Historisches Archiv der Stadt Köln
Best. 30/V Verfassung

1488
Untersuchung gegen die Ratsherren Johann Spoir, Peter von Erkelenz, Johann Muyssgin, Heinrich Marburch, Tilmann Overbach, Johann Eycheister, Heinrich Suderman wegen Amtsmissbrauchs. September / Oktober 1488 samt einem Faszikel von 1513


Darin : Anhand der erhaltenen Dokumente zum Prozeß gegen die acht Ratsherren läßt sich der Gang der Prozeßführung und das Anwachsen der Akten und der Aufarbeitung in der Kanzlei beobachten. Nachdem der Rat 1488 September 5 beschlossen hatte, den Gerüchten über Amtsmißbrauch nachzugehen, begannen die ersten Zeugenverhöre, bei denen der Protonotar der Stadt Emund Frunt häufig anwesend war. Er zeichnete die Angaben der Zeugen manchmal in Stichworte (C 5, 25), manchmal auch schon in formulierten Sätzen (C 20, 25) auf. Da Papier teuer war, dienten oft die unbeschriebenen Rückseiten von Briefen als Konzepte. Mit den Aussagen der Zeugen wurden die Beschuldigten konfrontiert, deren Angaben wiederum zumeist Emund Frunt auf Rückseiten von Briefen in Form von Konzepten niederschrieb (C 11, 17, 20).In einem zweiten Schritt ließ Emund Frunt die Zeugenaussagen, die Stellungnahme der Beschuldigten, den Beschluß über den Prozeßbeginn und andere wichtige Entscheidungen des Rats oder auch Stellungnahmen von Ratsherren in ein Heft (D) eintragen. Dieses Heft wurde weitgehend chronologisch geführt. Die Eintragungen stammen von verschiedenen Schreibern, vereinzelt auch von Emund Frunt selbst. Allerdings blieb die chronologische Reihenfolge der Eintragungen nicht gewahrt. Durch den Einschub neuer Blätter in die ursprüngliche Lage und durch Eintragungen an Stellen, wo gerade Platz war, wurde die chronologische Folge durchbrochen. Dieses Heft war für die Kanzlei und den Protonotar das wichtigste Hilfsmittel in der Prozeßführung. Da die Zeugen oft mehrer Personen belasteten, wurden am Seitenrand den einzelnen Zeugenaussagen die Namen der Beschuldigten nachträglich hinzugefügt. Dadurch konnte ein Schreiber nun relativ einfach einen Katalog der Anklagen für jeweils einen Beschuldigten zusammenstellen. Diese Kataloge wurden auch in das Heft eingetragen, zusammen mit den Stellungnahmen der Angeklagten. Wo das nicht möglich war, weil die folgende Seite bereits beschrieben war, sorgte ein Verweis dafür, daß die zusammengehörigen Stücke schnell aufzufinden waren (z.B. fol. 78r, 90v, 93v, 94r, 94v).Außerdem ließ die Kanzlei gesonderte Reinschriften der Vorwürfe und der Stellungnahmen der Beschuldigten herstellen 8C2, 4, 6, 9, 13, 14). Die Reinschriften wurden dem Rat vorgelegt und dienten ihm als Grundlage für seien Beschlüsse. Auf Grund dieser Voruntersuchung verzichtete der Rat auf die Erhebung einer Anklage gegen Johann v. Berchem, beschloß aber beispielsweise 1488 September 20 die Verfehlungen Johann Spoirs zu ahnden (C 3). Der Rat sprach Johann noch am gleichen Tag das Urteil, das er am 22. September vollstrecken ließ (C 6).Nachdem die verurteilten Ratsherren bestraft worden waren, ließ der Rat mehrere Reinschriften der Untersuchungsakten anfertigen, die die Anklagepunkte, die Stellungnahmen der Beschuldigten, die Urteile und deren Vollstreckung enthielten. Diese Reinschriften wurden wahrscheinlich in den Häusern der Gaffeln vor den versammelten Mitgliedern verlesen, wie in anderen analogen Fällen zu belegen ist. Die Schriftsätze, von denen für die Ereignisse des Jahres 1488 noch zwei erhalten sind, dienten der Rechtfertigung des Rats vor den Bürgern. Mit der Verlesung der Untersuchungsakten vor den Gaffeln wohl am Ende des Jahres 1488 oder zu Beginn des folgenden Jahres war die Affäre für den Rat abgeschlossen.
Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 105
Bemerkung : Pap., fol.Der Aktenband ist in der heutigen Form und Aufeinanderfolge der Blätter nicht ursprünglich. Er setzt sich zusammen aus:A-C, fol. 1r-82v: Der Faszikel ist wohl erst im 18. Jahrhundert zusammengestellt worden. Er enthält jedenfalls mehrere ursprünglich nicht zusammengefaßte Stücke. Wahrscheinlich war eine Neuordnung innerhalb des Archivs die Ursache für die Zusammenfassung und die gemeinsame Ablage. Das Umschlagblatt hatte vorher zur Aufbewahrung von Urkunden des 13. Jahrhunderts gedient, wie aus einem Eintrag fol. 1v hervorgeht. Erst im 18. Jahrhundert wurde es als Umschlag für diesen Faszikel gebraucht und erhielt die Archivsignatur (fol 82v): „in capsula gelb A No. 17. Dieser Faszikel gliedert sich in:A, fol. 3r-17v: Heft von 7 Doppelblättern, das auf fol. 17v eine ältere Archivsignatur „R XXXIII und einen Betreff trägt.B fol. 18r-41v: Heft, bestehend aus einem Umschlagblatt und je einer Lage von 6 und 5 DoppelblätternC fol. 42r-81v: Mehrere Doppel- und Einzelblätter, teilweise sehr schmalen Formats, wie sie in der Kanzlei vor allem als Konzepte benötigt wurden. Sie wurden erst im 18. Jahrhundert dem Faszikel zugefügt.D fol. 83r-98v: Heft von 8 Doppelblättern. Es trägt auf der Rückseite (fol. 98v) einen Betreff, aber keine alte Archivsignatur.Von einer Hand aus dem Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Blätter mit arabischen und römischen Zahlen durchnumeriert. Von dem einst umfangreicheren Heft sind die Blätter 1-8, 14, 19, 21-24, 26-27 in ursprünglicher Lage erhalten. Von den fehlenden Blättern finden sich einzelne unter C, nämlich 9-10 = fol. 55-56, 11-12 = fol. 57-58, 15 = fol. 65, 16 = fol. 69, 17-18= fol. 70.71, 20 = fol. 78. Die Blätter 13 und 25 sind wohl verloren gegangen. Diese noch auffindbaren wie auch die verlorenen Blätter wurden später in die noch erhaltene Lage von 8 Doppelblättern eingelegtE fol. 99r-102v: Heft von 2 Doppelblättern, das von einer des frühen 16. Jahrhunderts eine Foliozählung aufweist, soweit die Blättern beschrieben sind: C I-C III. Dieses Heft wurde 1513 angelegt.




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um 1633-1634
Untersuchungsakten gegen den Bürgermeister Johann Michael Cronenberg wegen hochverräterischer Umtriebe mit den Franzosen 1633/34.


Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 110
Altsignatur : A II 100
Bemerkung : Pap., fol., 281 Bll., 17 Jh.



1636
Akten über Verhöre über den angeblichen Hochverrat des Weinhändlers Johann von der Strassen vor dem Hochgericht mit Zuziehung von Ratsdeputierten. 1636.


Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 110A
Bemerkung : Pap., fol., 17. Jh.



1486-1491
Sachen des seiner Ämter entsetzten ehemaligen Ratsherren Johann Muysgin, 1491


Darin : Akten über die Klage des abgesetzten Ratsherrn Johann Muysgin gegen die Stadt und mit Johann Muysgin in Zusammenhang stehende Dokumente
Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 105A
Bemerkung : Pap. fol.Die Akte enthält Briefkonzepte und -abschriften und Protokolle, die meist mit der Klage Johann Muysgins zusammenhängne. Sie ist wohl erst in neuerer Zeit zusammengestellt worden. Ältere Archivsignaturen tragen die einzelnen Stücke nicht1. fol. 1r-2v: Doppelblatt;2. fol. 3r-6v: Lage von 2 Doppelblättern;3. fol. 7: Einzelblatt, beschrieben von Emund Frunt;4. - 8. fol. 8-12: 5 Einzelblätter9. - 10. fol 13-16: 2 Doppelblätter, beschrieben vom Notar Jeronimus Freiberg11. fol. 17: Einzelblatt, beschrieben von Emund Frunt;12. fol. 18: Einzelblatt, beschrieben von Emund Frunt




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1488-1491
Informationsschrift für Kg. Maximilian über Kölns Vorgehen gegen den verdächtigen Johann Muysgen. 1491. Akte über die Klage des abgesetzten Ratsherrn Johann Muysgin gegen die Stadt


Darin : Die Akte ist erst in neuerer Zeit, wahrscheinlich von H. Keussen, zusammengestellt worden. Sie setzt sich zusammen aus:1. fol. 1r-6v: 1 Heft von drei Doppelblättern, das Heft trägt eine alte Archivsignatur: R. (fol. 1r) und auf der Rückseite einen gleichzeitigen Betreff "Muysgin" (fol. 6v);2. fol. 7r-8v: Doppelblatt, in das im 19. Jahrhundert ein schmaleres beschnitenes Einzelblatt auf fol. 8r eingeklebt worden ist. Auf der Rückseite des Doppelblatts steht eine kurze Inhaltsangabe von einer Hand des 18. Jahrhunderts
Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 106
Bemerkung : Pap., fol.




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nach 1431
Untersuchungsakten gegen Hermann von der Hallen wegen Privilegienverletzung, Vergehen gegen seinen Bürgereid und Hochverrats in der Geldrischen Fehde (nach 1431).


Darin : Entstehung der Akten:Das älteste Stück ist Blatt 4, auf dem Johann Stommel das Verhör Hermanns von der Hallen protokollierte und auf dem er die Verhandlungen über Urfehde und Bürgschaftsstellung durch Hermann notierte.Auf der Rückseite eines Briefes zeichnete J. Stommel den Ratsbeschluß über die bedingte Freilassung und die Bürgschaftssetzung Hermanns auf, damit er Hermann vorgetragen werden und mit ihm eine entsprechende Vereinbarung getroffen werden konnte.Aus dem Verhörprotokoll fertigte Johann Stommel eine Anklageschrift an, die Hermann namentlich seine Vergehen gegen den Bürgereid in und nach der Geldrischen Fehde vorwarf. Wegen des Bürgerrechtserwerbs für Hermanns Neffen forderte Joh. Stommel weitere Untersuchungen.Die umfangreiche Anklage wurde dann von Johann Bruwer von Erpel auf Grund des Verhörprotokolls formuliert und niedergeschrieben. Darin verwies er wegen der Verfehlungen gegen den Herzog von Geldern auf die Anklage Johann Stommels. Nach einem zweiten Verhör, dessen Protokoll nicht erhalten ist, schrieb Johann Bruwer die Anklagepunkte und die Antworten Hermanns dazu nieder.Die Akten dienten der Stadt zur Rechtfertigung gegenüber Klagen des Herzogs von Geldern (1) und anderer, beispielsweise der Städte Nijmegen (2) und Aachen (3), und als Rechtsgrund für eine Schadloshaltung an Hermanns Gütern bei Ersatzansprüchen Dritter(1) Vgl. Schreiben der Stadt an Herzog von Geldern. Briefbuch XIV, fol. 225v-226r (1439 März 31), Briefbuch XV, fol. 4v (1439 April 30); Schreiben an Johann Vrunt: Briefbuch XIV, fol. 151r-152r (1444 Februar 3).(2) Vgl. Schreiben der Stadt an Nijmegen: Briefbuch XIV, fol. 145v (1443 Dezember 22).(3) Vgl. Briefbuch XII, fol. 66v, 67r, 73r-v, 74v, 76v; fol. XIII, fol. 101v; XIV, fol. 85v
Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 102
Bemerkung : Pap., fol.Der Aktenband ist in der heutigen Form und Aufeinanderfolge der Blätter nicht ursprünglich. Er setzt sich zusammen aus:1. fol. 1r-2v: 1 Doppelblatt, beschrieben von Johann Bruwer von Erpel2. fol. 3r-v: Einzelblatt, beschrieben von Johann Stommel3. fol. 4r-v: Einzelblatt, angeklebt an fol. 3, beschrieben von Johann Stommel. An die Rückseite des Blattes 4 wurde ein Zettel angeklebt, dessen Vorderseite von Johann Stommel beschrieben ist und auf dessen Rückseite ein Brief steht, der mit der Untersuchung nichts zu tun hat4. fol. 5r-v: ein kleiner beschnittener Zettel, beschrieben von Johann Bruwer von Erpel. Der Zettel lag ursprünglich in dem ersten Doppelblatt fol. 1-2, wie sich anhand der durch Wurmfraß entstandenen identischen Löcher von fol. 1 und des Zettels ergibt. Aus dem Wurmfraßloch ist außerdem die alte Zusammensetzung des Aktenstücks zu rekonstruieren. Auf fol. 1 folgten 5, 4, 3. Fol. 2 bildete das alte Deckblatt. Es ist stark angeschmutzt. Darauf steht in der Mitte und an der Rändern der Betreff: "Hallen", "Hermann von der Hallen", Hermann von der Hallen in facto suo"




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01.07.1782, 15.06.1793
Stellungnahme der Wallherren zur Amtsenthebung des Kohlenwaagemeisters 1782 Juli 1. Protokoll über Beschwerden der Nachbarn an der Witschgasse über Verunreinigung des Wasserabflusses in den Rhein vor den Wallherren 1793 Juni 15.


Bestellsignatur : Best. 30/V (Verfassung), V 180


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