Gemeindearchiv Kirchhundem
2 Archivgut anderer Herkunft
2.4 Nachlässe
Nachlass Albert Kleffmann
Nachlass Kleffmann


Signatur :

Name : Nachlass Kleffmann

Beschreibung : Friedrich Albert Kleffmann wurde am 27. Mai 1882 in Heinsberg (jetzt Kirchhundem) geboren und starb am 10. November 1965 in Altenhundem (heute Lennestadt). Nach dem Abitur studierte er zunächst Philosphie in Marburg und Bonn, wechselte dann aber zum Ingenieurfach. Vor dem Ersten Weltkrieg war er als Statiker im Kirchen-, Eisenbahn- und Zentralheizungsbau in Düsseldorf tätig. Nach Beendigung des Krieges ließ er sich in Altenhundem nieder und betätigte sich als Ingenieur und Landmesser. Schriftstellerisch beätigte sich Albert Kleffmann bereits seit seiner Jugendzeit. Nebenberuflich redigierte er 1908 die "Niederrheinische Warte" und den "Neußer und Viersener Verkehrsanzeiger". Nach dem Wohnortwechsel nach Altenhundem widmete er sich verstärkt der Erforschung der Geschichte des Südsauerlandes. Herausragend waren dabei die Veröffentlichungen und Veranstaltungen zur 700-Jahrfeier von Schlossfreiheit und Herrschaft Bilstein 1925 und der 1000-Jahrfeier von der Mark und Freigrafschaft Hundem 1927. Letztere erfolgte allerdings durch die Fehlinterpretation einer Urkunde von 927, wie A.K. Hömberg später schlüssig nachweisen konnte.

Berühmt wurde Dr. Albert Kleffmann insbesondere durch seine Literatur in sauerländischer Mundart. Die Kolummnen "Lank un twiäß diär"t Land" erschienen in den sauerländischen Tageszeitungen im ein- bis zweiwöchigem Rhythmus. Mit ihnen nahm Dr. Kleffmann alias Alfried van Ruinsperg Land und Leute, Sitten und Gebräuche und aktuelles Geschehen in humorvoller Art unter die Lupe.

Als Genealoge war Dr. Albert Kleffmann für zahlreiche Familien seiner Heimat tätig. Seine genealogischen Forschungen zu mittelalterlichen Adelsdynastien bedürfen allerdings einer vorsichtigen Herangehensweise. Insbesondere A.K. Hömberg hat wohl zum Ausdruck gebracht, dass er die Arbeiten für fehlerhaft und somit wertlos hält.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Dr. Albert Kleffmann kurze Zeit auch politisch aktiv und gründete die Ortsgruppe der SPD Altenhundem-Kirchhundem.

Am 28. Oktober 1965 übernahm das damalige Amt Kirchhundem das Archiv des damals schon schwer erkrankten Heimatforschers Dr. Albert Kleffmann. Seitdem lagerten die Archivalien und Bücher ungeordnet und zum großen Teil ungesichert im Keller des Amtsgebäudes, der heutigen Gemeindeverwaltung. Diese Umstände erklären den Tatbestand, dass der Umfang des Schriftgutes bis zur festen einrichtung des Gemeindearchivs Kirchhundem 1980 immer mehr abnahm. Der verbliebene Rest wurde im Juni 1982 geordnet und verzeichnet und für die Benutzung zugänglich gemacht. Der Bestand enthält insbesondere das historische und private Schriftgut, Manuskripte, Zeitungen und Zeitungsausschnitte sowie Kartenmaterial. Die im Nachlass vorhandenen Bücher wurden - soweit für die Heimatforschung interessant - der Archivbibliothek zugeführt.

Literatur (Auswahl):

Festbuch zur Siebenjahrhundertfeier der Schloßfreiheit und Herrschaft Bilstein-Westfalen 1925. Herausgegeben im Auftrage des Festausschusses von Dr. Albert Kleffmann, Altenhundem.

Heimatgeschichte der ehemaligen Mark und Freigrafschaft Hundem. Erster Teil. Festbuch zum tausendjährigen Bestehen. 927 - 1927. Herausgegeben im Auftrage des Festausschusses von Dr. Albert Kleffmann-Altenhundem.

Bilstein-Beilstein u.ä. Orte und Familien. Ein Beitrag zu deren Geschichte von Dr. Albert Kleffmann, Altenhundem. 1938

Martin Vormberg: Dr. Albert Kleffmann vor 100 Jahren geboren. In: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe, 127. Folge 1982, Heft 2, S. 101f.


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