Kreisarchiv Höxter
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A 431 - Kinderkurheim des Kreises Höxter (bis 1974 des Kreises Warburg) auf Norderney
A 431 Kinderkurheim des Kreises Höxter (bis 1974 des Kreises Warburg) auf Norderney
Permalink des Findbuchs


Signatur : A 431

Name : A 431

Beschreibung :

Einleitung :

Vorbemerkung

Im Januar 1920 wurde die Bevölkerung im Kreis Warburg durch das Kreisblatt aufgerufen, für den Kauf eines Erholungsheimes auf der Nordseeinsel Norderney zu spenden, in dem ¿alljährlich bedürftige Kinder und Kranke des Kreises Warburg zur Wiederherstellung und Kräftigung der Gesundheit untergebracht¿ werden sollten. Landrat Dr. Josef Schoenkaes bildete mit prominenten Vertretern der Geistlichkeit, der Vereine und Verbände einen ¿Sammelausschuß¿, der so erfolgreich war, daß bereits am Ende des Jahres das Haus Damenpfad 37 erworben werden konnte. Dieses erwies sich aber bereits bei der Durchführung der ersten Kuren als zu klein. So wurde es wieder verkauft und dafür eine in den Dünen gelegene ehemalige Waschanstalt (Chausseestraße 15) erworben, die am 1. Oktober 1921 in das Eigentum des Kreises überging und zu einer Unterkunft für 70 Kinder umgebaut und eingerichtet wurde.

1924 vereinbarte der Kreis Warburg mit dem Kreis Höxter, daß dieser sich durch die Belegung von 35 Betten und einen neu zu errichtenden Anbau beteiligte, wodurch 1925 das Bettenangebot des nunmehr ¿Kinderheimes Warburg-Höxter¿ auf 136 stieg. Das Gelände wurde durch die Zupachtung und später den Kauf angrenzender Grundstücke erweitert, darunter auch die Parzelle Jann-Berghaus-Straße 41, die dann zur Adresse des Heimes wurde.

Im Zweiten Weltkrieg belegte eine Marineeinheit das Gebäude, wodurch der Kurbetrieb unmöglich wurde. Nach dem Krieg wurde über den Verkauf des Hauses nachgedacht, die Idee jedoch verworfen und 1947 der Kurbetrieb wieder aufgenommen. Belegt wurde das Haus außer aus den Kreisen Warburg und Höxter auch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und anderen Entsendestellen.

1962 gab der Kreis Höxter seine Beteiligung an dem Heim auf. In dieser Zeit entsprach das Haus bezüglich der Unterkunftsräume und der sanitären Einrichtung nicht mehr den modernen Erfordernissen. Außerdem erforderte es hohe Subventionen aus der Kreiskasse. Erneut wurden verschiedene Verwendungsmöglichkeiten erwogen. Wiederum blieb es jedoch bei der traditionellen Nutzung als Kinderkurheim, wofür der 1925 vom Kreis Höxter errichtete Anbau 1967 abgerissen wurde und ab 1968 ein im Mai 1970 eingeweihter Neubau errichtet wurde. Zusammen mit dem ebenfalls renovierten Altbau entsprach die Einrichtung nun den zeitgemäßen Anforderungen.

In den ersten 16 Jahren führten Missionsschwestern aus Hiltrup das Haus in eigener Regie. Laut Vereinbarung mit dem Mutterhaus der Rote-Kreuz-Schwestern in Frankfurt/M. übernahm 1937 Schwester Liesa Grohsmann die Heimleitung. Ihr folgte im Februar 1939 die Schwester Anna Bange. Nachdem diese nach 22 Jahren durch Erreichen der Altersgrenze ausgeschieden war, übernahm die bis dahin im Haus als Jugendleiterin tätige Rote-Kreuz-Schwester Julia Unterbarnscheidt die Leitung. Schwester Julia konnte am 5. Mai 1971 das Jubiläum von 40 Jahren im Dienst des Kreises Warburg feiern und schied im selben Jahr wegen des Erreichens der Altersgrenze aus. Ihre ab Herbst 1971 amtierende Nachfolgerin Christa Porsiel wurde im Juni 1977 im Alter von 41 Jahren ermordet.

Durch die Gebietsreform kam 1975 das Heim in das Eigentum des neuen Kreises Höxter.

Da die Belegungszahlen immer unbefriedigender wurden und das finanzielle Defizit immer größer, gab der Kreis die Eigenbewirtschaftung des Heims auf und vermietete es 1978 an den Verband der Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Bezirk Dortmund, der es bis 2004 betrieb. Seit 2005 ist die Kinder- und Jugendhilfe Outlaw gGmbH Pächter des Heims und betreibt es unter dem Namen ¿Haus Klipper¿ als Gäste- und Jugendhaus.

Der Bestand enthält die bis zum Zeitpunkt der Verzeichnung in das Kreisarchiv gelangten Akten, die in den Kreisverwaltungen Warburg und Höxter, also nicht auf Norderney, geführt wurden.

Hinweis:

Ein Großfoto des Kinderheimes Warburg-Höxter aus dem Jahre 1926 mit Landräten, Kreisausschußmitgliedern und Verwaltungsangehörigen liegt unter der Signatur S 6/2 Nr. 1.

Höxter, im September 2011

gez. Horst-D. Krus

Nachtrag:Für die Veröffentlichung des Online-Findbuchs wurden die einzelnen Verzeichnungseinheiten im Mai 2015/März 2016 mit Schutzfristvermerken nach Landesarchivgesetz NRW versehen.

gez. Kreie, 8. März 2016

Umfang : 1 lfdm

Verweise :

Heinz Beine: 70 Jahre Kinderkurheim Norderney. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1990, S. 37-44

Mathias Kämpfer: Gäste- und Jugendhaus des Kreises Höxter auf der Nordseeinsel Norderney erstrahlen in neuem Glanz. In: Jahrbuch Kreis Höxter 2009, S. 176-177



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