Stadtarchiv Lemgo
07 Schulen
T 16 - Schulgemeinde Wiembeck(Volksschule)
T 16 - Schulgemeinde Wiembeck (Volksschule)
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Signatur : T 16

Name : T 16 - Schulgemeinde Wiembeck (Volksschule)

Beschreibung :

Vorwort :

Geschichte

Allgemein

Volksschulen ("teutsche Schulen" im Gegensatz zu den Lateinschulen), die der Bildung des einfachen Volkes dienen sollten, sind ein Ergebnis der Reformation. Katechismus, Kirchengesang und Gebete sollten in diesen Schulen vermittelt werden. Diese Vermittlungsaufgabe oblag nicht nur dem örtlichen Pfarrer, sondern auch dem zuständigen Küster oder Kantor der Kirchengemeinde (deshalb auch Küster- oder Kantorschule). Anfangs erfolgte der Unterricht nur am Sonntag (deshalb auch Sonntagsschule). Rechtliche Regelungen dieser frühen Form des Volksschulwesens waren in den Lippischen Kirchenordnungen von 1538 und 1571 enthalten.

Mit der lippischen Kirchenordnung von 1684 wurde der Schwerpunkt von der kirchlichen Unterweisung hin zum allgemeinen Volksbildungsziel verschoben. In allen Kirchspielen (Pfarreien) sollten nun deutsche Schulen auf den Küstereien eingerichtet werden. Die Lehrer, als gräfliche Beamte, unterstanden der Oberaufsicht von Konsistorium (Kirchen- und Schulbehörde) und Superintendentur. Erst 1914 (Beschluss dazu bereits 1849 gefasst) wurde eine eigene "Oberschulbehörde" geschaffen und das Konsistorium alleine auf kirchliche Angelegenheiten beschränkt.

Ursprünglich waren die Kirchengemeinden Schulträger und die Pastoren als Ortschulinspektoren Vorgesetzte der Lehrer. Diese wiederrum waren fast immer als Küster und Kantoren Bedienstete der Kirchengemeinden, zumal das Lehrergehalt nicht gerade üppig bemessen war. Schulgebäude, Lehrerwohnung und das Grundstück waren häufig im Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinde.

Mit Erlass des Gesetzes für die lippischen Volksschulen vom 11. Dezember 1849 wurden die Volksschulen der staatlichen Oberaufsicht unterstellt und die Lehrer den übrigen Staatsdienern gleichgestellt. Die Volksschulen in den jeweiligen Schulgemeinden waren nun verpflichtende Regelschulen für alle schulpflichtigen Kinder innerhalb des Schulbezirkes.

Von 1849 (Trennung zwischen Kirchen- und Schulgemeinden) bis 1937 (Kommunalisierung) bestanden in Lippe selbstständige Schulgemeinden, die von den politischen Gemeinden unabhängig und mit eigenem Schulsteuer-Heberecht ausgestattet waren. Sie wurden von einem Schulvorstand und einem Schulgemeindeausschuß geleitet. Während der Schulgemeindeausschuß (1895) als parlamentarisches Gremium der Schulgemeinde vor allem für Haushaltsfragen zuständig war, verwaltete der Schulvorstand die örtliche Schule. Er leitete den gesamten äußeren Schulbetrieb und führte die Aufsicht über die Lehrpersonen, Schüler, Schulräume, Lehr- und Lernmittel, Schulveranstaltungen und die Verwendung der Haushaltsmittel. Als ständige Vertreter gehörten dem Schulvorstand der zuständige Amtmann, der Ortspfarrer und der Schulleiter an. Dazu kamen als nichtständige Mitglieder Vertreter der Lehrer und der Elternschaft.

Mit dem Volksschulgesetz von 1914 wurde endgültige die geistige Ortsschulaufsicht beseitigt. Oberschulbehörde wurde die Fürstliche Regierung, Abteilung für Schulwesen. 1919/20 wurden die Vorschulen an den höheren Lehranstalten aufgehoben und den Volksschulen zugeordnet. Ein Übergang an eine höhere Lehranstalt war erst nach frühestens vier Jahren möglich (Grundschule).

1937 erfolgte die Auflösung der selbständigen Schulgemeinden. Schulträger wurden nun die politischen Gemeinden.

1968 wurde in Nordrhein-Westfalen eine Schulreform umgesetzt, die eine Trennung der Volksschule in Grund- und Hauptschulen vorsah. Somit markiert das Jahr 1968 das Ende der Volksschule.

Schulgemeinde Wiembeck

Die Schulgemeinde Wiembeck wurde 1908 gegründet und umfasste die beiden Ortschaften Wiembeck und Maßbruch. Vorher gingen die Schüler aus Wiembeck und Maßbruch in die Volksschulen in Voßheide (siehe H 13) und Wahmbeckerheide (siehe H 10). Die Schule in Wiembeck war eine Halbtagsschule mit zwei Klassen, die mit 64 Schülern in dem 1909 errichteten Gebäude eröffnet wurde. Die Lippische Schulbehörde setzte als ersten Lehrer den aus Blomberg stammenden Kantor Fritz Krumsiek ein. Er war bis 1946 im Dienst und starb 1967. Ihm folgte 1946 Lehrer Hofemann. 1923 kam als zweite Lehrkraft Frau Emmy Niedermeier aus Detmold hinzu. Nach Hofemanns Tod 1961 übernahm Werner Krüger für zwei Monate den Schuldienst.

1961 wurde in Brake die neue Schule eingerichtet. Die Wiembecker "Oberstufe" fuhr nun mit dem Schulbus nach Brake, während die 1. und 2. Klasse mit 21 Schülern in Wiembeck verblieb. Unterrichtet wurden die Schüler bis zur Schließung der Wiembecker Schule 1968 von der aus Berlin stammenden Lehrerin Hertha Krüger.

[Angaben mit kleinen Ergänzungen nach: http://www.lemgo-brake.de/Wiembeck/home.htm]

Laufzeit des Bestandes: 1908 - 1967, 6 VZE. Der Bestand umfasst vor allem Protokolle des Schulvorstandes, Schülerverzeichnisse, vereinzelte Unterlagen zu Schulausschusswahlen und Rechnungsangelegenheiten.

Teile des Bestandes unterliegen noch den archivgesetzlichen Sperrfristen, auch wenn diese nicht bei jeder Verzeichnungseinheit mitangegeben sind. Nähere Angaben sind über das Archivpersonal möglich.

Literatur

Siegfried Franzen, Aus der Schulchronik von Wiembeck, in: Informationen und Meinungen / Kirchengemeinde Brake. - 1976/77,45, S. [8 - 10] : Ill.
Siegfried Franzen, Wiembecker Schulchronik, in: Informationen und Meinungen / Kirchengemeinde Brake. - 1977,46, [S. 10-11];47, [S. 8-10];48, [S. 9-12];49, [S. 8-10];50, [S. 10-11] : Ill.
Vgl. auch Schulchronik Wiembeck in H 12/78 und N 6/35 Album zu Wiembeck, u.a. mit Ausführungen zur Schule Wiembeck und den Lehrern.
http://www.lemgo-brake.de/Wiembeck/home.htm



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