Stadtarchiv Geseke
Archivgut eigener Herkunft, im eigenen Archiv
Urkunden
Stadtarchiv Geseke, Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur :

Name : Stadtarchiv Geseke, Urkunden

Beschreibung :
Zur Geschichte des Urkundenarchivs, Auszug aus dem Findbuch-Vorwort der Erstverzeichnung des Geseker Archivbestandes aus den Jahren 1954/55 von Landesarchivrat Dr. Wolfgang Leesch: "[...] Das städtische Urkundenarchiv, das die verbrieften Rechte der Stadt enthielt und dessen sorgsame und sichere Aufbewahrung außerhalb der Kanzleiräume daher eine Lebensnotwendigkeit für das städtische Gemeinwesen war, wurde sehr häufig in der städtischen Pfarrkirche, die ja überall als Kirche der Bürgerschaft nicht nur geistlichen Verrichtungen, sondern auch Zwecken des Rates diente, sichergestellt, wie wir z.B. aus der unmittelbaren Nachbarschaft Gesekes, aus Rüthen, wo die Urkunden bis 1730 in der Pfarrkirche Rüthen und Büren, wo sie gar erst Ende des 19. Jahrhunderts aus der Kirche geholt wurden, aber auch aus anderen Städten wie Brakel und Höxter, sicher wissen. Auch in Geseke scheint das alte Urkundenarchiv im Mittelalter im Turm der Pfarrkirche in einer Kiste gelagert zu haben. Denn 1491 wird eine Urkunde erwähnt, 'die man dann findet auf dem Turm bei der Stadt Privilegien', und von einer anderen heißt es, sie liege 'auf dem Turm in dem Kasten bei der Stadt Privilegien' (A I, 1 Nr. 60 [alte Archiv-Sign.]), wobei wir unter dem Stadtturm wohl kaum einen der städt. Mauertürme, sondern sicherlich den Turm der Stadtkirche zu verstehen haben. Doch müssen die Urkunden bereits im 16. Jahrhundert in das benachbarte Rathaus hinübergeholt worden sein. Denn als der in niederländischen Diensten stehende Graf Oberstein am 1.1.1591 in Geseke einrückte, besetzten seine Soldaten das Rathaus, wo sie 'der Stadt Briefe, Siegel und Rechte' (also die 'Urkunden') 'pedibus concussiret und verbrannt' haben sollen, so daß sie zum großen Teil verloren gegangen seien. Doch hätten die Bürger einen Teil - 'wie wohl nicht sonder Gefahr' - davon gerettet (Archiv des Altertumsvereins Aktenband 121; zitiert nach einem handschriftlichen Exzerpt Josef Lappes). Den erhaltenen Teil des Urkundenarchivs vernichtete dann der große Rathausbrand in der Nacht zum 21.3. 1695, der vor allem die Ratsstube zerstörte (A XXVIII, 11 Bd. 21 [alte Archiv-Sign.]: Ratsprotokoll vom 23.3.1695 und A I, 21 [alte Archiv-Sign.]: Schreiben des Rates an den Kurfürsten von Köln von 1695 mit der Bitte um Erneuerung ihrer Privilegien, deren Originale durch den Brand verloren gegangen seien). Was an Urkunden seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert im Stadtarchiv heute erhalten ist, stammt im wesentlichen aus dem Archiv des städtischen Heilig-Geist-Hospitals, das vermutlich bis in die neuer Zeit hinein im Hospital oder in der Hospitals-Kapelle gelegen hat. Die städtischen Lehnsurkunden setzen erst im 18. Jahrhundert ein, die städtischen Passiv-Obligationen, die ja erst nach Rückzahlung der städtischen Schuld wieder an die Stadt gelangt sind, beginnen im ausgehenden 16. Jahrhundert.

Auch das alte Ratsbuch, das 1491 erwähnt wird, und das wahrscheinlich die wichtigsten städt. Privilegien im Wortlaut enthalten hat, ist verloren. Nur das Gedenkbuch, das der kaiserliche Notar und Gograf zu Salzkotten Mathias von Engers als Privatarbeit 'multis annis sudore multo et operosa curiositate', wie er in der Widmung an den Rat zu Geseke schreibt, zusammen gestellt hat (A I, 2 [alte Archiv-Sign.]), enthält neben Abschriften von zahlreichen auf Geseke bezüglichen Urkunden und einer Reihe von eingehefteten Original-Schriftstücken auch einige Abschriften von städtischen Privilegien, die wohl dem Stadtarchiv angehört haben. [...]"

Das seitdem nur ungedruckt und in Form von mehreren leicht voneinander abweichenden maschinenschriftlichen Manuskriptexemplaren vorliegende Findbuch des Urkundenbestandes des Stadtarchiv Geseke wurde 2013 per Computer in ein Archiv-Verzeichnungsprogramm übertragen. Auf eine Neuverzeichnung wurde dabei aus Zeitgründen verzichtet. Die alten Archivsignaturen sind weiterhin maßgeblich, da im Archivmagazin die Urkunden gemäß der alten Archivsignatur gelagert sind.

Geseke, den 28. Februar 2013


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