Historisches Archiv der Stadt Köln
Best. 551 Schulamt (Höhere Schulen)


Signatur : Best. 551

Name : Schulamt (Höhere Schulen)

Beschreibung :
1. Aufbau der SchulverwaltungWie bei den Volksschulen die Schuldeputation so wurden zur Verwaltung der einzelnen höheren und mittleren Schulen durch die Stadtverordnetenversammlung Kuratorien bestellt bzw. gewählt. Diese Gremien nahmen aber im Gegensatz zur Schuldeputation keine Zwischenstellung zwischen dem Gemeindevorstand und der staatlichen Aufsichtsbehörde ein und hatten auch keinen Anteil an der Aufsicht der Schulen. Die Schulaufsicht bei den mittleren und höheren Schulen wurde von der Regierung und dem Provinzialschulkollegium ausgeübt, wobei diese im Besonderen für die inneren Angelegenheiten der Schulen Sorge trugen.Die Kuratorien setzten sich zusammen aus: 1. Dem Oberbürgermeister oder einem von ihm dazu bestimmten Beigeordneten als Vorsitzenden, 2. Den Leitern der Anstalten, von denen jeder nur in Angelegenheiten der von ihm geleiteten Schule stimmberechtigt war, 3. 6 Mitglieder aus der Stadtverordnetenversammlung oder der übrigen Bürgerschaft. Die Mitgliedschaft der gewählten Stadtverordneten erlosch mit der Aufgabe des Amtes. Alle 2 Jahre schied ein Drittel der gewählten Mitglieder aus. Die Mitwirkung der Gemeinde bei den mittleren und höheren Schulen beschränkte sich auf die äußeren Angelegenheiten. Die Kuratorien bereiteten die Schuletats zur Vorlage bei der Stadtverordnetenversammlung vor, prüften die Jahresrechnungen, besaßen das Vorschlagsrecht bei Stellenbesetzungen und stellten Anträge zur Versetzung in den Ruhestand. Sie trafen Beschlüsse in Sachen des Schulgeldes nach Maßgabe der von der Stadtverordnetenversammlung aufgestellten Richtlinien. Ferner sorgten die Kuratorien für die Instandhaltung der Schulgebäude und für die Ausstattung der Schulen. Die Vollziehung der Beschlüsse der Kuratorien und die Führung des gesamten Schriftwechsels oblag dem Bürgermeister (siehe Geschäftsanweisung für das Kuratorium... 1891, in Bestand 551, 149, Blatt 2- 3). Seit 1923 werden die Aufgaben für alle höheren Knabenschulen von einem Verwaltungsausschuss wahrgenommen, der sich unter Vorsitz des Oberbürgermeisters bzw. des Beigeordneten Linnartz aus Stadtverordneten, Bürgermitglieder und Vertretern der Lehrerschaft zusammensetzt (Festschrift 100 Jahre Gymnasium Kreuzgasse, S. 81)2. RegistraturverhältnisseBis zum Jahre 1887 waren die Akten der Stadt Köln in einer Einheitsregistratur organisiert. Akten betreffend die höheren Schulen, die vor 1887 geschlossen wurden, befinden sich im Bestand 400 Oberbürgermeister. Bei der Aufspaltung der Aktenführung 1887 verblieben die Akten der höheren Schulen bei der Hauptregistratur H. Nach der Teilung der Hauptregistratur in die Registraturen H I und H II 1889 bildeten sie die Abteilung XII der Registratur H I. Schon 1890 wurde die Registratur H I aber entlastet, die Schulabteilung XII wurde als Abteilung XIII der Registratur C angehängt, die bis dahin nur für die Akten der Elementarschulen bestimmt war. Von 1890 an wurden also Akten aller Schultypen einheitlich in der Registratur C bearbeitet. Im vorliegenden Findbuch sind die Akten betreffend die höheren Schulen weitgehend nach dem Gliederungsprinzip der Registratur C geordnet. Zu diesem Zweck wurden sie dem Bestand 403 (Abt. M und XII), den Beständen 39, 40-44, 40, 41, 43, 44 und Acc. 355 entnommen. Aufgenommen wurden auch die Stiftungen für die höheren Schulen, deren Akten, soweit sie von der Stadt geführt wurden, zur Abteilung XIV der Registratur H I gehörten, weitere Akten enthält der Bestand 22, Stiftungen. Die recht dürftige Aktenüberlieferung von seiten der Schulverwaltung wird ergänzt durch die üblichen der einzelnen Schulen, die eigene Bestände bilden, auf die an den entsprechenden Stellen verwiesen wird.Im Jahre 1912 erhielt die Registratur C die neue Bezeichnung A. 4 - Abteilung für Schulwesen.In Anlehnung an die Einteilung des Haushaltsplanes wurde die Verwaltung im Jahre 1928 neu gegliedert. Demzufolge wurden die Abteilung für Schulwesen - A. 4 und das 1921 geschaffene Amt für Berufs- und Fachschulen - A. 26, zu einem Amt, mit der Bezeichnung "Schulamt - A. 10", vereinigt. Die besonderen Aktenregistraturen wurden unter Aufteilung der Akten auf die Sachbearbeiter aufgehoben. Das gleichzeitig notwendige neue Aktenverzeichnis wurde unter Anwendung des Zehnersystems aufgestellt. Ferner wurde eine neue Aktenheftung eingeführt. Im Gegensatz zu der bis dahin praktizierten Fadenheftung wurden die einzelnen Schriftstücke nun gelocht und in besonders dazu eingerichtete Mappen und Aktendeckel eingefügt (Vertikalsystem). Im Jahre 1933 erhielt das Schulamt die Gliederungsziffer 71 mit den entsprechenden Unterabteilungen 711 - Abteilung für Volksschulen, 7111 - Volksschulen, 7112 - Sonderschulen, 7113 - Kindergärten, 7114 - Seminare und Institute, 712 - Abteilung für mittlere, höhere und sonstige Unterrichtsanstalten, 713 - Abteilung für Berufs- und Fachschulen, 7131 - Berufs- und Fachschulen, 7132 - Kölner Werkschulen und Gewerbeförderungsanstalt und 7133 - Techn. Staatslehranstalt und Berufspädagogisches Institut.3. Quellen und LiteraturBestand 902, 190, 1-2 Mittleres und höheres Schulwesen 1918-1933.Bestand 413, 29-30 Berufung von Beiräten für Angelegenheiten der mittleren und höheren Schulen 1935-1940.Bestand 1010, 21 (Bayer) Zeitungsausschnittssammlung betreffend Schulwesen Köln in hygienischer Beziehung, Festschrift, Köln 1898.Naturwissenschaft und Gesundheitswesen in Cöln, Festschrift für die Teilnehmer an der 80. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Cöln, Cöln 1908. (Eq 58)Verwaltungsberichte der Stadt Köln, 1886/1887 ff.Ludwig Voss, Geschichte der höheren Mädchenschule, Köln 1952.Die Stadt Cöln im ersten Jahrhundert unter Preußischer Herrschaft, hrsg. von der Stadt Cöln, 2 Bände, Cöln 1915. (Eq 78)Klaus Pabst, Die höheren Schulen Kölns im 19. Jahrhundert bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges, in Studien zur Geschichte der Universität zu Köln, hrsg. von der Senatskommission für die Geschichte der Universität zu Köln, Bd. 2, Köln 1985.4. Herkunft der Akten / OrdnungsverfahrenDas Schriftgut der Schulverwaltung wurde nach der Abgabe an das Historische Archiv erstmals in verschiedenen Aktenbeständen nach dem Pertinenzprinzip mit den Archivbezeichnungen Rep. 402, 403 sowie Bestand 40-44 Schulamt erfasst. Zur geplanten Rekonstruktion der Altregistratur, das heißt zur Rückführung der Akten zu Provenienzbeständen, wurden anhand der Altsignaturen die entsprechenden Akten den aufzulösenden Beständen entnommen und zu neuen mit den Bestandsnummern 550 (Schulamt, Volksschulen), 551 (Schulamt, Höhere Schulen) und 552 (Schulamt, Berufs und Fachschulen) formiert. Die Akten erhielten fortlaufende Nummern.Den vorliegenden Bestand 551 bilden Akten des Höheren Schulwesens aus der Registratur "H I", ab 1890 "C" und ihren späteren Bezeichnungen A. 4, A. 10 und 712 - Abteilung für mittlere, höhere und sonstige Schulen. Er umfasst 283 Akteneinheiten mit einer Laufzeit von ca. 1829 bis 1944.Die Verzeichnung der fadengehefteten Akten wurde von Herrn Prof. Dr. Manfred Groten in Form der Aktenanalyse durchgeführt. Bei der Durchführung der Korrektur durch die Unterzeichnende wurde überwiegend in formaler Hinsicht vereinheitlicht, das heißt: Blattzahl, Bandzahl, Altsignatur, Altsignatur des HSTK wurden ergänzt; Aktentitel wurden in Einzelfällen überarbeitet oder ergänzt.Bestellsignatur: Bestand 551 / laufende Nummer

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