Stadtarchiv Lemgo
8.2 Nachlässe (Firmen, Unternehmen)
NL 41 - Firma Küster (Elektrohandel)
NL 41 - Firma Küster (Elektrohandel)
Permalink des Findbuchs


Signatur :

Name : NL 41 - Firma Küster (Elektrohandel)

Beschreibung :

Firmengeschichte und Überlieferung

Der Schneidermeister Christian Philipp Küster wurde am 19.03.1788 in Arolsen (Waldeck) geboren. Er zog zwischen1805 und 1810 nach Lemgo und eröffnete wohl in der Mittelstraße (Hausnummer unbekannt) eine Schmiede. Im Jahre 1819 war er in der Papenstraße 38 (NB 67) gemeldet. 1836 wurde er als Mieter des Hauses Papenstraße 55 (NB 56a) erwähnt. Christian Philipp Küster heiratete im September 1818 Sophie Catrine Kreter und hatte mit ihr eine Tochter, Sophie (*02.1822), und einen Sohn.

Dieser, der Nagelschmied Ludwig Küster (*02.11.1818 +30.01.1897), diente fünf Jahre im Fürstlich-Lippischen Militär (NL 41/64) und kaufte um 1850 das Haus Wasserstraße 3 (SB 61), um dort eine Schmiede einzurichten. Mit seiner Frau Luise Wehrmann (*08.11.1817 +02.08.1895), hatte er zwei Kinder, Marie (*25.07.1850 +31.05.1895, verheiratet mit August Meierjohann) und Heinrich (*18.12.1856 +22.12.1937). Nach dem Tod der Eltern wurde das Haus Wasserstraße 3 im Jahre 1898 verkauft.

Heinrich Küster wurde Klempnermeister und erwarb im Jahre 1890 die heute noch bewohnten und bewirtschafteten Häuser Mittelstraße 8-10 (TB 26). 1893 ließ er Wohnhaus und Stall abreißen und ein neues Wohnhaus und eine Werkstatt bauen, die 1895 fertig wurden. Dort gründete er das "Installationsgeschäft Heinrich Küster". Aus seiner Ehe mit Marie Prött (*17.10.1862 +23.11.1935), gingen vier Kinder hervor: Marie (*10.06.1888 +17.06.1940, die 1920 den Wagenbauer Hugo Scheidt heiratete, s. NL 27), Heinrich (*20.02.1894 +17.03.1920), Karl (*20.02.1897 +17.01.1987) und Hermann (*24.07.1902 +04.05.1903).

Das Unternehmen "Installationsgeschäft Heinrich Küster" besaß in den Jahren 1898 bis 1910 in der Regel zwei Mitarbeiter, einen Gesellen und einen Lehrling (NL 41/84). Ab 1910 waren zumeist ein Geselle und zwei Lehrlinge angestellt (NL 41/15). Im Januar 1923 hatte der Betrieb sechs Mitarbeiter, zwei Klempnergesellen, drei Monteursgesellen und einen Lehrling (NL 41/65). Bis 1929 hatte das Installationsgeschäft Küster dann immer zwischen vier und sechs Mitarbeitern. In der Regel wohnten die Mitarbeiter in einer der Wohnungen im Haus Mittelstraße 8-10.

Heinrichs Sohn Karl wurde Klempner und Elektrotechniker und arbeitete im elterlichen Geschäft mit. Nach dem 1. Weltkrieg war er in Kriegsgefangenschaft und kehrte im Januar 1919 nach Lemgo zurück. Ab ungefähr 1923 hat der Betrieb die Prüfung von Blitzschutzanlagen angeboten (s. NL 41/43 und NL 41/44). Es steht zu vermuten, dass Karl Küster erst Klempner lernte und dann noch Elektrotechniker wurde (s. Meldekartei) und das Geschäft zum Elektronikhandel erweiterte bzw. umbaute.
Spätestens nach dem Tod des Vaters 1937 übernahm Karl das Geschäft komplett. Er heiratete am 05.06.1931 Luise Koch (*14.06.1899 +06.12.1979) und hatte mit ihr die vier Kinder Karl (*02.06.1932), Linde (*04.10.1934 +13.05.1935), Jürgen (*26.08.1936) und Renate (*14.04.1939, Musterzeichnerin).

Beide Söhne wurden Elektriker wie ihr Vater. Karl verzog 1967 nach Sonthofen in Bayern, sodass Jürgen den elterlichen Betrieb übernahm. Er heiratete Bärbel Namuth (*20.08.1939) und hatte mit ihr die vier Kinder Peter (*03.05.1964), Jan (*06.12.1966), Klaus (*06.12.1966) und Dorle (*28.04.1976). Klaus Küster führt aktuell das Familiengeschäft unter dem Namen "Küster Licht GmbH".

Der Nachlass wurde dem Stadtarchiv im September 1998 von Klaus Küster, Fa. Küster Licht GmbH (Mittelstraße 8-10, Lemgo) übereignet (Zugangsnr.: 19/1999).


Inhalt

Der Nachlass gliedert sich in einen geschäftlichen Teil der Firma Elektrohandel Küster und einen privaten der Familie Küster. Die Geschäftsunterlagen umfassen Kontobücher, Kassenbücher, Geschäfts- und Auftragsbücher, Lieferscheine, Angebote, Banken- und Kassenbelege, Rechnungen und Lehrverträge.
Der private Teil des Nachlasses enthält private Korrespondenz der Familie Küster, Bau- und Rechtsangelegenheiten, Feldpostbriefe und einige Tagebücher.

Folgende Einheiten sind Übergrößen und lagern gesondert: NL 41/85 bis NL 41/102.

Der Bestand umfasst insgesamt 102 Verzeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1844 bis 1954.

Im Stadtarchiv finden sich im Fotobestand N1 unter der Systematikgruppe 14 (Familien und Personen, teilweise unter 14.03.05 Familie Scheidt) einige Fotos zur Familie Küster. Im Nachlass von Johannes Hettling findet sich zudem der Militärpass von Heinrich Ludwig Küster aus dem Jahre 1877 (NL 4/9).


Fabian Hartl, im April 2014


Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken