Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.4. Reichsbehörden
1.4.1. Reichskammergericht
Reichskammergericht AA 0627
115.05.02 Reichskammergericht, Teil II, C-D

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-200 201-300 301-400 401-448 


1719 (1661 - 1720)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um eine Wassermühle zu Wichheim im Amt Porz (heute Mülheim, Stadt Köln), die die Appellanten 1661 an Peter und Agnes Müller, die Großeltern des Appellaten, in Erbpacht unter der Bedingung, daß sie die Mühle instand halten und keine Erbteilung vornehmen, ausgegeben haben. Die Erbpächter hatten einen Sohn Jodocus, Vater des Appellaten, der vor seiner Mutter Agnes starb, und eine Tochter Katharina, die aus ihrer Ehe mit Ernst Weck 6 Kinder, namentlich Elisabeth Weck, hinterließ. Als Jakob Müller seinen halben väterlichen Erbteil an der Mühle gegen die Kinder seiner Tante Katharina einklagte, erfuhren die Pachtherren, daß entgegen dem „ius emphyteusis“ doch geteilt wurde. Sie klagten daher auf Heimfall der Mühle. Die ersten beiden Instanzen ließen mit ihren Urteilen vom 20. Aug. 1716 und 1. Juni 1718 den Erbpächter im Besitz der Mühle.

Aktenzeichen : C 695/1527

Enthaeltvermerke : Kläger: Provisoren (Senior Lic. M. H. Oeckhoven, Wilhelm von Wrede und Junior Nikolaus de Grooten) des Hospitals Allerheiligen in Köln, (Kl.)
Beklagter: Jakob Müller zu Mülheim (Stadt Köln) und Konsorten, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1718 - Subst.: Dr. J(ohann) R(udolph) Sachs
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Heeser 1719 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Lic. Johann Godefridus Horbach, Amtsverwalter des Amtes Porz, als Kommissar 1716 - 2. Jül.-berg. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1716 - 1718 - 3. RKG 1719 (1661 - 1720)
Beweismittel: Urteil der 1. Instanz vom 20. Aug. 1716 (Q 7). Erbpachtzettel von 1661 (Q 8). Erklärungen von Mülheimer Einwohnern (Beilage Nr. 2). Rechnung der Werkmeister Johann Adolphus Krahmp und Theodorus Bachem von 1716 für ihre Arbeiten (II 96 - 98).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2 cm, 80 Bl., lose, Q 1 - 12, 14, 5 Beilagen prod. 31. Jan. und 13. Mai 1720 und „Rationes decidendi“ prod 21. März 1719; Bd. II: 5,5 cm, 338 Bl., Q 13 (Priora) und ein ungeöffnetes Schreiben an den RKG- Richter Frowein Ferdinand, gefürsteten Landgrafen zu Heiligenberg etc., und den RKG-Präsidenten.




1723 - 1724 (1175 - 1724)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation wegen Prozeßverschleppung und Justizverweigerung durch die Vorinstanz. Klage gegen die Erzwingung von Diensten von den freien Höfen der Appellanten durch den Appellaten bzw. dessen Vogt zu Frechen namens Johann Karl Kopp. Betroffen sind der Herrenhof und Burghof von St. Aposteln in Bell (Stadt Frechen), der Hofvon St. Antonius zu Frechen, der Hof des freiadeligen Klosters zu Königsdorf in Hücheln (Stadt Frechen), der Hof von St. Makabäern zu Frechen und der Hof von St. Klara zu Frechen. Das RKG verweist mit Urteil vom 17. Juli 1724 den Prozeß an die erste Instanz zurück.

Aktenzeichen : C 697/1529

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitulare zu St. Aposteln in Köln und Konsorten: Äbtissinnen zu Königsdorf (Gem. Lövenich, Kr. Köln), zum Makkabäer Kloster und zu St. Klara in Köln und Präzeptor zu Antonius in Köln, (Kl.)
Beklagter: Freiherr von Geldern zu Arcen, Frechen und Bell, zu Haus Bachem (Stadt Frechen, Kr. Köln), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigandt 1722 - Subst.: Lic. A(nselm) F(ranz) Spoenola
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Konrad Franz von Steinhausen [1716] 1723 (für den Pfalzgrafen) - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Ratsdicasterium) zu Düsseldorf (1721 - 1722) - 2. RKG 1723 - 1724 (1175 - 1724)
Beweismittel: Vergleich vom 23. Mai 1503 zwischen Andries und Ulrich von Fischenich, Erbvögten zu Bell, sowie deren Frauen Adriane von Broichhausen und Beelgen von Bettgenhausen und dem Kapitel von St. Aposteln, bestätigt durch den Ebf. von Köln und bezeugt von zahlreichen Adeligen (Q 6). Altes Weistum, zugleich Basis der Verträge von 1558 und 1560 (Q 7). Kauf- und Erbbriefvon 1405 über den Verkauf eines Hofes zu Frechen an St. Antonius in Köln durch den Ritter und erzbischöfl. Erbkämmerer Pawin von Heimberg und seine Frau Sophia von Bachem mit Zustimmung ihrer Kinder Arnold, Heinrich, Geirrid, Iburge, verheiratet mit Kontz von Fischenich, und Sophia (Q 8). Ebf. Philipp von Köln beurkundet 1175 den Verkauf eines Hofes („praedium“) in Hücheln durch die Eheleute Winand von Wickerath und Petronella an das Kloster zu Königsdorf (Q 9, lateinisch). Urkunde des Erbvogtes Ulrich von Fischenich zu Bell und seiner Frau Margriet von Etzbach von 1518 mit Insert einer lateinischen Urkunde des Gerard Vogt von Bell, seiner Frau Mechtildis und seiner Söhne Everard und Weimarus von 1255 über den Kauf eines Hofes von Bell durch St. Makkabäer vom Ritter Gunther von Frechen (Q 10). Urkunde der Eheleute Ritter Johann von dem Vorst und Aleid von 1355 über den Verkauf ihres Hofes zu Frechen an St. Klara (Q 12). Auflistung der erzwungenen Dienste, Brüchtenstrafen und Beschlagnahmungen (Q 20 - 22). Zeugenverhör von Eingesessenen zu Vogtsbell (Q 32). „Attentata“ auf die Halbwinner der Appellanten (Q 42f, 45, 47 und Beilagen). RKG-(Bei-)Urteile vom 13. Sept. 1723, 17. Juli 1724 (Prot.).
Beschreibung: 3 cm, 135 Bl., lose; Q 1 - 47, 5 Beilagen von 1724.




1731 - 1733 (1538 - 1733)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation zunächst gegen ein Dekret der Vorinstanz vom 1. Okt. 1729, daß, ungeachtet der Einrede der Parteilichkeit, die benannten Zeugen zu verhören seien, dann gegen das Urteil vom 26. Jan. 1731, wonach das Stift St. Aposteln schuldig ist, die Kosten für die Reparierung des Kirchenschiffs von Kaster zu tragen. Die erstinstanzlichen Kläger behaupteten, 1714 hätten die Zehntpächter des Stitfes zu Kaster (Ländereien zwischen Kaster und Morken) die Reparaturkosten entrichtet, woraus sich die Verpflichtung des Stiftes zur Instandhaltung des Kirchenschiffs ergäbe. Demgegenüber erwidert das Stift St. Aposteln, aus seinen Kirchenbüchern und -rechnungen gehe hervor, daß es seit unvordenklichen Zeiten nichts zur Kirchenschiffsreparatur beigetragen habe, auch nicht indirekt durch den Verzicht auf rückständige Zehntabgaben seiner Pächter. Die Appellaten (mit ihrer Gemeinde) müßten solche Aufwendungen allein tragen.

Aktenzeichen : C 698/1530

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitulare des Stiftes St. Aposteln in Köln, (Bekl.)
Beklagter: Pastor Hermann Radermacher und Provisor Bernhard Könen der Kirche zu Kaster (Kr. Bergheim), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigandt 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prozeßart: Citationis et compulsorialium/Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte und deren Kommissare) (vor 1729 - 1731) - 2. RKG 1731 - 1733 (1538 - 1733)
Beweismittel: Dekret vom 1. Okt. 1729 (in Q 4). Auszug aus dem „librum bonorum et redituum“ des Stifts (Q 11). Auszug aus den Synodalstatuten (Q 12). Kautionsschein (Q 24). Trennung der Einkünfte der Parochialkirche zu Lipp und ihrer Kapelle zu Kaster 1538 und 1559 (Q 26f.). RKG-(Bei-)Urteile vom 30. April 1733 (Beilage) und vom 5. Sept. 1732 (Prot.). Urteil der 1. Instanz vom 26. Jan. 1731 (in Q 18).
Beschreibung: 2 cm, 89 Bl., lose; Q 1 - 28, 1 Beilage prod. 12. Juni 1733.




1739 - 1788 (1727 - 1777)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen ein Dekret bzw. einen „interlocutorischen“ Bescheid vom 15. Feb. 1732. Klage auf Bewahrung der vollen Steuerfreiheit des stiftischen Hofes zu Linz. Der stiftische Halbwinner ist 1727 gezwungen worden, die ausgeschriebenen Gewinn- und Gewerbssteuern bzw. „Simpla“ zu entrichten. Es sei im Erzstift Köln üblich, daß die Gewinn- und Gewerbssteuern von geistlichen Gütern von den Halbwinnern und Kolonen bezahlt würden. Der Erzbischof von Köln interveniert beim RKG, weil sein Privilegium de non appellando verletzt werde.

Aktenzeichen : C 699/1531

Enthaeltvermerke : Kläger: Dekan und Kapitulare des Stifts St. Aposteln in Köln, (Kl.)
Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Linz (am Rhein), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigandt 1739 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff 1739 - Dr. Greß (1777)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani [1713] 1739 - Lic. Johann Melchior Deuren [1737] 1741 (für den Erzbischof von Köln) - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani [1737] 1741 - Dr. von Sachs (1777)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn (ca. 1727 - 1732) - 2. RKG 1739 - 1788 (1727 - 1777)
Beweismittel: Auszug aus dem „Librum descriptionis novissimae“ von 1730 betr. geistl. Gewinn- und Gewerbssteuer für Stadt und Kirchspiel Linz, unterschrieben vom Generaleinnehmer von Geyr (in Q 6). Kautionsschein (Q 10). Lohnschein des Kammerboten (Q 11). Verschiedene Dokumente zur Steuerpflicht von 1676 - 1735, u. a. ein Urteil in Sachen Stadt Zons ./. Vikar Schoß zu Zons von 1727 und ein Urteil in Sachen Stadt Linz ./. Kloster St. Katharina in Linz (in Q 18). RKG-(Bei-)Urteil vom 19. April 1741 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 104 Bl., lose; Q 1 - 24, 5 Beilagen prod. 23. Nov. 1742, 15. Feb. 1743, 11. April und 23. Juni 1777.




1730 (1721 - 1730)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Rechtsverschleppung und -verweigerung, da der beklagte Hofrat der Bruderschaft nicht ihre Schuldforderung durchzusetzen helfe. Der jül.-berg. Hofrat hat zunächst angeordnet, die Kläger in den Kircherhof (im Amt Monheim ?) samt Liegenschaften einzuweisen, später aber dieses Einräumungsdekret wieder zurückgenommen. Hintergrund des Streites ist eine Obligation von 1721: Maria Konstantia Ursula Ernestina geb. Freiin von Rottkirchen zu Isenburg, Frau zu Elbroich, Witwe des Freiherrn Adrian Wilhelm Hermann von der Horst, kurpfälz. Kammerherrn, hat zur Ausstattung ihrer beiden ältesten Söhne zu Edelknaben des Kaisers und zur Finanzierung ihres Reichshofratsprozesses gegen den Freiherrn von Vellbrück für 3000 Rtlr. (1 Rtlr. zu 78 Albus kölnisch), 2000 Rtlr. in bar und 1000 Rtlr. als Wechsel zahlbar, eine Jahresrente von 120 Rtlr. an die Kläger verschrieben und freiadelige, 50 Morgen große Benden oder Wiesen, die Illmen genannt, unter dem Gerichtszwang des Landgerichts Urdenbach (Stadt Düsseldorf) mitsamt Jagd- und Fischereigerechtigkeit auf dem Rhein als Unterpfand eingesetzt.

Aktenzeichen : C 701/1533

Enthaeltvermerke : Kläger: Provisoren der Erzbruderschaft St. Crucis bei den Kapuzinern in Köln
Beklagter: Kurfürstl. pfälz. jül.-berg. Geheim- und Hofrat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf sowie der Vogt zu Monheim (Rhein-Wupper-Kr.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1729 - Subst.: Lic. Johann Konrad Helffrich
Prozeßart: Mandati de exequendo propriumjudicatum cum clausula
Instanzen: RKG 1730 (1721 - 1730)
Beweismittel: Rentverschreibung vom 2. Mai 1721 (12 - 15).
Beschreibung: 27 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 7 Schriftsätze prod. 11. Jan. und 11. Dez. 1730.




1734 - 1739 (1706 - 1738)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Verwerfung der Urteile des jül.-berg. Geheimen Rats bzw. Hofrats vom 17. Dez. 1728 und 5. Dez. 1732 und auf Bestätigung des Revisionsurteils vom 9. April 1731, das auf einem Gutachten der Juristenfakultät von Ingolstadt beruht. Hintergrund des Streites ist der Verkauf des Klaren- bzw. Klarissenhofs zu Glesch oder Glessen (Kr. Bergheim) im Amt Bergheim, eines kurmütigen Lehnsgutes des Abtes von Kornelimünster (Kr. Aachen), 1706 durch die Klägerinnen an den Pächter Ludwig Hutten und dessen Frau Sibilla Klein für 2850 Rtlr., wovon eine Anzahlung von 1300 Rtlr. in bar erfolgen sollte. Da weder diese Anzahlung noch Rentenzahlungen erfolgten, ist der Hof 1721 den Klägerinnen förmlich wieder aufgetragen und dies 1722 vom jül.-berg. Hofrat bestätigt worden. Der Pächter Hutten verklagte danach das Kloster St. Klara vor dem Hofrat zu Düsseldorf, weil er 1707 doch 1600 Rtlr. als Anzahlung geleistet habe. In diesen Prozeß schalteten sich die nun beklagten Gläubiger Huttens als Intervenienten ein. Beide erhielten im Revisionsverfahren 1723 ein Urteil zu ihren Gunsten. Daraufhin verklagte das Kloster Hutten und seine Gläubiger vor dem jül.-berg. Hofrat. Mit Urteil vom 17. Dez. 1728 wurde zwar die Rückauftragung des freiadeligen Hofes an das Kloster bekräftigt, dieses aber gleichzeitig zur Rückzahlung der Darlehen und zur Nachzahlung der Gewinn- und Gewerbssteuer seit 1707 verpflichtet. Im Revisionsverfahren erging am 9. April 1731 ein Freispruch des Klosters von den Forderungen der Gläubiger. In einem daran anschließenden Prozeß erwirkten die Gläubiger am 5. Dez. 1732 das Urteil, daß das Urteil vom 9. April 1731 aufzuheben und das vom 17. Dez. 1728 zu bestätigen sei. Dagegen appelliert das Kloster an das RKG. 1736 und 1737 ergehen am RKG Compulsorialmandate, da die Vorakten nicht herausgegeben werden.

Aktenzeichen : C 702/1534

Enthaeltvermerke : Kläger: Äbtissin und Konventualen des Gotteshauses St. Klara in Köln
Beklagter: Jül.-berg. Fiskus Franz Palm Kreyer zu Köln und Konsorten: Johann Dietrich zur Hoven (Zurhoven), später Johann Theodor zur Hoven, sowie die Witwe des Heinrich Göbels (Goebbels) zu Köln als Gläubiger des verst. Ludwig Hutten (Hütten)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1733 - Subst.: Lic. Johann Konrad Helffrich
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1734 - Subst.: Dr. Christian Hartmann von Gülich
Prozeßart: Citationis ad videndum principaliter deduci nullitates cum compulsorialibus
Instanzen: RKG 1734 - 1739 (1706 - 1738)
Beweismittel: Urteile vom 5. Dez. 1732 (in Q 4). Kaufvertrag von 1706 und Bescheinigung von 1707 über die Eintragung im Erbbuch des Gerichts Bergheim (Q 6). Zustimmung des Abts von Kornelimünster als Lehnsherr 1707 (Q 7). Rechnung über die Schulden der Pächter von 1710, 1715, 1717, 1721 (Q 8f, 11). Urteil des Hofrats in Sachen Hutten und seine Gläubiger als Intervenienten ./. St. Klara vom 17. April 1723 (Q 12). Urteile des jül.-berg. Geheimen Rats vom 17. Dez. 1728 in Sachen St. Klara ./. Hutten und Gläubiger als Impetraten (Q 15 - 19). Urteil in Revisionssachen St. Klara ./. Hutten und Konsorten vom 9. April 1731 (Q 21). Taxierung des Klarissenhofs 1733 (Q 32, 34). Mandat Kaiser Karls VI. von 1724 (in Q 45). Prozeßkostenrechnung von 1735 (Q 57). „Rationes decidendi“ der Juristenfakultät zu Ingolstadt (in Q 61). Prozeßkosten (Q 66 - 70). RKG-Urteile vom 8. Juni 1736 (Q 72) und 6. Sept. 1737 (Q 75). Gutachten der Juristenfakultät von Ingolstadt von 1730 (Q 77). RKG-(Bei- )Urteile vom 23. Feb. 1734, 29. Nov. 1737 (Prot.).
Beschreibung: 6 cm, 314 Bl., lose; Q 1 - 62, 64 - 77, Q 63 fehlt.




1556 - 1562 (1555 - 1563)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen ein Interlokut der Vorinstanz vom 11. März 1556, mit dem diese sich als zuständiges Gericht anerkannte. Die Appellanten sind jedoch der Auffassung, daß die 1. Instanz Schultheiß und Schöffen zu Brauweiler und die 2. Instanz Meier, Schultheiß und Schöffen des königl. Stuhls und der Stadt Aachen sein müßten. Das RKG lehnt mit Urteil vom 26. Juni 1560 die Annahme der Appellation ab und verurteilt die Appellanten zur Zahlung der Prozeßkosten. Hintergrund des Prozesses ist die Weigerung der Appellanten, ihrem Lehnsherrn, dem Abt und Konvent von Brauweiler, die Kurmud vonje einem Pferd zu entrichten.

Aktenzeichen : C 739/1587

Enthaeltvermerke : Kläger: Heinrich Colner (Kelner) von Geyen (Gem. Brauweiler, Kr. Köln) und Konsorten: Johann Hamecher zu Manstedten (ebendort), Johann Schroder zu Kirdorf (Stadt Bedburg, Kr. Bergheim), Heincken Hairaidt (Heiraedt) zu Sinthern (Gem. Brauweiler), Goddarth Hamecker und die Witwe Kirstgen im Keller, (Bekl.)
Beklagter: Abt und Konvent zu Brauweiler (Kr. Köln), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Michael Vollandt 1556 - Lic. Amandus Wolff 1556 - Dr. Kaspar Fickardt 1556 - Dr. Michael Vollandt 1557 - Heinrich Schilboech 1557 - Dr. Johann Teschler (Descheler) 1557 - Mauritius Schilboick 1557 - Dr. Adam Themar 1557 - Lic. Mauritius Breunlin 1557 - (Dr.) Michael (Melchior ?) Schwartzenberger 1557 - Dr. Kaspar Fichardt 1557 - Lic. Amandus Wolff 1556 - Dr. Johann Deschler 1556 - Dr. Anastasius Greineisen 1556 - Dr. Alexander Rebsteck 1556
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Michael von Kaden 1557 - Lic. Philip Seiblin 1557 - Dr. Laurentz Wildhelm 1562 - Dr. Daniel Capito 1562 - Dr. Julius Marth 1562
Prozeßart: Appellation
Instanzen: 1. Dr. Hermann Diethart von Hamme und Lic. Joist Borchartz als kurköln. Kommissare 1555 - 1556 - 2. RKG 1556 - 1562 (1555 - 1563)
Beweismittel: Prozeßkostenrechnung der Appellaten (Beilage prod. 4. Okt. 1563). RKG-Urteil vom 26. Juni 1560 (Prot.). Die Vorakten (Q 3) enthalten eine Schilderung der Lehnsgebräuche in der Herrschaft Brauweiler.
Beschreibung: 2 cm, 25 Bl., lose; Q 3 - 10, Q 1* und 2* fehlen, 3 Beilagen: eine von 1556 und zwei prod. 4. Okt. 1563. In den Prozeß wurde RKG K 244/738 eingeordnet, da es sich hierbei nur um eine Vollmacht der Appellanten prod. 30. Sept. 1556 handelt, die eindeutig zum vorstehenden Prozeß gehört.




1620 - 1621
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jurisdiktionsstreit. Die klevischen Räte haben auf Klage des Johann Haberich ein Kommissionsverfahren einleiten wollen. Dagegen wendet sich Johanna Commendeur an das RKG und erhebt den Vorwurf der Inkompetenz bzw. Unzuständigkeit gegen die RKG-Beklagten. Matrimonialsachen gehörten vor einen geistlichen Richter, und dies seien für die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg der Erzbischof von Köln und der Bischofvon Lüttich. Die Beklagten verweisen auf den Passauer Vertrag und den Augsburger Religionsfrieden, wonach die geistliche Jurisdiktion „suspendiert“ worden sei.

Aktenzeichen : C 745/1636

Enthaeltvermerke : Kläger: Johanna Commendeur
Beklagter: Kurfürstl. klevische Statthalter und Räte und Konsorten: Johann Haberich, Bürger von Jülich (wohnhaft in der Raderstraße)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Pistorius 1620
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad Fabri [1617] 1621
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii sine clausula cum citatione
Instanzen: RKG 1620 - 1621
Beschreibung: 9 Bl., lose; Q 1 - 4.




1606 (1572-1606)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um zwei Rentverschreibungen des Bernhard Con und seiner Frau Christina: er nahm 1572 300 Taler und 1573 150 Taler bei Wilhelm Hensch auf und verschrieb dafür Renten von 6 Maltern Roggen und „achtenhalb“ sowie 3 Maltern Roggen kölnischen Maßes und „viertenhalb“ Taler und 1 Orth. Er setzte 1572 sein Haus, Hof und Garten zu Kelz, genannt „der Schwan“, sowie mehrere, genau beschriebene Ländereien, u. a. bei Lüxheim und im Gladbacher Feld bei Müddersheim, als Unterpfand ein. Auf Klage des Wilhelm Hensch bzw. seiner Söhne ordnete die 1. Instanz am 7. Juni 1577 deren Einweisung in die Pfandschaften ein. Als daraufhin noch andere Gläubiger Forderungen stellten, wurde 1584 eine fürstl.-jül. Kommission zur Befriedigung aller Gläubiger, sowohl der Unterpfand- als auch der Schuldscheingläubiger („creditores hypothecarii“ und „creditores chyrographarii“), eingesetzt. Obgleich alle 3 Vorinstanzen die Einweisung in die Unterpfänder für rechtens hielten, berief sich der Schuldner an das RKG. Der Halfman Wilhelm ist ebenfalls zur Schuldentilgung verpflichtet, weil er verschuldetes Land von Bernhard Con erworben hat.

Aktenzeichen : C 1016/2339

Enthaeltvermerke : Kläger: Bernhard (Gerhard) Con (Chonen, Contz), der Knollert zu Kelz (Gem. Vettweiß, Kr. Düren) genannt, und Wilhelm Froitzheim, Halfmann zu Lüxheim (Gem. Müddersheim, Kr. Düren), nun Bürger und Zehnthalfmann zu Düren, (Bekl.)
Beklagter: Gebrüder Ludwig und Johann Hensch, Söhne des verst. Wilhelm Hensch von Düren, Bürgers von Köln, und der Katharina, (Kl.)
Prozeßart: Appellation
Instanzen: 1. Vogt, Schultheiß und Schöffen des Untergerichts Soller (Gem. Vettweiß, Kr. Düren) im Amt Nideggen 1574 - 1593 - 2. Schultheiß und Schöffen des Hauptgerichts Jülich 1593 - 1594 - 3. Jül. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1595 - 1606 - 4. RKG 1606 - (?)
Beweismittel: Schuldverschreibung von 1573 (22 - 27). Rentverschreibung von 1572 (28 - 34). Rechnung betr. Schulden (51). Zeugenverhör (290-325).
Beschreibung: 14 cm, 731 Bl., gebunden; nur Vorakten erhalten.




1698 (1633 - 1698)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um das Conenhaus/Kuhnhaus, das die Eheleute Jakob und Neeß von Conenhaus besessen und an ihre 5 Kinder - namentlich werden Gerhard, Adolph, Cäcilie, Sophie erwähnt - zu gleichen Teilen vererbt haben. Jakob von Conenhaus, Sohn des Gerhard, verklagte auch im Namen seiner Geschwister seinen Onkel Adolph wegen Vorenthaltung des 5. Erbteils vom Conenhaus, das auf 2000 Rtlr. geschätzt wird. Adolph streitet ab, daß sein etwa 1673 verstorbener Neffe und seine Nichten noch Eigentumsrechte am Haus samt Liegenschaften besäßen, denn er habe sie laut Ausweis verschiedener Quittungen und Rechnungen ausgezahlt. Er verweist ferner auf einen 1633 zwischen ihm und seinen 4 Geschwistern geschlossenen Erbvergleich. Die 3. Instanz sprach mit Urteil vom 16. April 1697 Adolph von Conenhaus von den Ansprüchen seiner Bruderkinder frei.

Aktenzeichen : C 747/1640

Enthaeltvermerke : Kläger: Erbengemeinschaft des Jakob von Conenhaus: seine Witwe Ursula Terboüen, seine Schwestern Elisabeth, verheiratet mit Mattheiß Koch, und Ursula, verheiratet mit Wilhelm Brinckmann im Holtz, sowie Hermann Brinck, (Kl.: Jakob von Conenhaus)
Beklagter: Adolph von Conenhaus zu Conenhaus/Kuhnhaus im Amt Angermund (Kr. Düsseldorf-Mettmann), Onkel der Appellanten, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1698 - Subst.: Lic. H. Schriels
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Richter und Schöffen des Landgerichts Homberg 1662 - 1669 - 2. Richter und Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg im Amt Angermund 1669 - 1673 - 3. Jül.-berg. Hofgericht (Präsident, Direktor, Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1673 - 1697 - 4. RKG 1698 (1633 - 1698)
Beweismittel: Schätzung des Gutes 1697 (Q 5). Quittungen des Jakob von Conenhaus von 1661 über den Empfang von Geldern von seinem Onkel Adolf (II 189f.). Vergleich von 1633 (II 208 - 212). Rechnung (II 220f.). Vertrag von 1639 (II 221 - 228). Rechnungeb von 1640 (II 229 - 234), von 1654 (II 242 - 250), von 1661 (II 250 - 252). Prozeßkostenberechnung (II 286 - 298).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 22 Bl., lose, Q 1 - 7, 8* fehlt, 2 Beilagen (u. a. „Rationes decidendi“); Bd. II: 5 cm, 305 Bl., gebunden (Priora).




1562 - 1572 (1512 - 1571)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Entrichtung von 2 1/2 Maltern (= 5 Sumber) jährlicher Erbpacht von Gütern zu Brühl (Kr. Köln), zahlbar an den Altaristen bzw. den Offizianten einer Vikarie von St. Maria im Kapitol zu Köln, u. a. an Heinrich von Wesel d. Ä. und d. Jg. und Georg von Meschede. 1512 teilten die Schwestern Hilla Richarts, verheiratet mit Gerhard von Heinsberg, und Guitgen (Grietgen) Richarts, verheiratet mit Rutgar Arweiler (richtiger: Rutger Kremer d. Jg., Bürger von Ahrweiler), Töchter des Johann Richarts, Schultheißen zu Brühl, die ererbten Güter und Lasten, u. a. die 5 Malter Erbpacht, so daß jede 2 1/2 Malter jährlich zahlte. 1534 teilten Guitgens Söhne Johann und Quirin Arweiler die 2 1/2 Malter Erbpachtlasten unter sich auf. Die Zwistigkeiten entstanden. als die drei Töchter der Hilla, nämlich Grietgen, verheiratet mit Wilhelm Kannengießer, Elisabeth, verheiratet mit Eberhard von Siegen, und Fiechen, verheiratet mit Eberhard Hopp, Bürger zu Köln, ihre Pachtschulden von insgesamt 2 1/2 Maltern Korn nicht bezahlten. Sie bzw. ihre Ehemänner wurden von Friedrich von Constum, Kellner zu Poppelsdorf (Stadt Bonn), der Mergen (Maria), die Witwe des Johann Arweiler, des köln. Sekretärs, geheiratet hatte, und Quirin Arweiler vor der 1. Instanz verklagt und von dieser am 13. Juni 1552 verurteilt, die 2 1/2 Malter Kornpacht samt den Rückständen zu entrichten. Die 2. Instanz revidierte dieses Urteil und sprach am 26. Juni 1562 die Erben der Hilla von der Forderung der erstinstanzlichen Kläger frei. Gegen dieses Urteil appellierte Martin Marsteller, der dritte Gatte der Mergen, an das RKG. Der Neben-Appellant Nikolaus Waldtkönig, verheiratet mit einer Ursula, könnte der Schwiegersohn von Quirin Arweiler sein.

Aktenzeichen : C 755/1672

Enthaeltvermerke : Kläger: Die Geschworenen Martin Marsteller und Nikolaus Waldtkönig, (Kl.: Friedrich von Constum)
Beklagter: Wilhelm Kannengießer (Kantengießer), kurköln. Meier und Schöffe des Hohen Weltlichen Gerichts zu Bonn, und Konsorten, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Germanus Erndlin (Ernlin) 1562
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Wildthelm 1562 - Dr. Johannes Portius 1562 - Dr. Julius Marth 1562
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen des kurköln. Hohen Weltlichen Gerichts zu Bonn 1548 - 1552 - 2. Kurköln. Hofrichter und Räte des Hofgerichts bzw. Kommissare (Dr. Hermann Diethard von Hamm, Dr. Konrad Ochs, Dr. Jakob Ochs) zu Köln 1552 - 1562 - 3. RKG 1562 - 1572 (1512 - 1571)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 16. Feb. 1570 und 30. Mai 1571 (Prot.). Erbteilung zwischen den Brüdern Johann und Quirin Arweiler über die einkommenden Pachten 1534 (I 205 - 207). Schuldnerverzeichnis (I 232f.). Erbteilung von 1512 zwischen den Schwestern Hilla und Guitgen Richarts (II 89 - 91). Vertrag von 1544 zwischen dem Vikar Jorgen von Meschede und Johann (Kremer von) Arweiler (II 91f.). Akten der Gerichtsverhandlung vor dem kurköln. Offizial zu Köln von 1550 mit Zeugenverhör (II 128 - 166). Zeugenverhör (II 1- 36).
Beschreibung: 4 Bde.; Bd. I: 8,5 cm, 415 Bl., lose, Q 1 - 9, Q 5 (Priora) gebunden; Bd. II: 4 cm, 215 Bl., gebunden, Priora der 1. Instanz mit Zeugenverhören; Bd. III: 7,5 cm, 396 Bl., gebunden, Priora der 2. Instanz = I Q 5; Bd. IV: 5 cm, 216 Bl., gebunden, Priora der 1. Instanz mit Zeugenverhören = Bd. II.




1676 - 1681 (1607 - 1677)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses ist der Konkurs von Arnold Pels d. Älteren (gest. 5. Mai 1631), Sohn des Edward Pels d. Ä. (gest. 1611) und der Johanna de Raedt (gest. 1640), der mit seinen Brüdern Johann, Bartholomäus, Eduard d. Jg. und Karl eine Handelskompagnie führte, die Fürsten, Grafen und auch die kaiserliche Hofhaltung belieferte. Als Arnold Pels d. Ä. hochverschuldet und unter dem Verdacht des „crimen laesae maiestatis“ (Waffenlieferungen an die Feinde des Reiches) starb, beschlagnahmten seine Gläubiger (u. a. in Amsterdam, Arras, Köln, Frankfurt, Hanau, Hamburg, England, Nürnberg, Tournai, Utrecht, Leipzig) seine Güter bzw. Guthaben und eine kaiserl. Kommission seine Rechnungsbücher und Geschäftsberichte. Seine Erben und Söhne Dr. Eduard, Arnold d. Jg. und Hans Pels, denen ein adeliger, unangemessener Lebensstil vorgeworfen wurde, klagten gegen die Gläubiger vor der 1. Instanz und erhielten 1636 ein kaiserl. Moratorium. Sie prozessierten vor allem gegen ihren Vetter Karl Pels, den jüngsten Sohn des verst. Eduard Pels d. Jg., der als Erbe seines Onkels Bartholomäus Pels Anspruch auf mindestens 22.000 Rtlr. erhob, welche der 1622 oder 1629 aus der Handelskompagnie ausgetretene Bartholomäus 1633 den zahlungsunfähigen Söhnen seines Bruders Arnold des Ä. geliehen hatte. Ein weiterer Gläubiger war Thomas Fontaine, der Schwiegersohn von Arnold d. Ä. Schwester Anna. Ihm schuldete Arnold d. Ä. 33.382 Gulden. Thomas Fontaine machte zusätzlich Erbansprüche namens seiner Frau und seiner Schwiegermutter aufgrund des Testaments des Edward Pels d. Ä. von 1607 geltend. Thomas Fontaines Ansprüche vertritt vor dem RKG sein Schwiegersohn Paul Le Conte. Die Gerichtsverhandlung an der 1. Instanz war von 1637 - 1670 unterbrochen. Am 9. Sept. 1673 erging dann das Urteil im Konkursverfahren, daß Paul Le Conte zum Konkurs zugelassen werden sollte und Le Conte sowie Karl Pels beim Urteil des Stadtgerichts Leipzig vom 11. März 1663, welches durch Herzog Johann Georg von Sachsen im Appellationsverfahren bestätigt worden war, zu „manutenieren“ wären, was wohl die Anerkennung einer Schuldforderung von 41.316 Rtlr. bis 1649 und die Beschlagnahmung von Effekten der Schuldner zu Leipzig bedeutete. Die 2. Instanz bestätigte am 19. Okt. 1675 im Kompromißverfahren (Vergleichsverfahren) der Gläubiger der Erben von Arnold Pels d. Ä. und des Le Conte ./. Karl Pels das Urteil der 1. Instanz. Mit Urteil vom 18. März 1681 bekräftigte das RKG das Urteil der 2. Instanz.

Aktenzeichen : C 757/1676

Enthaeltvermerke : Kläger: Paulus Le Conte, Kaufmann zu Amsterdam, als Erbe (Schwiegersohn) des Thomas Fontaine (Fontein), 1631 Bürger und Kaufmann zu Köln, 1635 zu Amsterdam; seit 1677 seine Kinder Thomas, David, Johanna und Maria Anna Le Conte, (Bekl.: ders. und Carolus Pels sowie andere Gläubiger)
Beklagter: Karl (Carolus) Pels, Bürger und Rat zu Hanau, als Erbe des Bartholomäus Pels, seines Onkels, (Kl.: Erben des Arnold Pels, seine Söhne Eduard, Arnold d. Jg. und Hans Pels)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johannes Eichrodt 1676 und 1677 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer 1676 - Subst.: Dr. Franciscus Philippus Hoegele
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurköln. Hohes Weltliches Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln 1635 - 1673 - 2. Kurköln. Hof- und Kommissariatsgericht (Räte) zu Köln 1673 - 1675 - 3. RKG 1676 - 1681 (1607 - 1677)
Beweismittel: Schuldschein von 1633 (Q 16). RKG-Urteil vom 18. März 1681 (Prot.). Liste der Gläubiger (II 3 - 4). Schuldanerkennungen der Erben des Arnold Pels in holländischer und französischer Sprache (II 5 - 30). Schuldanerkennung bzw. Obligation der genannten Erben von 1631 für Thomas Fontaine (II 38 - 41). Wechselbriefe von 1634 (II 56 - 58). Schulden- und Gläubigerverzeichnis von der Leipziger Oster- und St. Michaelsmesse 1633 (II 73f.). Kaiserl. Moratorium von 1636 betr. 3jährigen Aufschub für Schuldenrückzahlung (II 95f). Kaiserl. Schutz- und Geleitbriefvon 1636 für die Brüder Eduard und Arnold Pels 1636 (II 100 - 105). Rechnungen 1634 - 1636 (II 106f.). Akten der Gerichtsverhandlung zu Leipzig 1655 - 1663 und des Appellationsverfahrens (II 182ff.). Testament des Eduard Pels d. Ä. von 1607 (II 192 - 195). Rechnungen (II 306 - 309). Obligation des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig von 1624 (II 309 - 312). „Responsum“ der Juristenfakultät der Universität Gießen 1658 (II 332 - 336). „Reponsum“ der Juristenfakultät der Universität Köln 1658 (II 349 - 361). Unvollständiges Gutachten der Juristenfakultät der Universität Jena 1674 (IV 166 - 170).
Beschreibung: 4 Bde.: Bd. I: 1 cm, 35 Bl., lose, Q 1 - 10, 12 - 16; Bd. II: 6 cm, 473 Bl., gebunden, Q 11a; Bd. III: 2,5 cm, 116 Bl., gebunden, Q 11b unvollständig; Bd. IV: 2,5 cm, Bl. 166-294 Bl., gebunden, unvollständig. Die Bde. III und IV sind Teile der Priora der 2. Instanz; Bl. 117 - 165 und der Schluß nach Bl. 294 fehlen. Alle Bde. sind sehr beschädigt Akten und Schriftsätze teils in holländischer, französischer und lateinischer Sprache.




1497
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Klage gegen Adrian von Nesselrod, dem der Herzog von Jülich die Vogtei von Kornelimünster verschrieben hat, wegen Verletzung seiner Schutzpflichten und des Geleits, indem er Untersassen des Abtes gefangennimmt und in Schönforst festhält.

Aktenzeichen : C 774/1739

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt Heinrich von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Adrian von Nesselrod, jül. Amtmann
Prokuratoren (Kl.): Dr. Valentin von Durckheym 1497 - Dr. Ambrosius Foeckzart 1497
Prozeßart: Nicht ersichtlich
Instanzen: RKG 1497
Beschreibung: 10 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 3 Schriftsätze (2 Suppliken betr. Ladung vor das RKG, 1 Klageschrift von 1497). Eine weitere Prozeßschrift (Prokuratorenvollmacht) befand sich irrtümlich in RKG 1142 (C 776/1741) Bd I und wurde in den Prozeß eingeordnet. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 466 S. 118.




1539 - 1686 (1496 - 1749)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um Jagd- und Fischereirechte an der Inde und dem Schnor(ren)feld sowie um den Kohlenzehnten aus den Berg- und Kohlenwerken zwischen der reichsunmittelbaren Herrschaft Kornelimünster und der jül. Herrschaft Stolberg. Das RKG verurteilt am 23. Aug. 1570 Johann von Efferen und seine Brüder, den Abt von Kornelimünster in seiner Herrschaft nicht zu stören. Die von den Prozeßgegnern im Anschluß an das Urteil geschlossenen Vergleiche werden wegen neuer Besitzstreitigkeiten, in deren Verlauf Johann von Efferen seine Einsetzung in die Kupfermühle verlangt und den Weierdamm einreißen läßt, unwirksam. 1581 beantragt der kaiserl. Fiskal Dr. Johannes Vest die „arctiores executoriales“ auf die Acht gegen von Efferen. 1651 beansprucht Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein durch „Attentata“ Hoheitsrechte auf der halben Vicht von Dollartshammer bis Schnor(ren)feld. 1665 wird das Kohlenwerk von den Gegnern Kornelimünsters niedergerissen. Als das Kloster 1679 seine Ansprüche gegen die minderjährigen Kinder von Frentz als nunmehrigen Inhabern der Herrschaft Stolberg geltend machen will, ist nicht mehr zu klären, wie der Erbgang erfolgte, d. h. von wem deren Mutter, eine Erbtochter von Efferen, abstammte. Die von Frentz behaupten, das RKG- Urteil von 1570 habe für sie keine Gültigkeit.

Aktenzeichen : C 776/1741

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt zu Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Hieronymus von Efferen, Herr zu Stolberg (Kr. Aachen), seit 1553 seine Witwe Anna von Nesselrod sowie seine Söhne Johann, Wilhelm und Andreas, seit 1679 Franz von Frentz, Domkapitular von Hildesheim, als Vormund der unmündigen Kinder des Ferdinand von Frentz und der Erbtochter von Efferen und 1680 Heinrich Adolph von Frentz
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler [1537] 1540 - Dr. Adam Wernher von Themar 1545 - Dr. Johann Deschler [1552] 1555 - Dr. Jakob Friedrich Meurer 1564 - Dr. Johann Michael Fickler 1575 und 1582 - Lic. Johann von Vianden 1592
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Simon Engelhart 1539 und 1542 - Dr. Bernhard Mey (May) 1542 - Dr. Ludwig Ziegler 1551 - Dr. Julius Mart 1551, 1553, 1555, 1560 - Dr. Anastasius Greineisen 1553 - Dr. Johann Gödelmann 1580 und 1586 - Dr. Johann Brentzlin 1580 und 1586 - Dr. Johann Deckherr 1680 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Stieber 1680 - Dr. Laurentius Vomelius Stapert 1579 (für den Herzog von Jülich) - Lic. Johann Konrad Albrecht 1680 - Subst.: Dr. Högelein
Prozeßart: Mandatsprozeß oder 1. Appellationisprozeß ?
Instanzen: RKG 1539 - 1686 (1496 - 1749)
Beweismittel: Heiratsurkunde von 1628 des Gotthard von und zu Harff, Sohn Gotthards von Harff, jül. Statthalters und Amtmanns zu Kaster, und der Agnes von Reuschenberg geb. zur Lupenau, und der Irmgard von Efferen, Tochter des verst. Adam von Efferen zu Sechtem, Herrn zu Stolberg etc., kurkölnischen Rats und Amtmanns zu Brühl, und der Odilie von Harff zu Freisheim (Q 16). Lehnsbrief von 1496: Herzog Wilhelm von Jülich und Berg belehnt Vincentius von Efferen mit Schloß und Herrschaft Stolberg samt Zubehör und Gerechtsame an der Inde (Q 20). Erklärung von Schöffen, Lehnsleuten und Untertanen zu Stolberg über die Grenzen der Herrschaft Stolberg von 1565 (Q 27). Originales RKG-Endurteil vom 23. Aug. 1570 (Q 29). RKG-Exekutionsmandate vom 5. Nov. 1574 (Q 30) und 14. Juni 1580 (Q 32). Vertrag bzw. Vergleich zwischen Johann von Efferen und Kornelimünster von 1571 (Q 34, Q 42). Vertrag von 1575 betr. Kupfermühle (Q 43). RKG-Exekutionsmandat vom 20. Dez. 1582 (Q 51). Originales RKG- „Rescriptum executorialium“ vom 6. Okt. 1679 (68). Zeugenverhör von 1679 zur Erbfolge Efferen - Frentz (Q 73). Auszug aus einem Lehnsbuch von 1508 (Q 88). Originalvollmacht des Bartholomäus Esser von 1749, prod. 5. Sept. 1749 in einem Mandatsprozeß in Sachen Kornelimünster ./. Bartholomäus Esser, für Dr. Johann Albert Ruland und Lic. Johann Eberhard Greineisen (265f). Zeugenaussage (287 - 289). Der Prozeß enthielt eine farbige Zeichnung des Laufs der Vicht vom Einfluß der Inde bis oberhalb von Dollartshammer mit Schloß Stolberg von 1544 im Format 445 x 43 cm, jetzt HStAD Karten Nr. 5673.
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 7,5 cm, 289 Bl., gebunden, Q 1 - 12, 14 - 66, 68 - 93, Q 67 fehlt; 5 Beilagen, u. a. eine Vollmacht prod. 5. Sept. 1749, deren Zugehörigkeit zu diesem Prozeß fraglich ist; z. T. starke Wasserschäden. Q 1 (Ladung) befand sich irrtümlich im Prozeß RKG 1145 (C 779/1744) und wurde als fol. 45 in den vorliegenden Prozeß eingeordnet; Bd. II: 5,5 cm, Bl. 290 - 644, gebunden, Q 13, Akten der Gerichtsverhandlung sowie des Zeugenverhörs vor den kaiserl. Kommissaren von 1543; Bd. III: 10,5 cm, Bl. 645 - 1147 Bl., gebunden, Fortsetzung des Zeugenrotolus. Vgl. Ernst von Oidtman, Die Burg zu Stolberg, in: ZAGV 15 (1893), Nachdruck 1954, S. 27; F. Willems, Wasser im Stolberger Tal, S. 12ff.




1548 - 1553 (1548 - 1550)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Nicht ersichtlich, vielleicht Klage auf Fortführung des Prozesses nach dem Tod des ersten klagenden Abtes.

Aktenzeichen : C 777/1742

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Hieronymus von Efferen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Adam Wernher von Rhemar 1549
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christoph von Schwapbach 1548
Prozeßart: 2. Appellationsprozeß
Instanzen: RKG 1548 - 1553 (1548 - 1550)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 25. Jan. 1549 und 4. März 1550 (Prot.).
Beschreibung: 14 Bl., lose; Q 1, 3 - 7, Q 2 fehlt.




1639 - 1662 (1570 - 1651)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Einhaltung des RKG-Urteils vom 23. Aug. 1570 (RKG 1142 (C 776/1741)). Klagepunkt sind im einzelnen: (1) Beeinträchtigung der Fischerei auf der Vicht zwischen Dollartshammer und Schnorrenfeld, (2) Besteuerung der klägerischen Kupfermühlen an der Vicht, deren Inhaber der Kupfermeister Jeremias Heusch zu Kaffensmühle, Palm von der Weyden, Johannes von der Feltmühle (Veldtmühle), Mattheis und Heinrich Peltzer auf der neuen Mühle und Mattheis Peltzer der Jüngere auf der Ellermühle sind, und (3) Verletzung des Rechts auf den toten Körper, indem der Beklagte den Leichnam einer 1635 auf dem Schnorrenfeld gestorbenen Frau über die Vicht schaffen und im Stolberger Gebiet begraben ließ.

Aktenzeichen : C 778/1743

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Johann Dietherich von Efferen zu Stolberg (Kr. Aachen) und Konsorten, 1645 Johann Friedrich von Efferen zu Stolberg, seit 1651 Ferdinand Raitz von und zu Frentz namens seiner Frau, einer Erbtochter von Efferen zu Stolberg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhardi (Gerhardt) [1634] 1639 - Lic. Johann Walraff 1646
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp [1636] 1644 - Lic. Johann Hansen 1652 - Dr. Johann Ulrich Stieber 1645 - Dr. Johann Albrecht [1646] 1648 (für den Pfalzgrafen bei Rhein)
Prozeßart: Mandati de non gravando contra sententiam et res iudicatas neque contra iuris ordinem et cassando sine clausula
Instanzen: RKG 1639 - 1662 (1570 - 1651)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 23. Aug. 1570 (Q 3). Zeugenverhör vor Schultheiß und Schöffen des Gerichts zu Kornelimünster an der Inde (Q 5). Vertrag von 1571 (Q 16). RKG-(Bei-)Urteile vom 7. Jan. 1645 und 7. Juli 1652 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 75 Bl., gebunden; Q 1 - 5, 8 - 18, Q 6* und Q 7* fehlen, 3 Beilagen prod. 17. Juni 1644, 10. Sept. 1645 und von 1651. Vgl. auch RKG 1476 (E 124/436), sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 470 S. 118f. Zur Familie Peltzer vgl. Kurt Schleicher, Die Weide. Geschichte eines Stolberger Kupferhofes und seiner Bewohner in dreieinhalb Jahrhunderten, Stolberg 1965.




1635 - 1646 (1570 - 1645)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Einhaltung des RKG-Urteils vom 23. Aug. 1570 und gegen die neuerliche Verletzung der klägerischen Hoheit und des Territoriums. Klagepunkte sind im einzelnen: (1) die Anmassung der Steuererhebung von den Kupfermühlen zwischen Dollartshammer und Schnorrenfeld an der Vicht, die Hieremyas Heiß, Kupfermeister zu Raff-Johansen-Mühle, Heinrich Peltzer, Kupfermeister auf Roderburg, und Palm von der Weyden, Kupfermeister zu Johann von der Veldtmühle, innehaben, und (2) der Überfall auf das Dorf Büsbach (Kr. Aachen) und die Verhaftung des Jakob Klobert. 1642 interveniert der Pfalzgraf bei Rhein als Herzog von Jülich mit einer Einrede gegen den Gerichtsstand. Das RKG kassiert mit Urteil vom 22. Mai 1645 sein Mandat von 1635 und fordert den Kläger auf, seine Forderung „an gehörigem Ort“ vorzubringen.

Aktenzeichen : C 779/1744

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Johann Diethrich von Efferen zu Stolberg (Kr. Aachen), seit 1645 Johann Frederich von Efferen zu Stolberg
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhard (Gerhardi) 1634 - Lic. Johann Walraff 1640
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp 1636 und 1642 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Dr. Johann Ulrich Stieber 1645
Prozeßart: Mandati de relaxando captivo uff die Pfandungsconstitution
Instanzen: RKG 1635 - 1646 (1570 - 1645)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 23. Aug. 1570 (Q 3, vgl. oben RKG 1142 (C 776/1741). RKG-(Bei-)Urteile vom 23. März 1637, 4. März 1638 und 22. Mai 1645 (Prot.).
Beschreibung: 28 Bl., gebunden; Q 1 - 9. Der Prozeß enthielt irrtümlich unter Q 1a eine Zitation prod. 5. Dez. 1539 aus RKG 1142 (C 776/1741). Vgl. auch RKG 1477 (E 125/437) sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 471 S. 119.




1639 - 1646 (1637 - 1645)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand und RKG-Urteil vom 22. Mai 1645 s. o. RKG 1145 (C 779/1744). Hier Anmaßung der Steuererhebung von den Kupfermühlen zwischen Schnorrenfeld und Dollartshammer an der Vicht und am 20. Jan. 1637 Pfändung des Hieremias Heusch des Älteren auf Raff- Johans-Mühle oder Johann von der Veldtmühle (Velden-Mühle), des Heinrich Peltzer, des Palm von der Weiden, des Mattheiß Peltzer d. Jg. auf der Ellermühle und des Pumpenmeisters auf dem Kohlenwerk namens Simon Dobbelen.

Aktenzeichen : C 780/1745

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Johann Dietherich Freiherr von Efferen zu Stolberg (Kr. Aachen) und Freisheim (Friesheim ?, Kr. Euskirchen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhardt [1634] 1639 - Lic. Johann Walraff [1641] 1642
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp [1636] 1642 - Dr. Johann Ulrich Stieber 1645
Prozeßart: Secundi mandati poenalis sine clausula auff die Constitution der Pfandungh
Instanzen: RKG 1639 - 1646 (1637 - 1645)
Beweismittel: Zeugenverhör von 1637 (Q 4). RKG-Urteil vom 22. Mai 1645 (Prot.).
Beschreibung: 17 Bl., gebunden; Q 2, 4 - 8, Q 1* und 3* fehlen. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 472 S. 119.




1639 - 1662 (1634 - 1645)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand und RKG-Urteil vom Mai 1645 s. o. RKG 1145 (C 779/1744). Hier Verletzung des Territoriums von Kornelimünster und der Hoheit über die Untertanen des Abtes zwischen Schnorrenfeld und Dollartshammer dadurch, daß Ende 1635 ein Pächter bei Strafe von 100 Goldgulden gezwungen wurde, den Leichnam einer auf dem Schnorrenfeld gestorbenen Frau über die Vicht ins Stolberger Gebiet zu schaffen (vgl. RKG 1144 (C 778/1743), und auch die verstorbene Frau des Palm von der Weiden auf Raff-Johansen--Müh-le oder Johann von Veldmühle bei Androhung der gleichen Geldstrafe ins Stolberger Gebiet übergeführt und dort beerdigt wurde.

Aktenzeichen : C 781/1746

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Johann Dietherich Freiherr von Efferen zu Stolberg (Kr. Aachen) und Konsorten
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhardt [1634] 1639 - Lic. Johann Walraff [1640] 1642
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp [1636] 1642 - Dr. Johann Ulrich Stieber 1645
Prozeßart: Tertii mandati auff die Pfandungsconstitution sine clausula
Instanzen: RKG 1639 - 1662 (1634 - 1645)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 28. Mai 1645 (Prot.).
Beschreibung: 12 Bl., gebunden; Q 1 - 5. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 473 S. 119.




1639 - 1645 (1569 - 1645)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen den Versuch des Beklagten, das Land Kornelimünster zwischen Dollartshammer und Schnorrenfeld gewaltsam unter seine Hoheit und Jurisdiktion zu zwingen. Im Juni 1637 fielen der Stolberger Amtsbote, Heinrich Strangen aus Stolberg und 50 - 60 Schützen in das streitige Gebiet ein, richteten Schaden auf der Raff-Johansen- oder Velders-Mühle des Palm von der Weiden und des Jeremias Heusch an und pfändeten vom Kupferhof des Mattheis und Heinrich Peltzer ca. 1600 Pfund Kupfer.

Aktenzeichen : C 782/1747

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Johann Dietherich Freiherr von Efferen zu Stolberg (Kr. Aachen) und Konsorten
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhardt [1634] 1639 - Lic. Johann Walraff [1640] 1642 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard zur Lipp [1636] 1642 - Dr. Johann Ulrich Stieber 1645
Prozeßart: Quarti mandati poenalis sine clausula auff die Pfandungsconstitution
Instanzen: RKG 1639 - 1645 (1569 - 1645)
Beschreibung: 12 Bl., gebunden; Q 1 - 5, eine Beilage: Notariatsinstrument von 1569 über die Überführung von zwei Leichnamen ins Stolberger Gebiet auf Veranlassung Johanns von Efferen. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 474 S. 119.




1541 - 1557 (1537 - 1556)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 22. Juni 1540 zugunsten des Johann Meutt. Durch die Jäger und Hunde des Abtes von Kornelimünster ist ein Gespann von 7 Ochsen des Johann Meutt, mit dem Kohlen aus dem Wald geholt werden sollten, zu Schaden gekommen. Der Geschädigte „bekümmerte“ daraufhin 1538 den Abt mit 200 Goldgulden. Bei der „Bekümmerung“ des Gerhard Schwartzstab auf dem Dollartshammer drang er auf ein zwischen Kornelimünster und dem Herrn zu Stolberg, Hieronymus von Efferen, streitiges Gebiet vor. Das RKG weist mit Urteil vom 7. Sept. 1554 die Appellation ab.

Aktenzeichen : C 783/1749

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen), (Bekl.)
Beklagter: Johann Meutt (Meutter, Meuten), anders genannt Hensen Johann, Schöffe zu Nothberg (Stadt Eschweiler, Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler [1537] 1541 - Dr. Adam Werner von Themar 1549 - Dr. Johann Deschler 1552
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christoff von Schwapbach (Swabach) 1541 (für den Beklagten und die übrigen Schöffen zu Nothberg) - Dr. Melchior Schwartzenberger 1551
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Vogt und Schöffen zu Nothberg auf Unterweisung des Hauptgerichts Jülich 1540 - 2. RKG 1541 - 1557 (1537 - 1556)
Beweismittel: Handschriftliches Bekenntnis des Beklagten, daß er Johann von Luntzen wegen der Zustellung der Ladung „gekümmert“ und in Eisen gelegt hat (Q 19). Prozeßkostenrechnung des Beklagtenprokurators (Q 21). RKG- Urteil vom 7. Sept. 1554 (Prot.).
Beschreibung: 1,5 cm, 70 Bl., gelöst; Q 1- 22, eine Beilage von 1556. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 475 S. 119.




1541 - 1555 (1537 - 1555)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Injurienklage und Klage wegen Geleitbruchs. Bei der Zustellung der RKG-Ladung zum Appellationsprozeß des Abtes von Kornelimünster gegen Johann Meutt (s. o. RKG 1149 (C 783/1749) haben Godart von Nevelstein und Johann Meutt den Notar Johann (von) Luntzen 6 Wochen lang in Haft gehalten und ihn gezwungen, Urfehde zu schwören und seinen Bruder Peter Luntzen und Schwager Johann Fibiß als Bürgen zu stellen. Auch der Notar Johann Menneken wurde zu Urfehde und Gelübde genötigt. Sie beantragen dafür 600 Gulden Schadenersatz. Die Beklagten erheben Einrede gegen das RKG als erstinstanzliches Gericht.

Aktenzeichen : C 784/1750

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen) sowie die Notare Johann (von) Luntzen (Lontzen), Priester, und Johann Menneken (Moneckhe) von Iserlohn, Sekretär des Abtes
Beklagter: Wernher von Palant, Herr zu Breitenbend, Amtmann zu Wilhelmstein (gest. ca. 1555), Godart von Nevelstein (Nievenstein oder Nievenheim ?), Vogt zu Wilhelmstein, und Johann Meutt, sonst Hensen Johann genannt, Schöffe zu Nothberg (Stadt Eschweiler, Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler [1537] 1541 - Dr. Johann Deschler [1552] 1555
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christoff Schwapbach (Swabach) 1541 - Dr. Lukas Landstraß (1541)
Prozeßart: Mandati poenalis
Instanzen: RKG 1541 - 1555 (1537 - 1555)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 21. April 1543 und 6. Sept. 1555 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, Bl. 1 - 12, 12a, 13 - 18, 18a, 19 - 43, gebunden; Q 1 - 17. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 476 S. 119.




1541 - 1548 (1540 - 1546)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage dagegen, daß der Herzog von Jülich sein Schirm- und Vogtamt mißbrauche, um die ”Oberheit und Jurisdiktion“ des Klägers über seine reichsfreie Herrschaft zu beeinträchtigen, und dadurch den Reichslandfrieden gefährde. 1540 habe der Herzog einen ”Anschlag“ mit Akzisen, Schatz und Diensten auf die Untertanen von Kornelimünster getan. Demgegenüber wirft der beklagte Herzog dem Abt vor, er habe seinen Untertanen untersagt, das dreimal jährlich stattfindende Vogtgeding des jül. Amtmanns von Schönforst zu besuchen, diesem die schuldigen Dienste wie Holzfuhren und das Eishauen auf dem Graben um das Schloß Schönforst zu leisten, und habe ihm auch das Recht auf Schweinemast und auf die Nutzung des Fischweiers an der Inde sowie des Kohlenhofs zu Eilendorf (Kr. Aachen) verweigert. Die Beklagten erheben unter Berufung auf die Reichsordnung von Worms 1521 bzgl. der Streitfälle zwischen Kurfürsten, Fürsten, Prälaten etc. Einrede gegen das RKG als 1. Instanz. Dies sei, so der Kläger, eine Verachtung der kaiserl. Majestät, da der Kaiser sehr wohl den Streitfall eines Verwandten an sich ziehen könne. Es ergeht diesbezüglich 1541 ein lateinisches Mandat Karls V. Mit Urteil vom 27. Okt. 1542 stellt das RKGjedoch den Prozeß ein.

Aktenzeichen : C 785/1751

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg, Wernher von Binsfeld (Bintzfeldt), Landdrost von Jülich und Amtmann von Nideggen und Schönforst, Wernher von Plettenberg, Stallmeister und Amtmann zu Bergheim, und andere Diener und Amtleute des Herzogs
Prokuratoren (Kl.): Dr. Lukas Landstraß 1541
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Ziegler 1540 - Lic. Christoff von Schwapbach 1540
Prozeßart: Mandatsprozeß ?
Instanzen: RKG 1541 - 1548 (1540 - 1546)
Beweismittel: Lateinisches Mandat Kaiser Karls V. von 1541 (Q 9). RKG- (Bei-)Urteile vom 27. Okt. 1542, 17. Jan., 11. und 25. Juni, 31. Aug. 1543 und 4. Feb. 1544 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 62 Bl., lose; Q 1 - 23, 1 Beilage. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 477 S. 119.




1542 - 1564 (1541 - 1542)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Steuerverweigerung durch die Untertanen. Die Abtei mußte für die Administration des Gotteshauses, die Erhaltung von Regalien, Rechten und Gerechtigkeiten, den Schutz der Untertanen und für verschiedene Reichssteuern, nämlich Türkenhilfe, münsterische Belagerung, Frankfurter Fastenmesse und Unterhaltung des RKG, erhebliche Unkosten auf sich nehmen. Von 1543 - 1564 wird nicht mehr verhandelt.

Aktenzeichen : C 786/1752

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Untertanen von Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Dr. Lukas Landstraß 1541
Prozeßart: Mandati
Instanzen: RKG 1542 - 1564 (1541 - 1542)
Beschreibung: 10 Bl., lose; Q 1- 2. Der Prozeß enthält aus einem anderen, zur Zeit nicht identifizierbaren Prozeß 3 Schriftsätze in Sachen Abt von Kornelimünster ./. seine Untertanen betr. Einwerfung eines Wasserganges und Niederreißen einer Kupfermühle, nämlich ein „Instrumentum oblatae cautionis“ vom 16. Aug. 1579, ein „Instrumentum executi mandati“ mit der RKG-Ladung vom 13. April 1580 und eine Vollmacht des Abtes für den Prokurator Dr. Johann Michael Fickler von 1575. Alle 3 Aktenstücke tragen den 13. Juni 1580 als Datum des Produktionsvermerks. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 478 S. 119.




1679 - 1698 (1408 - 1693)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage, daß die Beklagten ihre Beiträge zum Unterhalt des RKG, wozu sie gemäß dem Reichsabschied von Regensburg § 14 von 1654 verpflichtet seien, nicht entrichten wollen. Die Auffassung der Untertanen von Kornelimünster, sie seien frei von der Beihilfepflicht, verstoße auch gegen die Abbatialkapitulation, ein Schöffenweistum und einen Vertrag mit dem Herzog von Jülich. Der Kläger weist darauf hin, daß er zur Zahlung des „salarium camerale“ bereits den Hof Schützheide (Gem. Kornelimünster) an den Landkomtur der Ballei des Deutschen Ordens zu (Alten-)Biesen in Maastricht (NL) verkauft habe, dies aber nicht ausreiche. Die Beklagten werden mit Urteil vom 7. Juli 1681 zur Entrichtung der Beiträge zum RKG gemäß demjüngeren Reichsabschied verurteilt. Im Verlauf des Prozesses weitet sich der Klagepunkt zum grundsätzlichen Streit über die Landsteuer und das Besteuerungsrecht aus.

Aktenzeichen : C 787/1753

Enthaeltvermerke : Kläger: Prälat von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Mannen von Lehen, Schöffen und sämtliche Untertanen von Kornelimünster (Namen in Q 15)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Eucharius Senger [1675] 1679 - Lic. Konrad Franz Steinhausen 1693
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1679 - Subst.: Dr. Franz Heinrich Krebs 1679 - Lic. Johann Eichrodt 1687 - Subst.: Dr. Hans Georg Erhardt 1687
Prozeßart: Mandati poenalis de solvendo et de non eximendo via facti a collectis iuxta recessum novissimum imperii debitis sine clausula
Instanzen: RKG 1679 - 1698 (1408 - 1693)
Beweismittel: Auszug aus Zeugenverhör von 1554 (Q 7). RKG-Ladung von 1541 in Sachen Abt von Kornelimünster ./. seine Untertanen betr. Steuerzahlungen (Q 10, s. o. RKG 1152 (C 786/1752)). Auszug aus dem Waldbuch von 1408 (Q 11). Vertrag vom 25. Okt. 1569 zwischen Herzog Wilhelm von Jülich und Abt Albrecht von Wachtendonk zu Kornelimünster (Q 12). Schatz- und Steuerzettel von 1621 (in Q 13). RKG-Urteil vom 7. Juli 1674 in Sachen Hauptleute und Gemeinde zu Kornelimünster ./. Abt, Prior und Kapitel betr. „mandatorum de cogendis computibus et exequendo sine clausula“ (Q 18). Auszug aus dem Lehnsbuch von 1564 (Q 22). Auszug aus etlichen Registern von 1610 - 1677 (Q 23). Steuerordnung des Abts von Kornelimünster vom 3. Aug. 1676 mit Unterschriften bzw. Handzeichen der Hauptleute und Einwohner (105 Namen, Q 24). Vergleich vom 10. Feb. 1678 zwischen Hauptleuten und Gemeinde einerseits und Mannen von Lehen sowie Schöffen von Kornelimünster andererseits betr. Steuerausschreibung mit 186 Unterschriften bzw. Handzeichen (Q 25). Afterhofgeding vom 24. Jan. 1678 (in Q 26b). Urteil vom 13. Dez. 1677 in Sachen kaiserl. Fiskal ./. Bf. Christoph Bernard von Münster als ausschreibender Fürst des Westfälischen Kreises (in Q 26b). RKG-Urteil vom 7. Juli 1681 (Q 29). Abschrift des „novi status collectandi“ vom 16. Sept. 1671 (117 - 120). Abschriften verschiedener „Assignationen“ von 1668 - 1675 (121f.).
Beschreibung: 3 cm, Bl. 1a-f - 11, lose; Q 1 - 29, 8 Beilagen, teils prod. 14. Okt. und 5. Dez. 1681 und 4. Juli 1687. Das Prot. zu diesem Prozeß lag irrtümlich in RKG 1155 (C 789/1755). Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 479 S. 119f.




1688 - 1744 (1413 - 1743)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage dagegen, daß die Beklagten dem nach dem Tod des Abtes Johann Dietherich von Hoen von Cartils kanonisch gewählten, vom Erzbischofvon Köln geweihten und vom Kaiser mit den Regalien belehnten neuen Abt Bertram Goswin von Gevertzhagen (Gewertzhan) die Huldigung sowie den Treu- und Gehorsamseid („homagium subiectionis sive iuramentum fidelitatis et obedientiae“) verweigern. Die Beklagten legen jedoch eine Beschwerdeschrift bzw. Resolution von 1687 vor, die u. a. die Besetzung der beiden Gerichtsbänke (wohl Lehns- und Waldgeding), die Verwaltung der Jurisdiktion, die Steuerfähigkeit insbesondere von Rittergütern, die Umlagen der Reichssteuern, Abgaben wie Erbrente, Brachzehnten, Pachten und Akzisen, die Waldschäden („Verhauung des Busches“) betrifft und die Beibehaltung des Land- und Waldrechts, des Schöffenweistums, der Landverträge sowie des alten Herkommens fordert. Sie wollen erst dann dem neuen Abt huldigen, wenn dieser aufjeden einzelnen Beschwerdepunkt mit seiner eigenen Hand und dem Abbatialsiegel „Satisfaktion und Versicherung“ getan hat. 1690 erläßt das RKG ein „ulterius mandatum“ an die Beklagten und auch an den Pfalzgrafen Johann Wilhelm bei Rhein, seine jül.-berg. Regierung zu Düsseldorf und seinen Vogt Franz Abels, aus dem hervorgeht, daß die Streitsache bereits am Reichshofrat zu Wien vorgebracht worden ist und sich zugespitzt hat. Der Abt klagt über die Minderung der Bierakzise, da ein Maß (1 Kanne, 1 Quart) Bier nun zu 1 Aachener Mark, d. h. 6 Bauschen, gezapft werde, der alte Fuß aber 8 Bauschen pro Quart Bier betrage. Die Beklagten erwidern, die streitigen 2 Bauschen seien zur Tilgung der gemeinen Landschulden vom Vorgänger des jetzigen Abtes ausgesetzt worden. Im übrigen müsse ihnen der Schaden im Gemeindebusch, der durch die Bierbraugerechtigkeit des Abtes und die Branntweinbrennerei entstehe, ersetzt werden. Am 27. Okt. (stilo vetere) 1693 ergeht das RKG-Urteil, daß die Huldigung nach Zusicherung der Landesprivilegien, Weistümer und Gewohnheitsrechte ohne Beisein des Vogtes und Vorzeigen der originalen Belehnungsurkunde durchzuführen sei, die Beschwerdepunkte, über die man sich nicht gütlich einigen könne, gerichtlich entschieden werden sollen und die streitigen 2 Bauschen wieder aufzuschlagen seien. Am 23. Dez. 1693 erfolgte tatsächlich die Huldigung. Der Kampf der aufständischen Untertanen gegen das Bestreben des Abtes, das Bierbrauen und -zapfen zu monopolisieren, setzt sich jedoch fort, zumal 1698 die Gerstenpreise steigen. 1698 beschlagnahmen die Aufständischen von den abteilichen Mühlen Malz und Bier. 1699 wird Abt Bertram Goswin von ihnen erschossen. Am 7. Juli 1699 beauftragt das RKG die Kornelimünster benachbarten Reichsstände, Kommissare zur Untersuchung der streitigen 2 Bauschen anhand von Originalurkunden zu beauftragen. Mit Urteil vom 13. März 1733 weist es den Anwalt des Abtes an, nachzuweisen, daß sich die Parteien bzgl. des Bierstreits und der Wiedererrichtung einer Gerichtsstätte verglichen hätten. 1733 erheben die Gemeindeverordneten Gegenklage gegen den Abt, dessen Amtmann Cramer, die (den ?) Wehrmeister Bartholomäus Esser, Johann Heinrich Minderjahn und Lambert Werth wegen der Schädigung des Waldes und des Waldgedings. Sie wollen bei ihren alten Rechten und Herkommen belassen werden.

Aktenzeichen : C 788/1754

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Mannen von Lehen, Schöffen und Untertanen des Landes Kornelimünster (namentlich in Q 14, 56a)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Heinrich Seiblin [1680] 1688 - Lic. Konrad Franz Steinhausen 1693 - Subst.: Dr. Krebs - Lic. Johann Kornad Helffrich 1712 - Lic. Christian Philipp Lang 1740 - Subst.: Lic. A. Weiskirch
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Gotthard Johann Marquardt 1688 und 1692 - Subst.: Dr. Högelen 188 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs 1692 - Dr. Georg Andreas Geibel 1712 und 1728 - Subst.: Dr. C(ornelius) Lindheimer 1712 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz 1728 - Lic. J. L. (?) M. J. Heeser iunior 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prozeßart: Mandati de praestando homagium sine clausula, nunc (1733) supplicae pro mandato de nihil innovando et de non turbando in possessione ...
Instanzen: RKG 1688 - 1744 (1413 - 1743)
Beweismittel: Belehnungsurkunde Kaiser Leopolds I. von 1687 (Q 3). Notariatsurkunde über die Huldigung von 1680 auf der Fronhofer Heide von Kornelimünster (Q 4). RKG-Urteil vom 7. Juli 1674 in Sachen Hauptleute und Gemeinde zu Kornelimünster ./. Abt, Prior und Kapitel betr. „mandatorum de cogendis computibus et exequendo sine clausula“ (Q 9). RKG-Urteil vom 16. Juli 1655 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen zu Kornelimünster ./. den Abt (Q 11). „Ulterius mandatum de praestando homagium sine clausula...“ des RKG vom 9. Okt. 1690 (Q 20). „Reiteratum adhuc ulterius mandatum de praestando homagium sine clausula“ des RKG vom 29. Jan. 1691 (Q 33). Belehnungsurkunde von 1599 für den Abt Johann Friedrich von Kornelimünster (Q 39). Ebenso von 1660 für Abt Isaak von Hirtz gen. von der Landskron (Q 40). Auszug aus einem alten Lehnsprotokoll von 1578 (Q 56d). Auszug aus einem Weistum von 1413 (in Q 67a). Vertrag zwischen Herzog Johann Wilhelm von Jülich und Abt Albrecht von Wachtendonk von 1569 (in Q 67a). Auszug aus dem Schöffenprotokoll von 1569 (Q 70). Notariatsinstrument über die Huldigung von 1693 (Q 86). Auszüge aus dem Lehnsbuch von 1573 und 1575 (Q 89). Auszüge aus Gerichtsprotokollen, Dekreten etc. des 16./17. Jahrhunderts (Q 90). Urkunde von 1609 betr. Bierzapf (Q 92). Auszug aus dem Lehnsbuch von 1578 (Q 94). Steuerordnung von Kornelimünster von 1676 mit zahlreichen Unterschriften (Q 97). Huldigung der Herrlichkeiten Eilendorf und Gressenich 1694 (Q 107). Zeugenaussage (Q 112). RKG- Urteil vom 14. Nov. 1687 in Sachen Hauptleute und Gemeinde von Kornelimünster ./. Abt, Prior und Kapitulare betr. „Mandatorum de cogendis computibus et exequendo sine clausula“ (Q 121). Vergleich zwischen Abt und Untertanen von 1714 (Q 148). Auflistung von Kapitalien, die zur Landesnotwendigkeit von 1719 - 1733 hätten „negotiiert“ werden müssen (Q 151). Auszug aus dem Waldbuch betr. das Waldgeding von 1649 (Q 153). RKG-Urteil vom 1. Juli, 10. Aug. 1655 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen ./. Abt von Kornelimünster betr. Belegung des Heinrich Peltzer mit einer Brüchtenstrafe (Q 154). RKG-Mandat „de non contraveniendo rebus iudicatis sine clausula...“ vom 26. April 1688 in Sachen Abt von Kornelimünster ./. Mannen von Lehen und Schöffen (Q 155). Auszug aus dem Waldbuch (Q 157). Auszug aus dem Lehngedingsprotokoll von 1637 (Q 158). Auszug aus dem Protokoll des Waldgedings von 1664 (Q 159) und von 1702 (Q 160). Belehnungsurkunde Kaiser Karls VI. von 1715 für Abt Hyacinthus Alphonsus (Q 162). Auszug aus dem Waldbuchprotokoll von 1538, 1539 und 1602 (Q 163). Waldgeding von 1725 (Q 164). Reparationen von 1717 - 1720 (Q 172). Vergleich (Steuerordnung) vom 3. Aug. 1676 zwischen Abt Johann Diderich von Hoen und seinen Mannen, Schöffen und Untertanen betr. Steuererhebung mit zahlreichen Unterschriften (II 358 - 361). RKG-Mandat und Zitation vom 19. Juli 1650 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster ./. Abt Franz Heinrich ebenda, den Dekan von St. Adalbert zu Aachen, die fiskalischen Anwälte Johann Heinsgen und Stephan Axer, den Vize- Mannrichter und die Ritterlehnsleute (12 Namen) betr. Waldordnung und Waldgeding (363 - 369; s. u. RKG 1176 (C 811/1778). RKG-(Bei-)Urteile vom 27. Okt. 1693, 7. Juli 1699, 15. Juli 1701 und 13. März 1733 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 6,5 cm, 401 Bl., gebunden, Q 1 - 14, 19 - 55, 56a - h, 57 - 104, 105a - c, 106 - 111, Q 15*, 16*, 17* und 18* fehlen; Bd. II: 7 cm, 371 Bl., gebunden, Q 112 - 139, 140a und b, 141 - 145, 146a - d, 147 - 164, 167 - 177, 22 Beilagen prod. 1688, Q 165* und 166* fehlen. Vgl. Helmut Gabel, „Äußerliche Verfolgung und innerliche Rebellion“. Zur Ermordung des Abtes von Kornelimünster am 18. Juli 1699, in: ZAGV 93 (1986) S. 87 - 126.




1688 - 1696 (1538 - 1696)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Verweigerung der Huldigung und insbesondere Klage dagegen, daß die von den Beklagten 1687 vorgelegte Beschwerdeschrift gegen die RKG-Urteile vom 6./16. Juli 1655 und 7. Juli 1674 verstoße. Mit dem ersten Urteil wurde der Abt von der Klage der Lehnsleute und Schöffen, seine gegen Heinrich Peltzer wegen verübter „Exzesse“ auf der Branderheide (Aachen-Brand) verhängte Brüchtenstrafe sei widerrechtlich, freigesprochen. Beim zweiten Urteil ging es um einen Steuer- und Steuererhebungsprozeß (Mandate „de cogendis computibus et exequendo sine clausula“) der Hauptleute und Gemeinde gegen den Abt, der ebenfalls zugunsten des letzteren entschieden wurde. Die Beklagten erwidern, das Urteil von 1655 stehe dem Landrecht von Kornelimünster entgegen und unterhöhle das Waldgeding, indem es dem Abt gestatte, außergerichtliche Brüchtenstrafen ohne Hinzuziehung der übrigen Gerichtspersonen zu verhängen. Busch- und Waldbrüchtigungssachen brächten die Wehr- und Forstmeister vor das Waldgeding, das von Lehnsleuten und Schöffen besetzt sei und dem der Abt bzw. sein Vertreter vorsitze. Der Abt dürfe seine Beisitzer aus 2 - 3 ihm vorgeschlagenen Mannen von Lehen und Schöffen, nicht aber aus der ganzen Gemeinde wählen. Er dürfe sie nicht nach seinem Belieben ein- und absetzen. Bei Pfändungsanordnungen aufgrund von Ge- und Verboten des Abtes könne sich der Betroffene an das Schöffengericht berufen. Die Untertanen von Kornelimünster befürchten auch, daß durch eine uneingeschränkte Brüchtengewalt des Abtes ihre Eigentums- und Erbrechte am Gemeindebusch angetastet werden könnten. Das Urteil von 1674 betr. das „ius collectandi“ berühre Zuständigkeitsfragen des Hof- und Vogtgedings und beeinträchtige den Anspruch der Beklagten, daß Schatz- und Steuererheber nur mit ihrer Einwilligung ein- und abgesetzt werden dürften. Zwischen dem 15. Sept. 1693 und 7. Feb. 1694 ergeht ein RKG-Urteil in dieser Sache, dessen Inhalt wegen des fehlenden Prototolls nicht zu ermitteln ist.

Aktenzeichen : C 789/1755

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Mannen von Lehen, Schöffen und sämtliche Untertanen zu Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen (1693)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Gotthard Johann Marquard 1693 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs
Prozeßart: Mandati de non contraveniendo rebus iudicatis sine, de acquiescendo, desistendo, tollendo omnia in contrarium facta nec amplius attentando desuper cavendo vero cum clausula
Instanzen: RKG 1688 - 1696 (1538 - 1696)
Beweismittel: RKG-Urteile vom 6./16. Juli 1655 (Prot.), 30. Okt. (stilo vetere) 1655 (Q 2b) und 7. Juli 1674 (Q 3). Beschwerdeschrift von 1687 (Q 4). Protokoll von Waldgedingen von 1657, 1659, 1666 und 1680 (Q 10). Auszug aus dem Waldrechtsbuch (Q 11). Verschiedene Schreiben betr. Waldrecht von 1534 - 1688 (Q 12). Hofgedingsprotokoll von 1661 (Q 13). Waldgedinge von 1534 - 1634 (Q 14). Vogtgeding von 1584 (Q 15). Schöffengeding von 1598 (Q 16). Gerichtsakten von 1605 in Sachen Abt ./. Gerard Peltzer (Q 17). Schöffengeding von 1578 (Q 18). Vertrag von 1569 zwischen Herzog Wilhelm von Jülich und Abt Albrecht von Wachtendonk (Q 19). RKG- „Mandatum de cogendis computibus sine clausula“ vom 5. Jan. 1669 in Sachen Hauptleute und Gemeinde von Kornelimünster ./. Abt, Prior, „Oeconomum“ und Kapitulare (Q 21). RKG-Mandat vom 30. Mai 1670 in derselben Sache (Q 22). Interimsverordnung betr. Besteuerung durch den Abt Johann Diderich von Hoen vom 3. Aug. 1676 (Q 25). RKG-Urteil vom 7. Juli 1681 in Sachen Abt ./. Mannen von Lehen und Schöffen betr. „Mandatum poenale de solvendo et de non eximendo via facti a collectis iuxta recessum novissimum imperii debitis sine clausula“ (Q 33, s. o. RKG 1153 (C 787/1753). Beschreibung des Ländleins Kornelimünster mit Einwohnerzahl, Honschaften, Gütern, Pachten und Morgenanzahl (Q 34). Verzeichnis der schatzbaren Güter von 1648 (Q 35). Verzeichnis der Reisekosten des Abtes Bertram Goswin von Kornelimünster nach Kleve von 1691 (Q 36). Weitere Kosten der Reise des Abts und seiner Bediensteten von 1690 - 1694 (Q 37).
Beschreibung: 3 cm, 153 Bl., gebunden; Prot. fehlt, Q 2a, 2b, 3 - 43, prod. 20. Aug. 1688 - 22. Mai 1696 vorhanden. Der Prozeß enthielt irrtümlich das Prot. des Prozesses RKG 1153 (C 787/1753), das nun dort eingeordnet wurde. Vgl. RKG 1176 (C 811/1778) sowie Helmut Gabel, „Äußerliche Verfolgung und innerliche Rebellion“, in: ZAGV 93 (1986) S. 95ff.




1542
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage, daß in der Streitsache des Abtes mit dem jül. Landdrosten Wernher von Binsfeld und seinem gleichnamigen Sohn das von beiden Seiten 1539 eingesetzte Schiedsgericht, das sich aus den Beklagten zusammensetzt, weder Urteil noch Schiedsspruch gefällt hat. Dadurch sei das Recht schon bis ins 3. Jahr verschleppt worden. Das RKG erlegt den Beklagten durch das „Mandatum poenale“ vom 10. Okt. 1541 auf, nunmehr zu einem Urteilsspruch zu gelangen. Mit Urteil vom 15. März 1542 nimmt es den Antrag des Klägers, eine „Citatio ad videndum auf die Acht“ zu erlassen, an.

Aktenzeichen : C 790/1756

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Dr. Johann Widte (Witte), Lütticher Kanzler, und Konsorten: Lic. Johann Sultz, Lütticher Rat, Arnold von Hochstetten (Hochsteden) und Peter Römer, Schultheiß zu Jülich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Lukas Landstraß 1541
Prokuratoren (Bekl.): Breunlin (1542) (für Hochstetten) - Lic. Amandus Wolff (1542) (für Römer)
Prozeßart: Mandati poenalis
Instanzen: RKG 1542
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 15. Feb. und 15. März 1542 (Prot.).
Beschreibung: 8 Bl., lose; Q 1 - 2. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 482 S. 120.




1648 - 1662 (1570 - 1676)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Diffamationsklage wegen Gefährdung der Landeshoheit (ius territoriale) und des allgemeinen Landfriedens und insbesondere gegen Johann Dietherich von Efferen, der als Inhaber der jül. Unterherrschaft Stolberg das „ius collectandi“ über die Untertanen und Kupfermühlen der Abtei Kornelimünster von Dollartshammer bis zum Schnorrenfeld zwischen Inde und Vicht beansprucht. Der Pfalzgrafbei Rhein erhebt Einrede gegen den Gerichtsstand, da das RKG für den Freiherrn von Efferen nicht die 1. Instanz sein könne, und beantragt die Einstellung des Prozesses, weil keine Diffamation vorläge.

Aktenzeichen : C 791/1757

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein und Konsorten: Johann Dietherich von Efferen zu Stolberg (Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1648
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Walraff (1648) - Stieber (1648)
Prozeßart: Citatio ex lege diffamari
Instanzen: RKG 1648 - 1662 (1570 - 1676)
Beweismittel: RKG-Ladung vom 23. Aug. 1570 in Sachen Abt von Kornelimünster ./. Johann Wilhelm und Andreas von Efferen (Q 3). RKG-Urteile vom 22. Mai 1645 in Sachen Abt ./. Johann Dietherich von Efferen betr. „Mandatum de relaxando captivo“ und „Secundum mandatum poenalis“ sowie vom 23. Mai 1645 betr. „Tertium mandatum“ und „Quartum mandatum poenalis“ (in Q 5).
Beschreibung: 1,5 cm, 43 Bl., gebunden; Q 1 - 3, 5 - 9, Q 4* fehlt, 3 Beilagen prod. 26. April und 28. Juni 1649 und von 1676. Vgl. oben RKG 1144 (C 778/1743) - 1148 (C 782/1747) ZAGV 18 (1896) Nr. 483 S. 120.




1695 - 1713 (1694 - 1714)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Streits ist die Ausschreibung einer Brandschatzung zur Abwehrung einer französischen Invasion „mit Schwert und Flamme“. Zur Entlastung des verarmten Landmannes haben sich die Inhaber von Ritterlehnsgütern und -höfen freiwillig bereit erklärt, einen Steuerbeitrag von 300 Rtlr. (400 Rtlr. ?) zu übernehmen. Als sich später Dietherich Joseph Speckheuwer, der Inhaber des Gutes Köttenich, weigerte, seinen Anteil an den Kontributionen zu bezahlen, ließ der Abt das Vieh des Köttenicher Halbmanns pfänden. Speckheuwer wandte sich daraufhin mit der Bitte um Schutz seiner Lehnsfreiheit an den Pfalzgrafen bei Rhein, der als Herzog von Jülich Vogt und Schutz- und Schirmherr von Kornelimünster ist. Auf Befehl des Pfalzgrafen bzw. der jül.-berg. Regierung zu Düsseldorf fielen die beklagten Vögte ins Land Kornelimünster ein und pfändeten Vieh von den Pächtern des Abts auf dem Fronhof und den Höfen Nümmerich (Komerich ?, Aachen-Brand) und Merscheid (?). Der Abt klagt vor dem RKG aufLandfriedensbruch, Verletzung der Reichskonstitution von der Pfandung und Mißbrauch des Vogteirechts sowie auf Rückerstattung des gepfändeten Viehs oder Schadenersatz. Ferner klagt er auf Heimfall (Caducität) des Lehens Köttenich, da sich Speckheuwer als Verursacher dieses Überfalls der Felonie schuldig gemacht habe.

Aktenzeichen : C 792/1758

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein und Konsorten: Präsident, Kanzler und Räte zu Düsseldorf; Lieutenant Dietherich (Theodor) Joseph Speckheuwer, Schöffe und Bürgermeister von Aachen, als Vasall auf dem Ritterlehnsgut Köttenich (Gem. Gressenich, Kr. Aachen); Johann Wilhelm Meuthen zu Nothberg (Stadt Eschweiler, Kr. Aachen), Vogt zu Wilhelmstein; Rutger Kuper, Vogt zu Eschweiler; Heinrich Wilhelm Hegendal (Heyendall), Vogt zu Schönforst
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen [1693] 1695 - Subst.: Dr. (Franz Heinrich) Krebs - Lic. Johann Konrad Helffrich 1712 - Subst.: (Lic.) Christian Christoph Dunpfelt (Dimpffel) 1712 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Adam Roleman 1695 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender - Dr. Georg Andreas Geibel 1713 - Subst.: G(eorg) F(riedrich) Vergenius
Prozeßart: Mandati de restituendo cum omni causa damno et interesse et non amplius turbando auff die pfandungsconstitution sine clausula ...
Instanzen: RKG 1695 - 1713 (1694 - 1714)
Beweismittel: Bescheinigung über bezahlte Rittergelder von 1692 - 1694 (Q 8). RKG-(Bei-)Urteil vom 28. Okt. 1712 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 62 Bl., lose; Q 1 - 9, 11 - 18, Q 10* fehlt, 2 Beilagen prod. 21. März und 13. Juni 1714. Vgl. RKG 1163 (C 797/1763) sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 484 S. 120.




1667 - 1683 (821 - 1687)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anlaß des Streites ist, daß die Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster ihren Abt wegen Justizverweigerung („denegata iustitia“) vor dem Pfalzgrafen als Erbvogt, Schutz- und Schirmherrn von Kornelimünster verklagten und am 27. Okt. 1666 einen pfalzgräfl. Befehl erwirkten, wonach der Abt innerhalb von 14 Tagen einen Gegenbericht gegen die genannte Klage bzw. Supplik einzureichen habe. Der Abt klagt nun vor dem RKG (1) auf Aufhebung dieses Befehls, da er die Reichsunmittelbarkeit und Hoheit seiner Herrschaft untergrabe, der Pfalzgraf dadurch die „Superiorität“ über den Abt usurpiere und somit die RKG-Ordnung sowie die geistlichen und weltlichen Rechte verletzt würden, (2) auf ein Verbot gegen seine Lehnsleute, auswärtig zu supplizieren, und ein Gebot, den ordentlichen Rechtsweg zu beschreiten, und (3) aufBezahlung eines Anteils an den auf dem noch währenden Reichs- und Deputationstag verzehrten Generalitäts- und Legationsgeldern durch die beklagen Lehnsleute und Schöffen. Der Abt wirft seinen beklagten Lehnsleuten und Schöffen sowie den übrigen Untertanen offene Rebellion vor. Diese beklagten sich demgegenüber über die gewaltsame Steuereintreibung, über immer neue Forderungen nach Landsteuern und Kontributionen, über die grausame Behandlung der wegen Steuerschuld Verhafteten im Gefängnis, über die „Verhauung“ des Gemeindewalds, die Veränderung des Indelaufs zugunsten der abteilichen Kupfermühlen und andere Neuerungen. Dies alles führe zur Verarmung des gemeinen Landmanns. Sie fordern daher, sie bei ihrem alten Herkommen und Recht zu belassen. Im Laufe des Prozesses weiten sich die Differenzen zu Jurisdiktionsstreitigkeiten um die Schöffengerichte zu Eilendorf und Gressenich (Kr. Aachen) aus.

Aktenzeichen : C 793/1759

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Philipp Wilhelm bei Rhein sowie Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster, seit 1681 auch Johann Wilhelm Neuman, angestellter Vogt zu Kornelimünster, Wilhelm Hegendahl (Heyendall), Vogt zu Schönforst, und Dr. Sigismund Meessen
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1667 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht - Dr. Johann Heinrich Seiblin 1686
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Eichrodt 1667 - Subst.: Dr. Johann Nikolaus Hoen - Lic. Johann Walraff [1656] 1667 - Subst.: Johann Leonhard Schommartz - Lic. Johann Philipp Nidderer 1682 - Subst.: Dr. Johann Franz Matthias - Dr. Franz Heinrich Krebs 1681 - Subst.: Dr. Roleman
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii simplicis, nunc (1681) ulterioris
Instanzen: RKG 1667 - 1683 (821 - 1687)
Beweismittel: Befehl des Pfalzgrafen vom 27. Okt. 1666 (Q 3). Vergleich vom 6. Aug. 1662 zwischen Abt Isaak von Hirtz gen. von der Landskron und Mannen von Lehen sowie Schöffen, auch namens des gemeinen Landmanns, über die „Einhuldigungs- bzw. Beschwerdeartikel“, u. a. betr. Besteuerung, Rechtsprechung und Waldrecht (Q 8). Schadensaufstellung der Schöffen und Lehnsleute von 1660 über das während eines schwebenden RKG-Verfahrens gepfändete Vieh (Q 10). Auszug aus dem Lehnsprotokoll von 1654, 1659 und 1661 (Q 12). Auszug aus dem Protokoll einer jül. Kommission in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster ./. den Abt von 1665 (Q 27). Steuerabrechnungen der Schatzheber Johann Welters von 1657 (Q 30) und 1665 (Q 35), von 1661 (Q 31), Johann Schreiber von 1663 (Q 32), Wilhelm Ostlender von 1663 (Q 33), Theiß Halle von 1663 (Q 34) und 1665 (Q 36). Zeugenverhör der jül. Kommission (Freiherr von Kolff, Amtmann zu Monschau (Montjoie), Franz Wilhelm Weisweiler, Vogt zu Wilhelmstein, und Johann Contzen, Schultheiß und Rentmeister von Monschau) von 1665 (Q 38). Schöffenprotokoll von 1564 (Q 48). RKG-Mandat „sine clausula cum citatione“ von 1581 in Sachen Abt ./. gemeine Landsmänner und Untertanen von Kornelimünster betr. Schädigung der an Goddart von Wachtendonk verliehenen Kupfermühle an der Inde (Q 49). Verzeichnis der Gelder, die die Mannen von Lehen und Schöffen von 1656 - 1664 an den Abt gezahlt haben (Q 50). Gerichtliches Dokument von 1464 (Q 61). Belehnungsurkunde von 1664 für Abt Isaak von Kornelimünster (Q 62). Auszug aus dem Waldrecht (Q 63). Urteil des Schöffengedings vom 19. Mai 1665 (Q 83). RKG- „Mandatum ulterius cassatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 26. Feb. 1681 (I 218 - 227). Vogtgeding von 1680 und Schöffeneid (I 240 - 242). Supplik mit Unterschriften bzw. Handzeichen der Schöffen und Eingesessenen von Eilendorf (I 249f.). Verhör der Eingesessenen von Eilendorf 1680 (I 253 - 274). Urteile und Reskripte des Reichshofrats 1680 - 1682 in Sachen des verst. Gerlach Maw, Bürgermeisters von Aachen ./. Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen (I 316 - 319). Verschiedene Anordnungen des Pfalzgrafen bei Rhein 1680, Auszüge aus dem Rechnungsbuch des Statthalters Martin Meeßen 1678 - 1680, Bericht über die Kontrolle der Tonneninhalte Martin Meeßens durch den städt. Aachener Weinroder Dietherich Knops, gerichtliche Dokumente einer jül. Kommission (I 332 - 347). Privilegien Kaiser Ludwigs des Frommen 821 (I 348), König Ludwigs des Deutschen 842 (I 349), König Ottos I. 948 (I 350), König Ottos III. 985 (I 350f.) und Kaiser Karls V. 1541 mit Inserten (I 352 - 355). Grenzbeschreibung des Landes Kornelimünster (I 364). Schirmbrief des Herzogs Wilhelm von Jülich 1569 (I 365). Belehnung des Herzogs Wilhelm von Jülich mit der Vogtei von Kornelimünster 1472 (I 366). Urkunde Herzog Johanns von Jülich, ältesten Sohnes zu Kleve, über seine Belehnung mit der Vogtei 1520 (I 367). Vertrag zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster von 1569 (I 370 - 373). Auszug aus einem Gressenicher Weistum (I 378). Dokumente zum Schöffen- und Vogteid (I 368, 379f, 381 - 383). Belehnungsurkunde Kaiser Leopolds I. von 1680 für Abt Johann Theodor von Hoen von Cartils zu Kornelimünster (I 393 - 395). RKG-Urteil vom 7. Juli 1674 in Sachen Hauptleute und Gemeinde ./. Abt von Kornelimünster (I 397). Auszug aus einem Synodalprotokoll von Eilendorf 1681 (I 403). Zeugenverhör von 1681 (I 404 - 406). RKG-Urteil vom 6./16. Juli 1655 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen ./. Abt von Kornelimünster betr. Brüchtenstrafe Peltzers (I 414). Alter Schöffeneid (II 41f.). Bleistiftzeichnung von 5 Figuren über dem Eingang der Kirche von Kornelimünster: Maria, Christus, Cornelius, Cyprianus, Karl (der Große ?) (II 53). Auszug aus den Schöffengerichtsprotokollen von Kornelimünster von 1538-1681 (II 55 - 362). Auszug aus den Schöffengerichtsprotokollen zu Eilendorf von 1618 - 1681 (II 363 - 430). Auszug aus dem Schöffengerichtsprotokoll von Gressenich aus einem Pergamentbuch mit dem Titel „Gebrechen mit Kornelimünster“ von 1499 (Streitigkeiten zwischen Abt und Vogt) (II 465 - 469). Auszug aus dem Mann- und Schöffenweistum von 1413 und 1459 (II 474 - 476). Auszug aus dem Vogt- und Schöffengedingsprotokoll von Kornelimünster von 1538-1539 (II 488f.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 11 cm, 428 Bl., gelöst; Q 1 - 3, 5 - 6, 8 - 11, 16 - 63, 65 - 86; Q 4, 7, 12 - 15 und 64 fehlen; zahlreiche Beilagen: 1 prod. 9. Mai 1681, 15 prod. 3. Juni 1681, 1 prod. 12. Sept. 1681, 5 prod. 17. Okt. 1681, 8 prod. 5. Juli 1682, 1 prod. 8. Jan. 1683, 1 prod. 9. März 1683, 1 prod. 26. März 1683, 2 prod. 17. April 1683, 34 prod. 5. Feb. 1683, 1 prod. 23. Feb. 1686, 1 prod. 4. März 1687; Feuchtigkeitsschäden; Bd. II: 9 cm, 497 Bl., 20 Beilagen prod. 7 Dez. 1682. Am Ende von Bd. I liegen 5 Beilagen von 1665, die wahrscheinlich nicht in diesen Prozeß gehören: Akten in Kriminalsachen des fiskalischen Anwalts von Kornelimünster ./. Johann Welter, Johann Nyßen, Johann Ganser, Wilhelm Beissel, Giell Schnitzler, Wilhelm zur Eich, Heinrich Schorenstein, Theiß Kraius und Nelliß Groten, vermutlich wegen Steuerunterschlagung (I 419 - 428). Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 485 S. 120.




1693 - 1733 (821 - 1732)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor dem Hintergrund der Streitigkeiten wegen der verweigerten Huldigung und der Zuwiderhandlung gegen bereits gerichtlich entschiedene Sachen (vor allem gegen das RKG-Urteil vom 7. Juli 1674 in Mandatssachen „de cogendis computibus et exequendo“), hier insbesondere Klage gegen das waldschädigende Holzfällen und den Holzverkauf durch die Untertanen, die Vertreibung von Bedienten des Abts, die Holz aus dem Wald holen wollen, und gegen einen (geplanten ?) Vertrag der Untertanen mit dem Herzog von Jülich betr. die Berechtigung seines Vogtes zu Schönforst zur Bucheckern- und Eichelmast, in der der Kläger eine Verletzung seiner Landesherrschaft und des Vertrags von 1569 über die Vogtei zwischen dem Abt und dem Herzog von Jülich sieht. Der Abt beantragt die Annullierung der Kaufverträge und des Vertrages mit dem Herzog von Jülich bzgl. der „Eckergerechtigkeit“ sowie die alleinige Gültigkeit des Vertrags von 1569. Die beklagten Untertanen erwidern, sie verkauften die Bäume aus ihrem eigenen Busch (Gemeindewald) und seien dazu wegen ihrer Verarmung aufgrund der laufenden Schuldzinsen, der täglichen Landesunkosten, der Reichs- und Kreislasten sowie der Kontributionen zur Verhinderung von Brand und Plünderung durch den Feind gezwungen.

Aktenzeichen : C 794/1760

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt, Prior und sämtliche Konventualen von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein und Konsorten: jül. Regierung (Kanzler und Räte) zu Düssseldorf, Mannen von Lehen, Schöffen und sämtliche Untertanen von Kornelimünster, insbesondere Johann Zillig (Zillis)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1690 und 1699 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler 1690 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender 1699
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Gotthard Johann Marquard 1693 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs - Lic. J. C. M. J. Heeser iunior 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prozeßart: Mandati cassatorii, inhibitorii et de restituendo cum clausula
Instanzen: RKG 1693 - 1733 (821 - 1732)
Beweismittel: Vertrag von 1569 zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster (Q 5/6). Verhör der Hauptleute der 5 Honschaften 1690 (Q 19). Belehnungsurkunde Kaiser Leopolds I. von 1687 für Abt Bertram Goswin von Kornelimünster (Q 25). Hofgeding von 1578 (Q 29). Latein. Urkunde des Abts Johann von Kornelimünster von 1266 (Q 31). Pachtbrief bzw. Verschreibung von 1549 (Q 32). Auszug aus dem Waldbuch 1269 (Q 33a). Lehnsgeding von 1665 (Q 38). Hofgeding von 1636 (Q 39). Lehnsgeding von 1638/39, Waldgeding von 1644 (Q 40). Waldgeding von 1621 (Q 41). Lehnsgeding von 1636 und 1600 (Q 42, 46). „Eckergesetz“ und -register von 1571 - 1687 (Q 43f.). Rechnung von 1661 (Q 46). Obligation von 1635 (Q 47). Schadensrechnung von 1653 (Q 52). Lehnsgeding von 1655 (Q 54). „Landwrog“ (wohl Grenzbeschreibung) von Kornelimünster von 1607 (Q 59). Beschwerdeschrift der Lehnsleute, Schöffen und Landleute (Q 63). RKG-Urteil vom 6./16. Juli 1655 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen ./. den Abt (Q 65). Privileg Kaiser Karls V. von 1541 mit inserierten Privilegien Kaiser Ludwigs des Frommen von 821 und König Ludwigs des Deutschen von 842 sowie Bestätigungsurkunde Kaiser Leopolds I. von 1677 (Q 69). Belehnungsurkunden Kaiser Ferdinands II. von 1621 und Kaiser Leopolds I. von 1687 (Q 70). Auszug aus dem Waldbuch mit neuhochdeutscher „Übersetzung“ (Q 75). Zeugenverhöre von 1695 (Q 79) und 1663 (Q 81). Auszug aus dem Busch- und Waldrecht, durch Richter und Schöffen von Aachen angefertigt (Q 84). Namenliste von 10 der Abtei gehörenden Büsche (Q 87). RKG-Urteile vom 7. Juli 1693, 28. Okt. 1694, 5. Juli 1695 (Prot.).
Beschreibung: 4,5 cm, 279 Bl., gebunden; Q 1 - 91.




1693 - 1698 (1478 - 1694)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hintergrund des Prozesses sind die Verurteilungen des Wilhelm Kreitz wegen Beleidigung und Ehrabschneidung am 10. Jan. 1685 (Kläger Peter Rosenbaum, der mit Verräter, Dieb und Schelm beschimpft worden ist) und am 8. Feb. 1689 (Kläger Johann Nyßen am Roltenberg, dessen Schwiegervater, dem Schatzheber Johann Ostlender, Veruntreuung der Steuergelder unterstellt worden ist) zu 25 Goldgulden und 14 Goldgulden Brüchtenstrafe. Da Kreitz nicht zahlte, wurde ihm ein Pferd im Wert von 32 - 50 Rtlr. (10 Goldgulden seien nun über 50 Rtlr. wert) gepfändet. Dagegen wandte sich Kreitz mit einer Gewaltklage an den Vogt Franz Abels und dessen Schöffengericht und danach an den Herzog von Jülich als Vogt von Kornelimünster. Das zuständige Appellationsgericht sei jedoch das Lehensgericht von Kornelimünster. Im Zusammenhang mit dem Fall Kreitz ständen zwei nächtliche Überfälle bzw. Exekutionen von bewaffneten jül. Untertanen auf den Mausbacher Hof (Gem. Gressenich, Kr. Aachen) der Abtei Kornelimünster, wobei im Mai 1692 3 Pferde und im Juli 1692 203 Schafe beschlagnahmt worden sind. Der Abt klagt am RKG auf Aufhebung des durch die jül. Regierung angenommenen Rekurses und ihrer angemaßten Anordnungen und gewaltsamen Exekutionen, auf Verweis des Falles Kreitz an den zuständigen Richter, auf Rücknahme des Rekurses durch Kreitz und auf Restituierung der beschlagnahmten Pferde und Schafe samt Schadenersatz und Zinsen. Er wirft den Beklagten Landfriedensbruch und Verletzung seiner Hoheitsrechte sowie seiner Reichsunmittelbarkeit vor. Die Brüchtenstrafe sei sein Regal als Land- und Grundherr von Kornelimünster. Die Vogtei besitze der Herzog von Jülich von ihm nur zu Lehen. Das Vogteirecht beinhalte keine Jurisdiktion gegen den Territorialherrn. Er stützt seine Klage auf den „vogteilichen Hauptvertrag“ zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster von 1569, auf ein Schöffenweistum und auf ein RKG-Urteil von 1655.

Aktenzeichen : C 795/1761

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein und Konsorten: seine jül.- berg. Regierungskanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf, die jül. Vögte zu Eschweiler und Kornelimünster, namentlich Vogt Franz Abels, wohnhaft zu Aachen, und Wilhelm Kreitz (Creutz) zu (Aachen-)Brand, ehemaliger Hauptmann über Brand
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1693 - Subst.: Dr. Krebs
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1694 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender
Prozeßart: Mandati cassatorii, inhibitorii, restitutorii et de non amplius turbando ut et de non ulterius sumendo recursum sed abstinendo sine clausula cum citatione super constitutione pignorationis
Instanzen: RKG 1693 - 1698 (1478 - 1694)
Beweismittel: Auszug aus dem Brüchtenprotokoll vom 10. Jan. 1685 (Q 3) und vom 8. Feb. 1689 (Q 4). Urteil des Schöffengedings vom 21. Feb. 1690 (Q 5). „Vogteilicher Hauptvertrag“ von 1569 zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster (Q 6). Auszug aus dem Schöffenweistum (Q 7). RKG-Urteil vom 14. Nov. 1687 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster ./. den Abt betr. Brüchtenstrafe für Peltzer (Q 8). Urteil des Lehnsgedings (Appellationsgerichts) vom 28. Mai 1691 in der Injuriensache des Kreitz ./. Rosenbaum (Q 15). Taxierung der gepfändeten Pferde 1690 (Q 19). Reskript Kaiser Leopolds I. von 1689 betr. verweigerte Huldigung u. a. (Q 20). RKG-Ladung von 1667 (Q 21, s. o. RKG 1159 (C 793/1759). RKG- Ladung von 1681 (Q 22, s. o. RKG 1159). Prozeßkostenrechnung (Q 25). Schöffengeding vom 10. April 1685 (Q 27), von 1688/89 (Q 28). Lehnsgeding von 1690 (Q 29). Privileg Kaiser Karls V. von 1541 (Q 36). Urkunde Herzog Johanns von Jülich, ältesten Sohns zu Kleve, von 1520 über seine Belehnung mit der Vogtei von Kornelimünster (Q 37). Vogtgeding von Kornelimünster 1478 (Q 38). RKG-(Bei-)Urteil vom 7. Juli 1693 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 132 Bl., gebunden; Q 1 - 41. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 487 S. 121.




1693 - 1698 (1478 - 1694)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen Gillis Kuichen wegen Verweigerung der Kurmut nach dem Tod seines Verwandten und Erblassers Winand Frines und gegen Gillis (Geil) Schnitzler, Schöffen von Kornelimünster, wegen Verweigerung von Fuhr- und Frachtdiensten nach Aachen während der Kriegszeit im Dez. 1688 und wegen Anstiftung anderer Untertanen zur Dienstverweigerung. Als der Abt von beiden Beklagten je 2 Pferde, teils als Strafe, teils als Kurmutabgabe, pfändete, wandten diese sich mit einer Gewaltklage an den Pfalzgrafen bei Rhein als Herzog von Jülich und Erbvogt von Kornelimünster. Im Juni 1689 beschlagnahmten beide mit Hilfe der beklagten Vögte und ca. 30 jül. Untertanen Vieh und Pferde von den Höfen des Abtes zur Lucht, zu Komerich (Gem. Brand, Kr. Aachen), zu Merscheid (Nerscheid) und vom Hof Ritscheid (Rischeidt) (Pächter in Q 17 genannt). Dies sei Landfriedensbruch und eine Beeinträchtigung der landeshoheitlichen Rechte „tam regalium quam territorialium“.

Aktenzeichen : C 796/1762

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein und Konsorten: seine Kanzler und Räte zu Düsseldorf, seine beiden Vögte zu Schönforst und Kornelimünster, Hermann Wilhelm Heyendall zu Schönforst und Franz Abels zu Aachen, ferner Gilles Kuichen zu Niederforstbach (Gem. Brand, Kr. Aachen) und Gillis Schnitzler sowie sämtliche Untertanen von Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1693 - Subst.: Dr. Krebs
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Gotthard Johann Marquart 1693 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs - Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1694 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender
Prozeßart: Mandati auff die Pfandungsconstitution, cassatorii, restitutorii, inhibitorii et de non amplius turbando et recurrendo sine clausula
Instanzen: RKG 1693 - 1698 (1478 - 1694)
Beweismittel: Aussagen zum Kurmutsrecht (Q 5). Liste von Verstorbenen, deren Erbfolgern keine Abgabe abgefordert wurde (Q 7). Schadens- und Unkostenberechnung (Q 20). Auszüge aus dem Rechnungsbuch über Einnahmen und Ausgaben von 1569/70, 1571, 1584/85, 1676 und 1682 betr. Kurmut (Q 25). Auszug aus dem Lehnsprotokoll (Q 26). Zeugenverhör von 1689 (Q 33f). Belehnungsurkunde Kaiser Leopolds I. von 1687 für Abt Bertram Goswin von Kornelimünster (Q 35). RKG-Ladung von 1667 (Q 37, s. o. RKG 1159 (C 793/1759)). RKG-Ladung von 1681 ( Q 38, s. o. RKG 1159). Schadensberechnung (Q 39). Vertrag von 1569 zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster (Q 40). Vogtgeding von Kornelimünster 1478 (Q 41). Urkunde Herzog Johanns von Jülich, ältesten Sohns zu Kleve, von 1520 über seine Belehnung mit der Vogtei von Kornelimünster (Q 42). Privileg Kaiser Karls V. von 1541 (Q 43). Auszug aus dem Lehensprotokoll von 1578 (Q 47). RKG- (Bei-)Urteil vom 7. Juli 1693 (Prot.).
Beschreibung: 3 cm, 177 Bl., lose; Q 1 - 63. Feuchtigkeitsschäden. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 488 S. 121.




1693 - 1712 (1440 - 1699)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Schutz des „ius collectandi“ des Landesherrn über die Ritterlehnsgüter bzgl. Brandschatzung und anderer Lasten, auf Aufhebung eines pfalzgräflichen Reskripts und auf Erlaß eines Verbotes gegen die Ritterlehnsleute, einen weiteren Rekurs an den Pfalzgrafen zu nehmen. Die Ritterlehnsleute haben sich 1691 verpflichtet, einen Beitrag zu den ausgeschriebenen Kontributionen zur Abwendung von Plünderung und Brand durch französische Kriegstruppen zu leisten, und haben 300 Rtlr. „in speciebus“ beim Aachener Kaufmann Peter Meisenburg hinterlegt. Als sie ihre Steuerzusage zurücknahmen, ließ der Abt Vieh und Pferde von ihnen pfänden (z. B. vom Ritterlehnshof Köttenich des Dietherich Joseph Speckheuwer). Daraufhin wandten sich die Ritterlehnsleute an den Pfalzgrafen bei Rhein als Herzog von Jülich und Erbvogt von Kornelimünster. Damit machten sie sich - so der Kläger - der Felonie schuldig. 1694 fielen die jül. Vögte Johann Wilhelm Meuthen von Wilhelmstein, Rutger Kupers von Eschweiler und Heinrich Wilhelm Heyendall von Schönforst ins Territorium von Kornelimünster ein und pfändeten die Pächter des Abts.

Aktenzeichen : C 797/1763

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Pfalzgraf Johann Wilhelm bei Rhein und Ritterlehnsleute der Abtei-Mannkammer zu Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1693 - Subst.: Dr. Krebs
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Adam Roleman 1695 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender - Lic. Johann Philipp Nidderer [1691] 1695 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender
Prozeßart: Mandati de manutenendo in possessione iuris collectandi, non ulterius turbando, cassatorii et inhibitorii cum clausula
Instanzen: RKG 1693 - 1712 (1440 - 1699)
Beweismittel: Auszug aus der Türkensteuerumlage und dem Heberegister von 1596 - 1612 (Q 6). Auszug aus dem Lehnsbuch von 1615 betr. Verpflichtung des Adrian von dem Bylandt zu Schwarzenberg zur Zahlung von rückständigen Türken-, Reichs- und Kreissteuern (Q 7). RKG- „Rescriptum mandati de manutenendo in possessione iuris collectandi ...“ vom 13. Dez. 1694 (Q 13). RKG- „Ulterius mandatum de manutenendo ... cum citatione ad videndum ...“ vom 3. Nov. 1694 (Q 14). Rechnung über die Zahlung von Rittergeldern 1692 - 1694 (Q 20). Auszug aus dem Vertrag von 1569 zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster betr. Vogtei (Q 25). „Schirmreversale“ des Herzogs Gerhard von Jülich und Berg von 1440 mit hochdeutscher „Übersetzung“ (Q 28) und des Herzogs Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg von 1569 (Q 29). Urkunde Herzog Johanns von Jülich, ältesten Sohns von Kleve, von 1520 über seine Belehnung mit der Vogtei von Kornelimünster (Q 31). Vogtgeding von 1478 (Q 32). RKG-(Bei-)Urteile vom 27. Okt. 1693 und 31. Okt. 1698 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 140 Bl., gebunden; Q 1 - 34. Vgl. RKG (1158 (C 792/1758) sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 489 S. 121.




1564 (1552 - 1564)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Verweigerung von Steuerzahlungen durch die Beklagten. Der Niederrheinisch-Westfälische Kreis hatte Landfriedenskontributionen zur Unterstützung des Grafen zur Lippe und des Bischofs von Münster gegen die Überfälle des Grafen von Rietberg und des Herzog Erich von Braunschweig ausgeschrieben, wovon auf Kornelimünster Anteile von 1926 Gulden und 592 Gulden zu je 15 Batzen fielen. Gemäß dem Reichsabschied von Augsburg von 1555 (fol. 27) stehe dem Kläger als Landesherrn ein Besteuerungsrecht sowohl über steuerpflichtige als auch über exemte Untertanen zu.

Aktenzeichen : C 798/1764

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Schultheiß, Schöffen und Gemeinden von Breinig („Bredenich“, Gem. Kornelimünster), Walheim („Wallum“), Hahn (Gem. Walheim), Fronhof (Gem. Kornelimünster), Dorff, Büsbach, Gressenich und Eilendorf (alle Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Deschler [1552] 1564
Prozeßart: Nicht ersichtlich
Instanzen: RKG 1564 (1552 - 1564)
Beweismittel: Liste der 5 Honschaften von Kornelimünster (6).
Beschreibung: 6 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 3 Schriftstücke prod. 4. Feb. 1564 und 1 Beilage ohne Datum. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 490 S. 121.




1618 - 1625 (1323 - 1620)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung an das RKG, weil die beiden Vorinstanzen mit ihren Urteilen vom 10. Juli 1617 und 9. Juli 1618 den Ansprüchen der nunmehrigen Appellaten stattgaben. Die Erben Urlici (Ulrici) verklagten vor der 1. Instanz den Abt von Kornelimünster als Eigentumsherrn der Herrschaft Hollogne-aux-Pierres („Holonia ad lapides“, Prov. Limburg in Belgien) auf Zahlung von rückständigen Jahresrenten oder Immission in die verschriebenen Güter aufgrund einer Obligation des Gerard von Luxemburg, Herrn von Hollogne, von 1592 (1593), mit der dieser dem Melchior Urlici Jahreseinkünfte von über 66 brabantischen Florenen verschrieben hatte. Der Abt lehnt die Gültigkeit der Schuldforderung ab, da er als Lehns- und Grundherr von Hollogne-aux- Pierres der Schuldverschreibung nicht zugestimmt habe, so daß es sich infolgedessen nur um eine Privatschuld des Gerard von Luxemburg handeln könne, und weil er bereits 1592/93 einen „Caducitäts“-Prozeß gegen Gerard von Luxemburg wegen Felonie angestrengt habe, in dem am 25. Sept. 1606 das Endurteil über den Lehensheimfall gefällt worden sei.

Aktenzeichen : C 800/1766

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen), (Bekl.)
Beklagter: Erben (Kinder) des Melchior Urlici (Ulrici) zu Lüttich: seine Witwe Abbel (Albina), seine Tochter Elisabeth, verwitwete Chaynee, und Katharina, Witwe seines Sohnes Johannes, Ulrich und Gabriel Urlici sowie Matthias „de Louinfosso“ als Ehemann der Anna Urlici, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoph Riecker 1618 und 1620
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Friedrich Haugh 1618
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Praetor et scabini supremae (altae) iustitiae Leodiensis 1613 - 1617 - 2. Räte des „consilium ordinarium“ des Bischofs von Lüttich 1617 - 1618 - 3. RKG 1618 - 1625 (1323 - 1620)
Beweismittel: RKG- „Mandatum de revocandis attentatis sine clausula“ vom 26. Sept. 1618 (Q 7). Supplik von 1618 in franz. Sprache mit lateinischer Übersetzung (Q 12). Erwähnung mehrerer alter Urkunden und genealogischer Zusammenhänge (71ff). Obligation von 1592, bestätigt 1593 (164 - 170). Schöffenurkunde von 1603 (172 - 176). RKG-Urteil vom 3. Okt. 1611 in Sachen Gerard von Luxemburg ./. verst. Maria Matthias und ihre Erben (176 - 178). Auszug von 1612 aus dem Register der „curia et iustitia“ von Hollogne (in Q 17). Urkunde des Abts Arnold und des Konvents von Kornelimünster von 1323 über die Belehnung des Vogts Johannes, Sohnes des verst. Ritters Roger von Hollogne, seiner Frau Agnes und seiner Erben mit der Herrschaft Hollogne (Q 20). RKG-(Bei-)Urteil vom 24. Nov. 1618 (Prot.).
Beschreibung: 4,5 cm, 207 Bl., lose; Q 1 - 21, 2 Beilagen von 1618 und prod. 25. Jan. 1619. Schriftsätze in lateinischer Sprache. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 492 S. 122.




1620 - 1628 (1510 - 1627) - 4
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen das Urteil der 2. Instanz vom 2. Okt. 1620, womit der Abt zur Zahlung der hohen Prozeßkosten verurteilt wurde. Streitig ist die Herrschaft Hollogne-aux-Pierres („Holonia ad lapides“, Belgien) bzw. deren Vogtei. Kornelimünster besitzt diese Herrschaft im Bistum Lüttich als Allod und hat sie 1323 an Johannes, Sohn des Roger (Reiner) von Hollogne, als Lehen gegen Jahresabgaben und Lehnsdienst ausgegeben. Später ist das Lehen an Gerard von Luxemburg übertragen worden, dann aber wegen Felonie heimgefallen. Die Appellatin macht demgegenüber die Zahlung der Lehnsgebühr („praestatio relevii“) geltend, die aber vermutlich nicht fristgerecht innerhalb Jahr und Tag nach Herren- oder Mannfall erfolgt ist. Jurisdiktionell ist streitig, ab Hollogne-aux-Pierres dem Lütticher Recht oder dem Recht von Kornelimünster bzw. Reichsrecht untersteht. Der Abt erhebt Einreden gegen einen weltlichen Gerichtsstand und gegen die Beschlagnahmung seiner Güter und Einkünfte in Brabant. Die Appellatin fordert ihrerseits vom Abt die Rückzahlung von 20.000 brabantischen Florenen (aufgrund zweier Obligationen vom 14. Juli und 2. Aug. 1613 ?). Das RKG kassiert mit Urteil vom 21. März 1623 das Urteil der Vorinstanz und legt der Appellatin die Prozeßkosten und eine Inhibitionsstrafe wegen der „Attentata“ (Beschlagnahmungen etc.) auf. Dagegen beruft sich die Appellatin an den Erzbischof von Mainz als Revisionsinstanz.

Aktenzeichen : C 801/1767

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen), (Kl. ?)
Beklagter: Fürstin Claudia de Brabanzon (Barbanzon) et d’Aigremont, geb. Rheingräfin, Witwe des Fürsten Albert de Brabanzon, Graf von Arenberg und Aigremont (Acrimonte), (Bekl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoph Riecker 1620
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johannes Georg Krafft 1620 - Notar Heinrich Sebastian Bergner 1623
Prozeßart: Secundae appellationis
Instanzen: 1. (?) Pares curiae feudalis des Bischofs von Lüttich (ca. 1613 - 1619) - 2. Räte des „consilium ordinarium“ des Bischofs von Lüttich 1620 - 3. RKG 1620 - 1628 (1510 - 1627) - 4. Erzbischof von Mainz als Revisionsinstanz (in seiner Funktion als Erzkanzler) 1623
Beweismittel: RKG-Urteile vom 21. März 1623 im 1. und 2. Appellationsprozeß (Q 16/3 und 4). RKG-Exekutionsmandat vom 14. April 1626 (Q 18). Die Schriftsätze der „prima appellatio“ (s. u. 8) enthalten: Privileg „de non appellando“ Kaiser Maximilians I. für Bischof Erard (?) von Lüttich von 1510 (Q 20); 3 französische Schreiben (in Q 22, 23 und 24). Prozeßkostenrechnungen (in Q 28).
Beschreibung: 5,5 cm, 300 Bl., lose; Q 1 - 11, 14 - 16, 18 - 21, Q 12*, 13*, 17* und 22* fehlen. Der Prozeß enthält auch Schriftsätze der „prima appellatio“, nämlich Q 20 - 24 prod. 26. April 1621, Q 28 (Priora) prod. 4. Juni 1621 sowie 4 Beilagen prod. 23. Juni 1620, 6. Juli 1621 und exhibiert 23. Juli 1624. Er enthält ferner 3 Schriftsätze aus einem Mandatsprozeß zwischen den beiden Parteien: Q 16 prod. 19. April 1621 „Instrumentum insinuati mandati restitutorii sine clausula“, eine Prokuratorenvollmacht prod. 19. April 1621 und Q 40b prod. 13. Nov. 1621 in Sachen „Mandati inhibitorii, restitutorii sine clausula in puncto revisionis“. Schriftsätze in lateinischer Sprache. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 493 S. 122.




1635 - 1636 (1582 - 1651)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen einen Befehl des Vogtes von Bergheim vom 11. Aug. 1633 an den Landboten, die Zehnten von Kornelimünster zu Ichendorf und Quadrath (Quadrath-Ichendorf, Kr. Bergheim) und den Hof zu Bergheimerdorf (Barheimerdorf) vorsorglich zu beschlagnahmen. Streitig ist eine Schuldverschreibung des Abts von Kornelimünster von 1582: Für einen Kredit von 1000 Goldgulden sind den Appellatinnen 50 Goldgulden als jährliche Erbpacht und die obengenannten Güter und Einkünfte als Pfand verschrieben worden. St. Maria im Kapitol hatte sich bereits 1592 in die Pfandschaften einweisen lassen und klagte vor der 1. Instanz wegen rückständiger Rentenzahlungen auf erneute Einräumung. Demgegenüber erwidert der Appellant, die Schulden seien zumindest nahezu abbezahlt, denn von 1592 - 1610 seien den Appellatinnen überschlägig 1115 köln. Gulden 3 Albus und 11 Heller von seinen Halbleuten geliefert worden.

Aktenzeichen : C 802/1768

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Äbtissin und Kapitel von St. Maria im Kapitol zu Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhardt (Gerhardi) 1634
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eilinck (Eiling) (1636)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül. Kanzler und Räte zu Düsseldorf 1632 - 1633 - 2. RKG 1635 - 1636 (1582 - 1651)
Beweismittel: Berechnung der bis 1610 gezahlten Pensionen (Q 11). Erbkauf/Verschreibung von 1582 (32 - 43). Protokoll des Gerichts zu Bergheim von 1592 betr. Einräumung (125f.). Pachtbrief des Abtes von Kornelimünster von 1591 betr. den Hof zu Bergheimerdorf (156f.). Pachtbrief desselben von 1587 betr. den Zehnten zu Ichendorf (158f.). Roggen- und Haferrechnung von 1592 - 1605 (146f.). Quittungen des Stifts St. Maria im Kapitol über Rentenzahlungen (166f.). Pachtzettel von 1623 (177f.).
Beschreibung: 4,5 cm, 188 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 11, Q 4* fehlt, 28 Beilagen prod. 2. Dez. 1635, 5. Juli 1636, 23. Sept. 1637, 17. April 1638, 10. Juni 1639, 2. Okt. 1641, 3. Feb. 1649, 28. Jan. 1650 und 1. Juni 1651. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 494 S. 122.




1656 - 1662 (1653 - 1656)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Verstoßes gegen die Reichskonstitution, da ein Reichsstand einen anderen Reichsstand oder dessen Untertanen nicht „ad incompetentia exotica tribunalia“ ziehen oder gar gegen ihn vollstrecken lassen dürfe. Beides habe sich die Beklagte zuschulden kommen lassen, indem sie am 3. Sept. 1654 die Gefälle/Renten des Klägers zu Brüssel beschlagnahmen („mit Kummer und Arrest beschlagen“) und denselben vor den Hohen Rat von Brabant laden ließ. Hintergrund des Streites ist eine kaiserliche Verschreibung auf künftige Reichsmittel für die Beklagte und deren Sohn als Entschädigung für die vom verstorbenen Grafen von Nassau-Siegen vorgestreckten Kriegskontributionen. Die Beklagte versucht, den Restbetrag von 4176 Rheinischen Gulden vom Kontingent des Abts zu Kornelimünster einzutreiben.

Aktenzeichen : C 802a/1769

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Ernestina geb. Fürstin von Ligne, Witwe des Grafen Johann von Nassau-Siegen, kaiserl. Feldmarschalls und Obristen
Prokuratoren (Kl.): Lic. Walraff (1656)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Paul Gambs (1656)
Prozeßart: Mandati poenalis de relaxando arresto sine clausula
Instanzen: RKG 1656 - 1662 (1653 - 1656)
Beweismittel: Anweisungsschreiben Kaiser Ferdinands III. von 1653 an Kornelimünster (7 - 9). Schreiben des kaiserl. Rats und Reichspfennigmeisters Hubert Bleyman von 1653 betr. Abschlagszahlungen an die Beklagte und ihren Sohn Johann Franziskus Desideratus, Fürst von Nassau, kaiserl. Kämmerer und Obrist (10f.).
Beschreibung: 18 Bl., lose; 6 Schriftsätze prod. 18. und 20. März 1656. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 495 S. 122.




1661 - 1664 (1221 - 1664)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage dagegen, daß der Schöffenstuhl zu Aachen 1654 die Appellation des Georg Kettenis, Rentmeisters der Deutschordenskommende St. Gillis zu Aachen, als Anwalt des Freiherrn Edmont Gottfried von Bocholtz, Deutschordensritters und Komturs zu Köln, auch Landkomturs der Ballei (Alten-)Biesen, gegen den Abt von Kornelimünster für sich selbst und für Schultheiß und Schöffen zu Eilendorf angenommen hat und 1656 in dieser Sache ein Urteil fällte. Dies verstoße gegen die Reichskonstitution, wonach immediate Reichsstände nur das RKG als Oberrichter haben. Die Beklagten beanspruchen demgegenüber die Obergerichtsbarkeit über Kornelimünster kraft des ihnen durch kaiserliche Privilegien verliehenen „ius resortus sive appellationis“ und weisen eine dementsprechende Matrikel vor. Für Prozesse, die von Kornelimünster ausgingen, sei das RKG daher erst die 3. Instanz. Hintergrund des Jurisdiktionsstreits ist, daß Schultheiß und Schöffen von Eilendorf Vieh des Deutschen Ordens vom Hof Verlautenheide unter Verletzung des Aachener Buschs gen. die Atsch beschlagnahmen ließen, weil dieser eine Erblast der jül. Mai- und Herbstschatzung von 13 1/2 Morgen Benden und Busch, die zum Hof Verlautenheide gehören, schuldig sei. Der Freiherr von Bocholtz bzw. sein Rentmeister und Anwalt behaupteten unter Verweis auf einen Kaufvertrag von 1592, der Hof sei von dieser Steuerlast frei.

Aktenzeichen : C 803/1770

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Schöffenmeister und Schöffen der Stadt Aachen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1661 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Zinck
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh 1664 - Subst.: Lic. Johann Konrad Albrecht
Prozeßart: Mandati poenalis cassatorii et de non ulterius procedendo cum clausula et citatione solita ad docendum et videndum
Instanzen: RKG 1661 - 1664 (1221 - 1664)
Beweismittel: Matrikel mit Städten und Herrschaften, die der Obergerichtsbarkeit von Aachen unterstehen (25f.). Fälle von Appellationen von Kornelimünster nach Aachen 1503 - 1539 (27 - 30). Weitere Fälle (31 - 38). Lateinisches „Privilegium appellationis“ Kaiser Karls IV. von 1356 (39f), Bestätigungsprivilegien Kaiser Karls V. von 1520 (42f) und Maximilians II. von 1566 (44f.). Hauptkaufbrief des Abts Johann von Hammerstein zu Kornelimünster von 1592 sowie 4 dazugehörige Transfixbriefe von 1592, 1595 und 1597 („Währschaft“) (52 - 62). Privilegien Kaiser Ludwigs IV. von 1331 (63 - 66), Kaiser Friedrichs II. von 1221 (67 - 70) und Kaiser Karls IV. von 1376 (71f.). „Certificatio“ von Schultheiß und Schöffen des Hauptgerichts zu Kornelimünster betr. Jurisdiktion von 1664 (85f.).
Beschreibung: 2 cm, 86 Bl., lose; Q 1 - 6, 21 Beilagen prod. 16. März, 10. Juni und 17. Okt. 1664.




1665 - 1751 (1064 - 1668)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Besitz- und Jurisdiktionsstreit um die freie Allodialherrlichkeit und das Dorf Gorsem. Die Beklagten verletzten die Hoheitsrechte („superioritas“) des Klägers, indem sie die Appellation des Wolter Brugmann von ihrem Urteil in Sachen Brugmann ./. Adrian und Johannes Rath und Konsorten an Schultheiß, Mannen von Lehen und Schöffen des freien Hofgerichts von Kornelimünster unterbanden. Der Kläger behauptete, sein Hofgericht sei das Obergericht über das Gericht zu Gorsem, da Kornelimünster 1064 den streitigen Ort durch Tausch vom Bischof von Toul als Allod erworben habe, auch wenn er später als Lehen ausgegeben worden sei. Die Beklagten erwidern, daß Gorsem zur Grafschaft Looz („Lossensis“, Belgien) gehöre und die Lehnsgebühren von den jeweiligen Lehnsinhabern immer an die „aula suprema Curingiana“ entrichtet worden seien. Der Bischof von Lüttich schaltet sich anscheinend als Herr der Grafschaft Looz in den Prozeß ein.

Aktenzeichen : C 804/1771

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Schöffen zu Gorsem (Gorsum) bei St. Truiden (Belgien)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz [1661] 1665 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Zinck
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff (für die Deputierten des Bischofs von Lüttich) 1667 - Subst.: Lic. Bernhard Henningh - Lic. Johann Walraff 1667 - Subst.: Lic. Johann Konrad Albrecht von Lautterburg
Prozeßart: Mandati de parendo superiori et non amplius turbando cum clausula
Instanzen: RKG 1665 - 1751 (1064 - 1668)
Beweismittel: Urkunde König Heinrichs IV. von 1064 über den Gütertausch zwischen Bf. Udo von Toul und Abt Winricus von Kornelimünster (Q 3). Auszüge aus dem Schöffenregister des Gerichts Gorsem von 1535 - 1620 (Q 4 - 7). „Attestatio“ der Schöffen zu Gorsem von 1614 (34f.). „Extractus ex Registro Feudorum nobilis aulae Curingianae“ von 1364 (36f.), 1456 (38f.), 1484 (40f.), 1538 (42) und 1568 (43f.).
Beschreibung: 1 cm, 63 Bl., lose; Q 1 - 8, 19 Beilagen in lateinischer Sprache prod. 4. Feb., 25. Feb. und 4. Nov. 1667, 17. Feb., 24. April und 25. Aug. 1668. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 496 S. 122.




1693 - 1700 (821 - 1700)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anlaß des Jurisdiktionsstreits ist eine dreitägige Haftstrafe des Wilhelm Creutz, der sich als Deputierter einiger Untertanen von Kornelimünster zum Feind nach Luxemburg begeben hat und sich Brandbriefe und andere Vergehen zuschulden kommen ließ. Das ”ius legationis et deputationis“ stehe dem Abt sowie den Mannen von Lehen und Schöffen als Landesverordneten zu. Wilhelm Creutz erhob deswegen eine Injurienklage gegen seinen Landesherrn beim kurkölnischen Offizialat, wo der Prozeß angenommen und ein Urteil gefällt wurde. Dagegen klagt nun Kornelimünster vor dem RKG, denn der Prozeß am Offizialat verstoße gegen das Reichsrecht und die kaiserl. Wahlkapitulationen und bedeute eine jurisdiktionelle Anmaßung des Erzbischofs von Köln über einen anderen unmittelbaren Reichsstand. Der Kläger beansprucht Exemtion. Er sei - teils als regierender Landesherr gem. dem ”Concilium Tridentinum sess. 25 de reform. cap. 11“, teils als Abt und Prälat des Benediktinerordens aufgrund verschiedener Privilegien der Päpste Eugen IV., Clemens V., Benedikt XII. und Sixtus V. - in geistlichen Sachen nur dem päpstlichen Stuhl und dem Legaten ”a latere“ bzw. Apostolischen Nuntius unterstellt. In weltlichen Sachen unterstehe er unmittelbar dem Kaiser bzw. RKG. Der Erzbischof von Köln beansprucht demgegenüber als Metropolit und Ordinarius eine geistliche ”Superiorität“ über die Äbte des Benediktinerordens (z. B. über Siegburg, Brauweiler, St. Pantaleon, Deutz, Mönchengladbach). Die erzbischöfliche Jurisdiktionsgewalt ergäbe sich ferner aus seinem Visitationsrecht und aus dem Treu- und Gehorsamseid des Abts von Kornelimünster nach der kanonischen Wahl eines Erzbischofs. 1693 wird die Abtei Kornelimünster von kurkölnischen Bewaffneten, Wilhelm Creutz und Hermann Cuppers überfallen und die Küche geplündert. Das RKG urteilt 1693, daß der Kläger seinen Exemtionsanspruch an geistlichen Gerichten weiterverfolgen soll, und 1695, daß die Visitation und Exemtion in geistlichen Sachen aus dem ”ius territorialis“, aus dem reichsunmittelbaren Stand, den Regalien oder dem Lehnsrecht fließen. Der Offizial könne sich bzgl. seiner Gerichtsbarkeit am höchsten Gericht als Appellationsinstanz einlassen. 1697 ergeht ein Exekutionsmandat des RKG gegen den Bf. Friedrich Christian von Münster und MarkgrafFriedrich III. von Brandenburg und Herzog von Kleve als Direktorn des Westfälischen Kreises. Sie sollen für die Vollstreckung eines RKG-Urteils sorgen, wonach die durch den Überfall von 1693 entstandenen Schäden dem Kläger ersetzt werden sollen. 1699 ergeht ein weiteres Exekutionsmandat gegen den Pfalzgrafen Johann Wilhelm bei Rhein wegen der Vollstreckung gegen Anna Ganser, die Witwe des am Überfall mitbeteiligten Hermann Cuppers. Der Prozeß des Abts gegen Hermann Cuppers war am Reichshofrat anhängig.

Aktenzeichen : C 806/1773

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Kurkölnischer Offizial Andreas Eschenbrendter, sein Assessor Lic. Causeman zu Köln und Wilhelm Creutz (Kraitz, Creitz) zu (Aachen-)Brand, Untertan von Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1693 und 1699 - Subst.: Dr. Krebs 1693 - Subst.: Lic. Johannes Henricus Flender 1699
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1693 und 1694 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender 1693 - Subst.: Dr. Krebs 1694 - Lic. Franz Peter Jung 1696 - Subst.: Dr. J(ohann) P(hilipp) Pulian - Dr. Gotthart Johann Marquart (für Anna Ganser, Witwe des Hermann Cuppers) 1699 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs - Dr. Johann Ulrich Zeller (für den Markgrafen von Brandenburg) [1688] 1698 - Subst.: Dr. Johann Marx Giesenbier
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii sine clausula cum citatione ad videndum se incidisse in poenam violatae iurisdictonis imperii
Instanzen: RKG 1693 - 1700 (821 - 1700)
Beweismittel: Urkunde des Kaisers Matthias von 1614 (Q 3). RKG-Mandat vom 28. Aug. 1676 in Sachen Wilhelm Ganser und Konsorten sowie Haupt- und Landleute von Kornelimünster ./. kurköln. Offizial und Johann Klubbert (Q 4). Monitorium von 1691 (Q 15). Urkunde Papst Pauls V. von 1617 (Q 17). Urteil des Offizialats von 1692 in Sachen Wilhelm Creitz ./. Abt von Kornelimünster (Q 18). Belehnungsurkunde Kaiser Ferdinands III. für Kornelimünster von 1647, Urkunde des Erzbischofs Maximilian Heinrich von Köln von 1675 (in Q 20f.). Disputation auf einer Versammlung von Bischöfen und Regularen über die Frage, ob und wann ein Ordinarius Jurisdiktionsgewalt hat (Q 22). Eid des Abts von Kornelimünster gegenüber dem Erzbischof von Köln (Q 23). Auszug aus dem ”Librum vicarii generalis Coloniensis“ 1645 - 1690 (Q 24). Urteil des Offizialats von 1676 (Q 26). Visitationsbericht (Q 27). Obligation des Abts und Kapitels zu Kornelimünster und Approbation des Erzbischofs von Köln von 1670 (Q 28). Privileg Kaiser Karls V. von 1541 für Kornelimünster mit inserierten Privilegien Kaiser Ludwigs des Frommen von 821, König Ludwigs des Deutschen von 842 und König Ottos III. von 985 (Q 30). Bestätigungsprivileg Kaiser Leopolds I. von 1677 (Q 31). Urkunde Papst Clemens’ IX. von 1669 für Kornelimünster (Q 33). Eidesformeln (in Q 35). Originales RKG- ”Mandatum ulterius inhibitorium et de amplius non offendendo desuperque cavendo sine clausula“ vom 10. Juni 1693 (Q 44). Originales RKG- ”Mandatum restitutorium sine clausula“ vom 7. Juli 1693 (Q 45). Gedruckte Schriften des Erzbischofs von Köln betr. seine ordentliche Jurisdiktion über die Abtei Kornelimünster mit zahlreichen Dokumenten, u. a. über Wahl von Äbten zu Kornelimünster 1531 und 1534, Huldigung von 1481, Urkunde des Papstes Sixtus IV. von 1480 für Kornelimünster (Q 56f.). Gedruckte Gegendarstellung des Klägers mit zahlreichen Dokumenten, u. a. Schöffenweistum von 1413, hauptvogteilicher Vertrag mit dem Herzog von Jülich 1569, Bierbraugenehmigungen, Urkunde Kaiser Ludwigs des Bayern von 1333, Urkunden der Päpste Innozenz IV., Clemens IV. Innozenz VIII., Innozenz X. und Alexander VIII. für oder betr. Kornelimünster (Q 60). Originales RKG- ”Mandatum de exequendo sine clausula cum commissione“ vom 13. Okt. 1697 mit sämtl. Urteilen (Q 81). Schadensberechnung des Klägers (Q 84). RKG- ”Mandatum de exequendo“ bzw. RKG-Urteil vom 13. Dez. 1699 (II 216 - 218). RKG-(Bei- )Urteile vom 7. Juli 1693, 5. Juli 1695, 25. Okt. 1695, 13. Dez. (Okt. ?) 1697 und 13. Dez. 1699 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 4,5 cm, 205 Bl., gebunden, Q 1 - 55, teilweise stark beschädigt, einige in lateinischer Sprache; Bd. II: 3,5 cm, 220 Bl., gebunden, Q 56 - 84, 86 - 95, Q 85* fehlt, 6 Beilagen prod. 4. Juli 1679, 18. Jan. 1700, 28. April 1700. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 498 S. 122.




1723 - 1743 (1235 - 1743)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage, weil seine Untertanen sich weigern, einen Anteil von 4000 Rtlr. an den Bau- und Reparierungskosten für eine standesgemäße Residenz des Abts zu bezahlen. Der Bau erfordere mehr als 20.000 Rtlr. Die Beklagten erwidern, als Abt müsse der Kläger selbst für Instandhaltung der Abtei aufkommen. Er dürfe in diesem Fall nicht als Landesherr die Unkosten auf sein Land abwälzen. Die Untertanen seien im übrigen ruiniert und könnten die Gelder für den überflüssigen und kostspieligen Staatsbau nicht aufbringen.

Aktenzeichen : C 807/1774

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Hauptleute, Gemeinde und Gemeindeverordnete von Kornelimünster (Namen in Q 8)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Helffrich [1714] 1724 - Lic. Christian Philipp Lang 1740 - Subst.: Lic. Weiskirch
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1724 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert
Prozeßart: Citationis ad audiendum se condemnari ad petitum subsidium
Instanzen: RKG 1723 - 1743 (1235 - 1743)
Beweismittel: RKG-Urteil vom 7. Juli 1674 in Sachen Hauptleute und Gemeinde ./. Abt von Kornelimünster betr. ”Mandatum de cogendis computibus et de exequendo sine clausula“ (Q 4). RKG-Urteil vom 30. Okt. 1722 in Sachen Gemeindeverordnete zu Kornelimünster und Konsorten betr. ”Mandatum de non contraveniendo sententia camerali ...“ (Q 5). Auszug aus den Wahlkapitulationsartikeln des Abts von Kornelimünster (Q 13). Urkunde des Abts Johannes von 1266 mit inserierter Urkunde des Abts Florentius von 1235 (Q 14). RKG-Mandat vom 26. April 1688 in Sachen Abt von Kornelimünster ./. seine Mannen von Lehen, Schöffen und gemeinen Untertanen (Q 18). Auszug aus einem Vergleich von 1714 zwischen dem Abt und seinen aufständischen Untertanen (Q 20). Rechnung von 1697 - 1722 (Q 22). Französische Schreiben betr. Kontribution von 1697 (Q 23, 26).
Beschreibung: 2 cm, 98 Bl., lose; Q 1 - 5, 7 - 27; Q 6 ist ein Plan des Neubaus von 1723 und befindet sich in der Kartensammlung Nr. 6488.




1695 - 1698 (1693 - 1697)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Landfriedensbruchklage. Der beklagte Obrist ist in die Kirche von Kornelimünster eingedrungen und hat den Abt während der Meßfeier verhaftet und gefangen nach Bonn geführt. Dies verstoße gegen das Gemeinrecht, die Reichssatzungen, die Landfriedenskonstitution Kaiser Maximilians I. und den Friedensschluß von Osnabrück. Eine Pön von 2000 Mark lötigen Goldes und der Verlust aller Regalien stehe darauf als Strafe. Der Abt klagt auf Freilassung, Satisfaktion und Schadenersatz. Der Erzbischof von Köln erwidert, er habe den Abt in „ehrbare Sicherheit“ gebracht und von seinem Recht der geistlichen Jurisdiktion Gebrauch gemacht, um den Ungehorsam des Abts zu korrigieren.

Aktenzeichen : C 808/1775

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Erzbischof Joseph Clemens von Köln und Konsorten: (Andreas) Eschenbrenner (Eschenbrendter), Offizial zu Köln, und N. Kirberin, Obrist und Kommandant zu Bonn
Prokuratoren (Kl.): Lic. Konrad Franz Steinhausen [1693] 1695 - Subst.: Dr. Krebs
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Albrecht (1695)
Prozeßart: Citationis super fracta pace publica una cum mandato de relaxando captivo statu imperii nec amplius offendendo sine clausula ...
Instanzen: RKG 1695 - 1698 (1693 - 1697)
Beweismittel: RKG-Urteile vom 7./17. Juli 1693 in Sachen Abt von Kornelimünster ./. Offizial Andreas Eschenbrendter (Q 4) und vom 5./15. Juli 1695 (Q 5; vgl. RKG Nr. 1171 (C 806/1773)). Zwei Schreiben des päpstl. Legaten „a latere“ und Nuntius zu Köln Fabritius von 1695 (Q 12, 14). „Planctus ecclesiae Sancti Cornelii ad Indam super sacrilege sibi subtracto ...“ (Q 11).
Beschreibung: 1 cm, 48 Bl., gelöst; Q 1 - 14. Schriftsätze teils in lateinischer Sprache. Vgl. Helmut Gabel, „Äußerliche Verfolgung und innerliche Rebellion“, in: ZAGV 93 (1986) S. 101ff.




1733 - 1743 (1664 - 1744)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Verweigerung von Steuerzahlungen und Anstiftung der Untertanen zum Aufruhr. Leers wird weiterhin beschuldigt, anzüglich über den Landesherrn geredet zu haben. Leers erwidert, daß seit Jahren immer wieder Unruhen anläßlich der drückenden Steuerforderungen entstünden, da die Untertanen mittlerweile verarmt seien (erwähnt werden vor allem die Steuererheber Brammerts und Bartholomäus Esser, Brammerts Schwiegersohn. Er wirft dem Abt tyrannische Mißherrschaft vor. Der Vorwurf des Aufstands sei nur ein Vorwand, um die Untertanen ihrer wenigen Habseligkeiten zu berauben. Bereits 1725 seien er und andere in Haft genommen und die Güter von angeblichen Rebellen konfisziert worden. Er erhebt Widerklage gegen den Abt. Das RKG urteilt am 20. Dez. 1734, daß die Untersuchung und Bestrafung der eingeklagten Widersetzlichkeiten und Injurien durch ein erstinstanzliches Gericht vorgenommen werden soll, die Beklagten die Gerichtskosten tragen sollen und Leers einen Rechenschaftsbericht über entgegengenommene (Steuer-)Gelder ablegen und inzwischen von seinem Amt als Landesverordneter suspendiert werden soll.

Aktenzeichen : C 809/1776

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Martin Leers, Landesverordneter, und die ihm anhängenden Untertanen von Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Helffrich (1733)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. J. C. M. F. Heeser iunior 1732 und 1733 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prozeßart: Mandati de solvendo indilate collectas legitime impositas ...
Instanzen: RKG 1733 - 1743 (1664 - 1744)
Beweismittel: Auflistung der Schäden der Einwohner von Oberforstbach (Gem. Walheim, Kr. Aachen) von 1730, verursacht durch den Abt und seine Bedienten 1725 (Q 6). Zeugenverhör (Q 10). „Attestatio“ von Schultheiß und Schöffen des Hauptgerichts von Kornelimünster von 1664 (Q 11). Originales RKG- Dekret/Mandat vom 29. Juli 1733 (Q 15). RKG-Urteil vom 7. Juli 1674 in Sachen Hauptleute und Gemeinde von Kornelimünster ./. ihren Abt betr. „Mandatum de cogendis computibus et exequendo sine clausula“ (111f.). Lehnsgedinge von 1733 (Q 19, 22, 24). Hofgeding vom 27. April 1733 (Q 21). Vogtgeding von 1733 (Q 30). Kammerbotenlohnschein (Q 35). Quittungen der Schatzheber von 1735 (Q 42). Rechnung über Steuern von 1735 (Q 44). Hofgeding von 1735 (Q 48). Lehnsgeding von 1735 (Q 51). RKG-Urteil vom 23. März 1735 in Sachen Gemeindeverordnete von Kornelimünster ./. Äbtissin von Burtscheid und Konsorten ./. „Abt von Kornelimünster“ betr. „Mandatum de restituendo bona ablata et donata“ (243f.). Schöffengeding von 1735 (246 - 249). Schriftsätze aus einem Appellationsprozeß der Schöffen und Gemeindeverordneten von Kornelimünster ./. Witwe und Erbengemeinschaft Kreitz sowie den Prälaten von Kornelimünster als „iudicem a quo“ (269 - 291). RKG- Dekret vom 9. März 1735 bzgl. der Widerklage des Martin Leers ./. den Abt (410f.). Waldgeding von 1742 (428f.). RKG-Urteil vom 23. Dez. 1737 in Sachen Honschaft Dorf ./. den Abt von Kornelimünster betr. „Mandatum de exequendo propriam sententiam in rem iudicatam“ (444- 447). Lehnsgeding von 1735 in Sachen J. J. Reifferscheidt ./. Martin Leers (533 - 536). Appellationsinstrument des Martin Leers ./. das Gericht von Kornelimünster von 1735 (540f.). Zwei RKG-Urteile vom 20. Dez. 1734 (602 - 604, beide stark beschädigt).
Beschreibung: 10 cm, 604 Bl., gebunden; Q 1 - 51, 87 Beilagen von 1733 - 1744. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 501 S. 123 sowie RKG 1185 (C 820/1787), 1675 (E 669/1998), 1677 (E 670/1999).




1751
Permalink der Verzeichnungseinheit

Das RKG bestätigt mit Urkunde vom 16. Okt. 1751 einen umfassenden Vergleich vom 11. Feb. 1751 zwischen dem Abt und den Untertanen von Kornelimünster über die Landrechte, Steuern und Steuererhebung, Landgerichts- und Polizeiordnung bzw. Jurisdiktion, den Gemeindewald, das Zehntrecht und andere Abgaben, das Brauwesen, Mühlen sowie Lehns- und Untertanenhuldigung. Die Untertanen erklären sich bereit, eine Landesschuld von 7000 Rtlr. zu übernehmen. Dafür verzichtet der Abt auf die geforderten Summen von 4000 Rtlr. für die Abtei (vgl. RKG 1172 (C 807/1774)) von 2000 Rtlr. für die kaiserliche Einquartierung und auf Prozeßkostenansprüche gegen die Witwe des Martin Leers (vgl. RKG Nr. 1174 C 809/1776)). Die beiden Parteien wollen damit die Prozesse der letzten 100 Jahre beendigen, die zu einer Schuldenlast von 150.000 Rtlr. geführt haben.

Aktenzeichen : C 810/1777

Enthaeltvermerke : Kläger: Abt von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Schöffen, Hauptleute, Deputierte und gemeine Eingesessene des Ländleins Kornelimünster (Namen fol. 90).
Prokuratoren (Kl.): Lic. Jakob Loskant 1751
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1751
Prozeßart: Nicht ersichtlich
Instanzen: RKG 1751
Beweismittel: Vergleichsurkunde vom 16. Okt. 1751 mit den Unterschriften der Untertanen (1 - 61).
Beschreibung: 3 cm, 157 Bl., lose; 9 Schriftsätze. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 502 S. 123.




1652 - 1673 (985 - 1672)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jurisdiktionsstreit um Waldgeding, Schöffengericht und Brüchtenstrafen. Die Kläger werfen dem Abt vor, sein Versprechen bei der Huldigung gegeben, die Wald- und Landrechte, das Mann- und Schöffenweistum und den alten Brauch bewahren zu wollen, indem er im Fall des Heinrich Peltzer wegen Waldfrevels auf der Branderheide eigenmächtig eine Brüchtenstrafe verhängte, die Schöffen absetzte und ihnen den Zugang zur gewöhnlichen Gerichtsstätte verweigerte, und indem er und die Ritterlehnsleute sich widerrechtlich zu „iudices competentes“ erklärten. Der Abt behauptet, als Inhaber der Territorialjurisdiktion stünde ihm das Recht der Ab- und Einsetzung von Justizbeamten, d. h. von Wald-, Wehr- und Brüchtenmeistern, zu. Die Schöffen habe er nicht abgesetzt; vielmehr hätten diese von sich aus kein Gericht gehalten, so daß er zur Benennung neuer Schöffen gezwungen gewesen sei. Mit Urteil vom 6./16. Juli 1655 spricht das RKG den Abt von der Klage bzgl. Heinrich Peltzer frei, verurteilt ihn, die abgesetzten Schöffen wiedereinzusetzen, und erlegt den Klägern wegen der auf der Branderheide verübten „Exzesse“ eine Pön von 20 Mark Silber auf. Die Prozeßkosten sind zu teilen. Die Kläger legten im Prozeß eine Beschwerdeschrift gegen den Abt vor, die außer den erwähnten Jurisdiktionsmißständen auch Steuern und Abgaben betraf, u. a. die Besteuerung der Rittergüter mit Kontributionen, die Erhöhung der Taufgebühr von 2 auf 10 Buschen, die Erhöhung der Bierakzise und den Brachzehnten.

Aktenzeichen : C 811/1778

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster (Kr. Aachen) (Namen in Q 19, 46, 48)
Beklagter: Abt von Kornelimünster und Konsorten: Dekan von St. Adalbert in Aachen, Johann Heinßgen, fiskalischer Anwalt zu Kornelimünster, und sein Substitut Stephan Axer, der Vizemannrichter und die Ritterlehnsleute Lic. Dietherich Speckhewer, Niklas zur Eich, Johann Rickel, Mattheis Reifferscheidt, Heinrich und Wilhelm von Olmussen gen. Mülstroe, Hermann Rembach, Christoph Ventwich, Wilhelm von Weydendorff für Gronau, Johann Wilhelm von Mülstroe für derer von Bylandt, Hans Dietherich Heisterman zu Krauthausen und Leonhart Jordan
Prokuratoren (Kl.): Dr. Konrad Blaufelder 1651 und 1652 - Subst.: Dr. Johann Georg von Gülchen (1652) - Dr. Johann Ulrich Stieber 1654
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1646] 1652 und 1653
Prozeßart: Mandati cum clausula
Instanzen: RKG 1652 - 1673 (985 - 1672)
Beweismittel: Huldigung von 1648 (Q 2). Waldgedinge von 1573 - 1649 betr. Kupfermeister (Q 3f., 41). Beschwerdeschrift der Mannen, Schöffen und Landsmänner an ihren Abt (Q 5). Auszug aus einem Privileg König Ottos III. von 985 (in Q 13). Auszug aus dem Waldbuch oder Waldrecht, Zeugenverhör, Waldgeding betr. Heinrich Peltzer von 1649, Auszug aus dem Lehnsprotokoll von 1649 und Ritterlehnsprotokoll von 1629 (in Q 13). Vertrag von 1569 zwischen Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und Abt Albrecht von Wachtendonk zu Kornelimünster (Q 30). Lehnsgeding von 1583 in Sachen Johann Lintzenich ./. Hans zur Eich (Q 31). Vogtgeding von 1584 in Sachen Johann Lintzenich ./. Jakob Schöll (Q 32). Auszug aus dem Waldbuch (Q 36). Zeugenverhör des Wehrmeisters Johannes Wolter (Q 42). Reversale von Schultheiß und Schöffen von Kornelimünster von 1438 (I 299 - 301). Zeugenverhör (I 305 - 308). Weistum von 1413 (60). Auszug aus dem Schöffenprotokoll von 1650 (Q 61). Rechnungen von 1587 - 1651 (Q 63, sehr beschädigt). Schöffengeding von 1598 (Q 65). Steuerrechnung 1615/16 (Q 66). Beschwerdeschrift der Untertanen (Q 76). Steuerrechnungen von 1594 - 1640 (II 55). Rechnung (u. a. Kontributionen) von 1644 - 1651 (II 135 - 137). RKG- „Mandatum de exequendo uti et procedendo iuxta mandatum de cogendis computibus sine clausula“ vom 30. Mai 1670 in Sachen Hauptleute und gemeine Landleute von Kornelimünster ./. ihren Abt (II 201 - 204). Rechnung von 1652 über Kriegskontributionen (II 212). Rechungen (II 213 - 230). RKG-(Bei- )Urteile vom 4. Juni 1652, 12. Mai 1654, 6. Juli 1655, 30. Okt. 1655 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; I: 6,5 cm, 323 Bl., gebunden, Q 1- 57; Bd. II: 6,5 cm, 374 Bl., gebunden, Q 58 - 86, zahlreiche Beilagen von 1654 - 1672, darunter Schriftsätze und Rechnungen in Sachen Hauptleute und gemeine Landleute von Kornelimünster ./. quoscumque status imperii und in specie Pfalz- Neuburg, z. T. beschädigt. Vgl. RKG 1155 (C 789/1755) und RKG (F 489/1824).




1671 - 1677 (1637 - 1672)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage dagegen, daß das Ritterlehnsgeding die Appellation des ehemaligen Hüttenmeisters Jakob Ostlender gegen die Mannen von Lehen und Schöffen trotz eines am 3. Dez. 1663 rechtskräftig ergangenen Urteils angenommen und in dieser Sache seit 1668 verhandelt hat. Hintergrund des Prozesses ist die Klage Ostlenders, er habe höhere Steuern als andere Untertanen von Kornelimünster zahlen müssen. Nach dreimaliger Revision der Register von 1615 - 1665 haben die Mannen von Lehen und Schöffen sowie Deputierte des Abtes 1663 die Klage abgewiesen und Ostlender zur Zahlung seiner Steuerschuld aufgefordert. Das habe dieser 1663 und 1664 auch getan.

Aktenzeichen : C 812/1779

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Abt von Kornelimünster und Konsorten: seine Ritterlehnsleute, namentlich Johann Wilhelm Mülstroe, Bürgermeister von Aachen, Johann Bertram Roland von Bylandt, Theodor Heistermann, N. Meutten, Bertram Reifferscheid und N. Speckheuer
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johannes Eichrodt (1671)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht [1667] 1671 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prozeßart: Mandati de non procedendo contra rem iudicatam sine, de cassando vero cum clausula
Instanzen: RKG 1671 - 1677 (1637 - 1672)
Beweismittel: Auszug aus RKG-Mandat vom 19. Juli 1650 (Q 5). Akten des Appellationsprozesses des Jakob Ostlender ./. Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster vor dem hochadeligen Ritterlehnsgeding 1666 - 1670 mit Abrechnungen über die Steuerzahlungen Ostlenders von 1637 - 1665 und Prozeßkostenrechnungen (Q 6). RKG-Mandat/Ladung vom 19. Juli 1650 (Q 12, vgl. oben RKG 1176 (C 811/1778)). Zeugenaussage (Q 16).
Beschreibung: 3 cm, 107 Bl., gebunden; Q 2 - 13, 15 - 17, Q 1* und 14* fehlen. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 504 S. 123.




1793 - 1797 (1470 - 1794)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage, weil der Beklagte sich die Gewalt anmaßt, einseitig Gesetze zu geben oder zu interpretieren, das Landgericht in der Ausübung seiner Jurisdiktion und Urteilsvollstreckung gegen die abteiliche Mahlmühle stört und den Gebrauch von öffentlichen Geldern („aerarium publicum“) untersagt. Das RKG verurteilt den Beklagten am 11. April 1794 zur Abschaffung dieser Klagepunkte. Hintergrund des Prozesses ist der seit 18 Jahren zunehmende Kornwucher in Kornelimünster, der dazu führte, daß das Brot in Kornelimünster um 4 - 6 Bauschen (ca. 1 1/2 Kreuzer) teurer als im benachbarten Eupen war, obgleich das Korn aus dem Herzogtum Jülich durch das Land von Kornelimünster nach Eupen transportiert wurde und somit wegen der Frachtkosten dort teurer sein mußte. Ursache der Brotverteuerung war der dreifache Verkauf des Korns (vom Landmann an den Korntreiber, von diesem an den Müller, vom Müller an den Bäcker), ehe es an den Verbraucher gelangte. Insbesondere der Müller Peter Niessen unterhielt einen regen Kornhandel. Am 3. Juli 1789 wurde ihm bei Strafe von 20 Rtlr. fürjedes Malter Feldfrüchte (außer Gerste) verboten vom Korntreiber Korn zu kaufen. Als Niessen dieses, zum Polizeigesetz gewordene Dekret umging, wurde er vom Landgericht zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt, die er verweigerte. Die ihm nun drohende „Exekution“ untersagte der Administrator der Abtei, da es sich um eine abteiliche Mühle handelte. Er drohte sogar mit der Suspendierung der Schöffen und beabsichtigte, deren Urteil durch seinen „Kabinetsmachtspruch“ abzuändern. Die Kläger drängen das RKG zu einer schnellen Entscheidung, da Tumulte in der Bevölkerung zu befürchten seien.

Aktenzeichen : C 813/1780

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen, Schöffen und Gemeindeverordnete von Kornelimünster (Kr. Aachen) (Namen in Q 56)
Beklagter: Karl Kaspar Freiherr von der Horst zu Boisdorf, Administrator des Reichsstifts zu Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Jakob Dietrich von Bostell 1793 - Subst.: Lic. Johann August Buchholtz
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jakob Loßhandt [1780] 1793 - Subst.: Lic. Gabriel Niderer
Prozeßart: Mandati de sibi privative non arrogando potestatem legum ferendarum aut interpretandarum ...
Instanzen: RKG 1793 - 1797 (1470 - 1794)
Beweismittel: Dekret vom 3. Juli 1789 (in Q 3). Auszug aus dem vom RKG am 19. Juli 1751 bestätigten Vergleich zwischen Abt und Untertanen von Kornelimünster (Q 6, 12, vgl. RKG 1175 (C 810/1777)). 3 juristische Gutachten von 1789 (Q 10). Auszug aus dem kornelimünsterischen Bann und Fried (Q 13). Auszüge aus Protokollen über gerichtliche Untersuchungen in der Mahlmühle 1778 und 1764 (Q 14f.). Auszug aus dem Vergleich vom 29. Dez. 1714 zwischen dem Abt und seinen Schöffen, Deputierten und gemeinen Eingesessenen (Q 16). RKG-Urteil vom 6. Juli 1655 (Q 18, vgl. RKG 1176 C 811/1778)). RKG-Mandat vom 15. Dez. 1790 (Q 20). Gegenbericht des Administrators samt Beilagen, u. a. Zeugenverhöre (Q 23). Weistum von 1470 (Q 36). Auszug aus dem Waldbuch von 1477 (Q 37). Landesversammlung von 1785 zur Bestimmung der Grundlagen einer neuen Landesverordnung (Q 39). Auszüge aus den Landesrepartitionen von 1789 (Q 43) und 1790 (Q 44). Insinuationsgebühren (Q 57). RKG-Urteil vom 11. April 1794 (Prot.).
Beschreibung: 5,5 cm, 367 Bl., lose; Q 1 - 61. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 505 S. 123.




1668 - 1669 (1636 - 1669)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen ein Dekret des Abts vom 22. März 1668, wonach die Appellanten zeit ihres Schöffen- und Lehnsitzes (von 1633 an) bei Strafe von 50 Goldgulden Rechnungen über die Einnahmen von allgemeinen Landsteuern, Schatzungen und Kontributionen, über die Landesobligationen sowie über die Ausgaben anfertigen und diese samt den Haupt- und Heberegistern dem Prälaten, dem Prior und den Kirchmeistern vorlegen sollen. Beginnen sollen damit die ältesten Schöffen, namentlich Nellis Oslender, Johann Nyssen und Johann Welters. Die Appellanten meinen, die Rechnungsdarlegung sei die alleinige Pflicht der Schatz- und Steuerheber. Die Appellaten erwidern, die Gemeinde wolle Rechenschaft über die Gelder haben, um Betrug und Korruption zu unterbinden.

Aktenzeichen : C 814/1781

Enthaeltvermerke : Kläger: Schöffen und Mannen von Lehen des Gerichts und Ländleins Kornelimünster (Kr. Aachen) (Namen in Q 7, 9).
Beklagter: Wilhelm Brammert zu Brand (Aachen) und Konsorten: Stephan Jakob zu Rodenleben und Wilhelm Esser zu Walheim (Kr. Aachen) als Hauptleute und Mandatsträger einiger Untertanen
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Eichrodt 1668 - Subst.: Dr. Johann Georg Vergenius (1668) - Subst.: Dr. (Marx) Giesenbier
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1668 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt zu Kornelimünster 1668 - 2. RKG 1668 - 1669 (1636 - 1669)
Beweismittel: Gerichtlich abgelegte Rechnungen von 1587 - 1667 (Q 5). Auszug aus einer Replik in Sachen Kornelimünster ./. Pfalz-Neuburg und Konsorten betr. „Mandatum cassatorium et inhibitorium“ (Q 12). Rechnung von 1659 (Q 14). Auszug aus einem RKG-Urteil vom 30. Okt. 1655 in entschiedener Sache der Mannen von Lehen und Schöffen ./. ihren Abt (57). Obligation von 1636 über 150 Rtlr., die der Küchenmeister Heinrich von Zweibrüggen für Schultheiß, Mannen von Lehen und Schöffen vorgestreckt hat (67). Obligation von 1638 (68f.). RKG- „Mandatum de cogendis computibus sine clausula“ vom 5. Jan. 1669 in Sachen Hauptleute und gemeine Untertanen von Kornelimünster ./. ihren Abt sowie Prior, Ökonom und Kapitulare (79f.).
Beschreibung: 2 cm, 100 Bl., lose; Q 1 - 14, 16 - 20, 22 - 23, Q 15* und 21* fehlen, 11 Beilagen prod. 27. Jan., 1. März, 30. April und 7. Juni 1669. Der Prozeß enthält eine Q 7 (Supplik „pro Mandato poenali restitutorio, cassatorio et inhibitorio nec non de manutenendo et non contraveniendo pactis, conventionibus, consuetudinibus aliisque iuribus patriae ...“ in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen und des ganzen Landmanns zu Kornelimünster ./. Abt oder Pfalz-Neuburg und Konsorten) prod. 16. Sept. 1667 und eine Q 64 (Gegenbericht in Sachen Prälat zu Kornelimünster ./. Mannen und Schöffen betr. Supplik „pro Mandato poenali restitutorio ...“) prod. 6. April 1668, die möglicherweise zu RKG Nr. 1159 (C 793/1759) gehören, jedoch nicht eindeutig einem anderen Prozeß zuzuordnen sind. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 506 S. 123.




1676 - 1680 (1676 - 1678)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage von Wilhelm Ostlenders Erben, seinen Söhnen Hermann, Wilhelm und Johannes Ostlender sowie Bernardus Schöll und Krein Kreins, daß Jakob Ostlender sie im Appellationsprozeß der Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster gegen sie unterstützen solle. Hintergrund des Streits ist ein Kredit von 400 Rtlr., den Jakob Ostlender vom Aachener Kaufmann Paul von Thenen aufgenommen hat. Gegen eine Obligation vom 26. Jan. 1665 hat Jakob Ostlender die 400 Rtlr. Wilhelm Ostlender überlassen, der sie wiederum den Mannen von Lehen und Schöffen vorstreckte. Da Jakob Ostlender an Paul von Thenens Erben Zinsen zahlen mußte, ohne im Besitz des Kapitals zu sein, beantragte er nach Wilhelms Tod gemäß dem Kummerrecht Einweisung in die beweglichen und unbeweglichen Güter von Wilhelms Erben und erhielt am 8. Mai 1675 ein Exekutionsdekret des Abts von Kornelimünster. Die Erben erwidern, daß sie die 400 Rtlr. nicht an Jakob Ostlender zurückzahlen könnten, weil die Mannen von Lehen und Schöffen den Kredit an sie nicht zurückerstatteten. Es sei daher in Jakob Ostlenders Interesse, sich ihrem Prozeß anzuschließen.

Aktenzeichen : C 815/1782

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen und Schöffen zu Kornelimünster, nun Wilhelm Ostlenders Erben zu Kornelimünster
Beklagter: Wilhelm Ostlenders Erben, nun Jakob Ostlender zu Aachen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Paul Fuchs 1678 - Subst.: Dr. Johann Hermann Schaffer - Lic. Johann Eichrodt 1676 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christian Wilhelm Ditmar 1676 - Subst.: Dr. Hoegelen - Dr. Johann Hermann Schaffer 1677 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs
Prozeßart: Citationis ad assistendum liti
Instanzen: RKG 1676 - 1680 (1676 - 1678)
Beschreibung: 27 Bl., lose; Q 1 - 9. Vgl. RKG 1181 (C 816/1783) sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 507 S. 123.




1676 - 1680 (1664 - 1678)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 15. Mai 1675, wonach die nunmehrigen Appellanten Wilhelm Ostlenders Erben schadlos halten, d. h. 400 Rtlr. samt Zinsen an sie auszahlen sollen. Die Verurteilung erfolgte aufgrund einer von den Lehnsleuten und Schöffen unterschriebenen Obligation vom 31. Jan. 1665, aus der hervorgeht, daß diese namens sämtlicher Untertanen von Kornelimünster zur Finanzierung eines Prozesses gegen den Abt von Kornelimünster wegen der Buschgerechtigkeit bzw. Gemeindewälder 400 Rtlr. zu je 56 Aachener Mark beim Aachener Kaufmann Paul von Thenen (Thienen) am 26. Jan. 1665 aufgenommen haben und daß ferner sich Jakob Ostlender, Bürger zu Aachen, dem Paul von Thenen und der ehemalige Lehnsmann Wilhelm Ostlender dem Jakob Ostlender - allerdings unter der Bedingung, daß seine Frau Anna Ganser und seine Kinder schadlos zu halten sind - für diese Summe verschrieben haben. Als nun Jakob Ostlender die Erben des Wilhelm Ostlender auf Rückzahlung der 400 Rtlr. samt Zinsen verklagte, stellten diese ihrerseits erfolgreich Regreßansprüche an die Lehnsleute und Schöffen. Die Letztgenannten appellieren an das RKG, weil sie nur eine Nachbürgschaft eingegangen wären. Die eigentlichen Schuldner seien die Untertanen und Honschaften von Kornelimünster.

Aktenzeichen : C 816/1783

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen und Schöffen von Kornelimünster (Kr. Aachen) (namentlich in Q 2, 5, 7), (Bekl.)
Beklagter: Wilhelm Ostlenders Erben: seine Söhne Hermann, Wilhelm und Johannes Ostlender sowie seine Schwiegersöhne Bernardus Schöll und Krein (Quirin) Kreins zu Kornelimünster, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Wilhelm Ditmar 1675 - Subst.: Dr. Johann Eucharius Senger
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johannes Eichrodt 1676 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt von Kornelimünster 1670 - 1675 - 2. RKG 1676 - 1680 (1664 - 1678)
Beweismittel: Schadloshaltungsurkunde von 1664 (Q 6). Obligation vom 31. Jan. 1665 (in Q 11). Prozeßkostenrechnung in Sachen Jakob Ostlender ./. Wilhelm Ostlenders Erben von 1677 (in Q 18). Schadensberechnung der Appellaten aufgrund von Quittungen von 1665 - 1677 (Q 19).
Beschreibung: 3 cm, 130 Bl., lose; Q 1 - 20. Vgl. RKG 1180 (C 815/1782) sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 508 S. 123.




1695 - 1696 (1694 - 1696)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 28. Juni 1694, wonach die nunmehrigen Appellanten an Johann Philipp von Münster Zinsen zahlen und ihm die mit dem Prozeß verbundenen Unkosten erstatten sollen. Die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, daß die Pensionsansprüche des jetzigen Appellaten umstritten sind. Der verstorbene Rittmeister Johann Andries Kerriß gewährte in verschiedenen Jahren (1660, 1662 und 1667) dem Land Kornelimünster einen Kredit von 5000 Rtlr., zu 5 % verzinst. Um seine Hinterlassenschaft entstand zwischen Johann Philipp von Münster und dem General Freiherr M. Leopold von der Beeck ein Rechtsstreit, in dessen Verlauf von der Beeck seinen Kontrahenten 1689 zu Köln in Haft nehmen ließ. Von Münster erwirkte am RKG mit einem „Mandatum de non via facti sed iuris procedendo“ vom 27. Feb. 1690 seine Freilassung, jedoch unter der Bedingung, daß er nichts entfremde oder fortschaffe. Auf eine schriftliche Warnung des Generals von der Beeck hin belegten die Appellanten die streitigen Güter mit einer „Prohibitio de non alienando vel aggravando“ und wurden deswegen von Johann Philipp von Münster vor der 1. Instanz verklagt.

Aktenzeichen : C 817/1784

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen, Schöffen und gemeine Landleute zu Kornelimünster (Kr. Aachen) (Namen fol. 27), (Bekl.)
Beklagter: Johann Philipp von Münster, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Gotthard Johann Marquardt 1698 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt von Kornelimünster (1694) - 2. RKG 1695 - 1696 (1694 - 1696)
Beweismittel: Urteil vom 28. Juni 1694 (17f.). Verschiedene Rechnungen von 1668 - 1694 (32 - 41).
Beschreibung: 1 cm, 41 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 8 Schriftsätze prod. 27. Mai 1695 und 20. Jan. 1696. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 509 S. 124.




1695 - 1698 (1413 - 1695)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 11. Sept. 1694, durch das der Abt den Kaufvertag zwischen Wilhelm Gisbert und den Nachbarn zu Krauthausen bestätigte, ohne den Protest der nunmehrigen Appellanten zu beachten. Der Kaufvertrag bzw. die Erbung sei jedoch ungültig, weil die Mannen von Lehen und Schöffen weder zur Besichtigung des zu verkaufenden Landes noch zu den Preisverhandlungen, noch zur Erbung herangezogen worden seien, obgleich dies gemäß dem Landweistum von 1413 und dem jül.-kornelimünsterischen Vertrag von 1569 hätte der Fall sein müssen. So sei es geschehen, daß die Krauthausener (5 - 6 Häuser) fremdes Gut, nämlich das der Honschaft (Hundtschaft) Breinig (Gem. Kornelimünster), und dazu noch unter Wert (12 Rtlr. statt 39 Rtlr. für 1 Morgen) verkauft hätten. Sie schädigten die Gemeinheit, indem sie dadurch die Landsteuer minderten und ferner den Verkaufserlös nicht herausgäben.

Aktenzeichen : C 818/1785

Enthaeltvermerke : Kläger: Mannen von Lehen, Schöffen und gemeine Landleute zu Kornelimünster (Kr. Aachen) (Namen in Q 9, 10), (Kl.)
Beklagter: Wilhelm Gisbert zu Zweifall (bei Monschau) und Nachbarn zu Krauthausen (Gem. Brand, Kr. Aachen), namentlich Michael Soldierer, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Gotthard Johann Marquardt 1695 - Subst: Dr. Johann Ulrich von Gülchen
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Abt von Kornelimünster (1694) - 2. RKG 1695 - 1698 (1413 - 1695)
Beweismittel: Weistum von 1413 in Urkunden von 1459 (Q 5). Auszug aus einem Vertrag zwischen Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und Abt Albrecht von Wachtendonk zu Kornelimünster von 1569 (Q 6). RKG-(Bei- )Urteil vom 3. April 1696 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 30 Bl., lose; Q 1 - 10. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 510 S. 124.




1669 - 1751 (1564 - 1676)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Rechnungsdarlegung über jegliche Landsteuer, Schatzung, aufgenommene Landeskredite und öffentliche Ausgaben, Führung eines detaillierten Hauptregisters und Mitbeteiligung an Steuerausschreibungen, um Ungleichheiten zu vermeiden. Das RKG urteilt am 14. März 1673, daß die Mannen von Lehen und Schöffen zu den Landsteuern herangezogen werden und ein stärkeres Mitbewilligungsrecht als bisher haben sollen. Im Urteil vom 7. Juli 1674 führt das RKG bzgl. der Landsteuern näher aus, daß die Kläger zur Entrichtung gebührender Schatzungen des Landesherrn (landesherrliches „ius collectandi“) verpflichtet sind, die Landsteuer von den Mannen von Lehen, Schöffen und verordneten Gemeindeleuten nach der Proportion eines jeden Vermögens umgelegt werden sol, die Einsammlung der Gelder durch vom Abt eingesetzte, aber zugleich auf die Untertanen mitvereidigte Einnehmer erfolgen soll und die Einnehmerjährlich darüber abrechnen müssen.

Aktenzeichen : C 819/1786

Enthaeltvermerke : Kläger: (Wachtmeister und) Hauptleute sowie Gemeinde zu Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Abt, Prior, „Oeconomus“ und Kapitulare von Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1668 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1671 und 1675 - Subst.: Lic. Stephanus Finck 1671 - Subst.: Dr. Johann Eucharius Senger 1675 - Lic. Stephanus Finck 1674 (für die Lehnsleute und Schöffen) - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin - Dr. Christian Wilhelm Ditmar 1675 (für die Lehnsleute etc.) - Subst.: Dr. Johann Kaspar Mockel
Prozeßart: Mandati de cogendis computibus sine clausula
Instanzen: RKG 1669 - 1751 (1564 - 1676)
Beweismittel: Auszug aus den Visitationsartikeln des päpstl. Nuntius (Q 5). Quittung des Obristlieutenants Balthasar Reinhard Breitschedel 1647 (Q 9). Soll- und Haben- Rechnungen von 1638 - 1667 zumeist über Kredite (Q 10 - 12). RKG-Urteil vom 30. Okt. 1655 in entschiedener Sache der Mannen von Lehen und Schöffen ./. den Abt von Kornelimünster (Q 23). Bericht bzw. „Rationes decidendi“ in Kommissionssachen „Mandati de cogendis computibus sine clausula“ der Wachtmeister und Hauptleute namens der gemeinen Untertanen zu Kornelimünster ./. Mannen von Lehen und Schöffen (Q 25). Einhuldigungs- oder Kapitulationsartikel des Abts von 1662 (Q 33). Rechnungen von 1587 - 1651 (Q 34). Vergleich von 1672 zwischen den Untertanen und dem Abt mit Unterschriften bzw. Handzeichen der Untertanen (Q 39). Verzeichnis von 285 Namen (nach Q 39). Namensverzeichnis der Erben von verstorbenen Lehnsleuten und Schöffen (Q 40). Auszug aus dem Lehnsprotokoll 1564 (Q 44). Zeugenaussagen (Q 45). Vergleich von 1670 zwischen dem Abt und seinen Lehnsleuten, Schöffen, Wachtmeistern und Hauptleuten anläßlich der Einhuldigung über 15 Beschwerdepunkte (Q 46). Zeugenbenennung (Q 57). Namenverzeichnisse (Q 75f.). RKG-(Bei-)Urteile vom 7. Juli 1670, 14. Mai 1673, 7. Juli 1674 (Prot.).
Beschreibung: 6 cm, 283 Bl., lose; Q 1 - 76. Vgl. Helmut Gabel, „Äußerliche Verfolgung und innerliche Rebellion“, in: ZAGV 93 (1986) S. 95.




1721 - 1758 (1569 - 1759)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Einhaltung des RKG-Urteils vom 7. Juli 1674, wonach die Steuerempfänger den Hauptleuten und der Gemeinde einen Eid leisten und jährlich Rechnung darlegen müssen. Ferner Klage auf Herausgabe von Rechnungen, Quittungen, Belegen, Haupt- und Heberegister, Obligationen und Verschreibungen, kurz aller Landesdokumente, durch die Mannen von Lehen und Schöffen an die Kläger, um eine „Erforschung des status patriae“ zu ermöglichen. Schließlich Klage gegen die Erben des Landempfängers Adam Brammerts, weil die Rechnungsdarlegung über seine Amtszeit immer noch nicht vollständig, insbesondere ohne Belege, ist. Das RKG ordnet am 16. Juli 1723 an, daß ein Inventar über alle Landesdokumente in dreifacher Ausfertigung für den Abt als Landesherrn, für die Mannen von Lehen und für die Gerichtsschöffen angefertigt werden soll. 1724 verweigerten die Kläger die jährlichen Schatzzahlungen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Das RKG urteilt am 24. Nov. 1724, daß (1) die Mannen von Lehen ihre schriftlichen Dokumente in Haupt- und Landgerichtssachen gemeinsam mit den Dokumenten der Schöffen aufbewahren dürfen und die anderslautende Provisionalverordnung vom 16. Juli 1723 nunmehr aufzuheben ist, aber die Dokumente des ohne Mitwirkung der Mannen von Lehen verhandelnden Schöffengerichts und die Dokumente des ohne Mitwirkung der Schöffen verhandelnden Manngerichts getrennt aufzubewahren sind; (2) die gemeinsamen Landesdokumente durch die dazu bestellten Kommissare weiter inventarisiert werden sollen; (3) die Streitsache des vom Abt veranlaßten Verkaufs von Gemeindegrund sowie der Ein- und Absetzung der Schatzheber an den gehörigen Ort verwiesen werden soll und die Kläger bis zur Entscheidung in dieser Sache die vorherigen Schatzheber im Amt lassen sollen. Unter anderem werden die Kläger durch dieses Urteil ermahnt, den Empfang der ausgeschriebenen Schatzungen den Landempfängern zu überlassen und sich gegenüber dem Abt wie treue Untertanen gebührend zu verhalten. Am 9. Juni 1727 erfolgt ein Urteil der RKG- Kommissare zu den Modalitäten der Rechnungsdarlegung durch die Schatzempfänger.

Aktenzeichen : C 820/1787

Enthaeltvermerke : Kläger: Gemeindeverordnete von Kornelimünster (Kr. Aachen), seit 1721 auch einige mitbetroffene Mannen von Lehen und Schöffen des Land- und Hauptgerichts von Kornelimünster (namentlich in Q 29)
Beklagter: Abt von Kornelimünster und Konsorten: Mannen von Lehen (Namen in Q 25), Schöffen, Gerichtsleute, die zeitweilig Steuern erhoben haben, Adam Brammerts Erben, namentlich seine Witwe Maria Minderjahn und sein Sohn Franz Arnold Brammert, und Landempfänger Bartholomäus Esser, Adam Brammerts Schwiegersohn
Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1720 - Subst.: Dr. Cornelius Lindheimer - Lic. J. C. M. J. Heeser iunior 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff - Lic. Johann Paul Besserer 1757 - Subst.: Lic. Johann Jakob Ernst Pfeiffer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung 1720 - Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft - Lic.. Johann Konrad Helffrich [1714] 1721 - Subst.: Lic. C. C. Dimpffel - Dr. Georg Melchior Hofmann 1721 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Hofmann - Lic. Jakob Loskant 1750 - Subst.: Lic. Everhard de Blavier
Prozeßart: Mandati de non contraveniendo sententiae camerali, sed iuxta eius tenorem procedendo ac rationes in continenti reddendo respective sine et cum clausula
Instanzen: RKG 1721 - 1758 (1569 - 1759)
Beweismittel: Untersuchung von Adam Brammerts Rechnung von 1713 (Q 6). Auszug aus der Interimsordnung des Abts Johann Diethrich von Hoen betr. Landschatzung in Kornelimünster von 1676 (in Q 11). Untersuchung von Schatzheberrrechnungen von 1717 (in Q 27). Lehnseid (Q 51). RKG- „Mandatum de non contraveniendo rebus iudicatis sine, de acquiescendo, desistendo, tollendo omnia in contrarium facta, nec amplius attendando desuperque cavendo vero cum clausula“ vom 26. April 1688 in Sachen Abt von Kornelimünster ./. Mannen von Lehen, Schöffen und gemeine Untertanen (Q 55). Proklamation des Abts Bertrand Goswin von Gevertzhaen von 1691 betr. Dienst der Landempfänger (Q 56). Auszug aus dem Vergleich zwischen dem Abt einerseits und Mannen von Lehen, Schöffen und gemeinen Untertanen von Kornelimünster andererseits von 1714 (Q 58). Klausel aus dem Vertrag zwischen dem Abt von Kornelimünster und dem Herzog von Jülich von 1569 (Q 81). RKG- (Bei-)Urteil vom 16. Juli 1723 (Q 85). Zeichnung einer Eichentruhe mit zwei Schlössern und zwei Fächern mit den Aufschriften „Schöffengericht“ und „Manngericht“ für die separate Aufbewahrung von Dokumenten (Q 89). „Landvroge“ des Ländleins Kornelimünster (Q 92). Auszug aus dem „Protocollum iudiciale Mann von Lehen und Schöffen“ (Lehnsgedingbuch) von 1660 - 1697 (Q 125). Auszug aus einem Vertrag zwischen dem Abt von Kornelimünster und seinen Untertanen von 1714 (Q 128). RKG-Urteil vom 24. Nov. 1724 (Q 140). Abrechnung des Landempfängers Bartholomäus Esser von 1720 - 1722 (Q 179). „Repartition“, vor dem Amtmann, den Mannen von Lehen, Schöffen und Gemeindeverordneten 1725 eingereicht (Q 202). Urteil von Bürgermeister und Schöffen der Reichsstadt Aachen als RKG-Kommissare vom 9. Juni 1727 in den delegierten Liquidationssachen der Gemeindeverordneten ./. Adam Brammerts Erben (Q 215). RKG-Urteil vom 26. Mai 1730 (Q 222). Inventarisierung von Landesdokumenten (Q 263). Auflistung der von Martin Leers aufgenommenen Kapitalien von 1719 - 1733 (Q 265). Abrechnung des Landempfängers Bartholomäus Esser (Q 272). Weitere Rechnungen (Q 273, Q 281). RKG-Urteil vom 9. Juni 1727 in delegierten Liquidationssachen der Gemeindeverordneten ./. Erben des Landempfängers Adam Brammerts (in Q 289). Auflistungen der Schatzungen zur Amtszeit des Bartholomäus Esser und seiner Steuereinnahmen von 1714 - 1744 (Q 294). RKG-Urteil vom 26. Mai 1730 (Q 300). Verzeichnis des Steueraufkommens der Honschaft Kornelimünster (Q 307f., Q 314). Vergleich von 1751 zwischen dem Abt und den Untertanen von Kornelimünster mit zahlreichen Unterschriften (Q 312).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 10 cm, 472 Bl., lose, Q 1 - 100; Bd. II: 13 cm, 473-1134 Bl., lose, Q 101 - 246, 262 - 300, es fehlen Q 141 und 143; Bd. III: 11 cm, 1135-1699 Bl., lose, Q 301 - 318, zahlreiche, teils fragmentarische Beilagen von 1721 - 1759. Vgl. insbesondere RKG 1184 (C 819/1786).




1748 - 1761 (1655 - 1758)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen verschiedene Dekrete des Abts von Feb.- Mai 1745, wonach Bartholomäus Esser alle Gerichts- und Landprotokolle, Waldbücher und Waldbrüchtenprotokolle herausgeben sollte und diejenigen Förster, die - so die Begründung der Vorinstanz - dem Waldbuch und der Buschordnung zuwider zugleich Fuhrleute oder Branntweinbrenner sind, ohne Anhörung und Verteidigung aus dem Dienst entlassen wurden. Ferner Klage dagegen, daß nach Einreichung der Appellation weitere „Attentata“ des Abts erfolgten, z. B. Amtsenthebung des Schultheißen Minderjahn und des Wehrmeisters Esser, Suspendierung der Mannen von Lehen und Schatzheber Matthias Beck und Wilhelm Boshammer von ihren Gerichtsstellen und Belegung der Appellanten mit Brüchtenstrafen zwischen 25 und 50 Goldgulden. Die Appellanten werfen dem Abt Justizmißbrauch, unerlaubte Eingriffe in die Wehrmeisterei sowie in das Haupt- und Landgericht und Beeinflussung durch schlechte Ratgeber, insbesondere durch seinen Advokaten und Sekretär, vor. Sie beklagen die Bedrohungen, Nachstellungen und Befehdungen, denen sie ausgesetzt seien, und befürchten, daß man sie um „Ehr und Gut“ bringen wolle. Die gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen beruhten aufDenunziationen und Zwangsanwerbungen von Mitklägern. Der Abt beschuldigt die appellierenden Beamten verschiedener Vergehen im Amt, u. a. bemängelt er die Parteilichkeit des Wehrmeisters und die Rechnungsdarlegung der Schatzheber. Der Streitfall wird auch vor das Reichshofrat, die Römische Kurie und den Nuntius zu Köln getragen.

Aktenzeichen : C 821/1788

Enthaeltvermerke : Kläger: Schultheiß Johann Theodor Minderjahn, Landempfänger und Wehrmeister, Bartholomäus Esser (Schwiegervater des Vorgenannten), Landwachtmeister Wilhelm Ruland, der Breiniger Hauptmann Johann Ostlender sowie Schatzheber und Förster, namentlich Johann Büchel, Mattheis Beck, Johann Ganser, Johann Brann, Johann Freins, Johann Fluck und Wilhelm Boshammer, Mann von Lehen, zu Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Abt und Kapitulare zu Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1748 - Subst.: Lic. J(akob) Loskan(dt) 1748
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christian Philipp Lang [1745] 1748 - Subst.: Lic. A. Weiskirch - Subst.: Lic. Johann Werner 1748 - Lic. Jakob Loskant 1750 - Subst.: Lic. Everhard de Blavier
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii, cassatorii et restitutorii in pristinos honores et officia, mulctarumque extortarum et omnis damni ac de lite pendente nihil innovando sine clausula
Instanzen: 1. Abt von Kornelimünster 1745 - 2. RKG 1748 - 1761 (1655 - 1758)
Beweismittel: Lehnsgeding von 1738: Amtseid des Schultheißen Johann Theodor Minderjahn (Q 12). RKG-Ladung vom 4. Sept. 1730 in Appellationssachen Bartholomäus Esser ./. den Abt von Kornelimünster betr. Amtsenthebung (Q 13). Lehnsgeding von 1730 (Q 14). Berechnung von Waldschäden (Q 15). Lehnsgeding vom 22. März 1745 (Q 21). Urteil von 1728 in Sachen gemeine Nachbarn und Eingesessene der Honschaft Dorff (Kr. Aachen) ./. Mattheis Korr und Wehrmeister Bartholomäus Esser (Q 22). Auszug aus dem Waldbuch betr. Befugnisse des Wehrmeisters (Q 23). Auszug aus dem Waldbrüchtenprotokoll von 1716 (Q 24). Waldgeding von 1722 (Q 25). Weinrechnung (Q 28). RKG-Inhibitionsmandat vom 5. April 1746 in Sachen Schultheiß, Wehrmeister und Landempfänger, Schatzheber, Förster, Wachtmeister und Hauptleute ./. den Abt, die Konventualen, den Syndicus und Sekretär (Q 30). Auszug aus dem Waldbuch (Q 71). Kommissionsprotokoll in Sachen fiskalischer Anwalt ./. Wehrmeister und Landempfänger Bartholomäus Esser 1729 mit Zeugenverhör und Rechnung über das Gebälk des Hauses und Lehnsguts Stockem und über Essers Wohnhaus (Q 72). Rechtsgutachten 1745 (Q 76). RKG-Urteil vom 6. Juli 1655 in Sachen Mannen von Lehen und Schöffen ./. den Abt betr. Brüchtenstrafe des Peltzer (Q 77). RKG- Urteil vom 26. Mai 1730 in Sachen Gemeindeverordnete ./. den Abt betr. „decisum mandatum de non contraveniendo sentenciae camerali ...“ (Q 78). Schatzheberrechnungen von 1737/38 (Q 82). RKG-(Bei-)Urteil vom 9. April 1756 (Prot.).
Beschreibung: 10 cm, 610 Bl., lose; Q 1 - 66, 68 - 90, 98 - 106, Q 67*, 91* - 97*, 107 und 108* fehlen, 2 Beilagen prod. 14. Juli 1758. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 513 S. 124.




1768 - 1769 (1767 - 1769)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen Amtsenthebungen und Gewaltverfolgungen durch den Abt, die zur Beeinträchtigung der Kläger in ihren Amtsfunktionen und Diensten führten. Der Abt dekretierte am 1. Sept. 1767 die Entlassung des Landempfängers Balthasar Paderbourg. Dieser sollte die Landeskasse an Philipp Tan (Tau ?) ausliefern. Paderbourg fragte daraufhin das Gericht und die Gemeindeverordneten, ob er die Kasse aushändigen solle, weil er gemäß seinem Eid und gemäß dem vom RKG bestätigten Landesvergleich von 1751 deren Einwilligung dazu einholen mußte. Die Befragten verweigerten die Zustimmung, da ihnen Philipp Tan als Landempfänger nicht vorgestellt worden war und er weder die Kaution gezahlt noch ihnen den Amtseid geleistet hatte. Der Abt faßte dieses Verhalten als Rebellion auf und versuchte, mit Zwangsmitteln seinen neuen Landempfänger durchzusetzen, auch noch, nachdem die Kläger den geistlichen Oberrichter des Abts angerufen hatten und der Visitationskommissar dem Abt Frieden geboten hatte. Die Kläger werfen dem Abt vor, er sei von der Familie Tan so eingenommen, daß er seiner selbst nicht mehr mächtig wäre. Philipp Tans Tochter habe den Kammerdiener des Abts geheiratet. Tan und sein Schwiegersohn möchten, Ämter für die ganze Familie erlangen. Der Abt, der dies bereitwillig mitmache, nehme den Verstoß gegen den Vergleich von 1751 und die Bedrückung seiner Untertanen in Kauf.

Aktenzeichen : C 822/1789

Enthaeltvermerke : Kläger: Landschultheiß, Mannen von Lehen, Schöffen und Gerichtsschreiber sowie Gemeindeverordnete, ferner Wachtmeister Wilhelm Schrouff und Hauptmann Winand Kreitz zu Kornelimünster (Kr. Aachen)
Beklagter: Abt zu Kornelimünster
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Jakob Ernst Pfeiffer 1768 - Subst.: Dr. Konrad Gordian Senter 1768
Prokuratoren (Bekl.): Lic. (Jakob) Loskant (1768)
Prozeßart: Mandati de non turbando neque innovando, sed omnia in statu pristino relinquendo vel in eum restituendo et in forma iuris et non via facti procedendo sine clausula
Instanzen: RKG 1768 - 1769 (1767 - 1769)
Beweismittel: Anordnung des Abts vom 1. Sept. 1767 (Q 4, 11). Friedgebot des geistlichen Visitationskommissars (Q 6). Insinuationsgebühren (Q 18).
Beschreibung: 1,5 cm, 77 Bl., lose; Q 1 - 21. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 514 S. 124.




1786 - 1787 (1751 - 1787)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Schmälerung der „Beholzungs- und Hutsweidgerechtigkeit“ und des Weid- und Schweidgangs der Honschaften im Gemeindewald. Der Administrator verletze damit den Landesvergleich von 1751. Hintergrund des Streits ist ein Kaufvertrag von 1781, durch den der Beklagte dem irischen Grafen Rice 300 Morgen Gemeindewaldungen zur Errichtung einer Pferderennbahn verkaufte. Als ein Jahr später bekannt wurde, daß die Rennbahn um weitere 417 Morgen teils Wald, teils Gemeindegrund erweitert, neue Grenzpfähle gesetzt und neue öffentliche Wege bestimmt werden sollten, protestierten die Honschaften Brand und Walheim sowie Breinig und Büsbach gegen die Verwirklichung des Kaufvertrags. Da ihre Beschwerden erfolglos blieben, erwirkten sie am RKG unter Hinweis auf Gefahr im Verzug ein Mandat, das dem Beklagten das beabsichtigte Fällen von Bäumen verbot und die Wiederherstellung des vorherigen Zustands sowie Schadenersatz und Kautionsleistung auferlegte. Das RKG-Urteil vom 20. Sept. 1687 bekräftigte dieses Mandat. Die Honschaften befürchten bei Realisierung des Rennbahnbaus als Folgen der Waldschädigung eine Verminderung der Viehwirtschaft um die Hälfte, Unbezahlbarkeit der Landesschulden, einen möglichen Zwang zur Emigration für einige Untertanen und die staatliche Förderung von verbotenen Hasardspielen. Sie weisen darauf hin, daß sie die Repräsentanten von 13 Dörfern (Honschaft Walheim 6, Brand 5 und Büsbach 2 Dörfer) seien und somit die Mehrheit der aus insgesamt 17 Dörfern bestehenden Herrschaft Kornelimünster gegen den Waldverkauf sei.

Aktenzeichen : C 823/1790

Enthaeltvermerke : Kläger: Gemeindeverordnete und Deputierte Heinrich Lott und Jakob Giesen namens der Honschaft (Hundtschaft) Brand sowie Heinrich Hunts und Wilhelm Simons namens der Honschaft Walheim (Kr. Aachen)
Beklagter: Administrator der Abtei Kornelimünster (Kr. Aachen)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Jakob Dietrich von Bostell 1786 - Subst.: Lic. Friedrich Ernst Duill
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jakob Loskan(d)t [1780] 1786
Prozeßart: Mandati de non vendendo multo minus caedendo silvas ...
Instanzen: RKG 1786 - 1787 (1751 - 1787)
Beweismittel: „ Lands-Vrog“ von Kornelimünster (Q 7). Auszug aus dem Waldbuch (Q 8). Auszug aus dem Landesvergleich von 1751 (Q 9). Protest der Gemeindeverordneten mit ihren Unterschriften (Q 10). RKG-Dekret von 1784, gerichtet an den Beklagten (Q 13). Umfangreiche Gegenberichte des Beklagten (Q 21, 26). Zahlreiche Unterschriftenlisten und Prozeßkostenrechnung von 1785 (Q 22). Dokumente zur Verhandlung des Streits in Kornelimünster (Q 26). Lohnbescheinigung für den Kammerboten (Q 27). RKG-(Bei-)Urteil vom 31. Okt. 1786, 20. Sept. 1787 (Prot.).
Beschreibung: 4,5 cm, 263 Bl., lose; Q 1 - 29, 4 Beilagen exhibiert 30. Mai und 24. Dez. 1785, 9. und 23. Jan. 1786. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 515 S. 124.




1730 - 1737 (1725 - 1734)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Wiedereinräumung des vollständigen Besitzes an den Breiniger Galmeibergen Schlangenberg, Wolfsgrube und Lintert und auf ungehinderte Verarbeitung, Verkauf und Versilberung des gewonnenen Galmeis und Bleis. Die Kläger gründen ihre Besitzrechte auf einen Vertrag von 1725 zwischen ihnen und dem Abt, durch den dieser Bartholomäus Esser mit 1/4, Minderjahn, Tau und Moll mit 1/4, die drei Ostlender mit weiteren 1/4 belehnt und sich selbst 1/4 und die Zehnten vorbehalten hat. Die Kläger, insbesondere Esser, der mehr als 900 Rtlr. investierte, haben Investitionen zur Errichtung eines teuren Pumpenwerks, das sowohl mit Wasser als auch mit Pferdekraft angetrieben werden kann, vorgenommen, da ohne Pumpe kein neues Galmei mehr gewonnen werden könne. Der Beklagte behauptet, das Galmei sei sehr wohl noch ohne Pumpe zu gewinnen. Die Kläger hätten dieses Argument nur als Vorwand benutzt, um sich in den Besitz eines landesherrlichen Regals zu setzen. Der Vertrag von 1725 sei daher wegen der betrügerischen Absichten seitens der Kläger zu annullieren. Der Abt hatte durch seine Galmeigräber das vorrätige Galmei der Kläger beschlagnahmen und neue Galmeigruben ausheben lassen.

Aktenzeichen : C 824/1791

Enthaeltvermerke : Kläger: Galmeipumpeninteressenten zu Kornelimünster (Kr. Aachen): Wehrmeister Johann Heinrich Minderjahn, Wachtmeisterleutnant und Adjudant Arnold Tan (Tau), die Landempfänger Bartholomäus Esser und Wilhelm, Hermann und Johann Ostlender sowie Pumpenmeister Johann Moll
Beklagter: Abt von Kornelimünster und seine Galmeigräber
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1730 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann iunior
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Andreas Geibel (für die Bergleute) 1731 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz - Lic. J. C. M. J. Heeser iunior 1732 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff
Prozeßart: Mandati de redintegrando commisso spolio et restituendis ablatis metalli fodinis sumptuose quaesitis ...
Instanzen: RKG 1730 - 1737 (1725 - 1734)
Beweismittel: Belehnunsgurkunde von 1725 (Q 5). Lohnbescheinigung für den Kammerboten (Q 14). RKG-(Bei-)Urteile vom 1. Feb. 1731, 16. Juli 1731 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 76 Bl., gebunden; Q 1 - 18, 3 Beilagen. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 516 S. 124f.




1683 (1675 - 1683)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Vollstreckung eines Urteils des Offizials zu Köln vom 9. April 1677 in Appellationssachen der Schwestern Apollonia und Maria delle Xhaille, Töchter des verst. Georg delle Xhaille, gegen Johannes de Cort gen. Curtius, wodurch das Urteil des Offizials zu Lüttich vom 11. Juni 1675 in Sachen Georg delle Xhaille gegen Johannes de Cort bestätigt worden ist. Die Schwestern haben gegen das Urteil des Kölner Offizials an das RKG appelliert.

Aktenzeichen : C 825/1808

Enthaeltvermerke : Kläger: Johannes de Cort (Curt) gen. Curtius, „dominus in Oupeye et Vivegnis“ (Vieux Vignis, Viuegnis, Prov. Lüttich, Belgien)
Beklagter: Offizial zu Köln
Prozeßart: Mandati executorialis cum clausula
Instanzen: RKG 1683 (1675 - 1683)
Beweismittel: Urteil des Offizials zu Lüttich vom 11. Juni 1675 in Sachen Georg delle Xhaille ./. Johannes Curtius (6). Urteil des Offizials zu Köln vom 9. April 1677 in Sachen Apollonia und Maria delle Xhaille, Töchter des verst. Georg delle Xhaille ./. Johannes Curt sive Curtius (6f.).
Beschreibung: 12 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 5 Schriftsätze prod. 21. Nov. 1683 in lateinischer Sprache.




1523 - 1525 (1506 - 1524)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um Renteneinkünfte und „Spenngengüter“ zwischen der Klägerin und ihrem Stiefsohn Hermann, dem Sohn ihres verst. Mannes aus erster Ehe.

Aktenzeichen : C 826/1813

Enthaeltvermerke : Kläger: Dreutgin (Druykina) Corthois (Chortois, Korthois), Witwe des Rutger Jakob gen. Corthois, Bürgerin zu (Nieder-)Wesel, (Bekl.: Rutger Jakob gen. Corthois)
Beklagter: Hermann Corthois (Chortois), Bürger zu Wesel, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Konrad (von) Swappach 1523 - Dr. Jakob Kreill 1523 - Dr. Johann Drach 1523
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich von Leuwesawe (Levessau) von Rostock 1523 - Dr. Konrad von Swapach 1523
Prozeßart: Appellation
Instanzen: 1. Bürgermeister, Schöffen und Rat zu Wesel (sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Dortmund als Verfasser des Urteils) 1508 (?) - 1522 - 2. RKG 1523 - 1525 (1506 - 1524)
Beweismittel: Erbvertrag von 1506 (in Q 12). RKG-(Bei-)Urteile vom 9. Okt. 1523, 7. März 1524 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 13, 3 Beilagen.




1548 - 1549 (1547 - 1549)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Koslarer Busch.

Aktenzeichen : C 845/1863

Enthaeltvermerke : Kläger: Gemeinde zu Koslar (Kr. Jülich)
Beklagter: Wilhelm von Reuschenberg und Konsorten: Johann Mirbach, Johann Geyn von Nierstein (Gem. Koslar) und Geyer, Burggraf zu Engelsdorf (Kr. Jülich)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Nikolaus Buel 1547 - Lic. Mauritius Breunle 1547
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Ziegler 1547
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen des Hauptgerichts Jülich (? - 1547) - 2. RKG 1548 - 1549 (1547 - 1549)
Beschreibung: 7 Bl., gebunden; Prot. ohne Eintragungen, 4 Schriftsätze prod. 7. Dez. 1548 und 20. März 1549. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 518 S. 125.




1627 - 1631 (1625 - 1629)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Injurienklage wegen ungerechtfertigter Inhaftierung und der falschen Anschuldigung der Zauberei.

Aktenzeichen : C 850/1868

Enthaeltvermerke : Kläger: Poncinus Cosson, ehemaliger Prätor zu Malmedy und Rat des Fürsten von Stablo (Stavelot), „maieur et grephuier“ zu Malmedy (Belgien)
Beklagter: Schöffen zu Malmedy und Konsorten: Aegidius Dormael, „procurator generalis Stabulensis“
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Georg Krafft 1627
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Wilhelm (Guillelmus) Fabritius 1627
Prozeßart: Mandati poenalis sine clausula
Instanzen: RKG 1627 - 1631 (1625 - 1629)
Beweismittel: 2 Bescheinigungen von 1620 der Stadt Aachen und des Charles Ernest de Linden, Vizegraf von Dormaal (Dormael) und Gouverneur von Stablo (Stavelot), über den Freispruch des Johann Le Laidt zu Malmedy, Faktor des François Fassin, Handelsmann zu Sedan, von dem Verdacht, falsche Goldgulden in Umlauf gebracht zu haben (Q 7f.). Rechnungen des Poncinus Cosson von 1625/26 (Q 9 - 11). RKG-Urteil vom 28. Sept. 1626 in Sachen Poncinus Cosson ./. Aegidius Dormael, Urteil des Hohen Gerichts zu Malmedy vom 12. April 1625 in Sachen Dormael ./. Cosson sowie RKG- „Mandatum cassatorium et inhibitorium sine et executivum cum clausula“ vom 10. Okt. 1625 in Sachen Cosson ./. Dormael (Q 16). Akten des Prozesses Dormael ./. Cosson (Q 24). RKG-(Bei-)Urteil vom 26. Okt. 1627 und 19. Feb. 1628 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 62 Bl., lose; Q 2 - 11, 15, 16, 19, 22 - 27, Q 1, 12 - 14, 17, 18 und 20 fehlen; 1 Beilage von 1610 in Sachen Abt von Groß-St. Martin in Köln ./. Bommell betr. 1. und 2. Appellation, die nicht zu diesem Prozeß gehört. Schriftsätze in lateinischer und französischer Sprache. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 519 S. 125.




1626 - 1629 (1626 - 1628)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen verschiedener Vergehen, Fehler, Unwissenheit und Ungerechtigkeiten der Beklagten bei der Kriminaljurisdiktion, u. a. Verhaftungen ohne ausreichende Indizien und sorgfältige Prüfung der Anschuldigungen und Denunziationen, Anordnung der Folter, ohne dem Angeklagten Gelegenheit zur Reinigung oder Verteidigung zu geben, Delikte bei der Durchführung der Folter wegen Unkenntnis über die Dauer der Folter und die Grade der 1. und 2. Tortur, so daß eine im übrigen Deutschland unbekannte Barbarei herrsche und selbst robuste Angeklagte die Folter nicht ertragen könnten. Der Kläger verweist auf die Fälle des Leonhard Calixt und Gregor Bonnelance, die der Zauberei beschuldigt worden sind. Er selbst ist auch von Aegidius (de) Dormael des Kapitalverbrechens (Zauberei) angeklagt, aber freigesprochen worden. Unter Berufung auf die Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. fordert er die Verurteilung der Beklagten „ad poenam syndicatus“.

Aktenzeichen : C 851/1869

Enthaeltvermerke : Kläger: Poncinus Cosson, Rat des Bischofs zu Lüttich bzw. des Erzbischofs zu Köln im Fürstentum Stablo (Stavelot, Belgien) und Prätor zu Malmedy (Belgien)
Beklagter: Aegidius (de) Dorma(e)l, Rat und „procurator generalis“, und Konsorten: Johannes Wirotte (Uirotius), Remaclus Huart, Johannes Malaise, Mauritius Harsee, Gasparus (Jasparus) und Johann Anthonius, Schöffen des Hohen Gerichts zu Stablo (Stavelot)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Georg Krafft 1626
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Wilhelm (Guillelmus) Fabritius 1626
Prozeßart: Citationis ad videndum se incidisse in poenam syndicatus
Instanzen: RKG 1626 - 1629 (1626 - 1628)
Beweismittel: In Q 1 und Q 3 Beschreibung von verschiedenen Arten der Folter. RKG-(Bei-)Urteil vom 3. März 1628 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 23 Bl., lose; Q 1 - 5, 1 Beilage prod. 5. Dez. 1628. Schriftsätze in lateinischer und französischer Sprache, teils beschädigt. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 520 S. 125. sowie RKG 1193 (C 850/1868) und 1195 (C 852/1870).




1626 - 1629 (1618 - 1929)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage auf Kassierung einer Appellation in Kriminalsachen, nämlich der Berufung des Dormael von einem Urteil der Schöffen zu Malmedy von 1625 zugunsten des der Zauberei angeklagten Cosson an das nächste Obergericht, den Rat von Stablo. Der Kläger beruft sich auf die Reichskonstitution von 1530 und die Statuten von Stablo. Der Beklagte erhebt Einspruch gegen die Zuständigkeit des RKG, da es sich um eine Kriminalsache handle, verweist auf die Fälle des Crispin Le Laid, des Johannes Le Laid und des Heinrich Walraff, z. T. Verwandte Cossons, in denen eine Appellation möglich war, und wirft dem Kläger vor, sich seiner gerichtlichen Bestrafung entziehen zu wollen. Der Prozeß weitet sich zum Streit über die Strafgerichtsbarkeit zu Stablo- Malmedy aus. Der Kläger fordert die Wiedereinsetzung in seine Würden und Ämter.

Aktenzeichen : C 852/1870

Enthaeltvermerke : Kläger: Poncinus Cosson, Rat des Fürsten zu Stablo (Stavelot, Belgien), Praetor und „actuarius“ zu Malmedy (Belgien)
Beklagter: Lic. Aegidius Dormael zu Lüttich, „procurator generalis“ zu Stablo (Stavelot), bei der Parochialkirche St. Stephan zu Lüttich konstituiert, und Konsorten: Räte und deputierte Kommissare zu Malmedy und des Rats zu Stablo sowie die Schöffen von Malmedy
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Georg Krafft 1625 - Dr. Christoph Stauber(us) 1625
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Wilhelm (Guilhelmus) Fabritius 1625 und 1627
Prozeßart: Mandati cassatorii et inhibitorii sine et executivi cum clausula
Instanzen: RKG 1626 - 1629 (1618 - 1929)
Beweismittel: Urteil der „suprema curia“ von Malmedy von 1625 in Kriminalsachen des Aegidius Dormael ./. Poncinus Cosson betr. Zauberei (Q 4). Auszug aus verschiedenen Rechten und Statuten von Stablo in einer Urkunde des Erzbischofs Ferdinand von Köln von 1618 (Q 5). Gutachten eines „graphiarius“ von 1628 (Q 25). RKG-(Bei-)Urteile vom 28. Sept. 1626, 9. Mai 1627 und 19. Febr. 1628 (Prot.).
Beschreibung: 1,5 cm, 73 Bl., lose; Q 1 - 29, 2 Beilagen von 1626 und exhibiert 6. Feb. 1628. Schriftstücke in lateinischer und französischer Sprache. Vgl. RKG 1193 (C 850/1868) und 1194 (C 851/1869) sowie ZAGV 18 (1896) Nr. 521 S. 125.




1677 - 1681 (1596 - 1680)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ursache des Streits ist eine Hypothek von 8000 Rtlr., die Graf Heinrich Wolrad von Waldeck 1664 bei den Beklagten auf seine Stammgüter zu Engelsdorf (Kr. Jülich) und Kinzweiler (Kr. Aachen) für die Aussteuer seiner Schwester aufgenommen hat. Die Gläubiger sollten jährlich 400 Rtlr. Rente erhalten. Dafür verbürgte sich eidlich der waldeckische Rentmeister Johann Dietherich Cotzhausen mit seinen eigenen Hausgütern. Als nach Heinrich Wolrads kinderlosem Tod im Türkenkrieg von 1665 gemäß einer 1639 geschlossenen Erbvereinigung (Fideikommiß) sein Onkel Feldmarschall Graf Georg Friedrich von Waldeck als nächster Agnat die Familiengüter erbte, stellte dieser die Rentenzahlungen ein. Die nunmehrigen Appellaten verklagten den Rentmeister Cotzhausen auf Einweisung in dessen Hof Winhoff im Gerichtsbezirk von Freialdenhoven und erhielten vor der 1. Instanz Recht. Auch die 2. und 3. Instanz bestätigte das Einräumungsurteil zuungunsten der Appellanten. Diese beriefen sich daraufhin an das RKG. Unter Berufung auf den Fideikommiß von 1639 und das Testament des Grafen Wolrad von Waldeck, seines Vaters, leugnet Graf Georg Friedrich seine Verpflichtungen gegenüber den Appellaten, denn er habe dem Rentenverkauf seines Neffen nicht zugestimmt und für die Aussteuer seiner Nichte selbst 6000 Goldgulden aufgebracht. Die Appellaten erheben Einspruch gegen die Annahme des Prozesses durch das RKG, da gemäß dem „patriae Juliacensis statutum et privilegium“ von 3 konformen Urteilen in Einräumungssachen an 3 Instanzen nicht mehr appelliert werden dürfe, um die Vollstreckung nicht länger hinauszuzögern. Das RKG bestätigt mit Urteil vom 20. Feb. 1680 das vorinstanzliche Urteil.

Aktenzeichen : C 855/1941

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Dietherich von Cotzhausen (Cotzenhausen), ehemaliger Schultheiß und Rentmeister des Intervenienten zu Kinzweiler (Kr. Aachen), und Graf Georg Friedrich von Waldeck, Pyrmont und Culenburg zu Arolsen als Intervenient (voller Titel in Q 4), (Bekl.)
Beklagter: Propst, Dekan und Kapitulare zu St. Andreas in Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Friedrich Plönnies [1671] 1677 - Subst.: Dr. Heinrich Wilhelm Erhard
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh 1677 - Subst.: Dr. Johann Roleman - Lic. Johann Walraff (für den Pfalzgrafen als Herzog von Jülich) [1656] 1678 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz - Dr. Johann Leonhard Schommartz 1680 - Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer
Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii sine clausula
Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen des Gerichts zu Freialdenhoven 1667 - 1674 - 2. Schultheiß und Schöffen des Hauptgerichts Jülich 1674 - 1675 - 3. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1675 - 1677 - 4. RKG 1677 - 1681 (1596 - 1680)
Beweismittel: Urteil der 3. Instanz vom 9. Feb. 1677 (Q 3). Sicherheitseid bzw. Obligation des Cotzhausen 1664 (Q 8). Erbvereinigung bzw. „pactum familiae“ des Grafen Wolrad von Waldeck, seiner Frau Anna geb. Markgräfin zu Baden und Hachberg und seines Sohnes Philipp Theodor von 1639, vidimiert und bestätigt durch Kaiser Ferdinand III. 1641, hier in einer von 4 RKG-Lektoren mit ihren Unterschriften und ihren Siegeln beglaubigten Kopie von 1677 (Q 23). Die verwitwete Gräfin Anna und ihre Söhne, die Grafen Philipp Theodor, Georg Friedrich, Jakob und Wolrad von Waldeck verpflichten sich 1641, das Testament ihres Vaters Wolrad einzuhalten, ebenfalls durch die 4 RKG-Lektoren besiegelte Kopie (Q 24). Edikt des Herzogs Johann Wilhelm von Jülich von 1596 betr. Appellation von Urteilen in Einräumungssachen (Q 27). „Rationes decidendi“ der 3. Instanz (Q 29). Graf Heinrich Wolrad und seine Schwester Amelia Katharina bestätigen 1659 die Erbvereinigung (Q 16f., 105f.). RKG- Urteil vom 20. Feb. 1680 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 3,5 cm, 110 Bl., lose; Q 1 - 15, 17 - 34; Bd. II: 12,5 cm, 747 Bl., gebunden, Q 16.




1713 - 1714 (1681 - 1713)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation von einem Dekret der 1. Instanz vom 5. Mai 1713, das dem Appellanten auferlegte, alle Renten aus der Unterherrschaft Kinzweiler bis zur Abzahlung einer Hypothek von 2000 Rtlr. und den rückständigen Zinsen an die Erben von Weipeler zu bezahlen. Der Appellant vertritt die Auffassung, daß er für die Rückzahlung des Kredites nicht haftbar gemacht werden könne. Er sei zwar der Pächter der Herrschaft Kinzweiler aufgrund mehrerer Admodiationskontrakte mit den Grafen von Waldeck (1681, 1691, 1703), habe aber im Hinblick auf die zu erwartenden Pachteinnahmen noch vor Antritt der Admodiation an die Grafen von Waldeck jeweils 2000 Rtlr. gezahlt, so daß er derzeit selbst Ansprüche auf die streitigen Renten geltend machen könne.

Aktenzeichen : C 856/1942

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Bernhard Cotzhausen (Kotzhausen), Schultheiß und Rentmeister zu Kinzweiler (Kr. Aachen)
Beklagter: Hermann Joseph, Anna Katharina und Antonia Josepha von Weipeler zu Köln, Erben und Kinder des verst. kurfürstl. pfälz. Hofkammerrats von Weipeler
Prokuratoren (Kl.): Dr. Cornelius Lindheimer 1713 - Subst.: Dr. G(eorg) A(ndreas) Geibel 1713
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident, Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1713 - 2. RKG 1713 - 1714 (1681 - 1713)
Beweismittel: Dekret/Mandat vom 5. Mai 1713 (in Q 4). Admodiationsvertrag von 1681 betr. die Herrschaft Kinzweiler mit allem Zubehör und Gerechtigkeiten zwischen Graf Georg Friedrich von Waldeck und Johann Bernhard, dem Sohn des verst. Johann Dietherich Cotzhausen (Q 6). 2. Admodiationsvertrag von 1691 (Q 7). 3. Admodiationsvertrag von 1703 zwischen Ernst Friedrich, Herzog zu Sachsen-Hildburgausen, Jülich, Kleve und Berg, Enkel des Grafen Georg Friedrich von Waldeck, und Johann Bernhard Cotzhausen (Q 8).
Beschreibung: 1,5 cm, 40 Bl., lose; Q 1 - 15.




1737 - 1739 (1731 - 1739)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz, die den nunmehrigen Appellaten als natürlichen Vormund seiner minderjährigen Kinder aus seiner Ehe mit Anna Maria Sybilla von Cotzhausen, der verst. Schwester der Appellanten, anerkannte und ihm das Recht zusprach, die Erbgüter seiner Kinder zu verwalten, es sei denn, die nunmehrigen Appellanten brächten bessere Beweise für seine Verschwendungssucht und die testamentarischen Verfügungen ihrer Eltern im Original bei. Die Appellanten erheben Einspruch, weil dieses Urteil gegen die ausdrücklichen Anweisungen der elterlichen Testamente verstoße und bei der hohen Verschuldung des Appellaten innerhalb eines halben Jahres nichts mehr von dem Erbe der minderjährigen Kinder übrig bliebe.

Aktenzeichen : C 857/1943

Enthaeltvermerke : Kläger: Gebrüder Florenz Peter, Johann Bernhard und Heinrich Wilhelm von Cotzhausen zu Haus Kambach (Cambach) in der Herrschaft Kinzweiler (Kr. Aachen), ihre Schwester Dorothea Lambertina, verheiratet mit Leonhard (de) Brewer zu „Nyssweiler“, und Dr. Peuchen, Advokat an der jül.-berg. Hofkanzlei, als Vormund der minderjährigen Kinder ihrer verstorbenen Schwester Anna Maria Sybilla von Cotzhausen, (Bekl.)
Beklagter: Theodor Wolfgang (von) Cotzhausen, Witwer der Anna Maria Sybilla von Cotzhausen, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1737 - Subst.: Dr. Hofmann
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio, cassatorio et inhibitorio sine clausula
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1736 - 1737 - 2. RKG 1737 - 1739 (1731 - 1739)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz vom 12. Feb. 1737 und Dekret des verordneten Kommissars vom 13. März 1737 (in Q 6). Testament der Eheleute Johann Bernhard von Cotzhausen und Anna Maria von Gangelt, Eltern der Appellanten; testamentarische Verfügung der Anna Maria von Gangelt, verwitwete von Cotzhausen, von 1731; Inventar dern Erbgüter von 1736 (in Q 8). RKG- „Mandatum ulterius revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 24. Jan. 1739 (107 - 109).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2,5 cm, 114 Bl., lose; Q 1- 9, 6 Beilagen, u. a. prod. 17. April 1739; Bd. II: 5,5 cm, 324 Bl., gebunden.




1780 -
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Ölmühle des Appellanten von Cotzhausen zu Epen (s Wittem). Sein Pächter Peter Ernst hat die Ölmühle eigenmächtig in eine Lohmühle umgewandelt. Von Cotzhausen klagte daher an der 1. Instanz auf Räumung der Mühle, da der Pächter wegen „Deterioration“ ihrer verlustig geworden wäre, ließ dessen Mobilien zur Befriedigung seiner Schadenersatzansprüche mit Arrest belegen und wollte bereits am 1. Okt. 1771 Jaspar Philipps als neuen Pächter einsetzen. Der Intervenient Peltzer (Pelser) erwarb 1773 durch Erbtausch die streitige Mühle vom Appellanten. Die 1. Instanz sprach Peter Ernst am 18. Juni 1776 von den Ansprüchen seines Pachtherrn frei und ordnete die Wiedereinräumung der Mühle an. Das Urteil beruhte auf dem Rechtsrat einer unparteiischen Juristenfakultät. Die 2. Instanz bestätigte am 2. Sept. 1778 gemäß dem Rat der Juristenfakultät von Mainz das erstinstanzliche Urteil. Das RKG fällt am 30. Aug. 1782, 17. Juni 1785 und 30. April 1790 Urteile, deren Inhalt unklar bleibt. Peter Ernst befindet sich später im Besitz einer Walkmühle zu Epen.

Aktenzeichen : C 858/1944

Enthaeltvermerke : Kläger: Kurpfälz. Kapitän Johann Bernhard Florenz von Cotzhausen und Reiner Lambert Peltzer, Bürger von Aachen, als Intervenient, (Kl.)
Beklagter: Peter Ernst, Mühlenpächter bzw. -meister zu Epen in der Reichsgrafschaft Wittem (NL, bei Aachen), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. von Bostell (1785)
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Greß (1787)
Prozeßart: Appellationis, nunc (1782 oder 1785) decisae appellationis et restitutionis, nunc (1787) novae restitutionis
Instanzen: 1. Hauptgericht zu Wittem 1771 - 1776 - 2. Schöffenmeister und Schöffen des königl. Stuhls und der Stadt Aachen 1776 - 1778 - 3. RKG 1780 - nach 1794
Beweismittel: Zeugenaussage von 1772 (II 38 - 43), 1773 (II 64 - 66). Pachtverträge betr. Ölmühle des Drossard Cotzhausen namens seines Bruders, des Schultheißen zu Kinzweiler, von 1707, des Bernhard von Cotzhausen zu Kambach (Haus Combach, Cambach) von 1719, der Eheleute Florenz Peter von Cotzhausen und Eva Maria von Crans von 1745 in niederländischer Sprache (II 66 - 67). Erbtausch von 1773 zwischen dem Kapitän von Cotzhausen und Reiner Lambert Peltzer (II 76 - 80). Pachtzettel von 1763 der Eheleute Johann Bernhard Florenz von Cotzhausen und der Anna Maria Florentina für Peter Ernst in niederländischer Sprache (II 136 - 140). Zeugenverhör (II 144 - 165). Schadensberechnung des Peter Ernst (III 546 - 549). Prozeßkosten am Kommissariatsgericht 1782/83 (III 580 - 584). Prozeßkostenrechnung 1771 - 1783 (III 585 - 589). Lesereigebühren (III 590). Auszug aus dem Walkmühlenbuch 1787 - 1798 (III 664).
Beschreibung: Prozeß unvollständig, erhalten, Bd. II: 6,5 cm, Bl. 1 - 372, teils gebunden, Q 3 1 (Priora der 1. und 2. Instanz mit den jeweiligen „Rationes decidendi“ prod.) 21. April 1780; Bd. III: 3 cm, Bl. 517 - 705, gebunden, Q 103 - 131 prod. 17. April 1787 - 18. Juni 1794. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 522 S. 125.




1759 (1685 - 1760)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Anzahl der von den Untertanen zu Setterich abzuleistenden Hand- und Spanndienste und um das von den Appellanten ausschließlich und privat beanspruchte Recht der Bier- und Branntweinbrauerei sowie des Zapfens. Die 1. Instanz reduzierte die geforderten 12 Spanndienste pro Jahr und Pferdemann auf 8 und die geforderten 52 auf nur 26 Handdienste. Für die Verpflichtung der Gemeinde Setterich, in den Benden von Barmen (Kr. Jülich) Heu zu machen und nach Setterich zu transportieren, müßte erst nachgewiesen werden, ob diese Wiesen tatsächlich zum Haus Setterich gehörten. Die Branntweinbrauerei sollte ausschließlich beim Haus Setterich verbleiben. Die Gemeinde sollte jedoch gegen die Zahlung einer Bierakzise das Recht haben, sowohl zum eigenen Konsum als auch zum Bierzapf selbst Bier brauen zu dürfen. Das Revisionsgericht bestätigte dieses Urteil.

Aktenzeichen : C 859/1945

Enthaeltvermerke : Kläger: Verwitwete Freifrau G. M. B. von (de) Coudenhove(n), geb. Freifrau von Reuschenberg zu Setterich, für ihre minderjährigen Kinder und Freiherr von Coudenhove(n) zu Fraiteur, Domherr zu Lüttich, als geborener Vormund für die Kinder seines verst. Bruders, (Kl.)
Beklagter: Die Gemeinde Setterich (Selfkantkr. Geilenkirchen- Heinsberg), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Heinrich Joseph Brack 1759 - Subst.: Lic. Johann Paul Besserer
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (- 1754) - 2. Jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte zu Düsseldorf als Revisionsgericht (1755 - 1757) - 3. RKG 1759 (1685 - 1760)
Beweismittel: Urteil der 1. Instanz vom 23. Dez. 1754 (Q 10). Pachtbrief von 1685, ausgestellt von Freiherr Franz Karl von Frens und Adam Balduin von Weisweiler, Pfalz-Neuburgischem Stadt-Major zu Aachen, als testamentarische Vormünder der minderjährigen Freiherren von und zu Reuschenberg zu Setterich (Q 12). Pachtzettel von 1688 (Q 13). Insinuationsgebühren (Q 15). Urteil der 2. Instanz vom 15. Dez. 1757 (in Q 16). Kautionsschein (Q 17). Zeugenaussage des Franz Wolff, Vogtsherrn zu Setterich (69f.). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 16. Okt. 1759 (72 - 76). Insinuationsgebühren (77). RKG-(Bei-)Urteil vom 14. Sept. 1759 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 77 Bl., lose; Q 1 - 18, 4 Beilagen prod. 21. Jan. 1760. Vgl. ZAGV 18 (1896) Nr. 523 S. 125.




1764 - 1765 (1754 - 1765)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um ein Eisenbergwerk zu Oberkaldenbach (Gem. Engelskirchen, Rhein.-Berg. Kr.) im Amt Steinbach. Der Appellant Couet erhebt Anspruch auf die Nutznießung von einem Neuntel des Eisenwerks, da Jakob Dietherich Litz, kurfürstl. pfälz. Schultheiß im Amt Steinbach, und dessen Frau Helena Wülffing dies testamentarisch ihrer jüngsten Tochter und seiner Frau Ernestina Elisabetha Litz vermacht und als Mitgift vorzeitig übereignet haben. Das fochten die Geschwister der Ernestina Elisabetha nach dem Tod ihrer Eltern an. Couet appelliert gegen den Urteilsspruch der Vorinstanz, die ihm nicht 1/9 von der Ausbeute des Bergwerks, sondern nur die Zinsen davon zubilligte.

Aktenzeichen : C 860/1948

Enthaeltvermerke : Kläger: Lic. J. D. D. Couet, Amtsverwalter der Ämter Barmen und Beyenburg (Stadt Wuppertal), und Lic. E. C. J. Litz als „mandatarius“ für seinen Vater, den Vogt zu Jülich, (Bekl.)
Beklagter: Geheimrat Koch und Hofrat Dr. Bewer zu Düsseldorf als Kurator der minderjährigen Scherer, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1764 - Subst.: Lic. Georg Wilhelm Ludolf
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf (1753 - 1763) - 2. RKG 1764 - 1765 (1754 - 1765)
Beweismittel: Lohnschein des Kammergerichtsboten (Q 10). RKG-(Bei- )Urteil vom 7. Sept., 28. Nov. und 14. Dez. 1764 und 17. Juli 1765 (Prot.).
Beschreibung: 2 cm, 54 Bl., lose; Q 1 - 13.




1672 - 1673 (1646 - 1675)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vormundschaftsstreit. Reiner Courman behauptet, Johann (von) Hutten der Ältere, Vater und Schwiegervater der Appellaten, sei der testamentarische Vormund der minderjährigen Kinder der Eheleute Heinrich Peltzer und Johanna Courman (laut Testament von Johannes Vater Heinrich Courman) und der geborene Mitvormund der Kinder des Appellanten und der Petronella Bannet gewesen, da Johann (von) Hutten der Ältere als Gatte der Katharina Courman deren Onkel war. Hintergrund des Streits sind die Schuldforderungen des Appellanten gegen die Appellaten, die sich aus der Mitvormundschaft des älteren Johann (von) Hutten ergeben. Johann (von) Hutten hat offenbar bei seinem Bankrott von 1662 die in seiner Verwaltung befindlichen Vormundschaftsgüter in Mitleidenschaft gezogen. Der Appellant beansprucht daher Kummerrecht auf die Güter des Johann (von) Hutten in der Herrlichkeit Schönforst. Die 2. Instanz sprach die nunmehrigen Appellaten mangels eindeutiger Beweise für die Vormundschaft frei.

Aktenzeichen : C 862/1961

Enthaeltvermerke : Kläger: Reiner Courman (Reinhard Coirman) zu Aachen für sich und als Vormund seiner mit Petronella Bannet gezeugten Kinder sowie der minderjährigen Kinder des verst. Heinrich Peltzer (Pelser) und der Johanna Courman, (Bekl. ?: Dr. Arnold Courman und sein Vetter Reinhard Courman für sich und als Vormund der minderjährigen Kinder der Eheleute Niklaß Bannet und Mechthild Courman sowie Heinrich Peltzer und Johanna Courman)
Beklagter: Johann (von) Hutten (Huthen) der Jüngere zu Aachen und sein Schwager Gottfried von Wachtendonk zu Aachen, (Kl. ?)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1672 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1672 - Lic. Johann Eichrod 1672
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Schöffengericht zu Aachen (? - 1664) - 2. Pfalz- Neuburgischer Kanzler, Direktor und Kommissare des jül.-berg. Hofgerichts zu Düsseldorf (- 1672) - 3. RKG 1672 - 1673 (1646 - 1675)
Beweismittel: Urteil der 2. Instanz vom 16. Feb. 1672 (Q 4). Rechnungen von 1646 - 1666 (Q 10 - 14, Q 22). RKG-Mandat vom 7. Juli 1673 (47f.). Auszug aus dem Testament des Heinrich Courman (60).
Beschreibung: 1,5 cm, 61 Bl., lose; Q 1 - 22, 10 Beilagen prod. 22. Aug. und 6. Okt. 1673, 19. Jan. und 26. Aug. 1674 und 7. Sept. 1675.




1595 - 1606 (1575 - 1599)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Ablösung einer Schuldverschreibung, in der Grafschaft Horn als Pfand ausgesetzt worden sind und wofür sich Graf Hermann von Neuenahr, der Bruder der Beklagten, mit seinen Grafschaften und Gütern verbürgte. Die Beklagte erhebt Einrede gegen das RKG als 1. Instanz, da sie durch den spanischen Krieg aus ihren Besitzungen vertrieben worden sei und im Reich kein Domizil mehr besitze. Sie behauptet ferner, einem Vertrag ihres Mannes, des Grafen Philipp von Montmorency, nicht zugestimmt zu haben. Sie könne daher von den Klägern nicht belangt werden.

Aktenzeichen : C 865/1974

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach und Bocholtz, fürstl. jül. Stallmeister, für sich und namens seiner Gattin Margarethe von der Lipp gen. Hoen, ferner deren Schwester Veronika von der Lipp gen. Hoen, Töchter des Dietherich von der Lipp gen. Hoen aus dessen 2. Ehe.
Beklagter: Gräfin Walburgis von Neuenahr, Moers und Hoen, Frau zu Bedburg, sowie ihre Rentmeister und Einnehmer im Erzstift Köln und Herzogtum Jülich
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann von Vianden 1595
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Streitter 1595
Prozeßart: Mandati de solvendo cum clausula
Instanzen: RKG 1595 - 1606 (1575 - 1599)
Beweismittel: Urkunden des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers von 1575 (Q 10f.). Beglaubigung von Bürgermeister und Rat der Stadt Maastricht (Q 13).
Beschreibung: 2,5 cm, 82 Bl., lose; Q 1 - 19, 4 Beilagen prod. 9. Feb. 1596.




1603 - 1606 (1603 - 1604)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die Mandate der bischöflichen Zweiundzwanzig zu Lüttich, wonach der zu Aachen inhaftierte Emond von Blitterswick gen. Passart, Lütticher Adeliger, Beamter zu Bilsen, „cubicularius“ des Erzbischofs von Köln und Herr zu Meer, aus der Haft zu entlassen sei. Emond von Blitterswick gen. Passart hat am 3. März 1603 stilo vetere in der Herberge „zu Barben“ bei der „St. Hubertskirche“ zu Lüttich den Floris Hoen von Carthyls erstochen. Die nächsten Verwandten und Freunde des Getöteten haben den Mörder vor dem Schöffenstuhl zu Aachen peinlich angeklagt. Durch allerlei Einreden gegen den Gerichtsstand und Appellationen an das RKG und an den Erzbischof von Köln als Bischof von Lüttich versuchte der Angeklagte den Prozeß zu verhindern.

Aktenzeichen : C 867/1977

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach, fürstl. jül. Stallmeister, und Heinrich Hoen von Carthyls
Beklagter: Die bischöflichen Zweiundzwanzig zu Lüttich (viginti duo electi in provinciis episcopatus Leodiensis)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt 1603 - Dr. Johann Jakob Kölblin 1603 - Dr. Johann Friedrich Haug 1603
Prozeßart: Mandati inhibitorii et cassatorii sine clausula
Instanzen: RKG 1603 - 1606 (1603 - 1604)
Beweismittel: Dekret von Schöffenmeister und Schöffen der Stadt Aachen vom 18. Juli 1603 in Kriminalsachen der Edlen Johann Hoen von Carthyls, Gerhard von dem Busch gen. Moupertin (Moppertingen), Wilhelm von und zu Cortenbach und Heinrich Hoen von Carthyls ./. Emond von Blitterswick gen. Passart (in Q 2). RKG- „Mandatum de non molestando nec impediendo sine clausula“ vom 24. Juli 1603 in Sachen Wilhelm von Cortenbach und Heinrich Hoen von Carthyls ./. Erzbischof von Köln (Q 3). 3 lateinische Mandate der Beklagten von 1603 in Sachen Emond Blitterswick gen. Passart, Herr zu Meer, Drost zu Bilsen und „cubicularius“ des Erzbischofs von Köln ./. Johann Hoen von Carthyls zu Rummen und Boetzelaer, Gerhard von (vor) der Bosch zu Moppertingen und Konsorten (Q 4 - 6). RKG-(Bei-)Urteil vom 16. Nov. 1603 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 8. Vgl. RKG 852 (C 124/293), sowie (C 866/1976) im Stadtarchiv Aachen, RKG 1205 (C 868/1978) und 1206 (C 870/1980), 1207 (C 871/1981) und 1208 (C 872/1982). Vgl. P. L. Néve: Het rijkskammergerecht en de Nederlanden, Assen 1972 (Maaslandse Monographien Bd. 14) S. 286f.




1603 - 1606 (1603 - 1604)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen ein Mandat des Beklagten mit angehängter Zitation, daß der Schöffenstuhl zu Aachen den inhaftierten Emond von Blitterswick gen. Passart bei Strafe der Exkommunikation und von 100 Mark Silber ohne Verzug aus der Haft entlassen und die Streitsache an den Erzbischof von Köln als Bischof von Lüttich remittieren solle. Der Abt von St. Jakob handelt als „conservator apostolicus iurisdictionum, privilegiorum et exemptionum Leodiensium“ kraft einer Bulle Papst Sixtus IV. Das RKG verbietet dem Beklagten die Prozeßführung, da kein Präzedenzfall für eine Appellation aus dem Reich an die Apostolische Kurie geschaffen werden soll und die Reichsjurisdiktion höher zu bewerten sei. Zum Hintergrund des Prozesses vgl. RKG 852 (C 124/293), 1204 (C 867/1977), 1206 (C 870/1980), 1207 (C 871/1981) und 1208 (C 872/1982).

Aktenzeichen : C 868/1978

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach, fürstl. jül. Stallmeister, und Heinrich Hoen von Cartils (Carthyls)
Beklagter: Martin Fanchon, Abt von St. Jakob zu Lüttich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt 1603 - Dr. Johann Jakob Kölblin 1603 - Dr. Johann Friedrich Haug 1603
Prozeßart: Mandati inhibitorii et cassatorii
Instanzen: RKG 1603 - 1606 (1603 - 1604)
Beweismittel: Mandat und Zitation des Beklagten vom 20. Aug. 1603 in lateinischer Sprache (Q 3). RKG-(Bei-)Urteil vom 1. Nov. 1603 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 25 Bl., lose; Q 1 - 5. Lit.: P. L. Nève: Het rijkskammergerecht en de Nederlanden, S. 286f.




1603 - 1606 (1603 - 1604)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen die unbefugte Appellation des Emond von Blitterswick gen. Passart an den Beklagten. Der Beklagte soll sich der Prozeßführung enthalten und dem Recht seinen ordentlichen Lauf lassen. Zum Hintergrund des Prozesses vgl. RKG 852 (C 124/293), 1204 (C 867/1977), 1205 (C 868/1978), 1207 (C 871/1981) und 1208 (C 872/1982).

Aktenzeichen : C 870/1980

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach, fürstl. jül. Stallmeister, Heinrich Hoen von Cartils (Carthyls) und Konsorten.
Beklagter: ErzbischofErnst von Köln als Bischofvon Lüttich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt 1603 - Dr. Johann Jakob Kölblin 1603 - Dr. Johann Friedrich Haugh 1603
Prozeßart: Mandati de non molestando nec impediendo sine clausula
Instanzen: 1603 - 1606 (1603 - 1604)
Beweismittel: Originalvollmacht von Johann Hoen von Cartils, Gerhard von dem Bosch gen. Moupertin, Herrn zu Boetzelaer, Isabel und Salome Hoen von Cartils, Wilhelm von und zu Cortenbach und Heinrich Hoen von Cartils mit Petschaften 1603 (Q 1). RKG-(Bei-)Urteil vom 17. Okt. 1603 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 5 Bl., lose; Q 1 - 3. Lit.: P. L. Nève: Het rijkskammergerecht en de Nederlanden, S. 286f.




1604 - 1606 (1603 - 1604)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Eingriffs in die Gerichtsbarkeit des Schöffenstuhls zu Aachen. Der Beklagte hat in einem Mandat vom 9. Juli 1603 Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen aufgefordert, den verhafteten Emond (von) Blitterswick gen. Passart freizulassen und nicht weiter in der Sache zu verhandeln. Zum Hintergrund des Prozesses vgl. RKG 852 (C 124/293), 1204 (C 867/1977), 1205 (C 868/1978), 1206 (C 870/1980) und 1208 (C 872/1982).

Aktenzeichen : C 871/1981

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach, fürstl. jül. Stallmeister, Heinrich Hoen von Cartils (Carthyls) und Konsorten
Beklagter: ErzbischofErnst von Köln als Bischofvon Lüttich
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt 1603 - Dr. Johann Jakob Kölblin 1603 - Dr. Johann Friedrich Haug 1603
Prozeßart: Mandati inhibitorii
Instanzen: RKG 1604 - 1606 (1603 - 1604)
Beweismittel: Dekret von Schöffenmeister und Schöffen zu Aachen vom 18. Juli 1603 in Kriminalsachen Johann Hoen von Cartils, Gerhard von dem Bosch gen. Moupertin (Mompertingen), Wilhelm von und zu Cortenbach und Heinrich von Cartils ./. Emond (von) Blitterswick gen. Passart (Q 2). Mandat des Erzbischofs von Köln vom 9. Juli 1603 (Q 3). RKG-(Bei-)Urteil vom 17. Okt. 1603 (Q 5). 4 RKG-Mandate in dieser Streitsache (Q 4, 6 - 8).
Beschreibung: 2,5 cm, 69 Bl., lose; Q 1 - 10. Lit.: P. L. Nève: Het rijkskammergerecht en de Nederlanden, S. 286f.




1604 - 1606 (1273 - 1605)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage wegen Behinderung des Strafprozesses am Schöffengericht Aachen gegen den des Mordes an Floris Hoen von Cartils beschuldigten Emond von Blitterswick gen. Passart und wegen Bedrohung von Person und Gut der Kläger im Bereich des brabantischen Hofs mit Arrest. Der Beklagte Emond von Blitterswick gen. Passart hatte sich an verschiedenen Gerichten eingelassen, um die Verhandlung am Aachener Schöffengericht zu verhindern (vgl. RKG 852 (C 124/293)). Als Folge entstand ein Streit darum, welcher Gerichtsbarkeit er tatsächlich unterstehe: (1) dem RKG, an das er selbst appellierte und weil er auf Reichsboden seine Straftat verübte, (2) dem Erzbischof von Köln, dessen Kammerherr er ist, (3) dem Abt von St. Jakob in Lüttich, da die Straftat in Lüttich geschah und der Abt ein päpstliches Jurisdiktionsprivileg für Lüttich besitzt, oder (4) dem brabantischen Hof zu Brüssel, da er ein Vasall des Herzogs von Limburg und in Maastricht geboren und seßhaft ist. Die verschiedenen Gerichte begründen ihren jeweiligen Anspruch mit den unten aufgeführten Privilegien, Bullen und Verträgen. Es handelt sich hier auch um einen Fall von konkurrierender Jurisdiktion zwischen dem Reich, einem „ausländischen“ Fürsten und der Römischen Kurie, als deren Sachwalter der Abt von St. Jakob in Lüttich auftritt.

Aktenzeichen : C 872/1982

Enthaeltvermerke : Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach, fürstl. jül. Stallmeister, und Heinrich Hoen von Cartils (Carthyls)
Beklagter: Emond von Blitterswick gen. Passart, Herr zu Meer und Bolder, kurköln. und Lütticher Kammerherr und Drost des Amts Bilsen, die Brüder Dieterich und Karl von Linden, Dekan zu Lüttich bzw. Gubernator zu Charlemont (Carlemont), Johann von Merode Schultheiß zu Lüttich, sowie Anthonius Stucker, Prokurator am Schöffengericht zu Aachen, Balduin de Vaulx und andere „Assistenten“ (Helfeshelfer) des Emond von Blitterswick gen. Passart zu Kurköln, Lüttich und Aachen
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt [1603] 1604 - Dr. Johann Jakob Kölblin [1603] 1604 - Dr. Johann Friedrich Haug [1603] 1604 - Dr. Daniel Seiblin (für Schöffenmeister und Schöffen zu Aachen) [1602] 1604
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jakob Kölblin 1604 - Dr. Kaspar Morhardt 1604 - Dr. Christodorus Engelhardt 1604 - Dr. Johann Konrad Lasser 1604 - Dr. Walther Aach 1604
Prozeßart: Mandati poenalis inhibitorii annexa citatione ad docendum vel videndum
Instanzen: RKG 1604 - 1606 (1273 - 1605)
Beweismittel: Dekret von Schöffenmeister und Schöffen zu Aachen vom 18. Juli 1603 (Q 2). Auszug aus einer Bulle Karls IV. von 1356 in lateinischer Sprache (Q 16). Privileg Karls IV. von 1376 für den Erzbischof von Köln (Q 17). Privileg Kaiser Maximilians I. von 1518 für Lüttich in lateinischer Sprache; Lüttich-Aachener Konkordat von 1409; Auszug aus dem Privilegienbuch des Aachener Rats von 1273 (Q 18 - 20). „Bulla aurea Burgundica“ Kaiser Karls IV. in lateinischer Sprache (Q 21). Ärztliche Gutachten zum Tod des Floris Hoen von Cartils (Q 23). Schreiben von Bürgermeister und Rat der Stadt Maastricht von 1604 (Q 40). Belehnung des Junkers Emond von Blitterswick gen. Passart durch den Lehnhof von Valkenburg 1594 (Q 41). Vertrag Kaiser Karls V. mit seinen „Nieder-Erblanden“ von 1548 (Q 42). Umfangreiche juristische Erörterung der Frage, welcher Gerichtsbarkeit der Angeklagte Emond von Blitterswick gen. Passart untersteht, mit Würdigung der verschiedenen Privilegien in lateinischer Sprache (Q 66). Schreiben von Erzherzog Albrecht von Österreich an den 1. Türwärter des Rats zu Brabant von 1605 (501 - 506).
Beschreibung: 13 cm, 517 Bl., lose; Q 1 - 11, 13 - 58, 60 - 66, Q 12* und Q 59* fehlen, 25 Beilagen von 1603 - 1605. Vgl. RKG 852 (C 124/293), 1204 (C 867/1977) - 1207 (C 871/1981).




1612 - 1624 (1596 - 1622)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Erbhof Meerhaus (Marhaus) im Kirchspiel Merheim (Stadt Köln) im Amt Porz, den Appellant und Appellat gemeinsam im Jahre 1596 von den Eheleuten Heinrich von Offenberg zum Broch und Alexandrina von der Ehren gekauft haben. Der nunmehrige Appellat verklagte Johann Curtenbach vor der 1. Instanz wegen Urkundenfälschung und Vornahme von Rasuren im Kaufbrief sowie wegen unbefugter Baumaßnahmen mit dem Ziel, das Gut in seinen alleinigen Besitz bringen zu wollen. 1605 wurde zur Beschleunigung des Prozesses ein Kompromiß zwischen den Kontrahenten geschlossen, daß die jül.-berg. Räte in nach Bericht und Gegenbericht, Beweis und Gegenbeweis und Zeugenverhör ein Billigkeitsurteil fällen und die Prozeßparteien bei Strafe von 500 Goldgulden auf Appellation und Revision verzichten sollen. An der 1. Instanz erging schließlich am 15. Mai 1612 der Bescheid oder das Urteil, es sei nach dem Kompromiß von 1605 zu verfahren, und Curtenbach habe wegen Schmähreden gegen die Räte eine Buße von 25 Goldgulden zu zahlen. Dagegen appelliert Curtenbach an das RKG. Der Kompromiß ist seiner Ansicht nach mit dem Tod des Herzogs Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und den personellen Veränderungen im Rätekollegium 1609 erloschen.

Aktenzeichen : C 873/1983

Enthaeltvermerke : Kläger: Johann Curtenbach (Kortenbach, Cortebach, Courttenbach), Schultheiß zu Porz (Rhein.-Berg. Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Eduard Südermann (Suderman), Propst zu St. Mariengraden in Köln, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Christian Schröter 1613
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1612
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Räte und Kommissare des Hofgerichts zu Düsseldorf 1600 - 1612 - 2. RKG 1612 - 1624 (1596 - 1622)
Beweismittel: Kompromiß von 1605 (Q 5). RKG-(Bei-)Urteil vom 21. Okt. 1612 (Prot.). Kaufvertrag von 1596 zwischen den Eheleuten Heinrich von Offenberg zum Broch und Alexandrina von der Ehren, Tochter zu Birgell, als Eigentümern und Margaretha von Spiegell, Witwe von Offenberg, als Leibzüchterin einerseits und den Eheleuten Johann Curtenbach und Agnes Jegers sowie Propst Eduard (Eberhard) Sudermann, z. T. auch namens seines Bruders Hermann Sudermann zum Broch, andererseits (II 242 - 249). Zeugenverhöre (III). Augenscheinbericht von 1605 mit kleiner Lageskizze (14 x 14,5 cm) zu den Besitzverhältnissen (III 332f.).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 2 cm, 73 Bl., lose; Q 1 - 9, 12 - 20, Q 10* und 11* fehlen, 1 Beilage prod. 16. Feb. 1622; Bd. II: 8,5 cm, 533 Bl., gebunden, „acta assertoria“; Bd. III: 6 cm, 368 Bl., gebunden, „acta probatoria“.




1637
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um die Hinterlassenschaft der Eheleute Gerhard von Berg gen. Durffendall zu Blens und Fliesteden und Maria Raitz von Frentz (wohl 1624 gestorben), deren mittlere Tochter Sibilla der Appellant und deren älteste Tochter der Appellat 1614 geheiratet haben. Die jüngste Tochter Anna ist mit Kaspar Raitz von Etgendorfvermählt. Streitig sind insbesondere das verschuldete Haus Blens (Stadt Heimbach, Kr. Schleiden) und die Höfe zu Lich (Leich) im Gericht Rödingen (Kr. Jülich) und zu Kelz (Gem. Vettweiß, Kr. Düren). Die Supplik des von Courtenbach an den Hof zu Düsseldorf 1625 wurde 1628 abgewiesen. Courtenbach appellierte an das RKG, da die Vorinstanz mit Extrajudizialurteil vom 18. Aug. 1637 die Sache an das Hauptgericht Jülich zurückverwies, das am 28. Sept. 1634 geurteilt hatte, daß Courtenbach den HofLich (Leich) an von Hersell abtreten müsse.

Aktenzeichen : C 1027/2365

Enthaeltvermerke : Kläger: Gerhard von Courtenbach zu Schönbach (Kr. Schleiden, „Schonbeck“), (Bekl.)
Beklagter: Hans Wilhelm von Hersell zu Fliesteden (Gem. Hüchelhoven, Kr. Bergheim), (Kl.)
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1628 - 1634 - 2. Jül. Rat (Kanzler und Räte) bzw. Kommissare des Hofgerichts zu Düsseldorf 1634 - 1637 - 3. RKG 1637/38 (1614 - 1638)
Beweismittel: Teilungsvertrag von 1624 betr. Blens (4 - 6). Urkunde des Johann Wilhelm von Hersell von 1624 über den Erbvergleich (6 - 9). Rechnung des von Hersell über seine Schulden bei von Courtenbach (14 - 18). Quittungen von 1624 (40). Urkunde des von Hersell von 1626 (69 - 72). Urkunde des Kaspar Raitz von Etgendorf von 1624 über einen Vergleich zwischen ihm und seinen Schwägern von Hersell und von Courtenbach betr. Pfandverschreibung auf Lechenich (72f.). Verträge zwischen denselben von 1624 über die auf dem Hof Kelz lastende Pferdekur (74 - 76). Abrechnung zwischen Kaspar Raitz zu Etgendorf und Gerhard von Courtenbach (106 - 110). Rechnung/Liquidationszettel (134 - 141). Obligationen der Eheleute Gerhard von Berg gen. Durffendall und Maria Raitz von Frentz von 1615, 1617 und 1618 sowie verschiedene Quittungen und Schuldscheine (141 - 148). Pachtzettel von 1618 der Eheleute Gerhard von Berg gen. Durffendall zu Blens und Fliesteden und Maria Raitz von Frentz sowie Balduin von Berg gen. Durffendall einerseits und Franz von Einatten (Eynatten) sowie Adolf und Winand von Einatten andererseits (167 - 174). Rechnung von 1627 (177 - 180). Inventar (192 - 194). Rechnung des Gerhard von Berg gen. Durffendall von 1614 über die Ausgaben für die Kleider seiner Tochter Sibilla anläßlich ihrer Hochzeit (216 - 219). Inventar (225f). Rechnung über die Getreidepacht von 1626 - 1630 (226 - 229). Zeugenverhör (241 - 253). Rechnung (257f., 261f, 267 - 272). Urteil vom 28. Sept. 1634 (290 - 292). Prozeßkostenrechnung (386 - 390).
Beschreibung: 8 cm, 398 Bl., gebunden; nur die Priora prod. 3. Okt. 1638 sind erhalten.




1640 (1638 - 1640)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen das Urteil der Vorinstanz vom 18. Mai 1638 und gegen einen Angriff auf Haus Holzheim. Streit um Güter und Erbschaften der Anna Maria von Reuschenberg, Gattin des Appellanten, auf deren Güter der Appellat Anspruch erhebt. Einrede gegen den Gerichtsstand wegen Verstoßes gegen das jül. „privilegium de non appellando“.

Aktenzeichen : C 874/1984

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Alexander von Courtenbach (Cortenbach) zu Helmond und anderswo, Erbmarschall des Fürstentums Limburg, zu Haus Holzheim, namens seiner Gattin, (Kl.)
Beklagter: Ludwig von Lülsdorf zum Haen (Harn), kurköln. Amtmann zu Linn und Uerdingen (Stadt Krefeld), (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Eilinck 1638
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Räte und Hofgerichtskommissare zu Düsseldorf (1637 - 1638) - 2. RKG 1640 (1638 - 1640)
Beschreibung: 1 cm, 16 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 8 Schriftsätze prod. 3. März 1640.




1650 - 1674 (1555 - 1672)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Hanerhof zu Niederberg (Erftstadt) mit seinen Liegenschaften zu Niederberg, Borr (Erftstadt) und Wichterich (Stadt Zülpich, Kr. Euskirchen), der ein lehnbares und kurmütiges Gut der Dekanei des Kölner Domstifts ist (jährliche Einnahmen des Domdekan: 4 Malter Weizen, 4 Malter Gerste, 6 Malter Korn; ferner Pacht und Zinsen: 3 1/2 Sümber Gerste, 6 1/2 Hühner, 11 „denarii“, lieferbar an die Kellnerei zu Lechenich). Die Appellantin erhebt als Pfandgläubigerin (kraft „Hypothecations- und Immissionsrechten“) Anspruch auf die Abgaben des Hanerhofs. Sie beruft sich auf eine Pfand- bzw. Rentverschreibung des Lehnsinhabers Heinrich von Plettenberg und seiner Gattin Anna von Metternich von 1585 für Ludwig von Lülsdorf, deren Rechtsnachfolgerin die Appellantin sei, wodurch dieser für einen Kredit von 1200 Rtlr. eine jährliche Rente von 48 Maltern Roggen Dürener Maß oder 72 „bescheidenen“ Rtlr. erhalten sollte und der Hanerhof als Unterpfand eingesetzt wurde. Sie beruft sich ferner auf ein Einräumungsdekret von 1592. Die 1. Instanz hat jedoch mit einem Extrajudizialurteil vom 21. Mai 1650 die Kassierung der Verschreibung und die Einweisung des Lehnsherrn, d. h. des Domdekan, in das streitige Gut angeordnet. Hubert Brewer, der Halfmann der Appellantin, wurde gewaltsam vom Hanerhof vertrieben und an seiner Stelle Heinrich Engels, Baumeister zu Friesheim (Erftstadt), als neuer Pächter eingesetzt. Der Appellat macht geltend, daß die Rentverschreibung ungültig sei, weil keine Einwilligung des Lehnsherrn vorläge. Nach dem Tod des letzten Lehnsinhabers Heinrich von Plettenberg sei keine Investitur mehr erfolgt und somit der Hanerhof gemäß gemeinem Recht, dem Weistum von Niederberg und den Lehnskonstitutionen an den Lehnsherrn heimgefallen. Der Domdekan habe den Lic. theol. Georg von Eysch mit dem Hof rechtskräftig belehnt. Der Appellat erhebt gegen den Gerichtsstand des RKG die Einrede der Litispendenz am Reichshofrat.

Aktenzeichen : C 875/1985

Enthaeltvermerke : Kläger: Anna Maria Freifrau von Courtenbach zu Helmond (gest. 1672), geb. von Reuschenberg, Witwe des Freiherrn Alexander von Courtenbach zu Helmond (gest. 1649), zu Haus Holzheim, (Bekl.: Alexander von Courtenbach)
Beklagter: Franz, Bischof von Verden, Dompropst und Domdekan zu Köln, Herzog zu Lothringen, als Lehnsherr des streitigen Hofs und dessen Nachfolger, (Kl.: Lic. theol. Georg von Eysch, Priester, Kanoniker und Kapitular des Kölner Domstifts)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henning 1652 und 1672 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin 1672
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Hansen 1650 und 1657 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht 1657 - Lic. Johann Konrad Albrecht 1667 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht
Prozeßart: Appellationis et mandati cassatorii et attentatorum revocatorii sine clausula, nunc (1672) in puncto relevantiae articulorum probatorialium et commissionis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Kanzlei (Kanzler und Räte) 1645 - 1650 - 2. RKG 1650 - 1674 (1555 - 1672)
Beweismittel: Urteil vom 20. April 1645 durch Kanzler und Räte zu Düsseldorf in Sachen Lic. theol. Georg Esch (von Eysch), Dompriester zu Köln ./. Alexander von Courtenbach, (Q 4). Urteil des Hofgerichts zu Niederberg von 1646 betr. Heimfall des Hanerhofs (Q 14). Kaiserl. „Mandatum de non turbando nec molestando“ vom 16. Sept. 1647 an den kurköln. Offizial, die jül. Regierung zu Düsseldorf, das Hauptgericht zu Jülich, Amtmänner, Vögte und Schultheißen zu Hülchrath und Lechenich (Q 15). Auflistung über gefällte Bäume, 1649 durch die Schöffen von Niederberg angefertigt (Q 34). Liquidation und Abrechnung von 1592 - 1610 betr. Hanerhof (Q 36). „Attestatio“ der Schöffen zu Niederberg von 1659 über gefällte Eichen (Q 38). Rentverschreibung von 1585 (Q 39). „Attestationes“ von Statthaltern, Holzgreve und Lehnsmannen der Dompropstei-Mannkammer zu Aldenhoven von 1663 (Q 45), der Mannkammer von Heinsberg (Q 46), der Mannkammer zu Randerath (Q 47) und der Mannkammer zu Millen (Q 48). Auszug aus der Mannordnung der Dompropstei- Mannkammer zu Aldenhoven (Q 51). Vollständige Mannkammerordnung von Aldenhoven von 1555 (Q 52). Lehnseid zu Niederberg (Q 70). Verschiedene Dokumente zu Erbungen und Enterbungen der Niederbergischen Domdekaneilehen von 1569-1593 (Q 73 - 75). RKG-(Bei-)Urteile vom 31. Jan. 1654, 19. Feb. und 2. April 1658, 13. Feb. 1661, 1. Jan. 1663, 7. Juli und 13. Nov. 1663, 6. Nov. 1667, 13. Dez. 1674 (Prot.). Rechnungen (II 355 - 376, 412 - 481).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 6 cm, 247 Bl., lose, Q 1- 17, 19 - 48, 50 - 79, Q 49 fehlt, 4 Beilagen von 1663 - 1667, teils stark beschädigt; Bd. II: 10 cm, 1273 Seiten, gebunden, Q 18. In den Prozeß wurde ein „Instrumentum protestationis“ (bisher RKG Nachtrag 39) prod. 12. Nov. 1650 unter „Littera C“ eingeordnet. Im Einband des Bd. II befindet sich eine Stammtafel Rudolfs von Habsburg.




1665 - 1666 (1613 - 1666)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um die Schulden, die Werner Philibert von Hatzfeld bei seinem Tod hinterließ. Die 1. Instanz hat mit Urteil vom 2. Mai 1665 Adolpha von Cortenbach für schuldig erklärt, die Assignation ihres Schwagers Werner Philibert von Hatzfeld über 400 Rtlr. samt Zinsen seit 1630 an Peter Horst zu zahlen. Die Verurteilte appelliert aus Furcht, daß sich nun auch die übrigen Gläubiger ihres Schwagers mit ihren beträchtlichen Geldforderungen und dessen Witwe, die ehemalige hatzfeldische Dienstmagd Katharina Knoben, mit Nutznießungsansprüchen an sie wenden, an das RKG. Sie macht geltend, daß Werner Philibert von Hatzfeld wegen seines Lebenswandels von seinen Eltern Wilhelm von Hatzfeld, Herrn zu Wildenburg, und Johanna von Brempt (Brembt) enterbt worden ist. Sie sei zwar 1632 von ihrem Schwager gezwungen worden, ihm aus den hatzfeldischen Gütern eine Jahresrente von 400 Rtlr. zu bezahlen, doch habe dies nur für die Zeit seines Lebens gegolten. Rechtlich sei sie zu diesen Zahlungen nicht verpflichtet gewesen, denn Werner Philibert von Hatzfeld habe formell auf sein Erbe verzichten müssen. Die Gläubiger hätten daher keinen Anspruch auf hatzfeldische Güter. Das RKG remittiert mit Urteil vom 1. Juni 1666 die Sache an die Vorinstanz.

Aktenzeichen : C 876/1986

Enthaeltvermerke : Kläger: Adolpha Freifrau von Cortenbach zu Helmond, Witwe des Johann Wilhelm von Hatzfeld, ihres ersten Gatten, und des Johann Adam von Flantz (Flans) zu Overbach, (Bekl.)
Beklagter: Peter Horst zu Jülich, Bürger zu Venlo, als Gläubiger des verst. Werner Philibert (Philipp) von Hatzfeld, auch Lic. Codonaeus, Schultheiß des Hauptgerichts Jülich, als Exekutor, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1665 - Subst.: Franz Eberhard Albrecht
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henning 1666 - Subst.: Lic. Johann Eichrodt - Lic. Johann Wallraff [1656] 1665 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1659 - 1665 - 2. RKG 1665 - 1666 (1613 - 1666)
Beweismittel: Verzichtserklärung des Werner Philibert von Hatzfeld auf seine Erbgüter 1613 (Q 8). Vergleich zwischen der Appellantin und Werner Philibert von Hatzfeld 1632 (Q 9). Rechnung des Werner Philibert von Hatzfeld 1632 (Q 11). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium cassatorium sine clausula ...“ vom 16. Sept. 1665 (Q 22). Schreiben des Werner Philibert von Hatzfeld von 1637/38 (Q 32f.). RKG-Urteil vom 1. Juni 1666 (Prot.). Heiratsverschreibung des Johann Wilhelm von Hatzfeld für Adolpha von Cortenbach 1619 (II 424 - 426). Rechnungen, Quittungen, Schuldverschreibungen (II 82 - 88, 427 - 522).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 3,5 cm, 86 Bl., lose; Q 1 - 27, 29 - 33; Bd. II: 10 cm, 522 Bl., gebunden, Q 28.




1718 - 1719 (1669 - 1718)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit zwischen den Kindern und Enkeln der am 2. Juni 1710 verstorbenen Maria von Velbrück, verheiratete von Hatzfeld. Der Appellat, Sohn der Maria von Velbrück, hat vor der 1. Instanz das Testament seiner Mutter von 1691 angefochten und eine Teilung des Erbes, insbesondere der Effekten und Gelder, gefordert. Als die Vorinstanz mit Dekret vom 15. März 1718 die damaligen Beklagten, nämlich die noch lebende Schwester des Klägers Katharina Charlotte Margaretha und dessen Neffen Maximilian Heinrich von Velbrück, Sohn der verstorbenen Schwester Anna Maria Franziska von Hatzfeld, zur Litiskontestation (Streitbefestigung) verurteilte, appellierten diese an das RKG. Der Appellat habe bereits 6000 Rtlr. vorab aus dem Erbe erhalten und außerdem 1600 Rtlr. private Schulden aus gemeinschaftlichen Geldern in Köln gemacht. Erst wenn er diese Geldsumme wieder beigebracht habe, könne eine Teilung vorgenommen werden. Der Appellat verweist dagegen auf den baufälligen Zustand des Sitzes und Guts „Wildenburg“, zu dessen Erhaltung er 5123 Rtlr. aufbringen müsse. Die Mutter Maria von Velbrück habe ferner durch das Abholzen von Eichenbäumen den Wert des Guts um 27.660 Rtlr. vermindert.

Aktenzeichen : C 877/1987

Enthaeltvermerke : Kläger: Freifrau und Gräfin Katharina Charlotte Margaretha von Hatzfeld, Witwe des Bertram Wilhelm von Cortenbach, und Graf Maximilian Heinrich von Velbrück, jül.-berg. Geheimer Rat, Hofpräsident und Kanzler zu Düsseldorf, evtl. auch Freiherr G. von (der) Hövelich für seine minderjährige Tochter Johanna Lukretia von (der) Hövelich, (Bekl.)
Beklagter: Graf Adolph Alexander von Hatzfeld und Gleichen, Herr zu Wildenburg und Weisweiler, jül.-berg. Kanzler zu Düsseldorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1718 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz - Dr. Johann Adolph Brandt 1718 - Subst.: Lic. A(mbrosius) J(oseph) Stephani 1718
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofgericht (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1714 - 1718 - 2. RKG 1718 - 1719 (1669 - 1718)
Beweismittel: Testament der Maria von Velbrück von 1691 (II 72 - 85). Vergleich von 1669 zwischen Maria von Velbrück, Witwe des Wilhelm Heinrich von Hatzfeld, und ihren Kindern Adolph Alexander von Hatzfeld, Katharina Charlotte Margaretha, verheiratet mit Bertram Wilhelm von Courtenbach, Anna Maria Franziska und Maria Magdalena (II 95 - 106). Bericht über den Zustand des Hauses Wildenburg von 1711 (II 111 - 132).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 2 cm, 55 Bl., lose, Q 1 - 8, 8 Beilagen prod. 23. Nov. 1718; Bd. II: 5,5 cm, 315 Bl., gebunden.




1723 - 1739 (1718 - 1729)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um den Besitz des freiadeligen Rittersitzes Rheindorf (Stadt Leverkusen), den der Appellant am 27. März 1721 für 16.000 Rtlr. zuje 78 Albus von Johann Friedrich von Judden, dem Bruder der Appellatin Anna Katharina Josina von Judden, verheiratete von Müllmann, gekauft hat. Die nunmehrigen Appellaten klagten vor der 1. Instanz auf Ungültigkeit des Kaufvertrags, da der Verkäufer seiner Schwester bei der Erbteilung das „ius retractus“ („Vernäherungsrecht“, „Beschuddung“) an Rheindorf eingeräumt hätte. Demgegenüber macht der Käufer geltend, daß er den Rittersitz bereits tatsächlich in Besitz genommen und 7692 Rtlr. 24 Albus in bar bezahlt habe. Außerdem sei seine Frau Maria Anna Elisabetha von Quadt zu Alsbach und Fischenich als Nichte des Verkäufers dessen Verwandte zweiten Grades, so daß das streitige Gut nicht außerhalb der Familie an Fremde veräußert würde. Die 1. und 2. Instanz erkannten mit ihren Urteilen vom 19. Juli 1721 bzw. 9. April 1723 das Vorkaufsrecht der Anna Katharina Josina Judden gegen Rückerstattung der 7692 Rtlr. 24 Albus an den Käufer an. Der Prozeß endet 1726 durch einen gütlichen Vergleich zwischen den Parteien.

Aktenzeichen : C 878/1988

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Ferdinand von Courtenbach (Kurtenbach) und Helmond, kurpfälz. Rittmeister und Kämmerer, (Bekl.)
Beklagter: Franz Wolfgang Ferdinand von Müllmann (gest. 1725) zu Wülfrath (Kr. Düsseldorf-Mettmann), auch namens seiner Gattin Anna Katharina Josina von Judden, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Heinrich Flender 1723 - Subst.: Dr. Johann Adolph Brandt - Dr. Johann Adolph Brandt 1725 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Goy 1725 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann 1725
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Gericht zu Monheim (Vogt und Schöffen) 1721 - 2. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1721 - 1723 - 3. RKG 1723 - 1739 (1718 - 1729)
Beweismittel: RKG- „Mandatum attentatorum cassatorium sine clausula“ vom 3. Okt. 1724 (Q 19). Abrechnung des Kammerboten über Reise- und Wartegeld sowie Insinuationsgebühren (Q 24). Vertrag von 1718 zwischen Freiherr Franz Wolfgang von Quadt zu Alsbach und Fischenich, seinem Schwager Freiherr Ferdinand von Cortenbach und seiner Schwester Maria Anna Elisabeth (II 250 - 259).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 4 cm, 152 Bl., lose, Q 1 - 16, 18 - 29, 6 Beilagen von 1723 - 1729; Bd. II: 5 cm, 323 Bl., gebunden, Q 17 (Priora).




1727 - 1747 (1654 - 1749)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Streit um das Jagdrecht zu Breyell (Stadt Nettetal, Kr. Kempen-Krefeld), das der Appellant als Inhaber des Rittersitzes Schleverkoven (Schleveringhoven) ausschließlich für sich beansprucht. Sein Jäger hat 1726 die Flinte des Hofkammerrats Hartmann, der auf dem Breyeller Feld Hasen jagte, konfisziert. Der Appellat Hartmann erhebt namens seiner Gattin, die das Gut Nelsen/Elsen im Amt Brüggen als Nutznießerin besäße, Anspruch auf das Jagdrecht zu Breyell. Dagegen wendet der Appellant ein, Vasall des Guts Nelsen/Elsen sei Hartmanns Schwiegersohn Dr. Wolff namens seiner Gattin, und im übrigen sei dieses Gut kein Rittersitz und habe daher auch keine Jagdgerechtigkeit. Die 1. Instanz verurteilte am 9. Mai 1727 von Courtenbach dazu, seinen ausschließlichen Anspruch auf das streitige Jagdrecht besser zu beweisen.

Aktenzeichen : C 879/1989

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr M. H. von Courtenbach zu Schleverkoven (wohl Schleveringhoven bei Hülst, Gem. Brüggen, Kr. Kempen-Krefeld) und Bracht (Kr. Kempen-Krefeld), jül.-berg. Geheimer Rat, 1747 Freiherr A. J. C. von Courtenbach (Cortenbach), Dompropst zu Lüttich, als Vormund, (Bekl.)
Beklagter: J. M. W. Hartmann iunior, jül.-berg. Hofkammerrat zu Düsseldorf, und sein Schwiegersohn Dr. Wolff, jül.-berg. Geheimratsregistrator, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1727 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Lic. Ferdinand Wilhelm (Anton ?) Helffrich 1749 - Subst.: Lic. Lukas Andreas von Bostell
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1727 - Subst.: Dr. Philipp Ludwig Meckel - Lic. Johann Melchior Deuren [1730] 1732 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Lic. A. J. Stephani
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1726 - 1727 bzw. 1747 - 2. RKG 1727 - 1747 (1654 - 1749)
Beweismittel: Kautionsschein (Q 10). RKG-Mandat („Arctiores compulsoriales“) vom 14. Okt. 1730 (Q 15). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 4. Okt. 1731 (Q 17). Insinuationsgebühren (Q 20). RKG-(Bei-)Urteil vom 28. April 1747 (I 106). Auszug aus dem Rentbuch der Rentmeisterei Brüggen von 1553ff. (II 20f.). Prozeßkostenrechnung (II 98 - 105). Memoriale von 1654 über das Jagdrecht des Guts Nelsen/Elsen (II 155 - 158). Jagdpatent von 1662 (II 158f.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 3,5 cm, 118 Bl., lose, Q 1 - 32, 7 Beilagen prod. 12. Juli 1747 - 14. Juli 1749; Bd. II: 4,5 cm, 261 Bl., gebunden, Priora prod. 22. März 1748 und lose Beilagen.




1727 - 1729 (1607 - 1728)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Mandat der Vorinstanz vom April 1727 an den Beamten zu Monheim (Rhein-Wupper-Kr.), wonach dieser dafür sorgen soll, daß Johann Adolphs, der Halbwinner der Kollegiatkirche St. Aposteln zu Köln auf dem Röttscherhofbei Rheindorf, seinen beschlagnahmten Zielochsen und sein beschlagnahmtes Holz zurückerhält. Der Halbwinner sei rechtmäßig durch das Bauergeding vom 21. Sept. 1726 bestraft worden, da sein Ochse Schaden an Weiden, Hecken und Zäunen der Gemeinde Rheindorf verursacht habe. Der Röttscherhof gehöre zur Rheindorfer Bauerbank und unterliege damit gemäß landesfürstlichem Privileg der Rheindorfer Strafgewalt. Das RKG remittiert mit Urteil vom 20. Mai 1729 den Streitfall an die Vorinstanz vorbehaltlich einer Regreßklage der Appellanten gegen neuerliche „Beschwerungen“ durch die Vorinstanz.

Aktenzeichen : C 880/1990

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Ferdinand) von Courtenbach zu Rheindorf (Stadt Leverkusen) und die Gemeinde zu Rheindorf (Namen in Q 8, 21), (Bekl.)
Beklagter: Dekan und Kapitulare des Stifts St. Aposteln in Köln und Konsorten: Johann Adolphs, Halbwinner des Röttscherhofs bei Rheindorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1727 - Subst.: Dr. Johann Adolph Brandt
Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Rudolph Sachs [1726] 1728 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Lic. J(ohann) M(elchior) Deuren
Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1727 - 2. RKG 1727 - 1729 (1607 - 1728)
Beweismittel: Bauergedinge zu Rheindorf von 1607 - 1726 und Weistum von 1618 (Q 6). Prozeßkostenrechnung (Q 31). RKG-(Bei-)Urteile vom 15. Sept. 1728 und 20. Mai 1729 (Prot.).
Beschreibung: 3 cm, 123 Bl., lose; Q 1 - 31.




1728 - 1735 (1693 - 1733)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen diverse Dekrete des Pfalzgrafen bei Rhein als Herzog von Jülich sowie gegen die Prozeßführung am Offizialat zu Köln und durch das Kölner Domkapitel, mit deren Hilfe der Beklagte sich namens seiner Gattin in den Besitz eines streitigen Erbes bringen wolle. Das RKG sei als 1. Instanz zuständig, weil die Erbgüter in verschiedenen Landesherrschaften liegen. Streitig sind (1) die beweglichen und unbeweglichen Hinterlassenschaften der Eheleute Gottfried Elbert (Albert) Adam Freiherr von Westrem und Anna Magdalena Freiin von Horrich (Horrig), Eltern der Maria Elisabetha von Westrem, der Gattin des Klägers, und der Theresia Maria Elisabetha von Westrem, der Gattin des Beklagten, insbesondere mütterlicherseits der Rittersitz Glimbach bzw. Haus Horrich zu Glimbach (Stadt Linnich, Kr. Jülich) im Amt Boslar und väterlicherseits die Güter Sümmern im kurköln. Sauerland (Kr. Iserlohn) und Hembrock (Gem. Sümmern) sowie andere westfälische und „ausländische“ Güter, und (2) die Erbschaft der (Anna) Maria Elisabetha von Horrich, Schwester der Anna Magdalena von Horrich, verheiratete von Westrem, nämlich der Rittersitz Alfens im Amt Millen (Selfkantkr. Geilenkirchen- Heinsberg) und das Lehen „Einenberg“ im jül. Amt Born. Der Kläger beansprucht gemäß der kurköln. Rechtsordnung tit. VI § 10, wonach einer Tochter, die gegen den Willen der Eltern und dazu noch unter ihrem Stand geheiratet hat, nur 1/3 der Erbgüter nach dem Tod der Eltern zusteht, was auf die Ehe des Beklagten mit seiner Schwägerin zutreffe, und da sein Schwager Albert von Westrem Franziskanermönch in Köln ist, 2/3 des väterlichen Erbes seiner Gattin, die Hälfte vom mütterlichen Erbe seiner Gattin einschließlich des adeligen Vorteils bzw. des Rechts der ersten Wahl und das vollständige (allodiale) Erbe der (Anna) Maria Elisabetha von Horrich zu Alfens und Glimbach, weil diese es ihrer jüngeren Nichte, seiner Gattin, testamentarisch vermacht habe. Demgegenüber macht der Beklagte namens seiner Gattin das „ius primogeniturae“ geltend.

Aktenzeichen : C 881/1991

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Maximilian Heinrich von Cortenbach (Courtenbach), zu Schleverkoven (wohl Schleveringhoven bei Hülst, Gem. Brüggen, Kr. Kempen-Krefeld) namens seiner Gattin Maria Elisabetha Freiin von Westrem
Beklagter: Bernhard Adolph von Dücker (Duicker), kurköln. Geheimer Rat zu Arnsberg und Rödinghausen (Kr. Herford), Kriegs- und Legationsrat und Oberkellner des Herzogtums Westfalen, und Konsorten: Prälat und Domkapitulare zu Köln, jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Helffrich 1728 - Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Adolph Brandt 1728 - Dr. Johann Rudolph Sachs [1726] 1729 (für den Pfalzgrafen bei Rhein) - Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren
Prozeßart: Citationis ad videndum ..., nec non mandati inhibitorii de non ulterius procedendo nec dividendo causas connexas sine clausula cum compulsorialibus
Instanzen: RKG 1728 - 1735 (1693 - 1733)
Beweismittel: Auszug aus der Rechtsordnung des Erzstifts Köln tit. VI § 10 (Q 4). Testament der Maria Elisabetha von Horrich von 1725 (Q 7). Ehevertrag von 1693 zwischen Gottfried Albert Adam von Westrem und Anna Magdalena von Horrich (Q 19). Kurköln. Rechtsordnung tit. IX § 1 betr. Testament (Q 20). Testament der Eheleute Albert von Westrem und Theresia Maria Elisabetha von Weix (Weichs) von 1702 (Q 25). Insinuationsgebühren (Q 29). Belege über Abgaben der Pächter zu Glimbach von 1728 - 1730 (Q 52). Erbschaftsvergleich von 1718 zwischen den Kindern der Eheleute Albert von Westrem und Theresia Maria Elisabetha von Weix und der Enkelin Theresia Maria Elisabetha von Westrem bzw. deren Ehemann Bernhard Adolph von Dücker (Q 65). RKG- „Mandatum inhibitorium ulterius ...“ vom 1. Aug. 1731 bzw. RKG-(Bei-)Urteil (Q 67). Insinuationsgebühren (Q 68). Profeß des Albert von Westrem, des Bruders der Theresia Maria Elisabetha von Westrem, verheiratete Dücker, im Minderbruderkloster in Köln 1712 (Q 86). RKG-(Bei-)Urteile vom 28. Juni 1731 (II 205) sowie vom 17. Feb. 1730 (Bd. I Prot.).
Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 5,5 cm, 236 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst, Q 1 - 60 A; Bd. II: 5 cm, 241 Bl., zu Ordnungszwecken gelöst, Q 60 B - 88, 13 Beilagen von 1730 - 1733.




1739 (1739 - 1740)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Berufung gegen das Mandat der Vorinstanz vom 8. Aug. 1739, wonach sich die nunmehrigen Appellanten bei Strafe von 100 Goldgulden aller „Exzesse“ und des „Wacholderbeerenschlagens“ im Altenforst (Königsforst, s Bensberg ?) enthalten sollen. Die Appellanten erheben jedoch als Inhaber des Rittersitzes Wissen (Freiherr von Cortenbach) und des freiadeligen Hauses Sülz (Freiherr von Bolandt) Anspruch auf die kleine Jagd und das Sammeln von Wacholderbeeren im Altenforst.

Aktenzeichen : C 882/1992

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr M(aximilian) H(einrich) von Cortenbach zu Wissen (Troisdorf) und Freiherr Albert von Bolandt zu Sülz, (Rhein-Sieg-Kr.), (Bekl.)
Beklagter: Johann Keßmann, kurfürstl. pfälz. Oberjäger zu Bensberg (Rhein.- Berg. Kr.), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Wilhelm Weilach 1739 - Subst.: Lic. A(nselm) F(ranz) Spoenola
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimes Ratsdicasterium (Kanzler und Geheimräte) zu Düsseldorf (1739) - 2. RKG 1739 (1739 - 1740)
Beweismittel: Zeugenaussagen (in Q 4). Insinuationsgebühren (Q 8 und f. 35). RKG- „Mandatum attentatorum revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula cum citatione ad videndum ...“ vom 23. Nov. 1739 (27 - 31).
Beschreibung: 1,5 cm, 35 Bl., lose; Q 1- 8, 4 Beilagen prod. 15. Feb. 1740.




1747 - 1755 (1700 - 1751)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen den Bescheid der Vorinstanz vom 16. Jan. 1747, daß von Cortenbach ein Inventar über die harffschen Güter anfertigen, eine Rechnung über die Zeit der vormundschaftlichen Verwaltung aufstellen und die harffschen Briefschaften und Dokumente aushändigen soll. Die appellatischen Brüder von Harff sind Söhne des verst. Werner Friedrich Anton von Harff, für den und für dessen Brüder nach dem Tod ihres Vaters Philipp Wilhelm von Harff (30. Nov. 1696) und nach der Wiederverheiratung ihrer Mutter eine Vormundschaft eingesetzt worden ist. Nach Aussage der Appellaten seien Lic. Frechen, Schöffe des Hauptgerichts Jülich, und Dr. Adam Codonäus (Codonne), Ratsreferendar und Schultheiß zu Jülich, später kurpfälz. Geheimer Rat, aber auch Peter Joseph von Sierstorff, Regens des Gymnasium Laurentianum in Köln, später Bischofvon Antwerpen, und Freiherr Franz Karl von Frens zu Lauvenburg die Vormünder gewesen. Sie verklagten an der 1. Instanz den Freiherrn von Cortenbach, der die Witwe des Franz Karl von Frens zu Lauvenburg geheiratet hat. Cortenbach erwidert, daß seine Frau nichts von einer Vormundschaft ihres ersten Gatten wisse, keine harffschen Briefschaften besäße oder Einkünfte aus den harffschen Gütern empfangen habe. Einige harffsche Güter seien 1700 dem Peter Joseph von Sierstorff, da dieser die Aufsicht über die „harffsche Fundation“ hatte, zur Verwaltung anvertraut worden.

Aktenzeichen : C 883/1993

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr von Cortenbach (Courtenbach) zu Lauvenburg im köln. Land (bei Kaarst, Kr. Grevenbroich), (Bekl.)
Beklagter: Gebrüder Franz Bertram, Heinrich Wilhelm und Philipp Franz von Harff, Herren zu Dreiborn (auch „Drimborn“) (Kr. Schleiden), auch Düsseldorf, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1747 - Subst.: Lic. L(ukas) A(ndreas) von Bostell
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Franz Wolff 1747 - Subst.: Lic. Johann Werner
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat (Präsident und Räte) zu Düsseldorf 1743 - 1747 - 2. RKG 1747 - 1755 (1700 - 1751)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz von 1714 in Sachen Peter Joseph von Sierstorff, Bischof zu Antwerpen ./. die Brüder von Harff zu Dreiborn (Q 6). Übertragung der Verwaltung harffscher Güter an Peter Joseph von Sierstorff, Regens des Gymnasium Laurentianum in Köln, 1700 (in Q 11). RKG-(Bei- )Urteil vom 23. Dez. 1747 (Prot.).
Beschreibung: 5 cm, 216 Bl., lose; Q 1 - 13, „Rationes decidendi“ prod. 17. Jan. 1749 und 2 weitere Beilagen.




1746 - 1776 (1696 - 1765)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit nach dem Aussterben der männlichen Linie von Frens, hier insbesondere um den Malberger Hof, später Harffer Hof genannt, aber auch um den Zieveler Hof, beide zu Dernau (bei Ahrweiler) in der Reichsherrschaft Saffenberg (Saffenburg) gelegen. Der Appellant erhebt namens seiner Gattin (Maria Anna von Frens gen. Hövelich), der Witwe des Franz Karl von Frens zu Lauvenburg, Anspruch auf die beiden Höfe. Die streitigen Güter seien Allodialgüter, die Heinrich Adolph von Frens zu Stolberg, Domherr zu Hildesheim, seinem Bruder Franz Karl von Frens zu Lauvenburg testamentarisch vererbt habe. Die Appellaten beanspruchen diese Güter ebenfalls namens ihrer Frauen, der Töchter des Franz von und zu Frens, des Bruders von Heinrich Adolph, Franz Karl, Johann Sigismund und Ferdinand von Frens. Es handle sich jedoch um Lehnsgüter, wie den Belehnungsurkunden der Appellaten von 1734 und 1745 zu entnehmen sei. Das RKG urteilt am 23. Nov. 1753, daß (1) der Appellant den Harffer Hof an die Appellaten abtreten und von 1732 an, d. h. seit dem Tod des Franz Arnold von Frens, des Bruders der Appellatinnen, diesen die Jahreseinkünfte des Hofes zurückzahlen müsse, und (2) bzgl. des Zieveler Hofs der Prozeß an die Vorinstanz zu remittieren sei, und erläßt am 6. Juli 1757 ein Vollstreckungsmandat. Nach diesem Urteil argumentiert der Appellant, daß er hinsichtlich des halben Zieveler Hofs zu Dernau der nächste Erbe sei, denn er sei der jüngste Sohn der Anna Gertrud Schmitz von Schmidtberg, einer Enkelin des Heinrich Hattard von Metternich zu Zievel, der 1617 mit dem Hof belehnt worden sei. Der Prozeß endet 1776 durch gütlichen Vergleich zwischen den Parteien.

Aktenzeichen : C 884/1994

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Heinrich Ferdinand) von Cortenbach zu Lauvenburg (bei Kaarst, Kr. Grevenbroich), (Bekl.: seine Gattin, die Witwe des Freiherrn Franz Karl von Frens zu Lauvenburg)
Beklagter: Erbengemeinschaft von und zu Frens (Frentz): Georg Anton Dominicus Freiherr von Beissel zu Gymnich namens seiner Gattin Maria Anna von Frens, Karl Friedrich Melchior Freiherr von Kesselstadt namens seiner Gattin Isabelle Therese von Frens und Maximilian Freiherr von Drost(e) zu Vischering namens seiner Gattin (Maria Katharina von Frens), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1746 - Subst.: Lic. Franz Christoph Bolles - Dr. Johann Albert Ruland 1747 - Subst.: Lic. L(ukas) A(ndreas) von Bostell - Dr. Heinrich Wilhelm Clarwasser 1753 - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt - Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1758 - Subst.: Lic. von Bostell
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Werner 1748 und 1754 - Subst.: Lic. Ludwig Wilhelm Ziegler 1748 - Subst.: Dr. Johann Christoph Seipp [1737] 1754
Prozeßart: Appellationis, nunc (1757) executionis
Instanzen: 1. Gräfl. Mark-Saffenbergische Lehnkammer (Direktor, Mannrichter, Lehnsmannen) zu Schleiden (? - 1745) - 2. RKG 1746 - 1776 (1696 - 1765)
Beweismittel: Belehnungsurkunde des Grafen Ludwig Peter von der Mark von 1734 betr. Malberger Hof für Georg Anton Dominicus Freiherr Beissel von Gymnich zu Schmidtheim, Maximilian Heinrich Freiherr Drost zu Vischering und Karl Friedrich Melchior Freiherr von Kesselstadt namens ihrer Gattinnen, Schwestern und Schwesterkinder des verst. Freiherrn Franz Arnold von und zu Frens (Q 3). Ebenso betr. Zieveler Hof von 1745 (Q 4). Erbteilung von 1696 zwischen Franz Karl und Johann Sigismund von Frens (Q 29, 46, 31, 34). Originales RKG-Urteil vom 23. Nov. 1753 (Q 42). RKG-Urteile vom 23. Nov. 1753, 7. Sept. 1756, 21. Jan. 1757, 6. Juli 1757 im RKG- „Mandatum de exequendo sine clausula“ vom 12. Juli 1757 (Q 61). Berechnung der Jahreseinkünfte des Harffer Hofs und Zieveler Hofs von 1732 - 1756 (Q 632f.). RKG- (Bei-)Urteil vom 21. Aug. 1758 (Prot.).
Beschreibung: 2 Bde. I: 1 cm, 45 Bl., gebundenes Prot., einige Beilagen und Q 20 („Rationes decidendi“); II: 5 cm, 323 Bl., gebunden, Q 1 - 19, 21 - 71, 72* fehlt. Die Protokolle zu den Akten RKG 1221 und 1223 waren vertauscht und wurden wieder an die richtige Stelle gelegt. Vgl. auch RKG 1223 (C 886/1996).




1755 - 1760 (1680 - 1759)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um den Rittersitz Blens an der Rur (Stadt Heimbach, Kr. Schleiden), ein Lehen der Reichsabtei Kornelimünster im jül. Amt Nideggen. Ferdinand von Hövelich (1680 ohne Nachkommen gest.) hat das 1679 heimgefallene Lehen 1680 gegen Erlegung von 600 Rtlr. mit der Genehmigung des Lehnsherrn, es „alienieren“ zu dürfen, erneut erworben. 1681 sind sein testamentarischer Erbe Franz Karl von Frens zu Lauvenburg und 1725 dessen Erbin und Witwe Maria Anna von Frens gen. Hövelich mit Blens belehnt worden. Die letztere soll den streitigen Rittersitz noch vor ihrer Hochzeit mit Heinrich Ferdinand von Cortenbach an denselben veräußert haben. Cortenbach appelliert vom Urteil der Vorinstanz vom 4. Feb. 1755, wonach die Erben von Frens in das streitige Gut einzuweisen seien, an das RKG und erhebt Einrede gegen die Zuständigkeit der Vorinstanzen. Der Fall hätte vor der Lehnkammer von Kornelimünster verhandelt werden müssen. Die Appellatinnen beanspruchen als nächste Agnaten, d. h. als Nichten des letzten Lehnsinhabers Franz Karl von Frens zu Lauvenburg und als Nachkommen des vormaligen Lehnsinhabers Bertram von Kolff zu Blens und Vettelhoven und seiner Tochter Elisabeth von Kolff zu Blens das Lehen. Die Vorinstanz verweigert die Herausgabe der Gerichtsakten, weil die Appellation gegen das jül. Privileg „de_non_appellando_a_sententiis_in_possessorio“ verstoße.

Aktenzeichen : C 885/1995

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Heinrich Ferdinand von Cortenbach zu Altenhagen, Obristwachtmeister und Kommandant zu Zweibrücken, (Bekl.)
Beklagter: Erbengemeinschaft von und zu Frens: Georg Anton Dominicus Freiherr von Beissel zu Gymnich namens seiner Gattin Maria Anna von Frens, Karl Friedrich Melchior Freiherr von Kesselstadt namens seiner Gattin Isabelle Therese von Frens und Maximilan Heinrich von Droste namens seiner Gattin Maria Katharina von Frens, alle Töchter des Franz von und zu Frens und der Isabella von Brabeck, bzw. ihre Erbnachfolger, namentlich Franz Hugo Edmund von Beissel zu Gymnich, H. B. von Kesselstadt und Adolf Heidenreich von Droste, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Wilhelm Clarwasser 1755 - Subst.: Lic. Heinrich Joseph Brack - Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1758 - Subst.: Lic. von Bostell
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Werner [1751] 1755 - Subst.: Lic. C. C. Blavier - Subst.: Lic. Gotthard Johann Hert [1752] 1755 - Subst.: Lic. Johann Jakob Duill [1754] 1755
Prozeßart: Appellationis cum mandato den Rittersitz zu Blentz betr.
Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat zu Düsseldorf (1746 - ?) - 2. Jül.-berg. Geheimer Rat (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf als Revisionsgericht (? - 1755) - 3. RKG 1755 - 1760 (1680 - 1759)
Beweismittel: Neubelehnung des Freiherrn Ferdinand von Hövelich, kurköln. Geheimer Rat, Amtmann zu Liedberg, Herr zu Lauvenburg, gegen Erlegung von 600 Rtlr. 1680; Lehnbrief von 1681 für Franz Karl von Frens zu Lauvenburg und Kendenich; Lehnbrief von 1725 für Maria Anna von Frens gen. Hövelich, Witwe des Franz Karl von Frens; Zustimmung des Abts von Kornelimünster von 1733 zur Übertragung des Rittersitzes Blens 1730 durch Maria Anna von Frens und Hövelich an Heinrich Ferdinand von Cortenbach; Genealogie der Appellatinnen (Q 7 - 13). Insinuationsgebühren (Q 15). RKG- „Mandatum decreti attentative lati cassatorium, revocatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 12. Dez. 1755 (Q 20). Urteil des jül.-berg. Geheimen Rats vom 4. Feb. 1755 in Revisionssachen Frens ./. Cortenbach (Q 27). RKG- „Mandatum ulterius attentatorum revocatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 15. Juni 1756 mit (Bei-)Urteil vom 9. April 1756 (Q 29). RKG-(Bei- )Urteile vom 5. Juni 1758 und 7. März 1759 (Prot.).
Beschreibung: 4,5 cm, 198 Bl., lose; Q 1 - 37, 7 Beilagen von 1756 - 1759.




1757 - 1776 (1578 - 1764)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zum Streitgegenstand siehe RKG 1221 (C 884/1994); hier insbesondere Erbschaftsstreit um den Zieveler Hof zu Dernau (bei Ahrweiler) in der Reichsherrschaft Saffenberg (Saffenburg). Berufung vom Urteil der Vorinstanz vom 6. Aug. 1756, wonach Freiherr von Cortenbach den Zieveler Hof an die Erbengemeinschaft von und zu Frens abtreten muß, es sei denn, er könne binnen Monatsfrist beweisen, daß ein anderer sog. Zieveler Hof zu Dernau vorhanden sei als derjenige, mit dem Heinrich Hattard von Metternich zu Zievel 1617 belehnt worden ist. Das RKG verweist mit Urteil vom 1. Feb. 1763 den Prozeß an die Vorinstanz. 1776 endet der Prozeß durch Vergleich.

Aktenzeichen : C 886/1996

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Heinrich Ferdinand) von Cortenbach zu Lauvenburg (bei Kaarst, Kr. Grevenbroich), (Bekl.: seine Gattin Maria Anna von Frens gen. Hövelich, Witwe des Franz Karl von Frens zu Lauvenburg)
Beklagter: Erbengemeinschaft von und zu Frens: Georg Anton Dominicus Freiherr von Beissel zu Gymnich namens seiner Gattin Maria Anna von Frens, Karl Friedrich Melchior Freiherr von Kesselstadt namens seiner Gattin Isabelle Therese von Frens und Maximilian Heinrich von Droste namens seiner Gattin Maria Katharina von Frens, alle Töchter des Franz von und zu Frens und der Isabella von Brabeck, (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1758 - Subst.: Lic. von Bostell
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Werner [1748] 1757 - Subst.: Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler
Prozeßart: Appellationis den Zieveler Hoff zu Dernau betr.
Instanzen: 1. Gräflich Mark-Saffenbergische Lehnmannkammer respektive Kanzlei (Beisitzer) zu Schleiden 1736 - 1756 - 2. RKG 1757 - 1776 (1578 - 1764)
Beweismittel: Kammergerichtsbotenlohn (Q 12). RKG-Urteil vom 1. Feb. 1763 (Q 25). Belehnungsurkunde des Grafen Ernst von der Mark von 1621 für Johann Dietrich von Efferen betr. den halben Malberger Hof; ebenso von 1651 für Ferdinand von Frens zu Stolberg (III 15f.). 2 Pachtzetttel des Heinrich Adolph von und zu Frens und Stolberg, Domkapitulars zu Hildesheim, von 1686 (III 21 - 24). Besitzverzeichnis der Pächter betr. Weingärten 1686 (III 24 - 30). Abgabeverzeichnis vom Harffer Hof und seinen Liegenschaften (III 30 - 36). Belehnung der Ottilia von Harff, Witwe des Adolph von Efferen, für ihren minderjährigen Sohn Wilhelm Adolph von Efferen mit dem Malberger Hof 1619 (III 44 - 46). Lehnbriefe für Godhard von Harff, Sohn des Jakob von Harff, 1594 (III 61) und für Wilhelm Adolph von Efferen, minderjährigen Sohn des Adolph von Efferen (III 62). Urkunde der Maria von Orsbeck, Witwe des Heinrich Hattard von Metternich zu Zievel, von 1656 (III 179f.). Auszug aus der Erbteilung von 1656 zwischen den Eheleuten Ferdinand von und zu Frens und Stolberg, kurköln. Erbkammerherr und Amtmann zu Hülchrath, und Odilia Maria von Efferen sowie Johann Nikolaus Schenk von Schmidtberg und Regina Eleonora Ursula von Metternich (II 78f.). Erbteilung von 1684 zwischen Ferdinand, Heinrich Adolph, Franz, Franz Karl und Johann Sigismund von Frens, Söhnen des Ferdinand von Frens und der Odilia Maria von Efferen (III 80f). Auszug aus dem Hofgeding des Harffer Hofs 1578 (III 90). Belehnung der Odilia von Harff, Witwe des Adolph von Efferen, mit dem Malberger Hof für ihren noch lebenden Sohn Johann Dietrich von Efferen 1621 (III 90f.). Auszug aus der Erbteilung von 1696 zwischen den Brüdern Franz Karl, Franz und Johann Sigismund von Frens (III 94f). Vollständiger Erbteilungsvertrag von 1684 (III 108 - 118). RKG-(Bei-)Urteile vom 1. Feb. 1760, 17. Juli 1761 (Prot.).
Beschreibung: 3 Bde.; Bd. I: 1,5 cm, 109 Bl., gebundenes Prot. sowie lose Aktenstücke der Vorinstanz von 1754 - 1756; Bd. II: 2,5 cm, 204 Bl., gebunden, Q 1 - 29, 31 - 40, Q 41* fehlt; Bd. III: 2 cm, 128 Bl., gebunden, Q 30 (Priora). Vgl. RKG 1221 (C 884/1994).




1756 - 1759 (1755 - 1758)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Appellation gegen das Urteil der Vorinstanz vom 7. Sept. 1755, wonach von Cortenbach an die Erben von und zu Frens (Frenz, Frentz) 6265 Rtlr. (zu je 80 Albus) und 38 3/4 Albus Erbschulden zuzüglich Zinsen (4086 Rtlr. 4 Albus) zahlen soll. Die Schuldforderung der Appellaten beziehe sich auf das bewegliche und allodiale Erbe der Familie Frens und rühre von den Erbteilungen der Brüder Heinrich Adolph, Franz Karl, Johann Sigismund, Ferdinand und Franz von Frens in den Jahren 1684 und 1696 her. Der Anspruch richtet sich gegen die Universalerbin des Franz Karl von Frens zu Lauvenburg, seine Witwe Maria Anna von Frens gen. Hövelich, nunmehrige Ehefrau des Freiherrn von Cortenbach. Der Appellant lehnt es ab, für die Erbschulden des Franz Karl von Frens aufzukommen. Die Forderung der Appellaten sei längst verjährt. Später zieht er offenbar seine Berufung zurück.

Aktenzeichen : C 887/1997

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Heinrich Ferdinand) von Cortenbach (Courtenbach) zu Lauvenburg (bei Kaarst, Kr. Grevenbroich), (Bekl.)
Beklagter: Erbengemeinschaft von und zu Frens (wie in RKG 1223 (C 886/1996)), (Kl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1758 - Subst.: Lic. von Bostell
Prozeßart: Appellationis eine Schuldforderung
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Offizialat (Kommissare) zu Köln (1746 - ?) - 2. Kurfürstl. köln. Offizial zu Köln als Revisionsgericht (? - 1755) - 3. RKG 1756 - 1759 (1755 - 1758)
Beschreibung: 1,5 cm, 45 Bl., lose; Q 1 - 9.




1757 - 1759 (1754 - 1759)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um den Orsbecker oder Breuer (Brewer) Hof in der kurköln. Unterherrschaft Kendenich (Gem. Hürth, Kr. Köln), den die Brüder Franz Karl und Franz von Frens gemeinsam besessen haben und den Maria Anna, die Witwe des Franz Karl von Frens und jetzige Frau des Appellanten, (zur Hälfte) geerbt hat. Streitig ist insbesondere, ob der Hof ein Feudal- oder Allodialgut ist. Der Appellant glaubt, es handle sich um ein Allodialgut, da der Orsbecker Hof mit 213 3/4 Morgen Artland, 6 Morgen Benden und 6 3/4 Morgen Weingarten unmöglich ein Lehnszubehör der nur 30 Morgen umfassenden lehnbaren Herrschaft Kendenich sein könne. Das Gericht zu Kendenich habe attestiert, daß der streitige Hof ein adeliges Gut und Rittersitz, ehemals Neuhaus genannt, sei. In einer Prozeßschrift werden verschiedene Inhaber des Kendenicher Lehens aufgezählt (1396 Ritter Heinrich von Kendenich, 1517 Dam von Orsbeck, 1551 minderjähriger Adolph von Frens, Sohn der Agnes von Orsbeck, 1555 die Geschwister Dam und Agnes von Orsbeck, 1561 die minderjährigen Kinder des Dam von Orsbeck, 1622 Wilhelm von Orsbeck, 1651 Maria von Orsbeck, Frau des Heinrich Hattard von Metternich zu Zievel, 1662 Johann Sigismund von Frens). Die 1. Instanz erlegte auf Rat einer unparteiischen Universität mit Bescheid vom 17. Sept. 1754 den Erben Frens auf, die Lehnsqualität des streitigen Hofs zu beweisen. Die 2. Instanz sprach im Revisionsverfahren mit Urteil vom 13. Juli 1756 die Erben Frens von der Klage des Cortenbach und der Beweislast frei. Cortenbach zieht offenbar 1759 seine Berufung zurück.

Aktenzeichen : C 888/1998

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Heinrich Ferdinand) von Cortenbach zu Lauvenburg (bei Kaarst, Kr. Grevenbroich), (Kl.)
Beklagter: Erbengemeinschaft von und zu Frens (wie in RKG 1223 (C 886/1996), aber Karl Friedrich Wilhelm von Kesselstadt) und als Intervenient kurköln. lehensfiskalischer Anwalt, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1758 - Subst.: Lic. von Bostell - Dr. Clarwasser (1757)
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Werner (1757)
Prozeßart: Appellationis den zu Kentenich gelegenen Orsbecker oder Breuershoffbetr.
Instanzen: 1. Kurköln. Regierung zu Bonn (? - 1754) - 2. Kurfürstl. köln. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn als Revisionsgericht (? - 1756) - 3. RKG 1757 - 1759 (1754 - 1759)
Beweismittel: RKG-Dekret vom 13. Aug. 1755 in Sachen von Cortenbach ./. kurköln. Hofrat zu Bonn (Q 6). Kammergerichtsbotenlohnschein (Q 15). RKG-(Bei-)Urteil vom 13. Sept. 1758 (Prot.).
Beschreibung: 2,5 cm, 88 Bl., lose; Q 1- 16, 3 Beilagen prod. 20. Juni 1759.




1757 - 1568 (1756 - 1757)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klage gegen das Eingreifen des kurkölnischen Hofrats - durch sein Dekret vom 13. März 1756 - in eine am RKG anhängige Sache. Hintergrund des Prozesses ist der 4. Appellationsprozeß („appellationis quarta“) der verwitweten Frau von Frens und Hövelich, nunmehr Gattin des Klägers, gegen die Erben von Frens zu Frens, die Nichten ihres verst. Mannes Franz Karl von Frens, in deren Verlauf sie am 16. Okt. 1744 und 19. Nov. 1749 zur Abtretung des Rittersitzes Lauvenburg (Alt Lauvenburg, bei Kaarst, Kr. Grevenbroich) verurteilt worden ist. Den Rittersitz habe sie inzwischen den Erben Frens eingeräumt, offen sei allerdings noch die Aufrechnung der Renten- bzw. Früchteeinnahmen gegen die von Franz Karl von Frens zu Lauvenburg und vom Kläger durchgeführten „Meliorationen“, was der verwitweten Frau von Frens und Hövelich mit Urteil vom 31. Okt. 1753 zugestanden worden sei.

Aktenzeichen : C 889/1999

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr (Heinrich Ferdinand) von Cortenbach
Beklagter: Kurfürstl. köln. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn
Prokuratoren (Kl.): Dr. Ruland (1757)
Prozeßart: Mandati cassatorii ac inhibitorii de sibi non arrogando cognitionem ... sine clausula
Instanzen: RKG 1757 - 1568 (1756 - 1757)
Beweismittel: Lohnschein des Kammergerichtsboten (in Q 1). RKG-(Bei- )Urteil vom 27. Mai 1757 (Prot.).
Beschreibung: 1 cm, 19 Bl., lose; 4 Schriftsätze als Q 1 - 3 prod. 4. März 1757.




1767 - 1788 (1433 - 1784)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um den lehnbaren Rittersitz Neuenberg („Neuerburg“, bei Neuss) im Amt Hülchrath mit seinen Höfen Gubisrath, Aldebrück, Elvekum, Bongardshof, Kollenberger und Lövenicher Hof und den übrigen Pertinentien zu Rosellen, Norf, Nievenheim und Neukirchen (Kr. Grevenbroich). Der Erzbischofvon Köln hat das Haus Neuenberg 1465 an den Ritter Bernhard von Aldenbrück gen. Velbrück (Vellbrüggen) und dessen Frau Irmgard verpfändet. 1559 wurde es auf Bitten der Eva von Bemmelsberg, Witwe eines Bernhard von Velbrück, Ritterrichters des Fürstentums Luxemburg, in ein Erblehen umgewandelt und der Witwe namens ihrer Kinder übertragen. 1592 verkauften die Eheleute Wilhelm von Eltz zu Eltz und Anna von Velbrück mit Zustimmung des Lehnsherrn das Schloß oder Haus Neuenberg an Johann von Aldenbrück gen. Velbrück, kurkölnischen Erbkämmerer. Des letzteren Erbtochter Maria Katharina von Velbrück heiratete 1621 Adolf Sigismund Raitz von Frens (Frentz) zu Kendenich und brachte so Neuenberg in die Familie von Frens. Den Rittersitz erbte ihr Sohn Ferdinand und nach dessen Tod ihr anderer Sohn Johann Sigismund von Frens zu Kendenich. Der Appellant leitet seinen Anspruch auf Neuenberg als testamentarischer Universalerbe seiner ersten Frau Maria Anna von Frens zu Kendenich her, der Tochter des Johann Sigismund von Frens aus dessen zweiter Ehe mit Sophia Maria von Quadt zu Buschfeld. Die Appellaten beanspruchen die streitigen Güter als Nachkommen der Maria Elisabeth von Frens (verheiratet mit Ambrosius Alexander von Reuschenberg ?), einer Tochter des Johann Sigismund und seiner ersten Frau Anna Adriana von Zweifel zu Wahn. Die 1. Instanz urteilte am 21. Juli 1756 in Extrajudizialsachen Cortenbach ./. kameralischen Anwalt und Freiherrn von Reuschenberg zu Setterich bzw. dessen Erben, daß das Lehen Neuenberg nicht heimgefallen sei und die Erben von Reuschenberg darin zu investieren seien. Vor der 2. und 3. Instanz wurde vor allem darum gestritten, was zum Lehnsgut Neuenberg gehörte und was als Allodialgut hinzuerworben wurde. Die 2. Instanz revidierte am 22. Dez. 1761 das erstinstanzliche Urteil insofern, als der Bongardshof mit dem Scheuren- und Schmittengut (200 Morgen) zu Rosellen aufgrund des Kaufvertrags der Eheleute Bernhard und Irmgard von Aldenbrück gen. Velbrück mit dem Kölner Bürger Jakob von Bergheim 1489 als allodial anerkannt und den Erben von Reuschenberg abgesprochen wurde. Streitig bleibt der Hof Gubisrath (Gem. Neukirchen, Kr. Grevenbroich). Cortenbach appelliert vom Urteil der 2. Instanz vom 18. Nov. 1766, wonach er aufgrund eines erzbischöfl. Lehnbriefs von 1559 den Gubisrather Hof samt Zubehör und Nutzungen seit dem Tod seiner ersten Gattin an die Erben von Reuschenberg abtreten muß, an das RKG. Es handelt sich um 116 1/2 Morgen Busch, Benden und Wiesen, Jahres- und Erbzinsen. Cortenbach klagt auch auf Restituierung des Lehens Neuenberg, da das Testament seiner ersten Gattin von 1734 rechtsgültig sei. 1784 scheinen sich die Parteien in Vergleichsverhandlungen zu befinden.

Aktenzeichen : C 890/2000

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Heinrich Ferdinand von Cortenbach (Courtenbach), 1772 seine Witwe, eine Freiin von Bourscheidt, (Kl. ?)
Beklagter: Erbengemeinschaft des Freiherrn von Reuschenberg zu Setterich: 1759 sein Schwiegersohn Franz Karl von Reuschenberg, 1761 dessen Sohn F(ranz) E(dmund) von Reuschenberg und Freiherr von Forstmeister von und zu Gelnhausen, Ritter des Deutschen Ordens, Koadjutor der Ballei Koblenz, kurkölnischer Geheimer Rat und Obrist, namens seines Pflegebefohlenen Franz Karl von Forstmeister von und zu Gelnhausen, später kurmainzischer Kämmerer und kurpfälzischer Geheimer Rat, Graf von Hoen und die übrigen Erben von Reuschenberg, (Bekl. ?).
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1767 - Subst.: Lic. Johann Konrad Jakob Adami - Dr. Johann Albert von Ruland 1772 - Subst.: Lic. Kaspar Scheurer - Lic. Damian Ferdinand Haas 1775 - Subst.: Lic. Johann Joseph Flach
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Georg Wilhelm Ludolf 1773 - Subst.: Lic. Johann Friedrich Lange - Dr. Kaspar Friedrich Hofmann 1782 - Subst.: Lic. Philipp Jakob Emerich
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Hofrat bzw. Hofkanzlei zu Bonn (? - 1756 ?). - 2. Kurfürstl. köln. Regierung bzw. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn als Revisionsgericht 1758 - 1766 - 3. RKG 1767 - 1788 (1433 - 1784)
Beweismittel: RKG-(Bei-)Urteile vom 17. Juli und 23. Okt. 1767 (Prot.). Lehnsbrief des Erzbischofs von Köln von 1651 für Ferdinand von Frens (Frentz) zu Kendenich (Q 11). „Elenchus oder natürlich wahrhafter Beweis ...“ des von Cortenbach mit Lehnbriefvon 1559 für die minderjährigen Kinder der Eva von Bemmelsberg, Witwe des Bernhard von Velbrück, Ritterichters des Fürstentums Luxemburg, mit Eid der Eva von Bemmelsberg 1559, Urkunde des Erzbischofs von Köln von 1591 über seine Einwilligung in den Kaufvertrag der Eheleuten Wilhelm von Eltz zu Eltz und Anna von Velbrück mit Johann von Aldenbrück gen. Velbrück, Urkunde der Maria Anna von Frens zu Kendenich, verheiratete von Cortenbach, von 1739 (Q 12). Insinuationsgebühren (Q 15). RKG- „Mandatum attentatorium, revocatorium, cassatorium et inhibitorium sine clausula“ vom 20. Juli 1767 mit Beiurteil vom 17. Juli 1767 (Q 18). „Rechtliches Gutachten über strittige Lehnbarkeiten bei einiger dem lehnbaren Schloß Neuenberg gelegenen Höfen und Aeckeren“ (Q 20). Kaufvertrag der Eheleute Bernhard von Velbrück und Irmgard mit dem Kölner Bürger Jakob von Bergheim von 1489, Rentverschreibung des Johann Adolf von Frentz zu Neuenberg 1659 (in Q 20). Deskription von Neuenberg 1630 (Q 21). RKG- „Ulterius compulsoriales“ mit Beiurteil vom 23. Okt. 1767 (Q 23). RKG- „Mandatum arctius attentatorum ...“ vom 12. Feb. 1768 (Q 24). RKG- „Mandatum ulterius attentatorum ...“ vom 23. Jan. 1768 (Q 31). Auszug aus einer Liste über adelige Sitze und deren Morgenzahl von 1669 (in Q 42). Rechtsgutachten der Juristenfakultät von Duisburg sowie Attestate von zwei Kölner Wardeinen von 1769 (Q 44). Lehnbriefvon 1690 für Maria Anna von Frens (in Q 46). Verzeichnis des Zubehörs und der Pachteinnahmen des Hauses Neuenberg aus dem Teilungsvertrag von 1671 zwischen Freiherrn von Frens zu Lauvenburg namens seiner Frau Maria Anna von Frens zu Kendenich, dem Freiherrn von Gymnich, kurpfälzischen Obristmarschall, namens seiner Frau Elisabeth von Frens zu Kendenich und dem Freiherrn von Wolff-Metternich zu Gracht als Vormund der Brüder Alexander Ambrosius und Jobst Edmund von Reuschenberg (Q 49). Pfandbrief des Erzbischofs von Köln von 1433 für die Eheleute Daem von Hontzler und Maria betr. Schloß Neuenberg und Hof zu Gubisrath (Q 58). Pfandbrief des Erzbischofs von Köln von 1465 für Bernhard von Aldenbrück gen. Velbrück (Q 59). Rechtsgutachten von 1768 zum kurköln. „Privilegium de non appellando“ mit Urkundenanhang von 1653 - 1761 (Q 60). Belehnung des Franz Karl von Frens namens seiner Frau Maria Anna von Frens mit Neuenberg 1724 (III 60 - 63). Erbverträge von 1692 und 1695 (III 65 - 72). Urkunde des Erzbischofs von Köln für Johann von Velbrück 1613 (III 182 - 184). Heiratsvertrag von 1621 zwischen Adolf Sigismund Raitz von Frens und Maria Katharina von Velbrück (III 204 - 206). Landmaß- und Deskriptionsprotokoll des Amtes Hülchrath von 1663 (III 226 - 235, IV 449 - 453). Pachtregister von Neuenberg 1630 (IV 447f.). Auszug aus dem Gefälleverzeichnis der Kellnerei zu Hülchrath 1628 (IV 448f). Auszug aus dem Teilungsvertrag von 1695 (IV 469 - 471). Pachtbrief des Heinrich Ferdinand von Cortenbach 1746 (IV 480 - 483). Verzeichnis von Pächtern 1734 (IV 509f, 519f.). Testament der Maria Anna von Frens, verheiratete von Cortenbach, von 1734 (V 613 - 620). Landdeskription der Güter zu Neuenberg (V 623 - 625). Erbvertrag von 1694 (V 651 - 654). Verzeichnis von Erbpachten 1629 (V 664 - 668). Reversbrief des Friedrich von Velbrück 1576 (V 728f.). Erbkaufvertrag der Eheleute Johann von Hövelich, kurköln. marschall, Kämmerer und Amtmann zu Hülchrath, und Elisabeth von Kolff zu Vettelhoven, Witwe des Johann von Velbrück, 1621 (V 744 - 753). Listen mit Höfen, Morgenzahlen und Pächtern (VI 921 - 923, 1008). Farbige Zeichnung, 41 x 33 cm, des vereidigten Landvermessers von den Äckern, Benden und Büschen des Hauses Neuenberg (VI 923/1). Prozeßkostenrechnung (VI 1031f.). Protokoll des Amtsverwalters Mappius betr. Sequestrationssachen (VI 1045 - 1048). Landtagsabschied von 1599 (VI 1055f.). Zeugenaussagen (VI 1114 - 1117). Kommissionsprotokoll von 1762 über Zeugenaussagen (VII = Q 75). Rentverschreibung des Johann Adolph von Frens zu Neuenberg 1659 (in VIII).
Beschreibung: 8 Bde.; Bd. I: 1 cm, 17 Bl., gebundenes Prot.; Bd. II: 5,5 cm, 358 Bl., gebunden, Q 1 - 70; Bd. III: 5 cm, Bl. 1 - 320, gebunden, Q 71; Bd. IV: 4 cm, Bl. 321 - 590, gebunden, Q 72; Bd. V: 4,5 cm, Bl. 591 - 891, gebunden, Q 73; Bd. VI: 4,5 cm, Bl. 892 - 1180, gebunden, Q 74; Bd. VII: 1 cm, 60 Bl., gebunden, Q 75; Bd. VIII: 2,5 cm, 136 Bl., gebunden.




1756 - 1772 (1559 - 1758)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erbschaftsstreit um Neuenberg („Neuerburg“) wie in RKG 1227 (C 890/2000). Hier Appellation vom Urteil der 1. Instanz vom 21. Juli 1756, die den Erben von Reuschenberg das Lehngut Neuenberg gegen Erlegung der Laudemialgelder zusprach, an das RKG. Streitig ist, ob Neuenberg ein „rechtes Lehn sive feudum ex pacto sive providentia“ oder ein „Erblehen sive feudum haereditarium“ ist. Im letzteren Fall ist ein Lehen (an Agnaten) übertragbar. Der Appellant leitet seinen Anspruch von seiner ersten Frau Maria Anna von Frens zu Kendenich, Tochter des Johann Sigismund aus zweiter Ehe, her, der beim Teilungsvertrag von 1695 mit den Kindern ihrer Halbschwester Maria Elisabeth von Frens, verheiratete von Reuschenberg, das Haus Neuenburg zugefallen und die 1726 damit belehnt worden sei. 1734 habe ihm seine nun verstorbene Frau das Gut rechtskräftig übertragen. Streit auch um die Prozeßkostenregelung der Vorinstanz und um das Fällen von Bäumen auf dem streitigen Gut. 1760 zieht der Appellant seine Berufung, wohl wegen Vergleichsverhandlungen, zurück.

Aktenzeichen : C 891/2001

Enthaeltvermerke : Kläger: Freiherr Heinrich Ferdinand von Cortenbach zu Lauvenburg (bei Kaarst, Kr. Grevenbroich), (Kl. ?)
Beklagter: Erbengemeinschaft des Freiherrn von Reuschenberg zu Setterich, nämlich die Kinder und Enkel der Maria Elisabeth von Frens (verheiratet mit Ambrosius Alexander von Reuschenberg ?), einer Tochter des Johann Sigismund von Frens (Frentz) zu Kendenich aus erster Ehe, (wie RKG 1227 (C 890/2000)) und kurkölnischer Kameralanwalt, (Bekl.)
Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1756 - Subst.: Lic. Johann Paul Besserer
Prokuratoren (Bekl.): Lic. Jakob Loskant 1757
Prozeßart: Appellationis
Instanzen: 1. Kurfürstl. köln. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn (? - 1756) - 2. RKG 1756 - 1772 (1559 - 1758)
Beweismittel: Urteil der Vorinstanz vom 21. Juli 1756 (in Q 4). Lehnbrief für Maria Anna von Frens, Witwe des Franz Karl von Frens, betr. Neuenberg von 1726 (Q 6). Übertragung Neuenbergs durch Maria Anna von Frens zu Kendenich an ihren zweiten Gatten, den Appellanten, 1734 (Q 7). Revers der Eva von Bemmelsberg, Witwe des Bernhard von Velbrück, des Ritterrichters des Fürstentums Luxemburg, mit Lehnbrief von 1559 (Q 9). Lehnbrief für Johann Sigismund von Frens, kurköln. Kammerkriegsrat, Brigadierobrist zu Fuß, Amtmann und Gubernator zu Kaiserswerth, von 1676 (Q 10). Erbteilung von 1695 zwischen den Minderjährigen von Reuschenberg, Kindern der Maria Elisabeth von Frens, einer Tochter des Johann Sigismund von Frens aus erster Ehe, und Maria Anna von Frens, Tochter des Johann Sigismund von Frens aus zweiter Ehe (Q 11). RKG-(Bei-)Urteile vom 27. Mai 1757 und 12. Jan. 1759 (Prot.).
Beschreibung: 1,5 cm, 84 Bl., gebunden; Q 1 - 20.



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