Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
251.10.01 Bergamt Köln


Signatur : 251.10.01

Name : Bergamt Köln

Beschreibung :
Vorbemerkung
Der Bestand Bergamt Köln mit der Signatur BR 1167 besteht aus vier Akzessionen (acc. II 27/81; 101/85; 64/88; 10/90) und umfaßt insgesamt 1072 Archiveinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1941 bis 1988, wobei das Schwergewicht der Oberlieferung in den Jahren zwischen 1942-1970 liegt. Das Bergamt Köln hat nach Auflösung der anderen Bergämter, die mit der Bergaufsicht im linksrheinischen Braunkohlerevier betraut waren, die Akten der Bergämter Aachen 2, Düren und Brühl übernommen und teilweise weitergeführt. Um eine geschlossene Überlieferung vor allem der Betriebsakten zu gewährleisten, wurden auch nicht fortgeführte Akten im Bestand Bergamt Köln belassen. Um dennoch eine Verzahnung zu den anderen Beständen der Bergämter Aachen 2, Brühl und Düren herzustellen, wurde das Findbuch 251.02.02 mit entsprechenden Vermerken versehen.
1942 bestanden das Bergamt Aachen und die Bergämter Köln-West und Köln-Ost, wobei das BA Köln-Ost für das rechtsrheinische Gebiet zuständig war und in diesem Bestand nicht dokumentiert ist.
1942 wurde durch Kriegseinwirkung das BA Köln-West völlig zerstört, so daß keine älteren Akten mehr vorhanden sind. 1947 kam es zur Teilung des Bergamts Aachen in Aachen-Nord und Aachen-Süd. In diesem Bestand befinden sich nur Akten, des für den Braunkohletagebau zuständigen Bergamts Aachen-Süd. 1952 wurde zusätzlich das Bergamt Brühl gegründet. Es übernahm regionale Aufgabengebiete der Bergämter Köln I (vorher Köln-West) und Aachen-Süd. 1959 wurden die beiden Aachener Bergämter in Bergamt Aachen 1 für Nord und BA AC 2 für Süd umbenannt. 1965 fand eine Zusammenlegung der beiden Aachener Bergämter statt und die Aufgaben der Braunkohlenverwaltung gingen auf das neugegründete Bergamt Düren über. Auch die Zuständigkeitsbereiche des wiederaufgelösten Bergamts Brühl wurden dem neuen Bergamt Düren übertragen. Am 1.7.1971 wurde das Bergamt Düren wieder aufgelöst. Das Bergamt Köln ist seitdem als einziges Bergamt für die Überwachung des linksrheinischen Braunkohlebergbaus zuständig.
Die o.g. Bergämter unterstanden dem Oberbergamt in Bonn, bis dieses 1970 mit dem Oberbergamt Dortmund zum Landesoberbergamt Dortmund vereinigt wurde. Die Bergämter sind untere Landesbehörden, denen die Durchführung der Bergaufsicht obliegt. Zu ihren Aufgaben gehören vor allem die Genehmigung von Betriebs- und Rekultivierungsplänen der einzelnen Tagebaue und Brikettfabriken, die Überwachung der Sicherheitsbestimmungen, die Ermittlung von Unfallursachen und Ermittlung von Bergschadensgebieten, weswegen die Bergämter auch bei Bauprojekten und der Planung von Verkehrswegen in berggeführdeten Ge bieten herangezogen werden.
Die Gliederung der Akten lehnt sich an den Aktenplan für die Oberbergämter und Bergämter des Landes MW vom 1.1.1967 an. Der Bestand ist in drei Gruppen unterteilt. Unter den Klassifikationspunkten 1. bis 9. befinden sich Sachakten allgemeineren Inhalts oder verschiedene Bergbaubetriebe betreffend, unter Punkt 11. befinden sich Vorgänge betreffend Zulassungen von Großgeräten, wie Schaufelradbaggern, Eimerkettenbaggern und Absetzern.
Der größte Teil des Bestandes besteht aus der dritten Gruppe, die unter dem Klassifikationspunkt 10. verzeichnet ist. Es handelt sich dabei um die Betriebsakten der einzelnen Tagebaue, Brikettfabriken und Werkstätten. Im Anschluß an diese Vorbemerkungen befindet sich eine Liste aller 38 Betriebe, deren Akten in diesem Bestand überliefert sind, mit Angabe des Eigentümers, der Laufzeit der Akten und der zuständigen Bergämter. Diese Liste dokumentiert auch, wie oft die Zuständigkeit für manchen Tagebau zwischen den Bergämtern gewechselt hat und weswegen es nicht sinnvoll erschien, den Bestand streng nach Provenienzen aufzuteilen. Die Betriebsakten enthalten Betriebspläne und Nachträge, Rekultivierungs- und Entwässerungspläne sowie andere Spezialpläne und deren Genehmigungen. Durch Sie kann sowohl die Geschichte der einzelnen Tagebaue und Fabriken erhellt werden, wie auch Rückschlüsse auf den gesamten Braunkohlebergbau der Region gezogen werden. Zur Kassation wurden deshalb nur einzelne Pläne über kleinere Bauten z.B. Schuppen, Garagen und Sanitäranlagen über die Verlegung der Bandstraßen und die Überprüfung von elektrischen Anlagen vorgeschlagen. Ebenso wie die Betriebsakten den Gang der einzelnen Tagebaue bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurück dokumentieren enthalten auch die Sachakten vielfältiges Material zur Geschichte des Braunkohlenbergbaus. So spiegeln sich in diesem Bestand die vielfältigen Problemkreise und Aufgabenstellungen des Tagebaus in den Jahren seit l942 wieder. Der Bestand enthält z.B. unter den Klassifikationspunkten 8. "Kriegsfolgen" und 7. "Statistiken" sowohl Angaben über die Beschäftigung von Kriegsgefangenen und anderen Gefangenen im Tagebau wie auch die Meldungen über Schäden durch Luftangriffe. Da die Versorgung der Bevölkerung und der verbliebenen Industrie mit Kohle sichergestellt werden mußte, setzte die Arbeit des Bergamts bald nach Kriegsende unter alliierter Kontrolle wieder ein.
Nach der Überwindung der extentiellen Probleme begannen die Braunkohlebetriebe den Tagebau weiter nach Norden voranzutreiben und durch größere Maschinen zu rationalisieren. Die schwierige Lage der Abbaufelder machte zusätzlich eine Vergrößerung der Tagebaue und eine Flurbereinigung nötig. Zu dem erforderten solche Großprojekte große und aufwendige Umsiedlungsund Rekultivierungsmaßnahmen. Dies alles hatte zur Folge, daß sich der Braunkohlenbergbau immer stärker monopolisierte. Waren Ende der vierziger Jahre noch 15 verschiedene Unternehmen im Braunkohlebergbau tätig, verschmolzen diese immer mehr oder wurden von größeren Unternehmen aufgekauft. Die Fusion der vier großen Braunkohleuntemehmen 1960 war der Höhepunkt dieser Entwicklung. In diesem Jahr wurden die Rheinische Aktiengesellschaft für Braunkohlebergbau und Brikettfabrikation in Köln (RAG), die Braunkohlenund Brikettwerke Roddergrube AG in Brühl, die Braunkohlen-Industrie AG "Zukunft" (BIAG) in Eschweiler und die Braunkohlenwerke Neurath AG in Düsseldorf zur Rheinischen Braunkohlenwerke AG, Köln (auch kurz Rheinbraun genannt) vereinigt.
Von den Sachakten wurden, außer den routinemäßigen Vorgängen der Personal-Verwaltung, nur solche Vorgänge zur Kassation vorgeschlagen bei denen die Federführung eindeutig beim Oberbergamt Bonn oder seit 1970 beim Landesoberbergamt in Dortmund lag. Darüberhinaus wurden die monatlichen Meldungen einzelner Grundwasserüberwachungsstationen als nicht archivwürdig betrachtet, da die darin enthaltenen Daten in aufbereiteter Form beim Landesamt für Wasser und Abfall zur Verfügung stehen. Von den Unfalluntersuchungen wurden nur die schweren Unfälle aufgehoben.
Der Bestand wurde 1991/1992 von der Staatsarchivinspektorin Anette Gebauer verzeichnet. Das Findbuch schrieb Frau Lind.
Die Akten sind mit der Signatur BR 1167 und der laufenden Nunmer zu bestellen und zu zitieren.

Abkürzungen :
A Autobahn
AG Aktengesellschaft
B Bundesstraße
BA Bergamt
BAB Bundesautobahn
Bd. Band
ca. circa
desgl. desgleichen
Dr. Doktor
EB Ersatzbundesstraße
ehem. ehemalig(e)
EL Ersatzlandesstraße
e.V. eingetragener Verein
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Ing. Ingenieur
K Kreisstraße
KG Kommanditgesellschaft
L Landstraße
M Maßstab
NRW Nordrhein-Westfalen
o. Az. ohne Aktenzeichen
Prof. Professor
RBW Rheinische Braunkohlenwerke
Rj. Rechnungsjahr
RWE Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke
u. und
u.a. unter anderem
v. von
vers. verschiedene


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