Kreisarchiv des Märkischen Kreises
Private Nachlässe und Sammlungen
Nachlässe und Sammlungen O-S
Magdalene Ossenberg-Engels, Altena
Anneliese Pilling, Gastwirtin, Altena
Permalink des Findbuchs


Signatur :

Name : Anneliese Pilling

Beschreibung : Von dem Nachlass der Gastwirtin Ruth Anneliese Pilling, der im Kreisarchiv Altena geordneten und verzeichnet wurde, gelangte ein Teil schon zu Lebzeiten der Wirtin in den Besitz des Archivs. Nach ihrem Tode fiel der andere Teil des Nachlasses auf ihren ausdrücklichen Wunsch ebenfalls an das Archiv.
Zu dem Nachlass gehören eine umfangreiche Fotosammlung, Privat- und Geschäftsbriefe, Familiendokumente und Unterlagen zur Geschichte des Hauses Pilling.

Anneliese Pilling wurde 1915 in Altena geboren. Ihre Eltern betrieben die Gastwirtschaft "Haus Pilling" in der Nettestr. 18. 1932/33 besuchte sie eine Heimfrauenschule in Eisenach und schloss nach dieser Zeit eine Ausbildung als Gymnastiklehrerin an. 1935 heiratete Anneliese Pilling den aus Dresden stammenden Regierungsassessor Dr. Ernst Heinrich, den sie während ihrer Ausbildungszeit in Berlin kennen gelernt hatte. Später zog sie mit ihrem Ehemann nach Namslau (Niederschlesien), wo er als Landrat tätig war. Anneliese Heinrich-Pilling kümmerte sich dort insbesondere um Kinder, die im Zuge der Kinderlandverschickung nach Schlesien kamen. In den letzten Kriegsjahren half sie bei der Organisation der Flüchtlingstrecks bis sie 1944 ebenfalls fliehen musste. Nach einem kurzen Aufenthalt in Altena eröffneten Anneliese und Ernst Heinrich mit einigen ehemaligen Parteimitgliedern in Norddeutschland einen Massagesalon mit Sauna, der überwiegend von Mitgliedern der englischen Besatzungsmacht aufgesucht wurde. Nach seiner Entnazifizierung arbeitete Dr. Ernst Heinrich, von dem sich Anneliese Pilling in den späteren Nachkriegsjahren scheiden ließ, zunächst in Altena, später zog er aus beruflichen Gründen nach Bonn.
Anneliese Pilling benutzte fortan wieder ihren Mädchennamen und übernahm nach Ablauf des Pachtvertrages der Mieter des Hauses Pilling die Gastwirtschaft der Eltern, die sie nach den Plänen eines Kunstprofessors renovieren ließ. 1979 heiratete sie ihren Untermieter Karl-Heinz, der bei der Heirat den Nachnamen seiner Frau annahm. Bereits 1982 starb Anneliese Pilling an Herzversagen. Karl-Heinz Pilling führte die Gaststätte weiter, bis er aus finanziellen Gründen gezwungen war, das traditionsreiche Haus zu veräußern.

Altena 1990
Elke Röschel


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