Stadtarchiv Lemgo
07 Schulen
T 13 - Schulgemeinde Laubke (Volksschule)
T 13 - Schulgemeinde Laubke (Volksschule und Grundschule Süd)
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Signatur : T 13

Name : T 13 - Schulgemeinde Laubke (Volksschule und Grundschule Süd)

Beschreibung :

Vorwort :

Geschichte

Allgemein

Volksschulen ("teutsche Schulen" im Gegensatz zu den Lateinschulen), die der Bildung des einfachen Volkes dienen sollten, sind ein Ergebnis der Reformation. Katechismus, Kirchengesang und Gebete sollten in diesen Schulen vermittelt werden. Diese Vermittlungsaufgabe oblag nicht nur dem örtlichen Pfarrer, sondern auch dem zuständigen Küster oder Kantor der Kirchengemeinde (deshalb auch Küster- oder Kantorschule). Anfangs erfolgte der Unterricht nur am Sonntag (deshalb auch Sonntagsschule). Rechtliche Regelungen dieser frühen Form des Volksschulwesens waren in den Lippischen Kirchenordnungen von 1538 und 1571 enthalten.

Mit der lippischen Kirchenordnung von 1684 wurde der Schwerpunkt von der kirchlichen Unterweisung hin zum allgemeinen Volksbildungsziel verschoben. In allen Kirchspielen (Pfarreien) sollten nun deutsche Schulen auf den Küstereien eingerichtet werden. Die Lehrer, als gräfliche Beamte, unterstanden der Oberaufsicht von Konsistorium (Kirchen- und Schulbehörde) und Superintendentur. Erst 1914 (Beschluss dazu bereits 1849 gefasst) wurde eine eigene "Oberschulbehörde" geschaffen und das Konsistorium alleine auf kirchliche Angelegenheiten beschränkt.

Ursprünglich waren die Kirchengemeinden Schulträger und die Pastoren als Ortschulinspektoren Vorgesetzte der Lehrer. Diese wiederrum waren fast immer als Küster und Kantoren Bedienstete der Kirchengemeinden, zumal das Lehrergehalt nicht gerade üppig bemessen war. Schulgebäude, Lehrerwohnung und das Grundstück waren häufig im Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinde.

Mit Erlass des Gesetzes für die lippischen Volksschulen vom 11. Dezember 1849 wurden die Volksschulen der staatlichen Oberaufsicht unterstellt und die Lehrer den übrigen Staatsdienern gleichgestellt. Die Volksschulen in den jeweiligen Schulgemeinden waren nun verpflichtende Regelschulen für alle schulpflichtigen Kinder innerhalb des Schulbezirkes.

Von 1849 (Trennung zwischen Kirchen- und Schulgemeinden) bis 1937 (Kommunalisierung) bestanden in Lippe selbstständige Schulgemeinden, die von den politischen Gemeinden unabhängig und mit eigenem Schulsteuer-Heberecht ausgestattet waren. Sie wurden von einem Schulvorstand und einem Schulgemeindeausschuß geleitet. Während der Schulgemeindeausschuß (1895) als parlamentarisches Gremium der Schulgemeinde vor allem für Haushaltsfragen zuständig war, verwaltete der Schulvorstand die örtliche Schule. Er leitete den gesamten äußeren Schulbetrieb und führte die Aufsicht über die Lehrpersonen, Schüler, Schulräume, Lehr- und Lernmittel, Schulveranstaltungen und die Verwendung der Haushaltsmittel. Als ständige Vertreter gehörten dem Schulvorstand der zuständige Amtmann, der Ortspfarrer und der Schulleiter an. Dazu kamen als nichtständige Mitglieder Vertreter der Lehrer und der Elternschaft.

Mit dem Volksschulgesetz von 1914 wurde endgültige die geistige Ortsschulaufsicht beseitigt. Oberschulbehörde wurde die Fürstliche Regierung, Abteilung für Schulwesen. 1919/20 wurden die Vorschulen an den höheren Lehranstalten aufgehoben und den Volksschulen zugeordnet. Ein Übergang an eine höhere Lehranstalt war erst nach frühestens vier Jahren möglich (Grundschule).

1937 erfolgte die Auflösung der selbständigen Schulgemeinden. Schulträger wurden nun die politischen Gemeinden.

1968 wurde in Nordrhein-Westfalen eine Schulreform umgesetzt, die eine Trennung der Volksschule in Grund- und Hauptschulen vorsah. Somit markiert das Jahr 1968 das Ende der Volksschule.

Schulgemeinde Laubke

Das Gebiet Laubke in der Lemgoer Südstadt gehörte von Beginn an zur Schulgemeinde St. Johann (siehe T 3). Die Jungen aus der Laubke gingen bis 1908 in die Küsterschule (Herforder Straße 9) und die Mädchen in die Kantorschule (Echternstraße 14, Gemeindehaus von St. Pauli). 1908 wurde die Schulgemeinde St. Johann aufgeteilt (siehe Vorwort T 3) und Laubke wurde eine eigenständige Schulgemeinde. Zum Schulbezirk zählten alle Einwohner, die südlich der Bega und westlich des Detmolder Weges wohnten und nicht zur Bürgerschule gehörten.

1909 wurde ein Schulgebäude auf dem Brautschatzkamp (heute Kleiner Schratweg 46) errichtet. 1919 wurde eine Nebenlehrerin angestellt, da die Richtzahl von 120 Schülern pro Lehrkraft überschritten wurde. 1925 wurde ein zweites Klassenzimmer angebaut. Nach einer weiteren Zunahme der Schülerzahlen wurde 1933 eine dritte Lehrerstelle eingerichtet.

1937 wurde die selbständige Schulgemeinde Laubke aufgelöst und die Stadt Lemgo als neuer Schulträger eingesetzt. Die Schulgrenzen wurden neu bemessen, so dass Schüler noch hinzukamen, die östlich des Detmolder Weges wohnten (Biesterberg, Langenbruch, Pahnsiek, Wahmbecker Pfad). 1954 erfolgte eine erneute Erweiterung des Schulbezirkes um den unteren Detmolder Weg, Steinstoß und Braker Weg. 1959 wurde eine Turnhalle gebaut und 1965 eine Pausenhalle.

1968 kam es aufgrund der Schulreform in Nordrhein-Westfalen zur Aufteilung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen. Die Volksschule Laubke wurde zur Grundschule III Lemgo- Laubke. Die Schüler der oberen Klassen mussten nun zur Hauptschule II (Wallschule) gehen (siehe T 2). Der Schulbezirk wurde zeitgleich auch erweitert, diesmal um Entrup und Wahmbeckerheide.

1976 wurde der Schulneubau Am Stiftsland 8 bezogen. Die Grundschule III Lemgo - Laubke wurde zur Grundschule Süd umgetauft. 1982 wurde der Schulkindergarten der Stadt Lemgo an die Südschule verlegt.
1991 kommen viele Aussiedlerkinder an die Grundschule Laubke. Der Schulkindergarten zieht, um Platz zu schaffen, zur Grundschule Lieme und zur Ostschule um. 1993 wird ein vierklassiger Anbau eingeweiht und bezogen.

1996 begann das Projekt "Ganze Halbtagsschule". Dabei werden die Kinder auf Wunsch der Eltern von 7.30 Uhr bis 13.00 Uhr in der unterrichtsfreien Zeit betreut.

Inhalt

Die Laufzeit des Bestandes umfasst 87 Jahre. Im Bestand befinden sich u.a. Unterlagen zum Bau der Schule, Schülerverzeichnisse und Jahresrechnungen. Ein Teil des Bestandes stammt aus dem alten A- und B-Bestand des Stadtarchivs. Ein weiterer Teil ist am 16.10.2014 durch eine Abgabe der Südschule Lemgo ins Archiv gekommen (Zugangsnummer: 2014/064).

Teile des Bestandes unterliegen noch den archivgesetzlichen Sperrfristen, auch wenn diese nicht bei jeder Verzeichnungseinheit mitangegeben sind. Nähere Angaben sind über das Archivpersonal möglich.

Literatur

Friedrich Sauerländer, Geschichtliches über die Lemgoer Schulen, in: Lippische Schulzeitung, Okt. 1930 - Juli 1932 [Fortsetzungen].

Günter Rhiemeier: Von der Laubker Schule bis zur Grundschule Lemgo-Süd, in: Lemgoer Hefte 1/1997, S. 8-11.

Grundschule Süd: Südschulnachrichten, 1985-1993.



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