Stadtarchiv Lemgo
07 Schulen
T 9 - Schulgemeinde Brake (Volksschule und Hauptschule III Lemgo - Brake
T 09 - Schulgemeinde Brake (Volksschule und Hauptschule III)
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Signatur : T 09

Name : T 09 - Schulgemeinde Brake (Volksschule und Hauptschule III)

Beschreibung :

Vorwort :

Geschichte

Allgemein

Volksschulen ("teutsche Schulen" im Gegensatz zu den Lateinschulen), die der Bildung des einfachen Volkes dienen sollten, sind ein Ergebnis der Reformation. Katechismus, Kirchengesang und Gebete sollten in diesen Schulen vermittelt werden. Diese Vermittlungsaufgabe oblag nicht nur dem örtlichen Pfarrer, sondern auch dem zuständigen Küster oder Kantor der Kirchengemeinde (deshalb auch Küster- oder Kantorschule). Anfangs erfolgte der Unterricht nur am Sonntag (deshalb auch Sonntagsschule). Rechtliche Regelungen dieser frühen Form des Volksschulwesens waren in den Lippischen Kirchenordnungen von 1538 und 1571 enthalten.

Mit der lippischen Kirchenordnung von 1684 wurde der Schwerpunkt von der kirchlichen Unterweisung hin zum allgemeinen Volksbildungsziel verschoben. In allen Kirchspielen (Pfarreien) sollten nun deutsche Schulen auf den Küstereien eingerichtet werden. Die Lehrer, als gräfliche Beamte, unterstanden der Oberaufsicht von Konsistorium (Kirchen- und Schulbehörde) und Superintendentur. Erst 1914 (Beschluss dazu bereits 1849 gefasst) wurde eine eigene "Oberschulbehörde" geschaffen und das Konsistorium alleine auf kirchliche Angelegenheiten beschränkt.

Ursprünglich waren die Kirchengemeinden Schulträger und die Pastoren als Ortschulinspektoren Vorgesetzte der Lehrer. Diese wiederrum waren fast immer als Küster und Kantoren Bedienstete der Kirchengemeinden, zumal das Lehrergehalt nicht gerade üppig bemessen war. Schulgebäude, Lehrerwohnung und das Grundstück waren häufig im Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinde.

Mit Erlass des Gesetzes für die lippischen Volksschulen vom 11. Dezember 1849 wurden die Volksschulen der staatlichen Oberaufsicht unterstellt und die Lehrer den übrigen Staatsdienern gleichgestellt. Die Volksschulen in den jeweiligen Schulgemeinden waren nun verpflichtende Regelschulen für alle schulpflichtigen Kinder innerhalb des Schulbezirkes.

Von 1849 (Trennung zwischen Kirchen- und Schulgemeinden) bis 1937 (Kommunalisierung) bestanden in Lippe selbstständige Schulgemeinden, die von den politischen Gemeinden unabhängig und mit eigenem Schulsteuer-Heberecht ausgestattet waren. Sie wurden von einem Schulvorstand und einem Schulgemeindeausschuß geleitet. Während der Schulgemeindeausschuß (1895) als parlamentarisches Gremium der Schulgemeinde vor allem für Haushaltsfragen zuständig war, verwaltete der Schulvorstand die örtliche Schule. Er leitete den gesamten äußeren Schulbetrieb und führte die Aufsicht über die Lehrpersonen, Schüler, Schulräume, Lehr- und Lernmittel, Schulveranstaltungen und die Verwendung der Haushaltsmittel. Als ständige Vertreter gehörten dem Schulvorstand der zuständige Amtmann, der Ortspfarrer und der Schulleiter an. Dazu kamen als nichtständige Mitglieder Vertreter der Lehrer und der Elternschaft.

Mit dem Volksschulgesetz von 1914 wurde endgültige die geistige Ortsschulaufsicht beseitigt. Oberschulbehörde wurde die Fürstliche Regierung, Abteilung für Schulwesen. 1919/20 wurden die Vorschulen an den höheren Lehranstalten aufgehoben und den Volksschulen zugeordnet. Ein Übergang an eine höhere Lehranstalt war erst nach frühestens vier Jahren möglich (Grundschule).

1937 erfolgte die Auflösung der selbständigen Schulgemeinden. Schulträger wurden nun die politischen Gemeinden.

1968 wurde in Nordrhein-Westfalen eine Schulreform umgesetzt, die eine Trennung der Volksschule in Grund- und Hauptschulen vorsah. Somit markiert das Jahr 1968 das Ende der Volksschule.

Schulgemeinde Brake

Die Ursprünge der Braker Schule reichen bis in die Küsterschule des Braker Pfarrsprengels im 17. Jahrhundert zurück. Im Pfarrhaus gab es eine sog. Schulstube, in der unterrichtet wurde.
Mit dem Anwachsen der Braker Bevölkerung wurde der Bau eines neuen Küsterhauses unabdingbar, das 1850 fertiggestellt wurde. Das neue Küsterhaus bot neben einer zusätzlichen Lehrerwohnung ein zweites Klassenzimmer, sodass für die annähernd zweihundert Schulkinder zunächst genug Platz vorhanden war.
Rund um die Jahrhundertwende kamen aber erneut Platzprobleme auf, die in dem Bau eines eigenen Schulgebäudes im Küstergarten mündeten. Das neue Schulgebäude mit vier großen Klassenräumen konnte im Dezember 1899 bezogen werden. Dort blieb die Braker Schule bis 1938 ansässig. In diesem Jahr wurde eine neue Schule an der Pöppelbreite eingeweiht.

1958 mussten aufgrund der steigenden Schülerzahlen zwei Klassen in Räumen des Kreissportheimes am Walkenfeld unterrichtet werden. 1961 (Grundsteinlegung 1959) konnte ein Schulneubau eingeweiht werden.

Mit der Schulreform in Nordrhein-Westfalen von 1968 wurde die Volksschule Brake zur Hauptschule III. Im Jahre 1983 wurde sie dann anlässlich der Feststellung eines Erweiterungsbaus in Hauptschule Brake umbenannt. Mit Beginn des Schuljahres 1989/90 nahm die Hauptschule den Betrieb als Ganztagsschule auf.

Zum 31.07.2014 wurde die (Ganztags-)Hauptschule Brake aufgelöst. Die verbliebenen 75 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 besuchen seit dem 01.08.2014 die Lemgoer Heinrich-Drake-Hauptschule. Sämtliche Akten der Hauptschule Brake sind in der Heinrich-Drake-Schule archiviert worden.

Inhalt

Die Laufzeit des Bestandes umfasst 89 Jahre, beginnend mit Protokollen des Schulvorstandes und -ausschusses aus dem Jahr 1894 sowie schließend mit Protokollen über die Sitzung der Schulpflegschaft aus dem Jahr 1983. Den zeitlichen Schwerpunkt der Überlieferung bilden die 1950er bis 1960er Jahre.

Der Bestand setzt sich aus zwei Abgaben (Zugangsnummer 1989/039 und 2008/018) zusammen und ist unter der Bestandssignatur T 9 am 26.5.1989 und am 13.5.2008 ins Archiv aufgenommen worden. Er umfasst 16 Verzeichnungseinheiten und umfasst v. a. Protokolle, Lehrpläne, Schriftwechsel und Hauptschülerverzeichnisse.

Teile des Bestandes unterliegen noch den archivgesetzlichen Sperrfristen, auch wenn diese nicht bei jeder Verzeichnungseinheit mitangegeben sind. Nähere Angaben sind über das Archivpersonal möglich.

Literatur

Werner Götsch: Schulchronik der Hauptschule III Lemgo - Brake, begonnen 1. Januar 1971 bis 22. Juli 1981, 156 Seiten

Rudolf Meierrieks: Die Hauptschule Brake von 1970 - 1990, in: Informationen und Meinungen / Kirchengemeinde Brake. - 1990,126 : Ill.

Andreas Mikolasek: Aus der Geschichte der Braker Schulen, in: Informationen und Meinungen / Kirchengemeinde Brake. - 1984,92, S. [16 - 17] : Ill.



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