Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn
A STADTARCHIV
2. Nichtamtliche Überlieferung
2.2. Sammlungen und Nachlässe
2.2.1. Nachlässe von Personen (alph.)
Brandis, Christian August
SN 098 - Sammlung Gottfried und Johanna Kinkel
Permalink des Findbuchs


Signatur : SN 098

Name : Sammlung "Gottfried und Johanna Kinkel"

Beschreibung :

Einleitung :

Die "Sammlung Gottfried und Johanna Kinkel" im Stadtarchiv Bonn



I. Biografische Einleitung

Wenngleich die folgende biografische Einleitung die facetten- und umfangreichen Biografien Johanna und Gottfried Kinkels nicht in aller Tiefe zu beleuchten vermag, so soll sie dem Nutzer dieses Findbuches dennoch einen gezielten und profunden Einstieg in das Leben und die Lebensstationen zweier Persönlichkeiten eröffnen, die in bestimmten Phasen des 19. Jahrhunderts dem geistigen und politischen Leben nicht nur Bonns und des Rheinlandes wichtige Impulse verliehen haben. Dass beide, Johanna und Gottfried Kinkel, im Folgenden in zwei getrennten Texten behandelt werden, mag angesichts der sonst gängigen Praxis einer gemeinsamen Biografie ungewohnt erscheinen. Zum einen galt es, auf diese Weise zu vermeiden, dass Johanna (wie so oft) hinter der Lebensbeschreibung ihres Mannes verschwindet oder marginalisiert wird, zum anderen ist diese Unterteilung schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass sich auch die Sammlung in zwei gesonderte Teilsammlungen "Johanna Kinkel" und "Gottfried Kinkel" aufgliedert. Die Entscheidung zugunsten getrennter Biografien erschien insbesondere auch unter dem Aspekt angemessen, dass viele Nutzer nicht zu beiden Personen gleichzeitig forschen - gleichwohl steht es natürlich jedem Benutzer frei, beide Texte zu lesen.


Johanna Kinkel
Komponistin, Musikpädagogin, Dichterin

* 8. Juli 1810 Bonn
+ 13. November 1858 London

Am 8. Juli 1810 wurde Johanna Kinkel, geb. Mockel in der Bonner Josephstraße geboren. Die Eltern erzogen ihre einzige Tochter streng katholisch. Frühzeitig trat ihr musikalisches Talent zutage, das die Eltern zunächst förderten. Als die 15jährige darum bat, die Musik zu ihrem Beruf machen zu können, ergriffen die Eltern aufgeschreckt Gegenmaßnahmen. So wurde sie in eine Nähschule geschickt und musste in einem Bonner Hotel als Küchenhilfe arbeiten, um kochen zu lernen. Nach heftigen Auseinandersetzungen konnte sie immerhin durchsetzen, weiteren Musikunterricht nehmen zu dürfen. Ihr Lehrer wurde der alte Franz Anton Ries, der schon den jungen Beethoven unterrichtet hatte. Um Ries sammelte sich ein Kreis, aus dem der seit 1829 von Johanna geleitete Gesangverein hervorging. Als Chorleiterin und Dirigentin war die 19jährige damit in eine rein männliche Domäne eingedrungen.
1832 heiratete Johanna nicht ohne sanften Druck seitens der Eltern überstürzt den Kölner Musikalienhändler Johann Paul Mathieux. Nach sechs Monaten war die Ehe gescheitert. Johanna kehrte nach Bonn zurück, setzte ihre Arbeit im Gesangverein fort, komponierte, gab Gesangs- und Klavierunterrichtunterricht. Bald spürte sie, dass ihr das provinzielle Bonn künstlerisch nichts mehr zu bieten hatte. 1836 reiste sie nach Frankfurt und lernte dort Felix Mendelssohn-Bartholdy kennen, der ihren Kompositionen und ihrer Virtuosität große Anerkennung zollte.
Als sie wenig später Bonn verließ, um ihre künstlerische Ausbildung in Berlin fortzusetzen, führte sie mehrere Empfehlungsschreiben Mendelssohns bei sich. So trat sie dort rasch in Kontakt mit dessen Schwestern Fanny Hensel und Rebecca Dirichlet. Bettina von Arnim war von der Respektlosigkeit und humorvollen Phantasie Johannas angetan und engagierte sie als Klavierlehrerin ihrer Töchter. In Bettinas Salon lernte sie Clara Wieck-Schumann, die Familie des Philosophen Hegel, Karl August Varnhagen von Ense, Adelbert von Chamisso, Joseph von Eichendorff, Emanuel Geibel und viele weitere Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik kennen. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie durch Musikunterricht. Bei Kapazitäten wie Karl Böhmer und Wilhelm Taubert studierte sie Generalbass und Klavier. Die Berliner Umgebung stimulierte ihre künstlerische Produktivität enorm. So vertonte sie Gedichte von Goethe, Heine, Geibel und anderen. Weitere Lieder, Duette, Kantaten, eine komische Oper und Liederspiele entstanden. Selbst gestrenge Rezensenten vom Schlage eines Ludwig Rellstab hielten ihr Lob nicht zurück. Robert Schumann befand Johannas Arbeiten immerhin"innigster Aufmerksamkeit würdig".Der Berliner Aufenthalt hat nicht nur Johannas Ausbildung vervollkommnet, sondern verschaffte auch Einblicke in Hegelsche Philosophie und liberale Gesellschaftstheorie. Ihre politische Stellung war zu dieser Zeit gewiss nicht grundsätzlich oppositionell. Aus einer eher gefühlsmäßigen Abneigung gegen feudalen Dünkel und großbürgerliche Arroganz machte sie allerdings keinen Hehl. In ihrer Grundhaltung war sie durchgängig nonkonformistisch.Etwa 1838 hatte sich eine Beziehung zwischen ihr und Bettinas Bruder Georg Brentano angebahnt. Einer festen Verbindung stand im Wege, dass Johannas erster Mann sich strikt weigerte, in die Heirat einzuwilligen. So beschloss sie Anfang 1839, nach Bonn zurückzukehren, um Mathieux umzustimmen. Nach quälenden Verhandlungen gab dieser im Mai 1840 endlich seine Zustimmung. Nun mussten aus rechtlichen Gründen weitere drei Jahre verstreichen, ehe eine Wiederverheiratung möglich wurde.
Soeben in die demütigenden Händel mit Mathieux verstrickt erfuhr sie, dass sich der immerhin 64jährige Brentano verlobt hatte. Zeitgleich kam es am 4. Mai 1839 zur schicksalhaften Begegnung mit Gottfried Kinkel. Johanna war, wie sie von sich sagt, zu diesem Zeitpunkt von"Überdruß am Leben ganz zerrissen". Nach außen aber galt sie weiterhin als die zwar talentierte, aber doch die Grenzen zur Peinlichkeit oft überschreitende, unbequeme Frau.
So trafen denn die vom Leben in der männlich dominierten Gesellschaft maßlos enttäuschte Johanna und der damals recht unbedarfte aber doch kecke protestantische Theologe Gottfried aufeinander. Beide verspürten eine starke gegenseitige Anziehung, die zunächst rein platonisch war. Ausschlaggebend war ihre Distanz zum Philistertum und ihre fast deckungsgleichen künstlerischen und literarischen Interessen. Beide kompensierten Enttäuschungen und verliehen schwärmerischen Hoffnungen Ausdruck im Kunstgenuss und in künstlerischer Kreativität. Schon bald entstand eifriges Getuschel unter den Bonner Philistern: Der mit einer Pfarrerstochter verlobte protestantische Theologe durfte natürlich nichts mit der in Scheidung lebenden katholischen femme scandaleuse "haben". Aber natürlich hatten sie bald doch.
Die Begegnungen mit Kinkel in der engen Bonner Gesellschaft häuften sich. Nicht zuletzt um einen Anlass zur Verstetigung ihrer Treffen zu schaffen, gründeten beide im Juni 1840 mit einigen literarisch ambitionierten Gesangsschülern Johannas und Studenten Gottfrieds einen Dichterkreis, den Maikäferbund. Wöchentlich zirkulierte unter den Mitgliedern ein Bogen Papier, in den jeder seine Lieder, Balladen, Erzählungen, Dramen und Anekdoten eintrug. "Zeitschrift für Nicht-Philister" nannten die Maikäfer ihr gleichnamiges Vereinsorgan im Untertitel. Diente der Maikäferverein anfangs tatsächlich eher als Schutzraum vor den Bonner Spießbürgern, die in zahllosen Satiren mit Hohn und Spott übergossen wurden, so trat doch bald ambitionierteres literarisches Schaffen in den Vordergrund. Johanna steuerte vor allem Gedichte, Anekdoten und literarische Karikaturen bei. Sei es der Konflikt zwischen bornierten preußischen Besatzern und liberalen Rheinländern, das Aufbegehren gegen stockkatholische Bigotterie oder der Kontrast zwischen rheinisch-ländlicher Aufrichtigkeit und großbürgerlich-städtischer Heuchelei: Was immer die Gemüter damals bewegte, findet sich in Johannas Kurzprosa. Interessant und amüsant ist hier vor allem der gekonnte Gebrauch des rheinischen Dialekts.
Einem anderen Themenkreis gehören ihre Erzählungen "Der Musikant" und "Musikalische Orthodoxie" an. Während in der Dorfgeschichte "Der Musikant" die gesellschaftliche Stellung des Musikers im Vordergrund steht, greift Johanna in der "Musikalischen Orthodoxie" ihr ureigenes Thema auf: Es geht um eine junge Konzertpianistin, die gezwungen ist, ihren Lebensunterhalt durch Vortrag geistloser Salonmusik auf den Gesellschaften moralisch und ästhetisch verkommener Adelsfamilien zu verdienen. Johanna hat in den Stoff zahlreiche autobiographische Bezüge leicht verfremdet eingewoben: ihre frühe Verachtung für zeitgenössische (Unterhaltungs-)Musik, die Schwierigkeiten, in den Salons als selbstbewusste Frau zu bestehen, die Abhängigkeit von begüterten Adligen usw. Musiksoziologisch wie -ästhetisch bietet diese Erzählung reichhaltiges Material.
Das spürbar steigende Niveau des Dichterbundes ging wesentlich von der Directrix aus, wie Johanna von den Maikäfern genannt wurde. Schwänke, Anekdoten und Gelegenheitsgedichte wichen immer häufiger Erzählungen, seriösen Konzertkritiken und wissenschaftlichen Abhandlungen über das moderne Klavierspiel oder die zeitgenössischen Liederkomponisten. Die von 1840 bis 1847 dauernde Maikäferzeit war trotz aller Anfeindungen und materiellen Schwierigkeiten die künstlerisch produktivste Phase ihres Lebens.Nach langen Kämpfen hatten Johanna und Gottfried Ende 1840 zueinander gefunden und erlebten in der Folgezeit glückliche Jahre miteinander. Den Wendepunkt ihres Verhältnisses markiert eine missglückte Kahnpartei am 4. September 1840. Als der Kahn kenterte, rettete Kinkel der Nichtschwimmerin Johanna das Leben. Beide werteten dieses Ereignis als Fingerzeig des Schicksals und gestanden sich ihre Liebe. Und wieder hatte Bonn seinen Skandal. Anfang 1841 löste Kinkel seine Verlobung und verkündete öffentlich seine Absicht, Johanna zu heiraten. Daraufhin verlor er seine einträglichen Stellungen als Prediger und Religionslehrer, seine Chancen auf eine Berufung als Theologieprofessor schwanden vollkommen.
Nachdem Johanna 1842 zum Protestantismus konvertiert war, heirateten die beiden am 22. Mai 1843. Trauzeugen waren der Kunsthistoriker Jacob Burckhardt und der Dichter Emanuel Geibel. Neben Gottfrieds kärglichen Einkünften als Privatdozent und seinen Honoraren für journalistische Arbeiten trug Johannas Klavier- und Gesangsunterricht nicht wenig zum Lebensunterhalt bei. Zwischen 1844 und 1848 gebar sie vier Kinder. Dennoch reichten die Einkünfte, um wenigstens bis zum Scheitern der Revolution 1849 zwei Dienstmädchen und eine Amme zu beschäftigen.Vergällt wurde ihr Leben durch Repressalien seitens Kirche und Gesellschaft, die nicht davor zurückscheuten, Johanna als Lehrerin zu diskreditieren. Beide Kinkels gerieten dadurch zunächst in Distanz zu kirchlichen Amts- und Würdenträgern, wandten sich schließlich vollends ab vom christlichen Glauben. Die christlichen Kirchen erschienen Johanna nur noch als bösartige Karikaturen ihres Gründers. Bis zu ihrem Tode blieb sie entschiedene Freidenkerin.Im Laufe des Jahres 1847 wurden Johannas Gesangverein und der Maikäferbund aufgelöst. Als Vorbote der Revolution erlahmte das Interesse an Kunst, die Politik drängte in den Vordergrund. Aufbegehrendes Bürgertum verlangte endlich nach Teilhabe an der politischen Macht; von Elend und Hunger bedrohte Handwerker und Arbeiter forderten soziale Umwälzungen. Im März 1848 brach die Revolution aus, die auch im vermeintlich verträumten Bonn Widerhall fand. Gottfried Kinkel, der 1846 eine Professur für Kunstgeschichte in Bonn erhalten hatte, wurde zum Wortführer der radikalen Demokraten. Die politischen Überzeugungen des Ehepaares Kinkel radikalisierten sich zusehends: Sie bezeichneten sich als "rothe Republikaner", die nicht nur für Republik, Demokratie und nationale Einheit streiten, sondern auch für Sozialismus. Johanna hatte daran durchaus ihren eigenen Anteil.
Karl Marx aus dem benachbarten Köln suchte Johanna als Übersetzerin englischer Artikel für seine "Neue Rheinische Zeitung" zu gewinnen. Dazu ist es nicht gekommen, da Johanna, sich verstärkt der Redaktion des eigenen Demokratenorgans, der "Neue(n) Bonner Zeitung" widmete. Während Kinkels Teilnahme an den revolutionären Ereignissen und Kämpfen in der Pfalz und in Baden (Mai-Juni 1849) übernahm sie die Chefredaktion und verkündete stolz:"Das rothe Fähnlein unserer Zeitung flattert noch." Und:"Vielleicht noch eine kurze Frist und wir haben den Sieg. Alle freie Zeit gehört jetzt dem Blatte."
Kurz vor der endgültigen Niederlage der Revolution geriet Gottfried Kinkel Ende Juni 1849 in preußische Gefangenschaft; nach langer Ungewissheit wurde er zu lebenslanger Festungshaft verurteilt. Die Spießbürger hatten dieses Unheil natürlich wie immer vorausgesehen. Es fehlte nicht an Stimmen, die in Johanna die femme fatale sahen, die den armen Kinkel ins Verderben gerissen habe. Auf Denunziationen beim preußischen König reagierte sie mit stoischer Gelassenheit:"Ich bin eben wie ich bin, ein Gegenstand des Abscheus für Mucker."In der Öffentlichkeit entstand eine Solidaritätskampagne, in deren Verlauf Spenden für den Unterhalt der Familie gesammelt wurden. Tatsächlich nutzte Johanna dieses Geld klug, um damit Gottfrieds Befreiung aus dem Zuchthaus Spandau zu finanzieren. In Karl Schurz fand sie einen kongenialen Mitverschwörer, dem die Befreiung in einem abenteuerlichen Streich am 6. November 1850 gelang.
Im Januar 1851 verließ sie Bonn mit den vier Kindern, um sich mit ihrem Mann in London niederzulassen. Dort fordern die politischen Emigranten nun ihren Preis für die gebotene Solidarität. Gottfried Kinkel wurde aufgefordert, auf einer Agitationsreise durch die USA Spenden sammeln, mit denen später ein revolutionäres Invasionsheer finanziert werden sollte. Zunächst halb gezwungen, dann voller Enthusiasmus begann er im September seine sechsmonatige Mission. Johanna mobilisierte noch einmal ihre letzten Kräfte, um diese erneute Trennung durchzustehen. Sie eröffnet eine Kindergesangsschule, ein wenig trug auch "die Partei" zu ihrem Lebensunterhalt bei.
Kinkels Unternehmen scheiterte zumindest unter finanziellen Gesichtspunkten; die Hoffnung auf einen baldigen Wiederausbruch der Revolution war zudem Ende 1851 allenthalben geschwunden. Nach Gottfrieds Rückkehr zogen sich beide Kinkels während der folgenden Jahre von der politischen Bühne zurück. Unter großen Entbehrungen bauten sie sich eine neue Existenz als Lehrer auf, was manche Mit-Emigranten als Verrat an den revolutionären Zielen werteten. Dennoch erwarteten zahlreiche Schicksalsgenossen von den prominenten Parteigenossen finanzielle Unterstützung und Hilfe. Ihr Haus sei fast zum "Commissionsbureau arbeitssuchender Flüchtlinge geworden", klagt Johanna. Die Eindrücke der ersten Londoner Jahre hat sie in dem postum veröffentlichten Roman "Hans Ibeles in London. Ein Familienbild aus dem Flüchtlingsleben" verarbeitet. Weitere wichtige Arbeiten aus der Londoner Zeit sind die musikpädagogisch bedeutenden "Acht Briefe an eine Freundin über Klaviermusik" und der epochemachende Aufsatz "Friedrich Chopin als Komponist".In ihren Briefen klagte sie immer wieder über die kaum zu bewältigende Arbeitsbelastung. Ihre Ehe blieb von Krisen nicht verschont, scheint zeitweise aber ausgesprochen glücklich gewesen zu sein. Politisch diagnostizierte sie eine Zeit des Wartens und kritisierte gleichzeitig das Imponiergehabe männlicher Revolutionäre, die regelmäßig neue Proklamationen in die Welt setzen, nur um nicht vergessen zu werden. Durch Johanna und Gottfrieds enormes Arbeitspensum gelang es der Familie, zu bescheidenem Wohlstand zu kommen. An Johanna aber waren die physischen und psychischen Belastungen der vergangenen Jahre nicht spurlos vorüber gegangen. Immer häufiger war sie ans Bett gefesselt, im November 1856 erlitt sie einen Herzinfarkt.
Die zusehends alternde Johanna litt auch darunter, dass ihr fünf Jahre jüngerer Mann auf seinen Vortragsreisen im Rampenlicht der Öffentlichkeit stand und seine Popularität auskostete. In ihrem letzten Lebensjahr hatte sich ihr Zustand offenbar konsolidiert. Sechs Tage vor ihrem Tod schrieb sie an Carl Schurz:"Ich bin wieder obenauf, von allerlei gefährlichen Zuständen glücklich hergestellt, muß mich aber in Acht nehmen. ... Seit die Kinder herangewachsen sind, kann ich meine gewohnte Tätigkeit wieder aufnehmen, und ich lerne und studire just da weiter, wo ich Anno 44 stehen blieb... Seit ich wieder ordentlich lese, und auch hier und da etwas schreibe, lebe ich innerlich auf und finde mich wieder."
Am 15. November 1858 starb Johanna Kinkel im Alter von 48 Jahren nach einem Sturz aus dem Fenster des dritten Stocks ihres Wohnhauses im Londoner Stadtteil Paddington. Nach der Darstellung ihrer Freunde und der Familie hatte sie gegen 14.30 ihr Krankenlager verlassen und war infolge eines Herzkrampfs an das Fenster getreten, um frische Luft zu schöpfen. Dabei soll sie das Gleichgewicht verloren haben und in die Tiefe gestürzt sein. Bei der gerichtlich angeordneten Obduktion wurde eine abnorme Vergrößerung des Herzens festgestellt. Ob ihr Tod auf einen Unfall, wofür manches spricht, oder auf Selbstmord, wofür ebenfalls manches spricht, zurückzuführen ist, kann heute nicht mehr entschieden werden. Der Dichter Ferdinand Freiligrath, Freund aus Bonner Tagen und Mit-Emigrant in London gab seiner Bestürzung über ihren Tod in dem Gedicht "Nach Johanna Kinkels Begräbnis" Ausdruck. Darin heißt es u.a.:

"Wir senken in die Gruft dich ein
Wie einen Kampfgenossen,
Du liegst auf diesem fremden Rain
Wie jäh vom Feind erschossen.
Ein Schlachtfeld auch ist das Exil
Und hier bist du gefallen,
In Deinem Aug` das eine Ziel
Das eine mit uns allen."


Gottfried Kinkel
Dichter, Politiker, Kunsthistoriker, Journalist, Theologe

* 11. August 1815 (Bonn-)Oberkassel
+ 15. November 1882 Zürich

Als Sohn des Pfarrers wurde Gottfried Kinkel am 11. August 1815 im heutigen Bonn-Oberkassel geboren und nach den Grundsätzen der reformierten Kirche streng erzogen. Literatur und Kunst galten den Eltern als gotteslästerlich. Schon früh war Kinkel hingegen in den christlichen Bildungskanon eingeführt worden. Sehr zur Freude der Eltern entschied er sich nach dem Abitur für die Theologenlaufbahn. Das Studium in Bonn wurde unterbrochen durch zwei Semester in Berlin. Hier nutzte er die Chance, sich dem zuhause verpönten Kunstgenuss zuzuwenden und selbst Gedichte zu schreiben.
Bereits mit 22 Jahren hatte er alle nötigen Prüfungen und Examina abgelegt, um als Privatdozent an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn wirken zu können. Zusätzlich war er als Prediger in verschiedenen Gemeinden des Köln-Bonner Raumes tätig und als Religionslehrer am Königlichen Gymnasium in Bonn, dem späteren Beethovengymnasium. In seinem Lebenswandel und auch in seinem Glaubensverständnis zeigte sich schon in den 1830er Jahren ein Hang zum Nonkonformismus. Er löste sich von den orthodoxen Glaubensvorschriften der Eltern und wandte sich einer eigenständigen, freieren theologischen Auf-fassung zu. In der Öffentlichkeit fiel er durch gezielte Verstöße gegen "die guten Sitten" auf wie Schwimmen im Rhein, Rauchen in der Öffentlichkeit oder Tragen heller Kleidung anstelle der erwarteten schwarzen. Dennoch war der talentierte und blitzgescheite junge Mann, von dem man sich zu erzählen wusste, dass er auch gefällig zu dichten verstand, ein gern gesehener Gast bei den Gesellschaften der Bonner Professoren. Man attestierte ihm glänzende Aussichten, in relativ kurzer Zeit zum ordentlichen Professor der Theologie aufzusteigen.
Eine schicksalhafte Wendung trat ein am 4. Mai 1839. Anlässlich einer Einladung begegnete er einer jungen Frau, die bereits als Komponistin und virtuose Pianistin von sich reden gemacht hatte. Sie stand mit Großmeistern wie Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy in Kontakt. Johanna Mathieux, geb. Mockel, damals 28jährig, war ebenfalls als Nonkonformistin aufgefallen. Sie hatte sich in vielerlei Hinsicht über die engen Grenzen der damals gängigen weiblichen Rollenklischees hinweggesetzt. Aus einer ersten Ehe war sie geflohen, hatte mit ihrem freien und kreativen Geist im Hause Bettina von Arnims in Berlin Aufnahme gefunden. Nun war sie in ihren Geburtsort Bonn zurückgekehrt, um ihrem Ehemann endlich die Einwilligung in die Scheidung abzuringen.
Abgesehen davon, dass Johanna und Gottfried sich von nun an häufig begegneten, um sich über Musik und Literatur auszutauschen, änderte sich zunächst wenig. Aus gelegentlichen Treffen wurden regelmäßige, die schließlich in die Gründung eines Dichterkränzchens mündeten: Am 25. Juni 1840 fand die Gründungsversammlung des "Maikäfer-Vereins" statt, der neben den beiden Genannten weitere Mitglieder vereinte. Wöchentlich traf man sich entweder in Kinkels Dienstwohnung im Poppelsdorfer Schloss oder im Hause von Johannas Eltern, um bei einem guten Glas Wein eigene Gedichte, Erzählungen und spaßige Anekdoten auszutauschen und in ein handschriftliches Exemplar der "Maikäfer-Zeitung" einzutragen. Der Austausch im Kreise der Maikäfer, nicht zuletzt aber die von Johanna ausgehende Inspiration ermutigten Kinkel 1843, seine erste Gedichtsammlung im angesehenen Cotta-Verlag vorzulegen. Darin enthalten war sein Versepos "Otto der Schütz", das 1846 erstmals als Separatausgabe erschien und bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges über 90 Auflagen erlebte.
Zunächst hatten Kinkel und die Mathieux ihre Begegnungen als rein geistigen Austausch angesehen. Dies änderte sich im Verlauf des Jahres 1840. Am 4. September kam es zu einem weiteren einschneidenden Ereignis. Beide hatten in Begleitung eines Freundes eine Wanderung auf den Petersberg unternommen und wollten des Abends per Boot nach Bonn zurückkehren. Auf der Höhe von Plittersdorf kollidierte das Boot mit einem Dampfschiff, die Passagiere gingen über Bord. Kinkel, ein versierter Schwimmer, rettete die Nichtschwimmerin Johanna vor dem Ertrinken. In dieser Situation gestanden sich beide ihre Liebe füreinander. Damit stand der Privatdozent für evangelische Theologie gleich vor mehreren Problemen. Zum einen war er seit 1838 mit Sophie Boegehold verlobt, die aus einer angesehenen protestantischen Familie in Köln-Mülheim stammte; zum anderen war Johanna nicht nur katholisch, sondern inzwischen frisch geschieden. In der engen Bonner Gesellschaft hatte sich bald herumgesprochen, welche Turbulenzen sich in Kinkels Privatleben zutrugen. Die evangelisch-theologische Fakultät stellte ihm ein Ultimatum: entweder er löse die Verbindung zu dieser Frau unverzüglich oder seine berufliche Karriere als Theologieprofessor sei zu Ende. Kinkel blieb konsequent, löste seine Verlobung und heiratete Johanna nach der gesetzlich vorgeschriebenen Wartefrist 1843. Aus seinen theologischen Nebenämtern wurde er entlassen. Vom christlichen Glauben wandte er sich bald gänzlich ab und rechnete sich bis zu seinem Lebensende den Freidenkern zu. Für seine geistige Entwicklung hatten diese Jahre enorme Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund des Einflusses, den seine außergewöhnlich geistreiche Frau auf ihn ausübte.
Auch seine eher unreflektierte politische Haltung veränderte sich. Anfangs durchaus noch konform mit den herrschenden Verhältnissen entwickelte er sich in den 1840er Jahren immer mehr zum Kritiker und Oppositionellen. Auch in der preußischen Hauptstadt Berlin war man auf Kinkel aufmerksam geworden. Im Ministerium stellte man Überlegungen an, wie man diesen begabten jungen Mann davon abhalten könne, auch politisch zur Opposition überzulaufen. So unterstützte man dort seinen Wechsel von der theologischen zur philosophischen Fakultät. Er erhielt 1846 eine Professur für Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichte in Bonn, nachdem er kurz zuvor den ersten Band seiner "Geschichte der bildenden Künste bei den christlichen Völkern" vorgelegt hatte. Zudem stellte man Kinkel in Aussicht, in Kürze als Chefredakteur eines regierungsnahen Kunstjournals eingesetzt und dafür auf einen Lehrstuhl der Berliner Universität berufen zu werden. Damit waren für das wirtschaftlich bedrängte Ehepaar Kinkel, dem inzwischen drei Kinder geboren worden waren, ein viertes kam 1848 hinzu, exzellente Aussichten geschaffen.Kinkel aber legte Wert darauf, zuvor in der Öffentlichkeit ein Zeichen seiner geistigen Unabhängigkeit zu setzen. So veröffentlichte er just zu diesem Zeitpunkt sein Männerlied, in dem es heißt:

"Laßt die alten Weiber sich
Um den Himmel schelten!
Aber freie Männer wir
Lassen das nicht gelten.
Gegen dich, o Vaterland,
Sind uns nichts als eitler Tand
Alle Sternenwelten!"

Das Ministerium zog sein Angebot augenblicklich zurück. Selbst enge Freunde des Paares waren fassungslos über diese "Torheit", die für Kinkel freilich ein Gebot der Aufrichtigkeit war.Aber noch Anfang 1848 wäre er mit einer konstitutionellen Monarchie durchaus einverstanden gewesen. Den Ausbruch der Revolution bejubelte er am 20. März 1848 einträchtig mit Ernst Moritz Arndt und Friedrich Christoph Dahlmann; von der Treppe des Bonner Rathauses hielt er bei dieser Gelegenheit eine mitreißende Rede und schwenkte die schwarz-rot-goldene Fahne, das Symbol der Erneuerer. Im Laufe des Jahres 1848 aber radikalisierte er sich zusehends. Der August dieses Jahres sah ihn schon als Vorsitzenden des "Demokratischen Vereins" Bonn und als Chefredakteur der "(Neuen) Bonner Zeitung". Wenig später flossen ihm nicht nur Begriffe wie deutsche Einheit, Demokratie und Republik aus der Feder, sondern auch solche wie Proletariat, Klassenkampf und Sozialismus; zum überzeugten Anhänger Marxscher Theorien wurde er dadurch gleichwohl nicht. Das Beiblatt zu seiner Zeitung nannte er 1849 "Spartacus". Bei seinen zahlreichen politischen Reden in Bonn und Umgebung strömten oft mehr als 1000 Zuhörer zusammen, um den glänzenden Redner zu erleben. Der demokratische Verein wurde bald mit über 600 Mitgliedern zur stärksten politischen Kraft Bonns, das damals rund 17.000 Einwohner zählte.
Den größten politischen Triumph erzielte Kinkel Anfang 1849. Bei der Wahl zur Zweiten Kammer des Preußischen Abgeordnetenhauses wurde er als Vertreter des Kreises Bonn-Sieg direkt gewählt. Im Rededuell mit dem jungen Abgeordneten Otto von Bismarck entgegnete der "rothe Republikaner" Kinkel:"Wir werden den Geist, den Hunger, die Noth, das Proletariat und den Zorn des Volkes in den Kampf führen."Aber die Gegenrevolution erstarkte und nahm die Zugeständnisse zurück. Noch im April wurde das Parlament in Berlin aufgelöst, Kinkel kehrte zurück nach Bonn. In Preußen, Baden, Sachsen und anderswo sahen viele die letzte Chance zur Verteidigung der demokratischen Errungenschaften im Aufstand.

Auch in Bonn berieten die Demokraten im Gasthaus Zum Römer am Remigiusplatz am 10. Mai 1849 den ganzen Tag über, was zu tun sei, um die Revolution zu retten. Zwischendurch verließ der pflichtbewusste Kinkel am Nachmittag die Versammlung, um seine Vorlesung zu halten. Nach seiner Rückkehr wurde der Beschluss zum Aufstand gefasst. Um Mitternacht trafen sich die Entschlossenen am Rheinufer, um nach Siegburg zu ziehen. Man wollte das dortige Zeughaus erstürmen und mit den darin lagernden Waffen den Aufständischen in Elberfeld zur Hilfe kommen. Das Unternehmen aber scheiterte kläglich.
Kinkel konnte nun nicht mehr zurückkehren. Er begab sich auf Umwegen in die Pfalz und nach Baden. Dort hatten die Republikaner noch die Oberhand, wurden allerdings von zwei preußischen Armeen massiv bedrängt. Mitte Juni schloss sich Kinkel den revolutionären Truppen als einfacher Soldat an. Im ersten Gefecht erhielt er am 29. Juni 1849 einen Streifschuss am Kopf und wurde von preußischen Truppen gefangen genommen. Man inhaftierte ihn zunächst in Karlsruhe, später in Rastatt. Schon Ende Juli konnte der Oberbefehlshaber der preußischen Truppen, der spätere Kaiser Wilhelm I., den endgültigen militärischen Sieg über die Aufständischen verkünden. Kinkel, der in der Öffentlichkeit nicht nur als "rother Republikaner" sondern auch als Dichter großes Ansehen genoss, war den Siegern besonders verhasst. Aufgrund seiner Stellung galt er als Verführer und Rädelsführer. Offen wurde in der regierungsnahen Presse gefordert, ihn standrechtlich zu erschießen. Gnadengesuche hochrangiger Persönlichkeiten wie Bettina von Arnim oder Ernst Moritz Arndt und der unmittelbare Protest tausender Menschen hatten zur Folge, dass Kinkel am 4. August 1849 in Rastatt vom Kriegsgericht 'nur' zu lebenslanger Zuchthaushaft verurteilt wurde. Mehrere Wochen lang wurde in Berlin darüber verhandelt, ob dieses "milde" Urteil zu vertreten sei, ehe es offiziell bestätigt und Kinkel in das Zuchthaus Naugard in Pommern, später Spandau überstellt wurde.
Vielerorts in deutschen Landen entstanden Kinkelkomitees, die Bilder mit seinen Porträts verkauften, um mit dem Erlös seine Familie zu unterstützen. Das Geld aber verwendete Johanna klug, um damit seine Befreiung zu planen und zu finanzieren. Einer ihrer Mitstreiter, der 21jährige Karl Schurz war der Gefangennahme knapp entronnen. Ihm gelang es im November 1850, Kinkel in einer Aufsehen erregenden Aktion aus dem Zuchthaus zu befreien. Mit dem Schiff entkamen die beiden nach England.
Kinkel ließ sich mit seiner inzwischen sechsköpfigen Familie in London nieder, Schurz zog nach einiger Zeit weiter in die USA, wo er eine glänzende Karriere als Staatsmann erlebte. Er brachte es zum kommandierenden Generalmajor im amerikanischen Bürgerkrieg und später gar zum Innenminister.
Nun aber forderte "die Partei" von Kinkel zurück, was sie an Geld und Risiko für ihn eingesetzt hatte. Man kam auf die Idee, vor allem in den USA Geld bei den deutschen Auswanderern zu sammeln, um damit ein Invasionsheer zu finanzieren, das in Kürze den endgültigen Sieg der Republikaner herbeiführen sollte. Von Kinkel als dem damals prominentesten Exilanten verlangte man, diese Agitationsreise zu unternehmen und damit seine "Schulden" gegenüber der Partei zurückzuzahlen. Kinkel folgte dem Ruf, musste aber hinnehmen, dass die Aktion zwar publizistisch erfolgreich, finanziell jedoch ein Fehlschlag war. Für Johanna bedeutete dies, dass sie in ihrer Sorge um die Kinder für weitere sechs Monate auf sich gestellt war.Bald zeigte sich, dass auf absehbare Zeit nicht mit einem Wiederaufflackern der revolutionären Glut zu rechnen sein würde. Kinkel kehrte im März 1852 zurück und enthielt sich in den folgenden Jahren weitgehend der politischen Aktivitäten.
Unter erheblichen Anstrengungen gelang es dem Ehepaar Kinkel in den folgenden Jahren durch Unterricht und Vorträge eine stabile bürgerliche Existenz aufzubauen. Doch zeigte sich, dass Johannas Gesundheit unterdessen angegriffen war. Immer wieder wurde sie von Herzattacken heimgesucht. Im November 1858 starb sie nach einem Sturz aus dem Fenster. Ob es sich dabei um Selbstmord oder einen Unfall handelte, ist heute nicht mehr zu klären. Es gibt Argumente für beide Varianten.
1859 fand Kinkel zu politischer Aktivität zurück. Anlass bot die Londoner Feier zu Ehren von Schillers 100. Geburtstag. Vor vielen Tausend Exildeutschen hielt er die Festrede im Kristallpalast. Die Feier wurde zu einer gelungenen Demonstration der nationalen Einheitsbewegung, aber auch der demokratischen Opposition. In den folgenden Jahren wirkte er in der Londoner Sektion des Deutschen Nationalvereins, der sich für eine kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung einsetzte.1860 heiratete Kinkel die Königsberger Erzieherin Minna Werner, mit der er vier weitere Kinder hatte.
1866 endlich ging ein lang gehegter Wunsch Kinkels in Erfüllung. Er erhielt einen Ruf als Professor für Kunstgeschichte an das Eidgenössische Polytechnikum in Zürich. Nun lehrte er wieder als Kunsthistoriker, veröffentlichte eine Reihe von Aufsätzen und Besprechungen und unternahm ab 1871 regelmäßige Vortragsreisen durch Deutschland. Vorher hatte er sich allerdings zusichern lassen, dass er freies Geleit haben würde. Diese Vortragsreisen wurden zu einem großen Erfolg, denn alle Welt wollte diese sagenumwobene Gestalt erleben, der es gelungen war, der preußischen Kamarilla zu trotzen.
Auch sein politisches Engagement führte Kinkel in gewissem Umfang fort. So setzte er sich ein für die Bestrebungen der Polen um die Wiederbegründung eines polnischen Nationalstaates; er unterstützte die Kampagne zur Legalisierung der Leichenverbrennung, wandte sich gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz und unterstützte die Opfer des Bismarckschen Sozialistengesetzes materiell und ideell. Von dem 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich distanzierte er sich öffentlich. Aus Protest gegen dieses - wie er es nannte - "Corporalstockpreußentum" nahm er 1875 die Schweizer Staatsbürgerschaft an.Überraschend starb Gottfried Kinkel am 13. November 1882 im Alter von 67 Jahren. Beigesetzt wurde er in einem Ehrengrab der Stadt Zürich.


Hermann Rösch

Bonn, im August 2015





II. Bestandsgeschichte

Als dem Stadtarchiv Bonn im November 1913 durch den Antiquar Carl von Hohenlocher aus Berlin vier Briefe Gottfried Kinkels zur Ansicht übersandt und für 12 Mark angeboten wurden, lehnte man einen Erwerb ab. "Die Briefe", so der Vermerk des damaligen Archivleiters Friedrich Knickenberg, "haben für unsere Sammlung kein Interesse und sind daher an den Einsender als Einschreiben zurückzusenden."[1] Tatsächlich gab es unter dem ersten Leiter des Bonner Stadtarchivs nur wenige Bestrebungen zu einem gezielten Erwerb von 'Kinkeliana'. Dass die Anfang des 20. Jahrhunderts von Friderich Knickenberg im Stadtarchiv angelegte Handschriftensammlung[2] dennoch, vermutlich nur wenige Jahre nach erwähntem Angebot, um erste Briefe von Gottfried und Johanna Kinkel ergänzt werden konnte, war wohl eher einem glücklichen Zufall zu verdanken. Wenngleich der genaue Zeitpunkt offen bleiben muss, so spricht doch einiges dafür, dass diese ersten Kinkelbriefe - ein 56 Blatt umfassendes Briefkonvolut - über die persönliche Verbindung Knickenbergs zur Bonner Weinhändlerfamilie Röntz/Clouth etwa um 1917 in die Bestände des Stadtarchivs gelangten.
In den Monaten August bis Oktober 1852 hatte Peter Joseph Mockel, der Vater Johanna Kinkels, seine Tochter und deren Familie in ihrem Londoner Exil besucht.[3] Von seiner Reise und seinem London-Aufenthalt berichtete er in einigen Briefen dem Bonner Weinhändler Karl Josef Clouth, einem engen Freund und Nachbarn der Familie Mockel.[4] Nachdem ihr Vater in London zunächst ernsthaft erkrankt war und zunehmend in einen melancholischen Gemütszustand fiel, wandte sich Johanna Kinkel an den befreundeten Clouth und bat ihn, sich um eine geeignete Unterbringung ihres Vaters nach dessen Rückkehr zu kümmern. Sie übertrug ihm außerdem die Obhut über das (vermietete) elterliche Haus in der Josefstraße 801 und die dort noch befindlichen persönlichen Gegenstände. Die Tatsache, dass sie Clouth unter anderem bat, den Schreibtisch Gottfried Kinkels mit seinen Schriften sowie sämtliche Handschriften von ihr und ihrem Mann in seinem eigenen Haus unterzubringen, zeigt wie groß das Vertrauensverhältnis der Mockels zur ihrem Nachbarn gewesen sein muss.[5] Neben den insgesamt 13 Londoner Briefen und einer Vollmachterklärung an Karl Josef Clouth aus den Jahren 1852 bis 1854 umfasst das Konvolut allerdings auch sechs Briefe Gottfried Kinkels, vor allem aus der Zeit seiner Rastatter Inhaftierung (August/September 1849), sowie vier weitere 'Kinkeliana'. Diese Stücke sind vermutlich erst zu einem späteren Zeitpunkt - möglicherweise sogar erst im Stadtarchiv - beigefügt worden.[6] Unter dem Titel "Briefe und sonstige Schriften von Gottfried Kinkel und seiner Familie" befand sich das 24 Einzelstücke umfassende (geheftete) Konvolut lange Zeit in der Handschriftensammlung des Stadtarchivs (Signatur I i 14). Erst 2014 wurde es nach seiner Vereinzelung in die Sammlung "Gottfried und Johanna Kinkel" übernommen und dort verzeichnet.[7]

Zu einem gezielteren Erwerb von Kinkelbriefen und -handschriften kam es allerdings erst in den 1930er Jahren unter dem neuen Leiter des Stadtarchivs Karl Heinz Kobé (1888-1959). Eine erste günstige Gelegenheit ergab sich bereits im Oktober 1933, als dem Stadtarchiv eine Handschrift von Gottfried Kinkel mit "einig[n] bisher unbekannt[n] und unveröffentlichte[n] Gedichte[n]" ("kalligraphisch sehr schön und durch ihre Schreibweise besonders interessant") angeboten wurde.[8] Nachdem sie einige Monate zuvor bereits der Bonner Universitätsbibliothek für 150 Reichsmark angeboten, jedoch von dieser nicht gekauft worden war, "weil sie sehr viele Kinkel-Manuskripte bereits besitz[e]", setzte sich Karl Heinz Kobé nunmehr für ihren Ankauf durch die Stadt ein. Er hatte nicht nur den ursprünglichen Angebotspreis von 78 auf 60 Reichsmark herunterhandeln können, sondern beabsichtigte mit dem Erwerb der Handschrift auch eine bewusste Ergänzung der eigenen Bestände, da "das Stadtarchiv nur einige Kinkelbriefe, aber keine sonstigen Handschriften Kinkels besitzt", so Kobé gegenüber dem Bonner Oberbürgermeister.[9]

Mit dem Erwerb der umfangreichen und wertvollen "Sammlung Bonner Altertümer" des Bonner Kaufmanns und Sammlers Adolf Bachem (1873-1927)[10] gelangte 1934 wiederum eine größere Anzahl 'Kinkeliana' ins Bonner Stadtarchiv. Diese umfassten neben einigen Werkdrucken, die in die Bestände der Stadtbibliothek (heute Stadthistorische Bibliothek) aufgenommen wurden[11], insgesamt 21 Autografen Gottfried und Johanna Kinkels (Gedichtmanuskripte und Briefe), die im Stadtarchiv zunächst unter den Manuskriptnummern (Mss.) 1-17 sowie 49-52 innerhalb des Sammlungsbestandes Bachem inventarisiert wurden.[12] Ebenfalls Bestandteil der Sammlung war das eigenhändige Werkmanuskript zum Singspiel "Das Malzthier oder die Stadt-Bönnischen Gespenster" von Johanna Kinkel, das sich heute unter Signatur SN 98/4 in der Sammlung "Kinkel" befindet. Nach dem ersten, noch im Bachem'schen Wohnhaus erstellten Inventar war außerdem ein gebundenes Tagebuch von Johanna Kinkel "mit vielen eigenhändigen Eintragungen des Jahres 1851ff." unter den Unterlagen. Dieses - heute als verschollen geltende - Tagebuch, bei dem es sich um ein Notizbuch aus der Londoner Zeit "mit sehr interessanten Eintragungen" aus dem Todesjahr Johanna Kinkels handelte, hatte Adelheid von Asten geb. Kinkel (1846-1928), das einzige noch lebende Kind aus der Ehe Gottfried Kinkels mit Johanna Mathieux geb. Mockel, im Dezember 1922 zusammen mit zwei Autografen ihrer Eltern der Witwe von Adolf Bachem, Käthe geb. Ludwig, zur Verfügung gestellt. Anscheinend war Adelheid von Asten der Sammlerwitwe (wohl auch wegen einiger Gefälligkeiten) so eng verbunden, dass sie ihr u. a. auch "das letzte Tagebuch [ihrer] Mutter" anvertraute.[13] Mit der Übernahme der Sammlung Bachem muss es 1934 ebenfalls in die Bestände des Stadtarchivs gelangt sein. Als dem Stadtarchiv 1937 ein Brief von Johanna Kinkel aus der Londoner Zeit angeboten wurde, nutzte Kobé es noch zur Identifizierung des unbekannten Briefempfängers.[14] Bereits im November 1932 hatte er das Tagebuch neben anderen Kinkeliana - so auch dem Gewehr Gottfried Kinkels mit einer "Echtheitsbestätigung von Fräulein Hartzheim und Frau von Asten geb. Kinkel"[15] - für eine vom Stadtarchiv bzw. Verein "Alt Bonn" im Alten Rathaus arrangierte Kinkel-Ausstellung aus der Sammlung Bachem entliehen.[16]

Im August 1935 war Karl Heinz Kobé nach Berlin gereist, um dort u. a. die "Sammlung Kaufmann" - den umfangreichen Nachlass der gleichnamigen Bonner Familie - zu sichten.[17] Der Eigentümer Paul Kaufmann, Präsident des Reichsversicherungsamtes und Sohn des vormaligen Bonner Oberbürgermeisters Leopold Kaufmann, beabsichtigte seinen Familiennachlass der Stadt Bonn zu schenken. Bei dieser Gelegenheit besuchte Kobé auch den Archivar und Autografensammler Hans Zeeck in Berlin-Charlottenburg.[18] Dieser war in den Besitz des gesamten Nachlasses von Gottfried und Johanna Kinkel gelangt, "den er auf eine seltsame Weise", so Kobé in einem Schreiben an den Bonner Oberbürgermeister, "dem verblödeten Sohne Kinkels aus zweiter Ehe [Konrad Kinkel] abzunehmen wußte. Nun sitzt er auf dem Nachlaß, ohne das [!] etwas damit geschieht."[19] Obwohl sich Zeeck gegenüber jeglichen Anfragen "hinsichtlich seiner Kinkelsammlung restlos zugeknöpft" gab, zeigte er Kobé bei dessen unangekündigtem Besuch die Sammlung.[20] Die wertvollen Materialien, "die einen ganzen Schrank füllte[n]", umfassten nach dem Bericht Kobés "Hunderte von kostbaren Briefen, die an Gottfried Kinkel, vor allem aber an die geistig ungleich bedeutendere Johanna Kinkel gelangten, darunter der Briefwechsel mit Bettina von Arnim, mit der Annette von Droste Hülshoff, besonders aber die mehr als wertvollen Protokolle des Maikäferbundes von der Hand der Johanna Mockel [...]". Nach Auskunft Zeecks hätte der Nachlass, "wenn man sich beizeiten darum bemüht hätte", auch von Bonn aus "ohne große Mühe" und vor allem "ohne Kostenaufwand" erworben werden können, so Kobé. Wenngleich letzteres nun nicht mehr zu erwarten war, so schätzte Kobé dennoch, dass Zeeck den Nachlass früher oder später verkaufen würde, zumal er ausdrücklich erklärt hatte, dass er ihn "nach Bonn, wohin er ja eigentlich gehöre, gegeben hätte, wenn er noch in Stellung wäre." Auch habe er nicht vor, "die Sammlung auseinanderzureißen" und es sei augenblicklich auch nicht zu erwarten, dass Zeeck "die Sache unter den Hammer" bringt. Neben der "Sammlung Kaufmann" und dem ebenfalls in Berlin gesichteten Nachlass des Bonner Musikverlegers Nikolaus Simrock hielt Kobé den Kinkelnachlass für die wertvollste unter den drei Sammlungen. Es sei daher "die Pflicht der Stadt [...], die Angelegenheit nicht aus dem Auge zu verlieren." Obwohl Kobé seine Absicht bekundete, den Kontakt zu pflegen und auch Zeeck zugesagt hatte, "mit der Stadt Bonn wegen dieser Dinge in Fühlung [zu] bleiben", kam es nie zu einem Kaufvertrag zwischen den Beteiligten. Immerhin scheint Zeeck dem Stadtarchiv noch vor dem Zweiten Weltkrieg den gesamten Kinkel'schen Nachlass "für eine geringe Summe" angeboten zu haben; allerdings hat man den Erwerb von Seiten der Stadt wohl abgelehnt - die Gründe hierfür sind unklar.[21] Nach dem Tod von Hans Zeeck (1951) nahm dessen Witwe Erna Zeeck Verhandlungen mit der Bonner Universitätsbibliothek auf - diese erwarb den größten Teil des Nachlasses schließlich im Februar 1959 für 12.500 DM.[22]Wesentlich erfolgreicher gestalteten sich die Verhandlungen zur Übernahme der Sammlungen bzw. des Familiennachlasses Kaufmann durch das Stadtarchiv Bonn. Nachdem man sich in mehreren Besprechungen auf die Übernahmebedingungen geeinigt hatte, kam es im Juli bzw. Oktober 1937 zum Abschluss eines Schenkungsvertrages zwischen der Stadt Bonn und dem Nachlassgeber Paul Kaufmann. Noch im September 1937 war Karl Heinz Kobé nach Berlin gefahren und hatte dort das "Archiv Kaufmann" persönlich verpackt und nach Bonn übersandt. Es erwies sich als äußerst glücklicher Umstand, dass mit dem Familiennachlass Kaufmann auch ein Teil des persönlichen Nachlasses von Johanna Kinkel in die Bestände des Bonner Stadtarchivs gelangte. Noch zu Lebzeiten hatte Gottfried Kinkel zahlreiche Unterlagen und Briefe seiner verstorbenen Frau dem Vater Paul Kaufmanns, Leopold Kaufmann, zur Verfügung gestellt. Der enge Freund der Familie Kinkel und frühere Gesangschüler Johannas beabsichtigte eine Biografie über diese zu schreiben und hatte aus diesem Grund nicht nur von Gottfried Kinkel, sondern ebenso von dessen Tochter Adelheid von Asten große Teile aus Johannas Nachlass erhalten. Sie gingen nicht mehr an die Familie zurück und verblieben, mit Ausnahme einiger verliehener oder verschenkter Stücke, im Kaufmann'schen Familiennachlass.[23] Dort umfassen die Kinkeliana enthaltenden Archivalien insgesamt zehn Verzeichnungseinheiten[24], die wiederum zahlreiche Unternummern enthalten; darunter zehn (v.a. an Leopold Kaufmann gerichtete) Originalbriefe von Gottfried Kinkel sowie 12 Originalbriefe von Johanna Kinkel, daneben auch zwei eigenhändige und handkolorierte Manuskripte des "Endenicher Modenjournal" von Johanna Kinkel, dem Vorläuferblatt der "Maikäferzeitung", aus den Jahren 1835 und 1839.[25]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Stadtarchiv unter seiner neuen Leiterin Edith Ennen (1907-1999) ab Anfang der 1950er Jahre wieder erste Erwerbungsaktivitäten auf.[26] Wegen der zunächst nur geringen, für Ankäufe zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel beschränkte man sich im Wesentlichen auf den Erwerb von Einzelautografen sowie die Erweiterung der bereits bestehenden Sondersammlungen. Dazu zählte neben der Sammlung "Ernst Moritz Arndt" in erster Linie auch die Sammlung "Kinkel", die man 1951 - veranlasst durch einige Neuerwerbungen - eigens angelegt hatte. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die bereits vorhandenen "in verschiedenen Abteilungen untergebrachten Kinkelmanuskripte", so anscheinend auch die Kinkeliana der Sammlungen "Bachem" und "Alt-Bonn", in der neuen Kinkelsammlung vereint, wo sie zusammen mit den Neuzugängen den Grundstock für die heutige Sammlung legten.[27]
Unter den ersten Nachkriegszugängen, bis 1955 umfassten diese insgesamt 44 Originalbriefe von Johanna und Gottfried Kinkel[28], befanden sich auch "27 bisher unbekannte Jugendbriefe Kinkels an Ferdinand Weiß", die man zusammen mit einem Gedichtmanuskript im Mai 1951 als geschlossenes Konvolut bei dem Berliner Autografenhändler Herbert Adam für insgesamt 250 DM hatte erwerben können.[29] Die Briefe, die Gottfried Kinkel während seiner Studienzeit zwischen 1835 und 1838 an den gleichaltrigen Freund und Maler Ferdinand Weiß geschrieben hatte, schätzte Edith Ennen "von besonderem biographischen Wert" ein, "weil sie aus einem wichtigen Lebensabschnitt stammen, auf den Kinkels Autobiographie, soweit sie uns erhalten ist, sich nicht erstreckt."[30] Offenbar hatte man bei der Zusammenführung der im Stadtarchiv verwahrten Kinkeliana auch den Verlust der in der Handschriftensammlung "unter I i 14 inventarisierte[n] Sammlung von Briefen Kinkels" (Clouth'sches Briefkonvolut) festgestellt und vermutete nun, dass es sich bei dem jüngst erworbenen Konvolut um die länger schon fehlende "nicht näher charakterisierte" Briefsammlung handeln könnte[31] - ein falscher Verdacht, wie sich spätestens wohl auch mit dem Wiederauffinden des vermissten Briefkonvolutes herausgestellt hat.
Auch in den nachfolgenden Jahrzehnten konnte die Sammlung "Kinkel" durch Antiquariats- und Auktionsankäufe immer wieder um Einzelstücke ergänzt werden.[32] An größeren Zugängen sind zehn Briefe Gottfried Kinkels an den Dresdener Baron von Stockhausen, ein Mitkämpfer Kinkels im Verein für Feuerbestattung, zu nennen, die man 1965 für 600 DM erwarb[33], sowie ein 17 Briefe bzw. Gedichtmanuskripte umfassendes Konvolut aus dem Nachlass des Oberkasseler Lehrers und Kinkelfreundes Carl Sartorius, das 1971 als private Schenkung an das Stadtarchiv gelangte[34]. Ebenfalls als Privatschenkung wurde dem Stadtarchiv im April 1983 der handgenähte Maikäfer-Orden von Albrecht Wolters, einem Mitglied des Kinkel'schen "Maikäferbundes", überreicht.[35] Die letzte Erwerbung, ein in das Revolutionsjahr 1848 datierender Brief Gottfried Kinkels an den Verleger Adolf Samter, erfolgte 1999 über den Bonner Heimat- und Geschichtsverein, der sie dem Stadtarchiv Bonn für die Kinkelsammlung zur Verfügung stellte.[36]


II. Erschließung der Sammlung

Nachdem im Stadtarchiv 1951 die Sondersammlung "Kinkel" angelegt worden war, ging man dazu über, die Neuzugänge des Bestandes möglichst zeitnah zu erfassen. Zu diesem Zweck wurde wohl auch ein maschinenschriftliches Verzeichnis angelegt, das die Sammlungseinheiten jedoch lediglich in der Reihenfolge der Zugänge aufführte. Das ab ca. 1963 handschriftlich und später z. T. durch Einklebungen der Word-basierten Titelaufnahmen fortgeführte Zugangsbuch stellte bis zuletzt das einzige Findmittel zur Sammlung dar.
Anlässlich des Kinkel-Jubiläumsjahres 2015 entschied man sich schließlich zu einer Neufassung des völlig unzureichenden und nicht mehr zeitgemäßen Findmittels. Nachdem im Herbst/Winter 2014 zunächst die Retrokonversion des Altfindmittels, d. h. dessen Übertragung in die Archivdatenbank AUGIAS, erfolgt war, wurden ab Mai 2015 die Titelaufnahmen grundlegend überarbeitet. Damit verbunden war auch die Erstellung einer Bestandssystematik sowie die Indizierung der Verzeichnungseinheiten mittels eines ausführlichen Personen- und Ortsregisters. Es stellte sich heraus, dass nicht nur die Formalangaben oftmals fehlerhaft und uneinheitlich aufgenommen waren, sondern auch die etwa 50 Briefe der drei Konvolute Kinkel/Clouth, Kinkel/Weiß, Kinkel/von Stockhausen gänzlich unerfasst waren. Diese Briefe wurden nun erstmals archivisch verzeichnet; daneben wurden zahlreiche Enthält-Vermerke, insbesondere in Hinblick auf Orts- und Personennennungen, ergänzt; auch einige bislang unbekannte Verfasser und Empfänger konnten identifiziert werden.[37] Zugunsten einer einheitlichen Erschließungstiefe wurde bei den Material- bzw. Zeitungsausschnittsammlungen ebenfalls eine Einzelstückerfassung innerhalb der zweiten Verzeichnungsebene des Archivprogramms vorgenommen. Neben der Schadensdokumentation sowie der Restaurierung v. a. mechanischer Archivgutschäden umfassten die konservatorischen Maßnahmen in erster Linie die archivgerechte Umbettung der Sammlungsunterlagen, darunter auch die der Großformate. Nicht zuletzt konnte hierdurch der Umfang des nunmehr insgesamt 263 Verzeichnungseinheiten umfassenden Bestandes von ursprünglich acht auf vier Archivkartons reduziert werden.
Mit der Neufassung des Findbuches und dessen Online-Bereitstellung über das Portal "Archive in Nordrhein-Westfalen" ist die Sammlung "Kinkel", dessen Bestandsgeschichte mit dem vorliegenden Findbuch zudem erstmals umfassend aufbereitet wurde, nun detailliert recherchierbar und auf breiter Basis nutzbar.


Katja Georg

Bonn, im August 2015


Anmerkungen

[1] Siehe Schreiben Carl von Hohelocher an die Stadtbibliothek Bonn vom 1. November 1913, in: Stadtarchiv Bonn (im Folgenden: StA Bonn) Pr 42a/54, fol. 51.
[2] Vgl. Dietrich Höroldt, Stadtarchiv und wissenschaftliche Stadtbibliothek (Veröffentlichungen des Stadtarchivs 22), S. 52.
[3] Auf der Hinreise über Rotterdam begleitete ihn Carl Schurz, der von London aus mit seiner Familie und anderen Parteifreunden in die USA auswanderte.
[4] Friedrich Knickenbergs Beziehung zu der ursprünglich aus Rheinbreitbach stammenden Familie Clouth basierte wohl insbesondere auf seiner Bekanntschaft mit Anna Röntz geb. Clouth. Sie war die Tochter des Bonner Weinhändlers Maximilian Joseph Clouth, dessen Bruder wiederum Karl Josef Clouth, der Freund und Nachbar der Mockels, war. Zusammen mit ihrem Mann Jacob Röntz betrieb sie bis 1900 in der Sandkaule 13 die Weinstube "Jacob Röntz vormals Max Clouth", in der wohl auch Friedrich Knickenberg "viele[] gemütliche[] Stunden" verbracht hatte. Als Anna Röntz 1917 starb, äußerte Knickenberg gegenüber ihrem Sohn Wilhelm ("Willy") Röntz sein tiefes Bedauern über den Tod von "Mutter Röntz". Siehe Kondolenzschreiben Friedrich Knickenbergs an Wilhelm Röntz vom 14. August 1917, StA Bonn SN 19/414.
[5] Johanna Kinkel hatte Karl Josef Clouth sowie den Bonner Gastwirt Peter Josef Anton Hittorf im Mai 1853 zudem die Vollmacht erteilt, sie im Sterbefall ihres Vaters als Erbin zu vertreten. Siehe Generalvollmacht Johanna Kinkels für Karl Josef Clouth und Peter Josef Anton Hittorf vom 4./5. Mai 1853, StA Bonn SN 98/208.
[6] Recht sicher ist dies anzunehmen für die Erklärung Bertha von Astens betr. Erstattung der Kosten für die im Krankenhaus "Aller Mühseligen" in St. Petersburg untergebrachten Witwe Adelaide [Adelheid] von Asten geb. Kinkel, StA Bonn SN 98/219. Der im Juni/Juli 1900 angelegte Vorgang betr. Ermittlung in Bonn wohnhafter unterhaltungspflichtiger Verwandter der Adelheid von Asten geb. Kinkel stammt aus einer städtischen Unterstützungsakte.
[7] Das Konvolut ist nunmehr unter den Signaturen SN 98/196-219 verzeichnet.
[8] Siehe Schreiben Karl Heinz Kobés an den Oberbürgermeister [Ludwig Rickert] vom 26. Oktober 1933 , in: StA Bonn Pr 42a/49.
[9] Ebd.
[10] Eine erste Sichtung und Einschätzung der Sammlung war bereits 1930 von Friedrich Knickenberg vorgenommen worden, der lediglich einige Stücke aus der Münzsammlung für erwerbenswert hielt. Zudem scheiterten die Bemühungen zur Übernahme der Bachem'schen Sammlung 'Alt Bonn' durch die Stadt zunächst auch an den "übertriebenen Vorstellungen" zum Wert der Sammlung seitens Käthe geb. Ludwig, der Witwe Adolf Bachems. Ab 1933 nahm der neue Archivleiter Karl Heinz Kobé erneut Verhandlungen auf, führte diese jedoch nicht mehr mit Käthe Bachem, sondern mit deren pflegebedürftiger und vermögensloser Schwägerin Lucie Bachem. Diese hatte die Sammlung ihres verstorbenen Bruders 1932 wegen einer vermögensrechtlichen Auseinandersetzung mit dessen Ehefrau (betr. eine Forderung von 28.000 Reichsmark) verpfänden lassen. Mit der neuen Eigentümerin kam es nun zu ernsthaften Kaufverhandlungen und am 10. März 1934 schließlich zum Vertragsschluss. Dieser sah als Gegenleistung für den Erwerb der Sammlung, deren Wert auf 15.700 Reichsmark geschätzt wurde, die lebenslängliche Unterkunft und Verpflegung Lucie Bachems im städtischen Pflegehaus, die Gewährung eines monatlichen Taschengeldes sowie die Übernahme der Kosten für Beerdigung und Instandhaltung des elterlichen Familiengrabes auf dem Nordfriedhof vor. Siehe hierzu den Vorgang zum Erwerb der Sammlung Bachem in StA Bonn Pr 42/910 (dort auch der Vertrag vom 10. März 1934) sowie den entsprechenden Schriftwechsel in der Akte betr. "Erwerb der Sammlung Bachem", StA Bonn Pr 42/1096.
[11] Führer durch das Ahrtal nebst Beschreibung der Städte Linz, Remagen und Sinzig. Von Gottfried Kinkel, Bonn 1849 (I f 95); Vom Rhein. Leben, Kunst und Dichtung. Von Gottfried Kinkel, 1847 [mit Bild Simrocks und 4 Kunstbll., Or.-Einband, Goldschnitt] (I f 154); Erzählungen. Von Gottfried und Johanna Kinkel, 3. Aufl. 1883 (I f 221); Gedichte. Von Gottfried Kinkel, 2. vermehrte Aufl., 1850 [Or.-Einband, Goldschnitt, 2 Ex.] (I f 254); Gottfried Kinkels sechsmonatliche Haft im Zuchthause zu Naugard. Von Heinrich v. Poschinger (I f 360); Nimrod. Ein Trauerspiel. Von Gottfried Kinkel [mit eigenh. Widmung Gottfried Kinkels] (I g 908) [Mit Widmung: "Für Frau Clara Distella [...]", eigh. Unterschrift von Gottfried Kinkel, Zürich, Maitag 1869.]; Otto der Schütz. Eine rheinische Geschichte in zwölf Abenteuern. Von Gottfried Kinkel, Stuttgart u. Tübingen 1846 [Or.-Einband, Goldschnitt] (I g 1127); Lotosblumen. Gedichte von Fr. W. Krug., Bonn 1840 [mit Widmung an Gottfried Kinkel] (I g 1324); König Lothar von Lotharingien oder gekränktes Recht. Historisches Trauerspiel in fünf Akten. Von Gottfried Kinkel, Bonn 1849 [Mit Widmung "Ernst aus'm Weerth, erhalten von Johanna Kinkel."] (I g 1345).
[12] Es handelt sich um die heute in der Sammlung "Kinkel" befindlichen Signaturen SN 98/14-20, 22-32, 77 und 78.
[13] Siehe den Brief von Adelheid von Asten [an Frau Adolf Bachem, Bonn] vom 9. Dezember 1922, StA Bonn SN 98/76. Das Tagebuch hatte Adelheid von Asten einer gewissen Frl. Nehlep mitgegeben, die es in Bonn bei Frau Schüller für Käthe Bachem hinterlegte. "Es liefert den Beweis" so Adelheid von Asten an Käthe Bachem, "dass meine liebe Mutter nicht wie boshafte Menschen behaupten, sich das Leben genommen hat, vielmehr, als Herzleidende in ihrer Atemnot aus dem Fenster gestürzt ist". Anscheinend hatte Adelheid von Asten das Tagebuch um die Jahrhundertwende auch der Germanistin Adeline Rittershaus-Oberländer für deren geplante Biografie über Johanna Kinkel zur Verfügung gestellt; offenbar hatte sie der Biografin jedoch Bedingungen abverlangt, "die sich mit der Ehrlichkeit eines Biographen nicht vereinigen [ließen]", sodass Rittershaus-Oberländer schließlich auf eine Veröffentlichung verzichtete. Vgl. Wolfgang Beyrodt, Gottfried Kinkel als Kunsthistoriker (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 23), Bonn 1979, S. 44f. (Anm.6). Nicht richtig ist jedoch der von Ulrike Brandt-Schwarze, Findbuch zum Nachlass Gottfried und Johanna Kinkel in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, Abteilung Handschriften und Rara, Bonn 2001, S. VII (Anm. 4), formulierte Schluss, dass das Tagebuch seither als verschollen gilt, da es sich nach der Einsichtnahme durch Adeline Rittershaus-Oberländer weithin im Besitz von Adelheid von Asten befunden haben muss, bevor diese es schließlich 1922 Käthe Bachem überließ.
[14] Der vom Bonner Antiquariat Plass angebotene Brief wurde vom Stadtarchiv für 7,50 Reichsmark erworben. Es dürfte sich um das auf den 4. Juni 1857 datierte Schreiben Johanna Kinkels an Auguste Heinrich handeln. Der Brief wurde 1937 unter Signatur I i 98/116 in die Autografensammlung aufgenommen und befindet sich jetzt unter Signatur SN 98/21 in der Sammlung "Kinkel".
[15] Das Gewehr, das Gottfried Kinkel angeblich bei der von ihm angeführten Erstürmung des Siegburger Zeughauses getragen hatte, hing lange Zeit an der Wand im Sammlungszimmer von Adolf Bachem. Johanna Kinkel hatte es zunächst den Eltern von Franziska Hartzheim geschenkt. 1911 ging es in den Besitz von Adolf Bachem über. Siehe Brief von Adelheid von Asten an Unbekannt [Adolf Bachem] vom 12. Dezember 1911, darin auch Bescheinigung über den Besitzerwechsel des Gewehres Franziska Hartzheim - Adolf Bachem durch Peter Paul Müller-Werlau, StA Bonn SN 98/93.
[16] Siehe das Verzeichnis über die 1932 für die Ausstellung entliehenen Gegenstände, in: StA Bonn Pr 42/1096. Das Verzeichnis liegt lediglich als s/w-Fotokopie vor und wurde der Akte 1975 nachträglich beigeheftet. Zur Ausstellung siehe den Zeitungsartikel "Gedenkfeier zum 50. Todestag Gottfried Kinkels", in: General-Anzeiger vom 14. November 1932.
[17] Siehe hierzu und im Folgenden die Akte betr. "Übernahme des Nachlasses Kaufmann", StA Bonn Pr 42/992.
[18] Zeeck war als Archivar in der Pressestelle des Auswärtigen Amtes in Berlin tätig.
[19] Schreiben Karl Heinz Kobé an den Bonner Oberbürgermeister [Ludwig Rickert] vom 30. Juli 1935, in: ebd.
[20] Siehe hierzu und im Folgenden den Bericht von Karl Heinz Kobé an den Bonner Oberbürgermeister [Ludwig Rickert] vom 24. August 1935 (dort auch die Zitate), in: ebd.
[21] Vgl. Theodor Henseler, Streifzug durch die neuere Literatur über Bonn (Bonner Geschichtsblätter 5), Bonn 1951, S. 165; Beyrodt (1979), S. 77 (Anm. 2).
[22] Vgl. Brandt-Schwarze (2001), S. IXf.. Der Nachlass bildet heute innerhalb des Kinkel-Gesamtbestandes der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn den sogenannten Teilnachlass II.
[23] Vgl. ebd., S. VII; Monica Klaus, Liebe treue Johanna! Liebster Gottit! Der Briefwechsel zwischen Gottfried und Johanna Kinkel 1840-1858, Bd. 3 (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 69), Bonn 2008, S. 1416.
[24] Es handelt sich um die Signaturen SN 94/67, 103, 251-256, 320 und 340.
[25] Siehe die Signaturen SN 94/253.
[26] Zudem lief auch der Auktionsmarkt allmählich erst Anfang der 1950er Jahre wieder an, da die Bestände der im Krieg zumeist stark zerstörten Auktionshäuser nicht selten stark dezimiert, wenn nicht gar gänzlich verloren waren. Vgl. z.B. Ein Rückblick auf die Geschichte der Firma J. A. Stargardt, in: Autographen J. A. Stargardt. Katalog 682, 2005, S. 5-25, hier: S. 21f.
[27] Ebenfalls fanden wohl auch einige aus Privatbesitz stammende Zeitungsausschnitt- bzw. Materialsammlungen Eingang in die Sammlung. Siehe die Signaturen SN 98/5-7.
[28] Siehe die Signaturen SN 98/2-3, 8-13, 35-41, 43, 46-47; außerdem drei Fotokopien (Signaturen SN 98/48-50). Einen 4 S. umfassender Brief von Gottfried Kinkel vom 23. August 1873 (Zürich) wurde im Januar 1953 bei J. A. Stargardt, Marburg, für 24 DM angeboten, konnte durch das Stadtarchiv Bonn jedoch nicht erworben werden. Siehe hierzu wie auch zu den nachfolgend genannten Erwerbungen die Akte betr. "Ankäufe und Schenkungen von Archivalien (Einzelstücke)", 1930-1963, StA Bonn Pr 42/999.
[29] Siehe hierzu den entsprechenden Erwerbungsvorgang vom 7. Mai 1951 - 15. November 1952, in: StA Bonn Pr 42/999.
[30] Vgl. Fünfjahresbericht der Stadt Bonn 1950-1955, Bonn 1956, S. 42. Ennen veröffentlichte die Briefe bereits 1955 in den Bonner Geschichtsblättern. Vgl. Edith Ennen, Unveröffentlichte Jugendbriefe Gottfried Kinkels 1835-1838. Nebst einem Anhang späterer Briefe von G. und J. Kinkel und eines Briefes von E. M. Arndt über Kinkel, in: Bonner Geschichtsblätter 9, Bonn 1955, S. 37-121, hier: S. 45-105. Das Konvolut befindet sich heute unter Signatur SN 98/8 Nr. 1-28 in der Sammlung "Kinkel".
[31] Siehe das Schreiben Edith Ennens an den Autografenhändler Herbert Adam vom 17. Januar 1952 (dort auch die Zitate), in: StA Bonn Pr 42/999.
[32] Siehe die Signaturen SN 98/55-65, 80-86, 89-100, 102, 106-107, 112-113, 115-119, 121, 132-133, 135-136, 156, 159-160, 162-165, 169, 172-174, 176-179, 184-186, 188-191 und 194. Ein im Januar 1959 an das Stadtarchiv herangetragenes Angebot von "Strodtmann-Versen" durch die Berliner Autografenhandlung Meyer und Ernst wurde wegen des zu hohen Preises abgelehnt. Siehe hierzu das Schreiben von Edith Ennen vom 31. Januar 1959, in: StA Bonn Pr 42/999.
[33] Siehe die Signaturen SN 98/117 Nr. 1-10. Die Briefe wurden beim Auktionshaus J. A. Stargardt, Marburg, erworben.
[34] Siehe die Signaturen SN 98/137-153. Darunter befindet sich auch ein Freundschaftsalbum für Carl Sartorius, das dieser wohl anlässlich seiner Vermählung mit Anna Maria geb. Adams von seinen Freunden überreicht bekam. Es enthält um 1836/37 entstandene Gedichte und Widmungen von Gottfried Kinkel, Wilhelm Rauschenbusch, Wilhelm Boegehold und anderen Freunden (Signatur SN 98/149).
[35] Siehe die Signatur SN 98/182.
[36] Siehe Signatur SN 98/194.
[37] Als Hilfsmittel dienten v.a. das ausführliche von Monica Klaus erstellte Personenregister sowie der Biografische Index von Zeitgenossen, siehe Klaus (2008), S. 1403-1431, 1446-1468 sowie das von Ulrike Brandt-Schwarze bearbeitete Findbuch zum Nachlass Kinkel in der Bonner Universitätsbibliothek, insbesondere auch hier das Personenregister, siehe Brandt-Schwarze (2001), S. 205-220.

Literatur (Auswahl):
- Beyrodt, Wolfgang, Gottfried Kinkel als Kunsthistoriker. Darstellung und Briefwechsel (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 23), Bonn 1979.
- Berg, Angelika, Gottfried Kinkel. Kunstgeschichte und soziales Engagement (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 36), Bonn 1985.
- Brandt, Ulrike u.a., Der Maikäfer. Zeitschrift für Nichtphilister, 4 Bde (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 30-33), Bonn 1982-1985.
- Brandt-Schwarze, Ulrike/Kramer, Astrid/Oellers, Norbert/Rösch, Hermann, Der Maikäfer. Kommentar (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 51), Bonn 1991.
- Ennen, Edith, Unveröffentlichte Jugendbriefe Gottfried Kinkels 1835-1838. Nebst einem Anhang späterer Briefe von G. und J. Kinkel und eines Briefes von E. M. Arndt über Kinkel, in: Bonner Geschichtsblätter 9, Bonn 1955, S. 37-121.
- Klaus, Monica, Liebe treue Johanna! Liebster Gottit! Der Briefwechsel zwischen Gottfried und Johanna Kinkel 1840-1858, 3 Bde (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 69), Bonn 2008.
- Meysenbug, Malwida von u.a., Briefe an Johanna und Gottfried Kinkel (Veröffentlichungen des Bonner Stadtarchivs 28), Bonn 1982.
- Rösch-Sondermann, Hermann, Gottfried Kinkel als Ästhetiker, Politiker und Dichter (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 29), Bonn 1982.
- Strodtmann, Adolph, Gottfried Kinkel. Wahrheit ohne Dichtung. Biographisches Skizzenbuch. 2 Bde. Hamburg 1850.



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