Historisches Archiv der Stadt Köln
Best. 310H Reichskammergericht - Buchstabe H

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-165 


(1642, 1670 Oktober 20) 1671-1684
Kläger:  Dr. Ignatius Franciscus Freiherr von Haase, Köln, im Namen seiner Ehefrau Maria Catharina von Althoven./.Beklagter:  Clara Sophia Cronenberg, Witwe des + Johann Peter von Althoven zu Obbendorf, Köln, N.N., Rektor und Patres des Jesuitenkollegs zu Düsseldorf


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Nicolaus Hoen, 1671, Subst.: Lic. Johann Eichrodt, 1671, Dr. Johann Heinrich Seiblin, 1672, Subst.: Lic. Wolfgang Vetterl, 1671; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Conrad Albrecht (von Lauterburg), 1671, Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht, 1671; Prozeßart: citationis ex l[ege] diffamari; Streitgegenstand: Provokations- und Diffamationsklage der Eheleute Dr. Ignatius Franciscus von Haase und Maria Catharina von Althoven [d.h. sog. Klage ad proponendum actiones ex lege diffamari C. de ingenuis et manumissis sub poena perpetui silentii imponendi, vgl. C. 7,14,5], um die Gegner zur prozessualen Geltendmachung ihrer Erbansprüche auf die Hinterlassenschaft der Maria Magdalena von Gippenbusch (+ 1667) zu zwingen. Erstinstanzliche Zuständigkeit des RKG wird mit territorialer Streulage der Streitobjekte (d.h. Immobilien und Rentenansprüche in Worms, Speyer, Köln, Jülich-Berg) und deren Zugehörigkeit zu verschiedenen Gerichtssprengeln begründet. Die Klägerin als Nichte der Erblasserin meldet gesetzl. Erbansprüche an (allodial miterben ab intestato, uti veri et legitimi successoris ab intestato et proximi consanguinei), Beklagte wiederum berufen sich auf ein Testament der Verblichenen, das jedoch nach Ansicht der Kläger als form- und rechtsfehlerhaft, damit als ungültig anzusprechen ist (quod tamen multis vitiis visibilibus laboret contra ordinationes diocesis Coloniensis). Zum Streithintergrund vgl. auch RKG Düsseldorf Nr. 2209 (H 21/68) und Nr. 2210 (H 22/69).; Instanzen: 1. RKG, 1671-1684 (1667-1672); Beweismittel: RKG-Citatio ex lege diffamari vom 20.10.1670, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 2), notarielle Anmeldung der Besitzergreifungsansprüche der Maria Catharina von Althoven auf Anteile am Erbe der + Magdalena von Gippenbusch, 1667 (Q 3), Zession von Erbgütern der Maria Magdalena von Gippenbusch an die Düsseldorfer Jesuiten, 1666 (Q 9), Testament der Maria Magdalena von Gippenbusch, Ausf. und Vollabschr. (Q 10), mündlich errichtetes Testament (testamentum nuncupativum) des Jesuitenpaters Theodor Henricus von Gippenbusch, 1642, Abschr. (Q 14), div. Rechnungen, Zahlungen und Geldempfänge der Maria Magdalena von Gippenbusch sowie des Ignatius Franciscus de Haase (Q 17-30).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 1
Altsignatur : H19/66
Umfang : 86 Blätter



(1669-1670), 1671-1683
Kläger:  Dr. Ignatius Franciscus Freiherr von Haase, Köln, im Namen seiner Ehefrau Maria Catharina von Althoven, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Clara Sophia von Cronenberg, Witwe des + Johann Peter von Althoven zu Obbendorf, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Nicolaus Hoen, 1671, Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin, 1671; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Conrad Albrecht (von Lauterburg) [1671] 1672, Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht [1671]; Prozeßart: appellationis primae; Streitgegenstand: Divergierende Besitz- und Erbansprüche auf die bewegliche Hinterlassenschaft des Pfalz-Neuburgischen Geheimen Rates und jülich-bergischen Vizekanzlers Dietrich (Theodorus) von Althoven, Düsseldorf ([+ 1657] verheiratet mit + Catharina von Gippenbusch, Vater von Maria Catharina von Althoven und + Johann Peter von Althoven), die im Jahre 1669 in einem Erbteilungsvertrag zwischen den Streitparteien zunächst friedlich geregelt werden konnten. Beschwerde der Appellanten vor dem RKG über die bei den Kölner Vorinstanzen zu ihrem Nachteil entstandene Rechtslage, nach welcher der Klag- und Herausgabeanspruch des Johann Peter von Althoven [+ 1665] bzw. seiner Witwe Clara Sophia Cronenberg hinsichtlich bei den Appellanten befindlichen bibliothec, silberwerck, schrifften und brieffschafften rechtens ist. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der Berufung durch RKG-Urteil vom 30.10.1682. Zum Streithintergrund vgl. auch RKG Düsseldorf Nr. 2209 (H 21/68) und Nr. 2210 (H 22/69).;Instanzen: 1. N.N. 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1670-1671 3. RKG, 1671-1683 (1671); Beweismittel: Gütlicher Vergleich nebst Erbteilungsvertrag der Eheleute Ignatius Franciscus Freiherr von Haase und Maria Catharina von Althoven sowie des Johann Peter von Althoven zu Obbendorf, Düsseldorf, 1669, Abschr. (Q 5), Bescheid des Kölner Rates vom 22.4.1671 (Q 6), Acta priora (Q 11), Bescheinigung der Stadt Köln über die Einhaltung der Kölnischen Formvorschriften für das Einlegen von Appellationen, 1671 (Q 14), Auszug aus der sog. Erneuerten Reformation der Kölner Ratsgerichte, hier Tit. XXIV: Von appellationen und deren prosecution und desertion (Q 15), Verhandlungen zu den strittigen Erbansprüchen der Eheleute Ignatius Franciscus de Haase und Maria Catharina von Althoven sowie des Johann Peter von Althoven zu Obbendorf (Q 16), Auszug aus den Prozeßakten der jülich-bergischen Hofkanzlei in Sachen: Johann Peter von Althoven zu Obbendorf ./. Eheleute Ignatius Franciscus Freiherr von Haase und Maria Catharina von Althoven, 1671 (Q 17).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 2
Altsignatur : H20/67
Umfang : 77 Blätter



(1507-1516), 1517-1530
Kläger:  Hermann Hack, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Egidius Alberti, Beverwyck, NL (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Jacob Krell, 1516, Dr. Conrad Schwabach, 1516, Dr. Heinrich (Lewesaw von) Rostock, 1516; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Caspar Mart, 1516, Dr. Conrad Schwabach, 1516, Dr. Ludwig Hiertter, 1529; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Schuldforderung des Appellaten gegen die minderjährigen Kinder des + Wilhelm Juchin in Höhe von 728 fl., zunächst vertreten durch ihren gesetzl. Vormund Johann Juchin; Appellat erhält schließlich vollstreckbaren Titel (execution und volnstreckung) durch deren Verurteilung in die volle Schuldsumme (sententia condemnatoria). Weymar (Wynemar) Hack [ehem. Kölner Rentmeister und Ratsrichter], des Wilhelm Juchin erbberechtigter nechster fraind, nach volger und Vater des Appellanten, trat selbst in die Rolle des Beklagten, nachdem er sich zum Schutz der unterlegenen Nachkommen des + Juchin förmlich für Pfandwehrung ausgesprochen hatte: der statt Cöln brauch und gewonheit sey, also wann der richter ainem pfand austragen welle, und der dem die pfand ausgetragen worden, sich da wider stelt und also spricht, ich were pfenden, so werde derselbig auf negsten gerichts tag dar nach fur gericht gelden, ursachen anzuzaigen warumb er die pfandung gewert hab. Beschwerde des so verklagten Appellanten beim RKG ergeht zwecks Verhinderung erneuter Pfandvollstreckung in Köln. Einreden des Appellaten bezweifeln, daß Hermann Hack, gegen dessen Person vorinstanzlich nie ein Urteil ergangen sei, überhaupt befugt ist, höherinstanzliche Rechtsmittel einzulegen.;Instanzen: 1. Bürgermeistergericht auf dem (alten) Kornmarkt, Köln, 1507-1516 2. Rat der Stadt Köln (1516) 3. RKG, 1517-1530 (1516-1529); Beweismittel: Antrag der Erzherzogin Margarethe von Österreich, Generalstatthalterin der Niederlande, auf beschleunigte Fällung eines Urteils durch das RKG in Sachen: Egidius Alberti von Beverwyck ./. Johann Juchin u. Hermann Hack, Mecheln, 1527, besiegelte Ausf. (Q 10), Acta priora (Q 6, 2. Zählung: Bl. 1-107).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 3
Altsignatur : H37/139
Umfang : 147 Blätter



(1531 Juni 19), 1532-1533
Kläger:  Elisabeth Hack, Witwe des + Hermann Hack, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Hieronymus Hauser, 1532, Dr. Valentin Gottfried, 1532, Lic. Johann Helffman, 1532; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: mandati; Streitgegenstand: Anspruch auf Wiederherausgabe und Rückerstattung von konfiszierten Rentbriefen im Wert von 4000 fl., die dem ehem. Kölner Ratsherren, Rentmeister bzw. Ratsrichter + Wynemar Hack (van Elverfelde, Schwiegervater der Klägerin) im Zuge der innerstädtischen Unruhen des Jahres 1513 vom Rat der Stadt aus nicht bezeichneter Ursache unschuldiger weise und wider recht abgenommen worden waren. Beschwerde der Klägerin richtet sich gegen die dezidiert rechtsverweigernde Haltung der Stadt (auff den langen banck legen), welche die begehrte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bisher erfolgreich hintertrieben habe. Keine Einlassungen der Stadt Köln.;Instanzen: 1. RKG, 1532-1533; Beweismittel: Weisung des Kaisers Karl V. an den amtierenden Kammerrichter Adam Graf zu Reuchlingen vom 19.6.1531 betr. das Gesuch der Witwe Hack um rechtlichen Beistand durch das RKG, besiegelte Ausf. (Q 4).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 4
Altsignatur : H38/140
Umfang : 11 Blätter



(1624 Juli 05, 1669-1670), 1671-1688
Kläger:  Philipp Hack, Winand Daems, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Margarethe Schorn, Witwe des + Wilhelm Coenen, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Philipp Nidderer, 1670, Subst.: Dr. Johann Rolemann, 1670; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1671, Subst.: Lic. Johann Eichrodt, 1671, Dr. Johann Franz Matthias, 1682, Subst.: Lic. Johann Adam Rolemann, 1682; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Anspruch auf pekuniären Schadensersatz (guthmachung des schadens) nach unrechtmäßiger Pfändung; hier: 1669 erhobene Ausgleichsforderungen der Witwe Coenen für Vermögensschäden (in natura et pretio, cum interesse et damnis) nach (inzwischen wieder aufgehobenen) Pfändung von 4 Stück Wein. Hintergrund: Kaufvertrag über Weinlieferungen von + Wilhelm Coenen, Köln, an Wyrich Schorn, Amsterdam, Arrestierung der Ware durch die Appellanten, die als behördlich eingesetzte Vermögens- bzw. Konkursverwalter des Joest Schorn (curateurs over den bodel), Amsterdam, auftreten, wogegen Caspar Crey, der ebenfalls Ansprüche auf den Wein erhob, Widerstand anmeldete. Beschwerde der Appellanten am RKG über das ihre Streitkaution betreffende schadens condemnatori urtheill des Weinschulengerichts (zweitinstanzlich bestätigt). Streit über die nach Ansicht der Appellanten als haubtpunct zu betrachtende Frage, ob die wein recht und widerrechtlich arrestirt worden sind; Appellanten verweisen auf die Tatsache, daß die beschlagnahmte Ware nicht verlustig geworden, sondern tempore relaxationis vorhanden gewesen. Lt. Protokoll-Eintrag: Bestätigung der vorinstanzlichen Urteile durch RKG-Urteil vom 12.12.1673, ab 1677 vor einer Kommission des Kölner Rates Verhandlungen zum Exekutionsverfahren, 1682 erneutes Appellationsbegehren des Philipp Hack.; Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln, 1669 2. RKG, 1671-1688; Beweismittel: Auszug des den Kölner Ratsprotokollen 1670 (Q 4), Exekutionsbescheid des Kölner Weinschulengerichts vom 22.8.1674 (Q 12), Acta priora (Q 14), notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Mandatum de exequendo vom 7.7.1675 (Q 15), Sammelbeilage, enthält: Auszug aus den Protokollen des Schöffengerichts Amsterdam, Auszug aus den Akten der Vorinstanzen, 1669, 1674 (Q 19-21), Schreiben der Stadt Köln an das RKG vom 15.1.1676, Ausf. (Q 22), Auszug aus den Protokollen des Schöffengerichts Amsterdam, 1669 (Q 24), Urteil des Weinschulengerichts Köln, vom 20.12.1669 (Q 25), Stellungnahme der Witwe Wessling zum RKG-Urteil in Sachen: Wessling ./. Hack vom 30.10.1685 (Q 31), RKG-Mandatum de exequendo vom 7.7.1675, Abschr. (Q 33), Urteil der fürstl. Kanzlei Minden in Sachen: Wessling ./. Hack, 5.7.1624 (Q 34), Empfangsbestätigung (recepisse) des RKG-Mandatum de exequendo in Sachen: Wessling ./. Hack durch die fürstl. Regierungskanzlei Minden, 1687 (Q 35), RKG-Dekrete vom 12.12.1673 und 7.7.1675 (Q 36-37), Urteil der fürstl. Regierungskanzlei Minden in Sachen: Wessling ./. Hack vom 3.6.1687 (Q 37), Zahlungsanweisung des Rutger Crey, Amsterdam, zugunsten des Wilhelm Coenen, Köln, für den Kauf von 2 Stück Wein, 1669 (Q 39), Rechnung des Wilhelm Coenen (Q 40), Zeugenvernehmungen, Amsterdam (Q 41), Auszüge aus den Akten der Vorinstanzen (Q 44), Vormundschaft der Witwe Coenen über ihre leiblichen Kinder, 1670 (Q 45), zwei Beschlüsse des Rates der Stadt Köln, 1679 (Q 63), Insolvenz des Caspar Krey, bescheinigt durch die Kammer der Stadt Amsterdam, 1679 (Q 75), RKG-Urteil vom 7.7.1675 (Q 82), Auszug aus den Akten der Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1682 (Q 96), notariell protokollierte Aussage des Philipp Hack, Amsterdam, 1681 (Q 98), Auszug aus dem Geschäftsjournal des Caspar Crey, 1669 (1. Zählung, Bl. 292, ohne Q), Aussagen der Schöffen der Stadt Amsterdam (1. Zählung, Bl. 293, ohne Q), Verhandlungen zur Folgeleistung des RKG-Urteils vom 7.7.1679 (1. Zählung: Bl. 307-321, ohne Q), Zeugenvernehmungen, Amsterdam (1. Zählung, Bl. 324-330), notariell protokollierte Aussage des Philipp Hack, Amsterdam, 1681 (1. Zählung, Bl. 331-332, ohne Q), notariell protokollierte Aussage der Margaretha Schorn, 1681 (1. Zählung, Bl. 335-336, ohne Q), Rechtsgutachten, o.D. (1. Zählung, Bl. 347-348, ohne Q), Acta priora (1. Zählung: Bl. 350-418, ohne Q, 2. Zählung: Bl. 1-167, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 5
Altsignatur : H43/153
Umfang : 585 Blätter



(1689-1696)
Kläger:  Hendrich Hackenbroich, Johannes Hackenbroich, Gerhard Hackenbroich, Kinder aus erster Ehe des Johann Hackenbroich, Köln (Kl.)./.Beklagter:  N.N., Kinder aus zweiter Ehe des Johann von Hackenbroich, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.):  Dr. Georg Friedrich Mueg, 1696, Subst.: Dr. Franz Heinrich Krebs, 1696; Prokuratoren (Bekl.):  Lic. Conrad Franz Steinhausen, 1696, Lic. Franz Peter Jung, 1696; Prozeßart:  appellationis; Streitgegenstand:  Ansprüche auf Erbanteile an der Hinterlassenschaft des insgesamt drei mal verheiratet gewesenen Johann Hackenbroich (+ 1687). Dessen Vorkinder hatten vorinstanzlich auf Beibehalt und Weitergeltung eines für sie günstig ausfallenden Heiratsvertrages von 1666 geklagt, zu dessen Außerkraftsetzung und Widerruf die Appellaten (d.h. die Nachkinder) jedoch ein mündlich errichtetes Testament (“testamentum nuncupativum”) des gemeinsamen Vaters vom 22.10.1687 geltend machen konnten. Klageziel der Appellanten vor dem RKG: Aufhebung des Urteils des Bonner Hofrates, der das strittige Testament für rechtskräftig erklärt hatte, stattdessen Feststellung der Unwirksamkeit des Testamentes von Anfang an (“alß ungültig, gefahrlich und erkunstlet zu verwerffen”): Zum fraglichen Zeitpunkt sei der Vater schon nicht mehr im Stande gewesen, seinen Erblasserwillen form- und sachgerecht zu artikuliren (“mit einem schwachen schlagfluß dergestalt gerührt gewesen, daß er ohn verstand zimlich geschwächt undt der zunge gelähmbt gewesen, also daß nicht einmal ja oder nein verständlich reden können”); notarielle Niederschrift des vermeintlichen mündlich errichteten Testamentes beruhe auf manipulativen Machenschaften der Stiefmutter der Appellanten, die dem Erblasser einschlägige Worte in den Mund gelegt habe (“außgekünsteltes gefahrliches stieff mutterliches kunst stücklein”). Appellaten verteidigen Formalismus des mündlichen Testamentes (“in forma iuris et statuti ultimae voluntatis elogium”).; Instanzen:  1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln (1689?) 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln(1689?) 3. Kurkölnischer Hofrat, Bonn, 1689-1695 4. RKG (1695-1696); Beweismittel:  Bescheinigungen über die Anforderung der Acta priora, 1696 (Bl. 11-12, 20-21), Dekretschreiben des kurkölnischen Hofrates, Bonn, vom 20.3.1691 (Bl. 25, ohne Q), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-237, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 6
Altsignatur : H50/170
Umfang : 274 Blätter



(1722-1726, 1729, 1730-1736), 1737-1739
Kläger:  Henrich Hackenbroich, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Gläubiger des Ignatius Albertz, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Franz Wolff, 1736, Subst.: Dr. Johann Christoph Seipp, 1736; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach (1737); Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Konkursverfahren gegen den Ignatius Albertz, dessen im Jahre 1729 eingetretene Insolvenz (austritt) schließlich auch den Appellanten (als dessen Kommittenten) auf den Plan rief, zumal der Albertz Forderungen gegen seinen Kommittenten erhob. Dagegen der Klaganspruch des Hackenbroich auf den Erlös aus Warenverkäufen umfangreicher Kommissionsgeschäfte; vorausgegangen war die Lieferung einer ansehnlichen parthie spanischer tucher und wahren und ein vom Kommissionär Albertz ausgestellter, jedoch geplatzter Wechsel (mit protest zurückkommen). Streit über gerichtl. Würdigung der Rechnungslegung des Schuldners (pro agnita anzunehmen) sowie über Rang- und Reihenfolge von Forderungen gegen den falliten, insbes. über die vorinstanzlich bejahte Frage, ob die externen, scharff andringenden Gläubiger Pfandrecht an der noch beim Schuldner verbliebenen restlichen Kommissionsware geltend machen können und es dem Appellanten Hackenbroich samt allzuspäth eingeschobener materie obliegt, selbst eine Rechung seiner Kommissionsgeschäfte vorzulegen und fortan etwas in debet einzubringen nicht erlaubt seyn solle.; Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1730-1735 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1735-1736 3. RKG, 1737-1739 (1737-1738); Beweismittel: Auszug aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln, 1730, 1732, 1735, 1729 (Q 6-9), Auszüge aus den Rechnungsbüchern des Henrich Hackenbroich, enthält vor allem: Angaben über Forderungen aus Tuch- und Textillieferungen an den Kommissionär Ignatius Albertz, 1722-1726 (Q 16), Auszug aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln (Q 17-19), RKG-Botenbericht, 1736 (Q 22), Auszüge aus den Akten des Konkursverfahrens gegen Ignatius Albertz, 1729 (Q 30), Anwaltsvollmacht der Gläubiger des Albertz für den Kölner Advokaten Hermann Huetmacher, 1729 (Q 31), Anwaltsvollmacht des Ignatius Albertz für den Kölner Advokaten Johann Nettekoven, 1729 (Q 32), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-107, ohne Q, 3. Zählung: Bl. 1-82, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 7
Altsignatur : H51/171
Umfang : 358 Blätter



(1578-1584), 1585-1598
Kläger:  Christoph Kremer, Catharina de Haen, Eheleute, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Anton de Haen, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Jacob Kremer, 1586; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1585, Dr. Johann von Vianden, 1585, Dr. Heinrich Stemler, 1585; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Schuldforderungen des Appellaten aus einem Schuldschein in Höhe von 500 fl. nebst rückständigen Zinsen für 3 Jahre, sowie über weitere 106 Tlr. aus einer Bürgschaft. Beschwerde der Appellanten vor dem RKG ergeht gegen entsprechende Verurteilung in die Schuldsumme durch die zweite Instanz, desweiteren auch gegen den vollstreckbaren Titel hinsichtlich des durch Generalhypothek beschwerten Vermögens der Eheleute Christoph Kremer und Catharina de Haen (gutter gereidt und ungereidt [...] zu pfandt geben und executio in denselben zu thuen anbefohlen). Vorinstanzen hatten nach Ansicht der Appellanten die Einrede erroris calculi nicht gewährt, d.h. nicht berücksichtigt, daß solch handtschrifft und darin beschehene bekendtnuß irrthumblich beschehen (errorem calculi non nocere nec veritate praeiudicium facere posse, sive ex uno sive ex pluribus contractibus emerserit), zumal vermeintliche Schuldscheine entgegen dem vom Appellaten geforderten wucher nur unverzinsliche Darlehen beinhalteten (nec usurarum stipulatione continente). Keine Einreden des Appellaten.;Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1578-1583 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1583-1585 3. RKG, 1585-1598 (1585-1587);Beweismittel: Notarielle Zustellung (executio) des RKG-Ladungsschreibens bzw. Inhibitionsmandates, 1585 (Q 1), Acta priora, mit Zeugenvernehmungen (Q 5, 2. Zählung: Bl. 1-234, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 8
Altsignatur : H60/203
Umfang : 247 Blätter



(1763-1765, 1767-1768), 1769-1771
Kläger:  Johann Henrich Haentjes, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Martin Krapoll, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland, 1769, Subst.: Lic. Johan Jacob Ernst Pfeiffer, 1769; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Christoph Seipp, 1769, Subst.: Dr. Conrad Gordian Seuter, 1769; für die Stadt Köln: Lic. Damian Ferdinand Haas [1765] 1769, Subst.: Dr. Johann Jacob Wick [1765]; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Beitrags- und Erfüllungspflichten innerhalb einer 1663 für 10 Jahre gegründeten, mit kurkölnischen (Außenhandels-) Privilegien (landtsherrliche lumpen sammlers concession) versehenen und erstmals 1664/65 vor der Auflösung stehenden Lumpen-Handelsgesellschaft; hier: Forderungen des Haentjes gegen seinen wg. societets widrigen betragen(s) erneut in Mißkredit geratenen Mitgesellschafter Krapoll, von dem behauptet wurde, er habe entgegen der vertraglichen Vereinbarung überhaupt kein eigenes Vermögen in den Kapitalstock der gemeinsamen societaet eingebracht. Streit über Arrest- und Herausgabeansprüche des Haentjes (zu verfolgen, zu arrestiren und zu vindiciren ad instar rei furtivae machtig seye), der trotz Kautionsangebote des Kölner Ratsherren und Bankiers Johann Matthias Frantz in Krefeld und Ürdingen eingekaufte Lumpen des Krapoll in Neuss in Beschlag nehmen ließ. Hintergrund: Ungeklärte Rechte an einem Geldvermögen in Höhe von 1638 fl. Holländisch, das in Amsterdam lagerte und angeblich von Krapoll der vom Appellanten verwalteten cassa communis der Handelsgesellschaft vorenthalten worden war; Streit auch über das Extrajudizial-Dekret des Kölner Rates, der ungeachtet der am Hohen Weltl. Gericht zu Köln zugunsten des appellierenden Haentjes entstandenen Rechtslage die Arrestierung aufgehoben hatte. Appellant sieht hier unzulässige Vermengung von gerichtlichen Kompetenzen (conflictum iurisdictionis) und Verletzung der alleinigen Zuständigkeit des Hochgerichts (forum ordinarium et competens); Stadt Köln begründet ihr Vorgehen mit policeyrechtlich gebotenem Schutz des Krapoll gegen Verletzung von althergebrachten Bürgerfreiheiten, die eine auf Beschlüsse fremder Gerichte beruhende Arrestierung Kölner Bürger außerhalb Kölns strikt untersage.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1769 2. RKG, 1769-1771; Beweismittel: Appellationslibell mit Anlagen (Q 5), enthalten u.a.: Vertrag (societaets contract) zwischen Haentjes und Krapoll zur Gründung einer gemeinsamen Handelsgesellschaft, 1763, Abschr. (Bl. 45-47), Erklärung des Martin Krapoll zum Vergleich mit Johann Henrich Haentjes, 1765 (Bl. 48), Beschluß des Schöffengerichts Amsterdam über die Aufhebung des Arrestes auf die in Amsterdam ruhenden Gelder der Handelsgesellschaft, 1765, ndl., mit dt. Übersetzung (Bl. 49), Urteil des kurkölnischen Hofrates vom 21.11.1767 (Bl. 51), Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln, 1767 (Bl. 52), Notariatsinstrument über das Schreiben des Johann Henrich Haentjes an den Amsterdamer Bankier Milde, 1767 (Bl. 53-54), Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln, 1768 (Bl. 55), Urteil des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln vom 12.12.1768 (Bl. 56-57), Beschluß des Kölner Rates vom 24.12.1769 (Bl. 58-59), Kautionsschein des Appellanten, 1769 (Q 9), Appellationsinstrumente des Johann Henrich Haentjes, 1768-1769 (Q 14-15), Auszug aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln betr. die Auflösung der Lumpenhandelsgesellschaft Krapoll-Haentjes, 1764 (Q 20), Eingaben und Verhandlungen des Martin Krapoll vor dem Kölner Rat bzw. Ratssyndikat, 1767-1768, enthalten auch: Urteil des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln vom 12.12.1768 (Q 21-22), Stellungnahme der Stadt Köln, 1769 (Bl. 176-187, ohne Q), Sammelbeilage, enthält u.a.: Weisungen des Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich betr. die Lumpenhandelstätigkeit des Martin Krapoll, 1764, Auszüge aus den Akten des Kölner Rates bzw. einer Ratskommission in Sachen: Haentjes ./. Krapoll, 1768 (Bl. 188-193, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 9
Altsignatur : H66/210
Umfang : 193 Blätter



1634-1635
Kläger:  Gilli de Haeß, Oberst in Diensten des Herzogs von Friedland und kaiserl. Generalissimus Albrecht von Wallenstein (Kl.)./.Beklagter:  Witwe des Obristen N. Wittenforst, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Eichrodt (1634); Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck (1634); Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich, bislang unerfüllter Schadensersatzanspruch des Appellanten in Höhe von 6000 Rtlr. aufgrund eines gewaltsamen Zugriffes (?) des N. Wittenforst auf eine in Jütland erworbene starcke partie denische ochsen. Beschwerde über das Urteil der zweiten Instanz, das die Forderungen des Appellanten abgewiesen hatte.; Instanzen: 1. Weinschulengericht Köln (1634?) 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (1634?) 3. RKG, 1634-1635 (1633-1634); Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Ladungs- und Inhibitionsmandates, 1634 (Q 1).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 10
Altsignatur : H70/215
Umfang : 3 lose Blätter



(1622, 1633, 1644-1645), 1646-1660
Kläger:  Sibert Hagen, Sophie Grein, Eheleute, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Vermächtnisnehmer der Sophia Schauff, Witwe des Pastetenbäckers + Cosmas Steinhausen, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff, 1646; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henning, 1646, Dr. Conrad Blaufelder, 1646; für Johann Vogt und Hans Wilhelm Seefahrer (Seiferer), Vormünder der (minderjährigen) Kinder des Johann Kannengießer: Dr. Conrad Blaufelder, 1649; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Treu- und pflichtwidriges Verhalten des + Cosmas Steinhausen in seiner (bis 1622 zusammen mit Jacob Dahlhausen ausgeübten) Vormundschaftstätigkeit über vier minderjährigen Kinder der Eheleute Peter Grein (+ 1611) und Christina Waldneels, darunter Sophia Grein, spätere Ehefrau des Appellanten. Streit über Ansprüche der Appellanten gegen das als haftbar angesehene Erbvermögen des angeblich pflichtvergessenen Vormundes (nebst seiner Ehefrau), der nach Angaben der Appellanten unverantwörttliche mängel und gantz exorbitante unrichtigkeiten bei der von den sog. Klagherren des Kölner Rates zu prüfenden Inventarisierung des Mündelvermögens und bei der Rechnungslegung seiner Pflegschaftstätigkeit zu verantworten hat. Vorwurf der wissentlich in Kauf genommenen Verarmung der pflegebefohlenen Kinder samt ihrer Mutter (langs der duren gehen und ihrer nahrung und daß lieb brot mit bettelen suchen lassen). Desweiteren wg. laesio enormissima Anfechtung eines 1634 ohne Zuziehung von agnaten, cognaten oder blutz verwandten, jedoch unter zweifelhafter Vermittlung des Pfarrers von Klein St. Martin, Johann Gohr, abgeschlossenen Vergleichs (transactio, quod tamen nomen non meretur) zwischen + Cosmas Steinhausen und Albinus Huister (erstem Ehemann der Sophie Grein), durch welchen der Pflegschaftsführer seines vormunders aidts und der administrations erlaßen war und die seinerzeit bevormundete, nunmehr volljährige und verheiratete Sophie Grein sich um den größten Teil ihrer Ansprüche betrogen sieht; Beschwerde über den Beschluß einer Ratskommission, durch welchen die prohibition (de non alienando nec aggravando, faciemque scrinei mutando) und sequestration des besagten (Immobiliar-) Erbvermögens nicht länger aufrechterhalten werden sollte und nun den Vermächtnisnehmern des + Steinhausen vor allem ex massa haereditatis satisfaction verschafft werden könne. Einreden der Appellaten verneinen gegnerischen Klaganspruch, da kein Pfandrecht am Gesamtvermögen des verstorbenen Tutors geltend gemacht werden könne (hypotheca omnibus bonis tutoris). Forderungen könnten sich nicht gegen Legatare der Sophia Schauff, sondern nur gegen Erben des Vormundes selbst richten (mueßten vor allem actio contra tutoris haeredes edirt unnd selbe haeredes beständig citirt werden). Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der Appellation durch RKG-Urteil, exped. 20.10.1657.;IInstanzen: 1. Verordnete Kommissare des Rates der Stadt Köln, 1644 2. RKG, 1646-1660 (1645-1654; Beweismittel: RKG-Kompulsorialschreiben vom 20.5.1645, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 3), Beschlüsse des Kölner Rates vom 17.8.1644 und 19.8.1644 (Q 4), Zeugenaussagen, 1646 (Q 8), Acta priora (Q 7a), Auszug aus den Protokollen des Kölner Bürgermeistergerichts betr. die Vormundschaft des Cosmas Steinhausen und des Jacob Dahlhausen über die minderjährigen Kinder der Catharina Waldneels, 1612 (Q 11), Aussage des Albinus Huister, Köln, 1633 (Q 12), Notariatsinstrument über die Ansprüche des Albinus Huister und seiner Ehefrau Sophia Grein auf das durch + Cosmas Steinhausen verwaltete Mündelvermögen, 1633 (Q 13), Entbindung des Jacob Dahlhausen von seinen Vormundschaftspflichten, 1622 (Q 14), Vergleich zwischen Cosmas Steinhausen und Eheleuten Albinus Huister und Sophia Grein, 1634 (Q 16), Befragung des Kölner Notars Walter Friedrich Aspenschlag, 1646 (Q 17), Auszug aus dem Schreinsbuch von St. Alban, Köln, 1653 (Q 20), notariell protokollierte Erklärung des Johann Kannengießer, 1644 (Q 24), Bestellung einer Vormundschaft für Johann Vogt und Hans Wilhelm Seefahrer (Seiferer) über die unmündigen Kinder des Johann Kannengießer, vollzogen vor dem Hohen Weltl. Gericht zu Köln, 1648 (Q 28), Bestellung einer Vormundschaft für Balthasar von Mülheim über die minderjährigen Kinder des + Albinus Huister, beurkundet durch das Kölner Bürgermeistergericht, 1651 (Q 33), RKG-Citatio ad reassumendum, gerichtet an Johann Vogt und Hans Wilhelm Seefahrer (Seiferer), Vormünder der Kinder des Johann Kannengießer, vom 2.5.1654, Abschr., mit Botenbericht (Q 34).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 11
Altsignatur : H93/287
Umfang : 180 Blätter



(1565), 1568-1572
Kläger:  Peter Halvers, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Wilhelm Marfiller (Marwiler), Johann Sittard, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Caspar Fichart, 1566, Dr. Christoph Reiffsteck, 1566, Dr. Johann Michael Fickler, 1566, Dr. Malachias Ramminger, 1569; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Alexander Reiffsteck, 1566, Dr. Christoph Reiffsteck, 1566, Dr. Laurentius Wildthelm, 1566, Dr. Johann Michael Fickler, 1566; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vollstreckbarer Titel aus einer Schuldforderung (petition und anspraich) der Appellaten in Höhe von 216 Tlr. Hintergrund: Entsprechendes Leistungsurteil des Bürgermeistergericht gegen den Halvers (in bestimpte summen gelts sampt den costen und interesse verdammpt), das von der städtischen Berufungsinstanz noch bestätigt worden war und durch Pfändung von silber geschier vollstreckt worden war. Beschwerde des Appellanten vor dem RKG: Gegnerischer Anspruch könne sich eigentlich nur gegen den principal debitor Moffert von Lahnstein, den Rentmeister des Grafen Adolf von Sayn richten, für den sich der Appellant ursprünglich verbürgt habe. Da ersterer aber hinsichtlich der Gesamtsumme von 650 Tlr. gleichermaßen und nachweislich zahlungsfähig und -willig sei (qui solvendo satis est et de solutione [...] zum uberfluß genugsam cavirt), bestehe zwischen dem Appellanten, der nur nachrangig in der Obligation steht (non aliter quam in subsidium tenetur), und den Appellaten kein klagbares Schuldverhältnis. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der RKG-Appellation durch RKG-Urteil vom 16.10.1570.;Instanzen: 1. Bürgermeistergericht auf dem Fleischmarkt, Köln, 1565 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1565 3. RKG, 1568-1572 (1566-1571); Beweismittel: Notariatsinstrument über die Ausführung des RKG-Kompulsorialschreibens vom 8.1.1566 (Q 3), Acta priora (Q 6-7), notarielle Insinuation der RKG-Citatio ad reassumendum vom 12.1.1569, gerichtet an Peter Halvers (Q 10), Verzeichnis der Prozeßkosten des Wilhelm Marfill und des Johann Sittard, o.D. (Q 13), Antrag des RKG-Prokuratoren Dr. Alexander Reiffsteck für die Anfertigung einer Pergamenturkunde über das RKG-Urteil vom 16.10.1571 (Bl. 74, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 12
Altsignatur : H216/714
Umfang : 75 Blätter



(1503), 1508-1509
Kläger:  Arndt von Hamondt, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Kessel, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Relinger, 1503, Dr. Georg Ortloff, 1503, Dr. Christoph Müller, 1504, Lic. Christoph Hitzhofer, 1504; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christoph Hitzhofer, 1503; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Verbindlichkeiten aus einem Werkvertrag; hier: zwitracht und rechtvertigung, handel, process und gedinge aus einer Auftragsarbeit, durch welche der Unternehmer von Hamondt dem Besteller Kessel zusagte, nach einer Lieferung von 23 ¿ Mark Silber (gelibert und gehantreicht) binnen jahr und tag zwei gewichtsgleiche silberne Kannen herzustellen (so swair vann gewichte als das silber so Arnold van iem entfangen hette). Streit über den Wiederherausgabe-Anspruch des Kessel, nachdem das Werk offenkundig nicht fristgerecht ausgeführt worden war (keyn uyssrichtunge davanne gethan) und der Unternehmer von Hamondt sogar behauptete, er habe den strittigen Rohstoff überhaupt nie empfangen. Beschwerde des Appellanten vor dem RKG über den vollstreckbaren Titel des Gegners, durch welchen dieser den Arnolt von Hamondt antasten und kennen (sall), Johannen Kessel die vierundtwentigtse halb marck silbers adir die zwo silbern kannen innerhalb syner anspraichen zo verrichten und zo betzailen.;Instanzen: 1. Bürgermeister- und Amtleutegericht vor dem Rathaus, Köln 1503 2. RKG, 1508-1509;Beweismittel: Notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Kompulsorialschreibens vom 16.2.1504 (Q 2), Acta priora, mit Zeugenaussagen (Q 5).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 13
Altsignatur : H218/725
Umfang : 40 Blätter



(1616 September 16)1628-1630
Kläger:  Wilhelm van Hambach sen., Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Anton Commeren, Schneider, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Vergenius, 1628; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Arnold Nagel, 1628; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Divergierende Erbansprüche auf den Nachlaß der + Anna von Inden, der verstorbenen Ehefrau des Appellanten (enthält u.a.: drei nicht benannte Immobilien innerhalb der Stadt Köln). Hier: restitutorischer Besitzschutz für den erbberechtigten Anton Commern, der seine Ansprüche auf den Immobiliarnachlaß der + Anna von Inden durch ein possessorisches Urteil des Ratsgerichts (interdictum quorum bonorum) vorläufig durchsetzen konnte (bis ein anders in petitorio vel ordinario possessorio erkandt, zu manuteniren und zu handthaben). Beschwerde des vorinstanzlich unterlegenen Hambach verfolgt das Ziel, gerichtl. angeordnete Besitzentziehung durch seine aus der Ehegütergemeinschaft (conjugalis societas), aus melioration der Objekte sowie aus Leibzuchtsrechten stammenden Ansprüche zu entkräften. Einreden des Appellaten verneinen die Zulässigkeit der RKG-Berufung: Vorinstanz habe in vorläufigem Besitzschutzverfahren ein Zwischenurteil ausgesprochen (sententia [...] interlocutoria, urtheill in summariissimo possessorio). Reichsrechtlich und durch das edictum possessorium des Kölner Rates vom 16.9.1616 sei geregelt worden, daß gegen solche Entscheidungen keine höherinstanzlichen Rechtsmittel zu Gebote stünden. Weitere Klärung der Rechtslage müsse am Gerichtsstand allda die güter gelegen in ordentlichem Besitz- bzw. Eigentumsprozeß (ordinarium possessorium wie auch des petitorium) erreicht werden, die Sache selbst unterschreite die stadtkölnische Mindestappellationssumme von 300 fl. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der Appellation durch RKG-Urteil, exped. 20.10.1629.;Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1628 2. RKG, 1628-1630; Beweismittel: Notarielles Protestschreiben des Wilhelm Hambach, 1628 (Q 3), Auszüge aus den Akten des Kölner Rates, 1628 (Q 4-7).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 14
Altsignatur : H220/727
Umfang : 25 Blätter



(1589-1600), 1601-1621
Kläger:  Bele (Sibylla) Hambach, später Melchior von Raesfeld, Ehemann und Erbe der Bele von Hambach, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Meister Eberhard von Merheim, Zimmermann, Heinrich Plettenberg, Zimmermann, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Caspar Morhardt, 1601; für Melchior von Raesfeld: Dr. Caspar Morhardt, 1608, Lic. Johann Petrus Mörder, 1611; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Amandus Wolff, 1601; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Veränderbarkeit von Klagansprüchen, Klagenkonkurrenz; durch Provokations und Diffamationsklage (ad proponendum quascumque actiones) der Bele Hambach vor Gericht gebrachter Klaganspruch der Appellaten auf Rückerstattung einer Bürgschaftsleistung von 300 Rtlr. (fideiiussorio nomine solutionem versprochen), der von der Appellantin kategorisch bestritten wird: Zum einen hätten sich die Appellaten in den Vorinstanzen einem unzulässigen Wechsel ihrer Ansprüche bedient, indem sie einerseits wg. Rückforderung eines Darlehens, andererseits wg. Aufkündigung einer Bürgschaftsleistung (gegenüber mehreren Kölner Gläubigern der Appellantin) geklagt hätten (partim ex condictione certi ex mutuo, partim contraria actione mandati). Hintergrund: Verkauf von bei Bachem und Frechen befindlichen Liegenschaften (u.a. Gut Hemmerich?) der Bele Hambach an die Appellaten, wodurch nach Ansicht der Verkäuferin ein ausschließlich kaufvertragliches Rechtsverhältnis (contractu venditionis et emptionis) zwischen den Parteien besteht. Beschwerde der Appellantin richtet sich gegen die ihrer Ansicht nach bei den Vorinstanzen widersprüchlich entstandene Rechtslage: Die erste Instanz hatte Bele Hambach 1591 in die von den Appellaten ursprünglich geforderte Geldleistung verurteilt (condemnando zu einer sicheren geldts summen), die städtische Berufungsinstanz erkannte stattdessen auf Einräumung eines best. Teils der Bachemer Güter, deren Kaufpreis nach Ansicht der Verkäuferin Hambach, die jedwede Bürgschaftsleistung von seiten der Gegner bestreitet, noch nicht vollständig bezahlt ist. Lt. Protokoll-Eintrag: Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils einschließlich der Verurteilung der Appellanten in die Abtretung von Rechten an den Bachumer Gütern zugunsten des Appellaten durch RKG-Urteil vom 13.10.1611.;Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1589-1591 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1591-1601 3. RKG, 1601-1621; Beweismittel: Gesuche um Ausfolgung der Acta priora, 1601 (Q 4-6), Acta priora (Q 7-8), notarielle Zustellung (insinuatio) der RKG-Citatio ad reassumendum vom 26.4.1611, gerichtet an Melchior von Raesfeld, Köln (Q 14), notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Exekutorialschreibens vom 2.11.1611 (Q 16), Sammelbeilage, enthält u.a.: Auszug aus dem Testament der Bele Hambach, 1608, Quittung der Bele Hambach für den Erhalt von Bargeld des Caspar Newkirchen, 1589, Vermerk des Adam Michelbach über die Schulden der Frau N. zu Schwartzenberg, o.D., pfarramtliches Zeugnis über die Verheiratung der Bele Hambach mit Johann von der Auwen, 1590, Auszug aus dem als Kodizill deklarierten Testament des Johann von der Auwen (so nitt jure testamenti kondte bestehen, jedoch iure codicillorum [...] anzudeuten), 1595, Beleg über Geldzahlungen des Caspar Newkirchen an Bele Hambach aufgrund eines Vergleichs zwischen Vlatten und Hambach, 1612, Naturallieferungen des Pächters zu Hemmerich (bei Frechen/Bachem), Goßwein, 1589 (Q 19-27), Verhandlungen und Kostenaufstellung der Pfändung von Vermögenswerten (hier: Pferde) der Bele Hambach (Q 19-27), div. Exzerpte, Notizen, Konzepte von Schriftsätzen und Gutachten eines (referierenden?) RKG-Juristen in Sachen: Hambach ./. von Merheim (Zimmermann) u. Plettenberg, o.D., enthält auch: Entwurf eines RKG-Urteils (unpaginiert).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 15
Altsignatur : H221/728
Umfang : 550 Blätter



1564-1572
Kläger:  Conrad von Hamm jun., Notar, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Fickler, 1564; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Friedrich Reiffsteck [1549]; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Ahndung eines Ehebruchs von Amts wegen; Nichtigkeitsklage des Appellanten gegen strafprozessuales Vorgehen der Stadt Köln, die ihrerseits einschlägige Maßnahmen ergriffen hatte, nachdem der von Conrad von Hamm als ehrverletzende Verleumdung (diffamation) betrachtete Vorwurf laut geworden war, er habe in seiner Eigenschaft als constituirter anwalt und momber mit seiner Mandantin Anna von Nottelen (Ehefrau des Johann Nhems, Köln) ehebruch bzw. unerbars begangen. Beschwerde richtet sich insbes. gegen die durch städtische gewaltdiener und turmmeister vollzogene Inhaftierung des Appellanten sowie gegen Einleitung eines inquisitorischen Verfahrens durch städtische Justiz bzw. Vollzugsorgane; desw. Unzuständigkeitsrüge gegen städtische Judikative im allgemeinen, die (im Gegensatz zum Kurfürstl. Hohen Weltl. Gericht) in criminal unnd peinlichen sachen nicht erkennen moge, Beschwerde auch wg. unförmlichen Verfahrens und Niederschlagung aller Rechtsbehelfe und Verteidigungsmittel auf seiten des Appellanten (a iudicibus incompetentis, nulla praevia citatione, nulloque prorsus legitimo processu, vel inquisitionis vel accusationis observato, denegatis item omnibus exceptionibus et defensionibus). Keine Einreden der Stadt Köln.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1564 2. RKG, 1564-1572 (1564-1567); Beweismittel: RKG-Ladungs- und Kompulsorialschreiben vom 22.9.1564, Abschr., mit Botenbericht (Q 2), Acta priora, mit Zeugenaussagen (Q 7).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 16
Altsignatur : H232/870
Umfang : 157 Blätter



(1787-1789), 1790-1793
Kläger:  Tilmann Laurenz Hamm, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Maria Anna Scherff, Witwe des + Schultheißen Tilmann Laurenz Feld, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adolph Brandt, 1789, Subst.: Lic. Johann Peter Paul Helffrich, 1789; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Caspar Tilmann Tils, 1789, Subst.: Dr. Johann Gottlob Fürstenau, 1789; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Formalismus und Wirksamkeit von Testamentsurkunden, Rechtsanwendungsfragen, hier: aus gesetzl. Erbfolge abgeleitete Erbrechte des Tilmann Laurenz Hamm (alß des verstorbenen negster mit-intestat erb und Sohn des Kölner Ratsherren Johann Gabriel Hamm) hinsichtlich der Immobiliarhinterlassenschaft des Tilmann Laurenz Feld (+ 1787), die mittels einer (vom Kölner Ratssyndikat verworfenen) Anfechtung des Ehegattentestamentes (testamentum conjugum reciprocum) des Erblassers + Tilmann Laurenz Feld und seiner Frau Maria Anna Scherff geltend gemacht werden sollen. Hintergrund: Notariatsinstrument der besagten Eheleute von 1763, in welchem sowohl über die wechselseitige Beerbung innerkölnischer Immobilienrenten (schrein capital) sowie über bestimmte Liegenschaften außerhalb der Kölner Stadtgrenzen disponiert worden war. Streit über die Frage, ob der notariellen Testamentserrichtung von 1763 nichtigkeitsrelevante Verstöße gegen einschlägige Bestimmungen des Kölner Statutenrechts u.a. deswegen nachzuweisen sind, weil strittiges Testament nicht unter Hinzuziehung von 2 (mit-) besiegelnden Schöffen beurkundet und nicht im Schöffenschrein hinterlegt worden ist. Streit auch über die Frage, ob der (vom Appellanten favorisierte) subtile Testamentsformalismus (feierlichkeiten) des römischen Rechts bereits zur Zeit der Kodifizierung der Kölner Statuten rezipiert worden ist oder ob nicht vielmehr unter Umgehung römischrechtlicher Formstrenge alte gewohnheiten bzw. abgeschwächte Formerfordernisse des kanonischen Rechts in materia testamentaria saeculari richtungweisend und ausreichend für die statutenrechtlich einwandfreie Verfügung über Immobilien inner- und außerhalb Kölns sind. Nach Ansicht der Appellatin ist die angeblich zwingende Schöffenbeurkundung schon deswegen nicht erforderlich, weil sich die umstrittenen Ländereien in keinem städtkölnischen Schreinsbezirk befinden und der Vorgang deswegen nicht unbedingt zu geschrichte zu bringen ist.; Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln, 1787-1788 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1788 3. Ratssyndikat, Köln, 1788-1789 4. RKG, 1790-1793; Beweismittel: Ehegattentestament des Tilmann Laurenz Feld und Maria Anna Scherff, 1763, Abschr. (Q 8), Urteil des Kölner Weinschulengerichts vom 22.3.1790 (Q 10), Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates vom 25.8.1788 (Q 11), Aussage des Schreinsmeisters von St. Aposteln, Köln, J.A.Wilhelm von Meex, 1790 (Q 12), Auszug aus den Schreinsbüchern von St. Aposteln, 1790 (Q 13), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln, hier Art. 2: Von testamenten und erblicher vermächtnüssen wie man die zu Cölln in Arßbach und Niderich gericht ufrichten soll, daß sie macht haben, Wie die testamenten binnen jhar und tag zu schreinen, Art. 3: Von vergebung oder besetzung erbs oder erbrenthen außen der alten mauren, und außen Arßburger und Nideriger gericht gelegen, Art. 5: Daß die testamenten und vermächnuß der fahrenden haab und gereiden güter schreinen unnötig (Q 14), Aussage der Schreinsmeister des Kölner Schöffenschreins, 1788 (Q 15), Urteil des Bonner Hofrates vom 7.2.1764 in Sachen: Lossen ./. Erben des N. Baum (Q 16), RKG-Botenlohnschein, 1789 (Q 20), Sammelbeilage zu den Einreden der Witwe Feld, enthält u.a.: Verzeichnis des Immobiliarbesitzes des + Tilmann Laurenz Feld, mit Angaben über den Geldwert der einzelnen Grundstücke (Q 23), Erklärung der Witwe Feld, o.D. (Q 24), Schreinsordnung der Stadt Köln (Q 25), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln von 1437, Art. 7: Wie man erbe so kein schrein güt ist, verbrieffen soll an weltlichen und geistlichen personen (Q 26), Verkauf eines Gartengrundtsückes in der Weyden von Anna Maria von Feldt an dem Kölner Ratsherren Johann Gabriel Hamm, 1787 (Q 27), Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln, 1789-1790, in Sachen: Feld ./. Hamm (Q 30-39), Auszug aus der Schreinsordnung der Stadt Köln von 1473 (Q 34), Urteil des Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, in Sachen: Baum ./. Loosen, 1758 (I, Bl. 139-140, ohne Q), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln, Art. 123: Wie die verurkundung der testamente zu geschehen in drey monath (I, Bl. 140-141, ohne Q), Bericht und Entscheidungsgründe des Kölner Ratssyndikates, 1790 (II, 1. Zählung: Bl. 1-8), Acta priora (II, 2. Zählung: Bl. 1-131; II, 3. Zählung: 1-89; II, 4. Zählung: Bl. 1-292).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 17
Altsignatur : H247/887
Umfang : 660 Blätter



(1565-1574), 1575-1593
Kläger:  Conrad Hammerstein, Vormund der minderjährigen Kinder des Wilhelm Hammerstein, Zimmermann, Köln (Bekl.); Bartold Questenberg, Goddart Blitterswich, Caspar Kannengiesser, Lambert Huls, Kirchmeister der Pfarrkirche St. Columba zu Köln (Kl.)./.Beklagter:  Elsbet Bellinghausen, Witwe des + Tylmann Schuiff gen. Duissel, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Alexander Reiffsteck, 1575, Dr. Christoph Reiffsteck, 1575, Dr. Georg Melchior Kirwang, 1575, Dr. Johann Groenberger, 1575; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1575; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Gefahrtragung bei Rechtsmängeln; vollstreckbarer Titel des Tylmann Schuiff auf Empfang eines von + Wilhelm Hammerstein zu zahlenden rückständigen Erbleihzinses (erff canonem, propter canonem emphyteuticum anno 1564 et 1565 non solutum); dagegen steht Anspruch des + Wilhelm Hammerstein und seiner Nachkommen auf Einstandspflicht und Rechtsmängelgewährleistung seitens des zinsberechtigten Schuiff (propter periculum evictionis, ratione evictionis so er in contractu emphyteutico angelobt), nachdem 1564 die Kirchmeister von St. Columba Herausgabe der strittigen Pachtgüter gefordert (evincirt) und bis auf weiteres gerichtl. Beschlagnahme des Jahreszinses, der bis dahin dem Schuiff zukam und von diesem schließlich eingeklagt worden war, erreicht hatten. Nach Ansicht des Conrad von Hammerstein liegt von seiten des Kontrahenten + Tilmann Schuiff, der sich in der zweiten Instanz gegen die minderjährigen, zunächst ohne Vormund auftretenden Nachkommen des Wilhelm Hammerstein durchsetzen konnte, ein fehlerhafter Erbzinsvertrag vor: Das Rechtsgeschäft sei ohne ausreichende assecuration abgeschlossen, der Nachweis des Wechsels der Rechts- und Eigentumsverhältnisse nur urkundlich vollzogen und nicht auch angeschreint worden, die Rechte von St. Columba seien dabei völlig unerwähnt geblieben. Kirchmeister von St. Columba wiederum beschweren sich demzufolge über die bei der städtischen Berufungsinstanz entstandenen Rechtslage, weil wohlerworbene Rechte Dritter (hier also diejenigen besagter Pfarrei) ignoriert bzw. verletzt worden seien (sententia contra unum lata adversus alium vires neque effectum habere neque alteri tertio ius quaesitum aufferre possit) und eine ohne Einlassungsmöglichkeit geschehene Schädigung kirchlicher Rechte Nichtigkeit eines Urteiles nach sich ziehe (sententia contra ecclesiam seu aliam quamcunque piam causam non defensam lata nulla sit neque ecclesiae nocere possit).; Instanzen: 1. Bürgermeistergericht auf dem alten Kornmarkt, Köln, 1565-1567 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1567-1574 3. RKG, 1575-1593 (1574-1578); Beweismittel: Übertragung der Vormundschaft über minderjährigen Kinder des Wilhelm Hammerstein auf Conrad Hammerstein, beurkundet durch den erzbischöfl. Offizial Dr. Johann a Cempis, 1575, ehem. besiegelte Ausf. (Q 2), Acta priora, mit Zeugenaussagen (Q 5, 10, 11, 2. Zählung, Bl. 40-214 ohne Q), Urkunde der Bürgermeister und des Rates der Stadt Köln über die städtische Rechtsgewohnheit, urkundliche Nachweise von Grundstückseigentum ohne gleichzeitigen Schreinsbucheintrag nicht zuzulassen, besiegelte Ausf., 1577 (Q 16).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 18
Altsignatur : H254/928
Umfang : 409 Blätter



(1587), 1588-1589
Kläger:  Peter Hanff, Bacharach (Kl.)./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Stöckle, 1588; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Stemler [1587]; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Strafprozessuales Vorgehen der Stadt Köln, vertreten durch die Turmmeister, gegen den Kölner Bürger Peter Hanff. Hintergrund: 1586 erhobene Anklage und Inhaftierung des Hanff (in gefenckliche verstrickung bracht) wg. beleidigender Äußerungen, die er lt. Zeugenaussagen während eines Messe-Aufenthaltes in einem (nicht benannten) Frankfurter Gasthaus gegen Funktionsträger des Kölner Rates sowie gegen die Kirchmeister von St. Martin ausgesprochen haben soll. Beschwerde des Appellanten vor dem RKG betrifft vor allem die Niederschlagung seiner Unzuständigkeitsrüge (fori declinatorias und anderer dilatorias exceptiones fürzuwenden gehapt) gegenüber dem Kölner Rat, derzufolge der Kölner Rat keine strafprozessuale Kompetenz habe und keine Strafvollzugsrechte ausüben könne, desw. auch gegen das decret der Appellationskommission des Kölner Rates, das gegen den Antrag des appellierenden Hanff auf Litiskontestation und Einlassungspflicht erkannt hatte. Keine Einreden der Stadt Köln.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1586 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1587-1588 3. RKG, 1588-1589 (1588);Beweismittel: Notarielles Protestschreiben des Peter Hanf, nebst Gesuch um Ausfolgung der Acta priora, 1588 (Q ##), Acta priora (Q 4, 2. Zählung: Bl. 1-116, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 19
Altsignatur : H265/1275
Umfang : 277 Blätter



(1603-1604), 1605-1607
Kläger:  Conrad Isselburg und Johann Krieß, Vormünder der minderjährigen Kinder des + Peter Hanff, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Goswin Cholinus, Johann Bußtorp, Vormünder der minderjährigen Erben des + Anton und + Johann Dulcken, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Conrad Lasser, 1605; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jacob Kölblin, 1605; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Rechte und Pflichten eines Vormundes; Besitz von nicht näher benannten Gütern in Roesberg, die aus dem Erbe des + Peter Hanff stammten, durch gerichtl. Einweisung jedoch den Appellaten zugewiesen wurden. Hintergrund: ehem. Vormundschaftstätigkeit des + Anton Dulcken über die minderjährigen Kinder des + Peter Hanff, Köln. Streit über die Gewährung eines Klaganspruchs des besagten Vormundes (bzw. seiner Erben) gegen seine vormaligen Mündel (bzw. deren nachfolgenden Vormünder) aufgrund von unbeglichenen Aufwendungen des + Dulcken im Rahmen seines Kuratoriums (actio tutelae contraria), desw. Streit über die von den Appellanten ins Spiel gebrachte fehlende bzw. fehlerhafte Inventarisierung und Rechnungslegung des ehem. Vormundes, die nicht verhindert hatte (non visis actis neque ulla examinatione computus praecedente), daß die Vorinstanz zugunsten der Appellaten Immission in die Roesberger Güter anordnete. Einreden der Appellaten halten aufgrund des possessorischen Zwischenurteils der Vorinstanz (bescheidt super momentaneum possessorium) vorliegende RKG-Appellation für hinfällig; Verweis auf wohlerworbene hypothekarische Rechte an den Roesberger Gütern, da + Anton Dulcken im Zuge seiner Vormundstätigkeit umfangreiche Nachlaßschulden des + Peter Hanff aus eigenen Mitteln beglichen hatte und dafür dingliche Sicherheiten an den bestrittenen Liegenschaften erhielt.;Instanzen: 1. Erzbischöfliches Offizialat, Köln, 1603-1605 2. RKG, 1605-1607; Beweismittel: RKG-Kompulsorialschreiben vom 2.1.1605, Abschr., mit Botenbericht (Q 3), Vormundschaft des Johann Bußtorp und Johann von Iteren über den minderjährigen Sohn des Hans von Dülken, 1605 (Q 7), Streitvollmacht für Goswin Cholinus und Johann Bußtorp, 1608 (Q 8), Schöffenurkunde des Hochgerichts Bonn über den Verkauf von eines Morgens Wiesenland (benden) gen. Appelmorgen sowie der Flur: zum Benden Feld in Dransdorf von den Gebrüdern Friedrich, Johann, Wilhelm Hanff an Gillesen Freins, Busdorf, und Erbengemeinchaft Euskirchen, 28.1.1606, besiegelte Ausf. (Q 11), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-97, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 19A
Altsignatur : H266/1276
Umfang : 134 Blätter



(1647-1671), 1672-1675
Kläger:  Sophia Hanekamm gen. Sultzerin, Köln, sowie Dietrich Hanekamm, testamentarisch eingesetzter Vormund ihrer minderjährigen Kinder./.Beklagter:  Wilhelm Balthasar Sultzer, Ehrenbreitstein, geschiedener Ehemann der Sophia Hanekamm gen. Sultzerin, Köln; Gläubiger des Wilhelm Balthasar Sultzer: Elias Schmalenberg, N.N., Witwe des + Wilhelm Bein, Johann Friedrich Beser, Jacob von der Rohr,


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff [1672], Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz [1672], Dr. Johann Franz Matthias, 1688, Subst.: Dr. Georg Friedrich Mueg, 1688; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich Zeller, 1673, Subst.: Dr. Johann Ulrich Stieber, 1673; für Elias Schmalenberg: Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1672, Subst.: Lic. Johann Eichrodt, 1672, für Johann Friedrich Beser: Lic. Johann Conrad Albrecht (von; Prozeßart: citationis ad proponendum actiones, si quas habent, liquidandum et videndum sibi satisfieri ad domum; Streitgegenstand: Unterhalts- und Ehegüterfragen zwischen den nach Beschluß des erzbischöflichen Offizialates in Scheidung lebenden Eheleuten Sophia Hanekamm gen. Sultzerin und Wilhelm Balthasar Sultzer (separatio quoad mensam et thorum), die von der Hanekamm mittels Provokationsklage und Ediktalzitation (edicts weiß ahn zuschlagen) ans RKG gebracht werden, um dort die Gläubiger ihres ehem. Ehemannes, der nach Angaben der Klägerin entgegen der Heiratsabsprache kein eigenes Vermögen in die Ehe eingebracht hatte, zur Klageerhebung zu zwingen. Erstinstanzliche Zuständigkeit des RKG wird mit der territorialer Streulage der von Pfändung bedrohten Immobilien in Eppstein (Landgrafschaft Hessen), Düren (Hztm. Jülich) und der Stadt Köln begründet, wird von den Appellaten jedoch mit dem Einwand bekämpft, es befänden sich bereits verschiedene Verfahren an den zuständigen Lokal- und Territorialgerichten in der Schwebe. Hintergrund: testamentarisch vererbte Hinterlassenschaft (u.a. Liegenschaften in Massenheim, Grafschaft Hessen-Darmstadt) des + Johann Hanekamm (Vater der Klägerin), deren vorläufig geregelte Besitzverhältnisse (in summariissimo) von dessen Schwiegersohn Wilhelm Balthasar Sultzer angefochten wurden, desw. Streit der geschiedenen Eheleute über unterlassene Alimentationsleistungen des Sultzer hinsichtlich der gemeinsamen, durch Testament des + Johann Hanekamm mit einem Vormund versehenen Kinder. Streit auch über den angeblich durch Kölner Statutenrecht gesicherten, von der Klägerin jedoch verneinten Fortbestand ehelicher bzw. erblicher Schuldenhaftung (ad communia debita stante matrimonio contracta), nachdem Wilhelm Balthasar Sultzer div. Schuldverschreibungen abgeschlossen und dabei seine Ehefrau zur bewilligung und unterschrifft ettlicher obligationen gezwungen haben soll.; Instanzen: 1. RKG, 1672-1675 (1672-1688);Beweismittel: RKG-Citatio ad proponendum actiones, si quas habent, liquidandum et videndum sibi satisfieri ad domum vom 16.2.1672, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 2), Urteil des erzbischöfl. Offizialates, Köln, in der Ehescheidungssache: Sophia Hanekamm ./. Wilhelm Balthasar Sultzer, o.D. (Q 3), Sammelbeilage, enthält: Wechselbrief der Witwe des + Wilhelm Beins für Johann Hunthumb, 1667, Schuldverschreibungen des Wilhelm Balthasar Sultzer, 1652, 1666 (Q 4-7), Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln, 1668 (Q 8), Auszug aus den Protokollen des Bürgermeister- und Amtleutegerichts, 1670 (Q 9), Vergleich über die Verbindlichkeiten des Wilhelm Balthasar Sultzer, 1667 (Q 14), Sammelbeilage, enthält: Urteile und Dekrete in Sachen: Sara Nix gen. Schmalenberg ./. Sophia Hanekamm, 1653-1671 (Q 17-23), Supplik des Wilhelm Balthasar Sultzer an die kurtrierische Kanzlei über die Bescheinigung seines Aufenthaltes ebendort, 1673 (Q 26), Testament des Johann Hanekamm, Abschr., 1662 (Q 30), Rechtshilfe-Ersuchen des Jacob von Wolfskehl und Daniel Heufft, Appellationskommissare des Rates der Stadt Köln, gerichtet an den Landgrafen von Hessen, Abschr., 1668 (Q 31), Rechnung des Johann Hanekamm hinsichtlich der Forderungen an seinen Schwiegersohn Wilhelm Balthasar Sultzer, 1647-1659 (Q 32), Rechtshilfe-Ersuchen des erzbischöfl. Offizialates, Köln, gerichtet an den RHR, den Erzbischof von Köln bzw. Mainz, Pfalzgrafen bei Rhein, Herzog von Jülich-Berg, Landgrafen von Hessen-Darmstadt, 1668 (Q 34), amtliche Auskunft des Jülich-Bergischen Hofgerichtes Düsseldorf über das ebendort schwebende Appellationsverfahren Johann Friedrich Beser ./. Sophia Hanekamm, 1673 (Q 39), Erbansprüche des Wilhelm Balthasar Sultzer hinsichtlich der Hinterlassenschaft seines Schwiegervaters Johann Hanekamm, o.D. (Q 43), Forderungen der Witwe des + Wilhelm Bein gegen Wilhelm Balthasar Sultzer, 1673 (Q 47), Urteil des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln in Sachen: Beins ./. Sultzer vom 27.11.1671 (Q 49), Sammelbeilage, enthält: Akten der Spezialkommission des Kölner Rates in Sachen: Elias Schmalenberg ./. Wilhelm Balthasar Sultzer, enthält auch: Auszug aus den Statuten der Stadt Köln: Art. 37: Von schuld die mann und weib zusammen oder besonder machen (Q 51-55), Forderungen des Johann Friedrich Beser gegen Wilhelm Balthasar Sultzer (Q 71), notarielles Protestschreiben des Elias Schmalenberg gegen das Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates in Sachen: Sophia Hanekamm ./. Elias Schmalenberg vom 13.8.1677 (Bl. 153-156, ohne Q). RKG-Citatio ad reassumendum, gerichtet an Sophia Hanekamm, 1688, Abschr., mit Botenbericht (Bl. 160-161, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 20
Altsignatur : H271/1287
Umfang : 184 Blätter



(1585-1587), 1596-1612
Kläger:  Jacob Hannemann, Gertraud Sichraidt, Anna Margit Sichraidt, Erben des Jacob Hannemann, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Johann Tholle, Gertraud Meinau, Antonius Tholle, Provisoren des Heilig Geist-Hospitals, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Gödelmann, 1596, Dr. Johann von Vianden, 1596; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jacob Kremer, 1596; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Rechtsmittel gegen vorinstanzliche Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung (iustitia denegata sive protracta). Hintergrund: Räumungsklage des Appellanten; d.h. am Amtleutegericht Airsbach eingeführter reumungs proceß des Hauseigentümers Jacob Hannemann hinsichtlich zweier von (nicht benannten) Mietern innegehabter Kölner Wohnhäuser. Dem besagten Klaganspruch war zwar in zweiter Instanz vor der Kurfürstl. Appellationskommission mit einem rechtskräftigen Urteil auf würckliche außreumung und deoccupation der Wohnungen stattgegeben worden, durch Prozeßintervention des Johann Tholle kam die Sache in puncto executionis jedoch jahrelang nicht zum gewünschten Abschluß. Appellant begehrt für endgültige Vollstreckung Beförderungsschreiben (promotorial) seitens des RKG, um seinen Rechtstitel bei der Kölner Vorinstanz schließlich durchsetzen zu können. Lt. Protokoll-Eintrag: Vollstreckbare Bestätigung des vorinstanzlichen Rechtslage und Remission der Streitsache ebendorthin durch RKG-Urteil vom 8.6.1603.; Instanzen: 1. Greve und Schöffen des Amtleutegerichts Airsbach, Köln, 1585-1587 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1587 3. RKG, 1596-1612; Beweismittel: Notarielle Zustellung der RKG-Citatio ad reassumendum vom 23.9.1597, gerichtet an Gertraud Meinau, Witwe des + Johann Tholle (Q 8), Bevollmächtigung der Gertraud Meinau für die Prozeßvertretung durch Lic. jur. Christoph Weitzelen, 1600 (Q 12), notarielle Zustellung (insinuatio) der RKG-Citatio ad reassumendum vom 24.10.1600, gerichtet an Antonius Tholle, Köln (Q 15), Auszug aus dem Testament des Johann Tholle, 1597 (Q 18), Verzeichnis der Prozeßkosten des Hermann Jacob Hannemann, o.D. (Q 20-21), Acta priora (1. Zählung: Bl. 56-104 ohne Q; 2. Zählung: Bl. 1-154, ohne Q; 3. Zählung: Bl. 1-25, ohne Q; 4. Zählung: Bl. 1-293, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 21
Altsignatur : H278/1301
Umfang : 576 Blätter



1619-1621
Kläger:  Johann Hansen, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Deutz, Johann Hauser, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Dietrich Düllmann, 1619; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Zulässigkeit des Rechtsweges; Vormundschaft, hier: Haftung einer Tutorenmehrheit; Klag- und Herausgabeanspruch (heraußgebung) der Appellaten hinsichtlich nicht näher bestimmter Vermögenswerte. Diese hatte der Appellant (zusammen mit seinen mittlerweile verstorbenen contutores Rembold Scholl und Peter Bausch) als vom Weltl. Hochgericht bestellter Vormund über minderjährige, zwischenzeitlich mit den Appellaten verheiratete Töchter des + Tilmann Aldenhoven zunächst defendirt und verwaltet, später angeblich unbefugterweise zurückbehalten. Nach Ansicht des Appellanten, des einzig überlebenden Vormundes (uti superstiti curatori), besteht für seine Person ein Haftungsverhältnis höchstens teilweise, da die Tutoren ihre Tätigkeit jährlich abwechselnd ausgeübt hätten (zu dreien jaren von einem zum anderen umbgangen); beim Hochgericht liege jedoch bereits fehlerfreie Inventarisierung des Mündelvermögens und Rechnungslegung über seine Kuratel vor. Vor dem RKG Nichtigkeitsbeschwerde des Appellanten wg. fehlender Gerichtszuständigkeit des Kölner Rates (nullitas ex defectu iurisdictionis), weil die beim Kölner Rat anhängig gemachte Klage der Gegner gegen das sog. beneficium primae instantiae des ehem. Vormundes verstoße; nur das Hohe Weltl Gericht zu Köln komme als Vormundschaftsgericht für den vorliegenden Streitfall in Frage (forum competens). Keine Einreden der Appellaten.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln (1619?) 2. RKG, 1619-1621 (1619-1620); Beweismittel: Notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Ladungsschreibens und Inhibitionsmandates, 1619 (Q 1).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 22
Altsignatur : H291/1332
Umfang : 16 lose Blätter



(1693-1694), 1701-1723
Kläger:  Cunigunda Hansen, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Jacob Sierger, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung, 1701, Subst.: Dr. Johann Meyer, 1701; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Heinrich Flender, 1701, Subst.: Lic. Johann Wilhelm Heeser, 1701; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Erbschaftsklage; Anspruch der Cunigunda Hansen auf Herausgabe des fünften Teils der Erbschaft ihres Großvaters mütterlicherseits: + Johann Sierger, hauptsächlich bestehend aus Liegenschaften und ihren Einkünften (cum fructibus perceptis) im Erzstift Köln sowie in Oberfell (Amt Alken, bei St. Goar, Kondominium der Erzstifte Köln und Trier), welche angeblich der Appellantin als vormaliges kindsgetheill ihrer verstorbenen Mutter Gertraud Sierger zustehen. Nach Ansicht der Appellantin, die bei Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts (sowie der kurfürstl. Berufungsinstanz) zunächst einen vollstreckbaren Titel auf Rechnungslegung (rationes et reliqua) und Herausgabe des besagten Erbanteils erhalten hatte, tritt Jacob Sierger als unrechtmäßiger Inhaber der Erbschaft auf (alß detentor der ganzen erbschafft), der beim kurkölnischen Hofrat in Bonn durchsetzen konnte, daß seine Rechnungslegung über die strittigen Erbgüter angenommen und im übrigen die Klage der Appellantin abgewiesen wurde (sententia absolutoria). 1704-1723 Unterbrechnung des RKG-Verfahrens, seit 1723 Auftreten der Cunigunda Hansen als arme Partei (Vgl. hierzu auch RKG Köln Nr. 740 (H 24, Q 6)). Lt. Protokoll-Eintrag: Kassation des Urteils des Bonner Hofrates, Bestätigung des Urteils der Kurfürstl. Appellationskommission und Remission der Streitsache ebendorthin durch RKG-Urteil vom 16.7.1703, dessen Tenor wiederholt im Urteilsbrief vom 22.3.1723.;Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1693 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1693-1694, 1703-1704 3. Kurkölnischer Hofrat, Bonn (?-1699) 4. RKG, 1701-1723; Beweismittel: RKG-Urteil vom 22.3.1723, besiegelte Ausf., mit Insinuationsvermerk der RKG-Kanzlei (Bl. 6, ohne Q), Bescheinigung über die ordnungsgemäße Beantragung der Acta priora, 1700 (Q 6), Kautionsschein der Appellantin, o.D. (Q 10), gerichtl. Taxation von Immobilien u.a. in Oberfell (Amt Alken, bei St. Goar, Kondominium der Erzstifte Köln und Trier), 1701 (Q 15), Acta priora (Q 16-17, Q 30).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 23
Altsignatur : H293/1335
Umfang : 293 Blätter



(1695, 1701, 1709), 1717-1722
Kläger:  Christiane Hansen, Maria Hansen, Cunigunda Hansen, arme Partei, Erben des N.N. Hansen Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Dr. jur. Johann Heinrich Tils, Schöffe am Hohen Weltl. Gericht zu Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambros Joseph Stephani, 1717, Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren, 1717; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Rudolph Sachs, 1717, Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren, 1717; für Joseph Clemens von Bayern, Kurfürsten und Erzbischof von Köln: Lic. Franz Peter Jung, 1715, Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren, 1717; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Anspruch des Dr. Tils (stellvertretend für seine Ehefrau Anna Maria Adelgunde Bertrams erhoben) auf gerichtl. Einweisung in den Besitz des Hauses: Zum Schwahnen, Eigelstein. Hintergrund: Seit 13 Jahren bestehende Leistungsrückstände aus einem rentbar angelegten Darlehen des + Dr. jur. Heinrich Bertrams (sog. ältester Schöffe am Weltl. Hochgericht Köln und Schwiegervater des Dr. Tils) in Höhe von 1900 Rtlr., ausgegeben unter Belastung (unterpfandt) des zur Erbschaft der Appellantinnen gehörigen Wohnhausgrundstückes (pro securitate crediti). Beschwerde der Appellantinnen über die (höherinstanzlich bestätigten) Ergebnisse des Vollstreckungsverfahrens am Erbvogteigericht Eigelstein (summarischer processus distractionis), der mit umbschlag und richterlicher Zuweisung (adiudicatio) der Immobilie an den Dr. Tils endete. Hinweis darauf, daß der fahr des Hauses auch von den Kirchmeistern von Klein St. Martin beansprucht worden sei, ebenso auf Fehlen eines ordentlichen Zwangsversteigerungsverfahrens (legitima subhastatio), Streit auch über die für die Belange der Appellantinnen schädliche Wertschätzung (taxatio et aestimatio) sowie über den (schlechten) Zustand des umstrittenen Hauses, der jedoch nach Ansicht des Dr. Tils die Unterwertigkeit der Taxation rechtfertigt und die Höhe des rentbaren Darlehens deutlich unterschreitet.; Instanzen: 1. Erbvogteiliches Gericht Eigelstein (?) 2. Appellationskommission des erbvogteilichen Gerichts Eigelstein (?) 3. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln (?) 4. Kurkölnischer Hofrat, Bonn, 1717 5. RKG, 1717-1722; Beweismittel: Protestschreiben der Appellantinnen gegen die zwangsweise Ausbietung des Wohnhauses und Gartengrundstücks am Eigelstein, enthält auch: Dekret zur Taxation und öffentlichen Ausbietung der Immobilien vom 13.2.1717 (Q 5), pfarramtliche Auskunft des Vizekuraten von St. Kunibert, Lic. theol. Christian Staell, über die Armut der Pfarrgenossinnen Christiane Hansen, Maria Hansen, Cunigunda Hansen (attestatum paupertatis et impotentiae), 1717, besiegelte Ausf. (Q 6), Sammelbeilage, enthält: drei Urteile (nicht benannter) Kölner Gerichte in Sachen: Hansen ./. Tollmann, 1695, Orley ./. Hansen, 1701, Kirchmeister von Klein St. Martin ./. Hansen, 1709 (Q 9-11), gerichtl. Taxation des Hausgrundstückes Zum Schwahnen am Eigelstein durch Bausachverständige, 1695 (Q 12), Kautionsschein der appellierenden Christiane Hansen, Maria Hansen, Cunigunda Hansen, 1717 (Q 15), Schreiben des kurkölnischen Hofratspräsidenten, Vizepräsidenten, Kanzleidirektoren und div. Hofräte (allesamt nicht benannt) an den amtierenden Kammerrichter Adolph Dietrich Freiherrn von Ingelheim vom 1.7.1717 betr. die Unzulässigkeit der RKG-Appellation, besiegelte Ausf. (Q 17), amtliche Angaben über die Kölnische Gerichtspraxis bezüglich der Taxation von strittigen Hausgrundstücken, 1718 (Q 24), pfarramtliche Auskunft des Vizekuraten von St. Kunibert, Lic. theol. Christian Staell, über die Armut der Pfarrgenossinnen Christiane Hansen, Maria Hansen, Cunigunda Hansen (attestatum paupertatis et impotentiae), 1717, besiegelte Ausf. (Bl. 73, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 24
Altsignatur : H294/1336
Umfang : 77 lose Blätter



(1574-1577), 1578-1585
Kläger:  Ursula von Hanxler, Witwe des + Heinrich Bolandt, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Gymnich (Gimmenich), Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoph Behem, 1578; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1578; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Prozessuale Forderungsverrechnung. Aufrechnung von zwei gegenläufigen Schuldforderungen, die nach Ansicht der Appellantin schon in der ersten Instanz zur Tilgung der vom Gegner eingeklagten Forderungssumme hätte führen müssen (nach der Regel: compensatio ipso iure perimit actionem). Hintergründe: Anspruch der Ursula Hanxler auf Erhalt einer (auf einem Darlehen über 350 Tlr. beruhenden) jährlichen korn pension im Gegenwert von 14 Malter Roggen, deren Leistung in den Jahren 1574-1577 jedoch in Rückstand geraten war und angeblich mit dem Verkauf von vunff stucker weins von Gymnich an die Appellantin verrechnet werden sollte (daß sie solches anders nicht verstanden oder gemeint, dan daß ihr woll angeregte korn pension alß die haubt summa zu bezahlung der wein dienen soll). Beschwerde der Appellantin vor dem RKG v.a. darüber, daß die Vorinstanzen solche condition und vergeding des Kaufkontraktes nicht berücksichtigt und gegen den Anspruch auf Erhalt des Kaufpreises für den Wein (action ad pretium) die Einrede der aufzurechenden Gegenforderung nicht gewährt hatten (exceptio compensationis, daß was appellat ihr schuldig sie ahn bezahlung der wein abziehen und abkurtzen lassen soll), sondern vielmehr den Differenzbetrag bis zur Klärung der Rentenansprüche bei Gericht hinterlegt wissen wollten. Im übrigen seien die Rückstände der Kornrente weit höher zu veranschlagen als der geforderte kaufschilling des Weines. Keine Einreden des Appellaten. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der Appellation durch RKG-Urteil vom 16.8.1582.;Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln, 1577 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1577 3. RKG, 1578-1585;Beweismittel: Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-80, Q 5-6), Verzeichnis der Prozeßkosten des Johann Gymnich (Gimmenich), o.D. (Q 9).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 25
Altsignatur : H313/1377
Umfang : 193 Blätter



1617, (1618)
Kläger:  Elisabeth Harden, Witwe des + Johannes Kremer von Herzogenrath, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Anna Harden, Witwe des + Damian Oeckhoven, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Fabritius, 1618; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Hermann Cran, 1618; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Gesetzliche Erbfolge unter Geschwistern; hier: Streit zweier Schwestern über Aufteilung des ohne Testament (per viam successions ab intestato) überkommenen Geldvermögens ihres (kinderlos?) verstorbenen Bruders Heinrich Harden (wohnhaft in Palsterkamp bei Osnabrück), das nach Ansicht der Anna Harden (verheiratet mit Daem Oeckhoven) jeweils zur Hälfte (450 Rtlr.) an die beiden erbberechtigten Schwestern gehen soll, sich bislang jedoch zur Gänze in alleinigem Gewahrsam der Schwester Elisabeth befindet. Beschwerde der Elisabeth Harden über einen Beschluß des Kölner Rates, durch welchen die strittige Hälfte der Erbschaft nicht an sie herausgegeben, sondern vorläufig beim Rat hinterlegt werden sollte (ad faciendam depositionem et sequestrationem pecuniae), Beschwerde auch über angeblich unförmliches, schleuniges (Extrajudizial-) Verfahren (per viam supplicationis extrajudicialiter [...] convenirt und besprochen) beim Kölner Rat (ohn einige formbliche clagh, ohne einigen ordentlichen proceß), das der Appellantin das beneficium primae instantiae abschneide; Antrag auf Erlaß eines RKG-Dekretes, durch welches die Gegnerin dazu gezwungen werden soll, ihre Erbschaftsklage (action ratione fraternae successionis) in ordentlichem Prozeß vors RKG zu bringen (ihre action vorthin bei dießem hochlöblichen cammergericht formlich zu proponiren). Hinweis: Vorakten befinden sich unter der selbständigen Signatur RKG H 150 (RKG Köln Nr. 873); Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1617 2. RKG, 1617 (1617-1618); Beweismittel: -
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 26
Altsignatur : H335/1414
Umfang : 21 Blätter



(1532), 1533-1539
Kläger:  Dr. jur. Alexius Harde(r)wick, herzoglich geldrischer Rat, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Heinrich von Hoen, Johann von Hoen, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunle, 1533 Dr. Jacob Huckel, 1534, Dr. Sibert Lovenburg, 1534, Dr. Adam Werner von Themar, 1534; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Ziegler, 1532, Dr. Hieronymus Lerchenfelder, 1532, Lic. Johann Helffman, 1532; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; ursprünglich Klage des Dr. Harde(r)wick gegen kinder und erben des Peter Hoen (Appellaten?) aufgrund einer nicht näher erläuterten Bürgschaftsleistung. Beschwerde vor dem RKG gegen nachteiliges Urteil einer kurfürstl. Kommission in Köln; wg. Kontumaz des Appellanten vor dem RKG jedoch keine eingehenden Verhandlungen (d.h. kein Appellationslibell und keine Einreden) in der Sache. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Niederschlagung der Appellation durch RKG-Urteil vom 24.11.1533 (wiederholt am 16.1.1534), anschließend Exekutions- bzw. Achtverfahren gegen den (für gerichtsungehorsam erklärten) Appellanten, der mit Hilfe seines Landesherrn, des Herzogs Carl von (Jülich-) Geldern, Wiederaufnahme (restitutio) des Verfahrens wg. unverschuldet unterbliebener Ausfolgung der Acta priora, ebenso wg. unverschuldeter, berufsbedingter Abwesenheit begehrt.; Instanzen: 1. Kurfürstl. Kommission, Köln (1532) 2. RKG, 1533-1539 (1532-1538); Beweismittel: Schreiben des Herzogs Carl von (Jülich-) Geldern an das RKG betr. die Wiederaufnahme des schleunig zu betreibenden (Haupt-) Verfahrens (restitution und summarie proceß in die principal sach) nach dem RKG-Urteil vom 16.1.1534, enthält auch: gleichlautende Supplik des Dr. jur. Alexius Harde(r)wick an den Herzog von Geldern, Abschr. 1534 (Q 8), notarielle Zustellung des strafbewehrten RKG-Exekutorialschreibens vom 2.6.1535 betr. das RKG-Urteil vom 16.1.1534 (Q 11), Antrag des kaiserl. Fiskalprokurators Wolfgang Weidner, Worms, auf Einziehung der im RKG-Exekutorialschreiben vom 2.5.1535 festgelegten Fiskalstrafe zu Lasten des Appellanten, 1535 (Q 12), notarielle Zustellung der Achterklärung gegen den Appellanten durch verschärftes RKG-Exekutorialschreiben (executorialium auff die acht) vom 31.8.1537 (Q 13), Verzeichnis der Prozeßkosten des Heinrich und Johann von Hoen, o.D. (Bl. 35, ohne Q), Schreiben des Herzogs Carl von (Jülich-) Geldern an das RKG vom 9.3.1534 betr. die Wiederaufnahme des (Haupt-) Verfahrens (restitutio) nach dem RKG-Urteil vom 16.1.1534, besiegelte Ausf. (Bl. 25, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 27
Altsignatur : H342/1444
Umfang : 36 lose Blätter



(1552-1556), 1557-1576
Kläger:  Maria von Haren, Ehefrau des Wilhelm Scheiffardt von Merode, Herr zu Hemmersbach-Sindorf (bei Bergheim/Erft), später Dietrich von Haren (Kl.)./.Beklagter:  Heinrich Kasselmann von Wiltzhausen, Bernhard von Rhenen, Vormünder der minderjährigen Kinder des Peter von Hoerich gen. Suggeroidt, Köln, später Jacob Buchbender und Johann von Wesseling, Vormünder der minderjährigen Kinder des Johann von Hoe


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoph Reiffsteck, 1556 Dr. Alexander Reiffsteck, 1556, Lic. Amandus Wolff, 1556, Dr. Michael Kaden, 1556, Dr. Friedrich Reiffsteck, 1566; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Mauritius Breunle, 1564, Dr. Johann Michael Fickler, 1565, Dr. Melchior Schwartzenberg, 1565, Lic. Philipp Zybell, 1565; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Prozessuale Klagenänderung bzw. -konkurrenz [sog. ius variandi] innerhalb eines Erbschaftsprozesses, hier bezogen auf Erb- und Eigentumsrechte am Kölner Hof Zum Dauwe, Severinstraße (Schreinsbezirk St. Severin). Hintergrund: Ansprüche der Maria von Haren (Tochter der Clara vom Dauwe, Enkelin des Kölner Bürgermeisters, Schultheißen des Gerichts von St. Severin und Hofeigentümers - iure dominii vel quasi - Johannes vom Dauwe) auf Erbanteile an besagtem Hof, gerichtet gegen den alleinigen Besitz des Hofes seitens der (kinderlos gebliebenen) Eheleute + Peter von Hoerich und + Metzgin zum Dauwe (Schwester der + Clara vom Dauwe), vor allem aber gerichtet gegen die erbliche Übernahme des Hofes durch die (noch minderjährigen) Nachkommen des + Peter von Hoerich gen. Suggeroidt aus zweiter Ehe mit seiner ehem. Dienstmagd + Regina von Rhenen. Dies wird von den Appellaten damit rechtfertigt, daß ein 1513 errichtetes Ehegattentestament von Peter von Hoerich und Metzgin zum Dauwe wechselseitige Beerbung zur letztlebenden Hand vorsehe und weiterer Erbgang auf Kinder aus zweiter Ehe von daher grundsätzlich möglich sei. Vor dem RKG v.a. Streit über Zulässigkeit von Klagenauswahl (electio) und veränderbaren Klagansprüchen (mutatio actionis) der Maria von Haren, die sich als negste blutzverwandte ihrer verstorbenen Schwester zunächst auf gesetzl. Erbrecht gestützt (forderung super petitionem hereditatis ab intestato gestellt), im Laufe des erstinstanzliches Verfahrens jedoch auch besagtes Testament zum Gegenstand hatten (clag super petitione haereditatis ex testamento), die nach Ansicht appellierender Partei jedenfalls solange möglich bleibt, wie sie vor der Streitbefestigung geschehen ist (die mutation der action vermög der rechten ante litis contestationem frey ohn einige straff stadt hatt unnd geschehen mag). Ebenso Streit über Zulässigkeit des Rechtsweges an die Kölner Appellationskommissare in zweiter und dritter Instanz, die (im Einklang mit den Appellaten) das Zwischenurteil über die Eröffnung des Hauptverfahrens beim Gericht von St. Severin verworfen hatten und wg. des Klagenwechsels schließlich ein schwerwiegendes Kostenurteil gegen die Appellantin ausgesprochen hatten (iudex ex officio actorem propter male institutam actionem etiam lite non contestata possit condemnare in expensis).; Instanzen: 1. Amtleutegericht von St. Severin, Köln, 1552-1555 2. Lic. jur. Johann a Cempis, Appellationskommissar des Amtleutegerichts von St. Severin (und erzbischöfl. Offizial), 1555, 3. Kurfürstl. Appellationskommissare, Köln: Dr. jur. Conrad Ort; Beweismittel: Übertragung der Vormundschaft über die minderjährigen Kinder des Johann von Hoerich gen. Suggeroidt auf Jacob Buchbender und Johann von Wesseling, nebst Prokuratorenvollmacht für Dr. Johann Michael Fickler, Dr. Melchior Schwartzenberg, Lic. Philipp Zybell, 1565, vollzogen durch Schultheiß und Schöffen des Amtleutegerichts von St. Severin, Köln, besiegelte Ausf. (Q 10), notarielle Insinuation der RKG-Citatio ad reassumendum, gerichtet an Gertraud Plettenberg, Witwe des + Johann von Hoerich, 1565 (Q 15), Verzeichnis der Prozeßkosten der Maria von Harten bzw. des Dietrich von Haren (Q 18), Notariatsinstrument über die Zession der Forderungen der Maria von Haren, geb. vom Dauwe, an Dietrich von Haren, 1571 (Q 19), Notariatsinstrument über den Vergleich zwischen Dietrich von Haren und Johann Krautschar, zweitem Ehemann der Gertraud von Hoerich geb. Plettenberg, 1574 (Q 21, Q 25), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-167, ohne Q, 3. Zählung: Bl. 1-159, ohne Q, enthält auch: Ehegattentestament von Peter von Hoerig gen. Sugeroidt und Metzgin vom Dauwe (Bl. 85v-101r), 4. Zählung: Bl. 1-65, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 27A
Altsignatur : H347/1455
Umfang : 540 Blätter



(1531), 1532-1536
Kläger:  Johann Hartmut (Hartmond, Hartmann), Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Dominicus Bucher, Frankfurt/Main (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Leopold Dick, 1533, Dr. Ludwig Ziegler, 1533, Dr. Jacob Huckel, 1533, Lic. Andreas Weiß, 1533; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Hauser, 1532; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Anweisung (delegatio), hier: Schuldforderung des Bucher gegen den Hartmut in Höhe von 400 fl., die von Letzterem mit der Einrede bekämpft worden war, Bucher habe an ihn nachweislich nie Geld ausgezahlt (ußred non numeratae pecuniae). Erste Instanz sprach Hartmud von der Schuldklage frei, das Kölner Ratsgericht als Berufungsinstanz entschied jedoch zugunsten des Bucher, wogegen schließlich Beschwerde ans RKG ergeht. Hintergrund: In Antwerpen (Antorff) tätige Handelsgesellschaft Bucher-Eschborn, innerhalb welcher eine Abrechnungsschuld des Heinrich Eschborn gegenüber seinem Mitgesellschafter Bucher in Höhe von 500 fl. entstanden war. Nach Angaben des Appellaten ging der größte Teil dieser Schuld (400 fl.) durch urkundliche (Verpflichtungs-) Anweisung (nach lut und inhalt eines offenn instruments) an den Appellanten über (delegatio und verweysung). Weiterhin besteht nach Ansicht des Appellaten durch förmliches Schuldanerkenntnis (de geminata vel iurata confessione debiti) und urkundliche Verpflichtungsanweisung (constitution und verpflichtung) nunmehr ein klagbares vertragliches Schuldverhältnis (contractus obligationis), durch welches der Hartmut schuldner und bezaler sein soll.; Instanzen: 1. Bürgermeistergericht auf dem Fleischmarkt, Köln, 1531-1532 2. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln (1532) 3. RKG, 1532-1536; Beweismittel: Acta priora (Q 4), Notariatsinstrument über Anweisung des Heinrich Eschborn als Deleganten an Johann Hartmut als Delegaten zur Zahlung von 400 fl. an Dominicus Bucher u.a., 1530, Abschr. und Ausf. (Q 9-10), Gesuch des Rates der Stadt Frankfurt/Main an das RKG betr. die baldige Fällung eines Urteils in Sachen: Hartmut ./. Bucher, 1536, besiegelte Ausf. (Bl. 46, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 28
Altsignatur : H445/1664
Umfang : 46 lose Blätter



(1698 Juli 08, 1700), 1739-1741
Kläger:  Johann Arnold von Hartzheim (im Namen seiner unmündigen Kinder), Köln./.Beklagter:  Gläubiger der Ida Gentis, Witwe des + Jacob Liègois, Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren, 1739, Subst.: Lic. Anselm Franz Spoenla, 1739; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach, 1739, Subst.: Lic. Johann Hermann Scheurer, 1739; Prozeßart: citationis ad videndum sibi in defalcationem paterni et lucri secundi thori, statum tempore cessionis bonorum suae socrus repertum adiudicari, aut saltem eatenus se eiusdem socrus creditoribus praeferri; Streitgegenstand: Vererbung des Ehevermögens der Ida Gentis (Schwiegermutter des Klägers) und des + Jacob Liègois, bezogen auf Erbanteile der Vor- und Nachkinder des Jacob Liègois. Kläger (verheiratet mit + Maria Theresa Liègois, Tochter aus zweiter Ehe des Jacob Liègois), macht im Namen seiner minderjährigen Kinder Bestimmungen des Heiratsvertrages des Ehepaaares Ida und Jacob Liègois von 1697 und eines Testamentes von 1700 geltend, nach denen ungeachtet der freiwilligen Güterabtretung an die Gläubiger (cessio bonorum) den Nachkindern 2/3 des elterlichen Zugewinnes zusteht. Streit über die Frage der Bevorzugung erbberechtigter Kinder gegenüber den Gläubigern der mittlerweile hochverschuldeten Witwe Liègois, die bereits ein Konkursverfahren eingeleitet und einen Vermögensverwalter eingesetzt hatten. Vereinheitlichende erstinstanzliche Zuständigkeit des RKG wird von seiten des Klägers mit der territorialer Streulage bestrittener Güter und Vermögenswerte und deren Zugehörigkeit zu verschiedenen Gerichtssprengeln in Köln (v.a. Miet- und Zinshäuser) bzw. Honnef sowie mit und dem Wohnsitz der Gläubiger begründet (propter bona quaesita sub diversis iurisdictionibus sita, quam propter diversitatem domicilorum creditorum). Gläubiger der Witwe Liègois schützen sich und die Konkursverwaltung gegen die Ansprüche und das Vorgehen des Hartzheim mit einem RKG-(Unterlassungs-) Mandatum de non arrogando administrationem bonorum sub concursu existentium nec turbando curatorem constitutum in illorum administratione sine clausula cum ordinatione curatoris bonorum vom 21.11.1739.; Instanzen: 1. RKG, 1739-1741 (1739-1740); Beweismittel: RKG-Citatio ad videndum sibi in defalcationem paterni et lucri secundi thori, statum tempore cessionis bonorum suae socrus repertum adiudicari, aut saltem eatenus se eiusdem socrus creditoribus praeferri vom 8.7.1739, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 2), namentliches Verzeichnis der Gläubiger der Ida Gentis, Witwe des + Jacob Liègois, mit Angaben über die Höhe der jeweiligen Forderungen, o.D. (Q 4), Ehevertrag (pacta dotalia) zwischen Jacob Liègois und Ida Gentis, Aachen, 1698, Abschr. (Q 6), Testament des Jacob Liègois, 1700, Abschr. (Q 7), Inventar über die an die Vor- und Nachkinder zu verteilenden Güter und Vermögenswerte des + Jacob Liègois (Q 8), Verzeichnis der den Kindern aus erster Ehe der Ida Gentis zustehenden Erbgüter, o.D. (Q 9), RKG-Mandatum de non arrogando administrationem bonorum sub concursu existentium nec turbando curatorem constitutum in illorum administratione sine clausula cum ordinatione curatoris bonorum vom 21.11.1739, Abschr., mit Botenbericht (Q 12), notarielles Protestschreiben der Gläubiger der Witwe Liègois gegen die Ansprüche und Rechtshandlungen des Kölner Weinhändlers Hartzheim, 1739 (Q 18), Ladungsschreiben des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln an den Kölner Ratsherren und Weinmeister Johann Arnold von Hartzheim betr. die Neuvermietung der (ehem.) Wohn- bzw. Miethäuser der Witwe Liègois, 1739 (Q 19).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 29
Altsignatur : H449/1685
Umfang : 230 lose Blätter



(1506-1514)
Kläger:  Catharina (Tryne) Hasenbecker(in), Witwe des + Leonhard Hasenbecker, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Catharina (Tringen) Zell von Hanau, geb. Spangenberg, Witwe des Kölner Druckerverlegers + Ulrich Zell von Hanau (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Seybold, 1510; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Wolfhard Reym von Ulm, 1510, Dr. Petrus Kiersser, 1510, Dr. Heinrich (Lewesaw von) Rostock, 1510, Dr. Johann Ruitlinger von Augsburg, 1510, Dr. Georg Hair, 1510, Dr. Wilhelm Wilbrecht, 1510, Lic. Christoph Hitzhofer, 1510; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vererblichkeit von Forderungen gegen Ulrich Zell von Hanau; hier: Schuldklage der Eheleute + Leonhard und Catharina Hasenbecker (Hosenbecker) gegen den Kölner Druckerverleger (boichdrucker) Ulrich Zell von Hanau [+ 1507] auf Grundlage eines 1468 gerichtl. dokumentierten Schuldanerkenntnisses (confessatum), durch welches besagter Kölner Buchdrucker gelobt hatte, eine in drei Raten zu bedienende gelltschuld in Höhe von 165 fl. Oberländisch an die Eheleute Wynandt und Sophie (Figin) Schluyn vollständig zurückzuzahlen. Vor dem RKG Streit über die Frage, ob Catharina Hosenbecker als angeblich nächste Verwandte der kinderlos gestorbenen Figin Schluyn diese Schuldforderung erben und ihre Erfüllung einklagen kann oder ob - nach Ansicht des + Ulrich Zell von Hanau bzw. seiner Witwe - einschlägige Bestimmungen im Testament der + Figin Schluyn das Erlöschen der Schuld und unumkehrbare Haftungslösung (liberatio) beweisen. Beschwerde vor dem RKG darüber, daß die Vorinstanzen die Erbschaftsforderung nicht gelten ließen und den Buchdrucker tatsächlich von der Leistungsklage lossprachen (Ulrich van Hanawe soll Lenardts Hosenbeckers Forderungen und anspraichen ledig und quit seyn); Einreden der Witwe Zell von Hanau verweisen v.a. darauf, daß das Kölner Ratsgericht die Sache zwecks Entscheidung über das strittige Testament an das dafür zuständige erzbischöfl. Offizialat verwiesen hatte (causam testamenti gewysen fur den geistlichen official zu Collen), wo die Ansprüche der Appellantin (bzw. ihres Ehemannes) ebenfalls abgewiesen worden waren.;Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1506-1507 2. N.N., Ratsrichter als Appellationskommissar (1507-1510?) 3. RKG (1511-1514); Beweismittel: Acta priora (Bl. 3-28), darin: Schuldanerkenntnis des Ulrich Zell von Hanau, 1468, Abschr. (Bl. 19r-v), notarielle Zustellung des strafbewehrten Ladungsmandats des erzbischöfl. Offizialats, Köln, in Appellationssachen: Eheleute Hosenbecker u.a. ./. Testamentsexekutoren der Sophie Schluyn ./., gerichtet an die Witwe des + Leonhard Hosenbecker, Catharina Hosenbecker, geb. Hain, 1512 (Bl. 39), desgl., besiegelte Ausf. (Bl. 49).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 30
Altsignatur : H457/1716
Umfang : 49 Blätter



(1574-1576), 1577
Kläger:  Gerhard Hasselborn, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Georg (Jörgen) Kesseler, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Fickler, 1577; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Stephan Neudörffer, 1577, Dr. Johann Gödelmann, 1577, Dr. Johann Michael Fickler, 1577; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Im Eilverfahren (noitgeding) erhobener Klag- und Vollstreckungsanspruch des Georg Kesseler gegen den Appellanten aufgrund eines von 1573 datierenden Schuldscheines (handtschrifft) über 500 Tlr., der vom vermeintlichen Schuldner Hasselborn erfolglos mit der sog. Exceptio non numeratae pecuniae bekämpft wurde: ohn daß er niemals dagegen heler oder pfennigs wert empfangen, Folge: cleger soll schuldig sein und vermoge der rechten gezwungen werden, causam debiti herfurzubringen und zu articuliren damitt die recht warheitt ann tag kommen möchte. Vor dem RKG gibt sich Appellant, der durch eine sententia condemnatoria des Bürgermeistergerichts in die volle Schuldsumme verurteilt worden war, als unselbständig agierender Handlungsgehilfe (procuratorio nomine alß ein bloßer diener) des Hauptschuldners Johann Wipberg, Hamburg, aus, als dessen Gläubiger wiederum Hermann von Bacharach in Dordrecht (NL), nicht der minderberechtigte Appellat, anzusprechen ist. Keine Einreden des Appellaten.; Instanzen: 1. Bürgermeister- (und Amtleute-) Gericht vor dem Rathaus, Köln, 1574-1575 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1575-1576 3. RKG, 1577; Beweismittel: Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates, 1577 (1. Zählung: Bl. 9-10, ohne Q), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-52, ohne Q; 3. Zählung: Bl. 1-44, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 31
Altsignatur : H469/1742
Umfang : 116 Blätter



1515-1516, (1517-1523)
Kläger:  Elsgin von Hasselt, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Ludwig von Levental, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Jacob Kröl, 1515; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Jacob Kröl, 1515, Dr. Conrad Schwabach, 1515, Dr. Caspar Mart, 1515, Dr. Wolfgang von Affenstein, 1515; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vorinstanzlich erfolgreich betriebener Klaganspruch des Ludwig von Levental gegen Elsgin von Hasselt auf Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 300 fl. Beschwerde der Appellantin von Hasselt beim RKG darüber, daß sich die Kölner Gerichtsbarkeit über die Tatsache hinweggesetzt habe, daß die Schuldverschreibung ursprünglich nicht allein auf die Appellantin, sondern auch auf die Eheleute Johann und Fighen von Dahlen lautete; letztere hätten zwischenzeitlich einen Teil der Schuld bezahlt, nachdem sie ohne Zutun und Wissen der Appellantin einen neuen Schuldvertrag abgeschlossen hatten, der veränderte Zahlungsfristen vorsehe (eyn nuwen contract, auch newe und ander zeill oder terminen dan in der ersten verschreybung begriffen, hinder mir und mein unwissen gemacht). Einreden des Appellaten bezweifeln aufgrund von Formfehlern Zulässigkeit der gegnerischen RKG-Appellation.; Instanzen: 1. Bürgermeistergericht auf dem (alten) Kornmarkt, Köln, 1515 2. Gericht des Rates der Stadt Köln, 1515 3. RKG, 1515-1516 (1515-1523); Beweismittel: Notarielle Erklärung des Ludwig von Levental über die Gründe seiner Abwesenheit zur Zeit der Zustellung des RKG-Ladungsschreibens durch einen RKG-Boten, 1515 (Q 5), amtliche Auskunft von Bürgermeistern und Rat der Stadt Köln über das die Appellationsmodalitäten der Ratsgerichtsbarkeit regelnde Statut, 1517, enthält auch: Privileg des Kaisers Friedrich III. für die Stadt Köln betr. die Modalitäten der Berufung von Kölner Gerichten an das Königliche Kammergericht vom 17.1.1474, Abschr. (Q 10, vgl. hierzu HAStK, Bestand 1: HUA 3/13222), notarielle Zustellung des RKG-Kompulsorialschreibens vom 17.9.1516 (Q 11), Acta priora (Bl. 34-48, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 32
Altsignatur : H470/1756
Umfang : 48 Blätter



(1594, 1609, 1616 September 16, 1625,1628, 1631, 1636, 1642 März 06, 1644, 1646, 1648-1651), 1653-1664
Kläger:  Sibylle (Overman von) Hattingen jun., Ehefrau des Jost Rath von Gummersbach, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, Lic. jur. Antonius Vincentius Fabens, Syndikus und ehem. Ratsherr der Stadt Köln, Nachlaßverwalter und Erbe der Eheleute Heinrich (Eulenbroch von) Zons, ehem. Kölner Ratsherr, und Sibylle geb. (Overman von


Enthält : Prokuratoren (Kl.):  Dr. Johann Eucharius Erhardt, 1653; für die Stadt Köln: Lic. Bernhard Henning [1649]; Prokuratoren (Bekl.):  Lic. Fidel Amand Goll, 1653; Prozeßart:  citationis super nullitate et ad videndum se restitui et manuteneri cum mandato ad edendum inventarium respective non alienando sive aggravando bona litigiosa sine clausula; Streitgegenstand:  Anfängliche bzw. nachträgliche Unwirksamkeit eines Testamentes; hier: Klage auf testamentarische Erbfolge in die Hinterlassenschaft der kinderlosen Eheleute Heinrich (Eulenbroch von) Zons (+ 1643) und Sibylla (Overman von) Hattingen sen. (+ 1629). Vereinheitlichende erstinstanzliche Zuständigkeit des RKG wird mit territorialer Streulage bestrittener Liegenschaften und Vermögenswerte und deren Zugehörigkeit zu verschiedenen Gerichtssprengeln begründet. Erbfolge wird dadurch streitig, daß es verschiedene letztwillige Verfügungen gibt: 1. das (Ehegatten-) Testament (“testamentum reciprocum”) von 1609, 2. desgl. von 1628, welches das vorige förmlich widerruft (“revocirt”), 3. das mündlich errichtete Testament (“testamentum nuncupativum”) des Witwers und alleinigen Erblassers Heinrich (Eulenbroch von) Zons von 1636, welches dasjenige von 1628 wg. angeblicher Formfehler außer Kraft setzt (“in sich null, nichtig und krafftlos sein soll”) und ansonsten wieder auf die letzwillige Verfügung von 1609 verweist, wodurch sich Antonius Fabens (und andere) in den Besitz der Erbschaft bringen können. Streit über kassatorische Wirkung des “testamentum nuncupativum” von 1636 sowie über den konträren Anspruch der Klägerin Sibylla von Hattingen jun. (Nichte der + Sibylla Overman von Hattingen sen.) auf vorläufigen Rechts- und Besitzschutz (“provisional possession”) für ihre auf das (nunmehr ungültige?) Testament von 1628 gestützten Erbrechte (“in vim summariissimi manuteniren wollen”) sowie auf Vorlage eines im Testament von 1628 vorgesehenen vollständigen Erbschaftsinventars von seiten der Bekl. Dies wird von der Kölner Spezial- und Appellationskommission (und den Beklagten) dahingehend verneint, daß hier nur die Erb- und Eigentumsklage in ordentlichem Verfahren (“in ordinario possessorio vel petitorio) in Frage komme: In den Genuß richterlichen Schutzes für ererbte Besitzrechte komme derjenige nicht, welcher ein nicht zweifelsfreies (“dubiosum”) oder fehlerhaftes Testament beibringt (“ex testamento tali visibili vitio subiacente impetrans manutentiam sperare non habeat”) und welcher gegen jemanden streitet, der ebenfalls testamentarischen Titel geltend machen kann. Lt. Protokoll-Eintrag vom 7.7.1658: Niederschlagung des Besitzschutzbegehrs durch RKG-Urteil (vorbehaltlich eines petitorischen Verfahrens), anschließend Einleitung des petitorischen Verfahrens, folgt erneutes RKG-Urteil lt. Protokoll-Eintrag vom 12.12.1659: Zuerkennung von bestimmten Erbanteilen für die Kläger gemäß dem Testament von 1628; danach Exekutionsverfahren.; Instanzen:  1. RKG, 1653-1664; Beweismittel:  RKG-“Citatio super nullitate et ad videndum se restitui et manuteneri cum mandato ad edendum inventarium respective non alienando sive aggravando bona litigiosa sine clausula” vom 10.5.1653, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 2), Antwortschreiben nebst Bericht der Juristischen Fakultät der Universität Erfurt betr. das Ergebnis des Revisionsverfahrens: Rath ./. Fabens bei der Appellationskommission des Kölner Rates, 1652, Abschr. (Q 13), Akten der Spezialkommission des Kölner Rates in Sachen: Imsteradt, Brassert ./. Wintzler (Q 20), 1642, Ratsedikt über das Verfahren bei vorläufigem Besitzschutz in Erbstreitigkeiten vom 16.9.1616 (“edictum possessorii summariissimi”), mit Auszügen aus den Statuten der Stadt Köln (Q 16), Acta priora der Spezialkommission des Kölner Rates, 1648, sowie des Ratssyndikates, 1649-1650, enthält auch: Suppliken der Streitparteien an den Kölner Rat, 1651 (Q 27), Ehegattentestament von Meister Heinrich (Eulenbroch von) Zons, Leder-Conraider, und Beelgen von Hattingen, 1628, Vollabschr. (Q 29), Ehegattentestament von Meister Heinrich (Eulenbroch von) Zons, Leder-Conraider, und Beelgen (Overman von) Hattingen, 1609, zweifach besiegelte Ausf. (Q 30), Testament der Eheleute Jost Rath von Gummersbach und Mettel von Neuss, 1625, Vollabschr. (Q 34), Ratsdekret vom 9.3.1665 betr. die Exekution des RKG-Urteils zugunsten des Jost Rath (3. Zählung: Bl. 44-49, ohne Q), Auszüge aus den Akten des Kölner Rates, 1666 (3. Zählung: Bl. 58-62, ohne Q), Ehegattentestament von Meister Heinrich (Eulenbroch von) Zons, Leder-Conraider, und Beelgen von Hattingen, 1609, Abschr. (Q 31), Auszüge aus den Schreinsbüchern von St. Martin, Köln, 1594, mit Anlagen (Q 35), Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln in Sachen: Rath ./. Zons, 1648 (Q 36), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln, Art. 2: “Dit is van testamenten ind vermechnissen, wie man die zu Coelne machen sall [...]” (Q 43), Testament des Kapuzinermönchs Pius (vormals Heinrich von Hattingen), 1644, Abschr. (Q 46), notarieller Fragenkatalog für Zeugenvernehmung, 1636 (Q 47), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln, Art. 19: “Dit is van man ind wive die in eliger stant sitzend ind gayn kind haint [...]” (Q 48), div. Suppliken des Jost von Hattingen und des Antonius Fabens an den Kölner Rat, mit einschlägigen Ratsdekreten, 1644 (Q 49), Auszug aus dem Stadtbuch von Lübeck, betr. die Übernahme von Erbanteilen an der Hinterlassenschaft des Heinrich (Eulenbroch von) Zons durch Petrus Alldorf und Caspar Wintercamp (im Namen ihrer nicht benannten Ehefrauen), 1646 (Q 39), Übernahme von Erbanteilen der Hinterlassenschaft des Heinrich (Eulenbroch von) Zons durch Herbert Staels (und seine Tochter), beurkundet durch das Landgericht Mülheim/Ruhr, 1646 (Q 51), notarielle Verhandlungen über die Folgeleistung hinsichtlich des RKG-Urteils vom 12.12.1659 (Q 56), desgl., 1660 (Q 58-59, Q 66), Inventar der Hinterlassenschaft der Sibylla (Overman von) Hattingen, 1631 (Q 64), Wertberechnungen zum Inventar der Hinterlassenschaft der Sibylla (Overman von) Hattingen (Q 65), “Berechnung und saldation des inventarii heren von Zons seelig”, enthält auch: Einband-Makulatur aus einer Doppelseite eines Missales (14. Jh.?), Pergament, nachträglich beschnitten, zweispaltig, rote und blaue Initialen, Texthervorhebungen in roter Tinte (vgl. hierzu RKG Köln Nr. 339 (C 83), Q 74), Inventar der Hinterlassenschaft der Sibylla (Overman von) Hattingen, Abschr., 1631 (Q 71), Akten des Bürgermeistergerichts in Sachen: Siten, Schmitz ./. Rath, 1660 (Q 79), notarielle Paritionalanzeige des Antonius Fabens, 1661 (Q 100b), weitere notarielle Verhandlungen über die Folgeleistung hinsichtlich des RKG-Urteils vom 12.12.1659, 1661 (Q 105), RKG-“Mandatum executoriale” vom 7.7.1662, Abschr., mit Botenbericht (Q 121), Appellationsinstrument der Anna Stockmann (Witwe des + Antonius Fabens) gegen das Dekret des Kölner Rates vom 14.2.1663 (Q 127), Rechnung der Spezialkommission des Kölner Rates, 1663 (Q 128), notarielle Zustellung RKG-Exekutorialmandates vom 7.7.1662 sowie vom 23.5.1663 (Q 129-130), Verzeichnis von zur Erbschaft des Heinrich (Eulenbroch von) Zons gehörigen Immobilien und Einkünften (Q 134), Auszug aus dem Ehegattentestament des Heinrich (Eulenbroch von) Zons und der Sibylle (Overman von) Hattingen von 1628 (Q 137), Nachweise über div. Zahlungen des Heinrich (Eulenbroch von) Zons bzw. des Antonius Fabens (Q 141), Rechnung der Anna Stockmann zum Erbschaftsinventar des Heinrich (Eulenbroch von) Zons von 1631 (Q 142), notarielle Zustellung des RKG-Schreibens um Bericht, 1663 (Q 146), amtliche Auskunft des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln über die Modalitäten der Erbeinsetzung bei mündlich errichteten Testamenten, enthält auch: Beschlüsse des Kölner Rates vom 3.2.1649 und vom 6.3.1642, Drucke (Bl. 485-489, ohne Q), Sammelbeilage, enthält: undatierte Rechtsgutachten von 14 namentlich genannten Kölner Rechtsgelehrten (“responsa quatuordecim iurisconsultorum praecipuorum Coloniensium”) sowie des RKG-Assessors Jacobus Glaser in Sachen: Hattingen ./. Fabens, unter Verweis auf die vergleichbare Rechtslage (“in omnino simili causa”) im Prozeß RKG Köln Nr. 608 (G 8) in Sachen: Gaill ./. Beywegh, 1658-1661, Ausf., mit Signeten und eigenhändigen Unterschriften von Lic. jur. Petrus Maes, kurfürstl. Appellationskommissar, Lic. jur. utr. Albert Rensing, erzbischöfl. Offizial, Lic. jur. Johann zum Pütz, Hermann Hermes, “dictator” der Jur. Fakultät der Universität zu Köln, Wilhelm Maes, Prof. Dr. jur. an der Jur. Fakultät der Universität zu Köln, Dr. jur. Johannes Hasius, kurkölnischer Hofrat, Dr. jur. Johann Romswinckel, kurkölnischer Hofrat, Lic. jur. Johann Philipp Mockel, Johann Peter Muller, Advokatus beim Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich von Bayern, Lic. jur. Johannes Dael, Lic. jur. Heinrich Kox, Assessor an der erzbischöfl. Kurie, Stephan Spermecher, Advokatus, Dr. jur. P. G. Romswinckel, Assessor an der erzbischöfl. Kurie, Dr. jur. Hieronymus Verhorst, Assessor an der erzbischöfl. Kurie (I, 4. Zählung: Bl. 493-525, ohne Q). Sammelakte, enthält: Akten der Spezialkommission des Kölner Rates (II, 2. Zählung: Bl. 1-83), Akten der Appellationskommission des Kölner Rates (II, 3. Zählung: Bl. 1-349), Ehegattentestament des Heinrich (Eulenbroch von) Zons und der Sibylle (Overman von) Hattingen von 1628 (II, 3. Zählung: Bl. 350-360, div. Suppliken des Jost von Hattingen und des Antonius Fabens an den Kölner Rat, mit einschlägigen Ratsdekreten, 1651-52 (II, 4. Zählung: Bl. 1-44), Berechnungen zum Erbschaftsinventar von 1631 (II, 5. Zählung: Bl. 19-35), Testament des Heinrich (Eulenbroich von) Zons von 1636 (II, 5. Zählung: Bl. 36-41).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 33, Bd. I-II
Altsignatur : H481/1822
Umfang : 2008 Blätter



(1592-1596), 1597-1608
Kläger:  Johann Ludwig von Hatzfeldt zu Wildenburg (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Hardenrath, Balthasar von Berchem, Jost Pfingsthorn, Lic. jur. Heinrich Söhngen, Kirchmeister der Pfarrkirche Klein St. Martin, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Gödelmann [1597] 1597; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1597, Dr. Andreas Pfeffer, 1597, Lic. Johann von Vianden, 1597, Dr. Heinrich Stemler, 1601; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Klag- und Vollstreckungsanspruch der Kirchmeister von Klein St. Martin auf einraumung in etliche hundert morgen ardtland im sog. Sültzerfeld [südwestlicher Abschnitt des Burgbanns der Stadt Köln], das sich bisher im ungestörten Besitz des Appellanten befunden hatte. Hintergrund: Angeblich seit 1590 bestehender Rückstand des Appellanten hinsichtlich einer jährlichen erbzins leistungh, deren Verbindlichkeit von Johann Ludwig von Hatzfeld jedoch strikt geleugnet wird. Vor dem RKG Attentatenklage gegen die trotz Einlegung von Rechtsmitteln beim Kölner Rat (pendente appellatione) geschehene Immobiliarvollstreckung (real execution und immission) in die zinnsbare lenderey, Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, durch welche dem Appellanten das strittige Land wider zugestelt und eingeantwortt werden solle. Einreden der Appellaten verteidigen den Verpflichtungsgrund (pia causa) ihrer Ansprüche, ebenso die Besitzeinweisung gemäß dem Urteil der ersten Instanz (rechtmeßig gefeelter urtheil gepürliche execution, legitima et licita iuris executio): Sie könne sich nämlich auf Einträge über Zinsbelastung strittiger Grundstücke stützen, die in schreinsbücheren, so in der löblichen reichs statt Cöllen publicis archivis verhalten worden, einverleibt sind.; Instanzen: 1. Schultheiß und Schöffen des Schreinsgericht Weyerstraße, Köln, 1592-1596 2. Schreinsmeister und Amtleute des Gerichts Weyerstraße, Köln, 1596 3. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1596 4. RKG, 1597-1608; Beweismittel: Auszug aus der Gerichtsordnung des Kölner Rates von 1576, Art: Von Apostolen (4. Zählung: Bl. 4-7, ohne Q), notarielle Auskunft über den Vergleich von Aktenausfertigungen und -abschriften der Streitparteien, 1601 (4. Zählung: Bl. 8-9, ohne Q), Appellationslibell der Kirchmeister von Klein St. Martin im Berufungsverfahren vor der Appellationskommission des Kölner Rates, o.D. (4. Zählung: Bl. 32-44, ohne Q), weiterer Schriftsatz der Kirchmeister von Klein St. Martin im Berufungsverfahren vor der Appellationskommission des Kölner Rates, o.D. (4. Zählung: Bl. 46-47, ohne Q), Auszug aus den Protokollen des Schreinsgerichts Weyerstraße, Köln, 1600 (4. Zählung: Bl. 48-49, ohne Q), Acta priora (Q 4/13, Q 5/14, 4. Zählung: Bl. 50-113, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 34
Altsignatur : H567/1975
Umfang : 319 Blätter



(1546-1548), 1549-1562
Kläger:  Christina Haupt (Heupe, Huppe), Witwe des + Johann Schencker, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Alexander de Dono Dei (von der Gottes Gnaden), Vikar an der Stiftskirche St. Ursula und Gefährtinnen, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Mauritius Breunlin, 1549; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Friedrich Reiffsteck, 1549, Dr. Ludwig Ziegler, 1549, Dr. Leopold Dick, 1549, Dr. Adam Werner von Themar, 1549, Dr. Jacob Huckel, 1549, Dr. Christoph Schwabach, 1561; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; Nichtigkeitsklage der Appellantin gegen Urteile des Weltl. Hochgericht und der Kurfürstl. Appellationskommission, die dem Klag- und Vollstreckungsanspruch des Appellaten auf Räumung eines Kölner Wohnhauses (?) stattgegeben (die ruemungen solle in der macht und der widderstande absein) und das Einlegen weitere Rechtsmittel nicht befürwortet hatten (apostolos refutatorios). Appellat hingegen hält die hauptsumma des Streitwertes für grundsätzlich zu gering, um beim RKG in Berufung gehen zu können.;Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln (?-1546) 2. Hermann Diethard von Hamm, kurfürstl. Appellationskommissar, 1546-1548 3. RKG, 1549-1562 (1549-1550); Beweismittel: Acta priora (Q 5).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 35
Altsignatur : H613/2127
Umfang : 84 Blätter



(1730, 1745), 1746
Kläger:  Johann Heinrich Hausmann, Turmmeister, Ratsherr, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Clara Sophia Ketteler, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach, 1746, Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer, 1746; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vorweisung des Nachlaßinventars über Inhalt und Umfang der Erbschaft des 1730 kinderlos gestorbenen Kölner Buchhändlers (buchfuhrer) Sebastian Ketteler, deren Obhut angeblich in die Hände des Appellanten und zweier Kirchmeister (in personas aedilium) der Pfarrkirche von St. Paul gelegt worden war. Hintergrund: Testamentarische Einsetzung der Pfarrkirche von St. Paul als Universalerbin, Ansprüche der Clara Sophia Ketteler (Schwester und legataria des Buchhändlers) auf Erhalt von Jahresrenten aus einem Vermächtnis des Erblassers, jedoch rückständige Leistungen seit 1744; folgt Klage der Legatarin vor dem Weltl. Hochgericht auf Vorweisung des Inventars sowie auf Pfändung des Erbschaftsvermögens. Appellant rügt den vorinstanzlichen Rechtsweg, zumal schon seit 1730 bei der Ratsgerichtsbarkeit die Nachlaßverwaltung aktenkundig war und die Gegnerin ebendort ihre Ansprüche bereits geltend gemacht hatte (conflictum iurisdictionis). Das inventarium [...] cum omnibus documentis befinde sich schon seit Jahren nicht mehr beim Appellanten, sondern in Obhut besagter Pfarrkirche. Keine Einreden der Appellatin.; Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1745 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1745 3. RKG, 1746; Beweismittel: Auszug aus den Akten der Appellationskommission der Stadt Köln in Sachen: Nachlaßverwalter des + Sebastian Ketteler ./. Clara Sophia Ketteler, Eva Maria Ketteler, 1730 (Q 7), Auszug aus den Akten der Appellationskommission des Kölner Rates in Sachen: Kirchmeister von St. Paul, Köln ./. Fiskalprokurator bzw. Greve und Schöffen des Weltl. Hochgerichts, 1740 (Q 8), Dekret des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln vom 10.4.1745 (Q 9), Appellationszettel des Johann Heinrich Hausmann gegen das Dekret des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln vom 10.4.1745 (Q 10), Dekret der Kurfürstl. Appellationskommission vom 29.5.1745 (Q 11), Gesuch um Ausfolgung der Acta priora, 1745-1746 (Q 15).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 36
Altsignatur : H634/2179
Umfang : 45 lose Blätter



(1690-1691), 1693-1696
Kläger:  Catharina von Heck, geb. Stadtlohn, Witwe des + Johann Heck, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Bernhard Albrecht von Imsterath, Wien (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz von Steinhausen, 1691, Subst.: Dr. Ludwig Ziegler, 1691; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Besitz bzw. Herausgabe einer Rentverschreibung der Freitagsrentkammer der Stadt Köln für ein Kapital von 800 fl., die der Appellantin (und ihrem verstorbenen Ehemann) für ein im Jahre 1687 an den Kölner Ratsherren Franz von Imsterath ausgegebenes Darlehen (1000 Rtlr.) sicherheitshalber (iure specialis hypothecae) überlassen worden war (als versicherung zugleich mit ausgehändigt). Beschwerde vor dem RKG richtet sich gegen einen von der städtischen Berufungsinstanz bestätigten Ratsbeschluß, durch welchen dem Bruder des inzwischen in Konkurs gegangenen Schuldners, Bernhard Albrecht von Imsterath, der original brieff [...] zurückzulieffern sei, nachdem dieser eine angeblich rechtswirksame brüderliche teilung geltend machen konnte. Keine Einreden des Appellaten.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1690 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1691 3. RKG, 1693-1696 (1693); Beweismittel: Beschluß des Kölner Rates vom 3.11.1690 betr. die Herausgabe eines Rentenbriefes an Bernhard Albrecht von Imsterath, Abschr. (Q 5).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 37
Altsignatur : H682/2296
Umfang : 20 Blätter



(1697-1700), 1701-1719
Kläger:  Johann von Heck, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Martin Clermont, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp Pulian, 1701, Dr. Johann Friedrich Hoffmann 1714, Lic. Johann Justus Faber, 1714; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Stephan Speckmann, 1703, Subst.: Lic. Johann Christian Wigandt, 1703, Lic. Franz Peter Jung, 1713, Subst.: Lic. Johann Melchior Deuren, 1713; für die Witwe des Martin Clermont: Lic. Johann Melchior Deuren, 1714, Dr. Johan; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Prozessuale Forderungsverrechnung; ungleiche Verteilung von Rechten und Pflichten sowie von Gewinn und Verlust einer gemeinsamen Handelsgesellschaft. Klage (conventio) des Clermont beim Weltl. Hochgericht auf Aushändigung von 500 Maltern compagnie fruchten, hier: Roggen (in prozessualer Gestalt einer citatio ad extradendum fructus in societate emptos), die zuvor vom Appellanten im Rahmen der Handelsgesellschaft von Gottfried Schonans von Wertheim 1697 gekauft worden waren. Gegenklage des Johann von Heck auf anteiligen Gewinn aus dem Handel mit 265 ¿ Maltern Roggen (commissions fruchten), auch wg. Aufteilung des Schadens (damnum pro medietate), der durch Bankrott des Schonans und fehlende Auslieferung des größtenteils schon bezahlten Getreides entstanden war. Sich gegenseitig tilgende Kompensation der Forderungen war jedoch von den Kölner Vorinstanzen abgewiesen worden, was jedoch nach Ansicht des Appellanten gegen die Regel verstößt: quod damnum et lucrum inter socios sit commune et aequale. Unterbrechung des Streites von 1703-1711 wg. Schließung des RKG-Rechtsbetriebes zwischen März 1704 und Oktober 1711; lt. Protokoll-Eintrag: Kassation der vorinstanzlichen Urteile, Losspruch des Appellanten von gegnerischen Forderungen, sowie Verurteilung der Witwe des Martin Clermont in die erstattung der 262 ¿ malter roggen durch RKG-Urteil, exped. 31.3.1714.;Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1697-1700 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1700 3. RKG, 1701-1719 (1701-1718); Beweismittel: Auszüge aus den Geschäftstagebüchern (journal) des Johann von Heck (Q 31, Q 34), Entscheidungsgründe der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1700 (1. Zählung: Bl. 107-114, ohne Q), Acta priora (Q 14-15).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 37A
Altsignatur : H683/2297
Umfang : 173 Blätter



(1717), 1718
Kläger:  Margaretha von den Heesacker, geb. von Waldt, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Hermann Wilhelm von den Heesacker, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wigandt, 1718, Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert, 1718; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Schon seit längerem schwelender zanck und streitt zwischen Mutter (Appellatin) und Sohn (Appellant) über Ansprüche des Sohnes auf Alimentierung durch seine Mutter in jährlicher Höhe von 350 Rtlr., zahlbar in vier Quartalsraten. Hintergrund: Durch Stipulation der Mutter im Ehevertrag von 1716 festgesetztes Heiratsgeld für den inzwischen zum Bräutigam gewordenen Hermann Wilhelm von den Heesacker, das loco alimentorum et pensionis dotalis und bis zu dessen Abfindung rentbar angelegt und jährlich ausgezahlt werden soll. Beschwerde der Mutter richtet sich gegen einen die Ansprüche des Sohnes bejahenden Ratsbeschluß und darauffolgendes Dekret, welches das Einlegen weiterer Rechtsmittel nicht befürwortet hatte. Keine Einreden des Appellaten.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1717 2. RKG, 1718; Beweismittel: Schreiben der N.N. von den Heesacker, Münstereifel, an ihre Mutter Margaretha von den Heesacker, Köln, ohne Jahr (Bl. 10-11), notarielles Protestschreiben der Margaretha von den Heesacker gegen den Ratsbeschluß über die Alimentenzahlungen, 1718 (Bl. 12-15), Auszug aus dem Heiratsvertrag zwischen Hermann Wilhelm von den Heesacker und Maria Catharina von Grass, 1716 (Bl. 16-17), Kautionsschein der Appellantin, 1718 (Bl. 34).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 38
Altsignatur : H713/2373
Umfang : 26 lose Blätter



(1639-1646), 1649-1659
Kläger:  Heinrich Heidtfeld, Bürgermeister der Stadt Hattingen/Ruhr, Matthias Bruninghausen, Bürgermeister zu Neurath, Everdt (Eberhard) Trapmann, Ratsherr der Stadt Hattingen/Ruhr (Kl.)./.Beklagter:  Dietrich Steinecke, Wilhelm Hollwedel, Ochsenhandelsgesellschafter, Bremen (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Conrad Blaufelder, 1648; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich Stieber, 1650; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Gefahrtragung und Sachmängelgewährleistung beim Gattungskauf, hier: Mängelhaftung beim Viehhandel. Klage der Appellanten gegen die Bremer Viehhändler Steinecke und Hollwedel, nachdem in Bremen 1638 ein Kaufhandel über 121 Ochsen (hornbiester und ochsen) zum Preis von 3000 Rtlr. vereinbart worden war, der nach einer Abschlagszahlung von zunächst 500 Rtlr. durch Übergabe der Ware und Bezahlung des durch Schuldverschreibung gesicherten restlichen Betrages auf dem Kölner Viehmarkt zum Abschluß kommen sollte. Problem: Minderwertigkeit, Untauglichkeit, Unverkäuflichkeit bzw. Untergang des Viehs (mit kranckheitt inficyrt, so matt befunden, daß selbige schwerlich fortzubringen und [...] nacheinender platt nidergefallen und gestorben). Vorwürfe der Appellanten, die vorgeben, den Handel in rechter teutscher einfalt getätigt zu haben, gegen die Bremer Viehhändler, die in Köln den noch nicht bezahlten Kaufpreis pfandweise einklagen wollten: Verkäufer hätten den Käufern mit listigkeit Gefahrtragung und Haftungsübernahme (gefahrliche clausel) für den Fall zugeschoben, wan die ochsen von kriegsvolck weg genohmen oder sonst daran einiges unglück würde entstehen; ebenso hätten sie zunächst vorwardt und versprechung gegeben, daß selbige ochsen auff guter auffrichtiger weiden gegangen und feist gemacht worden waren, dabei jedoch arglistig (non absque dolo gegen die gute wissenschaft) bekannte Mängel verschwiegen, insbes. die Tatsache verheimlicht, daß die bei Bremen befindlichen Weiden, auf denen die strittige Herde vor dem Kaufhandel gehütet wurde, mit boesem faullgifftigem schlammwasser überschwemmet gewesen. Beschwerde der Appellanten vor dem RKG v.a. gegen die Rechtslage nach dem Urteil des Bürgermeistergerichts, das die Viehhändler von den Schadenersatzansprüchen (erstattungh alles schadens) wg. Nichterfüllung des Kaufvertrages losgesprochen hatte. Keine Einreden der Appellaten.;Instanzen: 1. Bürgermeistergericht, Köln, 1639-1646 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1646-1648 3. RKG, 1649-1659 (1648-1655); Beweismittel: Acta priora (Q 5-6), RKG-Citatio ad reassumendum vom 6.5.1656, gerichtet an Heinrich Heidtfeld, Johann Bruninghausen, sowie die (nicht benannten) Witwen von + Everdt Trapmann und + Matthias Bruninghausen, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 9), Erklärung des Kölner Viehschreibers Johann Bruninghausen zur RKG-Citatio ad reassumendum vom 6.5.1656 (Q 10), Auszug aus den Protokollen der Appellationskommission des Kölner Rates, 1642 (Q 11).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 39
Altsignatur : H742/2461
Umfang : 347 Blätter



(1614, 1657-1668, 1691-1692), 1693-1748
Kläger:  Johann Adam Moritz von der Heiden gen. Hungerenkausen (Hungerichhausen), Herr zu Berghausen (Hztm. Berg, Kirchspiel Eckenhagen, Amt Windeck), für seine Ehefrau Maria Agnes Heidenreich von Lyskirchen (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Michael Freiherr von der Ketten, Rittmeister, Telgte, Gerhard Henrich Wintgens, Münster und Heinrich Vogel, Notar, Münster, Bevollmächtigte der Maria Sabina von der Ketten, geb. Meisterin, Witwe des Rittmeisters + Johann Jacob von der K


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz von Steinhausen (1693); Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Eichrodt, 1692, Subst.: Lic. Johann Conrad Albrecht (von Lauterburg), 1692, Lic. Heinrich Schriels, 1698, Subst.: Lic. Franz Peter Jung, 1698; für Anna Maria von der Ketten, Anna Sophia von der Ketten: Lic. Everhard Clau; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Rückforderung eines mit 5% rentbar angelegten Darlehens in Höhe von 700 Rtlr. (ausgezahlt in Dukaten), welches Rittmeister + Johann Jacob von der Ketten (Vater des Appellaten) im Jahre 1650 an + Georg Heydenreich von Lyskirchen und dessen zweite Ehefrau + Margaretha von Bolandt (Schwiegereltern des Appellanten) ausgegeben hatte, welche besagten Kredit mit Generalhypothek (sub generali obligatione omnium bonorum) abgesichert hatten. Streit über uneingeschränkte Vererblichkeit des beim Weltl. Gericht Weyerstraße vorgebrachten und dort auch für rechtens befundenen Klag- und Vollstreckungsanspruches des Johann Michael von der Ketten (ad taxationem und distractionem procedirt) gegen die Erbgüter der Familie Heydenreich von Lyskirchen, insbes. hinsichtlich des beabsichtigten Zugriffes auf das Grundstück (erbstück) Wasserfaß bei Bonn und seinen Verkaufserlös. Ebenso Streit über Vorzugsrechte des Appellaten (quaestio praeferentiae) gegenüber einem bereits beim Hohen Weltl. Gericht zu Köln bestehenden, von den Appellanten favorisierten Konkursverfahren gegen den Nachlaß des + Georg Heydenreich von Lyskirchen, die von der Appellationskommission des Kölner Rates bejaht worden waren, da sich der Gläubigerkonkurs nur auf unbezahlte Nachlaßschulden des + Georg Heydenreich von Lyskirchen aus seiner dritten Ehe mit + Anna Berta Maria von Bree zu beschränken habe.;Instanzen: 1. Schultheiß und Amtleute des Weltl. Gerichts Weyerstraße, Köln, 1691 2. Schreinsmeister des Weltl. Gerichts Weyerstraße, Köln, 1691-1692 3. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1692 4. RKG, 1693-1748 (1692-1648);Beweismittel: Notarieller Bericht über die Zustellung des RKG-Ladungsschreibens an den Rittmeister Johann Michael von der Ketten, 1692 (Q 3a), Kautionsschein des Appellanten, 1692 (Q 8), amtliche Auskunft über Bedingungen für Anforderungen und Erhalt der Entscheidungsgründe der Appellationskommission des Kölner Rates, 1694 (Q 13), Auszug aus den Protokollen der Appellationskommission des Kölner Rates, 1694 (Q 14), Befehl der kurkölnischen Hofkanzlei, Bonn, an das Hohe Weltl. Gericht zu Bonn zur Erteilung von Auskünften über bestimmte erb- und eherechtliche Fragen, mit entsprechendem Bericht des Hohen Weltl. Gerichts zu Bonn, Abschr., 1614 (Q 16), Schulden- und Vermögensstand der Familie Heydenreich von Lyskirchen (Q 18), Dekret des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln in Sachen: Nachkinder des + Georg Heidenreich von Lyskirchen ./. Dietrich Fuerth, 1678 (Q 19), Urteil im Revisionsverfahren der kurkölnischen Hofkanzlei in Sachen: Nachkinder des + Georg Heidenreich von Lyskirchen ./. Dietrich Fuerth, 1683 (Q 20), Anforderung der Entscheidungsgründe der Appellationskommission des Kölner Rates durch Adam Moritz von der Heyden gen. Hungerenkausen, 1694 (Q 21), Geschäftsvollmacht der Maria Sabina von der Ketten, Witwe des Rittmeisters Johann Jacob von der Ketten, für Gerhard Henrich Wintgens, Münster, den Bürgermeister der Stadt Münster und Heinrich Vogel, Notar, Münster, Abschr., 1696 (Q 24), Entscheidungsgründe der Appellationskommission des Kölner Rates, 1694 (1. Zählung: Bl. 219-220, ohne Q), Acta priora (Q 9-11), Akten des Verfahrens vor dem Kölner Bürgermeister- und Amtleutegericht in Sachen: Johann Jacob von der Ketten ./. Georg Heydenreich von Lyskirchen und Arnold Georg von Wymmar, Vormünder der minderjährigen Kinder des + Georg Friedrich Heydenreich von Lyskirchen, 1657-1668 (Q 17).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 40
Altsignatur : H777/2512
Umfang : 367 Blätter



(1534-1623), 1624-1631
Kläger:  Johann von Heimbach, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Kreitfisch, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Philipp Bohnen, 1626; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Krapff, 1624; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Erbenmehrheit; Rechtsverlust durch Verschweigung und Verjährung von Klagansprüchen und gerichtlicher Erbeinweisung. Streit um angebliches Miteigentum des Johann Kreitfisch an der Erbschaft des Johann Liblar sen. (+ 1521); 1619 erhobene Erbteilungsklage des Johann Kreitfisch (actionem familiae Erciscundae [...] ahngestelt), die ihm vom Hohen Weltl. Gericht zu Köln (bestätigt durch die Kurfürstl. Berufungsinstanz) gewährt worden war. Hintergrund: Einkindschaftsstreit der Vor- und Nachkinder des + Johann Liblar, daraus folgend bereits im Jahre 1534 erhobene Erbteilungsklage (actio familiae Erciscundae) der + Magdalena Liblar (Tochter aus zweiter Ehe des + Johann Liblar sen. mit Gertraud Starckenberg) gegen ihren Halbbruder + Johann Liblar jun. (Sohn aus erster Ehe des + Johann Liblar sen. mit + Gertraud von Wesel). Anlaß der Klage: Zweifel an urkundlicher Echtheit der Teilungsverfügung des Erblassers. Johann Kreitfisch hält sich demnach für einen mit haeres des Liblar sen., da er angeblich Alleinerbe (haeres unicus) der + Magdalena Liblar ist. Appellant wiederum, Sohn der + Ursula Liblar (Tochter des + Johann Liblar jun. und verheiratet mit dem Kölner Ratsherren Ludwig Heimbach, + 1604) sieht sich seit Jahrzehnten in ungestörtem Besitz strittiger Familiengüter (patrimonialia et avita bona) und verneint den Klaganspruch des Kreitfisch: Verspätetes bzw. mehrjährig unterbrochenes Vorbringen der Ansprüche bei den vom Kölner Grevengericht anberaumten sog. Pflichttagen (pleittag) könnten nicht zu der von Kreitfisch begehrten continuatio oder perpetuatio der Rechte führen, sondern hätten Verjährung und Verschweigung sämtlicher Klagansprüche und Anfechtungen zur Folge (erloschen und perempt). Gegen anderslautende Rechtslage bei den Kölner Vorinstanzen ergeht schließlich Berufung ans RKG, wo v.a. die bereits vorinstanzlich ins Feld geführte Einrede der Klagenverjährung und des weit zurückliegenden Streitaustrags (exceptio praescriptionis vel litis finitae) als Beschwerdepunkt noch einmal vorgetragen wird.; Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1534-1619 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1620-1624 3. RKG, 1624-1631; Beweismittel: Urteil des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln vom 20.12.1619 (Q 3), Prohibitionsmandat des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln de non alienando vel aggravando hinsichtlich der Erbschaft Liblar und Heimbach, vom 3.6.1619 (Q 4), amtliche Auskunft des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln über Rechtswirkungen der sog. Pflichttage, insbes. hinsichtlich der Verschweigung und Verjährung von Klagansprüchen, 1622, besiegelte Ausf. (Q 6), amtliche Auskunft des Hohen Weltl. Gerichts über angeblich unvollständig beim RKG eingegangene Beiakten, 1628 (Q 16), Acta priora, teilweise doppelt (2. Zählung: Bl. 1-6, 1-194, ohne Q; 3. Zählung: Bl. 1-203, ohne Q; 4. Zählung: Bl. 1-190, ohne Q; 5. Zählung: Bl. 1-362, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 41
Altsignatur : H844/2631
Umfang : 1106 Blätter



(1525 August 25,1525 November 16, 1526), 528-1530, (1538 Mai 11, 1538 Juni 29)
Kläger:  Gerhard Heymut (Hoemut), Fleischhauer, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Ludwig Ziegler, 1528; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Friedrich Reiffsteck, 1528; Prozeßart: mandati; Streitgegenstand: Zulässigkeit einer privaten Totschlagsanklage; auf Betreiben des Kl. erwirktes RKG-Mandat befiehlt Unterlassung aller Strafverfolgungs- und Zwangsmaßnahmen stadtkölnischer Organe, die den zwischenzeitlich inhaftierten bzw. aus Köln geflohenen Heymut mit gewaltlicher hant in syner behuysunge suchen lassen haben. Klageziel des Heymut: Wiedererlangung von Freizügigkeit, Unversehrtheit, freiem Geleit und dauerhaft ungehindertem Wiedereintritt in die Stadt Köln. Hintergrund: Bei Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts betriebenes peinliches Strafverfahren gegen Heymut, in dem ihm vollendeter Totschlag (begangen thoid schlags) des + Sebastian Post zur Last gelegt wurde, welches jedoch wg. der durch Zeugenaussagen erwiesenen Notwehr des Angeklagten (zu rettung synes liebs und lebens [...] uyß unvermeidentlicher noith zu der gegenwer gedrungen worden) mit dessen Freispruch endete. Stadt Köln respektiert diesen Urteilsspruch nicht, sieht sich vielmehr selbst in unvordenklich altem (uber aller menschen gedechtnus) Rechtsbesitz (gerechtigkeit) der Strafverfolgungskompetenz, d.h. ohne weiteres dazu in der Lage, einen ubeltheter, der die Stadt betreten will, gefenglich anzunemen [...] und in eins ernbarn rhats hafftung zu bringen. Verweis auf Anhängigkeit einer privaten annclag und accusation, die vom Bruder des Ludwig Post im Nachhinein beim Kölner Rat eingereicht worden ist. Dieser Angehörige der Sippe des Getöteten sei bei Greve und Schöffen des Hochgericht gar nicht angehört worden, trete nun als secundus accusator auf, der ungehindert von der Einrede der bereits entschiedenen Sache (exceptio rei iudicatae) sein Recht auf private Totschlagsühne ausübe (nach der Regel: recht ist, das in multis casibus secundus accusator etiam post sententiam absolutoriam gehort soll werden).; Instanzen: 1. RKG, 1528-1530;Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Pönalmandates vom 9.3.1528, gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln (Q 2), Prokuratorenvollmacht der Stadt Köln für Dr. Friedrich Reiffsteck, 1528, besiegelte Ausf. (Q 6), RKG-Pönalmandat vom 9.3.1528, gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, Abschr. (Q 9), Zeugenvernehmungen, 1526 (Q 13), erneutes RKG-Pönalmandat vom 27.5.1530, wiederum gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, Abschr. (Q 14), zwei Schreiben der Stadt Köln vom 11.5.1538 und vom 29.6.1538 an Richter und Beisitzer des RKG, besiegelte Ausf. (Bl. 43-44, ohne Q), Zeugenaussagen über den Totschlagsvorwurf gegen Gerhard Heymut, 1526 (Bl. 45-55, ohne Q), Urteilsbrief von Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln in der Strafsache gegen Heymut vom 16.11.1525, enthält: Freispruch des Angeklagten, Abschr. (Bl. 58-59, ohne Q), Urteilsbrief von Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln in der Strafsache gegen Gerhard Heymut (Hoemut) vom 25.8.1525 (?), enthält: Freispruch des Angeklagten (Bl. 56-47, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 42
Altsignatur : H852/2654
Umfang : 59 Blätter



(1752-1759), 1760-1769
Kläger:  Peter Heinius, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Mathias Ochsner, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Bissing, 1760, Subst.: Dr. Ernst Carl Christian Fischer, 1760, Lic. Damian Ferdinand Haas, 1764, Subst.: Lic. Joseph Spinola, 1764; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Albert Ruland, 1760, Subst.: Lic. Johann Paul Besserer, 1760; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Anspruch des Johann Andreas Schweikard auf Rückerhalt eines Überschußbetrages aus einem Wechselbrief, mit dem der Appellant den Bürgermeister von Den Haag, Willem Anton Pieterson, zur Auszahlung einer Wechselsumme in Höhe von 2550 fl. Holländisch bringen wollte. Hintergrund: Verbindlichkeiten des Johann Mathias Ochsner gegenüber dem Appellanten. Diese sollten zunächst dadurch beglichen werden, daß der Appellant einen auf Schweikard gezogenen Wechsel erhalten sollte, nach Wechselprotest des Schweikard jedoch dadurch, daß der Appellant als cessionar, d.h. per Indossament, einen Wechsel des Ochsner zugunsten des Schweikard (mit Pieterson als Trassaten) übernimmt. Da die Schuldsumme des Ochsner gegenüber dem Heinius nur 600 Rtlr. beträgt, klagt Ochsner im Auftrag des Schweikard die sofortige Rückzahlung des Überschusses der Wechselsumme in Köln ein; Appellant beschwert sich beim RKG darüber, daß die Vorinstanzen seine Einrede übergangen hätten, die Rückforderung sei gestellt worden, noch bevor der zahlungsunwillige Pieterson in Amsterdam überhaupt zur Erfüllung seiner Wechselschuld gerichtlich gezwungen werden konnte (exceptio non solutae valutae). Vorwurf der Arglist gegen den Appellaten und seinen Auftraggeber (dolo faciat, qui petit, quod mox restiturus sit).;Instanzen: 1. Bürgermeistergericht, Köln, 1752-1756 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1756-1759 3. RKG, 1760-1769 (1759-1767); Beweismittel: op sicht-Wechselbrief des Johann Matthias Ochsner zugunsten des Peter Heinius, Köln, gezogen auf Johann Andreas Schweikard, 1750, Abschr. (Q 8), Aussagen des Mathias Ochsner und seiner Ehefrau (Q 9), Urteile des holländischen Hofgerichtes in Amsterdam in Sachen: Johann Heinius ./. Willem Anthon Pieterson, Bürgermeister der Stadt Den Haag (Q 10-11), Zwischenurteil der Appellationskommission des Kölner Rates vom 2.3.1759 (Q 12), Auszug aus den Akten des holländischen Hofgerichts in Amsterdam in (Appellations-) Sachen: Willem Anthon Pieterson ./. Johann Heinius (Q 13), Bescheinigung des Johann Heinius über den Erhalt eines auf Willem Pieterson gezogenen Wechsels, mit Bereiterklärung, überschüssiges Geld an Johann Andreas Schweikard zurückzuzahlen, 1750 (Q 14), Zahlungsbereitschaft des Johann Mathias Ochsner hinsichtlich der Verbindlichkeiten gegenüber Johann Heinius, 1750 (Q 15), Schreiben des Johann Heinius an Johann Andreas Schweikard, 1752 (Q 16-17), Schreiben des Johann Andreas Schweikard an Johann Heinius, 1750 (Q 29), Akten des holländische Hofgerichtes in Amsterdam in Sachen: Johann Heinius ./. Willem Anthon Pieterson, Bürgermeister der Stadt Den Haag, 1758-1760, teilweise mit deutscher Übersetzung (Q 41), Liquidation zwischen Jan Jacob Pieterson und Johann Heinius, 1760 (Q 47), Acta priora (5. Zählung: Bl. 1-95, ohne Q, 6. Zählung: Bl. 1-172, ohne Q), Entscheidungsgründe der Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, Bl. 173-176, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 43
Altsignatur : H864/2700
Umfang : 625 Blätter



(1640, 1650, 1654), 1656-1658
Kläger:  Johann von Francken-Sierstorff, Kanonikus am Kölner Domstift, Regens des Laurentianer-Gymnasiums, Köln, Urban Weyer, Kanonikus und Scholaster am Stift St. Andreas, Köln, Testamentsvollstrecker des Dr. jur. Hartger Henoth, Dechant des Stiftes./.Beklagter:  Jacoba Juliana Henoth, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Hansen, 1656, Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1656; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich Stieber, 1656, Subst.: Dr. Abraham Ludwig von Gülchen, 1656; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Forderungen der Jacoba Juliana Henoth an den von den Appellanten verwalteten Nachlaß des Dr. jur. + Hartger Henoth [Dechant des Stiftes St. Andreas und Propst von St. Severin, Bruder der 1627 als Hexe verbrannten Catharina Henoth], in Höhe von 7900 Rtlr. Hintergrund: In erster Instanz Kontumazialverfahren und -urteil gegen die geistl. Testamentsexekutoren, die sich vor dem weltl. Erbvogteigericht St. Gereon wg. ihres Gerichtsstandsprivileges gar nicht einlassen wollten; von dort auch vollstreckbarer Rechtstitel für Jacoba Juliana Henoth zur Besitzeinweisung in die von den Testamentsexekutoren verwalteten Erbgüter des + Hartger Henoth (darunter der sog. Spieser Hof, Schreinsbezirk St. Christoph, Köln) bis zum Zeitpunkt der Zahlung der geforderten Summe. Beschwerde der Appellanten vor dem RKG richtet sich gegen die beim kurkölnischen Hofrat in Bonn entstandene Rechtslage, welcher der Revisionsklägerin Henoth erneut Recht gegeben hatte, ebenso Klage der Testamentsexekutoren gegen die trotz schwebender RKG-Appellation vollzogene Immobiliarvollstreckung, gegen die 1656 zunächst ein RKG-Restitutionsmandat erwirkt werden kann. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der RKG-Appellation durch RKG-Urteil, exped. 7.7.1657.;Instanzen: 1. Erbvogteiliches Gericht von St. Gereon, Köln (?-1640) 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln (?-1654) 3. Kurkölnischer Hofrat, Bonn (?-1656) 4. RKG, 1656-1658; Beweismittel: Urteil des Erbvogteigerichts von St. Gereon, Köln, 1640 (Q 6), Urteil der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, vom 13.7.1654 (Q 7), Gesuche um Ausfolgung der Acta priora, 1656 (Q 8-11), notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Mandates de revocando attentatorum et restituendo causam in pristinam statum cum arctiori inhibitione annexa citationis ad videndum vom 11.7.1656, gerichtet an Jacoba Juliana Henoth und den Schultheißen zu Lechenich (Q 12, Q 19), Auszug aus dem Testament des Hartger Henoth, o.D. (Q 29), Handlungsvollmacht des Lambert Henoth, Kanonikus am Stift St. Andreas, Köln, für Urban Weyer, ebenfalls Kanonikus am Stift St. Andreas, 1650 (Q 30), briefliche Nachrichten über den Vergleich zwischen den Testamentsexekutoren des + Hartger Henoth und der Jacoba Juliana Henoth, 1657 (Q 34), Vergleich zwischen den Testamentsexekutoren des + Hartger Henoth und der Jacoba Juliana Henoth, 1657 (Q 35), Schreiben des Johannes von Francken-Sierstorff an Andreas von Francken-Sierstorff, 1657 (Q 36), Anweisung der kurkölnischen Hofkanzlei, Bonn, zur Einsetzung einer Schiedskommission in der Sache: Henoth ./. Henoth (Q 41).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 44
Altsignatur : H866/2703
Umfang : 108 Blätter



1776-1803
Kläger:  Maria Anna Elisabeth von Heinsberg, geb. von Dransdorf, Witwe des Kölner Ratsherren + Cornelius Joseph von Heinsberg, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Matthias von Heinsberg, Kanonikus am Stift St. Severin, Köln (Kl.), Maria Adelgunde Agathe von Hettermann, Witwe des ehem. Kölner Ratsherren und Bürgermeisters + Johann Caspar Josef zum Pütz, testamentarisch eingesetzte Erbin des Kanoni


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich, 1776, Subst.: Lic. Johann Jacob Duill, 1776; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Philipp Felix Gress, 1777, Subst.: Dr. Johann Wilhelm Mainone, 1777; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Anspruch des Kanonikus Johann Matthias von Heinsberg [+ 1776] auf Erhalt eines jährlich stabilen Rentenbetrages in Höhe von 200 Rtlr. zur materiellen Ausstattung einer durch seine Person besetzten familie personat, die auf dem im Besitz der Familie von Heinsberg befindlichen Gut Münz (bei Jülich) ruhte. Streit über die Frage, ob die jährlichen Ansprüche stets in der (vom Kanonikus eingeklagten) besagten Geldsumme zu befriedigen sind oder ob - nach Ansicht der Appellantin - die Gefälle, die ursprünglich aus 2/3 des (Getreide-) Zehnten des Hofes Münz bestehen, in Gestalt dort gezogener Früchte zu leisten sind, die sich nach variablen Ernteerträgen und anderen externen Faktoren richten können (den einkünften jedes jahres proportionirten quanto zu entrichten). Beschwerde der Appellantin beim RKG ergeht gegen Entscheidung des Kölner Ratssyndikates, das die Appellantin in präzise Erfüllung der vom Gegner (bzw. seiner Erbin) geforderten Geldleistung verurteilt hatte.;Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln (1776?) 2. Ratssyndikat, Köln, 1776 3. RKG, 1776-1803; Beweismittel: Schiedsspruch (compromissum) zwischen Cornelius Joseph von Heinsberg und Johann Matthias von Heinsberg, Kanonikus des Stiftes St. Severin, Köln, betr. die Ansprüche auf jährliche Personatsgefälle aus den Erträgen des Hauses Muntz, 1740 (Q 6), Pachterträge des Hauses Munz, 1777 (Q 12), Verzeichnis der für den Zehnten vorgesehenen Getreidemengen, der Drescher-Lohnkosten, div. Unkosten und Getreideverkaufserlöse des Gutes Munz, 1775 (Q 13), Entscheidungsgründe und Urteil des Kölner Ratssyndikates (relatio cum voto et sententia) (Bl. 74 und weitere Bl. unpaginiert), Acta priora (Q 16).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 45
Altsignatur : H882/2728
Umfang : 218 Blätter



1575-1593
Kläger:  Margarethe Held, Magdalena Brandis, Tochter bzw. Witwe des Dr. jur. Matthias Held, ehem. RKG-Assessor und Reichsvizekanzler, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Julius Mart, 1575, Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1575, Dr. Johann Michael Fickler, 1575, Dr. Johann Jacob Kremer, 1581, Dr. Johann Grönberger, 1581, Dr. Eberhard kalt, 1581; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Adam Werner von Themar [1549], Dr. Alexander Reiffsteck [1549] 1575, Dr. Christoph Reiffsteck, 1576, Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1581; Prozeßart: extrajudicialis appellationis; Streitgegenstand: Zulässigkeit des Rechtsweges, Zuständigkeit des Kölner Rates in Bau- und Nachbarschaftsstreitigkeiten. Hintergrund: Streit zwischen den Appellantinnen und Johann Graß, dem ehem. landgräflichen Kellner zu Braubach, über Besitz- und Baurechte am Dachstuhl des gemeinsamen Wohnhauses von Mutter und Tochter Held. Letztere fühlten sich durch eigenmächtige Baumaßnahmen des benachbarten Graß (insbes durch schädliche Einlassungen von groiße speeren in die oberste böne bzw. durch Um- und Ausbau schaidts maur ihres Wohnhauses) in ihren alten und angestammten (ultra centenariae) Rechten (possession besagts hauß unnd baws gerechtigkeit) gestört, verklagten den Graß beim Gericht Niederich und erhielten dort ein nachteiliges, d.h. ein das propter servitutem geltend gemachte Einspruchsrecht für unzulässig erklärendes Urteil, wogegen beim der kurfürstl. Appellationskommission Berufung eingelegt werden sollte. Beschwerde der Appellantinnen richtet sich gegen die durch Supplikation des Graß erzielte Verlagerung der Streitsache an den Kölner Rat, der in baw sachen angeblich keine iurisdiction oder cognition ausüben könne, Beschwerde insbes. über ein ohne förmliches Verfahren erlassenes Ratsdekret (sine legitima causae cognitione et litis contestatione), das den Appellantinnen unter Androhung von Turmhaft eine Kaution aufzwang und zu diesem Zweck die Deponierung einer gultverschreibungh im Wert von 2000 fl. anbefohlen hatte. Klageziel der Appellantinnen: dieselbige widerum herauß zo geben, dem Graß jede weitere Baumaßnahme zu verbieten und den ordentlichen Rechtszug an die Kurfürstl. Appellationskommission zuzulassen. Stadt Köln wiederum spricht den Appellantinnen grundsätzlich das Recht ab, gegen Weisungen rechtmäßiger städtischer Obrigkeit Beschwerde einzulegen. Eintrag auf dem Deckblatt des Protokolls: vertragen.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1575 2. RKG, 1575-1593; Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Ladungsschreibens, 1575 (Q 1), Urteil von Greve und Schöffen des Gerichts Airsbach, Köln, in Sachen: Held ./. Graß vom 19.8.1575, Abschr. (Q 4), notarielles Protestschreiben der Margaretha Held gegen Störung ihres Kölner Erbbesitzes, 1575 (Q 5), Suppliken der der Magdalena Brandis an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, mit darauffolgenden Ratsbeschlüssen, 1575 (Q 6, Q 8), notarielles Protestschreiben der Magdalena Brandis gegen den strafbewehrten Ratsbefehl zur Ableistung einer Kaution, 1575 (Q 7), Urkunde des Kaisers Friedrich II. über das Verbot für Kölner Bürger, gegen Beschlüsse und Verordnungen der stadtkölnischen Obrigkeit in Berufung zu gehen, vom 27.4.1493, Abschr (Q 23, vgl. Ausf.: HAStK, Bestand 1, HUA 3/14595), notarielles Exekutionsgesuch des Caspar Wießbaum (Bevollmächtigter der Appellantinnen), gerichtet an den kaiserl. Kommissar Philipp Holtz von Schweppenhausen, 1580 (Q 30), Schreiben des Rates der Stadt Köln an den RKG-Prokuratoren Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1592 (Q 51, doppelt).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 46
Altsignatur : H903/2788
Umfang : 222 Blätter



1581-1594
Kläger:  Margaretha Held, Tochter des Dr. jur. Matthias Held, ehem. RKG-Assessor und Reichsvizekanzler, Köln, Andreas Held, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Michael Fickler, 1581, Dr. Johann Jacob Kremer, 1587, für Andreas Held: Dr. Johann Augsburger, 1581; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoph Reiffsteck [1576] 1581, Dr. Heinrich Stemler, 1587; Prozeßart: mandati sine clausula; Streitgegenstand: Zulässigkeit des Rechtsweges, Rechtssicherheit für das von städtischer Seite nicht weiter zu behindernde Einlegen von Rechtsmitteln, hier: Gang in die Berufung gegen ein für die Klägerin Held nachteiliges (Zwischen-) Urteil des Rektors der Universität zu Köln. Hintergrund: Inhaltlich nicht näher ausgeführte Injurienklage (injuriarum verbalium) der Margaretha Held (Tochter der Eheleute Matthias Held, Reichsvizekanzler [+ 1563 in Köln], und Magdalena Brandis) gegen den Angehörigen der Kölner Juristenfakultät Dr. jur. Petrus (Schultingius) Steinweg (zue rettung ihrer jungfrawelichenn ehren beclagt), ohne Widerspruch des Bekl. zunächst vor dem Rektor der Kölner Universität anhängig gemacht (ohn das auch [...] forum declinirt). Beschwerde der Margarethea Held vor dem RKG richtet sich gegen das durch verschiedene städtische Zwangsmaßnahmen flankierte Abschneiden des Rechtsweges an die nächsthöhere Instanz, d.h. an die päpstliche Kurie zue Rom in rota (als gedachter universitet ordenlichem immediatum superiorem). Dieser Vorgang, nämlich den durch den Dekan des Bonner Stiftes St. Cassius und Florentius vermittelten Berufungsprozeß an der Kurie unfreiwilligerweise zu renunciren unnd einzustellen, verstoße gegen geltendes Reichsrecht, insbes. auch gegen Pars II, Titel 23 der RKG-Ordnung von 1555, wonach niemand ann volnfurung seiner rechthengigen appellation unnd sachen verhindert oder davon abgetrungenn, sonndern dem rechten und gerichtlichen proceß seine gestracker lauf gelaßen solle. Klageziel der Held: Erteilung eines RKG-Befehls an die Stadt Köln, alle Rechtshandlungen einzustellen, welche die Klägerin an der Ausübung ihrer Rechte und Rechtsmittel hindert. Einreden der Stadt Köln halten Vorwurf der rechtswidrigen Zwangsmaßnahmen selbst für injuriös und sprechen den Kläger als sträflich ungehorsam gegenüber der städtischen Obrigkeit an; Verweis auf städtische Statuten und breit angelegte verfassungsrechtliche Tradition des sog. Privilegium de non evocando für die Stadt Köln, wonach kein Kölner Bürger vor fremde bzw. ausländische Gerichte zitiert werden dürfe. Einzig der Rechtsweg ans RKG sei von seiten der Stadt unter renunciation irer privilegien ausnahmsweise zugelassen worden.;Instanzen: 1. RKG, 1581-1594 (1581-1592); Beweismittel: RKG-Mandat vom 20.2.1581, gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, Abschr., mit Botenbericht (Q 2), Urkunde des erwählten Königs Wilhelm von Holland vom 7.10.1247 über sein Versprechen (duximus promittendum), für die Bürger der Stadt Köln beim Papst das sog. Privilegium de non evocando (ad iudicium extra Coloniam non trahantur) zu erwirken und sie vor drohenden Kriegsschäden zu verschonen, Abschr. (Q 5, vgl. Ausf.: HAStK, Bestand 1, HUA 1/153), Gnadenbrief des Papstes Innozenz IV. vom 9.12.1253 zugunsten von Greve, Schöffen und Bürgern der Stadt Köln betr. die Gewährung des sog. Privilegium de non evocando (nondum sit processum [...] extra civitatem ad iudicium evocari), Abschr. (Q 6, vgl. Ausf.: HAStK, Bestand 1, HUA 1/187), Rechtsgutachten eines kurialen (?) Klerikerkollegs zur Frage des sog. Privilegium de non evocando für die Stadt Köln, lat., 29.6.1341 (Q 7), Urkunde des Papstes Nicolaus V. vom 24.5.1451 betr. die Bestätigung und Einhaltung des sog. Privilegium de non evocando für die Stadt Köln, gerichtet an die (namentlich nicht genannten) Dekane der Kölner Kollegiatstifte St. Kunibert und St. Aposteln (Q 8, vgl. Ausf.: HAStK, Bestand 1, HUA 3/12336), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln, hier: Vorrede (Q 9), Schreiben des Kurienkardinals (?) Jo.B. an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln vom 17.3.1581, Abschr. (Q 14), notarielle Paritionalanzeige der Stadt Köln, vertreten durch den Syndikus Johann Düssel, auf das RKG-Zwischenurteil (decret) vom 4.4.1582 betr. die strikte Einhaltung des RKG-Mandates vom 20.2.1581 (Q 23), notarielles Protestschreiben des von der Margarethe Held und ihrer Mutter Magdalena Brandis bevollmächtigten Meisters Johann Mertz über die noch nicht erfolgte Gehorsamsleistung der Stadt hinsichtlich des RKG-Mandates vom 20.2.1581, 1582 (Q 24), Straf- und Exkommunikationsmandat des delegierten Richters Dr. Conrad Orth von Hagen, Dekan des Kölner Stiftes St. Georg, gegen Margarethe Held, 1581, Abschr., enthält auch: Transsumpt des Gnadenbriefes des Papstes Innozenz IV. vom 9.12.1253 zugunsten von Greve, Schöffen und Bürgern der Stadt Köln betr. die Gewährung des sog. Privilegium de non evocando (vgl. hierzu Q 6) sowie der Urkunde des Papstes Nicolaus V. vom 24.5.1451 betr. die Bestätigung und Einhaltung des sog. Privilegium de non evocando für die Stadt Köln, gerichtet an die (namentlich nicht genannten) Dekane der Kölner Kollegiatstifte St. Kunibert und St. Aposteln (vgl. hierzu Q 8) (Q 26), RKG-Mandatum sine clausula vom 20.2.1581, gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 31), Informatio iuris in Sachen: Margarethe Held ./. Petrus Steinweg, o.D. (Bl. 139-150, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 47
Altsignatur : H904/2789
Umfang : 151 Blätter



(1726-1728), 1729-1730
Kläger:  Johann Gottfried Held, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Marx, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Christian Wiegand, 1728, Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer, 1729; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Adolph Brandt, 1730, Subst.: Lic. Johann Conrad Helffrich, 1730; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Verpflichtung des Appellanten, vormals Protokollist, nunmehr Gerichtsschreiber am Hohen Weltl. Gericht zu Köln, für die schon unter seinem Amtsvorgänger Heinrich Marx abhanden gekommenen gerichtlichen Depositengelder geradezustehen und die Kasse aus eigenen Erträgen und Zugewinnen (emolumenta) wiederaufzufüllen. Hintergrund: Durch Vertrag geregelter Verkauf des Gerichtsschreiberamtes von Heinrich Marx an Johann Gottfried Heldt unter der Bedingung, erst dem Verkäufer, nach dessen Tod auch seinem Sohn Johann Marx eine jährliche Rente zu zahlen. Streit über die (von Johann Marx verneinte) Frage, ob die präzise Erfüllung der Rentenschuld ausgesetzt bzw. reduziert werden soll biß zu volliger ergäntzung deren depositorum. Gegen nachteilige Rechtshandlungen des Johann Marx bzw. der Vorinstanz erwirkt Appellant beim RKG ein Mandatum attentatorum cassatorium in inhibitorium de lite pendente non amplius attentando sine clausula vom 9.3.1730.;Instanzen: 1. Kurkölnische Hofkanzlei, Bonn, 1726-1728 2. RKG, 1729-1730; Beweismittel: Vorlage einer Rechnung über die von Gerichtsschreiber Heldt verwalteten Depositengelder, 1728 (Q 11), Zahlungen des Gerichtsschreibers Heldt an die vormals bei Hofrat Marx verwalteten Depositengelder, 1722-1728 (Q 10), Kautionsschein des Appellanten, 1728 (Q 14), notarielles Gesuch um Ausfolgung der Acta priora, 1729 (Q 15), RKG-Kompulsorialschreiben vom 16.3.1730, mit Botenbericht, Abschr. (1. Zählung, Bl. 50, ohne Q), RKG-Mandatum attentatorum cassatorium et inhibitorium de lite pendente non amplius attentando sine clausula vom 9.3.1730, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (1. Zählung: Bl. 60-63, ohne Q), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-86, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 48
Altsignatur : H906/2808
Umfang : 149 Blätter



1619-1626
Kläger:  Michael Heldewier jun., Köln./.Beklagter:  Nicolaus Heldewier, Köln/Frankfurt, nebst seinen Gläubigern: Niclas Rulandt, Matthias van Overbeke, N.N., Erben des Hans Schulier, Daniel de Lattre, Isaac de Lattre, Hans Jacob Kays, N.N., Witwe des Adrian von der Strassen, Peter van Overbeke,


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Beatus Moses, 1619; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christian Schröter, 1619; für Bonaventura und Hans von Bodeck: Lic. Peter Paul Steuernagel, 1620; Prozeßart: citationis per edictum ex l[ege] diffamari; Streitgegenstand: Bankrott (falliment) des Kölner Tuch- und Seidenhändlers (und Mitbetreibers des böhmischen Kupferbergwerkes Graslitz) Nicolaus Heldewier während der Frankfurter Fastenmesse des Jahres 1619; Abwehrmaßnahmen gegen den Zugriff der Gläubiger des Nicolaus Heldewier auf Person und Vermögenswerte seines Bruders Michael Heldewier (kummer uff seine person gelegt), von dem gesagt worden war, er betreibe mit dem Falliten eine gemeinsame Handelsgesellschaft und sei daher mithaftend für dessen Schulden. Folgt eine per Edikt ausgeführte (zue Cöllen, Frankfurt und Leizpig edicts weiß ahn zuschlagen) Provokations- und Diffamationsklage des Michael Heldewier am RKG [d.h. sog. Klage ad proponendum actiones ex lege diffamari C. de ingenuis et manumissis sub poena perpetui silentii imponendi, vgl. C. 7,14,5], um die Gläubiger seines überschuldeten Bruders zur Klageerhebung vor dem RKG zu zwingen. Vereinheitlichende erstinstanzliche Zuständigkeit des RKG wird mit Sachmehrheiten, d.h. Vielheit der Gläubiger und mit territorialer Streulage der vom Gläubigerzugriff bedrohten bzw. bereits arrestierten Vermögenswerte des Johann Heldewier in (v.a. in Dresden, Oppenheim und Graslitz) und deren Zugehörigkeit zu verschiedenen Gerichtssprengeln begründet (iurisdictio ex continentia causarum). Einreden der Bekl. (exceptio litis pendentiae et praeventionis) verneinen die unmittelbare Zuständigkeit des RKG: In der causa principalis seien die vors RKG zitierten Gläubiger dem Michael Heldewier prozessual zuvorgekommen: Die Sache sei in Frankfurt längst klagbar und werde dort mit Michael Heldewier als Beklagtem bereits rechtshängig verhandelt (reus conventus in loco iudicii Francofurtensis).; Instanzen: 1. RKG, 1619-1626 (1619-1649); Beweismittel: RKG-Citatio per edictum ex lege diffamari vom 1.10.1619, Abschr., mit Botenbericht (Q 1), notarielle Zustellung der RKG-Citatio per edictum ex lege diffamari vom 1.10.1619 (Q 2), Zustellung einer Pfändungsklage gegen Michael und Nicolaus Heldewier durch das Bergamt Graslitz [böhmisches Erzgebirge], 1619 (Q 3), Schreiben des Gottfried Lauterberg an Nicolaus Heldewier, 1619 (Q 4), Antwortschreiben des Rates der Stadt Leipzig auf die Zustellung der RKG-Ediktalzitation des Nicolaus Heldewier, 1619 (Q 8), Auszug aus dem Schreiben des Christian Eulen, Leipzig, an Michael Heldewier, Frankfurt/Main (Q 6), Forderungen des Frankfurter Bankiers Johann von Bodeck, o.D. (Q 10), Stellungnahme des Valentin Pfaffreuter, gemeinsamer Anwalt der Frankfurter Gläubiger des Nicolaus Heldewier, zur Ediktalzitation ans RKG, beurkundet durch das Schöffengericht Frankfurt/Main, enthält auch: Urteil des Frankfurter Schöffengerichts vom 23.8.1619 (Q 12), Auszug aus den Protokollen des Schöffengerichts Frankfurt/Main, 1619 (Q 13), Auszug aus den Protokollen des Bürgermeistergerichts vor dem Rathaus, Köln, in Sachen: Conrad Engels ./. Michael Heldewier, 1620 (Q 15), Suppliken des Hans Lindmeyer, Bevollmächtigter der Frankfurter Gläubiger des Nicolaus Heldewier, an den Kölner Rat, 1619, nebst Schreiben des Bergamtes Graslitz/Böhmen, 1619 (Q 16), Verhandlungen des Michael Heldewier vor dem Frankfurter Schöffengericht zur Frage seiner Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Handelsgesellschaft mit dem bankrotten Nicolaus Heldewier, 1623 (Q 28), notarielle Verhandlungen zur Bürgschaftsforderung des Frankfurter Bankiers Johann von Bodeck und weiterer (nicht genannter) Frankfurter Gläubiger zu Lasten des Michael Heldewier, 1623 (Q 29), notarielle Stellungnahme des Nicolaus Heldewier zur RKG-Ediktalzitation vom 1.10.1619, 1620 (Q 30).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 49
Altsignatur : H908/2813
Umfang : 107 Blätter



(1634-1636), 1637-1676
Kläger:  Lic. jur. Martin Helman, Schöffe am Kurfürstl. Hohen Weltl. Gericht zu Bonn und Erben: Paulus Helman, Kanonikus am Kölner Stift St. Georg und apostolischer Protonotar, Gotthard Helman, Johann Helman, Notar, Maria Helman, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Dr. med. Johann Bachoven von Echt, Ratsherr, Köln, und seine Erben: Gertrud Schlaun, Adam Schlaun, Richmud Schlaun (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Ulrich Stieber, 1644; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck, 1630, Lic. Johann Walraff, 1643; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Immobilienerbschaft der + Barbara Helman, Ehefrau des Dr. med. Johann Bachoven van Echt. Hintergrund: Erbansprüche der Familie Helman aufgrund eines 1579 vom Kölner Ratsherren Lic. jur. + Johann Helman gestifteten Familienfideikommisses, dagegen Ansprüche der Erben des Dr. med. Bachoven van Echt auf Grundlage seines Ehegatten-Testamentes von 1629. Beschwerde ergeht gegen die bei der kurkölnischen Hofkanzlei Bonn entstandene, zum Nachteil der Appellanten ausgefallene Rechtslage, ebenso - durch notarielle Attentatenklage - gegen eigenmächtige, trotz schwebender RKG-Appellation vorgenommene Rechtshandlungen des Dr. Bachoven van Echt, der von der Deutzer und Bonner Gerichtsbarkeit in erster Instanz Besitzrestitution hinsichtlich bestimmter Güter erhalten und beim kurkölnischen Hof darüber ein konfirmatorisches Urteil erwirkt hatte. Zum Streithintergrund vgl. auch RKG Köln B 3, E 8-9.;Instanzen: 1. Kurkölnische Hofkanzlei, Bonn, 1634 2. RKG, 1637-1676 (1634-1673); Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Ladungsschreibens, 1637 (Q 1), Urteil des kurkölnischen Hofrates, Bonn, vom 15.2.1634 (Q 4), notarielle Attentatenklage des Paulus Helman, 1637 (Q 7), Dekrete des kurkölnischen Hofrates vom 19.5.1635 und vom 3.8.1635 (Q 8-9), gemeinsame Erklärung der Erben des Lic. jur. Martin Helman, 1637 (Q 14), RKG-Citatio ad reassumendum vom 14.1.1643, gerichtet an Paulus Helman, Kanonikus am Kölner Stift St. Georg und apostol. Protonotar, Gotthard Helman, Johann Helman, Notar, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 20), Auszüge aus dem RKG-Prozeßprotokoll, 1632 (Q 24-25), Ehevertragsurkunde (heyligs verschreibung), errichtet zwischen den Brautleuten Johann Helman und Ursula Schlößgen, 1557, verkürzte Abschrift (Bl. 38-40, ohne Q), Testament des Dr. med. Johann Bachoven van Echt, 1651, mehrfach besiegelte Ausf. (Bl. 86, ohne Q, aus RKG Köln Nr. 470 (E 9)), Ehevertragsurkunde (heyligs verschreibung), errichtet zwischen den Brautleuten Johann Helman und Ursula Schlößgen, mehrfach besiegelte Ausf., 1557 (Q 98, aus RKG Köln Nr. 470 (E 9)), Ehegatten-Testament (testamentum mutuum) des Dr. med. Johann Bachoven van Echt und der Barbara Helman, 1629, mehrfach besiegelte Ausf. (Q 103, aus RKG Köln Nr. 470 (E 9)).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 50
Altsignatur : H928/2919
Umfang : 87 Blätter



1567-1580
Kläger:  Margaretha von Hemmersbach, Witwe des + Peter (von) Andernach, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Goswin von Mülheim, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Grönberger, 1567, Dr. Alexander Reiffsteck, 1567, Dr. Christoph Reiffsteck, 1567, Dr. Heinrich Burkhardt, 1567; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Ludwig Stahl, 1567, Lic. Philipp Seiblin, 1567, Lic. Martin Reichart, 1567; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Restitutorischer Besitzschutz für den Inhaber einer Kölner Immobilie, hier: Rückgewähr des ungestörten Besitzes des von der Appellantin beanspruchten Kölner Wohnhauses Zum (kleinen) Ahren, Mühlengasse [Schreinsbezirk St. Brigida], das sich der Appellat jedoch angeblich gewaltsam angeeignet hatte, indem er eigenmächtig die Schließanlage austauschen ließ, nicht ohne daß zuvor die Behausung ohn schlüssel thaedtlicher handlung erofnet worden war. Appellantin sieht sich als rechtmäßige Besitzerin und hatte ohne Erfolg bei den Vorinstanzen in einer Spolienklage Restitution ihres Besitzstandes und Niederschlagung der gegnerischen Ansprüche verlangt; anschließende Beschwerde vor dem RKG richtet sich insbes. gegen ein Dekret der Appellationskommission des Kölner Rates, welche die Sache - zum Nachteil der Klägerin - an die erste Instanz zurückverwiesen und das Einlegen weiterer Rechtsmittel nicht befürwortet hatte (apostolos refutatorios). Keine Einreden des Appellaten. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückverweisung der RKG-Appellation an die erste Instanz durch RKG-Urteil vom 16.2.1574.; Instanzen: 1. N.N. 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1566-1567 3. RKG, 1567-1580; Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Ladungsschreibens, 1567 (Q 2), notarielle Zustellung des RKG-Inhibitionsmandates, 1567 (Q 3), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-182, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 51
Altsignatur : H950/3054
Umfang : 193 Blätter



1579-1580
Kläger:  Maria van Hemmersbach, Witwe des + Peter (von) Andernach, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Matthiß von Mülheim, Margarethe von Mülheim, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Augsburger (1579); Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1579, Dr. Johann Augsburger, 1579, Dr. Stephan Neudörffer, 1579; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Neuauflage des Streites von RKG Köln Nr. 769 (H 51); hier: Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach erfolgter Besitzentziehung des Hauses Zum (kleinen) Ahren, Mühlengasse [Schreinsbezirk St. Brigida], das sich der Appellat angeblich gewaltsam und unrechtmäßig angeeignet hatte. Hintergrund: Streit über (Geld- und Immobilien-) Erbschaft und das 1557 errichtete (Ehegatten-) Testament (testamentum mutuum) von Peter (von) Andernach und Maria van Hemmersbach sowie über divergierende Erbansprüche der Vor- und Nachkinder des mehrmals verheirateten + Peter (von) Andernach.; Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1564-1575 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1575-1578 3. RKG, 1579-1580;Beweismittel: Erlaß des Kölner Rates über die Modalitäten von Appellationen gegen Urteile der Ratsgerichtsbarkeit, 1579 (Q 4), Acta priora (Q 4, 3. Zählung: Bl. 1-287, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 52
Altsignatur : H951/3055
Umfang : 405 Blätter



1581-1589
Kläger:  Ägidius (Gyllis) Hensbeck (Hinsbeck), Gewandschneider, Ratsherr, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Goddart Langenberg, Elsgen Wesseling, Eheleute (Kl.), Hans Langenberg; Bürgermeister und Rat der Stadt Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Gödelmann, 1581, Dr. Christoph Reiffsteck, 1581, Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1581, Dr. Bernhard Kuehorn, 1581; Prokuratoren (Bekl.): Für die Eheleute Langenberg: Lic. Hartmann Cogmann, 1580; für die Stadt Köln: Dr. Christoph Reiffsteck [1577], Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1577] 1581; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vertreibungsrecht eines Vermieters; Bestandsschutz bzw. Kündigung eines (befristeten) Mietverhältnisses zwischen Langenberg, locator, und Hensbeck, conductor des Kölner Wohnhauses: Zum Rosental am Malzbüchel [Schreinsbezirk St. Martin], darüberhinaus Räumungsklage des Vermieters Langenberg aufgrund von rückständigem Mietzins (32 Tlr. jährlich uff severini fest [23.10.]). Streit über Zulässigkeit von Rechtsmitteln seitens des Mieters Hensbeck, der nach Ansicht des Appellaten/Vermieters (unterstützt durch intervenierenden Schriftsatz der Stadt Köln), titulo conductionis gar keine Besitzrestitution geltend machen könne; im übrigen sei es üblich, daß in Mietsachen, insbes. bei Räumungsklagen (ubi per dominum [...] contra conductorem ad evacuationem actum est) schleuniges Verfahren betrieben werde (ut in aliis momentaneis possessoriis, summariissime et de plano) und gegen entsprechende Ratsentscheide keine Rechtsmittel mit Suspensiveffekt eingelegt werden können. Im übrigen bestehe von seiten des Vermieters Eigenbedarf (pro sua et suorum necessitate) wg. der heiratsvertraglich vorgesehenen Verschaffung von Wohnraum für den verehelichten Sohn Johann. Im Streithintergrund steht eine ebenfalls 1579-1581 verhandelte Provokationsklage des Mieters Hensbeck bei Greve und Schöffen des Kölner Hochgerichts, um dort den Vermieter zur Geltendmachung seiner Rechte zu zwingen, was wiederum den Appellaten Langenberg zu dem Vorwurf verleitet, säumiger Mieter habe unzulässigerweise das iudicium mutirt.; Instanzen: 1. Bürgermeister- (und Amtleute-) Gericht vor dem Rathaus, Köln, 1579 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1579-1581 3. RKG, 1581-1589 (1580-1583); Beweismittel: Auszug aus dem Statut der Geschickten des Kölner Rates und der Vierundvierziger vom 26.2.1464 betr. die gegen Ratsurteile gerichtete Appellation an die kaiserliche Gerichtsbarkeit (Q 9), Acta priora (Q 10-12), notariell beglaubigter Auszug aus dem unter Vermittlung von Jacob Croy, erwähltem Bischof zu Cambrai, abgeschlossenen Konkordat zwischen Erzbischof Hermann IV. von Hessen und der Stadt Köln, [25.4.]1506 [vgl. Ausf.: HAStK, Bestand 1: HUA, K/15279] (Q 18).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 53
Altsignatur : H956/3090
Umfang : 190 Blätter



1526-1529
Kläger:  Johann von Heningen (Hoeningen), Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Endris von Mülheim, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoph Hoss, 1526, Dr. David Rotmund, 1526, Lic. Johann Helffman, 1526, Lic. Ludwig Hiertter, 1526; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Friedrich Reiffsteck, 1526, Dr. Christoph Hoss, 1526, Dr. Simon Engelhard, 1526, Lic. Johann Helffman, 1526; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Besorgung eines fremden Geschäfts. Appellation des Johann von Heningen wg. eines vorinstanzlich nicht durchsetzbaren Klaganspruchs auf vertragsmäßige Ausführung eines in Antwerpen stattfindenden Weinverkaufs (zwey fuder rotz weins) durch den mandatarius Endris von Mülheim sowie auf Herausgabe des Verkaufserlöses in Höhe von 60 fl. Nach Angaben des Appellanten hat der Mandatar den tatsächlichen Verkauf einem Antwerpener Unterbeauftragten namens Arndt Cupper überlassen, jedoch das Kaufgeld nicht an seinen Mandanten Hoeningen abgeführt, der weiterhin den Hauptanspruch auf das Geld erheben könne. Hintergrund: Klage des Appellaten Endris von Mülheim vor dem Kölner Ratsgericht mit dem Ziel, den von Hoeningen zur Zahlung einer Restschuld (restantz) in Höhe von 29 fl. zu zwingen: Zugrunde liege nämlich ein Darlehen über 60 fl. zu dessen Tilgung der Gläubiger Endris von Mülheim ermächtigt worden sei, Wein des Schuldners Johann von Hoeningen in Antwerpen in eigener Regie und auf eigenen Gewinn zu verkaufen. Der Verkaufserlös des Rotweines habe aber wider Erwarten nur bei 31 fl. gelegen, so daß eine reduzierte Forderung unbedient bleibe. Einreden des Appellaten beim RKG machen überdies geltend, daß die eingeklagte Restschuld under funffzig guldin hauptgutz liege und damit die Mindestappellationssumme der geltenden RKG-Ordnung deutlich unterschreite. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Zurückweisung der Appellation durch RKG-Urteil vom 7.2.1528.; Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1524-1525 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1525 3. RKG, 1526-1529; Beweismittel: Notarielles Gesuch des Johann von Hoeningen um Ausfolgung von Apostelbriefen durch den Kölner Rat, 1526 (Q 3), Acta priora, mit Zeugenvernehmungen (Q 5), Verzeichnis der Prozeßkosten des Endris von Mülheim, o.D. (Q 8), RKG-Exekutorialmandat vom 1.7.1528 auf das Urteil vom 7.2.1528, gerichtet an Johann von Hoeningen, besiegelte Ausf. (Bl. 48, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 54
Altsignatur : H958/3094
Umfang : 48 Blätter



1589-1593
Kläger:  Jacob Hennotte (Henoth), kaiserlicher Postmeister, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Baptist Busco (Bosco), Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt, 1589; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Urteilsvollstreckung nach einer (nicht näher ersichtlichen) Beleidigungsklage des Busco [Kölner Textilhändler aus Mailand] gegen den Henoth; Verurteilung des Übelredners in öffentliche Widerrufung und Übernahme der Prozeßkosten. Appellant Henoth beschwert sich über Zwangsvollstreckungsverfahren (ad executionem und pfandung der uncosten halber) gegen seine ohne Schutz des Familienoberhaupts dastehende Frau und Familie (in absentia mariti): Durch monatelange berufsbedingte Abwesenheit aus Köln habe er seine Rechte bzw. Rechtsmittel gar nicht wahrnehmen können; vorinstanzliche Urteilsvollstreckung verstoße gegen das gemeinrechtliche Gebot, bei schwebender Appellation vorhergehende Urteile und Entscheidungswirkungen zu suspendieren. Keine Einreden des Appellaten. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Niederschlagung der Appellation durch RKG-Urteil vom 18.6.1589.;Instanzen: 1. Bürgermeistergericht, Köln (?) 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1588 3. RKG, 1589-1593 (1588-1589); Beweismittel: Auszug aus der Reformatio iudicialis processus [...] des Kölner Rates von 1570: Wie auff desertion der appellation gehandelt werden soll (Q 4), notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Kompulsorialschreibens vom 23.8.1588 (Q 6), Supplik der Aletgen Henoth (Ehefrau des Appellanten) an den Rat der Stadt Köln, o.D. (Q 10), Rechtsgutachten über die Frage der Vollstreckung in der Injuriensache: Bosco ./. Henoth (Causae in iure relevantes, cur in executione iniuriarum ratione expensarum supersedendum sit), o.D. (Q 11).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 55
Altsignatur : H982/3190
Umfang : 24 Blätter



(1546-1547), 1548-1551
Kläger:  Conrad Hens, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Stuyr, Ruhrort (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Anastasius Greineisen, 1548, Dr. Jacob Huckel, 1548, Dr. Michael Kaden, 1548, Lic. Mauritius Breunle, 1548; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Adam Werner von Themar, 1548, Dr. Jacob Huckel, 1548, Dr. Bernhard Mai, 1548; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Haftung für fremde Schuld. Appellant beschwert sich über Urteile der Kölner Vorinstanzen, die ihn in präzise Erfüllung der Schuldforderung des Stuyr in Höhe von 103 Tlr. verurteilt hatten. Nach Ansicht des Appellanten Hens ist ein gewisser Caspar Badorp als eigentlicher und alleiniger Schuldner anzusprechen, der seinen gutten freundt Hens lediglich um die Gefälligkeit gebeten habe, während seiner Abwesenheit den schultprieff über 103 Tlr. in Verwahrung zu nehmen (in depositum zugestelt). Appellant beteuert vor dem RKG, weder Bürge noch sonstwie haftender Beauftragter, Geschäftsführer ohne Auftrag oder Delegatar des Badorp zu sein (one, das auß sollicher verschreibung erscheynen solt, das appellant [...] burg oder negotiorum gestor oder mandatarius, noch solche summe gelts sonst delegation weyß [...] angenommen oder praescriptis verbis sich verschrieben hat) und bestreitet jedwedes obligatorische Verhältnis gegenüber dem Stuyr. Einreden des Appellaten behaupten das Gegenteil: Hens habe sich als mandatarius und gewalt haber aus freien Stücken dazu entschlossen, der Weisung des Stuyr nachzukommen und den Schuldschein des Badorf zu verwahren. Saumseligkeit des Hens führe nun zu dessen Haftung (ex sua mora, culpa et negligentia), nachdem er sich anfänglich alternative obligirt und versprochen habe, dem Badorp den Schein zur rechten Zeit wieder zu handreichen oder aber die Schuldsumme, die aufgrund ihres geringen Betrages hinsichtlich des RKG nicht rechtsmittelfähig sei, an Stuyr selbst zurückzuzahlen.;Instanzen: 1. Bürgermeister- (und Amtleute-) Gericht auf dem (alten) Kornmarkt, Köln, 1546 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1546-1548 3. RKG, 1548-1551; Beweismittel: Notarielles Gesuch um Ausfolgung besiegelter Vorakten durch den Rat der Stadt Köln, 1549 (Q 6), Acta priora (Q 7), Verzeichnis der Prozeßkosten des Johann Stuyr, o.D. (Q 9), Verzeichnis der Prozeßkosten des Conrad Hens, o.D. (Q 11).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 56
Altsignatur : H991/3209
Umfang : 225 Blätter



(1588, 1592), 1598-1617
Kläger:  Cathrin Hensberg, Maria Hensberg, Erbinnen der + Margarethe Hensberg, vertreten durch ihre Ehegatten Petrus Toppius, Schreinsschreiber bzw. Caspar Westenberg, Salzschreiber, Köln./.Beklagter:  Arndt Scholl, Kaufmann und Ratsherr, Essen, und dessen Erbe Johann Bodelschwing, vertreten durch seine Vormünder Johann Stecke, Matthäus Ostermann, Johann Mettegang, Essen


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann von Vianden, 1597; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Bernhard Kuehorn, 1598, Dr. Sigismund Haffner, 1603, für Johann Stecke, Matthäus Ostermann, Johann Mettegang: Dr. Sigismund Haffner, 1605; Prozeßart: mandati [poenalis] cum clausula; Streitgegenstand: Wirksamkeit bzw. Widerruf eines Testamentes; hier: testamentarisch geregelte Hinterlassenschaft der kinderlosen + Margarethe Hensberg (gelegen in Essen, Düsseldorf, Vlatten, Werden, Kaster, Bergheim/Erft), die ihre Nichten (d.h. die Klägerinnen) lt. Testament von 1588 angeblich zu eintzigen erbinnen eingesetzt declarirt unnd constituirt hatte. Streit über die Rechte und Pflichten des hinterbliebenen Witwers Arndt Scholl, der als überlebender Ehegatte nach Meinung der Klägerinnen lediglich leibzuchtige nießung der Erbgüter beanspruchen könne und ansonsten für deren Inventarisation und ungeschmälerten Erhalt zu sorgen hat. RKG-Mandat soll die Erbrechte der Klägerinnen schützen und den Bekl. unter Strafandrohung davon abhalten, das Erbe seiner verstorbenen Frau zu veräußern oder sonstwie zu entfremden. Einreden des Bekl. verweisen auf das 1589 errichtete, anderslautende gemeinsame (Ehegatten-) Testament, das die letztlebende Hand zum Alleinerben einsetzt und den Klägerinnen allenfalls Ansprüche auf Legate zuerkennt (haeredem universalem salvis quibusdam legatis reciprocae). Es gelte die Regel, daß ein gültiges neues Testament das vorhergehende umfassend entkräftet (nach der Regel: testamentum prius per posterium, quod iure perfectum est, rumpitur). Beklagter Scholl hält im übrigen seine von seiten der Klägerinnen gestörten bzw. entzogenen Erb- und Besitzrechte an den strittigen Gütern für klagbar und beantragt possessorisches Verfahren zur Wiedererlangung seines Besitzstandes nach der Maxime: spoliatus ante omnia restituendus sit.; Instanzen: 1. RKG, 1598-1617 (1587-1614); Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG Pönalmandates vom 13.10.1597, gerichtet an Arndt Scholl (Q 2), Testament der Margarethe Hensberg, 1588, transsumiert durch Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln (Q 2), Ehegattentestament von Arnold Scholl und Margarethe Hensberg, Abschr., 1589 (Q 8), desgl., 1592 (Q 9), notarielle Zustellung der RKG-Citatio ad reassumendum vom 6.9.1603, gerichtet an Arndt Scholl, Essen (Q 12), Ladungsschreiben des Essener (Rats-?) Gerichtes an Petrus Toppius u.a. in der Erbschaftssache: Scholl-Hensberg, 1607 (Q 15), Vormundschaftsbestellung für Mattheus Ostermann, Johann Mettengang über Johann von Bodelschwing, minderjährigen Sohn des + Arndt von Bodelschwing, Johann Bodelschwing, 1603 (Q 18), Besitzergreifung des Petrus Toppius, Schreinsschreiber, und des Caspar Westenberg, Salzschreiber der Stadt Köln (in ihrer Eigenschaft als Ehegatten der Cathrin Hensberg, Maria Hensberg, Erbinnen der Margarethe Hensberg), über die Hinterlassenschaft der + Margarethe Hensberg, 1606 (Q 20), Belehnung des Petrus Toppius und des Caspar Westenberg mit den vormals im Besitz des Arndt Scholl befindlichen Höfen Clienborges und Kaldenhove, beurkundet durch Maria Elisabeth Gräfin von Manderscheid, Fürstäbtissin des Reichsstiftes Essen, 1606, Belehnung des Petrus Toppius mit dem Gut Bonenkamp, beurkundet durch Maria Elisabeth Gräfin von Manderscheid, Fürstäbtissin des Reichsstiftes Essen, 1607 (Q 21-22), Erklärung des Arndt Scholl zum gemeinsamen Testament mit seiner Ehefrau Margarethe Hensberg, 1565 (Q 25), Belehnung des Adrian Ernst mit dem Gut Bonekamp, beurkundet durch Maria Elisabeth Gräfin von Manderscheid, Fürstäbtissin des Reichsstiftes Essen, 1601 (Q 26), Zession einer Behausung, gelegen Im Hagen, Essen, von Arndt Scholl an seinen Erben Johann von Bodelschwing, beurkundet durch Bürgermeister und Rat der Stadt Essen, 1601 (Q 27), Notariatsinstrument des Mathias Ostermann, Vormund des Johann von Bodelschwing, betr. die Besitzergreifung des Gutes Bonekamp, 1605 (Q 28), Urteil des Bürgermeister- und Ratsgerichtes der Stadt Essen vom 17.2.1609 (Q 29), Streit- und Rechtsverzicht der Eheleute Caspar Westenberg und Maria von Hensberg, 1612 (Q 31), Erteilung einer Geschäftsvollmacht des Arndt Scholl, Essen für Conrad Clevenester zum Verkauf seiner Erbgüter, 1576, transsumiert durch Bürgermeister und Rat der Stadt Essen, besiegelte Ausf., 1613 (Q 34).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 57
Altsignatur : H996/3215
Umfang : 97 Blätter



(1635-1636), 1637-1638
Kläger:  Bertram Hensler, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Peter Motzfeldt, Kopenhagen, Dänemark (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Jodocus Faber, 1636; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; nicht näher erkennbare Schuldklage des Motzfeld gegen den Hensler in Höhe von 1200 Rtlr.; Berufung gegen ein Urteil des Bürgermeistergerichts, das - konfirmiert durch Appellationskommission des Kölner Rates - auf präzise Erfüllung der Geldforderung erkannt hatte. Ladung des Appellaten ans RKG erfolgt durch Ediktalzitation, dort jedoch keine Einreden des Appellaten.;Instanzen: 1. Bürgermeistergericht, Köln (1635?) 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (1635) 3. RKG, 1637-1638 (1635-1637); Beweismittel: RKG-Ediktalzitation vom 22.8.1636, gerichtet an Peter Motzfeld, Abschr. (Q 2), notarielle Zustellung der RKG-Ediktalzitationen vom 22.8.1635, gerichtet an Peter Motzfelder (Q 3), desgl., vollzogen in Düsseldorf (Q 4), Urteil des Kölner Bürgermeistergerichts in Sachen: Motzfeldt ./. Hensler vom 16.1.1635 (Q 7).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 58
Altsignatur : H997/3219
Umfang : 11 Blätter



(1635-1636), 1637-1653
Kläger:  Sibylla Henseler, geb. Godenau, Witwe des + Johann Henseler, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Werner von Lechenich, später Sophia Ross, Witwe des + Werner von Lechenich, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Gerhard, 1637, Lic. Johann Walraff, 1640; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Lucas Goll, 1646; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Anspruch des Werner von Lechenich auf bevorzugte Bedienung seiner Forderungen (praeferentia als hypothecario creditori) im Rahmen eines Gläubigerkonkurses gegen + Johann Henseler, der zusammen mit seiner Ehefrau kauffmannschaft, factoreien und handlungen betrieben hatte, jedoch durch widerwertige fortün, u.a. wg. schiffbruch und dahero verdorbenen saltz und sonsten großen bitterlichen schaden, in den Bankrott geraten war. Witwe Henseler beschwert sich über außergerichtlich beim Kölner Rat geltend gemachte Ansprüche (extrajudiciall schuldtforderung) des Lechenich, die über den 1630 unter förmlichem Rechts- und Einredeverzicht (uff alle beneficia und wolthaten [...] verzihen) erzielten, von Lechenich mitunterschrieben Vergleich (paciscirt, verglichen und vertragen worden) mit den Gläubigern hinausgehen und den dort vereinbarten Schuldennachlaß und die Beschränkung auf ein Viertel der Forderungen (in ursprünglicher Gesamthöhe von 7127 Tlr.) konterkarieren. Einreden des Appellaten machen v.a. geltend, daß der ihm zustehende Anteil höher als vom Vergleich festgelegt ausfalle, weil die Gesamtschuld der Eheleute Henseler vielmehr bei 8030 Rtlr. liege.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1635-1636 2. RKG, 1637-1653; Beweismittel: Auszug aus dem Schuldbuch des Werner von Lechenich, 1630 (Q 11), Schreiben des David Geiger an Werner von Lechenich, 1636 (Q 14), Acta priora (Q 4).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 59
Altsignatur : H998/3220
Umfang : 112 Blätter



(1635), 1657
Kläger:  Sibylla Henseler, geb. Godenau, Witwe des + Johann Henseler, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Margarethe von Lechenich, Johann Theodor Neukirchen, Erben des + Werner von Lechenich, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Hansen, 1659, Subst.: Dr. Johann Nicolaus Hoen, 1659; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Wilhelm Heinrich Goll, 1659, Subst.: Dr. Johann Carl Mueg, 1659; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Forderungen des + Werner von Lechenich nebst seinen Erben) gegen den Nachlaß des + Johann Henseler sowie das Vermögen seiner Witwe. Hintergrund: 1630 abgeschlossener, von der Appellantin am RKG zum wiederholten Male geltend gemachter Vergleich zwischen dem durch Schiffbruch (naufragia) zahlunsgunfähig gewordenen Henseler und seinen Gläubigern mit dem Inhalt, daß die Gläubiger auf ¿ ihrer Außenstände verzichten; dagegen stehen erneute bzw. erhöhte Forderungen des von Lechenich aufgrund einer Zession der Sophia Sontgers, Witwe des Lic. jur. + Gottfried Godenau, hinsichtlich von Ansprüchen auf zwei schreinskundige Kölner Grundstückszinsen (fahren). Beschwerde der Appellantin wg. rechts- und rechtsmittelverweigernder Haltung der Appellationskommission des Kölner Rates im Jahre 1658, die beschlossen hatte: refutata est appellatio. Vgl. auch RKG Köln Nr. 777 (H 59).; Instanzen: 1. Bürgermeistergericht Köln, 1635 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (?-1657) 3. RKG, 1657; Beweismittel: Notarielle Aussage der Sibylla Hensler über die Vollstreckung der gegnerischen Ansprüche, 1658 (Bl. 1-2), Vertrag des Johann Henseler mit seinen Gläubigern, 1630, Abschr. (Bl. 3-5), Gesuch um Ausfolgung der Acta priora (Bl. 13-14).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 60
Altsignatur : H999/3221
Umfang : 17 Blätter



1654-1659
Kläger:  Hubert Herberlo, Trier, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, Daniel Resteau, Herr zu Beaufort, Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff, 1652; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henning [1649], Dr. Paul Gambs, 1653; Prozeßart: mandati executorialis sine clausula; Streitgegenstand: Rechtshilfeverpflichtung der Stadt Köln für einen auswärts gewährten Vollstreckungsanspruch. Hintergrund: Streit über Erfüllung eines Liefervertrages, abgeschlossen zwischen Hubert Herberlo und Daniel Resteau betr. die tägliche Lieferung und monatliche Bezahlung von gewönlichem brodt für die im herzogthumb Luxenburg stehende(n) kriegs völcker. Nach Zahlungsverzug des Resteau Schuldklage des Herberlo vor dem königl. spanischen General-Auditor in Brüssel, wo dem Resteau 1647 auferlegt worden war, die Summe von 54.000 fl. an den Lieferanten zu zahlen. Bestätigt durch Revisionsverfahren beim königl.-spanischen General-Superintendenten, ebenfalls Brüssel, ergeht 1647/48 Rechtshilfersuchen an die Stadt Köln, welche dafür Sorge tragen sollte, daß strittige Summe gerichtlich hinterlegt wird. Einsetzung einer städtischen Spezialkommission, von wo aus Resteau (letztlich vergeblich) ans RKG appelliert hatte, weil er den Brüsseler (Militär-) Gerichtsstand für unzuständig erklären und einen zwischenzeitlich beim Kölner Rat abgeschlossenen Vergleich geltend machen wollte. Anschließend Streit über die Rolle der Stadt Köln als auf dem Befehlswege aktiviertes und zu Gehorsam verpflichtetes Rechtshilfeorgan für würckliche execution des von Herberlo erstrittenen Titels; ebenso Streit über die Frage, ob Herberlo bei Ausfolgung der RKG-Exekutionsmandate wissentlich die Tatsache verschwiegen habe, daß Resteau noch am RKG im Berufungverfahren prozessiert (exceptio doli mali, exceptio litis in camera pendentis).; Instanzen: 1. RKG, 1654-1659; Beweismittel: Notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Exekutionsmandates vom 31.5.1654 (Q 3), RKG-Exekutionsmandat vom 11.6.1652, Abschr. (Q 5), Promotorialschreiben des Leopold Wilhelm von Österreich, Generalstatthalter der habsburgischen Niederlande, an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, 1648 (Q 6-7), Vergleich zwischen Hubert Herberlo und Daniel Resteau, abgeschlossen vor dem Rat der Stadt Köln, 1648 (Q 8), Urteil des General-Auditors in Sachen: Resteau ./. Johann de Lyra (Q 9), Notarsakt über die Beweisaufnahme von Korrespondenzen des Resteau, 1652 (Q 10), notarielle Zustellung des RKG-Mandatum de exequendo cum clausula vom 20.9.1652 (Q 12), Beschluß des Kölner Rates vom 24.7.1652 (Q 13), RKG-Inhibitionsmandat vom 23.7.1652 in der Berufungssache: Resteau ./. Herberlo, mit Beschluß des Kölner Rates vom 23.8.1652 (Q 15), verschärftes Inhibitionsmandat des RKG vom 14.1.1653 in der Berufungssache: Resteau ./. Herberlo (Q 16), RKG-Urkunde über das Appellationsbegehren des Daniel Resteau vom 10.8.1652, besiegelte Ausf. (Q 17), Schreiben der Stadt Köln Wilhelm Markgraf von Baden, Präsident des RKG, und dortige Assessoren, Ausf., 1654 (Q 19, Q 21), Beschluß des Hofgerichtes Brüssel in Sachen: Herberlo ./. Resteau vom 6.12.1646 (lat. u. frz.) (Q 24), konfirmatorisches Urteil des königl.-spanischen General-Superintendenten Michael de Luna, Brüssel, 1648 (Q 25), Urteile der Spezialkommission des Kölner Rates in Sachen: Herberlo ./. Resteau vom 7.6.1652 und 24.6.1652 (Q 29-30), Fragenkatalog für Zeugenvernehmungen (Q 34), Acta priora (Q 31, Q 36), div. Auszüge aus den Akten des General-Auditors in Brüssel (Q 43-51), Auszüge aus den Korrespondenzen des P. de Rougemont, 1648, 1655 (Q 52-54), Mandat des spanischen Hofrates (?) von Brüssel vom 20.6.1655 (frz. u. dt.) (Q 56-57), (Brot-) Liefervertrag, abgeschlossen zwischen Hubert Herberlo und Daniel Resteau, 1645 (frz. u. dt., Q 59-60), Rechtsgutachten des Brüsseler Hofrates, o.D. (?) (Q 61), Rechtshilfe-Ersuchen des Brüsseler General-Auditors, 1656 (frz. u. dt., Q 63-64), Rechnungen zu den Brotlieferungen an Daniel Resteau (Q 79-80), div. Korrespondenzen des Daniel Resteau und des Hubert Herberlo, nebst weiteren Anlagen (Bl. 354-390, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 61
Altsignatur : H1014/3260
Umfang : 781 Blätter



1614-1620
Kläger:  Walraff Herger, Bierbrauer, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Adam Kurtten, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Nicolaus Adolf, 1620; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Kompensation von Forderungen. Appellant beschwert sich über die bei der unmittelbaren Vorinstanz entstandene Rechtslage, nach welcher die eigenen Forderungen (schuld posten) in Höhe von 283 Rtlr. (herrührend aus Bierlieferungen) mit denjenigen des gegenklagenden Kurtten (reconvention) verrechnet werden sollten und am Ende der Appellant pro resto noch schuldig verplieben ist, an Kurtten 246 ¿ Rtlr. zu zahlen. Hintergrund: Angeblicher Verkauf (contractus emptionis) des Hauses Zum Roten Löwen, Löhrgasse [Agrippastraße?, Schreinsbezirk St. Peter?] zum Preis von 2900 Rtlr. und daraus entstandene Restforderungen. Nach Ansicht des Appellanten kann der Kurtten jedoch seinen Klaganspruch nicht geltend machen, da es von seiten des Verkäufers Kurtten versäumt worden sei, noch vor Erhalt des Kaufpreises Eigentümerwechsel und Akt der Immobilienübergabe (reumung, übertrag unnd abtrettungh) gemäß den formalen Erfordernissen des Kölner Schreinsrechtes zu dokumentieren. Ein Vertrag beinhalte zweiseitige Leistungsverpflichtung, wer dabei seinen Teil nicht erfüllt, könne nicht klagen (contractus est reciprocus et continet reciprocas praestationes, sicut hic, nam tunc uni partium non servanti eas, actio non possit competere). Keine Einreden des Appellaten.; Instanzen: 1. Bürgermeister- und Amtleutegericht vor dem Rathaus, Köln, 1614 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1614-1620 3. RKG, 1620; Beweismittel: Urteile der Vorinstanzen, 19.9.1614, 9.4.1620 (Q 3-4), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-17, ohne Q), Zeugenaussagen (3. Zählung: Bl. 1-46, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 62
Altsignatur : H1030/3320
Umfang : 201 Blätter



1548-1552
Kläger:  Georg Herkenrod, später dessen Witwe Anna Sepperlin, Saint Trond, Belgien (Bekl.)./.Beklagter:  Gebelinus Clement, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Deschler, 1548, Dr. Adam Werner von Themar, 1548, Dr. Michael von Kaden, 1548; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Michael von Kaden, 1546; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Erb- und Eigentumsansprüche des Clement auf Zinsländereien (zween bonder landts) in oder bei Saint Trond, mit der Begründung, daß seine Ehefrau Anna Briers nächste Erbin des dortigen Grundstückseigentümers und Erblassers + Heinrich Briers sen. (iure dominii vel quasi) sei. Appellant (nebst seiner Ehefrau/Witwe) klagen beim RKG auf Nichtigkeit des vorinstanzlichen Urteils, da strittige Erbfolge weder ab intestato noch mittels eines Testamentes bewiesen werden konnte. Einreden des Appellaten halten hingegen RKG-Berufung für hinfällig, weil das Verfahren viel zu spät in Speyer anhängig geworden sei. Lt. Protokoll-Eintrag: Kassation des vorinstanzlichen Urteils durch RKG-Urteil vom 9.12.1552, mit Kompensation der Gerichtskosten und dem Vorbehalt, am RKG gegeneinander Klage (spruch und forderung) erheben zu können.; Instanzen: 1. Lehnshof des Benediktiner-Abtei Saint Trond (St. Truiden, Belgien), 1546 2. RKG, 1548-1552 (1546-1551);Beweismittel: RKG-Inhibitionsmandat vom 5.10.1546, gerichtet an den Statthalter des Lehnshofes von St. Truiden, besiegelte Ausf., mit notariellem Zustellungsbericht (lat.) (Q 4), notarielles Protestschreiben der Anna Sepperlin gegen die nicht erfolgte Auslieferung der Acta priora durch den Lehnshof der Abtei Saint Trond (Q 7), RKG-Kompulsorialschreiben vom 18.1.1549, gerichtet an den Statthalter des Lehnshofes der Abtei Saint Trond, besiegelte Ausf., mit notariellem Zustellungsbericht (lat.) (Q 8), notarielles Protestschreiben des Gebelinus Clement auf die Appellation gegen das Urteil des Lehnshofes der Abtei von Saint Trond, 1546 (Q 12), Acta priora (Q 9), Verzeichnis der Prozeßkosten der Anna Sepperlin, o.D. (Q 20).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 62A
Altsignatur : H1031/3338
Umfang : 80 Blätter



1626-1627
Kläger:  Goswin (von) Herl, Köln, Johann Schunck, Christina von Herl, Eheleute, Köln, Erben des + Johann (von) Herl (Bekl.)./.Beklagter:  Gertrud Müllenweg, Witwe des + Johann (von) Herl, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Schaumberg (1626); Prokuratoren (Bekl.): Dr. Beatus Moses (1626); Prozeßart: [primae] appellationis; Streitgegenstand: Restitutorischer Besitzschutz für die Ansprüche der Gertrud Müllenweg, Witwe des + Johann (von) Herl, insbes. Rückgewähr von Schlüsselgewalt und Wohnrecht im Haus Zum Hirschen, Mühlengasse. Hintergrund: Beim Kölner Rat zugunsten der Appellatin entschiedenes possessorisches Verfahren, das dem Goswin von Herl und seinen Mitstreitern auftrug, Sterbehaus und beweglichen Nachlaß des + Johann von Herl in vollem Umfang dessen Witwe zu überlassen und eigenmächtigen Zugriff auf das strittige Haus zurückzunehmen (zu deoccupiren und zu reumen). Appellant und seine Schwester Christina machen jedoch direkte Erbfolge hinsichtlich des Nachlasses ihres verstorbenen Vaters Johann von Herl geltend, während Gertrud Müllenweg nur minderberechtigte Stiefmutter und unbeerbte zweite Ehefrau sei. Beschwerde der Appellanten über beschleunigtes Verfahren beim Kölner Rat (in summario et extraordinario possessorio alhir agirt), Antrag auf Schutz eigener Besitz- und Erbrechte am Haus Zum Hirschen. Einreden der Appellatin Müllenweg machen kontinuierlichen Besitz geltend: Das Haus sei als donatio propter nuptias des + Johann von Herl in seine zweite Ehe mit der Appellatin gekommen, neben dem Heiratsvertrag sehe auch das Testament des + Johann von Herl vor, daß die Witwe Leibzucht sowie mehrjähriges unentgeltliches Wohnrecht an dem Haus genießt. Im übrigen habe sie Zurückbehaltungs- (iure retentionis einzuhalten) und stillschweigende Pfandrechte an der gesamten ehelichen Gütergemeinschaft (selbige vatterliche gutter dispositione iuris tacita hypotheca [...] sind verstrickt), solange ihre Brautausstattung und der Erbanteil ihrer mit Johann von Herl gezeugten Kinder noch nicht herauß gefolgt worden sind.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1626 2. RKG, 1626 (1626-1627); Beweismittel: Notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Ladungsschreibens und Inhibitionsmandates, 1626 (Q 1), Supplik der Witwe Gertrud (von) Herl an den Rat der Stadt Köln, o.D. (Q 5), Auszüge aus den Protokollen des Kölner Rates, 1626 (Bl. 9, ohne Q), Güter- und Mitgiftsverzeichnis der Gertrud Müllenweg, Witwe des Johann (von) Herl (Bl. 10-12, ohne Q), Schreiben des Goswin (von) Herl an den RKG-Prokuratoren Dr. Beatus Moses, 1627 (Bl. 13, ohne Q), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-61, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 63
Altsignatur : H1034/3346
Umfang : 90 Blätter



(1628), 1629
Kläger:  Lic. jur. Johann (von) Herl jun., Goswin (von) Herl, Köln, Johann Schunck, Christina von Herl, Eheleute, Elisabeth (von) Herl, Köln, Erben des + Johann (von) Herl (Bekl.)./.Beklagter:  Gertrud Müllenweg, Witwe des + Johann (von) Herl, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Schaumberger, 1629; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck [1631]; Prozeßart: secundae appellationis; Streitgegenstand: Aufteilung des Erbes des + Johann von Herl zwischen seinen Kindern aus erster Ehe mit Elisabeth Stoves einerseits und Gertrud Müllenweg, der verwitweten zweiten Ehefrau des + Johann von Herl andererseits. Streit über ungleiche Anteile an Gütern, Kapitalien und Einkünften des Sterbehauses (guetter, fahren, rhenten und zinsen), die nach Bescheid des Kölner Hochgerichts zum größeren Teil den Vorkindern zu überlassen, zum Teil aber durch außergerichtlichen Vergleich bzw. Schiedsspruch weiter aufzuteilen sind, ferner Streit über Verfahrensfragen und difficultates bei der Gewichtung zwischen abtheilung und separirung einerseits und sequestrirung der strittigen Erbgüter andererseits. Beschwerde der Appellanten vor dem RKG über das Vorgehen der Witwe, die auf dem Supplikationswege beim Kölner Rat vorläufige Aussetzung des Teilungs- und Sequestrationsverfahrens erreicht hatte (nichts aus dem sterbhaus zu verbrengen, zu verendern, noch mit einiger fernerer theilung [...] zu verfahren), Appellanten halten jedoch den Kölner Rat nicht für nicht zuständig.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1628 2. RKG, 1629; Beweismittel: Urteil des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln vom 8.11.1627 (Q 2), Protokoll über Verhandlungen zur Aufteilung und Sequestration der Vermögenswerte des Sterbehauses + Johann von Herl, 1627 (Q 3), Schiedsvertrag zwischen den (namentlich genannten) Kindern und Erben des + Johann von Herl aus erster Ehe mit Elisabeth Stoves sowie aus zweiter Ehe mit Gertrud Müllenweg, Abschr., 1627 (Q 7), Schiedssprüche zur Erbenauseinandersetzung betr. den Nachlaß des Johann (von) Herl vom 9.6.1628 und vom 14.8.1628, Ausf. (Q 8-9), Beschlüsse des Kölner Rates vom 2.6.1628, vom 9.6.1629 und vom 10.10.1628 (Q 10-12).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 64
Altsignatur : H1035/3347
Umfang : 25 Blätter



1730
Kläger:  Margarethe Schmitz gen. Breuer, Witwe des + Apothekers Godefried Hermann, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Apothekerschaft der Stadt Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren, 1730, Subst.: Lic. Christian Hartmann von Gülich, 1730; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis cum mandato attentatorum revocatorio nec non resarciendo damna sine clausula; Streitgegenstand: Schließung bzw. Weiterführung der sog. Pest-Apotheke, Neugasse, Köln. Hintergrund: Entziehung der städtischen concessio auf Betreiben der Kölner Ratsherren und Vertreter der Kölner Apothekenbetreiber (a senatoribus pharmacopolis) Laurenz Engels und Johann Heinrich Thenen. Entsprechende Verordnung des Kölner Rates wird unter Berufung auf geltende Beschlußlage des Kölner Rates von 1668 bzw. der Vierundvierziger von 1674 bzw. 1681 erwirkt, die vorgesehen hatten, die Zahl innerstädtischer Apothekenbetriebe von seinerzeit 16 allmählich auf 12 der ältesten Offizinen zu senken. Appellantin wehrt sich gegen ausführende Dekrete des Kölner Rates, nach welchen die städtischen Turmmeister zwangsweise für amtliche Inventarisierung und behördlich kontrollierten und befristeten Ausverkauf vorhandener Arzneimittelbestände der sog. Pest-Apotheke zu sorgen hatten, und erwirkt per RKG-Mandat umfassenden Besitzschutz gegen Zugriffe seitens städtischer Organe. Nach Ansicht der Appellantin ist fragliches Objekt unter allen übrigen apothecken fast die älteste und könne somit nicht unter die Gruppe der zur Auflösung vorgesehenen Geschäfte fallen (inter mortificandas seu supprimendas officinas); Appellantin sei Universalerbin ihres kinderlos gebliebenen Ehemanes und habe auf diesem Wege die Apotheke rechtmäßig geerbt. Keine Einreden der Appellaten.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1730 2. RKG, 1730; Beweismittel: Ehevertrag zwischen Godefried Hermann und Maria Wilhelma Rath, 1706 (Q 6), Suppliken der Kölner Apotheker und Ratsherren Laurenz Engel und Henrich Thenen an den Kölner Rat, 1730 (Q 7), Beschluß des Kölner Rates vom 9.1.1730 (Q 8), Supplik der Witwe Hermann an den Rat der Stadt Köln, 1730 (Q 9), Auszug aus den Geschäftsbüchern des Apothekers Lic. med. Jacob Rath, enthält: Sammlung von Statuten und Verordnungen des Kölner Rates zum innerstädtischen Apothekenwesen (Q 10), Aussagen des ehem. Kölner Apothekers Engelbert von der Eidt, 1730 (Q 11), notarielles Protestschreiben der Maria Wilhelma Rath gegen das Vorgehen der städtischen Turmmeister, 1730 (Q 13), desgl., 1730 (Q 16), Auszüge aus den Akten des Kölner Rates, enthalten: Suppliken von Kölner Apothekern sowie der Witwe des Godefried Hermann, einschlägige Beschlüsse des Kölner Rates, 1730 (Bl. 75-96, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 65
Altsignatur : H1038/3371
Umfang : 96 Blätter



1661
Kläger:  Anna Hermes, Witwe des + Heinrich Holländer jun., wiederverheiratet mit Johann Georg Krüger, Eheleute, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Catharina Spee gen. Frosch, Witwe des + Heinrich Holländer sen., wiederverheiratet mit Wimmar Frösch, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Hansen, 1660, Lic. Bernhard Henning, 1660; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1661, Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht von Lauterburg, 1661; für Wimmar Frösch: Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1662, Lic. Johann Walraff, 1662; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Zulässigkeit, Formerfordernisse und Fristen von Appellation und Revision in einem possessorischen Erbschaftsstreit vor dem Kölner Rat. Hintergrund: Streit über provisorischen Besitzschutz (pro manutenentia in summariissimo) für Anna Hermes hinsichtlich der 1657 testamentarisch geregelten Erbschaft ihres ersten Ehemannes + Heinrich Holländer jun., der mit einer sententia pro manutenentiae testamenti zunächst zugunsten der Appellantin entschieden worden war, deren Wirkungen durch fragliches, von Anna Hermes aus formalen Gründen angezweifeltes Revisionsbegehren der Appellatin jedoch wieder in Frage gestellt worden waren.;Instanzen: 1. Spezialkommission des Kölner Rates, 1657-1659 2. Ratssyndikat, Köln 1660-1661 3. RKG, 1661-1662; Beweismittel: Urteil der Spezialkommission des Kölner Rates vom 19.6.1658 (Q 7), Schriftsatz des Anwaltes der Catharina Spee im Kölner Revisionsverfahren (Q 8), Acta priora (Q 12-13), Bestimmungen zum vorläufigen Besitzschutzverfahren (Extensum summariissimi possessorii) (Q 18), amtliche Auskunft des Rates der Stadt Köln über Weitergeltung der Reichsnotariatsordnung von 1512 (Q 19), Stellungnahme des Kölner Ratsrichters Dr. jur. Johann Dietrich Bruerius zum Urteil in Sachen: Hermes ./. Spee (Q 23), Auszüge aus den Protokollen des Kölner Rates, 1658 (Q 25-26), Auszüge aus den Protokollen des Kölner Ratssyndikates, 1662 (Q 27), Schreiben des Kanonikus Wilhelm Blaren, Düsseldorf, an Wimmar Frosch 1661, durch das Düsseldorfer Stadtgericht beglaubigte Abschr., 1662 (Q 28), Zeugenaussagen betr. die Zinshäuser der Eheleute Wimmar Frösch und Catharina Spee, 1661 (Q 29), Urkunde von Bürgermeister Rat und Schöffen der Stadt Neuss über Inhalt und Wahrheitsgehalt der 1659 ergangenen Erbverfügung des ehem. Neusser Bürgermeisters Reinerus Stadtfeldt, 1661 (Q 30), Erklärung der Eheleute Wimmar Frösch und Catharina Spee über Reparaturmaßnahmen und Besitzrechte an einer (nicht lokalisierten) Ölmühle, 1661 (Q 31), Besitzschutzbegehren der der Eheleute Johann Georg Krüger und Anna Hermes, 1662 (Q 33), Baukostenrechnung des Johann Georg Krüger betr. zwei zinsbelastete Wohnhäuser, erstellt durch die (namentlich benannten) Amtsmeister des Kölner Steinmetzen- und Zimmereramtes, 1662 (Q 34), Testament der Catharina Spee, Abschr., 1661 (Q 38), Notariatsinstrument über den Erbschaftsantritt des Wimmar Frösch, Witwer der Catharina Spee, 1662 (Q 39), notarielle Besitzergreifung (instrumentum apprehensae possessionis) des Wimmar Frösch hinsichtlich der Erbschaft seiner Ehefrau + Catharina Spee, 1662 (Q 40).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 66
Altsignatur : H1041/3391
Umfang : 336 Blätter



(1505-1507), 1508-1549
Kläger:  Hans Herr, später dessen Witwe Sophia Herr, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Adrian Bohel (Buell), Margarethe Bohel, Anna Bohel (Buell), Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoph Hitzhofer, 1508, Dr. Christoph Müller, 1508; für Sophia Herr: Dr. Michael von Kaden, 1549; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Christoph Hitzhofer, 1508, Lic. Wilhelm Willbrecht, 1508, Dr. Johann Rehlinger, 1508, Dr. Christoph Müller, 1508, Dr. Heinrich (Lewesaw) von Rostock, 1508, für Anna Bohel (Buell): Lic. Mauritius Breunlin, 1549; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Hinweis: Lt. Appellationslibell (Q 4) und Einreden (Q 5) ist, anders als auf dem Deckblatt des Protokolls ausgewiesen, Margarethe Bohel (Buell) Appellantin und Hans Herr Appellat. Kaufklage; Streit über versäumte Bezahlung von hundert pfundt seiden und sechzehen engelische tucheren, die für einen Betrag (kaufgelts) von 717 fl. Rheinisch von Hans Herr an Margarethe Bohel (Buell) ausgeliefert worden waren (sollche ware zu iren handen empfangen). Wg. unbeglichener Schuld ansprache des Hans Herr vor dem Kölner Bürgermeister- und Amtleutegericht, endend mit der Verurteilung der Bohel, dem Verkäufer bestimpte summa [...] zu entrichten, wogegen schließlich Beschwerde ans RKG ergeht. Von 1514-1547 keine Verhandlungen in der Sache; folgt 1549 RKG-Citatio ad reassumendum vom 26.11.1548, gerichtet an Anna Bohel (Buell).;Instanzen: 1. Bürgermeister- und Amtleutegericht vor dem Rathaus, Köln, 1505-1508 2. RKG, 1508-1549; Beweismittel: Acta priora (Q 6), Verzeichnis der Prozeßkosten der Margarethe Bohel o.D. (Q 11), notarielle Zustellung der RKG-Citatio ad reassumendum vom 26.11.1548, gerichtet an Anna Bohel (Buell), Köln (Q 14).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 67
Altsignatur : H1051/2311
Umfang : 52 Blätter



1696
Kläger:  N.N. (von) Herre(n)sdorff, Köln./.Beklagter:  Dr. jur. Ferdinand (von) Herre(n)sdorff, Ratsherr, Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): N.N.; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis nunc citationis ad redintegrandum acta; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich. Ladungsschreiben des RKG an Ferdinand (von) Herre(n)sdorff, verbunden mit der Weisung, durch äußere Umstände verlorengegangene Prozeßakten (in nicht näher bezeichneter Streitsache) zu rekonstruieren bzw. aus privaten Unterlagen zu ergänzen, nachdem bey der sich anno 1688 begebene frantzösische invasion und einäscherung der statt Speyer daß daselbst sich befundene unsers kays. cammergerichts archiv entkommen und auff Straßburg entführt worden war.; Instanzen: 1. RKG, 1696; Beweismittel: -
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 68
Altsignatur : H1053/3415
Umfang : 2 Blätter



(1663), 1664-1680
Kläger:  Melchior (von) Herrestorff, Heinrich (von) Herrestorff, Daniel (von) Herrestorff, Ernestus (von) Herrestorff, Dr. jur. Ferdinandus (von) Herrestorff, Köln./.Beklagter:  Lic. jur. Johann Gerhard Bennoni, Sibylle Palandt, Eheleute, Lic. jur. Ferdinand Schwegele, Constantin Thorlorde, Vormund des Carl Gerhard Hüseken, Erben des Lic. jur. Johann Palandt, Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff, 1664, Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1664; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich Stieber, 1663, Dr. Abraham Ludwig von Gülchen, 1663; Prozeßart: mandati de lite pendente non alienando cum clausula; Streitgegenstand: Verbleib und Verfügungsgewalt hinsichtlich der Wertgegenstände aus dem beweglichen Nachlaß des ehem. Kölner Ratsherren und Bürgermeisters Heinrich Crufft gen. Crudener [+ 1590], hier v.a. ungeteilte gemeine siegel und brieffe, kleinodien, silberwerck und übrige mobiliar substantz. Auf diese erhoben die Bekl. - angeblich die ab intestato herkommenden Palandischen erben des Heinrich Crufft gen. Krudener - Ansprüche, die durch Inbesitznahme der Objekte bereits zum Nachteil der Kläger ausgefallen waren. RKG-Mandat soll ersteren jegliche eigenmächtige Veräußerung und Entfremdung einzelner Nachlaßobjekte verbieten, solange die am RKG hierüber schwebende hauptsach, d.h. der 1618 durch ein RKG-Mandatum de non molestando eröffnete Erbschaftsstreit in Sachen: Arnold Crufft gen. Crudener ./. Dr. jur. Melchior von Hittorf, Lic. jur. Melchior Kempis, Dr. jur. Johann Adam (von) Herrestorff noch nicht definitiv entschieden ist (RKG Köln Nr. 407 (C 148, 1618-1680). Zum Streithintergrund vgl. ferner RKG Köln Nr. 406 (C 147), Nr. 408 (C 149).;Instanzen: 1. RKG, 1664-1680 (1663-1668); Beweismittel: RKG-Mandatum de lite pendente non alienando cum clausula vom 26.5.1664, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 2), Vergleich zwischen den Erben des Lic. jur. Johann Palandt und Sigismund Burmann, Reinhard Hoven, 1664, Abschr. (Q 8).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 69
Altsignatur : H1055/3416b
Umfang : 25 Blätter



1652-1653
Kläger:  N.N., Erben des Johann Adam (von) Herre(n)sdorff, kurkölnischer Kammer-Rat und ehem. Schultheiß zu Unkel (Bekl.)./.Beklagter:  Lic. jur. Thomas Düssel, kurkölnischer Geheimer Rat, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henning (1652); Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Hansen, 1650; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Handtschrifftliche schuldtforderungs sach betr. die Rückzahlung einer Darlehenssumme von 1100 Rtlr., die 1620 von den Eheleuten Michael Wulffrath und Adelheid Lohn an Johann Adam (von) Herre(n)sdorff ausgegeben worden war. Folgt vorinstanzliche Kondemnation der Appellanten, angebliche Erben des Schuldners, in Zahlung der vollen Schuldsumme der Obligation von 1620 nebst angelaufenen Zinsen, wogegen schließlich Beschwerde ans RKG ergeht. Lt. Protokoll-Eintrag: Niederschlagung der Appellation durch RKG-Urteil, exped. 24.3.1653.; Instanzen: 1. Kurfürstl. Hohes Weltl. Gericht zu Bonn, 1638-1644 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln (1644?-1650) 3. RKG, 1652-1653 (1650-1652); Beweismittel: Urteil der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, vom 15.7.1650, Abschr. (Q 4).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 70
Altsignatur : H1056/3417
Umfang : 12 Blätter



1757-1760
Kläger:  Franz Joseph (von) Herrestorff, Ratsherr, Köln./.Beklagter:  Theodor Fürth, Ratsherr, Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland, 1757, Lic. Johann Jacob Ernst Pfeiffer, 1757; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Adam Bissing, 1757, Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt, 1757; Prozeßart: citationis ad videndum declarari electionem iudicis fiscalis in favorem senatoris Herrestorff factam, validam eidemque dictum officium cum interesse ac expensarum refusione adiudicari; Streitgegenstand: Kampfabstimmung und Stimmengleichheit bei der Wahl der Kölner Ratsherren von Herrestorff und Fürth in das neu zu besetzende Amt des städtischen Fiskalrichters (vacirte fiscalrichters stelle); gleichlautende Ansprüche beider Prätendenten, die dadurch nicht zugunsten eines eindeutigen Merhrheitsentscheides geklärt werden konnten, daß Henrich Everhard Bianco als sog. schweigender Meister die banck bestiegen und seine ausschlaggebende Wahlentscheidung (votum decisivum) zugunsten des Fürth abgegeben hatte, obwohl jedoch zuvor der ältere regierende bürgermeister Johann Caspar Joseph zum Pütz, der gegen die Wahl des Fürth später Protest einlegte, seine Stimme als ersten votanten und vorsitzern des raths von rechts und billigkeit wegen [...] sofort zu faveur des von Herestorff abgegeben hatte. Anfechtung des Wahlvorganges durch den Kläger, da der Bianco unzulässigerweise sein vermeintliches votum decisivum eigenmächtig (motu proprio) ausgesprochen hat, schon ehe derselb auf die banck getretten. Ladung des Bekl. ans erstinstanzlich für zuständig erklärte RKG erfolgt unter Verweis auf reichsunmittelbare Stellung der Stadt Köln und der Prognose, von dem in dieser Sache uneinigen Kölner Rat selbst keine definitive Entscheidung erwarten zu können (ob notoriam immedietatem des stadt Cöllnischen magistrats, als welcher in partes gegangen und dahero von demselben kein spruch zu erwarten noch zu hoffen stehet). Einreden des Bekl. (exceptiones praeventionis) betrachten denselben als rechtmäßig, d.h. durch Mehrheitsentscheid des sog. Schweigenden Meisters gewählt (per maiora vota ad 25. vota zu solcher fiscal richters stelle erwählet) und demnach im schutzbedürftigen Rechtsbesitz dieser Stelle. In dieser Eigenschaft sei er vom sog. sprechenden Meister zur banck, als welcher nahmens des raths das wort führet [...] in die raths stuben einberuffen und gratulirt sowie auf den fiscalischen sitz ohn widerrede hingewiesen worden. Gegen den Beschluß des Kölner Rates vom 24.6.1757, die Sache zunächst im unentschiedenen status quo zu belassen, habe Fürth beim RHR sofort Berufung eingelegt, woraus hervorgehe, daß Fürth dem Gegner mit einer Klage an einem anderen Reichsgericht zuvorgekommen und Franz Joseph von Herrestorff daher ad iudicium praeventum ab- und hinzuverweisen sei.;Instanzen: 1. RKG, 1757-1760; Beweismittel: Appellationsinstrument des Theodor Fürth betr. die Beschlußlage des Kölner Rates nach dem Wahlvorgang zur (Wieder-) Besetzung der Kölner Fiskalrichterstelle, 1757 (Q 3), Appellationsbegehren des Theodor Fürth, mit Beschluß des Ratssyndikates vom 23.9.1757 (Q 4), Bericht und Stellungnahme des Theodor Fürth betr. den Wahlvorgang zur (Wieder-) Besetzung der Kölner Fiskalrichterstelle, 1757 (Q 5), RKG-Citatio ad videndum declarari electionem iudicis fiscalis in favorem senatoris Herrestorff factam, validam eidemque dictum officium cum interesse ac expensarum refusione adiudicari vom 16.9.1757, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 7), Auszüge aus den Protokollen des Kölner Rates, 1757 (Q 9-10), desgl., zur Funktion der sog. Schweigenden Meister bei Wahlvorgängen im Kölner Rat, 1711 (Q 11), Auszug aus den Protokollen des RHR in der Appellationssache: Fürth ./. (von) Herrestorff, 1757 (Q 15), Zwischenurteil des RKG vom 19.6.1758 betr. die Abweisung der exceptiones praeventionis des Theodor Fürth (Q 19), Auszug aus den Protokollen des Kölner Rates, 1757 (Q 20), notarielles Protestschreiben des Theodor Fürth gegen den Beschluß des Kölner Rates vom 24.6.1757 (Q 21), Formular des Ratsherren-Eides der Stadt Köln, Druck, 3 Bl., ohne Ort und Jahr (Q 22), Aussage des Johann Bernhard Hertmann, 1758 (Q 26), Auszug aus den Protokollen des RHR in der Appellationssache: Fürth ./. (von) Herrestorff, 1758 (Q 28), notarielles Protestschreiben des Theodor Fürth gegen den Beschluß des Ratssyndikates vom 27.9.1757 (Q 29), Bericht des Kölner Ratsherren Henrich Everhard Bianco über die Ratswahlen zum Amt des städtischen Fiskalrichters vom 23.6.1757, 1759 (Q 34).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 71
Altsignatur : H1059/3421
Umfang : 257 Blätter



1559-1561
Kläger:  Mathis Hermkiss van Dulcken, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Catharina Hegemann, Witwe des Peter Hermkiss, Strasbourg (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Wildthelm, 1559, Dr. Heinrich Burkhardt, 1559, Lic. Martin Reichardt; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Philipp Seiblin, 1559, Dr. Michael Kaden, 1559; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Gesetzl. Erbansprüche von Seitenverwandten gegen Erbrecht des überlebenden Ehegatten, Stellung des Superstes zur Fahrnis bei Auflösung einer unbeerbten Ehe. Hier: Herausgabe- und Arrestanspruch des Mathis Hermkiss hinsichtlich der beweglichen Güter (farende gutter und barschaft) aus der Hinterlassenschaft seines Bruders (als ab intestato sein Peters nechsten bluetsverwanten), des kinderlos gestorbenen Peter Hermkiss (ohne leybs erben mit tod abgang, + 1558). Dieser mit Verhängung von arrest und verbott unterstrichene Erbanspruch war von der Appellatin, Witwe des Erblassers, erfolgreich mit der Behauptung bekämpft worden, die fraglichen Güter müßten ihr als nechsten und rechten erbin vermög der statt Gladbach recht und brauch zue- und heymgefallen sein. Beschwerde beim RKG richtet sich gegen Urteil des sog. Kleinen Rates zu Straßburg, der auf Arrestaufhebung entschieden (das ir der wittwenn [...] der erbfall entschlagen sein solle) und bis auf weiteres der Witwe die Erbschaft zugesprochen hatte.; Instanzen: 1. Meister des sog. Kleinen Rates zu Straßburg, 1558 2. RKG, 1559-1561;Beweismittel: Acta priora, teilweise Pergament (Q 8), Bürgschaftsversprechen (obligatio fideiiussoria) von Bürgermeister und Rat der Stadt (Mönchen-) Gladbach zugunsten der ehem. in (Mönchen-) Gladbach ansässigen Eheleute Johann te Reide und Catharina Hegemann, Witwe des Peter Hermkiss, besiegelte Ausf., 1560 (Q 10), Schreiben des Petrus von Bocholt, Abt der Benediktinerabtei St. Vitus zu (Mönchen-) Gladbach, sowie des Rates der Stadt (Mönchen-) Gladbach an den amtierenden Kammerrichter, besiegelte Ausf. (Q 11).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 71A
Altsignatur : H1060/3423
Umfang : 55 Blätter



1529
Kläger:  Catharina (von) Herten, Witwe des Peter (von ) Herten, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Reinhard Brent,Herr zu Virnich, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Conrad Schwabach, 1530, Dr. Jacob Krell, 1530, Dr. Leonhard Hochmüller, 1530, Dr. Friedrich Reiffsteck, 1530, Dr. Franciscus Frosch, 1530, Lic. Johann Helffman, 1530, Dr. Wolfgang Weidner, 1530; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franziskus Frosch, 1530, Dr. Bernhard Rehlinger, 1530, Dr. Conrad Schwabach, 1530, Lic. Johann Machtolff, 1530; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Haftung einer Witwe für die Schulden ihres Ehemannes; hier: unbefriedigte Forderung des Reinhard Brent in Höhe von 275 fl. Oberländisch. Grundlage: 1525 ausgestellter Schuldbrief (verschryvonge) der Eheleute + Peter und Catharina Hert, mit Bürgenstellung in Person des Johann von Kerpen (vur syne eigene proper scholt bekant) und der Leistungsverpflichtung der Eheleute Hert, die Schuldsumme genau nach einem Jahr, d.h. auf Sent Geirdrudenn dach [17.3.1526] zurückzuzahlen. Nach Schuldklage des Brent Verurteilung der Witwe Hert in präzise Erfüllung der Forderung, die vorinstanzlich ohne Erfolg die Einrede geführt hatte, sie sei nachweisbar nicht naefolgere [...] noch erffgename ihres verstorbenen Ehemannes, wodurch sie - nach eigener Ansicht ohnehin im Genuß von Rechtswohltaten für Frauen und Witwen befindlich - von der Schuldklage ledich und qwit zu sprechen sei.; Instanzen: 1. Bürgermeistergericht auf dem alten Kornmarkt, Köln 1529 2. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln (1529) 3. RKG, 1530-1531; Beweismittel: Acta priora (Q 3), Notariatsinstrument der Catharina Hert betr. die Verzichtserklärung hinsichtlich der Beerbung ihres verstorbenen Ehemannes Peter Hert (sich bonis mariti entslagen, geeussert, cediret und abgetreden), 1529 (Q 9).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 72
Altsignatur : H1080/3457
Umfang : 35 Blätter



1522-1523
Kläger:  Peter von Herten, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Heinrich Warmbuck (Warmboeke), Lübeck (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Drach (1522); Prokuratoren (Bekl.): Dr. Jacob Krell, 1521; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich: Unbezifferte Schuldklage des Lübecker Bürgers Warmbuck (Warmboeke) gegen den Kölner Peter von Herten; zunächst am Kölner Ratsgericht vorgetragen, von dort jedoch wider der stat Collen bürgerliche freyheit, loblich gewonheit und alt herkommen an den rath und in die raths camer zu Collen geschickt, wo Peter von Herten angeblich ohne Verteidigungsmöglichkeit (on das Peter von Herten ye hette mogen sein behelff, grundt und gestalt der sachen zu seiner notturfft fürbringen) zur Bezahlung der Schuldsumme angewiesen worden war. Klage darüber, daß die Ratsrichter unrecht gehandelt und der Rat anschließend nichtiglich [...] geurteilt, gesprochen, erkannt und ercleret hätten; Antrag auf Remission der Sache an das Kölner Ratsgericht. Keine Einreden des Bekl. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Abweisung der Appellation durch RKG-Urteil vom 4.7.1522.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln (1521?) 2. RKG, 1522-1523 (1521-1522); Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Ladungsschreibens vom 4.2.1521 (Q 3), Verzeichnis der Prozeßkosten des Heinrich Warmbuck, o.D (Q 5), RKG-Exekutorialschreiben vom 3.10.1522, gerichtet an Peter von Herten (Q 6).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 73
Altsignatur : H1081/3458a
Umfang : 13 Blätter



1515-1523
Kläger:  Peter von Herten, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Stingin von Deutz, Ehefrau des Johann von Deutz, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Drach, 1515, Dr. Conrad Schwabach, 1515, Dr. Petrus Kiersser, 1515; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich (Lewesaw von) Rostock, 1515, Dr. Conrad Schwabach, 1515, Dr. Jacob Krell, 1515; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; Schuld- und Pfändungsklage des Johann von Deutz in Höhe von 394 fl. 9 Schilling aufgrund einer handtschrifft. Gegen Entscheid des Kölner Rates, welcher die Bezahlung zur Frankfurter Messe vorgesehen und dem Schuldner die Bereitstellung von Sicherheiten auferlegt hatte (sicheronghe und burchschafft), ergeht Beschwerde ans RKG, die vom Appellaten mit der Einrede bekämpft wird, es läge kein Endurteil und kein Appellationsinstrument vor. Appellant habe also dardurch unformlich gehandelt. Lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Abweisung der Appellation durch RKG-Urteil vom 25.6.1518 (?), folgt 1522-1523 Vollstreckungsverfahren.;Instanzen: 1. Bürgermeister (und Amtleute-) Gericht auf dem (alten) Kornmarkt, Köln, 1515 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1515 3. RKG, 1515-1523; Beweismittel: Notariatsinstrument über die Erteilung von Apostelbriefen (apostolos reverentiales) durch Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, 1515 (Q 3), Acta priora (Q 5), Verzeichnis der Prozeßkosten der Stingin von Deutz, o.D. (Q 9).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 74
Altsignatur : H1088/3479
Umfang : 38 Blätter



1548-1557
Kläger:  Peter von Herten, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Flugk, Cochem (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Anastasius Greineisen, 1546, Dr. Jacob Huckel, 1546, Dr. Adam Werner von Themar, 1546, Dr. Michael Kaden, 1546; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Michael Kaden, 1548; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Schuldforderung aus einem Warenkreditgeschäft, hier: Restforderung aus einem Weinhandel, den Flugk im Jahre 1545 mit Peter von Herten getätigt und der zur Klage des Verkäufers Flugk vor dem Kölner Weinschulengericht geführt hatte, um den Hauptteil des vereinbarten Kaufpreis in Höhe von 400 daler restant einer meher summen van verkoufften und gelieverten wynen endlich in Empfang nehmen zu können. Hintergrund: Schuldschein des Peter Herten über einen in zwei Raten zu bezahlenden Betrag von 469 Jochenßdaler für den käuflichen Erwerb von 14 Fudern Wein, wobei ein Fuder 33 ¿ Joachimstaler kosten sollte. Beschwerde des Appellanten gegen die durch vorinstanzliche Urteile entstandene Rechtslage, die ihm volle Bezahlung auferlegt hatten. Einreden des Appellaten halten hingegen RKG-Berufung für hinfällig, weil das Verfahren viel zu spät in Speyer anhängig geworden sei.; Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln, 1546 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (1546) 3. RKG, 1548-1557 (1546-1557); Beweismittel: Acta priora (Q 11), notarielle Zustellung der RKG-Citatio ad reassumendum vom 2.12.1556, gerichtet an Peter von Herten (Q 20), notarielle Eidesvollmacht des Peter von Herten für den RKG-Prokuratoren zwecks Beantragung eines Verfahrensaufschubes (dilation und bestundung), 1553 (Bl. 70, ohne Q), Zeugenrotulus, mit Vernehmungsprotokollen einer kaiserl. Kommission (rottell der khunden und kundtschafften) (Bl. 71-114, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 75
Altsignatur : H1089/3480
Umfang : 114 Blätter



1695-1701
Kläger:  Gertrud Weidenfeld, Witwe des Lic. jur. + Johann Bernhard Hertmann, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Johann Caspar von Caspars, Heinrich Jacob von Caspars, Catharina Jacoba von Caspars, Erben des + Johann Theodor von Caspars, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Adam Rolemann, Lic. Johann Heinrich Flender, 1695; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Eichrodt, 1695; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Besitz- und Eigentumsverhältnisse (status fundi et possessionis) des Wohnhausgrundstückes Zum Vogel Grieff. Streit insbes. über die Rechtsverhältnisse der auf dem Gartengrundstück gelegenen rückseitigen Anbauten mit separatem Ausgang, die in unmittelbarem rechtlichen und baulichen Zusammenhang mit der benachbarten Druck- und Verlagsoffizin Zum (alten) Einhorn am Margarethenkloster stehen (Unter Fettenhennen, Schreinsbezirk St. Columba). Streitanlaß: Eigentumsklaganspruch (in petitorio) der Witwe Weidenfeld, abgeleitet aus Erb- und Eigentumsverhältnissen ihrer Vorfahren, des Kölner Drucker-Verlegers Johann (III.) Gymnich und seiner Ehefrau Hieronyma von Aich einerseits bzw. denjenigen ihres Großvaters Johann Anton Kinckius (verheiratet mit Elisabeth Gymnich, Tochter Hieronyma von Aich), zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls Drucker-Verleger im Haus Zum Einhorn, andererseits. Hintergrund: Hieronyma Aich hatte nach dem Tod des Johann Gymnich (1596) im Jahre 1597 den Kölner Buchdrucker Anton Hierath geheiratet, der 1627 strittiges hindergehauß errichtet, eine (in den Augen der Appellantin fragwürdige) Erbteilung zwischen den Vor- und Nachkindern der Hieronyma von Aich vorgenommen und die Grundstücksteile getrennt weitergegeben hatte. Beschwerde der Appellantin gegen die in zweiter Instanz entstandene Rechtslage: Diese habe das Fehlen von Schreinsbucheinträgen, welche die Ansprüche der Appellaten unterstützen, sowie das Fehlen eines symbolischen Übertragungsaktes (effestucatio) bezüglich des Hinterhauses als nicht ausreichend für eine Eigentumsvermutung zugunsten der Witwe Weidenfeld gehalten. Ebenfalls habe man auch keine für Herausgabeansprüche ausreichende Beweislage feststellen können (deficiente probatione ad rei vindicationem), Verkauf des Hauses Zum Vogel Grieff samt den Nebenbauten von den Caspars-Erben an N. Schwerz sei für rechtens gehalten worden. Urteilsbegründung der Kurfürstl. Appellationskommission, die sich weitgehend mit den Auffassungen der Appellaten deckt, hatte den langjährigen, nachweislich ungestörten Besitz des Hauses Zum Vogel Grieff durch die Familie von Caspars ex praescriptione für rechtmäßig und unanfechtbar gehalten (propter diurnitatem temporis iuste possedisse praesumantur).; Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1689-1692 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1693-1694 3. RKG, 1695-1701 (1695-1698); Beweismittel: Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-56, ohne Q, 3. Zählung: Bl. 1-52, ohne Q), Bericht nebst Entscheidungsgründen der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, o.D. (3. Zählung: Bl. 53-58, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 76
Altsignatur : H1095/3491
Umfang : 154 Blätter



1515-1516
Kläger:  Jobst Herwig von Mainz, Buchbinder, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Peter von Badorf, Fleischhauer, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Conrad Schwabach, 1516, Dr. Johann Drach, 1516, Dr. Leonhard Hochmüller, 1516; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich (Lewesaw von) Rostock, 1516, Dr. Conrad Schwabach, 1516, Dr. Jacob Krell, 1516; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vertragstreue des Kölner Hauseigentümers Peter von Badorf, der durch eine Klage des Herwig dazu gezwungen werden sollte, seine vertragliche Zusage über die Vermietung eines (nicht benannten) Kölner Wohnhauses einzuhalten, d.h. das Haus jedenfalls an Jobst Herwig und nicht an einen (unbekannten) Dritten zu vermieten (welchs haus [...] ime Jobsten zu vermeyden oder zu verlechen etlich jar zugesagt und versprochen hab). Klageziel des Herwig: ime die miedung laut seins zusagen zu halten, andernfalls Einziehung einer Strafe im geschätzten Wert (achtunge) von 50 fl. Appellat, der in zweiter Instanz die Klage des Herwig abweisen konnte, hält das RKG-Berufungsverfahren für nichtig, weil div. Verstöße gegen die Appellationserfordernisse des des gemeinen bzw. des Kölner Prozeßrechts vorliegen.;Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1515-1516 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (1516) 3. RKG (1516-1518); Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Kompulsorialschreibens vom 7.3.1516, gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln (Bl. 41), Acta priora (Bl. 1-30, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 77
Altsignatur : H1148/
Umfang : 42 Blätter



(1708 Oktober 01, 1712 September 05, 1714 April 23, 1715-1718), 1719-1731
Kläger:  Johann Peter von Salm, Ratsherr, Stimmeister, Maria Sophia Hertzig, Eheleute, Erben des + Friedrich Hertzig, Ratsherr und Kirchmeister von St. Peter, und seiner Ehefrau Margarethe Blesens, Adam Paffenbroich, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Nettekoven, Notar, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren, 1719, Subst.: Lic. Johann Jacob Wahl, 1719; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Rudolph Sachs, 1719, Subst.: Lic. Ambros Joseph Stephani, 1719; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Verbindlichkeiten aus Wechselbriefen; strengrechtlicher Rückforderungs- und Herausgabeanspruch (condictio indebiti) des Johann Nettekoven hinsichtlich der Ausstellung und Ausgabe dreier Wechselbriefe. Hintergrund: Bürgschaftsleistung des Nettekoven für die Schulden seines ehem. Mandanten, des mittlerweile entflohenen und fallirten kauffmans Douven jun. durch Ausstellung von drei (auf sich selbst trassierten) a dato-Wechselbriefen zugunsten des Heinrich Monschau und Adam Paffenbroich, Gläubiger des Douven (durch gebung deren wechselbriefen die zahlung auff sich selbst genommen), ursprünglich geschehen mit Aussicht auf Schadloshaltung (indemnisation) des Bürgen durch den Douven. Durch entsprechende Indossamente der ursprünglich Begünstigten anschließend jedoch Zession und Weitergabe der Wechselbriefforderungen zugunsten des Johann Peter Salm und der + Margaretha Blesens (später beerbt durch Tochter Maria Sophia Hertzig), wohingegen Nettekoven sich in keiner Leistungsverpflichtung mehr sieht, sondern beim Weltl. Hochgericht mit Erfolg auf Wiedererlangung der Wechselbriefe bzw. Unwirksamkeit der Verbindlichkeiten (extradirung und annullirung, ad restitutionem litterarum cambialium) geklagt hatte. Nach Ansicht der Appellanten ist jedoch der wechßellgeber zur zahlung de jure verbunden, folglich keine condictio indebiti greiffig, die Appellanten selbst seien in rechten nicht schuldig, ohne bahre zahlung dem wechßellausgeberen solchen wiederzugeben. Streit auch über Gerichtsstandsfrage (conflictum iurisdictionis) und Zuständigkeit des Kölner Hochgerichts, zumal Salm schon zuvor bei der Kölner Ratsgerichtsbarkeit auf Erfüllung der Wechselschuld geklagt, solchergestalt iurisdictionem magistratus praeveniendo fundirt und schließlich sogar zusammen mit Heinrich Monschau einen Berufungsprozeß beim RKG anhängig gemacht hatte. Vgl hierzu RKG Köln M 75.;Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln (?-1715) 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln (1715-1718) 3. RKG, 1719-1731; Beweismittel: Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln, 1715 (Q 7-8), Bescheinigung über baldige Ausfolgung der Acta priora und der Entscheidungsgründe der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1719 (Q 12), Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln, enthält: Abschrift eines Wechselbriefes des Johann Nettekoven vom 1.10.1708 (Q 14), Sammelbeilage, enthält: Wechselbriefe des Johann Nettekoven vom 1.10.1708 zugunsten des Heinrich Monschau und des Adam Paffenbroich, Abschr., Urteil des Bürgermeister- (und Amtleute-) Gerichts der Stadt Köln in Sachen: Johann Peter von Salm ./. Johann Nettekoven vom 5.9.1712, Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates in gleicher Sache, o.D., Urteil des Ratssyndikates in gleicher Sache, o.D., Dekret des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln vom 23.4.1714 in Sachen: Johann Nettekoven ./. Hermann Monschau und Johann Peter von Salm, Urteil der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, in gleicher Sache vom 22.12.1714, Urteil des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln vom 13.12.1715 in Sachen: Johann Nettekoven ./. Margaretha Blesens, Witwe des Friedrich Hertzig, Urteil der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht) in gleicher Sache vom 24.12.1718, Exekutionsbescheid des Kölner Ratsgerichtes, o.D., Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates in Sachen: Johann Nettekoven ./. Johann Peter von Salm vom 24.7.1716, Urteil des Ratssyndikates in gleicher Sache vom 5.5.1719, desgl. vom 20.9.1730 (Q 19).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 78
Altsignatur : H1147/3582
Umfang : 68 Blätter



(1571), 1572
Kläger:  Dietrich Hertzog, Köln (Bekl.?)./.Beklagter:  Lic. jur. Tilman Brempt, Beatrix Brempt, Unter Gulden Wagen, Köln (Kl.?)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Wildthelm, 1572; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Alexander Reiffsteck, 1572, Dr. Christoph Reiffsteck, 1572, Dr. Johann Vest, 1572, Dr. David Capito, 1572; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht ersichtlich, Berufung gegen ein Urteil des Kölner Ratsgerichtes vom 7.11.1571.; Instanzen: 1. Gericht des Rates (und der Bürgermeister) der Stadt Köln, 1571 2. RKG, 1572; Beweismittel: -
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 79
Altsignatur : H1162/3593
Umfang : 4 Blätter



1587-1607
Kläger:  Gerhard Herzogenrath, Köln (Bekl. u. Kl.)./.Beklagter:  Christian Költgen, Köln (Kl. u. Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann von Vianden, 1587, Dr. Johann Gödelmann, 1587; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Stemler, 1587; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Prozessuale Forderungsverrechnung. Aufrechnung von zwei gegenläufigen Schuldforderungen, die nach Ansicht des Appellanten schon in der ersten Instanz zur Tilgung der zuerst vom Gegner eingeklagten Forderungssumme hätte führen müssen. Hintergrund: Gemeinsame, durch Repressalien von Militärangehörigen gestörte Tuchhandelsgeschäfte in Emden bzw. Friesland, Schuldforderungen des Herzogenrath (104 Pfund Flämisch wg. zurückbehaltener 10 englischer Tücher) sowie des Költgen (128 Pfund Flämisch aus einer 1585 ausgestellten obligation oder handtschrifft), die bei der Kölner Ratsgerichtsbarkeit jedoch nur in die einseitige Verurteilung des Herzogenrath geführt hatten. Beschwerde bzw. Attentatenklage des Herzogenrath vor dem RKG richtet sich gegen ungehemmte Vollstreckung der gegnerischen Forderung durch Pfändung von Tuchwaren, gegen die Tatsache, daß die Vorinstanzen die Einrede der bereits beglichenen Schuld verworfen (mit austrucklichen inreden dero exception solutionis [...] uber des clegers forderung respondirt) und gegen den Grundsatz verstoßen hätten, daß Klag- und Gegenklagansprüche simultan verhandelt werden müßten (conventio et reconventio pari passu ambuliren sollen).; Instanzen: 1. Bürgermeister- (und Amtleute-) Gericht vor dem Rathaus, Köln, 1586 2. Appellationskommission des Rats der Stadt Köln, 1586 3. RKG, 1587-1607 (1587-1596); Beweismittel: Notarielle Zustellungen des RKG-Landungs- und Inhibitionsmandates, 1587 (Q 2-3), notarielle Protestschreiben des Gerhard Herzogenrath gegen die Vollstreckung der Forderung des Christian Költgen, 1587 (Q 6, Q 11), Acta priora (Q 8-9), Verzeichnis der Prozeßkosten des Gerhard Herzogenrath betr. die beim RKG geführte Attentatenklage gegen die Vollstreckungsmaßnahmen, 1588 (Q 14), Ratsurkunde über die Schädigung von pfandweise hinterlegten Tüchern des Gerhard Herzogenrath durch Mottenfraß, festgestellt durch Claeß von Erverfeldt und Wilhelm Schutz, Amtsmeister des Kölner Tuchschereramtes (documentum rei deterioratae), besiegelte Ausf., 1588 (Q 15), Bürgschaftsleistung der Emdener Bürger Jacques Laubogeois und Gerrit Rebbers für Gerhard Herzogenrath und Christian Költgen, 1585 (Q 17), Aufwendungen und Lieferungen des Arnold van Dulcken zugunsten diverser Militärangehöriger in Emden (Q 18), Ratsurkunde über die Schädigung von pfandweise hinterlegten Tüchern des Gerhard Herzogenrath durch Mottenfraß, festgestellt durch Johann Brünninghausen und Jacob Schouff, Amtsmeister des Kölner Tuchschereramtes, besiegelte Ausf., 1591 (Q 20), Benennung von Zeugen für die Beweisführung des Appellanten, o.D. (Q 25), Zeugenaussage ad perpetuam rei memoriam, erhoben am Bürgermeistergericht vor dem Rathaus, Köln, 1586 (Bl. 94-102, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 80
Altsignatur : H1165/3603
Umfang : 197 Blätter



1603-1604
Kläger:  Anna Hertzogenrath, Witwe des Goebel Troester, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Hans Gering, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Walter Aach, 1603; Prokuratoren (Bekl.): Für die Stadt Köln: Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1593]; für Hans Gering: Dr. Heinrich Stemler, 1603; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Haftung einer Witwe für die Schuldscheine ihres verstorbenen Ehemannes; Beschwerde der Anna Hertzogenrath (wiederverheiratet mit Daem Rommerskirchen) über die bei den Vorinstanzen erfolgreich geführte Schuldklage des Gering (in Höhe von ursprünglich 75 Pfund Flämisch nebst Zinsen aufgrund einer 1593 verfaßten handtschrifft aus einem Tuchwarenhandel). Appellantin gibt vor, von den Schulden ihres Gatten nemaels einige wissenschaft getragen zu haben, sie habe fragliche Schuldverschreibung niemals gewilligt, geschweige denn zusammen mit ihrem man Goebel Troester contrahirt. An dessen seinerseitz allein und nicht in stehender ehe gemachten schuldenlast trage sie keinen Anteil, da sie, anders als ihre bevormundeten Kinder, höchstens Leibzüchterin, nicht Erbin ihres Ehemannes sein könne. Allein Erben könnten Haftung für Nachlaßschulden übernehmen (haeres proprietarius, non usufructuarius, aes alienum persolvere teneatur).; Instanzen: 1. Tuchhallengericht (Kaufhaus Gürzenich-Gericht), Köln, 1597-1601 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1602 3. RKG, 1603-1604; Beweismittel: Acta priora (Bl. 26-41, Bl. 43-97, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 81
Altsignatur : H1164/3604
Umfang : 97 Blätter



1675-1676
Kläger:  Gereon Hesselmann, städtischer Notar, Köln./.Beklagter:  Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Hermann Schaffer, 1675, Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer, 1675; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henning [1667], Lic. Johann Eichrodt [1667]; für Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln: Lic. Johann Walraff, 1675, Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz, 1675; für den Kölner Kurfürsten und Erzbischof M; Prozeßart: citationis ad videndum sibi aperiri viam legitimae defensionis uti et praescribi formam procedendi seque interim relaxari; Streitgegenstand: Strafrechtliches Vorgehen der Stadt Köln (später auch seitens des Greves und der Schöffen des Hochgerichts) gegen den Kölner Anwalt und Notar Gereon Hesselmann und seinen Mandanten Peter Sulzer; Streit über Prozeßmodus, hier: Zulässigkeit eines von der Stadt Köln eingeleiteten Inquisitionsverfahrens. Hintergrund: 1670 ausgebrochener streit und mißverstand zwischen einem Teil der Pfarrkirchengemeinde von St. Peter, vertreten durch Peter und Adolf Sulzer, und dem Stift St. Cäcilien über Patronatsrechte, d.h. über Wahl und Präsentation des dortigen Pfarrers, ausgetragen vor dem erzbischöfl. Offizialat, im Berufungsverfahren auch an der päpstlichen Kurie (ad sedem apostolicam appellirt). Amtliche Strafverfolgung und Kriminalanklage gegen Hesselmann und Peter Sultzer wg. angeblicher Teilnahme an tumult in der Pfarrkirche und Veröffentlichung einer Schmähschrift (libellum famosum sive pasquillum) gegen den Kölner Offizial, der ungehemmt von der Berufung an die Kurie Vollstreckungsmaßnahmen im Streit um die Pfarreirechte eingeleitet hatte. Hausarrest des beschuldigten Hesselmann und seiner complices (loco carceris, verhängt durch den Kölner Rat) nebst Verhandlungen über anschließende Auslieferung und Überstellung der Inkriminierten an das Hohe Weltl. Gericht zu Köln (ahn das peinliche hohe halßgericht) in dessen Eigenschaft als einzig vorhandenes Strafgericht in Köln, um dort expurgatio et processus criminalis weiter voranzubringen. Vorwürfe des Hesselmann (und der Brüder Sulzer) gegen die Stadt, die ohne rechtsförmiges Verfahren, ohne privaten kläger oder anbringer (nemine accusante) und ohne richterliche Erkenntnis vorgegangen sei (sine ulla cognitione causae, reis nec auditis nec defensis). Klageziel vor dem RKG geht u.a. dahin, das RKG selbst über zulässige Strafverfahrensart entscheiden zu lassen (decision quo ad formam procedendi) und vorerst Freilassung des internierten Hesselmann zu erreichen. Summarische ausfuhrung deren ursachen und motiven des Kölner Hochgerichts nimmt hingegen städtisches Vorgehen in Schutz, das eine öffentlich-amtliche Untersuchung (kundtschafften) und Verfolgung einer Strafsache darstelle (ex officio, per viam inquisitionis), gegenwärtiger Rechtsbrauch sehe nicht zwingend vor, in jedem Falle einen formstrengen Akkusationsprozeß zu betreiben (adeo ut hodiernis temporibus numquam vel raro per viam solennis accusationis in causis criminalibus processus instituatur), weder privater Ankläger noch förmliche Anklageschrift seien für ein Inquisitionsverfahren nötig (kein specialis accusator, kein libellus accusatorius apud acta einbracht). Es gebe nit allein im gantzen Romischen reich die tägliche unverruckte erfahrnuß, sonderen auch alle criminalisten offentlich bezeugen, quod processum inquisitorium totus mundus observet.; Instanzen: 1. RKG, 1675-1676;Beweismittel: RKG-Citatio ad videndum sibi aperiri viam legitimae defensionis uti et praescribi formam procedendi seque interim relaxari vom 15.1.1675, besiegelte Ausf. (Q 2), Sachverhaltsdarstellung und Tatsachenbehauptungen der Brüder Peter und Adolf Sulzer über ihre Rolle im Streit zwischen dem St. Cäcilienstift und der Pfarrei St. Peter (Punctuirliche anzeig wie es mit unser beyder gebrüder Petern und Adolffen Sulzen sachen beschaffen), Druck, 4 Bl., o.D. (Q 4), Befehl des Kölner Rates zur Arrestierung des Gereon Hesselmann, 1670 (Q 5), sog. Kendenicher Vergleich zwischen dem Erzbischof und Kurfürsten von Köln und der Stadt Köln betr. die reichsunmittelbare Rechtsstellung der Stadt Köln, vermittelt durch eine kaiserliche Kommission, 2.1.1672, Druck, Köln: Peter Hilden, 1672, 4 Bl., enthält auch: Nebenrezess betr. das Vorgehen gegen Sulzer und Hesselmann (Q 6 u. Q 22), zwei RKG-Dekretschreiben vom 26.3.1672 in Sachen: Hesselmann ./. Stadt Köln (Q 7-8), Auszüge aus den Akten der kaiserlichen Schiedskommission, 1672 (Q 9), Protestschreiben des Gereon Hesselmann gegen das Vorgehen von Greve und Schöffen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln (Q 14), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln, hier Art. 48: Von kummer der persohnen für geldt, unnd einzusagen ehr und glimpff oder criminal sachen (Q 15), Aktenauszüge und Dekretschreiben des Kölner Rates, 1674 (Q 17), Akten des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln in causa criminalis expurgationis notarii Gereonis Hesselmann, 1670 (Q 21), Eingabe des Gereon Hesselmann an den Rat der Stadt Köln (Q 30), Bittschrift des Gereon Hesselmann an den Reichserzkanzler, Kurfürsten und Erzbischof von Mainz, Lothar Friedrich von Metternich, o.D. (Q 31 u. Bl. 219-224, ohne Q), Schreiben des Gereon Hesselmann an den städtische Syndikus Cousemann vom 30.12.1675, Abschr. (Q 41), notarielles Protestschreiben des Gereon Hesselmann, 1673, enthält auch: verschiedene Eingaben des Hesselmann an Stimmeister und Rat der Stadt Köln, Beschluß des Kölner Rates vom 8.3.1673 (1. Zählung: Bl.175-184, ohne Q), notarielles Protokoll über Verhandlungen und Schriftwechsel in Sachen: Hesselmann ./. Stadt Köln (1. Zählung: Bl. 211-218, ohne Q), Bericht über die Motive des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln (1. Zählung: Bl. 227-232, ohne Q), notarielles Protokoll über die Verhandlungen zwischen Gereon Hesselmann und stadtkölnischen Gerichtsschreibern, o.D. (1. Zählung: Bl. 234-248, ohne Q), Appellationsinstrument des Gereon Hesselmann, 1671 (1. Zählung: Bl. 264-266, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 82
Altsignatur : H1177/3671
Umfang : 516 Blätter



(1692-1724), 1726-1736
Kläger:  Franz Wilhelm von Schönheim, Herr zu Metternich, Catharina Heifft, und weitere Erben des Daniel Heufft, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Maria M.T. Maes, Erben des Kölner Bürgermeisters Johann-Ivo von den Hoevel, Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Adolph Brandt, 1726, Subst.: Lic. Johann Wilhelm Weylach, 1726; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung, 1726, Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft, 1726; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Rückzahlung und Höhe der Verzinsung eines Darlehens des Kölner Bürgermeisters + Johann-Ivo von den Hoevel, ausgegeben durch einen credit brieff (in Höhe von 3562 harte(n) Rtlr., der von den Appellanten in verschiedenen europäischen Stadten eingelöst worden war. Streit über Berechnung des zulässigen Darlehenszinses, Ausgabepreises und der Gewinnspanne (augmentum pecuniae, wexel cours, aufgeld, agio und provision) des Gläubigers, bei dem lt. Ansicht der Appellanten falsche Berechnungen (computus weit über die halbscheid irrig) und überhöhter, wucherischer Zinsfuß (ein grober anathocismus) nachzuweisen seien. Appellanten beschweren sich beim RKG darüber, daß die Vorinstanzen der gegnerischen Schuldklage ohne Vorlage von beweiserheblichen Rechnungsbüchern und einschlägigen Berechnungsgrundlagen stattgegeben hatten (vermeldete posten nota bene ohne weitere iustification pro liquido zu halten) und fordern Aufhebung von angeblich unzulässigen Arrestmaßnahmen zu Lasten von Erbgütern der Familie Heufft in Linz, Erpel und Poppelsdorf. Vorwurf gegen die Appellaten dahingehend, daß Pfändung von Liegenschaften Kölner Bürger den stadtkölnischen Bürgerfreiheiten (statuta et privilegia civica) widersprächen.; Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1692-1693 2. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1693-1724 3. RKG, 1726-1736; Beweismittel: Auszüge aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts (Greve und Schöffen) zu Köln, 1693 (Q 6-7), Auszug aus den Protokollen der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1693 (Q 8), Auszug aus den Statuten der Stadt Köln: Daß kein bürger oder ingesessen binnen Cölln schuldt halber zu arrestiren (Q 9), Auszüge aus den Protokollen der Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, 1724 (Q 10-11), zwei Auskünfte über Verzinsung und Aufgeld (avance) bestimmter Wechselbriefe des Jahres 1676 (Q 18), RKG-Schreiben um Bericht, Abschr., 1725, mit Botenbericht (Q 14), Kanzleischreiben des Kaisers Karl VI. an den Kölner Kurfürsten und Erzbischof Clemens August I. von Bayern, Abschr., 1725 (Q 19), RKG-Kompulsorialschreiben vom 26.8.1727, gerichtet an die Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht), Köln, Abschr., mit Botenbericht (Q 32), Acta priora (2. Zählung: Bl. 1-207, ohne Q; 3. Zählung: Bl. 1-70, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 83
Altsignatur : H1214/3956
Umfang : 371 Blätter



1570-1571
Kläger:  Giertgen Heuptschreiber, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Elsgen Brewer, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Malachias Ramminger, 1570, Dr. Ludwig Stahl, 1570 Dr. Kilian Reinartz, 1570; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Wildthelm, 1570, Dr. Julius Mart, 1570, Dr. Alexander Reiffsteck, 1570, Dr. Christoph Reiffsteck, 1570, Dr. Germanus Erndlin, 1570, Dr. Johann Grönberger, 1570, Dr. Paul Haffner, 1570, Dr. Kilian Reinartz, 1570, Lic.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; Abschneiden des Rechtsweges, Hintergrund: Verbalinjurien, schmehe sachen, die zu einer (nicht näher ausgeführten) Verurteilung der erstinstanzlich beklagten Heuptschreiber und anschließend zum Einlegen von Rechtsmitteln der unterlegenen Schmährednerin geführt hatte. Vorwürfe beim RKG gegen die Brewer: Sie habe arglistig (mit listiger behendicheit et dolo) und obwohl sich im Berufungsverfahren bereits ein Vergleich anbahnte, vorgetäuscht, die Berufung und ihre Rechtswirkungen seien desert und verloschen, und habe sogar erreicht, daß der Rat die Sache tatsächlich zu voriger erkentnuß richter pro executione zurückverwies.; Instanzen: 1. Bürgermeister- und Amtleutegericht vor dem Rathaus, Köln (1570?) 2. Rat der Stadt Köln (1570) 3. RKG, 1570-1571; Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Kompulsorialschreibens vom 26.7.1570, gerichtet an Bürgermeister, Rat und Amtleutegericht der Stadt Köln (Q 3), notarielles Protestschreiben der Giertgen Heuptschreiber gegen Exekutivmaßnahmen der Kölner Ratsgerichtsbarkeit, 1570 (Q 5).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 84
Altsignatur : H1223/3986
Umfang : 8 Blätter



1591
Kläger:  Dr. jur. Adrian (von) Hilden, Ratsherr, Köln (Bekl. u. Kl.)./.Beklagter:  Heinrich von Amelunxen, Köln (Kl. u. Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann von Vianden, 1591; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; prozessuale Forderungsverrechnung. Aufrechnung von zwei gegenläufigen Schuldforderungen, die nach Ansicht des Appellanten schon in der ersten Instanz zur Tilgung der zuerst vom Gegner eingeklagten Forderungssumme hätte führen müssen, die bei der Kölner Ratsgerichtsbarkeit jedoch wider Erwarten in die einseitige Verurteilung des Hilden geführt hatten. Angebliche Gegenklage des Appellanten Hilden beläuft sich auf 300 fl. (ideoque appellabilis), dessen Beschwerde am RKG rügt die Urteile der Vorinstanzen, die gegen den Grundsatz verstoßen hätten, daß Klag- und Gegenklagansprüche simultan verhandelt und in einem Zuge abgeurteilt werden müßten (quod con- et reconventio pari passu ambulare ac eadem sententia determinari debeant).; Instanzen: 1. N.N. 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (1591) 3. RKG, 1591; Beweismittel: Notariatsinstrument über die Verhandlungen zur Kautionsleistung und Ausfolgung der Acta priora seitens des Adrian (von) Hilden, 1591 (Q 5).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 85
Altsignatur : H1242/4068
Umfang : 8 lose Blätter



(1627-1634), 1635
Kläger:  Andreas von der Sahr, Vormund über Carl von Hilden, Baccalaureus der Sieben Freien Künste, Sohn des Kölner Ratsherren Dr. jur. + Adrian (von) Hilden, Köln (Kl.)./.Beklagter:  Heinrich Immendorf, Scholastikus am Kollegiatstift St. Georg, Köln, Testamentsvollstrecker des Kölner Ratsherren Dr. jur. + Adrian (von) Hilden (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Schaumberger, 1635, Lic. Jodocus Faber, 1636; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Heinrich Eylinck, 1636; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Bestandsschutz eines Vorausvermächtnisses, Ansprüche auf Nutznießung bestimmter Liegenschaften aus dem Erbe des Kölner Ratsherren Dr. jur. Adrian (von) Hilden (in Köln Aachen, Münster, Mülheim/Rhein befindlich), die vom Appellanten erhoben werden, weil er der testamentarisch eingesetzte, vom Appellaten jedoch bestrittene Vormund und Erbschaftsverwalter der Kinder aus erster Ehe des Adrian von Hilden (mit Anna Bachoven von Echt) ist, die aber auch vom Appellaten selbst geltend gemacht werden, weil dieser (neben dem Kölner Schöffen Dr. jur. Walram Blanckenberg) Testamentsvollstrecker des + Adrian von Hilden und ehem. Vormund seiner Kinder ist und die Interessen der zweiten Ehefrau des Erblassers, Caecilie Bispinck, vertritt. Streit handelt insbesondere über einstweiligen Besitzschutz für den ungeteilten Erhalt von Einkünften und Erträgen (jahrliche gefelle und abnutzungen) des Kölner Wohnhausgrundstückes Uff der Bruggen (sterb hauß des Adrian von Hilden, Breite Straße, bei St. Columba), das der Erblasser seinem erstgeborenen Sohn Carl als Vorausvermächtnis, dokumentiert durch den Pfarrer von St. Columba, zugewiesen hatte (iure praelegati assignirt und verschenckt). Die daraus abgeleiteten Rechte waren 1636 von Andreas von der Sahr gegen die zugunsten des Appellaten geschaffene Rechtslage durch entsprechendes RKG-Mandat zunächst abgesichert worden. Lt. Protokoll-Eintrag jedoch kostenträchtige Zurückweisung der Appellation durch RKG-Urteil vom 5.3.1641.; Instanzen: 1. Hohes Weltl. Gericht (Greve und Schöffen) zu Köln, 1627-1635 2. RKG, 1635; Beweismittel: Notarielle Zustellung (insinuatio) des RKG-Mandatum attentatorium revocatorium cassatorium et inhibitorium et restitutorium sine clausula vom 11.6.1636 (Q 2), Bestätigung der Vormundschaftstätigkeit der Andreas von der Sahr durch das Bürgermeistergericht vor dem Rathaus, Köln, 1628, besiegelte Ausf. (Q 6), notarielles Gesuch des Andreas von der Sahr um Ausfolgung der Acta priora, 1636 (Q 7), Acta priora (Q 8), notarielles Protestschreiben des Andreas von der Sahr gegen die Störung der vormundschaftlich verwalteten Besitzstände des Carl von Hilden, 1636 (Q 10), notarielles Protestschreiben des Andreas von der Sahr gegen Weitergeltung bzw. Vollstreckung des Ratsbeschlusses vom 9.1.1629 über den Beibehalt gleichberechtigter Nutznießung des Hauses Uff der Bruggen durch beide Streitparteien (daß beider seiths bei nutz und nießung des hauses zu manuteniren [...] sei) (Q 11).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 86
Altsignatur : H1244/4071
Umfang : 40 Blätter



(1728-1731)
Kläger:  Heinrich Hilrath, Notar, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Adrian Cappel (Cophal), Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach, 1731, Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer, 1731; Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Vollstreckbarkeit einer Schuldforderung, hier Forderungen des Cappel (Cophal) gegen den Appellanten in Höhe von 2950 fl. Lüttisch, dokumentiert durch vier (mit Protest belegte) wechselbrieff, die im Februar/März bzw. zur Frankfurter Ostermesse des Jahres 1723 zahlbar sein sollten. Beschwerde des Appellanten beim RKG richtet sich gegen richterlich angeordnete Pfändung (unbilliges pignus praetorium) zu Lasten seiner immobiliar erbschafften, veranlaßt durch das Hohe Weltl. Gericht zu Köln: Solcher Zugriff wirke sich ruinös auf die Kreditwürdigkeit des Appellanten aus und sei unzulässigerweise schon vor dem Zahltag des ersten Wechsels (dies solutionis primi cambii) erfolgt. RKG habe die Tatsache zu würdigen, daß es dem gegner nicht gebührt, ehe und bevor sich dies solutionis erfallen, mithin noch kein debitum solvendum vorhanden, einige auch die geringste rechts- und zwangsmittelen zu gebrauchen. Vorinstanzen hatten jedoch dessen ungeachtet den Appellanten in volle Anspruchserfüllung verurteilt. Keine Einreden des Appellaten.; Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln, 1728-1729 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1729-1730 3. RKG (1730-1731); Beweismittel: RKG-Botenlohnschein, 1731 (Bl. 9), Entscheidungsgründe und Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates vom 22.12.1730 (Bl. 21-22), Acta priora (Bl. 23-59, Bl. 60-83), Kautionsschein des Appellanten, 1731 (Bl. 84). Auszug aus den Protokollen des Kölner Weinschulengerichts, enthält auch: Urteil des Weinschulengerichts vom 8.4.1729 (Bl. 85-86), div. Schriftsätze des Hilrath, eingereicht beim Kölner Weinschulengericht (Bl. 91-94, Bl. 95-96).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 87
Altsignatur : H1268/4125
Umfang : 104 Blätter



1504-1508, (1509)
Kläger:  Eberhard vom Hirtze, Ritter, Köln./.Beklagter:  Werner von Bueren (Beuern), Johann von Bueren (Beuern), Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Christoph Hitzhofer (1504); Prokuratoren (Bekl.): Dr. Valentin von Durckheim, 1501, Dr. Christoph Hitzhofer, 1501, Dr. Christoph Müller, 1501; Prozeßart: N.N.; Streitgegenstand: Nicht ersichtlich; lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtiges RKG-Kontumazialurteil gegen den rechtsverweigernden Kläger Eberhard vom Hirtze vom 7.2.1508; Instanzen: 1. RKG, 1504-1508 (1501-1509); Beweismittel: Notariatsinstrument über die Abmachung zwischen den Streitparteien, gerichtlich erst dann gegeneinander vorzugehen, wenn nicht bis zum 23.4.1501 (ffreitag den zwaitenn nach dem hailligenn ostertag gnant festum clavorum et lancee) eine gütliche Einigung erzielt wird (in der gutlicheit hynnen zu lagen); enthält auch: eventuelle Streitbevollmächtigungen für die RKG-Prokuratoren Dr. Valentin von Durckheim (?), Dr. Johann Rechlinger, Dr. Christoph Hitzhofer, Dr. Christoph Müller (Bl. 4), Verzeichnis der Prozeßkosten der Brüder Werner und Johann von Bueren, o.D. (Bl. 6).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 88
Altsignatur : H1297/4307
Umfang : 6 Blätter



1613-1617
Kläger:  Christian Hittorf, Eva Pauwels, Eheleute, später auch Albinus Walraff und Wilhelm Paulus, Vormünder der minderjährigen Kinder des + Christian Hittorf, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Mathias von Mülheim und dessen Erben: Dr. jur. Hermann Hesshausen, Johann von Mülheim, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoph Riecker, 1614; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Gödelmann, 1613, für Dr. jur. Hermann Hesshausen, Johann von Mülheim: Dr. Johann Georg Krapff, 1623; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Konkurrierende Erbansprüche auf Anteile an einem (nicht benannten) Wohnhausgrundstück und Weingarten in der buttgassen [Weißbüttengasse, Schreinsbezirk Airsbach] nebst den dortigen Erträgen und Grundzinsen (gefelle und abnutzungen). Streit über eigenmächtige Inbesitznahme des Anwesens durch den Appellanten bzw. den Vormund seiner minderjährigen Kinder (gewaldtsame occupation, mit abbrechung der schlosser, grindel und rigeln hineingedrungen). Derartige Störung des Besitzstandes des Mathias von Mülheim hatte zu entsprechender Klage in possessorio geführt, die mit restitutorischem Besitzschutz für den Kläger und seine Erben endete (bey der possession [...] zue handthaben und zue manuteniren sein). Dagegen wendet sich Hittorf ans RKG.; Instanzen: 1. Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht) Köln, 1613 2. RKG, 1613-1617 (1613-1623); Beweismittel: RKG-Kompulsorialschreiben vom 18.3.1613, gerichtet an die Kurfürstl. Appellationskommission (Weltl. Hofgericht) Köln, Abschr., mit Botenbericht (Q 2), krankheitsbedingtes Versäumnis der rechtzeitigen Ausfolgung der Acta priora durch Eva Pauwels (Witwe des + Christian Hittorf), bescheinigt durch Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, 1614 (Q 7), notarielle Zustellung der RKG-Citatio ad reassumendum vom 28.2.1614 gerichtet an Albinus Walraff und Wilhelm Paulus, Vormünder der minderjährigen Kinder des + Christian Hittorf (Q 9), notarielle Verhandlungen und Bescheinigungen über die beantragte Ausfolgung der Acta priora, 1614 (Q 8, Q 10, Q 12), Notariatsinstrument über die die Wiedererlangung des Besitzes des Haus- und Weingartengrundstückes in der Weißbüttengasse durch die Erben des + Mathias von Mülheim, erwirkt unter Zuhilfenahme städtischer Gewaltrichter, 1614 (Q 15), Ratsdekret vom 26.2.1615 über den Besitzschutz für die (Intestat-) Erben des Mathis von Mülheim hinsichtlich des Haus- und Weingartengrundstücks in der Weißbüttengasse, Köln (Q 16), Acta priora von Greve und Schöffen des Gerichts Airsbach, Köln, 1595-1603 (2. Zählung: Bl. 1-46, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 89
Altsignatur : H1300/4316
Umfang : 95 Blätter



1642-1643
Kläger:  Dr. jur. Melchior von Hittorf, Ratsherr, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Georg Meyrath, Friedrich Nentwich, Hermann Stockmann, Thonis von Lechenich, Ida Vlettmann, Catharina von Waldt, Anna Falckenberg, Alerg Dünwald, Johann Wickede, Wilhelm Wickede, Dr. med. Arnold Kornrenth, Catharina Wickede, Eheleute, Gläubiger


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Walraff (1642); Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; Beschlagnahme, Pfändung und Verwertung von Familiensilber (eigenthumbliches patrimonial silber werck) der + Catharina Crufft gen. Crudener, Witwe des Lic. jur. + Dietmar Wickede, geschehen auf Betreiben von dessen Gläubigern. Appellant, nach eigenen Angaben erbberechtigter Sohn der + Catharina Crufft, beschwert sich beim RKG über das vorinstanzliche Scheitern seiner (Eigentums-) Klage, mit welcher er die Pfandbesitzer zur Wiederherausgabe des silberwercks und geschier zwingen wollte (ad vindicandam rem nostram alle unbefugten detentores [...] citiren laßen). Nach Ansicht des Appellanten hatten die Gläubiger unzulässigerweise per Supplik beim Kölner Rat ein günstiges decret oder senatus consultum erwirkt, obwohl es bereits beim Bürgermeistergericht ein schwebendes Verfahren gab. Den Gegnern stehe es nicht zu, vor gefelter oder ergangener urtheill eine ansuchung beim Rat einzureichen (lite pendente principi supplicare non liceat). Keine Einreden der Appellaten.; Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1642 2. RKG, 1642-1643; Beweismittel: -
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 90
Altsignatur : H1301/4317
Umfang : 3 Blätter



(1713, 1715,1716), 1727
Kläger:  Lic. jur. Peter Steinmann, kurkölnischer Hofrat und Schöffe des Hohen Weltl. Gerichts zu Bonn, Erbe des Kölner Ratsherren Goddart von Hittorp, Köln./.Beklagter:  Kanzler und Räte des kurkölnischen Hofrates, Bonn


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Conrad Franz Steinhausen (1727); Prokuratoren (Bekl.): N.N.; Prozeßart: mandati de transmittendis actis ad impartiales extraneos sine clausula; Streitgegenstand: Zulässigkeit des Rechtsmittels der Aktenversendungan auswärtige Spruchfakultät. RKG-Befehl an den kurkölnischen Hofrat in Bonn ergeht zwecks unverzüglicher (bis dato abgelehnter) Versendung von Prozeßakten auff eine ohnparteyische juristenfakultät, auch mit der Zielsetzung, sich, biß allda der rechtliche spruch erfolget, aller thätlichkeit zu enthalten. Hintergrund: Rechtsstreit der Erben des Lic. Eltmann ./. Erben des Goddart von Hittorp über die seit längerem unbefriedigte Rentenforderungen hinsichtlich der (nicht näher erläuterten) sog. Quadischen pensionen und über Rechte an Zinseinkünften des mit einem Keller versehenen Hittorpschen Wohnhausgrundstückes, Unter Pfannenschläger [Schreinsbezirk St. Martin]. Deswegen hatte die Partei Eltmann prohibition und arrest des vom Kläger eingezogenen hauszinses beim Hohen Weltl. Gericht zu Köln durchsetzen können. Streit auch über Suspensiveffekt bei RKG-Mandat auf Aktenversendung an auswärtige Juristenfakultät.; Instanzen: 1. RKG, 1727; Beweismittel: Appellationsinstrument des Lic. jur. Petrus Steinmann, 1715 (Bl. 5-10), Appellationsinstrument des Lic. jur. Petrus Steinmann gegen das Urteil des Hohen Weltl. Gerichts zu Bonn vom 1.4.1727 (Bl. 11-14), RKG-Mandatum de transmittendis actis ad impartiales extraneos sine clausula vom 18.8.1727, gerichtet an Kanzler und Räte des kurkölnischen Hofrates, Bonn, Abschr. (Bl. 15-19), Auszüge aus den Akten des Hohen Weltl. Gerichts zu Bonn betr. das RKG-Mandat über die Aktenversendung (Bl. 37-42), Urteil des Bonner Hofrates vom 7.3.1713 (Bl. 43), Schriftsatz des Peter Steinmann, 1711 eingereicht beim Bonner Hofrat (Bl. 44-53), Auszug aus den Protokollen des Hohen Weltl. Gerichts zu Köln, 1713 (Bl. 54), Antrag der Partei Hittorf beim kurkölnischen Hofrat, Bonn, zur Aktenversendung an auswärtige Juristenfakultät, 1715 (Bl. 58), Exekutionsbescheid des kurkölnischen Hofrates, Bonn, vom 31.5.1716 (Bl. 59), Ermahnung an Peter Steinmann zum Verzicht auf das Einlegen weiterer Rechtsmittel beim RKG, 1710 (Bl. 60), RKG-Botenlohnschein, 1727 (Bl. 63).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 91
Altsignatur : H1302/4318
Umfang : 64 Blätter



(1730), 1731-1733
Kläger:  Johann Peter (von) Hittorf, Köln./.Beklagter:  Jacob Büdefeld, Köln


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Lic. Ambros Joseph Stephani, 1731, Subst.: Lic. Johann Conrad von Heeser, 1731; Prokuratoren (Bekl.): Lic. Anselm Franz Spoenla, 1731, Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer, 1731; Prozeßart: appellationis cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula; Streitgegenstand: (Un-) Gültigkeit bzw. Anfechtung der Neuwahl des Jacob Büdefeld zum Ratsherren der Kölner Schneiderzunft, geschehen aus Anlaß des Todes des bisherigen Stelleninhabers, des Rats- und Bannerherren Johann Peter Cremer. Streit über irrungen und wahlmängel bei der Kampfabstimmung, d.h. über Einzelheiten der Amtswaltung der Stimmeister, der namentlichen Stimmenauszählung (error calculi) und Endergebnisse des Wahlvorganges vom 19.10.1730, wodurch die aus angeblichen Mehrheitsverhältnissen folgernden wohlerworbenen Ansprüche (ius per maiora vota quaesitum) des Kandidaten Hittorf nicht geltend gemacht werden konnten. Daher Protest und Beschwerde des Hittorf gegen den Ratsbeschluß vom 20.10.1730, aufgrund dessen der Büdefeld in aller Form in sein neues Amt eingeführt werden konnte (admission ad iuramentum senatorium et sessionem in senatu), Klageziel des Appellanten am RKG: Kassation des besagten Ratsbeschlusses und Amtsenthebung des Büdefeld. Dieser wiederum sieht sich in rechtmäßigem, bislang ungestörtem Besitz der Ratsherrenstelle: Unmittelbare Amtseinführung, Proklamation und offizieller Gratulationscours, an dem lt. Aussagen von Augenzeugen sogar Hittorf selbst teilgenommen habe (sogar der appellans Hittorf dem Büdefeld post electionem auff der zunfft glück gewünscht mit darreichung seiner hand oculares testes [...] aussagen), seien ohne jeglichen Widerspruch und Protest abgewickelt worden; Ratsbeschlüsse, zumal in streitigen Zunft- und Gaffelangelegenheiten, seien hinsichtlich externer Instanzen gar nicht rechtsmittelfähig, der vom Gegner begehrte Suspensiveffekt bei vorliegender RKG-Appellation störe nur die Ausübung althergebrachter Kommunalverfassungsrechte der Kölner Zünfte und Gaffeln.;Instanzen: 1. Rat der Stadt Köln, 1730 2. RKG, 1731-1733; Beweismittel: RKG-Citatio, inhibitio et compulsoriales cum mandato attentatorum revocatorio sine clausula vom 1.2.1731, besiegelte Ausf., mit Botenbericht (Q 2A), Unterlagen der Kölner Schneiderzunft über die Durchführung der Ratsherrenwahl vom 19.10.1730, enthält auch: Abschrift der Strichliste über die Stimmabgabe und -auszählung hinsichtlich der Kandidaten Jacob Büdefeld und Johann Peter (von) Hittorf, Liste der abwesenden Wahlberechtigten (Q 3), Ratsbeschluß über das Protestschreiben des Johann Peter (von) Hittorf und die Wahl des Jacob Büdefeld zum neuen Ratsherren der Schneiderzunft, 20.10.1730 (Q 4), Notariatsinstrument über den Ablauf strittiger Einzelvorgänge bei der Neuwahl und Amtseinführung des Kölner Ratsherren Jacob Büdefeld, 1730 (Q 5), Ratsbeschluß vom 11.12.1730 (Q 6), Zeugenaussagen, 1730 (Q 7-8) Sachverhaltsdarstellung (facti species) des Jacob Büdefeld, Druck, 2 Bl. (Q 9A u. Q 31), Beschluß des Kölner Rates vom 30.4.1731 (Q 9B u. Q 33), notarielle Schriftsätze, Anträge, Fragen und Verhandlungen des Johann Peter (von) Hittorf zu Einzelheiten der Wahl des Jacob Büdefeld zum Kölner Ratsherren, 1730 (Q 14-18, Q 20-23), namentliches, numeriertes Verzeichnis der Wahlberechtigten der Kölner Schneiderzunft, die ihre Stimme dem Kandidaten Johann Peter (von) Hittorf gegeben hatten, 1730 (Q 19), RKG-Botenlohnschein, 1731 (Q 28), Ratsbeschluß vom 20.10.1730 über das Protestschreiben des Johann Peter (von) Hittorf und die Wahl des Jacob Büdefeld zum neuen Ratsherren der Schneiderzunft, 20.10.1730 (Q 30), Acta priora, betr. Verhandlungen zur Ratsherrenwahl des Jacob Büdefeld, 1730-1731 (Q 38), Notariatsinstrument über die von Hittorf erhobenene Vorwürfe der Wählerbestechung, 1731 (Q 40), Notarsschreiben mit Antrag des Johann Peter (von) Hittorf auf Untersuchung des Protokollier- und Anschreibevorganges bei der Stimmenauszählung der Ratsherrenwahl vom 19.10.1730 (Q 41), Beschlüsse des Kölner Rates im Streit zwischen den Amtsmeister des Lohgerberamtes und dem Schustermeister Johann (von) Inden über dessen Wahl zum Kölner Ratsherren, 1730-1731 (Q 42-44, vgl. hierzu auch RKG Köln C 105), weitere auf Betreiben des Johann Peter (von) Hittorf geschehene Verhandlungen und Zeugenbefragungen (Q 45-47), vollständiges Namensverzeichnis von Angehörigen der Kölner Schneiderzunftstaffel, enthält: 339 Einträge, o.D. (Q 48), Ratsedikt über Fragen der Qualifikation zur Rats- und Bannerherrenwahl vom 12.2.1720, Einblattdruck (Q 49), Zeugenbefragungen, 1731 (Q 50, Q 52A), Ratsbeschluß vom 25.10.1730 (Q 53), Eingabe der Ratsherren Jacob Schieffer und Johann Friedrich Schieffer, Angehörige der Weberzunft, beim Kölner Rat (Q 54), Stellungnahme der Johann Peter (von) Hittorf zu Eingabe von Vertretern der Schneiderzunft beim Kölner Rat, 1731 (Bl. 250, ohne Q), Eingabe von Vertretern der Schneiderzunft beim Kölner Rat, 1731 (Bl. 251, ohne Q), Notariatsinstrument des Hittorf über die beantragte Durchführung von Zeugenvernehmungen, 1731 (Bl. 260-263, ohne Q), notarieller Protest des Johann Peter (von) Hittorf über div. Amtshandlungen des Ratsherren Jacob Büdefeld und Verstöße gegen das RKG-Mandatum attentatorum revocatorio sine clausula vom 1.2.1731, 1731 (Bl. 264-265, ohne Q), Eingabe der Ratsherren Jacob Schieffer und Johann Friedrich Schieffer, Angehörige der Weberzunft, beim Kölner Rat, o.D. (Bl. 266-267, ohne Q).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 92
Altsignatur : H1303/4319
Umfang : 293 Blätter



1583-1587
Kläger:  Heinrich Hochhausen, Köln (Bekl.)./.Beklagter:  Johann Oigkhoven (Oeckhoven), Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Heinrich Stemler, 1583, Dr. Laurentius Wildthelm, 1583, Dr. Philipp Seiblin, 1583, Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1583, Dr. Johann Reiffsteck, 1583, Dr. Bernhard Kuehorn, 1583, Dr. Johann Gödelmann, 1583, Dr. Johann Grönberger,; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1583; Prozeßart: appellationis; Streitgegenstand: Nicht vollständig ersichtlich; Schuldforderung des Oeckhoven in Höhe von 400 Dukaten, die lt. Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates von Hochhausen in der Gerichtskanzlei hinterlegt werden sollten. Nach anfänglichem Einlegen von Rechtsmitteln jedoch Streit- und Appellationsverzicht des Hochhausen, nachdem sich der Kölner Rat rechtliche Schritte gegen ihn vorbehalten und keine sog. Apostelbriefe ausgestellt hatte, die das Einlegen weitergehender Rechtsmittel befürwortet hätten. Anlaß: allerhant schmeheliche wortt, die Hochhausen angeblich in seiner persönlichen Beschwerdeschrift (appellations zettell) gegen den Kölner Rat und seine Richter geäußert hatte. Hinweis: Streitigkeiten stehen vermutlich im Zusammenhang mit RKG Köln Nr. 814 (H 94), wo über Gewinnabrechnung einer gemeinsamen Handelsgesellschaft verhandelt wird.; Instanzen: 1. Bürgermeister- (und Amtleute-) Gericht vor dem Rathaus, Köln (1582?) 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln (1583?) 3. RKG, 1583-1587 (1583-1584); Beweismittel: Notarielle Zustellung des RKG-Kompulsorialschreibens vom 22.2.1583, gerichtet an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln (Q 2), Streitverzicht des Heinrich Hochhausen durch Rücknahme der RKG-Berufung, beurkundet durch das Bürgermeister- und Amtleutegericht vor dem Rathaus, Köln, 1583, enthält auch: Urteil der Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, o.D. (Q 3), Verzeichnis der Prozeßkosten des Johann Oeckhoven, o.D. (Q 4).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 93
Altsignatur : H1311/4354
Umfang : 10 Blätter



1586-1592
Kläger:  Heinrich Hochhausen, Essen (Bekl.)./.Beklagter:  Franz Neustadt, Köln (Kl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.):  Dr. Johann Jacob Kremer, 1586, Lic. Johann von Vianden, 1586; Prokuratoren (Bekl.):  für Franz Neustadt: N.N.; für die Stadt Köln: Dr. Christoph Reiffsteck [1577], Dr. Laurentius Vomelius Stapert [1577]; Prozeßart:  appellationis; Streitgegenstand:  Abrechnung der Gewinne (“profit”) innerhalb der Handelsgesellschaft (“societät und gemeinschaft”) Hochhausen-Neustadt-Oeckhoven, die nach Angaben des Appellanten “zu gleicher handt” mit einem (nicht näher bezeichneten) Herrn “von Eckebrecht” schwunghaften Handel mit “kriegs rüstungh” betrieben hatte. “Clagh und forderungh” des Neustadt gegen seinen Mitgesellschafter zwecks Auszahlung des Gewinnanteils in Höhe von 410 Tlr. und 20 Dukaten (“seinen antheil [...] von gewinn des gemeines handelß [...] zu bezalen und guet zu thun”), mit erfolgreich geltend gemachtem Anspruch auf Pfandvollstreckung in das in Köln vorfindliche Vermögen des Hochhausen. Gegen derartige Rechtslage wendet sich Hochhausen ans RKG. Keine Einreden des Appellaten; Stadt Köln interveniert (lt. Protokoll mündlich) mit Antrag auf Abweisung des Verfahrens; lt. Protokoll-Eintrag: Kostenträchtige Niederschlagung der Appellation durch RKG-Urteil vom 26.4.1587.; Instanzen:  1. Bürgermeister- und Amtleutegericht vor dem Rathaus, Köln, 1581-1584 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1585-1586 3. RKG, 1586-1592 (1586-1590); Beweismittel:  Notarielle Zustellungen des RKG-Zitations- sowie des Inhibitions- und Kompulsorialschreibens, gerichtet an Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1586 (Q 2-3), notarielles Gesuch des Heinrich Hochhausen um Ausfolgung der Acta priora, 1586 (Q 7), Acta priora, mit Zeugenaussagen (Q 8), Acta priora (Q 9), Verzeichnis der Prozeßkosten des Franz Neustadt, o.D. (Q 10).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 94
Altsignatur : H1312/4355
Umfang : 167 Blätter



1584, (1585-1593)
Kläger:  Wilhelm (von) Hochstein (Hochsteden), Köln (Kl.)./.Beklagter:  Johann Roden (Rodt), Köln (Bekl.)


Enthält : Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1585, Lic. Johann von Vianden, 1585, Dr. Johann Gödelmann, 1585, Dr. Christoph Reiffsteck, 1585, Dr. Johann Augsburger, 1585; Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius Stapert, 1586, Dr. Johann Gödelmann, 1586; Prozeßart: appellationis [primae]; Streitgegenstand: (Urkunden-) Beweis für den Bestand einer gemeinsamen Handelsgesellschaft zwischen den Streitparteien. Zulässigkeit eines darauf beruhenden (Abrechnungs-) Klaganspruchs des Hochstein (ehem. Handelsgehilfe des Arndt Scholl) gegen seinen angeblichen Mitgesellschafter Rodt, um einen Gewinnanteil von 300 fl. einzufordern, der aus einem zu gemeinem gewinn und verlust getätigten, durch zwei zollfreibrieffe begünstigten Verkauf von elsässischem Wein an den Herzog von Holstein stammte. Beschwerde des Appellanten beim RKG über (Zwischen-) Urteil der Appellationskommission des Kölner Rates, die - anderslautend zur ersten Instanz - dem Hochstein volle materielle Beweislast für das Bestehen einer Handelsgesellschaft aufgetragen hatten (factum contractae societatis [...] zu beweisen sol schuldigh sein). Appellat Rodt bestreitet hingegen durchgehend, überhaupt mit dem Appellanten eine Handelsgesellschaft zu betreiben bzw. gemeinsam mit ihm in Ausübung und Genuß besagter Zollprivilegierungen zu stehen.; Instanzen: 1. Weinschulengericht, Köln, 1577-1584 2. Appellationskommission des Rates der Stadt Köln, 1584-1585 3. RKG, 1585-1593; Beweismittel: Beantragung der Acta priora durch Wilhelm Hochstein, beurkundet durch Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, besiegelte Ausf., 1586 (Q 5), Auszüge aus der Reformatio iudicialis processus [...] des Rates der Stadt Köln von 1570 (1. Zählung: Bl. 20, ohne Q), Acta priora (Q 6), desgl., mit Zeugenaussagen (Q 7).
Bestellsignatur : Best. 310H (Reichskammergericht - Buchstabe H), A 95
Altsignatur : H1518/4364
Umfang : 329 Blätter


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