Historisches Archiv der Stadt Köln
Best. 30/N Nachträge


Signatur : Best. 30/N

Name : Nachträge

Beschreibung :
Bereits im 19. Jahrhundert war ein Findbuch des damals geordneten Bestands „Verfassung und Verwaltung angelegt worden. In ihm waren zusammengefasst Eidbücher, Sammelhandschriften, Statuten, Morgensprachen, Rollen und Ordnungen, das Schriftgut der Zentralverwaltung, also vor allem des Rats und seiner Organe, und das Schriftgut der Gerichte, wobei das Schreinswesen, Bauerbänke und Notare dem Gerichtswesen zugeschlagen worden waren. Als Walther Stein seine „Akten zur Geschichte der Verfassung und Verwaltung der Stadt Köln im 14. und 15 Jahrhundert herausgab, bezog er Schriftstücke in seine Publikation ein, die bisher im Findbuch nicht verzeichnet waren und zum großen Teil auch nicht nachgetragen worden sind. Abgesehen von einzelnen späteren Einträgen nachfolgender Archivare blieb der Bestand „Verfassung und Verwaltung so, wie er im 19. Jahrhundert geordnet und durch ein Findbuch erschlossen war.Nach dem 2. Weltkrieg entschied man sich, Restbestände zu erschließen und mit Hilfe eines Findmittels benutzbar zu machen. Gerhard Steinhofer gab Aktenstücke so, wie er sie vorfand, eine Nummer und ordnete die Akten in einem 1956 fertiggestellten Findbuch alphabetisch nach Betreffen. Auch diese Nummern sind in der Literatur vielfach zitiert.Jedoch hatte auch Steinhofer in seinem schnellen Durchgang nicht alle Aktenstücke erfaßt, die "Verfassung und Verwaltung" betreffen. Es blieben mehrere ungeordnete Bestände übrig, in denen sich sogar zahlreiche, teilweise schon von Stein in seiner Quellenpublikation gedruckte Schriftstücke fanden. Manche Aktenstücke waren schon unter Signaturen wie "Topographie" oder "Geleitsregister" der Forschung zugänglich gemacht und so zitiert worden. Auch diese AKten und Bestände oder Teilbestände mußten durchgesehen, erfaßt und neugeordnet werden. Schon vor der Neuordnung war klar, daß der alte im 19. Jahrhundert geordnete und durch ein Findbuch erschlossene Bestand "Verfassung und Verwaltung" nicht umorganisiert oder gar mit neuen Signaturen versehen werden konnte. Er war in der wissenschaftlichen Forschung seit alters eingeführt und nach den damals vergebenen Signaturen zitiert worden. Das Gleiche gilt im Prinzip auch für den von Steinhofer verzeichneten "Nachtrag zu Verfassung und Verwaltung". Die Nummern der Aktenstücke des Nachtrags waren schon vielfältig zitiert und verwandt worden, so daß sich eine tiefgreifende Umsignierung verbot. Nicht umsonst sind immer wieder Klagen laut geworden, daß die Benutzbarkeit von Archiven durch ständiges Umsignieren von Archivalien erschwert werde. Wenn die Vorwürfe auch zurecht erhoben werden, ergab sich bei der weiteren Durchsicht des Bestands "Nachtrag" doch sehr schnell, daß Steinhofer Akten zu einem Bestand zusammengeführt hatte, die dort nicht hingehörten oder Akten zusammengefaßt hatte, die getrennt werden mußten. Daher waren Eingriffe erforderlich. In der Mehrzahl der Fälle blieb jedoch die von Steinhofer vergebene Nummer erhalten. Mußten Aktenstücke getrennt werden, weil die Teile zu verschiedenen Ämtern beispielsweise gehörten, erhielten diese Teile zur von Steinhofer vergebenen Nummer eine a-, b-, c- oder d-Signatur (beispielsweise N 341 a, 341 b, 341 c usw.). Die wenigen Aktenstücke, die nicht zur "Verfassung und Verwaltung" gehörten, wurden ausgeschieden und dem entsprechenden Bestand zugeordnet, zu dem sie eigentlich gehörten.Das, was im Archiv traditionell unter "Verfassung und Verwaltung" zusammengestellt worden ist, ist nur ein Rest. Zur Verfassung und zur städtischen Verwaltung gehörte im Prinzip alles, was den Rat als dem zentralen Verfassungsorgan unterstanden hat. In der Frühzeit der Kölner Verfassungsentwicklung ist noch die Riecherzeche hinzuzuzählen, die aber vom Rat entmachtet wurde. Selbstständig, jedenfalls unabhängig vom Rat, waren die Amtleutegremien mit ihrer Schreinsführung. Aber auch sie gerieten unter die Oberaufsicht des Rats. Selbstständig blieben trotz aller Versuche des Rats das Hohe wetliche Gericht, die erbvogteilichen Gerichte an St. Gereon und auf dem Eigelstein und andere Gerichtsbildungen in den Außenbezirken der mittelalterlichen Stadt. Aber auch sie kamen nicht ohne Verhandlungen und Vereinbarungen mit dem Rat aus, wie sich beispielsweise daran zeigt, daß der Rat durchgesetzt hatte, daß der Greve und die Schöffen des Hohen weltlichen Gerichts ihre Urteile nur mit Hilfe der Gewaltrichter vollstrecken lassen durften. Die Gerichte waren auf die Unterstützung des Rats angewiesen wie andererseits auch der Rat auf die Tätigkeit der Gerichte nicht verzichten konnte. Akten, die sich auf Vereibarungen dieser Gerichte mit dem Rat bezogen, gehörten zum Bestand "Verfassung und Verwaltung".Aus Gründen der Übersichtlichkeit und des schnellen Zugriffs hat wohl schon der „Gaffel-Rat, wenn nicht im Mittelalter, dann doch im Laufe der Neuzeit Aktengruppen gebildet und aus der allgemeinen Aktenmasse ausgesondert wie „Actus et Processus, in dem sich nicht nur Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof, sondern auch Verhandlungen über dessen Einzug in Köln oder Vereinbarungen mit dem stadtkölnischen Klerus finden, oder „Köln und das Reich und andere Bestände. Man hat die Rechnungen aussortiert und zu einem eigenen Bestand gemacht, ebenso die Ratsprotokolle, Briefbücher, Urkunden, Schreinsbücher und anderes. Dazu kommen Bestände wie „Zunft und „Handel, die auch Schriftgut des Rats und seiner Organe neben solchem, das unabhängig von der städtischen Zentrale angefallen ist, enthalten. Der Jetzige Bestand „Verfassung und Verwaltung war und ist daher ein Rest, der nach der Ausgliederung wichtiger Teile übrig geblieben ist. Da sich die Aufteilung durchgesetzt und im großen und ganzen auch bewährt hat, ist an der grundsätzlich vorgegebenen Ordnung nicht gerüttelt worden. Die Aktenstücke, die zu „Köln und das Reich, zu „Handel oder „Zunft usw. gehörten, wurden diesen Beständen zugeführt. Der im 19. Jahrhundert verzeichnete Bestand „Verfassung und Verwaltung blieb, wie er war. Er ist nach im alten Findbuch verzeichneten Signaturen zu benutzen. Die Nummern des von Steinhofer 1956 zusammengestellten Nachtrags reichen im vorliegenden Verzeichnis bis 489. An ihnen mussten einige Änderungen vorgenommen werden, wie bereits dargestellt worden ist. Ab 490 beginnen Nummern der Aktenstücke, die auch nach 1956 noch ungeordnet im Archiv lagen. Da Steinhofer seine Nummern nicht nach sachlichen oder chronologischen Gesichtspunkten vergeben hat, sind sie auch im folgenden Findmittel nicht fortlaufend aufgereiht, sondern erscheinen jeweils unabhängig von der Ziffer unter der sachlich gebotenen Rubrik. Dagegen sind die Akten, die erst nach der Ordnungsarbeit Steinhofers verzeichnet wurden, also die Akten mit Ziffern ab 490, sachlich fortlaufend nummeriert. Nur in Ausnahmefällen sind a-Nummern eingeführt worden. Die in der Literatur schon eingeführten Geleitsregister und Bücher zur Topographie sind unter ihren alten Signaturen (Geleitsregister mit Nummer und Top. Mit Nummer) unter den sachlich gegebenen Gliederungsteilen aufgeführt.Das Gliederungsschema der folgenden Nachträge lehnt sich an die Gliederung des Findbuchs aus dem 19. Jahrhundert an. Eine schematische Einteilung nach alphabetischen Ge-sichtspunkten, wie es Steinhofer 1956 versucht hatte, schien wenig sinnvoll und dürfte auch dem Benutzer die Übersicht und die Handhabung eher erschweren. Trotz des an sich ansprechenden Gliederungsschemas aus dem 19. Jahrhundert ist in dem folgenden Nachtrag in einigen Punkten davon abgewichen worden. Unter dem Gliederungspunkt „Allgemeines finden sich Sammelhandschriften, Statuten und Morgensprachen. Es folgen Akten der Zentralverwaltung, worunter vor allem der Rat zu verstehen ist. Zum Rat gehören eigentlich noch die Ratsämter, die aber aus praktischen Gründen der Übersichtlichkeit ausgegliedert sind. Hatte ein Ratsamt eine Gerichtsbarkeit hervorgebracht oder vom Rat delegiert erhalten, wurden die Akten solcher Gerichte den Ratsäm-tern zugeordnet, beispielsweise das Bürgermeistergericht den Bürgermeistern, das Gewaltgericht den Gewaltrichtern und das Weinschulengericht den Rheinmeistern. Die Akten, die in dem Amt geführt wurden, dem der Ratsherr oder gewesene Ratsherr vorstand, sind dem jeweiligen Ratsamt zugeordnet, beispielsweise die Rentkammer und andere Kassen den Rentmeistern, Polizeisachen den Gewaltrichtern, die Kellerschreiberei den Weinmeistern, die Apotheken den Apothekenherren usw. Obwohl die städtischen Bediensteten letzen Endes der städtischen Zentralverwaltung und dem Rat unterstellt waren, wurden sie zu einem besonderen Bereich der „Verfassung und Verwaltung zusammengefasst. Das Gleiche gilt für städtische Einrichtungen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit empfahl es sich, Beratungsgegenstände vor dem Rat zu einem größeren Bereich des Bestands zusammenzustellen. Zeremonialien, Bürgerrecht, Reform, Unruhen, Fehde, Geleit und anderes waren Probleme, die den Rat immer wieder beschäftigt haben und zu deren Lösung er oft Schickungen und Kommissionen zusammentreten ließ. Solche Beratungsgegenstände tauchen als Gliederungspunkte auch im Findbuch des 19. Jahrhunderts auf, sind dort aber eher versteckt unter der Generalüberschrift Zentralverwaltung angeführt. Der Gliederungspunkt Beratungssachen soll die Übersichtlichkeit erhöhen und den Zugriff zu bestimmten Akten erleichtern.Herausgehoben zu werden aus der Zentralverwaltung oder dem Gerichtswesen unter dem er im Findbuch des 19. Jahrhunderts steht, verdient das Schreinswesen, eine Institution, durch die sich Köln von anderen Städten abhebt. Dazu gehören auch alle sonstigen Liegenschaften in der Stadt. Abgesetzt von der Zentralverwaltung gehört das Schreinswesen auch deshalb, weil die Schreine von relativ selbstständigen Behörden in Kirchspielen und Sondergemeinden verwaltet wurden. Es folgen fast am Schluß die Gerichte wie schon im Findbuch des 19. Jahrhunderts. Allerdings finden sich unter der Rubrik Gerichtswesen nicht die Gerichte, die Ratsämtern angegliedert waren. Zum Schluß sind Verträge und dergleichen aufgelistet, die mit der Stadt nicht unbedingt etwas zu tun hatten, aber aus irgendwelchen Gründen im Archiv gelandet sind, möglicherweise weil sie Gegenstand von Verfahren vor Kölner Gerichten gewesen sind.

Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken