Historisches Archiv der Stadt Köln
Best. 440 Statistisches und Wahlamt


Signatur : Best. 440

Name : Statistisches und Wahlamt

Beschreibung :
Die 87 im Bestand 440 zusammengefassten Akten bilden den Rest der Überlieferung der innerhalb der Stadtverwaltung Köln mit den Aufgabenbereichen Wahlen und Statistik betrauten Dienststellen. Zum überwiegenden Teil stammen sie aus Bestand 402, spätere Abgaben wurden den Abteilungen 13: Statistik und Wahlangelegenheiten (Nr. 49 und 59) und 15: Rechtswesen (Nr. 35 - 39) zugewiesen. Eine letzte Abgabe stammt aus dem Jahr 2005.Geschichte des Statistischen und WahlamtesMit dem Zugeständnis von Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung (seit 1845), zum Abgeordnetenhaus (seit 1848) und zum Provinziallandtag (seit 1826) richtete die Stadtverwaltung eine besondere Wahlabteilung ein. Da ihre Aufgabe vor allem in der Zuordnung der wahlberechtigten Bürger zu dem sich aus dem Dreiklassenwahlrecht ergebenden Wahlzensus bestand, lag eine Zuordnung zum Klassensteuerbüro nahe. Das Dreiklassenwahlrecht war bereits in der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz vom 23. Juli 1845 angelegt und am 30. Mai 1849 für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus (Zweite Kammer des Preußischen Landtags) allgemein eingeführt worden. Seit 1871 regelte die Wahlabteilung auch den Ablauf der Reichstagswahlen.Etwa zur gleichen Zeit sah sich die Stadt in zunehmendem Maße vor die Notwendigkeit gestellt, das rasche Anwachsen der Stadt mit gezielten Planungen zu begleiten. Die dafür erforderlichen Daten sollte die durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 9. März 1876 innerhalb des Klassensteuerbüros eingerichtete „Abteilung für Statistik liefern. Ihre Hauptaufgaben bestanden zunächst noch in der Führung der Einwohnermeldekartei, der Sicherung der Steuerverwaltungsunterlagen und der Aufstellung der Wählerlisten. Statistische Erhebungen traten demgegenüber zunächst noch in den Hintergrund. Zu ihnen gehörten die Bevölkerungsstatistik (insbesondere die bis dahin vom Niederrheinischen Verein für öffentliche Gesundheitspflege geführte Sterblichkeitsstatistik), eine Wohnungsstatistik sowie die statistische Erfassung der Lebensmittelpreise und der meteorologischen und hydrographischen Vorgänge. Zu zentralen Aufgaben entwickelten sie sich erst mit der Umwandlung der Statistischen Abteilung in das dem Oberbürgermeister direkt unterstellte „Statistische Büro zum 1. Juli 1883. Zum ersten Bürovorsteher berief man Max Hövet im Range eines Stadtsekretärs. Ihm folgte 1887 Karl Zimmermann. Zu dieser Zeit scheint das Statistische Büro eine weitere Aufwertung erfahren zu haben, die ihren Ausdruck am 1. April 1892 in der Ernennung Karl Zimmermanns zum Direktor und 1897 in der Umwandlung des inzwischen dem Dezernat „Allgemeine Verwaltung zugeteilten Büros in ein „Statistisches Amt fand. Zentrale Aufgabe des Wahlamtes blieb die „Kontrolle aller Steuerpflichtigen zu irgend einer Wahl berechtigten Personen in Bezug auf Wohnung und Steuerveranlagung. Dem Statistischen Amt oblagen Erhebungen zum Arbeitsmarkt, zu Bautätigkeit, Bevölkerungsentwicklung, Gewerbe, Handel und Verkehr, Beiträge zu Statistischen Jahrbüchern und die Redaktion der Verwaltungsberichte.Im Jahre 1912 übernahm Georg Neuhaus aus Königsberg die Leitung des Amtes. Schon zum Berichtsjahr 1911 konnte er das von ihm begründete „Statistische Jahrbuch der Stadt Köln vorlegen und seit 1913 mit der Zeitschrift „Kölner Statistik eine eigene Publikationsreihe herausgeben. Die „Kölnischen Statistischen Vierteljahreshefte wandelte er seit 1914 in Monatsberichte um. Nach dem I. Weltkrieg unterstanden Wahlamt und Statistisches Amt verschiedenen Beigeordneten. Das inzwischen mit den Arbeiten über „Köln im Weltkrieg beauftragte Statistische Amt unterstand dabei dem für alle kriegswirtschaftlichen Angelegenheiten zuständigen Dezernat. Am 7. November 1927 trat der bisherige Leiter des Amtes für Wirtschaft und Statistik in Ludwigshafen, Albert Zwick, die Nachfolge in der Amtsleitung an.Bis zur Jahrhundertwende war die Dienststelle am Rathausplatz untergebracht. Im Jahre 1900 zog das Amt in die Portalsgasse 1, von 1902-1903 war es im Mauritiussteinweg 59 untergebracht. Von 1904-1911 lautete die Anschrift „Sandbahn 3 und in den Jahren 1912-1913 „Gürzenichstraße. 1914 verlegte man das Amt in das Haus „Unter Goldschmied 38.Die Akten der Dienststelle wurden zunächst wie die der älteren Abteilung „Wahlen in der Registartur D geführt, blieben bei deren Teilung 1890/91 zusammen mit den Unterlagen zur Verwaltung der dem Wahlzensus zugrunde liegenden Steuer in der Registratur D I, wechselten zum 14. April 1892 aber zur Registratur D II. Die Einrichtung eigener Registraturen für das Statistische Amt (Registratur St A) und für das Wahlamt (Registratur W) erfolgte am 22. Januar 1909. Von 1912-1921 bestand die Registratur des Wahlamtes unter der Bezeichnung A 17, während das Statistische Amt seine Akten außerhalb dieser Gliederung führte. Erst am 15. Oktober 1921 wurde das Statistische Amt mit der Kennziffer A 19 in die Registraturordnung eingefügt.Seit dem 31. Januar 1928 bildeten das Statistische Amt und das Wahlamt wieder eine Dienststelle, die als „Statistisches und Wahlamt die Kennziffer A 3 erhielt. Das Bürogebäude lag jetzt im Handelshof (Blaubach 1), im Juni 1928 erfolgte der Umzug ins Johannishaus. Das Amt führte jetzt wieder die 1883 abgetrennte, beim damaligen Wahlamt verbliebene Personenstands- und Wahlkartei. Weitere Aufgaben bestanden in der Führung der Impfkartei, der Aufstellung der Schöffen- und Geschworenenlisten, der Verwaltung des Schiedmannswesens und der Ausfertigung von Steuerkarten. Im engeren Bereich der Statistik vollzog sich eine Schwerpunktverlagerung von der bisherigen Bevölkerungs- und Kulturstatistik auf die Wirtschafts-, Verkehrs-, Finanz- und kommunale Geschäftsstatistik.1933 bestand das Amt zunächst unter der Gliederungsziffer -31- mit den Abteilungen -311- (Statistische Abteilung) und -312- (Wahlabteilung) fort. Im folgenden Jahr erfolgte unter Beibehaltung der Gliederungsziffern eine Umbenennung in „Statistisches und Einwohneramt. Die Wahlabteilung wurde in Einwohnerabteilung umbenannt. Im Verlaufe des II. Weltkrieges erlitt das Amt mehrfach schwere Bombenschäden mit großen Aktenverlusten. Am 29. Juni 1943 ging die gesamte Bibliothek mit etwa 23.000 Bänden verloren. Von Juli 1943 bis Juni 1944 waren die Büroräume in die Ehrenfelder Schule Borsigstraße verlagert. Nach dem Rückzug in die Johannisstraße kam die Arbeit des Amtes am 2. März 1945 völlig zum Erliegen.

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