Bescheid des Drosten von Westfalen vom selben Jahr zu belassen ist.

Aktenzeichen : G 124/278

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Ernst Christoph und Karl Friedrich von Gaugrebe zu Goddelsheim (Kr. Waldeck)
Beklagter: Gläubiger des verst. Kaspar Christoph von Gaugreben zu Godelheim, waldeckischen Landdrosten und Onkels der Kläger, und Konsorten, insbesondere das Kloster Glindfeld (Kr. Brilon) im kurkölnischen Amt Medebach und der Offizial zu Köln
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1733 - Dr. G. M. Hofmann iunior 1733
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ambrosius Josephus Stephani [1730]1733 - Subst.: Lic. J. C. M. J. Heeser iunior
Prozeßart: Mandati de non trahendo litem ad aliud forum sed eam prosequendo in camera imperiali sine clausula
Instanzen: RKG 1733 - 1742 (1606 - 1741)
Beweismittel: Auszug aus dem Protokoll des Gerichts zu Medebach in Sachen Kloster Glindfeld ./. Geb. Brüder von Gaugreben 1739 (Q 12). Obligation des Kaspar Christoph von Gaugreben von 1677 für Philipp Elmershaus von Eppe zum Reckenberg, Obrist über ein Regiment zu Fuß der Vereinigten Niederlande, betr. Verpfändung des Zehnten zu Grönebach (Kr. Brilon) für 112 Rtlr. (Q 13). Obligation desselben von 1683 für das Kloster Glindfeld betr. Verpfändung der Renten eines Hofs zu Grönebach für 60 Rtlr. (Q 14). Obligation desselben für das Kloster Glindfeld von 1699 betr. Verpfändung der Mühlenpacht zu Niedersfeld (Kr. Brilon) für 230 Rtlr. und weitere Obligation von 1702 betr. Verpfändung von Renten aus dem Hof des Klaus Nolten zu Niedersfeld für 50 Rtlr. (Q 15). Pfandverschreibung des Kaspar Bernd von Gaugreben von 1606 für Johann Stümmell, Bürger von Brilon (Q 16). Kaufvertrag des Johannes Wahlen, Bürgers und Wachtmeisters von Winterberg, von 1666 (Q 17). Gerichtskostenrechnung (Q 19). Quittungen der Kanzleihandschrift und des Taxeinnehmers am RKG (Q 20f.). RKG-(Bei-)Urteile vom 1. April 1740 und 24. März 1741 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 77 Bl., lose; Q 1 - 21.




1564 - 1565 (1543 - 1565)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Besitzstreit um den Zehnten der Pfarrkirche zu Dülken (Stadt Viersen, Kr. Kempen-Krefeld), namentlich zu Mackenstein, „Pipersloe“ und „Roßlede“. Das Nonnenkloster Neuwerk hatte zunächst Klage vor dem Offizial zu Köln erhoben, sich dann aber an der 1. Instanz in der Hoffnung auf einen Vergleich unter Vermittlung des Herzogs von Jülich eingelassen. Die 1. Instanz urteilte am 24. Nov. 1563, daß der streitige Zehnte dem Nonnenkloster gehöre. Das Berufungsverfahren am RKG wird 1564 eingestellt, weil ein Schiedsgericht am 25. Sept. 1564 den Schiedsspruch fällte, daß das Nonnenkloster Neuwerk der rechtmäßige Eigentümer des streitigen Zehnten sei.

Aktenzeichen : G 136/311

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Gladbach (Mönchengladbach), (Bekl.)
Beklagter: Meisterin und Jungfrauen des Klosters Neuwerk (Mönchengladbach), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Henrich Burckhart 1563
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Stahel 1564
Prozeßart: Appellationsprozeß
Instanzen: 1. Herzog von Jülich, Kleve und Berg bzw. seine Räte und Kommissare zu Düsseldorf 1559 - 1563 - 2. RKG 1564 - 1565 (1543 - 1565)
Beweismittel: Auflistung der Zehntpächter im Dülkener Kirchspiel (in Q 16). RKG-(Bei-)Urteile vom 28. Feb., 18. Aug. und 30. Aug. 1564 (Prot.). In den Priora lateinische Prozeßschriften und verschiedene Schreiben von 1543, u.a. des Erzbischofs von Magdeburg, zum Zehntstreit.
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2,5 cm, 57 Bl., lose, Q 1 - 10, 12 - 20, 22 - 23, 2 Beilagen, es fehlen Q 11* und 24; Bd. II: 3,5 cm, 176 Bl., gebunden, Q 21 (Priora). Lit.: Karl L. Mackes, Aus der Vor-, Früh- und Siedlungsgeschichte der Stadt Viersen, Viersen 1956, S. 224. E. Brasse, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Stadt und Abtei Gladbach, Bd. II, Mönchengladbach 1926, S. 142f.




1634 (1532 - 1634)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Zahlung einer jährlichen Erbpacht oder Kurmut, der sogenannten „Vastelabendshühner“, vom Grutersgarten oder Greutersgarten, auch Bungarten genannt, der außerhalb der Stadt Mönchengladbach vor der Weierpforte beim großen Weiher gelegen ist. Die Appellanten behaupten, daß sie bis 1573 oder 1574 die Abgabe erhalten hätten. Die 2. und 3. Instanz sprachenjedoch die Appellaten von der Forderung frei.

Aktenzeichen : G 137/312

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt und Konvent des Klosters Gladbach (heute Mönchengladbach), (Kl.)
Beklagter: Inhaber der Grutersgärten, namentlich Peter Vogts, Johann auf dem Pferdtsgraben, Johann Niepen, Drieß Philips und Dietherich Tyl (Thiel), (Bekl.)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) zu Gladbach 1616 - 1619 - 2. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1619 - 1622 - 3. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler, Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1622 - 1633 - 4. RKG 1634 (1532 - 1634)
Beweismittel: Auszug aus dem Hühnerregister des Klosters Mönchengladbach von 1532 - 1573 (II 24 - 29). Auszug aus dem Kurmutsbuch der Abtei von 1572 - 1615 (II 29 - 32). Zeugenverhör (II 122 - 131).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1 cm, 9 Bl., lose, Q 1 - 4; Bd. II: 4,5 cm, 211 Bl., gebunden, Q 5* (Priora).




1647 - 1660 (1274 - 1655)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Exemtion der klägerischen Pächter von ordentlichen und außerordentlichen Kontributionen, Landsteuern und anderen Lasten, insbesondere von den 1619 auferlegten Servisgeldern bzw. Gewinn- und Gewerbesteuern auf den 5. Morgen, und um das „ius collectandi“. Der Abt beansprucht die Steuerfreiheit seiner Halbleute im Territorium von Gladbach kraft des ihm als Erbgrundherrn zukommenden „merum et mixtum imperium“. Der Herzog von Jülich besäße lediglich in Nachfolge der Grafen von Kessel, Herren zu Grevenbroich, die „gladii potestas“. Der beklagte Pfalzgrafbei Rhein als Herzog von Jülich leitet jedoch aus dieser Gewalt eines Vogts, Schutz- und Schirmherrn das Recht der Steuererhebung ab. In einem Rezeß vom 28. Feb. 1646 beauftragte er Vogt und Schöffen von Gladbach mit der Kollektation und dem Empfang der Gewinn- und Gewerbesteuer auf den 5. Morgen von den Pächtern der Kläger. Der Prozeß am RKG endet durch einen 1658 zwischen den Parteien geschlossenen gleich.

Aktenzeichen : G 138/313

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt, Prior und Konvent der Abtei St. Vitus in Gladbach (Mönchengladbach)
Beklagter: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein, die jül. Kanzler und Räte zu Düsseldorf, Johann Hüls, Vogt von Gladbach, sowie sämtliche Gerichtsgeschworenen und Nachbarn zu Gladbach und Hardt (namentlich in Q 31)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Konrad Blawfelder (Blaufelder) 1647 - Lic. Bernhard Henning 1654
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1646
Prozeßart: Mandati poenalis cum clausula
Instanzen: RKG 1647 - 1660 (1274 - 1655)
Beweismittel: Lateinische Urkunde des Grafen Heinrich von Kessel von 1274 betr. Steuererhebung in der Pfarrei Gladbach (Q 14). Lateinische Urkunde des Grafen Walram von Jülich von 1290 betr. Vogtei von Gladbach (Q 15). Lateinische Urkunde des Grafen Walram von Kessel von 1304 betr. Zölle in der Pfarrei Gladbach (Q 16). Schrift über die erbgrundherrliche Gewalt und übrigen Erbgerechtigkeiten des Benediktinerklosters St. Vitus von Gladbach (Q 17). Formeln der Eide des Bürgermeisters, der Schöffen, der Geschworenen, des Land- oder Gerichtsboten und des Pförtners der Stadt Gladbach sowie der Lehnsleute der Abtei Gladbach (Q 18). Lateinische Urkunde des Grafen Heinrich von Kessel und seiner Frau Lisa von 1285 (Q 19). Auszug aus einem Vergleich zwischen Abt und Schöffen von Gladbach von 1636 (Q 29).
Beschreibung: 2 cm, 80 Bl., gebunden; Q 1 -33, 1 Beilage von 1646. Lit.: E. Brasse, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Stadt und Abtei Gladbach, Bd. II, Mönchengladbach 1926, S. 383ff.




1668 - 1670 (1613 - 1670)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen ein Urteil der Vorinstanz vom 1. Aug. 1667 und Klage gegen die Belehnung des Freiherrn von Virmond mit einem Teil des Gladbacher Lands, genannt die Donk, nahe bei Haus Neersen gelegen, und gegen die Abpfählung der Donk. Die Donk sei Lehen der Abtei und ihr kurmütig oder zehnt-, erbpacht- und zinspflichtig. Dem Appellanten stehe als Erbgrundherrn ferner das Justieren und Setzen von Waage, Maß und Gewicht für Brot, Fleisch, Wein und Bier, die Strafgewalt gegen Frevler, das Gericht durch seinen Schultheißen sowie die große und kleine Jagd zu. Der appellatische Freiherr von Virmond beansprucht die Donk mit Ziviljurisdiktion, Brüchten und Jagd als verlorengegangene, aber von seiner Familie innegehabte Appertinenz zur Vogtei Neersen.

Aktenzeichen : G 139/314

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Gladbach (Mönchengladbach)
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein als Herzog von Jülich und Freiherr Adrian Wilhelm von Virmond (Virmund)t zu Neersen (Kr. Kempen- Krefeld), pfalzneuburgischer Geheimer Rat und Kriegsgeneral
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht (1668)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1656] 1668 und 1669 - Subst.: J(ohann) L(eonhard) Schommartz - Subst.: Dr. Johann Ulrich Stieber 1669
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht zu Düsseldorf (1667) - 2. RKG 1668 - 1670 (1613 - 1670)
Beweismittel: Eidesformeln von Bürgermeister, Schöffen, Geschworenen, Bürgern, Land- und Gerichtsboten und Pförtnern der Stadt Gladbach (Q 8). Belehnungsurkunde von 1666 und Auszug aus dem Landtagsprotokoll von 1666 (69-74).
Beschreibung: 2 cm, 82 Bl., gebunden; Q 1 - 2, 4 - 26, Q 3 fehlt, 5 Beilagen.




1695 - 1719 (1274 - 1725)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anspruch auf das Jagdrecht im ganzen Territorium bzw. Amt von Gladbach unter Ausschluß des Pfalzgrafen und seiner Beamten. Appellation gegen einen Bescheid der Vorinstanz vom 15. Juni 1694, der dem Abt auferlegte, diesen Anspruch besser und innerhalb von 6 Wochen zu beweisen. Aus den Vorakten wird deutlich, daß es sich um einen grundsätzlichen Streit um die landesherrliche Gewalt handelt. Erwähnt wird auch der Fall von RKG 1909 (G 139/314). Die Einreden der Appellaten sind widersprüchlich; einerseits soll der Abt als „dominus territorialis“ zu den Austrägen verwiesen werden, andererseits betrachten sie das Amt Gladbach als dem jül. Herzogtum inkorporiert.

Aktenzeichen : G 140/315

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt des Klosters St. Vitus zu Gladbach (Mönchengladbach), (Kl.)
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein und Konsorten: Freiherr Alexander Adolph von Hatzfeld, Amtmann von Gladbach, zu Düsseldorf und Peter Brück, Amtsverwalter, zu Dülken (Kr. Kempen-Krefeld), (Bekl.: Beamte von Gladbach)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1695 - Lic. Franz Peter Jung 1713 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen - Lic. Franz Peter Jung 1725 - Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1698 - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender - Lic. Konrad Franz von Steinhausen [1705] 1713 und 1716 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Räte) zu Düsseldorf 1591 - 1716 - 2. RKG 1695 - 1719 (1274 - 1725)
Beweismittel: Lateinische Urkunden der Grafen Heinrich von Kessel 1274 und Walram von Kessel, Herren von Grevenbroich, 1304; Eidesformeln von Bürgermeister, Schöffen, Geschworenen, Land- und Gerichtsboten und Pförtnern der Stadt Gladbach (Q 12-21). RKG- „Ulteriores Compulsoriales“ vom 29. Okt. 1697 (Q 25). RKG-Urteil vom 7. Juli 1670 in Appellationssachen des Abts von Gladbach ./. Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein (Q 29). RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 31. Okt. 1698 (Q 32). Einsetzung des Heinrich von Velrath (Velrod) gen. Meuter zum Vogt des Amts Gladbach durch Herzog Wilhelm von Jülich 1581 (Q 34). „Historia fundationis monasterii sancti Viti martyris in Gladbach“ von Abt Heinrich VI. mit einem umfangreichen Dokumentenanhang: Urkunde des Grafen Heinrich von Kessel und seiner Frau Lisa 1285, Beschreibung der Erbgerechtigkeiten des Klosters durch den Schultheißen Vogel 1605 u.a. (Q 38). Originale RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 17. Juli 1713 (Q 43). RKG- „Arctiores compulsoriales cum citatione ...“ vom 5. Dez. 1715 (Q 47). RKG-(Bei-)Urteile vom 25. Nov. 1695, 29. Okt. 1697, 31. Okt. 1698, 17. Juli 1713, 5. Dez. 1715, 20. Jan. und 16. Juli 1717 (Prot.). Zeugenverhöre (in II). Auszug aus dem Brüchtenprotokoll (II 199-201).
Beschreibung: 6 Bde.; Bd. I: 5.5 cm, 218 Bl., lose, Q 1 - 7, 9 - 48, 50 - 60, Q 8 fehlt, 2 Beilagen von 1694 und 1725, Prot. beschädigt; Bd. II: 6,5 cm, 369 Bl., gebunden, Q 49a, Priora 1591 - 1681; Bd. III: 6 cm, 313 Bl., gebunden, Q 49b, Priora 1689 - 1693; Bd. IV: 7,5 cm, 425 Bl., gebunden, Q 49c, Akten von 1691 - 1700; Bd. V: 4,5 cm, 230 Bl., gebunden, Q 49d, Akten von 1695 - 1698; Bd. VI: 3,5 cm, 229 Bl., gebunden, Q 49e Akten von 1711 - 1716.




1661 - 1665 (1640 - 1664)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das extrajudiziale Urteil der Vorinstanz vom 23. März 1661, wonach die Kirchspiele Gladbach und Hardt an ihren ehemaligen Vogt Johann Hüls die geforderten 954 3/4 Rtlr. nebst Zinsen von 5 % zurückzahlen müssen. Der Vogt hatte den Kirchspielen 1641, als sie Kontributionen an die hessischen Truppen in Neuss entrichten mußten, eine gewisse Summe vorgestreckt und klagte später vor der 1. Instanz die Schuld ein. Die nunmehrigen Appellanten erwidern, daß sie dem Vogt nichts schuldig seien und die als Beweis vorgelegten Obligationen gefälscht seien.

Aktenzeichen : G 141/316

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt und Grundherr zu Gladbach (Mönchengladbach) und Konsorten: das Frauenkloster Neuwerk (Mönchengladbach) als Meistbeerbte und die Kirchspiele Gladbach und Hardt (Mönchengladbach), (Bekl.: Kirchspiele Gladbach und Hardt)
Beklagter: Johann Hüls(en), ehemaliger Vogt von Gladbach, seit 1663 dessen Erben Johann Wilhelm Brewer, Lambertus Mutten, Johann H. Meyfisch und Beatrix Hüls, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff 1661 - Subst.: Lic. Johann Hansen
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1663 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1652 - 1661 - 2. RKG 1661 - 1665 (1640 - 1664)
Beweismittel: Rechnung über Steuereinnahmen und -ausgaben durch den Vogt von Gladbach 1640/41 (II 2-5). Weitere Rechnungen (II 11-29, 186-195, 238- 246, 259-261, 266ff.). Zeugenverhör von 1649 (II 67-73). Obligation von Schöffen und Geschworenen der Kirchspiele Gladbach und Hardt von 1643 für den Vogt von Gladbach (II 104-111, 119-126).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1 cm, 42 Bl., lose, Q 2 - 3, 5 - 6, 12 - 20, 6 Beilagen prod. Aug. 1661, es fehlen Q 1, 4, 7 - 9 und 11*; Bd. II: 5,5 cm, 327 Bl., gebunden, Q 10 (Priora).




1744 - 1763 (1557 - 1763)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Exemtion vom Zoll- und Wegegeld, das die Reichsherrschaft Myllendonk von den passierenden Fuhrleuten für die Benutzung eines Wasserwegs erhebt, nämlich 2 kölnische Albus von jedem beladenen Wagen ohne Differenzierung zwischen Qualität und Quantität der Waren. Anlaß des Streits ist, daß Fuhrleute der Abtei, die Steinkohle von Neuss nach Gladbach transportierten, mit dem Zoll- oder Wegegeld belegt worden sind. Die Beklagten erwidern, das Zollregal der Herrschaft Myllendonk sei im Kaufvertrag von 1699 und in der Belehnungsurkunde König Karls von Spanien vom selben Jahr verbürgt. Die Abtei Gladbach besäße keine Zollfreiheit. Im übrigen sei die Steinkohle nicht für den privaten Gebrauch der Abtei, sondern für die Ziegelsteinbrennerei einiger Gladbacher Bürger bestimmt gewesen.

Aktenzeichen : G 143/318

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt des Klosters von Gladbach (Mönchengladbach)
Beklagter: Vormundschaft der Grafen von Ostein, nämlich Erzbischof Johann Friedrich Karl von Mainz, und Konsorten: der gräflich-osteinische Amtmann F. R. von Märcken (Mercken) zu Myllendonk (bei Korschenbroich, Kr. Grevenbroich)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Christoph Bolles 1744 - Subst.: Lic. Ignatius Franz Baur
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1744 - Subst.: Lic. Christian Philipp Lang
Prozeßart: Mandati de non amplius turbando in possessione ... sine clausula
Instanzen: RKG 1744 - 1763 (1557 - 1763)
Beweismittel: Zeugenaussagen (Q 4). Auszug aus dem Kaufvertrag von 1699 zwischen Herzog Karl Eugenius von Croy, Herrn zu Myllendonk, Herzogin Wilhelmina Juliana von Croy, geb. Gräfin von dem Berg, und Herzog Philipp Henrich von Croy, Afterdechanten des Domkapitels von Köln, einerseits und der Gräfin Maria Gertrudis von Berlepsch, geb. Wolffvon Gutenberg, andererseits betr. die Reichsherrschaft Myllendonk (in Q 11). Lehnsbrief und Konsensbrief König Karls von Kastilien von 1699 zum Verkauf von Myllendonk (in Q 11). Pachtvertrag des Grafen Henrich Karl von Ostein von 1741 betr. den Zoll im Gladbacher Neersbroich (in Q 11). Zeugenaussagen (in Q 13, Q 16, Q 25). Auszug aus einem Vergleich von 1557 zwischen Abt Peter von Bochholtz von Gladbach und Bürgermeister, Schöffen und Geschworenen der Stadt und des Kirchspiels Gladbach (in Q 29). Bestätigung des obigen Vergleichs durch den Herzog von Jülich 1580 (in Q 29). Erneuerung dieses Vergleichs 1657 (in Q 29). Zolleinnahmen des vereidigten berlepsch’schen Zöllners Peter Wasserschmidt von 1699 (Q 31). Auszug aus einem Korschenbroicher Gerichtsprotokoll von 1717 in Sachen des Juden Hirsch von Gladbach ./. den Zöllner Hermann Bend (Q 32). Begräbnisvorschrift von 1734 (Q 33). Verzeichnis über die von Vogt und Schöffen von Gladbach abgehaltenen Landgedinge von 1634 - 1730 (Q 35). Zeugenaussagen (Q 43). RKG-Urteil vom 6. Feb. 1750 betr. Ernennung des Lic. Scholl, Amtsvogts von Dahlen (Rheindahlen), und des Dr. Cochius, Amtsverwalters von Gladbach, zu RKG-Kommissaren zwecks Zeugenverhör (Q 47). RKG-(Bei-)Urteile vom 14. Mai 1745, 31. Okt. 1748 und 5. April 1754 (Prot.).
Beschreibung: 7 cm, 339 Bl., lose; Q 1, 3 - 50, 2 Beilagen von 1754, es fehlt Q 2. Lit.: J. Bremer, Millendonk, Mönchengladbach 1939, S. 154.




1759 - 1760 (1715 - 1759)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist die Verpfändung des Norfer Hofs (bei Neuss) im kurkölnischen Amt Hülchrath im Jahre 1715 durch Freiherrn Adrian Wilhelm Hermann Anton von der Horst, der diesen Hof von der Abtei Gladbach zu Lehen trug, an die Regularkanoniker des Oberklosters zu Neuss für einen Kredit von 7000 Rtlr. 1725 ließen sich die Appellanten gegen die bare Erlegung der 7000 Rtlr. das Besitzrecht am streitigen Hof einräumen. Später klagte ein Sohn des Freiherrn von der Horst vor der 1. Instanz auf Rückgabe des Norfer Hofs. Die 1. Instanz urteilte am 1. Sept. 1755, daß dem Freiherrn von der Horst gegen Erstattung der 7000 Rtlr. zu je 80 Albus der Norfer Hof wiedereinzuräumen sei, was die Revisionsinstanz am 24. Dez. 1757 bestätigte. Dagegen machen die Appellanten vor dem RKG ihr „ius hypothecarium“ und ihr „ius retentionis“ geltend, bis die rückständigen Zinsen von 4451 Rtlr. und die Kosten für vorgenommene Meliorationen (Investitionen) bezahlt worden seien. Die Appellaten hätten sich außerdem der Kaduzität schuldig gemacht. Der Prozeß vor dem RKG endet 1760 wegen eines Vergleichs zwischen den Parteien.

Aktenzeichen : G 144/319

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt und Konventualen des Klosters Gladbach, (Bekl.)
Beklagter: Witwe von der Horst zu Elbroich und Johann Hermann von der Horst, (Kl.: Grafvon der Horst)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Jakob von Zwierlein 1759 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurkölnisches Offizialat (Offizial und Assessoren) zu Köln (? - 1755/58) - 2. Hofgericht zu Bonn als Revisionsgericht (? - 1757) - 3. RKG 1759 - 1760 (1715 - 1759)
Beweismittel: Schuldverschreibung des Freiherrn Adrian Wilhelm Hermann Anton von der Horst und seiner Gattin Maria Konstantia geb. Freiin von Rottkirchen zu Elsenburg mit Zustimmung ihrer Schwester bzw. Schwägerin Johanna Charlotta von der Horst von 1715 (Q 8). Zession des Norfer Hofs durch die Regularkanoniker des Oberklosters zu Neuss an den Abt des Klosters Gladbach von 1725 (Q 9). Taxierung des Norfer Hofs 1759 (Q 13). RKG-(Bei- )Urteile vom 14. Sept. und 17. Okt. 1759 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 85 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst, Q 1 - 15. Lit.: E. Brasse, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Stadt und Abtei Gladbach, Bd. II, Mönchengladbach 1926, S. 169ff.




1792 - 1795 (1568 - 1794)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Veräußerung von Gemeindegrund zu Oedt (Kr. Kempen-Krefeld) durch die kurkölnische Hofkammer ohne Einwilligung der Appellanten als Erbzins- und Grundherren von Oedt. Berufung gegen den Bescheid der Vorinstanz vom 3. Sept. 1790, daß der Verkauf bereits 1771 durch die kurkölnische Regierung, d.h. durch die landesherrliche Oberpolizei, genehmigt worden sei und die Abtei zu Gladbach lediglich ein „privates Mitrecht“ habe, das allenfalls zu Entschädigungsforderungen berechtige. Die Appellaten erwidern, der Verkauf des Gemeindegrunds sei zum Wohl der Allgemeinheit, nämlich zur Schuldentilgung des Kirchspiels und Fleckens Oedt, geschehen. Sie erheben Einrede gegen die Prozeßführung am RKG und verweisen auf das kurkölnische Revisionsgericht als zuständige Instanz.

Aktenzeichen : G 145/320

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt, Prior und Konvent des Klosters zu Gladbach (Mönchengladbach), (Kl.)
Beklagter: Kurkölnische Hofkammer und Hofratskollegium (Präsident, Kanzler, Direktor und Räte) zu Bonn, (Bekl.: der kurkölnische Fiskal)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar Tilmann Tils 1792 - Subst.: Lic. Fidel Karl Amand Goll
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Philipp Greß [1784] 1793 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Mainone
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Hofrat (? - 1790) - 2. RKG 1792 - 1795 (1568 - 1794)
Beweismittel: Verordnung des Erzbischofs Maximilian Franz von Köln über das Revisionsgericht 1786 (Q 5). Kaufverträge vor den Schöffen von Oedt (Uda) von 1568, 1620, 1629 und 1631 (Q 8-12). Insinuationsgebühren (Q 33). RKG-(Bei-)Urteile vom 3. Okt. 1793, 12. Sept. und 5. Nov. 1794, 23. Jan. und 29. April 1795 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 140 Bl., lose; Q 1 -40, 1 Beilage von 1794.




1619 - 1633 (1397 - 1629)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 23. Juni 1618, die das Urteil der 1. Instanz vom 16. März 1612 bestätigte, wonach die Appellaten bzw. Beklagten gegen Zahlung der angebotenen und bekannten Pacht von der Klage der Appellanten bzw. Kläger freizusprechen sind. Streitgegenstand sind Forstländereien im Kirchspiel Gladbach im Broich oder „in der Undergeburt“, als deren Eigentümerin sich die Stadt Gladbach betrachtet. Diese Ländereien würden „iure emphyteuseos“ von der Stadt an die Forstpächter ausgegeben, die dafür einen jährlichen Kanon in Korn, Früchten oder Geld enrichten (Korn: Nakotten 6 Malter und 1 Sester, Jöris 2 1/2 Malter). Das Forstland sei ansonsten frei von Erbschatz, Zehnten, Steuern und anderen Ausgülten. Die Forstpächter besäßen die streitigen Ländereien nicht als Allodialgüter. Die Appellanten stützen ihren Anspruch auf eine Pachturkunde von 1397, als die Schöffen und gemeine Bürgerschaft von Gladbach einem Hein ter Brüggen 3 Morgen Forstland für 15 Sester Roggen ausgegeben hatten. Sie klagten aufRestituierung der Ländereien und Erstattung der Abnutzungen.

Aktenzeichen : G 146/321

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Gladbach (Mönchengladbach), (Kl.)
Beklagter: Veit und Henrich von Nakotten (tho Naekaten, Nackoten) zum Hof Nakotten und Konsorten: Giel zu Wege und Peter zu Jöris, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Sigismund Haffner 1619
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christian Schröder 1619 - Dr. Beatus Moses 1625 - Dr. Henrich Eilingk 1628
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1607 - 1612 - 2. Jül.-berg. Räte und Hofgerichtskommissare zu Düsseldorf 1612 - 1618 - 3. RKG 1619 - 1633 (1397 - 1629)
Beweismittel: Erbkauf- oder Pachtbrief von Bürgermeister und Schöffen zu Gladbach für Weinand Becker, seine Schwester Eiffgen und deren Mann Henrich Beitel von 1479 (II 33-38). Urteil des Hauptgerichts Jülich in Sachen Stadt Gladbach ./. Veit Goebels (II 38-40). Pachtbrief der Schöffen von Gladbach für Hein ter Brüggen von 1379 (II 262-265). Auszüge aus den Stadtrechnungsbüchern mit Pachtbriefen von 1488 - 1578 (II 266-292). Auflistung der Einnahmen aus dem trockenen Weinkauf für die ausgegebenen Forstländereien (II 293f.). Privileg der Herzogin Maria von Jülich und Geldern, Gräfin von Zutphen, Frau von Arschot, für Bürgermeister, Schöffen, Bürger und gemeine Eingesessene von Gladbach von 1423 (II 294f.). Privileg des Herzogs Wilhelm von Jülich und Berg von 1475 (II 295-297). Planskizze zur Lage der Forstländereinen mit Angabe ihrer Inhaber (II 301f.). Zeugenverhör (II 303-317). RKG-(Bei-)Urteil vom 15. Jan. 1619 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1 cm, 22 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst, Q 1 - 6, 8 - 11; Bd. II: 6 cm, 362 Bl., gebunden, Q 7 (Priora).




1636 - 1639 (1506 - 1636)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 3. Juli 1634, die das Urteil der 1. Instanz vom 11. April 1628 bestätigte, wodurch die Klage der nunmehrigen Appellanten abgewiesen und die damals Beklagten in ihrem Besitz bestätigt worden sind. Streitig ist, ob die Güter der Appellaten zu Houverath im Kirchspiel Kleingladbach steuerpflichtig sind. Die Appellanten werfen den Appellaten vor, sie hätten sich unter dem Vorwand, daß ihre tatsächlichen Allodialgüter angeblich Lehnsgüter seien, die Exemtion von „allen Schatzen und Steuern“ erschlichen. Die Appellaten behaupten, die streitigen Güter seien ihrem Vorfahren Wilhelm von Houverath 1506 von Prior und Konvent zu Hohenbusch (Kr. Erkelenz) für eine jährliche Erbpacht von 6 Paar Korn (Roggen und Hafer) erblich verliehen und verpachtet worden.

Aktenzeichen : G 147/322

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister und Vorsteher zu Kleingladbach (Kr. Erkelenz), (Kl.)
Beklagter: Houverathische Erbengemeinschaft zu Kleingladbach und Houverath (Kr. Erkelenz), namentlich Wilhelm Bongen, Peter in der Weven gen. zu Houverath, Mettel verwitwete Stevens, Remert zu Houverath, Erben des Theiß Heven (Heuer), Theiß Stevens und Drutgen Holt, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Eulinck (1636)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schöffen) zu Wassenberg 1625 - 1628 - 2. Jül.- berg. Räte und Hofgerichtskommissare zu Düsseldorf 1628 - 1634 - 3. RKG 1636 - 1639 (1506 - 1636)
Beweismittel: Schöffenbrief über den Erbpachtvertrag zwischen Prior und Konvent von Hohenbusch (Hombusch) sowie Wilhelm von Houverath von 1506 (Q 5 Bl.25f.). Zeugenaussagen (Q 5 Bl.113-118).
Beschreibung: 3 cm, 136 Bl., lose; Q 1 - 5.




1693 - 1695 (1619 - 1695)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist ein Streit um die Höhe der Gewinn- und Gewerbesteuer. Die Appellanten fordern die Veranschlagung jedes fünften Morgens, wie es dem Herkommen nach in den Herzogtümern Jülich und Berg für alle freien geistlichen und adeligen Güter und Halbleute gelte. Seit 1617 oder 1619 widersetze sich der Abt von Gladbach dieser Forderung, indem er die Gewinn- und Gewerbesteuer nur von jedem achten Morgen entrichten wolle. Die Appellanten klagen auf Zahlung der Steuerschuld. Die Vorinstanz urteilte am 17. Mai 1691, daß es gemäß dem Vergleich von 1657, der später (1675) bestätigt worden ist, bei der Besteuerung jedes achten Morgens zu belassen sei.

Aktenzeichen : G 148/323

Enthaeltvermerke : Kläger: Bürgermeister, Schöffen, Vorsteher und gemeine Eingesessene der Stadt und des Amts Gladbach (Mönchengladbach), (Kl.)
Beklagter: Prälat und sämtliche Konventualen des Klosters Gladbach, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Krebs (1693)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (? - 1691) - 2. RKG 1693 - 1695 (1619 - 1695)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz vom 17. Mai 1691 (in Q 5). Verschiedene Schreiben zum Steuerstreit von 1619 - 1655 und Steuervergleich von 1657 (Q 7).
Beschreibung: 1 cm, 32 Bl., gebunden; Q 1, 3 - 7, es fehlt Q 2. Vgl. Ernst Brasse, Geschichte der Stadt und Abtei Gladbach, Bd. 2, Mönchengladbach 1922, S. 123; Karl B. Gödde, Landesherrschaft und Stadtrechte in Gladbach bis 1609, Mönchengladbach 1959, S. 47-53.




1697 - 1701 (1695 - 1701)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Erstattung von widerrechtlich erpreßten und zu häufig eingezogenen Steuern. Die Kirchspiele im Amt Wassenberg werfen dem dortigen Vogt die Veruntreuung von Steuergeldern und persönliche Bereicherung vor, was zur Verelendung der dortigen Untertanen führe. Klagepunkte sind im einzelnen: Steuereinziehung vor dem Ablauf der gesetzten Frist, harte Exekutionsmaßnahmen, Durchführung von Subhastationen (öffentliche Versteigerungen) und Distraktionen (Pfandveräußerungen) auch bei sehr geringen Steuerschulden, Verweigerung von Quittungen über bezahlte Steuern, Einbehaltung von 4 % Hebegeld bei einer ausgeschriebenen Fourage für kurbayerische Kürassiere und bei der Repartition der französischen Kontributionsgelder, Bereicherung um 20 Pistoletten in Gold, die der Vogt angeblich zur Verhinderung des Durchmarsches des Fürsten von Hessen-Homburg erhoben hat, ferner Nichtweiterleitung oder verzögerte Weiterleitung der Steuergelder. Appellation gegen die Urteile der Vorinstanz vom 23. Jan., 3. und 13. Aug. 1697, die den Vogt von einem großen Teil der gegen ihn erhobenen Vorwürfe freisprach. Einrede gegen den Gerichtsstand des RKG, da den Appellanten noch der Revisionsweg offenstehe.

Aktenzeichen : G 149/324

Enthaeltvermerke : Kläger: Schöffen und Vorsteher der Kirchspiele Kleingladbach (Kr. Erkelenz) und Doveren (Kr. Erkelenz) sowie Konsorten (namentlich in Q 9), (Kl.)
Beklagter: Jakob Henrich Heydeman (Heidtmann), Vogt des Amts Wassenberg, und Weinand Henrich Rhamen, Gerichtsschreiber des Amts Wassenberg zu Kleingladbach, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1697 - Subst.: Lic. Schrils
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Henrich Flender 1697 - Subst.: Dr. Ehrenfried Klotz - Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1698 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurpfälz. Geheimer Rat und Hofkammer (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1694 - 1697) - 2. RKG 1697 - 1701 (1695 - 1701)
Beweismittel: Rechnung über die veruntreuten Gelder bzw. über die zu hohen Diäten, die der Vogt bei Steuerumlagen von 1692 - 1694 sich selbst hat zukommen lassen (in Q 4). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium, restitutorium et inhibitorium sine clausula“ vom 17. Jan. 1698 (Q 16). RKG- „Mandatum ulterius attentatorum revocatorium ... cum citatione ad videndum ...“ vom 10. Juni 1698 (Q 26). RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 17. Feb. 1699 (Q 40). RKG-(Bei-)Urteil vom 31. Jan. 1699 (Prot.).
Beschreibung: 4,5 cm, 185 Bl., lose; Q 1 - 47, 9 Beilagen prod. 24. Nov. 1701.




1751 - 1752 (1682 - 1751)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Aufhebung des Dekrets der Vorinstanz vom 16. März 1750, wonach die Papierfabrikanten bei Strafe von 20 Goldgulden ihre Papiermühlen an allen Sonn- und Feiertagen gemäß einem Religionsrezeß bzw. -vergleich stillzulegen haben. Anlaß des Prozesses war die Störung der Fronleichnamsprozession des Jahres 1748 durch den Lärm der Papiermühlen. Der katholische Pastor hat dagegen beim berg. Oberschultheißen des Amtes Porz Klage eingereicht. Die Appellanten berufen sich darauf, daß ihre Vorfahren 1582 die Papiermühlenkonzession von Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg erhalten haben, die Manufakturen nur an den Hochfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten stillständen und es in den Herzogtümern Jülich und Berg kein generelles Verbot für den Papiermühlenbetrieb an Sonn- und Feiertagen gebe. Sie verweisen ferner darauf, daß auch katholische Geistliche, z. B. die Abtei Siegburg, die Kreuzbrüder zu Schwarzenbroich und die Jesuiten zu Büren im Bistum Paderborn, den Betrieb von Papiermühlen an Sonn- und Feiertagen erlaubten. Sie begründen die Notwendigkeit des ununterbrochenen Betriebs von Papiermühlen mit technischen Gegebenheiten, wie etwa das Rosten der Eisenhämmer und anderer Eisenteile.

Aktenzeichen : G 150/325

Enthaeltvermerke : Kläger: Die reformierten bzw. protestantischen Papierfabrikanten Henrich Schnabel, Wilhelmus Aurelius Fueß (Fues) und sein Bruder Isaak Fueß zu Gladbach (Bergisch Gladbach, Rheinisch-Bergischer Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Der katholische Pastor Johann Peter Drossard zu Gladbach (Bergisch Gladbach) und Konsorten, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Hermann Scheurer 1750 - Subst.: Lic. Johann Jakob Duill
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1750 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1750 - 2. RKG 1751 - 1752 (1682 - 1751)
Beweismittel: Aussage von Papiermachergesellen 1748 (Q 11). Aussagen von Papiermühlenpächtern (Q 12 - 16). Reise- und Insinuationsgebühren (Q 20). Auszug aus dem Rheinbergischen Nebenrezeß von 1682 (Beilage). RKG-(Bei- )Urteil vom 12. März 1751 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 113 Bl., gebunden ; Q 1 - 31, 3 Beilagen von 1750 und 1751.




1748 - 1749 (1581 - 1750)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist eine Obligation der Appellantin von 1738 für den Prediger Metz. Sie hatte sich 600 Rtlr. von diesem geliehen, um einen Kredit ihres Oheims von 1706 zurückzahlen zu können, und als Sicherheit einige Güter in der Herrschaft Dyck verpfändet. Der Gläubiger klagte vor der 1. Instanz auf Rückzahlung des Kredites und erwirkte einen Arrest auf die Pachteinnahmen der Schuldnerin von deren Halbwinnern auf dem Hundshof zu Stessen (Kr. Grevenbroich) und auf dem Hahnerhof (Gem. Jüchen, Kr. Grevenbroich). Gegen die Aufforderung der 1. Instanz, sich ordentlich am Gericht einzulassen, beruft sich die Appellantin mit Einrede gegen den vorherigen Gerichtsstand und unter Verweis auf das jül. Privileg „de non evocando nec arrestando“ an das RKG. Das RKG urteilt am 24. Okt. 1749, daß die verpfändeten Güter in der Herrschaft Dyck dem Appellaten so lange abzutreten sind, bis seine Schuldforderung getilgt ist.

Aktenzeichen : G 176/375

Enthaeltvermerke : Kläger: Freifrau Anna Elisabetha Louisa von Hund (Hundt) zum Busch (Kr. Grevenbroich), verwitwete von Glasenap, (Bekl.)
Beklagter: Jakob Godefried Metz, Prediger oder Pastor der reformierten Gemeinde zu Wevelinghoven (Kr. Grevenbroich), und Konsorten: Graf August Eugen zu Salm-Reifferscheid-Dyck zu Dyck (Kr. Grevenbroich), (Kl.: Metz)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1748 - Subst.: Lic. Jakob Loskant
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren [1742] 1749 - Subst.: Lic. W. M. Brack - Lic. Simon Henrich Gondela 1749 - Subst.: Lic. Johann Werner
Prozeßart: Appellationis una cum mandato attentatorum revocatorio, cassatorio et inhibitorio sine clausula
Instanzen: 1. Gräflich-salmisches Gericht (Kanzlei) zu Dyck 1748 - 2. RKG 1748 - 1749 (1581 - 1750)
Beweismittel: Schuldverschreibung des Obristen Freiherrn Wirich Wilhelm von Hund zum Busch für die Eheleute Johann Bracht und Anna Adelheid Krämer über 600 Rtlr. von 1706 (in Q 2). Pfandverschreibung der Anna Elisabeth Louisa von Hund zum Busch für den Pastor Metz und seine Frau Katharina Gertrud von Volcker 1738 (in Q 2). „Privilegium de non arrestando nec evocando“ für den Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg von 1581 (in Q 2). RKG- „Mandatum de exequendo et immittendo in bona hypothecata sine clausula“ vom 9. Jan. 1750 mit den Urteilen vom 24. Okt und 23. Dez. 1749 (Beilage). RKG-(Bei-)Urteil vom 1. Juli 1749 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 101 Bl., lose; Q 1 - 20, 1 Beilage prod. 29. April 1750.




1662 (1660 - 1662)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Justizverzögerung durch den Offizial zu Köln im Erbschaftsstreit zwischen Johann Glasing, den Erben Vogeler (teils zu Stavelot, Belgien) sowie Kaspar Studt und Nikolaus Clodt zu Arnsberg.

Aktenzeichen : G 181/391

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Glasing (Glaßing), Hauptmann
Beklagter: ErzbischofMaximilian Heinrich von Köln
Prozeßart: Promotorialium
Instanzen: RKG 1662 (1660 - 1662)
Beschreibung: 15 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 4 Aktenstücke prod. 22. Aug. 1662




1721 (1719 - 1721)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Injurienklage auf 2000 Rtlr. Vor der 1. Instanz verklagte Henrich Reinartz die nunmehrige Appellantin, sie habe ihn und seine Begleiter Rotte, Hexenpack, Werwolf und Schelme gescholten. Nach einem Zeugenverhör wurde Adelheid Glasmacher durch die 1. Instanz am 20. Juni 1719 zum öffentlichen Widerruf verurteilt. Sie berief sich dagegen an die 2. Instanz, da Henrich Reinartz zuerst Beleidigungen geäußert und durch allerlei Schmäh- und Scheltworte ihren Ruf geschädigt habe. Das Zeugenverhör sei wertlos, denn die Zeugen seien teils minderjährig und teils zu nahe Verwandte von Reinartz. Die 2. Instanz bestätigte jedoch am 11. Jan. 1721 das vorinstanzliche Urteil und verurteilte Adelheid Glasmacher anstelle des öffentlichen Widerrufs zur christlichen Abbitte.

Aktenzeichen : G 182/392

Enthaeltvermerke : Kläger: Adelheid Glasmacher, Tochter des Werner Glasmacher, zu Holz (Gem. Hochneukirchen, Kr. Grevenbroich), (Bekl.)
Beklagter: Henrich Reinartz zu Holz, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1721 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Amtsverhör zu Grevenbroich 1719 - 2. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf (? - 1721) - 3. RKG 1721 (1719 - 1721)
Beschreibung: 1 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 11.




1553
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Hinterlassenschaft der Eheleute Merten und Idgen Schröder, ein Haus und Hof zu „Raidt“ und 30 Morgen Land. Der Appellat ist ein Sohn der Erblasser. Der Appellant erhebt namens seiner Frau, einer Tochter von Idgen, der Schwester des Appellaten, Anspruch auf ein Viertel des streitigen Hofs.

Aktenzeichen : G 183/393

Enthaeltvermerke : Kläger: Simon Glasmacher, Bürger zu Neuss, (Kl.)
Beklagter: Meister Stephan Schröder zu „Rade/Raide/Raidt“, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Teschler (1553)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) der Herrschaft Dyck (Kr. Grevenbroich) auf Belehrung ihres Oberhofs, der Schöffen des königlichen Stuhls und der Stadt Aachen 1551 - 1553 - 2. RKG 1553
Beschreibung: 10 Bl., lose; Q 1 - 3.




1685 - 1686 (1666 - 1685)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen den Bescheid der Vorinstanz vom 7. April 1684, wodurch dem nunmehrigen Appellanten die Einweisung seines Gläubigers in das Haus Eller angedroht wurde. Hintergrund des Streits ist ein Kredit von 1666 über 4000 brabantische Gulden oder umgerechnet etwa 1666 5/8 Rtlr. Der nunmehrige Appellat fordert als Erbfolger des Lancelot de Baldoux das obige Kapital zuzüglich Zinsen seit dem Tod des Freiherrn Werner von Harff zu Geilenkirchen 1672, insgesamt einen Betrag von 2217 5/8 Rtlr., zurück und hat sich bereits in eine Korn- und Ölmühle zu Eller immittieren lassen. Demgegenüber beruft sich der Appellant auf einen am 2. April 1683 vor dem Rat von Brabant zu Brüssel geschlossenen Vergleich, daß er die Schuld von 4000 brabantischen Gulden in vier Jahresraten zu je 1000 brabantischen Gulden zurückzahlen darf. Er beantragt, den Appellaten zur Einhaltung der im Vergleich vereinbarten vierjährigen Zahlungsfrist zu verurteilen.

Aktenzeichen : G 185/413

Enthaeltvermerke : Kläger: Leopold Wilhelm de Gracht, Baron de Vanghe (Wanghe) zu Eller (Stadt Düsseldorf), (Bekl.)
Beklagter: Peter Philipp de Dame (Daame, Damme) zu Nienhoven (Nieunhoff), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1685 - Subst.: Dr. Franz Henrich Krebs
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1684) - 2. RKG 1685 - 1686 (1666 - 1685)
Beweismittel: Vergleich vom 2. April 1683 zu Brüssel (in Q 3). Französisches Schreiben des Baron de Nienhoven an Philipp Melchior Baron de Wanghe, Rentmeister von Eller, 1684 mit deutscher Übersetzung (Q 8). Schuldenberechnung (Q 9). Schuldbekenntnis von 1682 mit Insert des Kreditvertrags von 1666 zwischen Margaretha Theresa von Harff, Gattin des Kriegsrats Antonius von der Gracht, Barons von Wanghe, ihren Kindern Guillielmus Leopoldus, Plectrudis Chrestienne und Catherine Maximilie von der Gracht und Lancelot de Baldoux, Sergeant-Major, Kapitän zu Pferd, Lieutenant und Gouverneur, in niederländischer Sprache (Q 12).
Beschreibung: 1,5 cm, 53 Bl., lose; Q 1 - 21, 1 Beilage von 1683.




1616 - 1620 (1611 - 1618)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Dekret der Vorinstanz vom 21. März 1616, womit diese sich zum zuständigen Gericht erklärte und dem nunmehrigen Appellanten die förmliche Einlassung auferlegte. Der Appellant begründet seine Appellation mit der Reichskonstitution, daß niemand vor eine fremde Obrigkeit gezogen oder mit „Arrest bekümmert“ werden dürfe. Hintergrund des Prozesses ist eine Schuldforderung der Katharina Heidtstein über 200 Goldgulden. Die Gläubigerin hatte am 5. Okt. 1615 den Dr. Graertius auf einem öffentlichen Platz in Köln „arrestieren“ und ihm androhen lassen, er dürfte bei Pön von 200 Goldgulden die Stadt nicht verlassen, und ihn außerdem vor das Offizialatgericht zitiert.

Aktenzeichen : G 193/436

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Kaspar Graertius, Bürger von Essen, Syndicus des Stifts Rellinghausen und Landrichter zu Rellinghausen, (Bekl.)
Beklagter: Katharina Heidtstein (Haitstein), Witwe des Lic. Johannes Graß, nun Gattin des Lic. Gerwin Calenius, Ratsverwandten von Köln, zu Köln in der Trankgasse neben der St. Lupuskirche, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröter 1617 (auch für das freiadelige weltliche Frauenstift Rellinghausen)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Beatus Moses 1616
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Offizial zu Köln 1615 - 1616 - 2. RKG 1616 - 1620 (1611 - 1618)
Beschreibung: 1,5 cm, 68 Bl., lose; Q 1 - 9, 2 Beilagen von 1618.




1630 - 1632 (1622 - 1631)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist die Pfändung von beweglichen Gütern aus dem Haus des Reinhard von Hanxleden zu Essen in dessen Abwesenheit. Hanxleden erhob dagegen vor der 1. Instanz eine Spolienklage, in der am 19. März 1629 das Urteil erging, Hanxleden solle einen Eid schwören, daß er lieber 1000 Rtlr. verlieren wolle, als auf die aus seinem Haus entwendeten Kleinodien, Kleidung zu verzichten. Dr. Graertius sollte die noch vorhandenen beschlagnahmten Güter zurückgeben und nach der Taxierung ihres Wertes für die Differenz zu den 1000 Rtlr. aufkommen. Die 2. Instanz bestätigte am 30. Juni 1629 das Urteil, allerdings mit der Einschränkung, daß den Gläubigern bzgl. ihrer Präferenzansprüche der Rechtsweg nicht abgeschnitten werden soll.

Aktenzeichen : G 194/437

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Kaspar Graertius, Bürger von Essen, Syndicus des freiadeligen weltlichen Frauenstifts zu Rellinghausen und Landrichter zu Rellinghausen, (Bekl.)
Beklagter: Junker Reinhard von Hanxleden zu Essen, kaiserlicher Obristleutnant im sächsisch-lauenburgischen Regiment zu Roß, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Jobst von Eikeradt (Eichrodt) 1630
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Henricus Eylinck 1629
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Unter- und Bürgergericht oder Hallengericht zu Essen 1629 - 2. Kanzler, Oberrichter und Räte des freien weltlichen Stifts Essen 1629 - 3. RKG 1630 - 1632 (1622 - 1631)
Beweismittel: Zeugenverhör zu „Attentaten“ (in Q 6). RKG-Ladung vom 2. Okt. 1622 in Sachen Stift Rellinghausen ./. Stift Essen (Q 10). Inventar der beschlagnahmten Güter (108-111). Zeugenverhör vor Bürgermeister und Rat der Stadt Essen (112-133).
Beschreibung: 4 cm, 179 Bl., lose; Q 1 - 10, Q 11* und 12* sind die beiden Priora prod. 29. April 1631.




1633 - 1660 (1614 - 1660)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 4. Jan. 1631, wodurch das Urteil der 1. Instanz bestätigt und der Appellant zur Zahlung der seitens der Appellaten eingeklagten Geldsumme nebst 5 % Zinsen verurteilt wurde. Hintergrund des Streits ist die Schuldforderung der nunmehrigen Appellaten über 1850 Tlr. und 28 1/2 Albus. Das RKG urteilt am 7. Nov. 1660, die Appellaten wegen ”Desertion“ von das Ladung freizusprechen.

Aktenzeichen : G 195/438

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. Kaspar Graertius (Gräertz), Bürger von Essen, seit 1659 seine Kinder Kaspar, Johann, Cäcilie und Christine, (Bekl.)
Beklagter: Erbengemeinschaft des verst. Johann Hasselmann (Hasselmann), namentlich seine Tochter Odilie, Gattin des Arnold Schlosser, sowie Henrich Hasselmann, und deren Vormünder Tilman Lemgat und Johann Klock, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Jobst Eikraidt [1630] 1633 - Lic. Johann Hansen 1660 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Goll 1649
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hallengericht zu Essen 1625 - 2. Bürgermeister und Rat der Stadt Essen 1626 - 1631 - 3. RKG 1633 - 1660 (1614 - 1660)
Beweismittel: Quittungen von 1614 - 1619 und Auszug aus dem Rechnungsbuch des Johann Hasselmann von 1619 - 1620 (in Q 4 ). RKG-(Bei-)Urteile vom 4. Juli 1649, 25. Okt. 1651 und 7. Nov. 1660 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 82 Bl., lose; Q 1 - 8, 2 Beilagen.




1693 - 1695 (1676 - 1694)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Auferlegung von 500 Goldgulden Strafe, gegen die Anweisung, das ganze Hebegeld von 2 % von der französischen Kontribution des Jahres 1676 zu erstatten, d.h. 6000 Rtlr. zurückzuzahlen, sowie gegen seine Suspendierung vom Schultheißenamt zu Aldenhoven (Kr. Jülich). Ferner Klage gegen die Verhängung einer Haftstrafe und Berufung gegen Dekrete der Beklagten in deren Funktion als Kommissare und Richter vom 16. und 22. Mai 1687. Diese Strafmaßnahmen verletzten das jül.-berg. Landesrecht. Es sei Landesbrauch, daß der Steuereinnehmer für die Mühen und Gefahren der Steuererhebung 2 % der Kontributionen oder Steuern für sich behalte. Die Beklagten beschuldigen den Kläger der Eid- und Pflichtvergessenheit, denn der kurfürstliche Befehl vom 13. Mai 1676 habe die Einbehaltung von Hebegeldern und Diäten bei der Erhebung der französischen Kontribution im Jahre 1676 ausdrücklich verboten.

Aktenzeichen : G 197/440

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. (Lic.) Johannes Werner Graes (Graß) zu Fliesteden (Kr. Bergheim)
Beklagter: Hofrat Dr. Hetterman und Kammerrat Johann Hartmann, pfalzneuburgische Kommissare, und Konsorten
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht [1690] 1693
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1693 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prozeßart: Citationis et compulsorialium cum restitutione in integrum ...
Instanzen: RKG 1693 - 1695 (1676 - 1694)
Beweismittel: Auflistung von Steuern und Hebegeldern 1677 (Q 13). Protokoll der Kommissare 1687 (Q 16). Auflistung der außerordentlichen Kosten und Auslagen des Amts Aldenhoven von 1672 - 1680 (Q 20). Auflistung der Steuereinnahmen 1686 (Q 21). Schreiben betr. französische Kontribution 1676 (Q 24). RKG-(Bei-)Urteile vom 7. Juli 1693 und 6. Juli 1694 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 69 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 14, 16 - 29, es fehlen Q 4 und 15.




1750 - 1768 (1746 - 1752)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen Urteile oder Dekrete der Vorinstanz vom Okt. 1749, die die Schuldforderungen der damaligen Kläger gegen Grambusch anerkannte und die Taxierung von 2 Morgen Land sowie einem Baumgarten Grambuschs anordnete, die Rekonventionsklage Grambuschs auf 1000 Rtlr. gegen den Sergeanten Konrad abwies und auch die Einreden gegen den Gerichtsstand nicht anerkannte. Der Appellant wirft der Vorinstanz Parteilichkeit vor, denn der Vogt Bachoven, sein Amtsnachfolger, sei nur auf Betreiben seines Bruders, des Predigers Bachoven, in dieses Amt gelangt und verfolge ihn mit Haß. Der Prediger Bachoven habe Grambuschs Entlassung beim Freiherrn von Quad veranlaßt. Der Appellant klagt ferner gegen Injurien und tätliche Angriffe auf seine Person.

Aktenzeichen : G 222/521

Enthaeltvermerke : Kläger: Hofrat Lic. J. Grambusch, gräflich hohensolms’scher Kanzleidirektor, (Bekl.)
Beklagter: Gerhard Konrad (Conradts), holländischer Sergeant, und Konsorten: Daniel Lentholtz und Arnold (Nelis) Schagen, alle zu Wickrath (Kr. Grevenbroich), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambros Joseph Stephani 1750 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer - Lic. Johann Andreas Dietz 1750 - Subst.: Dr. Johann Jakob Zwierlein
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Albert Ruland 1750 (für den Freiherrn W. O. F. von Quad zu Wickrath) - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann
Prozeßart: Appellationis una cum mandato attentatorum revocatorio, cassatorio et inhibitorio cum expensis et omni causa sine clausula
Instanzen: 1. Lic. A. G. Bachoven, gräflich quadischer Vogt der Reichsherrschaft Wickrathberg 1749 - 2. RKG 1750 - 1768 (1746 - 1752)
Beweismittel: Taxierung der 2 Morgen durch Land- und Lehenschöffen zu Wickrathberg 1749 (Q 6). Insinuationsgebühren (Q 9). Gerichtsprotokolle von 1749 (Q 14 - 16) und 1750 (Q 19). RKG-(Bei-)Urteile vom 6. Nov. 1750 und 19. Feb. 1751 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 222 Bl., lose ; Q 1 - 20, 7 Beilagen prod. 10. März 1751 - 19. April 1752. Vgl. RKG 1930 (G 223/522).




1750 - 1768 (1720 - 1751)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist die Forderung des Kirchspiels Schwanenberg an den entlassenen Vogt Grambusch nach öffentlicher Rechnungslegung über die in seiner Dienstzeit empfangenen Steuern und öffentlichen Gelder ( „Gemeinsgelder“). Die Vorinstanz verurteilte Grambusch am 25. Nov. 1749 wegen Versäumnisses der Rechnungslegung zur Zahlung von 1259 Rtlr., 4 Albus und 4 1/2 Heller (Pfennige). Sie ordnete die Immission in Grambuschs Hof Beckrath (Gem. Wickrath) an. Dieser appelliert dagegen an das RKG und beantragt, ihn von der Forderung der Appellaten freizusprechen und dem Lic. Bachoven wegen Beleidigungen, Anzettelung eines Tumults und wegen des Immissionsdekretes eine fiskalische Strafe aufzuerlegen. Im übrigen habe er bereits einen Rechenschaftsbericht abgelegt. Er sei zur Rechnungslegung nur vor den Schöffen des Hauptgerichts Wickrath verpflichtet, nicht aber vor dem Kirchspiel Schwanenberg, das lediglich 1/6 der Reichsherrschaft Wickrath ausmache.

Aktenzeichen : G 223/522

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. J. Grambusch, kgl. preuß. Hofrat, gräflicher Kanzleidirektor zu Hohensolms, ehemaliger Vogt der Reichsherrschaft Wickrath, (Bekl.)
Beklagter: Schöffen und Vorsteher (Bürgermeister) des Kirchspiels Schwanenberg (Kr. Erkelenz) in der Reichsherrschaft Wickrath (Kr. Grevenbroich) (namentlich in Q 1), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambros Joseph Stephani 1750 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer - Lic. Johann Andreas Dietz 1750 - Subst.: Dr. Johann Jakob Zwierlein
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Albert Ruland 1750 - Subst.: Lic. Jakob Loskant - Subst.: Dr. Georg Melchior Hoffmann
Prozeßart: Appellationis una cum mandato attentatorum revocatorio, cassatorio et restitutorio cum omni causa et expensis sine clausula
Instanzen: 1. Freiherr von Quad zu Wickrath und sein dortiger Amtmann Lic. A. G. Bachoven 1749 - 2. RKG 1750 - 1768 (1720 - 1751)
Beweismittel: Insinuationsgebühren (Q 16). Rechnung über die empfangenen Steuern und öffentlichen Gelder 1727 - 1746 (in Q 20). Auszug aus dem Protokoll des Reichshofrats von 1749 in Sachen Bürgermeister und gemeine Eingesessene zu Wickrath ./. Graf von Linden als Vormund, nun Freiherr von Quad und dessen Vogt Bachoven (109f.). Rechnung über Steuern von 1720 - 1728 111f.). Rechnung über die ständigen Jahresausgaben der Gemeinden der Reichsherrschaft Wickrath von 1728 - 1747 (117f.). RKG-(Bei-)Urteil vom 19. Feb. 1751 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 120 Bl., lose; Q 1 - 27, 6 Beilagen prod. 19. April und 30. Aug. 1751. Vgl. RKG 1929 (G 222/521).




1752
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen einen Bescheid der Vorinstanz vom 7. Feb. 1752. Der vorinstanzliche Kläger forderte, daß Grambusch 8 Fuder Wein bezahlen sollte, die der Kläger 1726 ihm und später dessen 1731 verst. Bruder und dessen 1735 verst. Schwester geliefert habe.

Aktenzeichen : G 224/523

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. J. Grambusch, hochgräflich hohensolms’scher Kanzleidirektor, (Bekl.)
Beklagter: Johann Rutger Fischer, Tuchmacher, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Christoph Bolles 1752 - Subst.: Lic. Cäsar Scheurer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Quadischer Vogt Lic. Bachoven und Schöffen der Reichsherrschaft Wickrath (1752) - 2. RKG 1752
Beschreibung: 1 cm, 34 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 9 Aktenstücke prod. 17. Nov. 1752.




1785 - 1787 (1756 - 1787)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schuldforderungen aus Krediten ihres Großvaters väterlicherseits, des königlich preußischen Hofrats Lic. Johann Grambusch, von 4108 Rtlr., 66 Albus, die dieser in den Diensten des Grafen Wilhelm Otto Friedrich von Quad ausgelegt hatte, und ihres Großvaters mütterlicherseits, des Wickrather Rentmeisters Winand Weyermann, von 1579 Rtlr., 445 Albus, 2 Hellern, welche dieser für die Beherbergung und standesgemäße Bewirtung des Reichsgrafen von Quad bereitgestellt hatte, sowie Klage auf Zahlung von Verzugszinsen und Abtretung des durch den verst. Vogt Lic. Bachoven widerrechtlich veräußerten Hauses ihres Großvaters Grambusch. Der Beklagte erhebt gegen die Geldforderungen die Einrede der Verjährung und verweist auf einen Lehnskonsens zwischen seinem Vater und den Erben Grambusch von 1769, wodurch die Erben Grambusch auf die Geldforderungen ihres verst. Vaters verzichteten und dafür den vom Heimfall bedrohten Meuters- oder Vogtshof ihres Vaters behalten durften. Der Beklagte erwidert ferner, daß die Kläger nicht zur Einforderung der Schuld berechtigt seien, da sowohl ihr Vater Dr. Johann Franz Wilhelm Grambusch als auch dessen Schwester Florentina Maria Katharina, Gattin des Hofrats Lic. Christian Friedrich Fenner, und die Witwe des Winand Weyermann, die Hauptmännin Radlef zu Düsseldorf, noch lebten. Im übrigen habe ihr Vater 1768 seinen Erbanteil am Haus und Hof zu Wickrath seiner Schwester verkauft.

Aktenzeichen : G 225/525

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Lic. R. J. und Dr. W. F. Grambusch
Beklagter: Freiherr (Reichsgraf) Otto von Quad zu Wickrath (Kr. Grevenbroich)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar Friedrich Hofmann 1785 - Subst.: Lic. Johann Georg Karl Vergenius
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Peter Paul Helffrich 1785 - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich
Prozeßart: Citationis ad videndum exigi debitum
Instanzen: RKG 1785 - 1787 (1756 - 1787)
Beweismittel: Berechnung der Schulden seit 1741 (Q 3). Insinuationsgebühren (Q 6). Bescheinigung von Bürgermeister und Schöffen der Stadt Nimwegen, daß der Reichsgraf Wilhelm Otto Friedrich von Quad zu Wickrath, der Vater des Beklagten, am 1. Juli 1785 verstorben ist (Q 9). Lehnskonsens zwischen Graf Wilhelm Otto Friedrich von Quad zu Wickrath und Schwanenberg und den Erben des verst. preußischen Hofrats Johann Grambusch 1769 (Q 11). Kaufvertrag von 1768 zwischen Dr. Johann Franz Wilhelm Grambusch und seiner Schwester Florentina Maria Katharina, Gattin des Christian Friedrich Fenner, den Kindern des Hofrats Johann Grambusch (Q 13). Rechnungen von 1760 - 1766 (Q 23).
Beschreibung: 3 cm, 118 Bl., lose; Q 1 - 24.




1703 (1673 - 1711)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den freiadeligen Rittersitz Spich (Rhein-Sieg- Kr.), 60 Morgen zu „Kochenholt/Kochholz“ und 2 1/4 Morgen Weingewächs zu Niederkassel (Rhein-Sieg-Kr.). Diese Güter haben die Erben von Hanff zu Spich samt der hohen Schuldenlasten 1686 an Christoph von Momm zu Schwarzenstein, den Vater des Appellaten, verkauft. Da Christoph von Momm nicht liquide war, nahm er den Kaufpreis von 2500 Rtlr. beim Kanoniker von Gramaye auf, der außerdem noch 5496 Rtlr., 62 Albus zur Befriedigung einiger Gläubiger aufwandte. 1693 wurde Gramaye in die Güter eingewiesen. Später vermachte Gramaye die streitigen Güter testamentarisch den Appellanten. Der nunmehrige Appellat klagte jedoch vor der 1. Instanz auf Einräumung der Güter, denn er könne Personal- und Realforderungen geltend machen, die eine Präferenz vor den Forderungen der nunmehrigen Appellanten besäßen.

Aktenzeichen : G 226/528

Enthaeltvermerke : Kläger: Die armen Waisen oder Studenten des Gymnasium Tricoronatum zu Köln als testamentarische Erben des Johannes Baptista von Gramaye (Grammeyer, Grammage), Kanonikers und Chorbischofs zu St. Gereon und in Köln, (Bekl.)
Beklagter: Friedrich Anton von Momm (Mumm) zu Schwarzenstein und zum Scheidt, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Friedrich Hofmann 1703 - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurpfälzischer Hofrat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1699 - 1702 - 2. RKG 1703 (1673 - 1711)
Beweismittel: Rechnung (Q 6). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula cum citatione ad videndum ...“ vom 18. Sept. 1703 (I 29-36). Kaufvertrag von 1686 zwischen Friedrich von Behr und Christoph von Momm zu Schwarzenstein (II 6-9). Rechnung über Schuldforderungen (II 36-38). Erbvergleich von 1678 zwischen Anna Sophia Maria von Boenen (Bohnen, Bohren), geb. von Fange, nunmehr Gattin des Christoph von Momm zu Schwarzenstein, Obristlieutenants und Kommandanten zu Osnabrück, und sämtlichen Erben von Boenen (II 39-43). Immissionsbescheid von 1693 (II 55f.). Verträge von 1686 zwischen Matthies Friedrich von Behr und Christoph von Momm (II 100-105, 107-112). Rechnungen und Einkünfte (II 125-136). Zeugenaussage des Friedrich Georg von Boenen, Stiefbruders des Friedrich Anton von Momm, von 1700, daß sein Stiefvater Christoph von Momm nicht berechtigt war, die streitigen mütterlichen Erbgüter zu veräußern (II 220f.). Rechnung über Schulden (II 224-227). Obligation von 1690 des C. M. Schwarzenstein für Johann Baptist von Gramaye (II 234-237). Rechnung (II 237-240). Obligation von 1676 des Wolter Diederich von Balderich gen. Barich und der Maria Magdalena Hanff gen. Spich für die Eheleute Dr. Gerwin Horn gen. Goldschmidt, Kommissar des kurkölnischen Appellationsgerichts und Syndicus des Grafenstands des Erzstifts Köln, und Maria Magdalena Schlaun (II 240-244). Obligation von 1673 der Eheleute Wolter Diederich von Balderich gen. Barich und Anna Salome geb. von Spich sowie der Maria Magdalena Hanff gen. Spich für die Eheleute Dr. Gerwin Horn gen. Goldschmidt (II 245-248). Rechnung (II 248f.). Obligationen der Maria Magdalena von Hanff gen. Spich für Jost Frantzen, Schöffen des Gerichts Sieglar, 1680 und 1684 (II 249-252). Weitere Obligation von 1688 (II 252-255). Obligation des Johann Adolf von Balderich gen. Barich für Peter Lohman von 1682 (II 256- 259). Einkünfteverzeichnis des Guts Spich sowie Rechnungen über Meliorationen, Baukosten und andere Ausgaben von 1691- 1700 (II 266-283).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2 cm, 68 Bl., lose, Q 1 - 9, Q 10* fehlt, 9 Beilagen prod. 29. Nov. 1703 - 2. März 1711; Bd. II: 5 cm, 349 Bl., gebunden (Priora).




1694 - 1702 (1637 - 1717)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist die Klage des nunmehrigen Appellaten vor der 1. Instanz auf Zahlung eines rückständigen Kapitals von 4930 Rtlr., 48 Albus oder Einräumung der verpfändeten Herrschaft Fliesteden. Die Herren von Fliesteden, die Freiherren von Raesfeld, von Ittersum und letztlich von Grass, haben bei den Schwiegereltern des nunmehrigen Appellaten, nämlich bei Philipp Kox dem Jüngeren und Katharina Brocher, sowie bei deren Vater bzw. Schwiegervater Philipp Kox dem Älteren, einem Bürger und Kornhändler zu Köln, Kredite über insgesamt 10000 Rtlr. Kapital in den Jahren 1637 - 1680 aufgenommen. Miterbe der diversen Obligationen ist Dr. Arnold Hambloch, Schöffe des kurfürstlichen Hohen Weltlichen Gerichts zu Köln. Der Appellant beruft sich gegen einen Bescheid der Vorinstanz vom 18. Dez. 1693, mit dem diese sich als zuständiges Gericht deklarierte, an das RKG. Er erhebt Einrede gegen den Gerichtsstand, da die Herrschaft Fliesteden nicht dem Erzstift Köln unterstehe. Fliesteden sei eine freie, allodiale Herrschaft, die zum Teil dem Herzog von Jülich als Lehen aufgetragen worden sei. Die Klärung, ob Fliesteden zum Herzogtum Jülich oder zum Erztift Köln gehört, macht einen Großteil des Prozesses aus. Das RKG urteilt am 23. Dez. 1701 bzgl. des Gerichtsstandes, daß die Vorinstanz hierin richtig geurteilt habe, und bzgl. der Hauptsache, daß der Appellant zur Zahlung der geforderten Schuld zuzüglich 5 % Verzugszinsen, aber abzüglich der 1685 und 1687 erstatteten Gelder verpflichtet ist.

Aktenzeichen : G 239/574

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Werner von Grass zu Fliesteden (Kr. Bergheim), seit 1700 Maria Otilia und Degenhard Henrich von Grass und Konsorten, (Bekl.)
Beklagter: Dr. Peter Weiler, Bürger, Kaufhändler und Ratsherr von Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Konrad Albrecht 1694 - Subst.: Lic. Johannes Eichrodt - Lic. Henrich Schriels 1700 - Subst.: Dr. Johann Meyer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1694 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Offizial zu Köln 1693 (-1716) - 2. RKG 1694 - 1702 (1637 - 1717)
Beweismittel: Kautionsschein (Q 9). Berechnung der Schuldforderungen (Q 13). Obligationen des Rudolf von Raesfeld für Philipp Kox, Bürger und Kornhändler zu Köln, von 1637, des Ernestus von Ittersum für Philipp Kox von 1670, 1673 und 1674, des Ernestus von Ittersum für die Eheleute Peter Weiler und Anna Maria Kox von 1677 und 1678, des Kraft von Ittersum, Obristen der Vereinigten Niederlande, und seines Sohnes, des Rittmeisters Henrich von Ittersum, für die Eheleute Peter Weiler und Anna Maria Kox von 1680 (in Q 14). Dokumente zur Qualität der Herrschaft Fliesteden (Q 16-20). RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 3. April 1696 (Q 25). Rechnung (Q 28). Kaufvertrag zwischen Henriet Maria von Gülich, Witwe des Ernestus von Ittersum, und ihrem Sohn Rittmeister Henrich von Ittersum einerseits und Wilhelm von Contzen und Johann Peter von Grass zu Geyen namens seiner 6 unmündigen, mit der verst. Elisabeth von Contzen erzeugten Kinder andererseits von 1682 (Q 34). Niederländisches Schreiben des Hendrick van Ittersum von 1683 (Q 39). Rechnung (Q 40). Stellungsbefehle des Pfalzgrafen bei Rhein als Herzog von Jülich und Berg von 1688, 1693, 1698 und 1699 (Q 52-55). RKG-(Bei- )Urteile vom 3. Aug. 1696, 27. Okt. 1700 und 23. Dez. 1701 (Prot.).
Beschreibung: 5,5 cm, 260 Bl., lose; Q 1 - 58, 2 Beilagen prod. 17. Nov. 1717. Priora (Q 14) in lateinischer Sprache.




1697 - 1698 (1669 - 1699)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist die Frage, ob 40 Morgen Land im Fliesteder Feld an der sogenannten Wolfskuhlen (Kr. Bergheim) zur Pfarrei Büsdorf (Kr. Bergheim) zehntpflichtig sind. Der Appellant verneint dies, da Fliesteden eine freie Herrschaft und somit vom Zehnten exemt sei. Die Appellatin beansprucht den Zehnten, da Fliesteden keine eigenständige Pfarrei habe. Anlaß des Prozesses ist, daß Gottfried Sinstelen, Fronhalfmann zu Büsdorf, Feldfrüchte von 30 Morgen 1695 nach Büsdorf abführte und 1696 von Johann Werner von Grass vor dem Gericht zu Fliesteden wegen „Spoliation“ verklagt worden ist. Die Äbtissin von St. Ursula zog den Prozeß vor das kurkölnische Offizialatgericht, das am 24. Juli 1696 zu ihren Gunsten urteilte. Der Appellant erhebt die Einrede der Unzuständigkeit gegen das Offizialatgericht (vgl. dazu RKG 1934 (G 239/574)).

Aktenzeichen : G 240/575

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Werner von Grass zu Fliesteden (Kr. Bergheim), (Bekl.)
Beklagter: Äbtissin von St. Ursula in Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Henrich Flender 1697 - Subst.: Dr. Pulian Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1697 - Subst.: Lic. J. C. Jung
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Offizial zu Köln (1696) - 2. RKG 1697 - 1698 (1669 - 1699)
Beweismittel: Kautionsschein (Q 11). RKG- „Ulteriores compulsoriales“ vom 4. März 1698 (Q 29). Diplom Kaiser Leopolds I. für die Brüder Johann Peter und Johann Werner von Grass von 1669 (74f.). RKG-(Bei-)Urteile vom 7. Juli 1697 und 4. März 1698 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 77 Bl., lose; Q 1 - 11, 13 - 30, Q 12* fehlt, 7 Beilagen prod. 28. Juni 1698 und 13. März 1699.




1697 - 1700 (1675 - 1698)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Hinterlassenschaft des verst. Reichshofrats Wilhelm Schröder (Schrader), der in seinem Testament von 1675 den Kindern seiner Schwester Sophia Schröder, verheiratet mit dem Heinsberger Vogt Wilhelm Contzen, 4000 Rtlr. und den Kindern seiner ältesten Schwester Sibylla Schröder 5000 Rtlr. vermacht hatte, zwischen dem Appellanten als Gatten der Elisabeth Contzen und Schwiegersohn der Sophia Schröder sowie dem Appellaten als Schwiegersohn der Katharina, verheiratet mit dem Eschweiler Vogt Rutger Kupper, Tochter der Sibylla Schröder aus 1. Ehe. Da der Appellant Schuldforderungen gegen den Appellaten geltend macht, hat er die Gelder, die der Appellat von den Erben Kincky zu bekommen hat, mit „Arrest und Zuschlag“ oder „Prohibition“ belegen lassen. Sowohl die 1. als auch die 2. Instanz sprachen mit ihren Urteilen vom 28. Nov. 1693 und 20. Juli 1696 den Appellaten von der Prohibitionsklage frei.

Aktenzeichen : G 241/576

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. Johann Werner (von) Grass zu Fliesteden (Kr. Bergheim), (Kl.)
Beklagter: Hermann Breitkopf, Vogt zu Geilenkirchen (Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1697 - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Henrich Krebs 1697 - Subst.: Lic. Jung
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hallengericht in Köln 1691 - 1693 - 2. Bürgermeister und Rat der Stadt Köln 1693 - 1696 - 3. RKG 1697 - 1700 (1675 - 1698)
Beweismittel: Testament des Reichshofrats Wilhelm Schröder (Schrader) von 1675 (Q 7). Rechnungen (Q 9 und in Q 19).
Beschreibung: 5,5 cm, 250 Bl., lose; Q 1 - 19, 4 Beilagen von 1698.




1699 - 1702 (1586 - 1702)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit zwischen den Kindern der Gertrud Römer aus zweiter Ehe mit Dionysius Grass und aus erster Ehe mit Johann von Meuthen zu Nothberg, insbesondere um 2000 Tlr. Dotalgelder in Geilenkirchener Währung, die Gertrud Römer von ihrem ersten Gatten erhalten und in ihre zweite Ehe eingebracht hat. Der Appellat ist ein Enkel der Gertrud Römer. Die Appellaten klagten vor der 1. Instanz gegen die Veruntreuung ihrer Erbgüter durch ihren Stiefvater Dionysius Grass. Sie forderten die Anfertigung eines Inventars über die Leibzuchtgüter der Gertrud Römer gemäß der jül.-berg. Rechtsordnung Kap. 95, die Herausgabe des Testaments der Sibylla von Horrich, der Mutter der Gertrud Römer, von 1635, die Taxierung oder Wiederbeschaffung der von Dionysius Grass veräußerten Güter und die Einräumung der väterlichen Erbgüter zu Nothberg. Dem Prozeß liegt ein Urteil der 1. Instanz vom 28. Aug. 1699 bei, wonach die Stock- und Stammgüter, die von den Eheleuten Henrich Römer, Vogt und Rentmeister von Geilenkirchen, und Sibylla von Horrich, den Eltern der Gertrud Römer, herrühren, zwischen den Kindern aus erster und zweiter Ehe geteilt werden, die Güter der Gertrud Römer einschließlich der 2000 Tlr. in Lösrenten und Pfandschaften an ihre Kinder aus erster Ehe fallen und die Stock- und Stammgüter des Lic. Zacharias von Horrich, kurkölnischen Offizials und Bruders der Sibylla von Horrich, wiederum zwischen den Kindern beider Ehen zu gleichen Teilen geteilt werden sollen.

Aktenzeichen : G 242/577

Enthaeltvermerke : Kläger: Sämtliche Erben des Dionysius Grass, namentlich Johann Peter Grass und sein Schwager Jost Wilhelm von Horrich zu Gangelt und Cilge Grass, verwitwete von Horrich, zu Köln, (Bekl.: Dionysius Grass)
Beklagter: Johann Wilhelm von Meuthen zu Nothberg (Kr. Aachen), (Kl.: Johann von Meuthen zu Altenbiesen als Vormund für die minderjährigen Kinder des Wilhelm Johann von Meuthen zu Nothberg)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1699 - Subst.: Lic. Henrich Schriels
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1700 - Subst.: Lic. Henrich Schriels
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Kanzler und Räte, Kommissare) zu Düsseldorf 1647-1698 - 2. RKG 1699 - 1702 (1586 - 1702)
Beweismittel: Auflistung der Erbgüter (II 114-118). Ehevertrag bzw. Heiratsverschreibung von 1618 zwischen Johann von Meuthen zu Nothberg und Gertrud Römer (II 118-123). Erbteilung von 1613 zwischen Johann von Meuthen und seinen Schwestern Anna, Kanonissin zu St. Anna in Aachen, und Katharina, verheiratet mit Lic. Bartholomäus Lövenich, Schöffen des Hauptgerichts zu Jülich (II 275-281). Vergleiche von 1623 und 1619 über die Erbteilung zwischen Johann von Meuthen und seinem Schwager Lic. Bartholomäus von Lövenich (II 255-258, 281-285). RKG-Ladung vom 13. Dez. 1651 vom Appellationsprozeß des Dionysius Grass namens seiner Frau Gertrud Römer ./. seine Stiefkinder Johann Wilhelm, Wilhelm Winand, Sibylla, Maria Elisabeth und Maria Juliana von Meuthen, verheiratet mit Werner Grass (II 305-310, vgl. RKG 2195 (G 1001/3280)). Rechnung von 1639 aus dem Nachlaß des Winand Wilhelm Römer betr. Gelder, über die er sich mit dem Obristen von Horrich vergleichen mußte (II 591-598). Verzeichnis der Patrimonial- und Stockgüter, die Wilhelm Winand und Gertrud Römer von ihren Eltern Henrich Römer und Sibylla von Horrich geerbt haben (II 598-605). Inventar einer Kiste mit Dokumenten der Familie von Meuthen (II 612-620). Rechnungen, Quittungen und Anleihen von 1617ff. (II 623-644). Auszug aus dem Rechnungsbuch des Henrich Römer, Vogts und Rentmeisters zu Geilenkirchen (II 795-797). Rechnung des Winand von 1586 (II 826f.). Inventar des Diethrich Schommartz über die Leibzuchtgüter, die er von seiner Frau Johanna von Horrich besessen hat (II 828-830).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 42 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst, Prot. ohne Eintragungen, 13 Aktenstücke prod. 9. Okt. 1699, 7. Feb. 1700, 12. Feb. 1701 und 1. Sept. 1702; Bd. II: 15 cm, 898 Bl., gebunden (Priora). Bd. I enthält fälschlich ein Aktenstück prod. 11. Dez. 1711 aus einem Appellationsprozeß der Erben des Dr. Gayman modo des Dr. Föller ./. die Erben des Kanonikers von Eick. Bd. I enthielt ferner irrtümlich 3 Aktenstücke prod. 21. Jan. 1656 aus dem Appellationsprozeß des Dionysius Grass zu Nothberg ./. von Meuthen zu Nothberg, die in RKG 2195 (G 1001/3280) eingeordnet worden sind.




1648 - 1651 (1506 - 1651)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Haftentlassung. Der Kläger war aufVeranlassung der Beklagten auf offener Straße in Köln durch den Stadtrichter oder den „Klöckiger“ des Hohen Weltlichen Gerichts verhaftet worden. Dies verstoße gegen einen Vertrag von 1506 Kap. 5 zwischen dem Erzbischof von Köln und der Stadt Köln. Hintergrund des Streits ist die Forderung des Klägers nach Auszahlung der Ehesteuer seiner Gattin aus deren erster Ehe. Maria Küßner hatte nach dem Tod ihres ersten Gatten Dr. Henrich Schlebusch die Zahlung von 12000 Rtlr. Dotalgeldern durch ihren Schwiegervater Gottfried Schlebusch den Älteren gefordert. 1637 verglich sie sich mit ihren Schwägern insofern, als sie gegen eine einmalige Zahlung von 1300 Rtlr. aufweitergehende Ansprüche verzichten wollte. Sie erhielt jedoch tatsächlich nur 233 Rtlr. Ihr zweiter Gatte betrieb daher ihre Einweisung in Güter der Beklagten im Herzogtum Berg (Schlebuschrath). Dies betrachteten die Beklagten als Injurie.

Aktenzeichen : G 245/590

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Georg Graßman zu Mainz namens seiner Gattin Anna Maria Küßner, in 1. Ehe mit Dr. Henrich Schlebusch verheiratet
Beklagter: Klara van Gulderen (von Güldern), geb. Reißholz, Witwe des Lic. Ägidius van Gulderen, ehemaligen Gewalthabers der Familie Schlebusch ( „curator bonorum“), zu Köln und Konsorten: Goddart (Heddert) der Jüngere und Maria gen. Schlebusch sowie deren Gatte Hermann Hofschmidt (Hufschmied), ferner Maria, die älteste Tochter der Klara van Gulderen, für sich, ihre Kinder und ihre Geschwister, schließlich Greve und Schöffen des Hohen Weltlichen Gerichts zu Köln
Prokuratoren (Kl.): Dr. Lukas Goll [1644] 1648
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad Blaufelder (1648)
Prozeßart: Mandati de relaxando captivo et arresto sine clausula
Instanzen: RKG 1648 - 1651 (1506 - 1651)
Beweismittel: Vergleich von 1637 (Q 2). Auszug aus dem Vertrag von 1506 zwischen Kurköln und der Stadt Köln (Q 6). RKG-(Bei-)Urteil vom 24. Mai 1650 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 31 Bl., lose; Q 1 - 10, 12 - 15, Q 11* fehlt.




1678 - 1685 (1669 - 1684)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Präferenzstreit zwischen den Ansprüchen der Parteien gegen Clemens Evertz, den ehemaligen Bürgermeister und Kaufmann zu Solingen. Der Appellant hatte in Paris mit Clemens Evertz eine Handelsgesellschaft (u. a. mit Wein und Solinger Klingen) gegründet mit einem Gesellschaftsvertrag, der eine Hypothek auf alle Güter der Handelspartner vorsah. Nach der Liquidation der Gesellschaft klagte der Appellant vor der jül.-berg. Hofkanzlei seine Schuldforderungen gegen Evertz ein, ließ 1669 dessen Güter zu Solingen mit Arrest belegen und erhielt 1671 das Urteil, daß Evertz ihm 9000 Rtlr. schulde und er in dessen Güter einzuweisen sei. Dagegen erhoben die Brüder de Groote Einspruch, die eine Obligation des Clemens Evertz von 1671 über 3000 Rtlr. mit Verpfändung der Solinger Güter vorweisen können. De Grave appelliert vom Urteil der Vorinstanz vom 10. April 1677 an das RKG, wonach der Gerichtsschreiber Märcken von den Schuldvorwürfen freigesprochen, den Gebrüdern de Groote der Besitz ihrer Obligation mit einer Restschuld von 2655 Rtlr. garantiert und die Präferenz dieser Obligation vor den Ansprüchen des de Grave, ungeachtet seiner Immission in die streitigen Güter, anerkannt worden ist, an das RKG.

Aktenzeichen : G 248/613

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann de Grave zu Brüssel (geb. in Gent, gest. ca. 1682), (Kl.)
Beklagter: Gebrüder Jakob und Henrich de Groote zu Köln und Konsorten: Johann Märcken (Mercken), Gerichtsschreiber zu Solingen, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Marx Giesenbier 1678 - Subst.: Dr. Moritz Wilhelm von Gülchen
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Heinrich Seiblin 1678 - Subst.: Dr. Franz Heinrich Krebs
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1672 - 1677 - 2. RKG 1678 - 1685 (1669 - 1684)
Beweismittel: Urteil der jül.-berg. Hofkanzlei in Liquidationssachen de Grave ./. Clemens Evertz vom 11. Dez. 1671 (Q 9). Obligation bzw. Schuldbekenntnis der Eheleute Clemens Evertz und Gertrud Tesche für die Brüder de Groote von 1671 (Q 13). RKG-(Bei-)Urteil vom 14. März 1684 (Prot.). Zeugenrotulus (III).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 2 cm, 63 Bl., lose, Q 1 - 23, 25 - 31; Bd. II: 6,5 cm, 371 Bl., gebunden, Q 24a (Priora); Bd. III: 6,5 cm, Bl. 372 - 738, gebunden, Q 24b (Priora).




1551
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit bzw. Streit um die Teilung der väterlichen und mütterlichen Erbgüter.

Aktenzeichen : G 257/686

Enthaeltvermerke : Kläger: Paul Genthal (Ingendall), Kirchspielmann zu Dülken (Kr. Kempen- Krefeld), für sich und seine unmündigen Kinder, (Bekl.)
Beklagter: Gelis (Zelis) von Eschweiler und seine Frau, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Michael von Kaden 1550 - Mauritius Breunlin 1550 - Christoph Schwapbach 1550
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich (1550) - 2. RKG 1551
Beschreibung: 3 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 2 Aktenstücke prod. 16. März 1551.




1603 - 1629 (1595 - 1629)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um rückständige Pachtgelder und Naturalabgaben von den Erbgütern der von Merode zu Echtz (Kr. Düren) in der Herrschaft Merode und zu Sievernich (Sevenich, Kr. Düren) im Amt Nideggen (erwartete Jahrespachten: 275 Malter Weizen, Roggen und Hafer) aus den Jahren 1587 - 1592, als der nunmehrige Appellant Rentmeister des Appellaten und seines 1590 verst. Vaters Bernhard von Merode in der Amtsnachfolge des Ingerman von Gürzenich war. Der Appellant hatte 1595 einen Schuldschein unterschrieben, daß er dem Appellaten und seinen Miterben 1439 Gulden, 12 Albus, 11 Heller und diverse Malter Getreide schulde. Diese Summe klagte Floris von Merode vor der 1. Instanz ein. Sowohl die 1. als auch 2. Instanz gaben seiner Schuldforderung statt. Der Appellant wendet dagegen ein, er könne nicht für die Minderung der Pachteinnahmen durch Mausbiß, Krieg und säumige Pächter zur Rechenschaft gezogen werden, zumal er keine Vollmacht gehabt habe, rechtlich gegen säumige Pächter vorgehen zu dürfen.

Aktenzeichen : G 265/699

Enthaeltvermerke : Kläger: Peter (von) Geich (Gysch), Bürger zu Düren, (Bekl.)
Beklagter: Floris von Merode zu Rummen (Rümen, Belgien), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Friedrich Haug 1603
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Gödelman 1603 - Dr. Christian Schröder 1614
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister und Rat der Stadt Düren 1595 - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1595 - 1602 - 3. RKG 1603 - 1629 (1595 - 1629)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 28. April und 7. September 1620 (Prot.). Obligation bzw. Schuldschein von 1595 (II 9-13). Auflistung der Pachtschulden verschiedener Pächter (II 352-357). Zeugenverhör (II 368-406). Empfangsrechnungen (II 426-438). Zeugenrotulus mit Rechnungen und Quittungen (II 439-515).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2 cm, 64 Bl., lose, Q 1 - 5, 7 - 10, 2 Beilagen von 1609 und 1629; Bd. II: 8,5 cm, 515 Bl., gebunden, Q 6 (Priora).




1614 - 1631 (1462 - 1630)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Erb- und Stockgüter des ca. 1595/97 verst. Goddert Scherer, dessen Ehe mit Klara Krosch kinderlos blieb, zwischen dessen Verwandten, die alle von Gort Scherer und Alvart Stutgen zu Thorr abstammen. Streitig ist insbesondere der Hof zu „Kurzden“.

Aktenzeichen : G 271/721

Enthaeltvermerke : Kläger: Georg Geilrodt bzw. Georg Scherer gen. Geilrath und Konsorten: Johann Gaw von Sindorf (Kr. Bergheim), Johann Goddert gen. Schuhmacher zu Grouven (Kr. Bergheim) und Merten Baum von Wüllenrath (Kr. Bergheim), (Kl.: u.a. auch Mathias von Mülheim, Bürger zu Köln)
Beklagter: Gebrüder Johann und Michael Meul (Meull, Maul) von Grouven und Konsorten: Johann Steffens, Reinhard Schmidt von Thorr (Kr. Bergheim), Peter Wirtt (Würdt) zu Niederaußem (Kr. Bergheim), Wilhelm Schuhmacher, Johann Peltzer zu Thorr und Heinrich Cols von Berrendorf (Kr. Bergheim), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1614 - Dr. Beatus Moses 1622
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Hermann Cran (Crain) 1615 - Dr. Henrich Ludwig Hacker 1624 - Dr. Henrich Eylinck 1629
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) in der Lohe 1599 - 1600 - 2. Stadt- und Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düren 1600 - 1604 - 3. Jül.- berg. Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1604 - 1614 - 4. RKG 1614 - 1631 (1462 - 1630)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteil vom 18. Jan. 1615 (Prot.). Jurissubsidial- oder Kompaßbrief von Bürgermeister und Rat der Stadt Köln 1602 (II 82-86). Verzeichnis des Kellners Severin zu St. Pantaleon in Köln über die Einnahmen des Klosters aus Thorr (II 89f.). Auszug aus Kirchenrollen, -registern und - rechnungsbüchern von 1462 und 1560 (II 96-98). Stammtafeln (II 121, 154). 3 Zeugenrotuli (II 287-413).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 33 Bl., lose, Q 1 - 13, 1 Beilage; Bd. II: 10 cm, 633 Bl., gebunden, Q 8 (Priora). Bd. I enthält 3 Beilagen aus einem anderen RKG-Prozeß: Q 5, 11 und 12 prod. 15. April und 10. Sept. 1577 in Appellationssachen Johann Graesen, Bürger von Köln ./. Magdalena Grandis, Witwe des Dr. Mathias Held (Helden).




1631 - 1646 (1630 - 1633)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Injurienklage und -widerklage. Anlaß des Streits ist ein Garten in der Freiheit Monheim, den Hermann Geisen und sein Schwager Dumman (Wimmerden) von der Sultzen, Bürger zu Antwerpen, kraft „ius retractus“ von der Witwe des Heinrich Stelzman an sich gebracht haben. Als die Witwe den Garten weiterhin als Graserei nutzte und Hermann Geisen, der vorwiegend in Köln bei seinem Schwiegersohn lebte, dies durch eine Bewachung des Gartens verhindern wollte, schalt sie ihn einen Landfriedensbrecher und Räuber und verklagte ihn vor der 1. Instanz zivilrechtlich, weil er sie eine Hexe genannt habe, und strafrechtlich wegen Landfriedensbruchs. Dagegen erhob Hermann Geisen nun seinerseits eine Injurienklage. Die 2. Instanz verurteilte Geisen am 3. Juli 1630 zur Zahlung von 25 Goldgulden und zum Widerruf. Das RKG bestätigt mit Urteil vom 6. Juli 1638 die Geldstrafe, hebt aber das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des Widerrufs auf.

Aktenzeichen : G 273/738

Enthaeltvermerke : Kläger: Hermann Geisen (Geysen, Giesen), Bürger zu Monheim (Rhein- Wupper-Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Adam Hansen zu Monheim am Markt, (Kl.: Entgen, Witwe des Heinrich Stelzman, Schwiegermutter des Adam Hansen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Henricus Eylinck 163 1
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Schaumberger 1631
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Monheim 1614 - 1616 - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1616 - 1630 - 3. RKG 1631 - 1646 (1630 - 1633)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 6. Juli 1638 (Prot.). Prozeßkostenberechnung (II 127-133). Zeugenrotulus (II 139-150).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1 cm, 15 Bl., lose, Q 1 - 2, 4 - 6; Bd. II: 3,5 cm, 154 Bl., gebunden, Q 3 (Priora).




1654 - 1670
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 25. April 1654, wonach die nunmehrigen Appellanten Haus und Herrschaft Wachendorf und die übrigen jül. Güter dem nunmehrigen Appellaten, ihrem Vetter, wiedereinräumen sollen. Hintergrund des Streits ist eine Zession von 1635, durch die der Freiherr von Palandt seinen Vettern die Eigentumsrechte an den streitigen Gütern übertragen hat, da diese ihn und seine Gattin Regina Scheiffardt von Merode, geb. von Bornheim, nachdem sie das heruntergewirtschaftete Gut Wachendorf von Marsilius von Palandt zu Wildenburg, dem Halbbruder des Appellaten, gerichtlich erstritten hatten, finanziell und materiell unterstützt hatten. Später widerrief er die Übereignung und klagte vermutlich vor der 1. Instanz auf Einräumung der Herrschaft Wachendorf. Die Appellanten halten den Widerruffür unzulässig.

Aktenzeichen : G 288/782

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Marsilius von Geldern zu Arcen (NL), Frechen, Türnich, Bachem und Bell (Kr. Köln), königlich spanischer Rat des Herzogtums Geldern, Drost des Lands Kessel, und Konsorten: sein Bruder Reinhard von Gelder, Ritter des Deutschen Ordens und Komtur zu Luxemburg, (Bekl.)
Beklagter: Marsilius von Palandt der Ältere, Herr zu Wachendorf (Kr. Euskirchen), zu HofBenesis, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Jo. G. Gülchen (1654)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich Stieber 1654 - Subst.: Dr. Jakob Friedrich Kühorn
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Statthalter, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (? - 1654) - 2. RKG 1654 - 1670
Beweismittel: Testament Marsilius von Palandts des Älteren von 1654 (Q 4).
Beschreibung: 1 cm, 11 Bl., lose ; Q 1 - 4. Vgl. Karl Göbels, Die Wappen von Frechen. Ein Beitrag zur rheinischen Heraldik und Genealogie, Frechen 1966, S.134ff.




1665 - 1668 (1664 - 1668)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 19. Dez. 1664, welche die Einrede der damaligen Beklagten gegen den Gerichtsstand abwies. Die Appellantin beantragt, den Prozeß an den Hof von Roermond als zuständiges Gericht zu verweisen. Hintergrund des Streits ist die Schuldforderung der nunmehrigen Appellaten von 2463 1/2 Rtlr. für ihre Auslagen in den Jahren 1655 - 1657. Die Appellaten haben die jül. Güter der Appellantin mit Arrest belegen lassen (vgl. RKG 1946 (G 290/784)).

Aktenzeichen : G 289/783

Enthaeltvermerke : Kläger: Johanna Maria von Geldern zu Arcen (NL), geb. von Lützenrath, Witwe des Marsilius von Gelder, (Bekl.)
Beklagter: Johann von Lüth (Lith), Eingesessener und Kaufmann zu Venlo (NL) im Herzogtum Geldern, und seine Gattin Elisabeth Münch (Münck), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Eberhard Albrecht senior 1665 - Subst.: Lic. Johann Hansen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1663 - 1664) - 2. RKG 1665 - 1668 (1664 - 1668)
Beweismittel: Berechnung der Schulden (Q 5).
Beschreibung: 1 cm, 26 Bl., lose; Q 1 - 11, 1 Beilage von 1668.




1666 - 1668 (1629 - 1668)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 16. Juni 1666, wodurch die nunmehrige Appellantin zur Zahlung der Summe von 2463 1/2 Rtlr. als Wiedergutmachung für die Arrestierung der Gattin des nunmehrigen Appellaten in Jülich und Roermond (NL) und die damit verbundenen Injurien, Schimpf und Schaden verurteilt worden ist. Hintergrund des Prozesses ist eine Obligation des verst. Freiherrn Marsilius von Palandt zu Wachendorf (Kr. Euskirchen) über 3014 Gulden Venloer Währung, für die dieser den Hof Serbst/Serst (vielleicht Serrest, Kr. Jülich) im Gericht Mersch im Amt Jülich verpfändete. Als die Brüder Marsilius und Reinhard von Geldern in den Besitz ihres Vetters Marsilius von Palandt zu Wachendorf eintraten, wandte sich der Appellat mit seiner Schuldforderung an sie. Er ließ sich in den Hof Ser(b)st und in die Erbpachtgelder (80 Malter Roggen) zu Merzenhausen (Kr. Jülich) einweisen. Er übertrug den Hof Ser(b)st 1657 für 2000 Rtlr. den Kartäusern zu Vogelsang bei Jülich. Die Streitigkeiten spitzten sich zu, als die Gattin des Appellaten durch die spanische Besatzung zu Jülich inhaftiert, unter Verletzung der jül. Jurisdiktion nach Roermond überführt, dort über ein Jahr lang gefangengehalten wurde und der Appellat die ihm eingeräumten Güter an einen Peter Horpüsch abtreten mußte. Er klagte daher vor der 1. Instanz auf Wiedergutmachung. Die Appellantin wendet dagegen ein, daß der Prozeß an den Hof von Roermond als zuständiges Gericht zu verweisen sei. Sie beruft sich ferner auf einen Vergleich von 1657 zu Jülich, der auf Vermittlung des königlich spanischen Rats des Herzogtums Geldern Lic. Bartholomäus Frenckel alias Poeyn (Poin, Poen) zwischen ihrem verst. Gatten und dem Gläubiger Lüth geschlossen worden sei. Die in diesem Vergleich vereinbarte Summe sei dem Appellaten inzwischen erstattet worden. Das RKG bestätigt mit Urteil vom 7. Juli 1668 das Urteil der Vorinstanz. Der Appellat wird 1668 anscheinend in Hofund Mühle zu Bachem (Kr. Köln) eingewiesen.

Aktenzeichen : G 290/784

Enthaeltvermerke : Kläger: Johanna Maria von Lützenrath, Witwe des Marsilius von Geldern (Gelder, Gelre) zu Arcen und Velden (NL), (Bekl.: Marsilius von Gelder)
Beklagter: Johann von Lüth (Jan van Lith, Litt), Eingesessener oder Bürger und Kaufmann zu Venlo (NL) im Herzogtum Geldern, 1656 Eingesessener zu Tegelen (NL) im Amt Brüggen, und seine Gattin Elisabeth Münch (Münck, Munnicx, Münchs), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Eberhard Albrecht senior 1666 - Subst.: Lic. Johann Hansen
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1666 - Subst.: Lic. Johann Konrad Albrecht
Prozeßart: Secundae appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1663 - 1666 - 2. RKG 1666 - 1668 (1629 - 1668)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 3. Juli 1667, 29. Jan. und 7. Juli 1668 (Prot.). Rechnung über Auslagen von 1655 - 1657 (II 162-166). Vertrag zwischen den Eheleuten Lüth und den Kartäusern zu Vogelsang 1657 (II 208- 210). Vertrag von 1658 zwischen Gerhard Frenckel alias Poeyn als Prior sowie den Konventualen der Kartause zu Vogelsang und der Freifrau von Geldern (II 242-246). Rechnung (II 498-502). Zeugenverhör (II 640-654). Bd. II enthält zahlreiche Schriften in niederländischer, französischer und lateinischer Sprache, Aktenstücke des Hofs von Roermond von 1656 - 1658 und des erzbischöflichen Offizialats zu Köln zu Prozessen des Johann von Lüth sowie mehrere Zeugenverhöre.
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 68 Bl., lose, Q 1 - 6, 8 - 23, 8 Beilagen von 1668; Bd. II: 12 cm, 808 Bl., gebunden, Q 7 (Priora). Vgl. RKG 1945 (G 289/783).




1636 - 1678 (1571 - 1661)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 27. Jan. 1634, wodurch der nunmehrige Appellat bis zur Befriedigung seiner Schuldforderung in die Güter des nunmehrigen Appellanten zu Frechen (Kr. Köln) eingewiesen werden sollte. Hintergrund des Prozesses ist eine Obligation der Klara von Haes zu Türnich, Witwe des verst. Marsilius von Palandt zu Wachendorf, und ihres Sohnes Marsilius (II.) von Palandt von 1571, durch die sie 2000 Goldgulden von der Gräfin Margaretha von Manderscheid-Blankenheim aufnahmen und als Sicherheit ihre Güter zu Frechen und Bocklemünd (Stadt Köln) verpfändeten. 1626 verkauften Graf Karl von Manderscheid- Blankenheim- Gerolstein und 1629 GrafReinhard von Solms ihre Erbteile dieser Obligation an Lic. Nikolaus Unckel, der auf Rückzahlung einer noch offenen Schuld von 2381 Goldgulden vor der 1. Instanz klagte. Der Appellant weist darauf hin, daß der Appellat bereits 1607 durch das Offizialatgericht zu Köln in das Gut zu Bocklemünd eingewiesen worden sei, obgleich nur noch drei Pensionen rückständig gewesen wären. Im übrigen hätte Klara von Haes als Leibzüchterin die palandischen Erbgüter nicht belasten dürfen. Er beantragt daher, die Einräumung der Frechener Güter aufzuheben und ihn von der Schuldforderung freizusprechen, ja sogar ihn in das Gut zu Bocklemünd einzuweisen und den Prozeßgegner zur Erstattung von 10926 Tlr. kölnischer Währung zu verurteilen. Der Appellat erhebt Einrede gegen die Appellation wegen Verletzung des jül. Privilegs „de non appellando“.

Aktenzeichen : G 292/789

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Geldern (Gelder) zu Arcen (NL), Frechen und Bachem (Kr. Köln), seit 1659 Johanna Maria von Lützenrath, Witwe des Marsilius von Gelder, als Vormünderin und Johann Gottfried von Gelder, (Bekl.)
Beklagter: Lic. Nikolaus Unckel (Unckelen) zu Köln als Zessionar des Grafen Johann Arnold von Manderscheid und Dietherich von der Lippe, Schultheiß zu Frechen (Kr. Köln), als Exekutor bzw. fürstlicher Kommissar, seit 1659 Dr. Johann Peter Senheim zu Koblenz, Assessor des Hofgerichts des Erzbistums Trier und Schöffe des Hohen Weltlichen Gerichts zu Koblenz, als Kurator seiner drei Kinder von Gudula Unckel, der einzigen Tochter des verst. Lic. Nikolaus Unckel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Paul Gambs 1659 - Subst.: Dr. Jakob Friedrich Kühorn - Subst.: Lic. Johann Hansen
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh 1659 - Subst.: Dr. Johann Nikolaus Hoen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1625 - 1634 - 2. RKG 1636 - 1678 (1571 - 1661)
Beweismittel: Vollmacht der Brüder Marsilius und Reinhard von Geldern zu Arcen, Frechen und Bachem von 1632 für Dr. Johann Peter Unckel (Q 5). Beschreibung des Guts zu Bocklemünd (Q 29). Beschreibung der Pfandschaften 1609 (Q 32). Obligation von 1571 (II 4-13). Abtretung der Schuldforderung 1626 (II 68-78). Weitere Abtretung (Zession) 1629 (II 79-88). Taxierung des Guts zu Bocklemünd 1609 (II 105-114).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2,5 cm, 88 Bl., lose, Q 1 - 5, 7 - 36, 2 Beilagen; Bd. II: 3 cm, 185 Bl., gebunden, Q 6 (Priora).




1640 - 1643 (1398 - 1642)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Besitzbestätigung der Herrschaft sowie der allodialen Güter zu Frechen (Palander Hof) und Bachem, aber auch Streit um Erbgüter zu Türnich (Kr. Bergheim), Wachendorf (Kr. Euskirchen), Vettweiß (Kr. Düren), Serst (vielleicht Serrest, Kr. Jülich), Merzenhausen (Kr. Jülich) und anderswo. Die Appellanten Reinhard und Marsilius von Geldern sind Söhne des Reinhard von Geldern und der Katharina von Palandt, einer Tochter des Marsilius von Palandt zu Wachendorf, Frechen, Bachem und Wildenburg (gest. 25. Feb. 1606) aus dessen erster Ehe mit Anna von Winkelhausen. Streitig sind die väterlichen und vor allem die mütterlichen Erbgüter der Katharina von Palandt, die ihr Vater Marsilius von Palandt nur als Leibzüchter innehatte. Der Appellat, ein Bruder der Katharina von Palandt (oder ein Halbbruder aus der zweiten Ehe des Marsilius von Palandt zu Wachendorf mit Maria von Bodberg) zieht die Allodialeigenschaft der streitigen Güter in Zweifel. Der Palander Hof, die Herrschaft Frechen und Bachem seien jül. Lehen, mit denen er investiert werden möchte.

Aktenzeichen : G 293/791

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Geldern zu Frechen und Bachem (Kr. Köln), (Kl.: Gebrüder Reinhard und Marsilius von Gelder)
Beklagter: Marsilius von Palandt der Jüngere zu Wildenburg, Türnich, Berg und Wachendorf, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Eylinck (1640)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1640 - Dr. Bernhard zur Lipp 1642
Prozeßart: Primae appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Statthalter, Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1635 - 1638 - 2. RKG 1640 - 1643 (1398 - 1642)
Beweismittel: Lehnbrief des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm bei Rhein von 1629 für seinen Rat und Kämmerer Otto Reinhard von Rolshausen betr. u. a. Türnich (II 16-19). Beschreibung der Güter zu Türnich im Besitz der Wilhelma von Wachtendonk und des Arnold von Haes (II 49-53). Ehevertrag (Heiligsverschreibung) zwischen Marsilius von Palandt und seiner 1. Frau Anna von Winkelhausen 1571 (II 69-79). Ehevertrag zwischen Marsilius von Palandt und seiner 2. Frau Maria von Bodberg 1601 (II 79-95). Erbpachtbrief von 1398 zwischen den Provisoren zum Hl. Geist auf dem Domhof zu Köln und Ritter Wilhelm von Hochsteden sowie seinen Söhnen Arnold, Johann und Heinrich betr. Güter zu Frechen (II 102-113). Akten in Sachen Christoph von Rolshausen zu Türnich namens seiner Gattin Katharina von Palandt ./. Marsilius von Palandt zu Wachendorf 1617-1621 (II 200ff.). Erbantritt des Marsilius von Palandt zu Wachendorf, Frechen und Bachem 1591 nach dem Tod des Arnold (von) Haes zu Türnich, Frechen und Bell (II 274-285). Quittungen der Wilhelma von Wachtendonk, verwitwete von Loe, 1546 und 1547, des Hermann von Haes zu Türnich und Frechen 1549 und 1552 (II 290-296). Testament der Eheleute Christoph von Rolshausen und Katharina von Palandt 1615 (II 343-351).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 19 Bl., lose, Q 1 - 7 und 9; Bd. II: 10 cm, 551 Bl., gebunden, Q 8 (Priora).




1640 - 1643 (1611 - 1642)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Besitz der Herrschaft Frechen und Bachem (vgl. RKG 1948 (G 293/791)). Hier Berufung gegen ein Dekret der Vorinstanz vom 21. Mai 1638, die Rechtshandlungen vorzunehmen trotz der Einrede des außerordentlichen und extrajudizialen Prozesses und der Anhängigkeit (Litispendenz) am RKG seit 1611.

Aktenzeichen : G 294/792

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Geldern zu Frechen und Bachem (Kr. Köln), (Bekl.)
Beklagter: Marsilius von Palandt der Jüngere zu Wachendorf, Wildenburg, Türnich und Berg, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Eyling (1640)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1640 - Dr. Bernhard zur Lipp 1642
Prozeßart: Secundae appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Statthalter, Kanzler und Räte zu Düsseldorf (? - 1638) - 2. RKG 1640 - 1643 (1611 - 1642)
Beweismittel: RKG-Ladung vom 2. Aug. 1611 in Sachen Marsilius von Palandt zu Wachendorf . /. Rittmeister Kaspar von Bodberg und Martina von Rossum, verwitwete Schellart und Pfandfrau zu Schönforst, betr. Erbgüter des verst. Marsilius von Palandt und seiner beiden Gattinnen Anna von Winkelhausen und Maria von Bodberg (Q 4). Weitere Akten aus diesem Prozeß (Q 5f.). Schreiben der Räte des Herzogtums Geldern von 1640 in niederländischer Sprache betr. das Haus Wachendorf (Q 10).
Beschreibung: 1 cm, 23 Bl., lose ; Q 1 - 7, 9 - 11, 13, es fehlen Q 8* und 12*.




1640 - 1643 (1638 - 1642)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand vgl. RKG 1948 (G 293/791). Hier Berufung gegen ein Dekret der Vorinstanz vom 15. Sept. 1638, auf die Supplik des erstinstanzlichen Klägers zu antworten trotz Einrede der außerordentlichen Exekution und des Extrajudizialprozesses sowie der Litispendenz am RKG seit 1611 unter der Rubrik Palandt ./. Bodberg.

Aktenzeichen : G 295/793

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Geldern zu Frechen und Bachem (Kr. Köln), (Bekl.)
Beklagter: Marsilius von Palandt der Jüngere zu Wildenburg, Türnich, Berg und Wachendorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Bernhard zur Lipp 1641
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1640
Prozeßart: Tertiae appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Statthalter, Kanzler und Räte zu Düsseldorf (? - 1638) - 2. RKG 1640 - 1643 (1638 - 1642)
Beschreibung: 1 cm, 13 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 7, 9, es fehlen Q 4* und 8*.




1661 - 1670 (1556 - 1662)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Anmaßung des „ius carceris“ durch den Beklagten. Dieser hat einen verhafteten gemeinen Fronen aus dem Haus des Klägers, das mit einem Wassergraben und einer Zugbrücke versehen ist, gewaltsam befreien lassen, da das richtige Gefängnis der Unterherrschaft Bachem allein sein Haus sei. Der Kläger macht geltend, daß sich die Unterherrschaft Bachem seit mehr als 100 Jahren im Besitz zweier Herren befände, in jedem Teil der Herrschaft je ein Schultheiß eingesetzt sei, aber die Zivil- und Kriminaljurisdiktion von beiden gemeinsam ausgeübt worden sei. Dagegen wendet der Beklagte ein, daß das Hochgericht an das Lehen gebunden sei. Bachem sei seit der Belehnung des Edmund von Palandt im Jahre 1485 ein jül. Mannlehen im Besitz der Familie Palandt. Der Kläger könne als Kognat Inhaber eines Teils von Bachem, nicht aber des Lehens Bachems und der damit verbundenen Hochgerichtsbarkeit sein.

Aktenzeichen : G 296/794

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Geldern (Gelderen) zu Frechen und Bachem (Kr. Köln), Ritter des Deutschen Ordens
Beklagter: Anton Heinrich von Palandt, Miterbe und -herr zu Bachem, Herr zu Frechen und Breitenbend
Prokuratoren (Kl.): Dr. Paul Gambs 1661 - Subst.: Lic. Johann Hansen - Subst.: Lic. Johann Heinrich Zinck (1662)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1661
Prozeßart: Mandati de manutenendo, non amplius turbando et respective iterum sistendo ad locum violatae custodiae cum clausula
Instanzen: RKG 1661 - 1670 (1556 - 1662)
Beweismittel: Zeugenverhöre zur Jurisdiktion der Herrschaft Bachem (Q 3 und 7). Lehnbrief des Herzogs Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg für Floris von Palandt 1556 (Q 10).
Beschreibung: 1,5 cm, 50 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 11, 13 - 18, es fehlen Q 4* und 12*.




1714 - 1725 (1530 - 1725)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das Jagdrecht (grobe und kleine Jagd) in der Herrschaft Türnich (Kr. Bergheim). Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 16. Feb. 1714, wonach das Jagdrecht des Freiherrn von Geldern als Herrn zu Frechen (Kr. Köln) gemäß einem 1707 vor einem kurfürstlichen Kommissar mit der verwitweten Freifrau von Rolshausen geschlossenen Vergleich auf den Türnicher Busch zu beschränken, die Witwe von Rolshausen im Besitz des Jagdrechts in den übrigen Orten der Herrschaft Türnich, auf den angrenzenden Feldern und in dem Balkhausener Busch (Kr. Bergheim) zu bestätigen und ihr ein beschlagnahmter Koppelhund zu erstatten sei. Das Haus Türnich verbleibe im Besitz der Jurisdiktions-, Eigentums- und Nutzbarkeitsrechte des Türnicher Buschs.

Aktenzeichen : G 297/795

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Adolph Anton) von Geldern (Gelder, Gelderen, Geldre) zu Arcen (NL), (Bekl.: Vogt zu Frechen)
Beklagter: Maria Franziska von Hochsteden, verwitwete von Rolshausen zu Türnich, und Christophorus von Rolshausen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Henrich Flender 1714 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1714 - Subst.: Dr. Johann Meyer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1707 - 1714 - 2. RKG 1714 - 1725 (1530 - 1725)
Beweismittel: Auszug aus dem Vergleich von 1707 (Q 6). Schwarz-weiße Zeichnung des Hauses Türnich mit umliegenden Busch, Heiden und Feldern 42 x 28 cm (Q 12). Zwei farbige Zeichnungen des Türnicher Busches mit genauer Angabe von Ortsbezeichnungen und Morgenanzahl von 1715, jede 72,5 x 50,1 cm (zweimal Q 13). ”Attestatio“ des Tilman Grysen zu Gymnich betr. den streitigen Busch 1676 (Q 24). Auszug aus dem Erbbuch der Herrschaft Türnich von 1530-1634 (Q 29). In den Beilagen Atteste der Schöffen des Gerichts Türnich und des Pastors zu Kirdorf. RKG-(Bei-)Urteile vom 8. Juli 1715 und 24. Jan. 1718 (Prot.). Auszug aus dem Vergleich von 1707 zwischen Adolph Anton von Geldern zu Arcen einerseits und Maria Franziska von Hochsteden, verwitweter von Rolshausen, ihrem Sohn Christophorus Adolph von Rolshausen sowie Maria Elisabeth und Maria Franziska von Rolshausen (II 136-139).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2,5 cm, 122 Bl., lose, Q 1 - 10, 12 - 30, 20 Beilagen von 1715 - 1725; Bd. II: 5 cm, 277 Bl., gebunden, Q 11 (Priora).




1722 - 1726 (1300 - 1724)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 27. Juni 1722, das den Appellaten von der Zehntforderung des Appellanten freisprach. Streitig ist der große und kleine Zehnte der Herrschaft Frechen (Kr. Köln), der zum Palander Haus und Hof zu Frechen gehöre und der seit alters her mit Patronatsrechten, Jurisdiktion, Gebot, dem Schultheißenamt und dem Gericht verbunden gewesen sei. Dies ergebe sich aus den diversen palandischen Erbteilungen und aus einem Urteil vom 26. Sept. 1652. Die Grafen von Waldeck haben ihren Erbanteil am Zehnten an den Appellaten verkauft. Der Appellant fordert diesen „Abspliß“ zurück, da er befürchtet, das Haus Paland verliere in Zukunft dadurch die Qualität eines adeligen Rittersitzes. Er stützt seinen Rückforderungsanspruch auf ein kurpfälzisches Dekret zur Konsolidierung der adeligen Rittersitze.

Aktenzeichen : G 298/796

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr von Geldern (Geldre, Gelder) zu Arcen (NL) und Bachem (Kr. Köln), (Kl.)
Beklagter: Kommandeur Ferdinand de Groote zu Köln, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1722 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann iunior
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Henrich Flender 1722 - Subst.: Lic. A. J. Spoenla
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf ? - 1722 - 2. RKG 1722 - 1726 (1300 - 1724)
Beweismittel: „ Laudum“ betr. Teilung von Gütern zu Frechen, Bachem, Brauweiler, Ichendorf u.a. zwischen Gerardus Rost gen. von Sankt Arnoldsweiler, Mundschenk von Nideggen und Ritter, und seiner Schwägerin Nesa, Witwe seines Bruders Arnold, von 1300 in lateinischer Sprache (Q 7). RKG-Ladung vom 5. Aug. 1579 in Sachen Graf Dietherich von Manderscheid-Blankenheim ./. Graf Floris von Culemborg (Keulenburg), Herrn zu Paland, Carsilius von Palandt zu Wachendorf, Arnold Haes zu Türnich und deren Befehlshaber zu Frechen betr. den großen und kleinen Zehnten des Klosters St. Omer bzw. St. Bertin (F) zu Frechen (Q 8). Dekret des Pfalzgrafen Johann Wilhelm bei Rhein von 1707 betr. „Konsolidation“ der Rittersitze (Q 9).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2 cm, 65 Bl., lose, Q 1 - 11, 10 Beilagen von 1722 - 1724; Bd. II: 2,5 cm, gebunden, prod. 22. Feb. 1723. Bei Bd. II handelt es sich um original versiegelte, noch nicht geöffnete Vorakten.




1615 (1571 - 1617)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Erbteilung der Hinterlassenschaft des Marsilius von Palandt zu Wachendorf des Älteren (gest. im Jan. 1606), des Vaters und Schwiegervaters der Prozeßparteien, insbesondere Teilung der Erbgüter zu Frechen und Bachem (Kr. Köln) samt dem Zehnten.

Aktenzeichen : G 299/800

Enthaeltvermerke : Kläger: Reinhard von Geldern (Gelder, Gelderen) zu Arcen (NL) und Frechen (Kr. Köln) namens seiner Gattin Katharina von Palandt, Schwester der Beklagten, seit 1617 die verwitwete Katharina namens ihrer unmündigen Kinder
Beklagter: Marsilius von Palandt der Jüngere zu Wachendorf (Kr. Erkelenz) und Konsorten: Johann von Velrath (Velradt) gen. Meuter namens seiner Gattin Klara Margaretha von Palandt
Prokuratoren (Kl.): Lic. Petrus Steuernagel 1617
Prozeßart: Simplicis querelae
Instanzen: RKG 1615 (1571 - 1617)
Beweismittel: Heiratsverschreibung von 1571 zwischen Marsilius (Carselis) von Palandt dem Älteren und Anna von Winkelhausen (Q 2). Heiratsverschreibung von 1603 zwischen Reinhard von Geldern zu Arcen und Katharina von Palandt zu Wachendorf, Tochter des Marsilius (Carselis) von Palandt und der Anna von Winkelhausen (Q 3).
Beschreibung: 1 cm, 19 Bl., lose; Q 1 - 4 , 2 Beilagen prod. 7. Juli 1617.




1626 - 1628 (1588 - 1634)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist eine gerichtliche Überschreibung der Griet zu Bruchhausen (Gem. Neunkirchen-Seelscheid, Rhein-Sieg-Kr.) von 1588, in der sie ihre Güter zu Bruchhausen je zur Hälfte an Johann Schlei zu Herkenrath (Gem. Neunkirchen-Seelscheid) und Peter Schwartz zu ihren Lebzeiten unter der Bedingung vererbte, daß die beiden sie bis zu ihrem Lebensende unterhalten und pflegen. Peter Schwartz klagte vor der 1. Instanz auf Herausgabe seiner Hälfte der Erbgüter. Die nunmehrigen Appellanten verweigern dies, da Peter Schwartz seine Möhne entgegen der Vertragsbedingung nicht unterhalten habe. Die 1. Instanz urteilte am 11. Aug. 1616, daß gemäß dem Erbbucheintrag von 1588 die Güter zu Bruchhausen zwischen den Prozeßparteien geteilt werden sollen. Dies bestätigte die 2. Instanz mit Urteil vom 10. März 1626. Einrede gegen die Einführung des Prozesses am RKG wegen Unterschreitung der Appellationssumme zufolge des jül. Privilegs „de non appellando“.

Aktenzeichen : G 300/802

Enthaeltvermerke : Kläger: Dietherich Geller zu Sieglar (Rhein-Sieg-Kr.) und zu Vilich (Stadt Bonn), Schwiegersohn des Johann Schlei, (Bekl.: Elsgen, Witwe des Johann Schlei, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn)
Beklagter: Peter Schwartz zum Hove (in Köln ?) und zu Eischeid (Gem. Neunkirchen-Seelscheid, Rhein-Sieg-Kr.), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Arnold Nagel 1627
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Lukas Goll 1626
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Landgericht (Landdinger und Schöffen) zu Neunkirchen 1610 - 1616 - 2. Jül.-berg. Hofrichter und Räte (Hofgerichtskommissare) zu Düsseldorf 1616 - 1626 - 3. RKG 1626 - 1628 (1588 - 1634)
Beweismittel: Erbbucheintrag zu Neunkirchen 1588 (II 20f.). Kreditbrief des Diethrich Schmitz, Amtsknechts zu Neunkirchen, von 1604 für Johann Schlei und Peter Schwartz (II 27f.). Zeugenrotulus (II 41-81).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 1 cm, 16 Bl., lose, Q 1 - 2, 4 - 6, 2 Beilagen prod. 23. Mai 1631 und 23. Mai 1634; Bd. II: 3 cm, 156 Bl., gebunden, Q 3 (Priora).




1680-1688 (1592 - 1688)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen das Urteil der Vorinstanz vom 4. Juli 1678, wonach der Freiherr von Geloes die Grundschulden von 1600 Rtlr. und 400 Goldgulden samt Verzugszinsen abstatten, andernfalls es bei der Einräumung der Höfe Hottorf und Ralshoven (beide Kr. Jülich) bleiben soll. Es handelt sich um Pfandverschreibungen, die von den Brüdern Gerhard von Elmpt zu Elmpt und Adam von Elmpt zu Drove sowie von Daniel von Elmpt zu Elmpt, Gerhards Sohn, herrühren, insbesondere um die Kredite der Brüder Degenhard und Adolph von Haes zu Konradsheim (Kr. Euskirchen) und Sollbrüggen (Stadt Krefeld), für die ein Hof zu Schnorrenberg (Kr. Schleiden) und der Zehnt zu Drove verpfändet worden sind, und des Rittmeisters Charles de Grignet. Die Frage der Schuldenabzahlung wurde bei Erbteilungen problematisch, da die Brüder Gerhard und Adam von Elmpt (Elmbt) in ihren Teilungsverträgen von 1595 und 1598 die Teilung aller Güter in Form der Mitherrschaft eines jeden Bruders an den Herrschaften Elmpt und Drove vereinbarten, zugleich aber die Verwaltung des Miterbes je einem Bruder überließen. Wilhelm von Elmpt (Elmbt), der Enkel Adams von Elmpt zu Drove und Sohn des illegitimen Sohn Bertram von Elmpt (Elmbt) zu Drove, klagte 1673 vor der 1. Instanz auf Vollstreckung eines Immissionsbescheids von 1644. Der Appellant behauptet, dieser Einräumungsbescheid sei nie rechtskräftig geworden. Er macht ferner geltend, daß sein Vater Stephan von Geloes (Sohn des Renerus von Geloes und der Elisabeth von Elmpt, vgl. RKG 1957 (G 306/842)) 1647 die Höfe Hottorf und Ralshoven von seinem Onkel (Mutterbruder) Daniel von Elmpt gekauft habe und 1648 durch die Mannkammer zu Boslar (Kr. Jülich) damit belehnt worden sei, ohne daß seitens der Appellaten Einspruch erhoben worden sei.

Aktenzeichen : G 305/841

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Daniel Baron de Geloes (Freiherr von Geloeß), Herr zu Lobos/Lohbusch und zu Elmpt (Kr. Erkelenz), (Bekl.)
Beklagter: Junker Wilhelm von Elmpt (Elmbt, Elmbdt) zu Drove (Kr. Düren) und Konsorten: Henrica Margaretha von Walpott zu Drove und Junker Konstantin Niklas von Holtz zu Königshoven (Kr. Bergheim), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1679 - Subst.: Dr. Högele
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1679 - Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer - Dr. Johann Franz Matthias 1685 und 1686 - Subst.: Lic. Roleman
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1609 (1673) - 1679 - 2. RKG 1680-1688 (1592 - 1688)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 13. Dez. 1687 (Q 16). Erbteilungsverträge zwischen den Brüdern Gerhard von Elmpt zu Elmpt und Adam (Daem) von Elmpt zu Drove von 1595, 1598 und 1599 (II 49-59). Erbteilungsverträge zwischen Johann Henrich von und zu Elmpt und Daniel von Elmpt von 1629 und 1630 (II 59-61). Abrechnungen zwischen den Geschwistern Bertram von Elmpt zu Drove, Katharina, Gertrud, Margaretha und Maria, den illegitimen Kindern des Adam von Elmpt zu Drove, über Kostgelder und Pachten des Hofs zu Drove von 1626/27 (II 96-103). Obligation des Daniel von Elmpt zu Elmpt von 1631 für Katharina Ruys, Witwe des königlich spanischen Rittmeisters Charles de Grignet, und deren unmündige Kinder Charlotte und Charles de Grignet (II 110-115). Verzeichnis der Pachteinkünfte der Höfe Hottorf und Ralshoven (II 304-306). Vergleich und Obligation der Cäcilia von dem Bongart, Witwe des Henrich von Elmpt, von 1592 (II 310-316). Immissionsbrief der Sophia von Haes zu Konradsheim, verwitweter van den Loe, Frau zu Wissen, von 1628 (II 316-319). Rechnung der Sophia von Haes zu Konradsheim für die Erben des Gerhard von Elmpt über rückständige Pensionen von 1598 - 1628 (II 321-326). Pachtzettel von 1629 des Lic. Jodocus von Kerckhoven, Rats des Lands Geldern, namens seines Kognaten Charles de Grignet, des königlichspanischen Rittmeisters, betr. u.a. den Zehnten zu Drove (II 359-361). Akten der königlich spanischen Räte zu Roermond (II 414ff.). Vertrag von 1647 zwischen Daniel von Elmpt und Stephan von Geloes zu Lohbusch (II 479-496). Auszug aus dem Lehnsbuch der Mannkammer des Amtes Boslar von 1648 (II 496f.). Die Priora enthalten zahlreiche niederländische und auch lateinische Schreiben.
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2 cm, 32 Bl., lose, Q 1 - 10, 12 - 16; Bd. II: 9,5 cm, 536 Bl., gebunden, Q 11 (Priora).




1786 - 1799 (1599 - 1794)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Belehnung und Investitur mit dem Lehen „Lobos/Lobosch“, das nach Auffassung des Appellanten ein Mannlehen sein soll. Der Appellant beansprucht das Lehen als nächster agnatischer Verwandter des letzten ordentlichen Lehnsinhabers, des Arnoldus Franciscus de Geloes. Der Appellat sei lediglich der nächste Kognat. Elisabeth Veronika von Spee, die Mutter des Arnoldus Franciscus de Geloes, war eine Tante (Vaterschwester) des Appellaten. Die Linie von Geloes zu „Lobosch“ ist mit Arnoldus Franciscus in der männlichen Linie ausgestorben, da dieser nur eine einzige Tochter hatte, die zudem sehr früh gestorben ist. Der Appellant beantragt, das Urteil der 2. Instanz vom 9. Dez. 1786, mit dem diese sich zum zuständigen Gericht erklärte, aufzuheben, die „Aula Curingiana“ für unzuständig zu erklären und die Sache an die „Curia feudalis Leodiensis“ (Lehnshof von Lüttich) zu verweisen, wo sie ohnehin anhängig sei (Einrede der Litispendenz gegen die „Curia Curingiana“).

Aktenzeichen : G 306/842

Enthaeltvermerke : Kläger: Graf Guillielmus Antonius de Geloes, ordinis equestris patriae Leodiensis et comitatus Lossensis praeses, commissarius decisor civitatis Traiectensis, nobilis aulae Curingianae ut et supremae curiae feudalis Leodiensis locum tenens, supremus officiatus oppidi Hasselensis etc., (Bekl.)
Beklagter: Graf Ambrosius de Spee (gest. 1791), seit 1792 seine Witwe Elisabetha Augusta geb. Reichsgräfin von Hillesheim und sein Sohn Karl Wilhelm Reichsgraf von Spee, Geheimrat und Oberst-Stallmeister des Erzbischofs von Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar Friedrich Hofmann 1786
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Karl von Sachs 1786 - Subst.: Lic. Johannes Peter Paul Hellfrich - Subst.: Dr. August Buchholtz 1792
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Curia feudalis in pago Zelem (Zeelhem) 1783 - 2. Aula Curingiana (pares et assessores) 1783 - 1784 - 3. RKG 1786 - 1799 (1599 - 1794)
Beweismittel: Genealogie der Grafen von Geloes von ca. 1487 - 1782 (Q 10). Auszüge aus dem Protokoll der „nobilis aula Curingiana“ von 1649 - 1783, u. a. betr. „Dotalia“ (Q 17-27). Auszug aus einem topographischen Buch über die Grafschaft Looz (Belgien, „Lossensis“) vom Lütticher Rechtsanwalt Laurentius Robyns, Lüttich 1717, S. 158-160 (Q 28). Genealogie zur Abstammung des Grafen Ambrosius von Spee (II 24). Ehevertrag zwischen Degenhard Bertrandus von Spee und Elisabetha Amelia von der Gracht zu Wanghe 1714 (II 27f.). Auszug aus einem Vertrag von 1693 zwischen den Erben von Spee nach dem Tod des Friedrich Christian von Spee (II 29f.). Auszug aus dem Kirchenbuch der Parochialkirche von Düsseldorf über die Taufe des Ambrosius Franciscus Anton Adam von Spee 1730 (II 31f.). Belehnungsnotizen der „Curia feudalis“ von „Zeelhem“ von 1623-1738 (II 32-36). Belehnungen und Verkaufsverträge von 1599-1626 (II 87-89). Teilungsvertrag von 1599 (II 89-91). Auszüge aus dem Lehnsregister 1618-1779 mit Belehnungen, Teilungsverträgen, Transaktionen etc. (II 93-126). RKG- „Compulsoriales“ vom 23. Dez. 1786 bzw. 9. Feb. 1787 (Q 38). Weitere Auszüge aus dem Lehnsregister und dem Schöffenbuch von „Zeelhem“ aus dem 17. und 18. Jahrhundert (Q 43, 54-97).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 4 cm, 190 Bl., gebunden, Q 1 - 36; Bd. II: 3,5 cm, 214 Bl., gebunden, Q 37 (Priora); Bd. III: 5,5 cm, 300 Bl., lose, Q 38 - 104. Alle 3 Bde. in lateinischer Sprache.




1570 - 1576 (1522 - 1574)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Erbanspruch des Winand Schenck von Nideggen auf 3/4 der Hinterlassenschaft der Alydt Schenck von Nideggen, Frau zu Arcen, sowie insbesondere um dessen Forderung nach Zahlung von rückständigen Pachten vom Hof Eickheister im Kirchspiel Nieukerk (Kr. Geldern), die Peter Schenck von Nideggen, unehelicher Sohn des Diederich (Derick) Schenck von Nideggen und der Alydt Kuster und Vater des Winand Schenck von Nideggen, von Gotthard (Gaedert) Haes zu Hüls (Kr. Kempen-Krefeld ?) und dessen Frau Katharina, deren Erbnachfolger die nunmehrigen Appellanten sind, eingeklagt hatte. Hintergrund des Streits sind die Erbauseinandersetzungen zwischen den ehelichen und unehelichen Kindern des Diederich Schenck von Nideggen. Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 13. Mai 1570, das den Pachtforderungen des Winand Schenck von Nideggen stattgab. Das RKG urteilte am 30. Sept. 1574, den Appellaten von der an ihn ausgegangenen Ladung ”ad restituendum in integrum“ freizusprechen.

Aktenzeichen : G 308/845

Enthaeltvermerke : Kläger: Dietherich von Gelre (Gelder) zu Arcen (NL), und Gerhard Eys (Eisch, Eiß), Herr zu Beusdael (Busdall, Buysdail, Buschdal) namens seiner Frau Katharina von Geldern, nunmehr deren Sohn Reiner (Reinhard) von Steprath (Stepraidt, Steprodt), Herr zu Doddendael (Doddendail) und Dornick (Kr. Rees), (Bekl.)
Beklagter: Winand Schenck von Nideggen, Bürger von Goch (Kr. Kleve) auf der Mühlenstraße, Richter zu Asperden (Kr. Kleve), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Brentzlin 1570 und 1571
Prokuratoren (Bekl.): Gebrüder Dr. Alexander und Dr. Christoph Reiffsteck 1570 - Dr. Georg Kirwang 1570 - Dr. Alexander und Dr. Christoph Reiffsteck 1573 - Dr. Johann Hertzbach 1573
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht (Richter und Schöffen) zu Weeze mit Rat der klevischen Räte 1568 - 1570 - 2. RKG 1570 - 1576 (1522 - 1574)
Beweismittel: Lehnbrief des Seger von Broickhausen als Statthalter des Junkers Johann von Rossum, Herrn zu Broickhausen, für Diederich Schenck, den natürlichen Sohn des Diederich Schenck von Nideggen, von 1522 (in Q 23). Lehnbrief der Anna von Schwartzenbach, Frau zu Broickhausen, für Winand Schenck, den Sohn des Peter Schenck von Nideggen, von 1544 (in Q 23). 2 Urkunden des Herzogs Karl von Geldern und Jülich von 1534 betr. einen Erbschaftsstreit zwischen den ehelichen und unehelichen Kindern des Diederich (Derick) Schenck von Nideggen von Aleid Kuster, nämlich Johann, Peter, Henrich, Ailheid und Margriet (in Q 23). Urteil der Rota durch Dr. Johannes Baptista Cicada, Apostolischen Protonotar und Auditor der päpstlichen Kurie, in diesem Erbschaftsstreit von 1541 (in Q 23). Akten der Gerichte Asperden, Gennep (NL), Geldern und Roermond (NL) (in Q 23). RKG-(Bei-)Urteile vom 9. Okt. 1570, 12. März, 4. Mai und 6. Juli 1571, 21. Okt. 1572 und 30. Sept. 1574 (Prot.).
Beschreibung: 5,5 cm, 176 Bl., lose; Q 1 - 7, 9 - 23, es fehlt Q 8. Lit.: Geldrischer Heimatkalender 1958, S. 58ff. Geschichte der Familie Schenk von Nideggen, Köln/Neuss 1860 S. 88ff.




1573 - 1586
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nullitätsklage gegen das Urteil der Vorinstanz vom 13. Mai 1570 (vgl. RKG 1958 (G 308/845)) wegen Unzuständigkeit des Gerichts, da Weeze (Kr. Geldern) im Herzogtum Kleve liege, die nunmehrigen Appellanten aber und das streitige Gut dem Herzogtum Geldern unterworfen seien. Streitig ist ein Lehnshof der Herrschaft Broekhuizen (Broickhausen) namens Eickheister im Kirchspiel Nieukerk im Amt und unter der Vogtei Geldern (Kr. Geldern). Diesen Hof hat Dietherich Schenck von Nideggen, Herr zu Asperden und Walbeck (Kr. Geldern), besessen und in Form einer Schenkung an Peter Schenck von Nideggen, seinen unehelichen Sohn von Alydt Kuster und Vater des nunmehrigen Appellaten, übertragen. Als Gotthard Haes von Hüls und seine Frau Katharina diesen Hof und seine Pachteinnahmen für sich beanspruchten, ließ Peter Schenck von Nideggen gerichtlichen Arrest auf deren Güter zu Asperden, Gennep und Geldern legen. Peter Schenck von Nideggen sei durch Herzog Karl von Geldern in den streitigen Hof eingewiesen worden. Sein Sohn klagte vor der 1. Instanz auf Erstattung der rückständigen Pachtzahlungen während der 12 Jahre, in denen die Eheleute Gotthard und Katharina Haes von Hüls den Hof innehatten. Die damals Beklagten sind Verwandte und Rechtsnachfolger der Katharina Haes von Hüls, deren Ehe kinderlos blieb. Nach dem Urteil vom 13. Mai 1570 zugunsten des Appellanten ist sogleich die Urteilsvollstreckung vorgenommen und der Appellat in die Güter der Appellanten zu Walbeck und Sonsbeck (Kr. Moers) eingewiesen worden. Das RKG ernennt mit Urteil vom 4. Okt. 1582 Kommissare, die ein Zeugenverhör durchführen sollen.

Aktenzeichen : G 309/846

Enthaeltvermerke : Kläger: Dietrich von Geldern (Gelre, Gelder) zu Arcen (NL) und sein Neffe (Schwestersohn) Reiner (Reinhard) von Steprath, Herr zu Doddendael und Dornick (Kr. Rees), (Bekl.)
Beklagter: Winand Schenck von Nideggen, Richter zu Asperden (Kr. Kleve) im Unteramt Goch, Bürger zu Goch (Kr. Kleve), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Brentzlin [1571] 1573 - Dr. Laurentius Stapert gen. Vomelius 1584 Prokuratoren (Bekl.): Gebrüder Dr. Alexander und Dr. Christoph Reiffsteck 1575 - Dr. Johann Hertzbach 1575
Prozeßart: Appellationis bzw. Nullitatis
Instanzen: 1. Gericht (Richter und Schöffen) zu Weeze mit Rat der klevischen Räte (? - 1570) - 2. RKG 1573 - 1586
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 15. Okt. 1576, 11. März 1578, 17. Aug. 1579, 22. März 1582 und 4. Okt. 1582 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 62 Bl., lose; Q 1 - 12, 1 Beilage prod. 25. Feb. 1586.




1786 - 1803 (1776 - 1790)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 24. Juli 1786, wodurch die Beklagten bzw. Appellaten von der Wechselschuldforderung des Klägers bzw. Appellanten freigesprochen worden sind. Die damalige Generaladministration der kurkölnischen Lotterien hatte am 28. Juni 1776 drei Wechsel über insgesamt 3000 Rtlr. für den Appellanten ausgestellt und diese zu Protest gehen lassen. Die Appellaten hatten 1776 gemäß dem „Octroi- Brief“ des Erzbischofs Maximilian Friedrich von Köln die Generaladministration einschließlich der Schulden des bisherigen Inhabers von Stael übernommen, so daß sich der Appellant mit seiner Schuldforderung an sie hielt. 1784 hob jedoch Erzbischof Maximilian Franz von Köln die Lotterien auf. Die Generaladministrationen gingen außer Landes, z.B. nach Paris. Das RKG erklärt mit Urteil vom 30. April 1790 die Sache von Amts wegen für beschlossen.

Aktenzeichen : G 310/847

Enthaeltvermerke : Kläger: Hofkammerrat Johann Gottfried Gemeiner zu Braunschweig, (Kl.)
Beklagter: Firma Cousin d’Auzeboc (Auzeböck) und Kompagnie als ehemalige Generaladministration der kurkölnischen Lotterien und deren Anwalt Fuchs zu Bonn, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Kaspar Friedrich Hofmann 1786 - Subst.: Lic. Johann Friedrich Lange
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Philipp Felix Greß [1784] 1786 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Mainone - Subst.: Lic. Johann Friedrich Lange 1786
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Regierung (Kanzler und Räte) zu Bonn 1784 - 1786 - 2. RKG 1786 - 1803 (1776 - 1790)
Beweismittel: 3 Wechselbriefe von 1776 (in Q 9). Botenlohnschein (Q 11). Kautionsschein (Q 12). Lotto-Octroi-Brief des Erzbischofs Maximilian Friedrich von Köln von 1776 für die Firma Cousin d’Auzeboc (Q 24). RKG-(Bei- )Urteile vom 6. Juli und 1. Okt. , 27. Okt. 1789 und 30. April 1790 (Prot.).
Beschreibung: 5 cm, 225 Bl., lose; Q 1 - 30.




1698 - 1713 (1564 - 1730)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit zwischen Maria Dorothea von Gemmingen, verwitwete von Oer, und ihrer Schwägerin Judith Isabella Quad von Landskron, geb. von Oer, um den Mönninghof oder Mönckinghof, Sattelhof und Erbbehandungsgut bzw. Behandigungsgut der Abtei Werden an der Ruhr, in der Provinz Overijssel (NL) in der Landschaft Twente und im Kirchspiel Oldenzaal (Oldensael) gelegen. Der Mönninghof war zunächst an Gerhard von Sasse ausgegeben worden, dann über dessen Tochter Katharina an Hermann von Coppel (Koppel) und über dessen Tochter an Burchard von Westerholt übertragen worden. Der letztere vererbte den Hof an seinen ältesten Sohn Hermann von Westerholt. Dessen überlebende Tochter und Erbin Anna von Westerholt, die trotz zweier Ehen 1658 kinderlos verstarb, übertrug den streitigen Hof mit allen Besitzrechten an ihren Verwandten Jost Wessel von Oer, einen Ururenkel des Burchard von Westerholt, der 1638 damit behandigt worden ist. Nach Jost Wessels kinderlosem Tod im Jahre 1643 erbte sein Bruder Burchard von Oer, der zweite Gatte der Appellantin den Mönninghof. Die Appellantin beansprucht das streitige Gut aufgrund des Ehevertrags von 1677, wonach sie, falls Burchard von Oer vor ihr sterben und ihre Ehe kinderlos bleiben sollte, es erhalten sollte. Sie sei ferner zur zweiten Hand damit behandigt worden. Als sie jedoch nach dem Tod ihres zweiten Gatten ihre Schwester mit dem Hof zur zweiten Hand behandigen lassen wollte, klagte Konrad Goswin von Westerholt, ebenfalls ein Ururenkel des Burchard von Westerholt, vor der 1. Instanz auf Bewahrung der Besitzrechte der Familie Westerholt am Mönninghof, der ein Fideikommißgut sei. Seine Ansprüche wurden jedoch mit Urteil vom 26. Feb. 1681 abgewiesen. Konrad Goswin von Westerholt appellierte davon an die 2. Instanz. Dort intervenierte die nunmehrige Appellatin und erhob ihrerseits als nächste Erbin „ab intestato“ des letzten Lehnsinhabers, des Burchard von Oer, Anspruch auf den Hof. Die 2. Instanz erkannte mit Urteil vom 23. April 1697 die Sukzessionsrechte der nunmehrigen Appellatin an.

Aktenzeichen : G 317/921

Enthaeltvermerke : Kläger: Maria Dorothea geb. Freiin von der Recke, nun (in dritter oder vierter Ehe) Gattin des Weiprecht von Gemmingen, in zweiter Ehe mit Borchard (Burckhard) von Oer, Herrn zu Kakesbeck (gest. 31. Juli 1678), verheiratet (gest. 1703), (Bekl.)
Beklagter: Judith Isabella von Oer (gest. März 1707), verwitwete von der Reck (erste Ehe), nun verwitwete Freifrau von Quadt zu Landskron (zweite Ehe), Frau zu Löringhof (Loringhof, Löhringhof, Lowinghof, Kr. Recklinghausen), bzw. Friedrich Wilhelm Quadt von Landskron, seit 1701 Wilhelmina Maria Margaretha von Westerholt, verheiratete Freifrau von Raesfeld, seit 1713 Christoph Bernhard Freiherr von Twickel und Johann Matthias von Ascheberg, seit 1730 Jakoba Regina Adolfina von Raesfeld, (Kl.: Konrad Goswin von Westerholt zu Hackfurt, später dessen Tochter Wilhelmina Maria Margaretha von Westerholt, Freifrau von Raesfeld)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Henrich Gülich 1697 - Subst.: Dr. Gotthard Johann Marquard
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1697 - Subst.: Lic. Franz Peter Jung - Lic. Franz Peter Jung 1701 - Subst.: Lic. Johann Henrich Flender - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser 1713 - Subst.: Lic. Johann Anton Krifft 1730
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kanzlei der Abtei Werden und deren Obersattelhof Barkhoven (iudex curtialis et curtiales) 1679 - 1681 - 2. Oberlehns- und Hofgericht des Abts von Werden und Helmstedt 1681 - 1697 - 3. RKG 1698 - 1713 (1564 - 1730)
Beweismittel: Genealogien (in Q 4, in Q 22a, Q 27). Auszug aus dem Lehns- und Behandungsbuch der Abtei Werden von 1638 betr. Verzicht der Anna von Westerholt auf den Sattelhof Mönninghof und Behandigung des Jost Wessel von Oer (in Q 4). Auszug aus dem Ehevertrag von 1677 zwischen Maria Dorothea von der Recke, verwitwete von Rabenhaupt, und Burchard von Oer (in Q 4). Auszug aus dem Testament des Burchard von Oer von 1678 (in Q 4). Urkunde der Eheleute Lambert von Oer und Margaretha von Bodelschwing von 1640 über die Übertragung des Mönninghofs an sie und ihren Sohn Jost Wessel von Oer durch Anna von Westerholt (Q 13). Verschiedene Dokumente von 1636-1648 über die Verzichtserklärung und Besitzübertragung der Anna von Westerholt (Anlagen zu Q 15). Pachteinnahmen vomn Mönninghof 1648 und 1649 (Anlagen zu Q 15). Testament der Anna von Westerholt (Q 18). Zusatzvermächtnis der Anna von Westerholt (Q 19f.). RKG- „Compulsoriales“ vom 17. Feb. 1699 (Q 21). Erbpachtvertrag von 1564 zwischen der Abtei Werden und den Brüdern Bernd und Hermann von Westerholt, Söhnen des Burchard von Westerholt (Q 29). Erbpachtvertrag von 1593 zwischen der Abtei Werden und den Schwestern Anna und Agnes von Westerholt, Töchtern des Hermann von Westerholt (Q 30).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 5,5 cm, 292 Bl., lose, Q 1 - 32, 2 Beilagen prod. 23. Jan. 1704 und 21. Juni 1730; Bd. II: 7 cm, 483 Bl., gebunden, Q 22d; Bd. III: 14,5 cm, 802 Bl., gebunden, Q 22b. Die Priora sind unvollständig; es fehlt Q 22c über die Prozeßjahre 1688 - 1693.




1555 (1554 - 1555)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung von einem Urteil der Vorinstanz vom 7. Juni 1554, zu Heinsberg eröffnet. Es handelt sich um einen Erbschaftsstreit; der genaue Streitgegenstand ist nicht ersichtlich. Einrede gegen den Gerichtsstand des RKG wegen Unterschreitung der Appellationssumme. Das RKG stellt mit Urteil vom 13. März 1555 den Prozeß ein.

Aktenzeichen : G 322/1035

Enthaeltvermerke : Kläger: Theis Genne (genne) Birr, Schuhmacher, zu Waldniel (Kr. Kempen- Krefeld)
Beklagter: Daem Genne (genne) Birr von Waldniel, Bruder des Appellanten
Prokuratoren (Kl.): Dr. Melchior Schwartzenberger 1554
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Anastasius Greineisen 1554 - Lic. Mauritius Breunlin 1554 - Lic. Amandus Wolff 1554 - Dr. Alexander Reiffsteck 1554
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Richter und Schöffen zu Waldniel ? - 2. Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg bzw. seine Räte (1554) - 3. RKG 1555 (1554 - 1555)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 14. Jan., 30. Jan. und 13. März 1555 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 13 Bl., lose; Q 1 - 8.




1559 - 1560 (1557 - 1560)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 28. Feb. 1559, wonach sich die damals Beklagte am Gericht von Büderich einlassen soll. Hintergrund des Streits ist ein Prozeß, den der verst. Ehemann der Appellantin gegen Dietrich Bögel vor dem Lehnsgericht des verst. Junkers Dederich von Bronckhorst, Herrn zu Anholt, wegen eines Lehnsguts, genannt „Alitgantzengut“, im Land von Bergh (Berge) führte. Dietrich Bögel wollte vor der 1. Instanz seine Prozeßkosten aus diesem Verfahren in Höhe von 702 1/2 Tlr., 7 Stüber und 12 Heller einklagen.

Aktenzeichen : G 323/1041

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna, Witwe des Dietrich von Genth, Bürgerin zu Büderich (Kr. Moers), (Bekl.)
Beklagter: Dietrich Bögel (Boegel), Bürgermeister von Büderich, als Mann und Vormund seiner Frau und der Kinder derselben aus einer vorhergehenden Ehe, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Teschler (Deschler) 1560
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Alexander Reiffsteck 1559
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Bürgermeister und Schöffen der Stadt Büderich aufUnterweisung des Obergerichts von Bürgermeister und Schöffen der Stadt Wesel 1557 - 1559 - 2. RKG 1559 - 1560 (1557 - 1560)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteil vom 19. Aug. 1560 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 31 Bl., lose; Q 1 - 10.




1729 - 1734 (1711 - 1732)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist die Auflösung einer Gesellschaft, die 1711 gegründet worden ist, um 40000 Malter Hafer, 40000 Rtlr. und 1000 Pistolen in Gold (Louis d’or) an den kurpfälzischen Hof zu Düsseldorf gegen Banco-Briefe, welche die kurpfälzische Bank zu Köln herausgegeben hat, zu liefern. Gesellschafter waren zu je 1/4 der Appellat, der Jude Moyses Horn zu Düsseldorf, die Aachener Kaufleute Maquin und Wespin sowie Panthaleon Unckel. An Unckels Anteil war auch die Witwe Gentis „als eine der Kaufhändel und Wechsel verstehende und übende Frau“ beteiligt. Noch bevor die Rechnungslegung anläßlich der Kompagnie- oder Sozietätsauflösung abgeschlossen war, verklagte der nunmehrige Appellat die nunmehrigen Appellantinnen auf Zahlung von 10876 Rtlr., 67 Albus und 2513 Rtlr. Schulden aus dieser Gesellschaft. Die Appellantinnen berufen sich gegen das Urteil der 2. Instanz vom 13. Sept. 1728, welches das erstinstanzliche Urteil vom 30. Juni 1724 in einigen Punkten bestätigte.

Aktenzeichen : G 327/1049

Enthaeltvermerke : Kläger: Maria Elisabeth Mandels, Witwe des Ratsverwandten Simon Gentis zu Jülich, und ihre Tochter Maria Katharina Gentis, Witwe des Vogtsverwalters Panthaleon Unckel zu Jülich, (Bekl.)
Beklagter: Meyer Cahen, Jude zu Jülich, Obervorgänger der in den Herzogtümern Jülich und Berg vergleideten Judenschaft, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1729 - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler 1729 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf 1721 - 1724 - 2. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident und Geheimräte) zu Düsseldorf als Revisionsgericht 1724 - 1728 - 3. RKG 1729 - 1734 (1711 - 1732)
Beweismittel: Hauptvertrag von 1711 über die Lieferung des Hafers und die Auszahlung des Kredits (Q 8). Spezifizierung der Banco-Zettel 1712-1713 (Q 9). Auszüge aus dem Rechnungsbuch des Appellaten (Q 10, 24). Rechnung des Vogtsverwalters Unckel (Q 11). Insinuationsgebühren (Q 14). Rechnung (Q 25). Obligation der Witwe Gentis von 1728 (in Q 29). RKG- „Ulterior inhibitio“ vom 14. Dez. 1729 (Q 30). Abrechnungen (Q 35 - 37). Rechnungen (Q 41 und 45). RKG- (Bei-)Urteile vom 17. Okt. 1729 (Prot.). Zahlreiche Rechnungen auch in Bd. II.
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 4,5 cm, 192 Bl., lose, Q 1 - 17, 19 - 47; Bd. II: 9,5 cm, 663 Bl., gebunden, Q 18a (Priora); Bd. III: 4,5 cm, 166 Bl., lose, Q 18b (Relation und Rationes decidendi). Der Prozeß enthielt irrtümlich einen Bd. V mit den gebunden Q 160 - 197 samt Beilagen prod. 31. Aug. 1770 - 20. Dez. 1786 in Sachen Graf von Manderscheid ./. Herzog von Jülich betr. eine Arenbergische Dotalforderung. Er wurde zu zwei weiteren Fragmenten, Bd. II (Q 66 - 131) und Bd. IV (Q 147 - 159), die sich unter der Signatur RKG M 250a befinden, gelegt.




1729 -1741 (1673 - 1741)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist eine Klage des nunmehrigen Appellaten wegen Beleidigung und Körperverletzung. Berufung gegen das Urteil der 2. Instanz vom 14. Juli 1729, das die nunmehrigen Appellanten zur Zahlung von 231 brabantischen Florenen (= 110 rheinische Florene) verurteilte. Das RKG bestätigt mit Urteil vom 18. Feb. 1739 das Urteil der 2. Instanz und verurteilt die Appellanten ferner zur Entrichtung einer Pön von 94 Rtlr. an das kaiserl. Fiskalamt.

Aktenzeichen : G 335/1101

Enthaeltvermerke : Kläger: Dr. med. Tossanus Franziskus Gereon zu Malmedy (Belgien) und Konsorten: Johannes Henricus Talbot, Kaufmann zu Malmedy, (Bekl.: dieselbe und Grimaldus Rochefort)
Beklagter: Jean Godefroid Gilet zu Malmedy (Belgien), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Rudolph Sachs 1729 - Subst.: Lic. Johannes Melchior Deuren - Lic. Johannes Melchior Deuren 1730 - Subst.: Lic. Leonhard Krifft
Prokuratoren (Bekl.): Lic. A. F. Spoenola 1733 - Subst.: Dr. J. H. Scheurer
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii, cassatorii et restitutorii sine clausula
Instanzen: 1. Officiati et homines componentes militare iudicium Malmundariense bzw. Officiati et gentes componentes Gueminam Malmundariensem 1729 - 2. Kanzler und Räte der Regierung zu Stablo/Stavelot (Praeses et senatores consilii regiminis) 1729 - 3. RKG 1729 -1741 (1673 - 1741)
Beweismittel: Auszug aus dem Register 40 des Klosters Stavelot betr. ein Mandat von 1673 (Q 25). RKG- „Mandatum de exequendo“ vom 29. Juli 1740 mit den RKG-Urteilen vom 18. Feb. 1739, 23. Dez. 1739 und 15. Juli 1740 (Q 27).
Beschreibung: 2,5 cm, 133 Bl., lose; Q 1 - 27, 4 Beilagen (Triplik und Priora).




1625 - 1626 (1623 - 1625)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit wegen Geldforderungen aus einer Kupfer- und Pulverkompagnie, die Wilhelm Geritz zusammen mit Henrich Hofschleger, dem Rechtsvorgänger der Appellatin, 1608 gegründet hat. Der Streitwert beträgt anscheinend 4000 Goldgulden. Hier Klage gegen die Fortführung des Prozesses durch die Vorinstanz trotz der Litispendenz am RKG. Der Appellant hat bereits von einem Dekret der Vorinstanz vom 19. Dez. 1623 an das RKG appelliert.

Aktenzeichen : G 343/1130

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm Geritz (Gereitz, Gerretzheim) von Wove, Bürger und Kaufmann zu Köln, (Kl. ?)
Beklagter: Anna Korff (Korb), Witwe des Gerhard Neukirchen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Hofrichter und Räte) zu Düsseldorf 1623 - 1625 - 2. RKG 1625 - 1626 (1623 - 1625)
Beweismittel: Inventar der beweglichen Güter des Appellanten von 1623 (in den Priora).
Beschreibung: 2,5 cm, 90 Bl., lose; Q 1 - 3, Q 4* sind die Priora.



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