Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn
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SN 027 - Johann Christian Wilhelm Augusti


Signatur : SN 27

Name : NL Johann Christian Wilhelm Augusti (1771-1841), Theologe, Archäologe und Orientalist

Beschreibung :



Portrait Johann Christian Wilhelm Augusti.


LEBEN
Johann Christian Wilhelm Augusti wurde am 27. Oktober 1772 in Eschenberge (Sachsen-Gotha) geboren. Seine Eltern waren der Superintendent in Ichenhausen Ernst Friedrich Anton Augusti (1738-1827) und Christina Marie, Tochter des Pfarrers J. H. W. Werner. Seine Großeltern waren der Rabbiner Friedrich Albrecht Augusti (1691-1782) - er trat 1722 zum Christentum über und wurde evangelischer Theologe - und Margarethe Sophie Schaper.
Augusti besuchte das Gymnasium in Gotha, studierte 1790 in Jena und habilitierte sich dort 1798 als Privatdozent für orientalische Sprachen an der philosophischen Fakultät. 1800 wurde er dort außerordentlicher Professor der Philosophie und 1803 ordentlicher Professor der orientalischen Sprachen. Im Jahr 1804 heiratete Augusti Ernestine Elisabeth Charlotte, die Tochter des Superintendenten Wunder in Dornburg.


Detail aus dem "Brautwerbebrief" Augustis an seine spätere Frau Ernestine, geb. Wunder, in Dornburg, datiert 7. Februar 1804.

1808 wurde er als Doktor der Theologie an die Universität Rinteln berufen. Ab 1812 lehrte er als Professor der Theologie an der Universität in Breslau, welcher er 1813/14 als Rektor vorstand. 1819 erfolgte schließlich seine Berufung als Professor für Evangelische Theologie und Christliche Archäologie nach Bonn, wo er 1819/20 und 1823/24 ebenfalls Rektor war. 1828 wurde er zum Oberkonsistorialrat in Koblenz unter Beibehaltung seiner Professur ernannt und 1835 zum Konsistorialdirektor. Johann Christian Wilhelm Augusti ist am 28.04.1841 in Koblenz verstorben.

Werke (Auswahl):
- Übersetzung und Erläuterung einzelner Stücke des Koran, 1798.
- Exegetisches Handbuch des Alten Testaments, 1797-1800 (mit J. G. C. Hoepfner).
- Grundriß einer historisch-kritischen Einleitung in das Alte Testament, 1806.
- System der christklichen Dogmatik nach dem Lehrbegriff der evangelischen Kirche, 1809, 2. Auflage 1825; Bibelübersetzung 1809-1814 (mit Martin Leberecht De Wette).
- Denkwürdigkeiten aus der christlichen Archäologie, 12 Bände, 1817-1831.
- Lehrbuch der christlichen Altertümer, 1819; Handbuch der christlichen Archäologie, 3 Bände, 1836/37.
- Beitrag zur Christlichen Kunstgeschichte und Liturgik, Bd. 1 1841, Bd. 2 1846 (hrsg. von C. A. Nitzsch).

Literatur:
ADB I; Goedecke VII, 1906, S. 773; F. Haase, Die Breslauer Theologische Fakultät, 1911; Otto Ritschl, Die evangelisch-theologische Fakultät zu Bonn in dem ersten Jahrhundert ihrer Geschichte 1819-1919, Bonn 1919; Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Ihre Rektoren und berühmten Professoren, Bonn 1943, S. 48f.


NACHLASS
Der Nachlass von Johann Christian Wilhelm Augusti wurde 1971 von Paul Augusti aus Duisburg, dem letzten direkten Nachkommen, erworben. Es handelte sich um insgesamt 40 Schriftstücke, die zunächst unverzeichnet blieben. 2012 wurden sechs weitere Briefe von Johann Christian Wilhelm Augusti an seine Frau Ernestine Elisabeth Charlotte, darunter der Brautwerbebrief, angekauft.
Der Nachlass Augusti wurde im Rahmen dieser Erwerbung 2012 von Markus Ernzerhoff umgepackt, geordnet und verzeichnet. Im Januar 2013 konnten zahlreiche Visitenkarten sowie Einladungen, Ballordnungen und Vermählungsanzeigen aus dem Besitz des Züricher Philosophieprofessors Eduard Bobrik (1802-1870), dem Schwiegersohn von Johann Christian Wilhelm Augusti, erworben werden. Diese Unterlagen wurden in den Nachlass (SN 27/48 ff.) integriert.


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