Stadtarchiv Lemgo
8.1 Nachlässe (Personen)
NL 15 - Nachlass Cothmannsche Familienstiftung (Familienarchiv, Studienstiftung)
NL 15 - Nachlass Cothmannsche Familienstiftung
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Signatur : NL 15

Name : NL 15 - Nachlass Cothmannsche Familienstiftung

Beschreibung :

Vorwort :

Geschichte der Stiftung

Die Cothmannsche Familienstiftung wurde durch Hermann Cothmann, Rentmeister zum Sparenberg in Bielefeld, 1564 durch ein entsprechendes Testament begründet. Das Stiftungsvermögen betrug 2000 Taler und sollte zum Unterhalt eines Universitätsstudenten und zweier Schüler beitragen. Das akademische (große) Stipendium betrug jährlich 50 Taler und wurde auf 3 Jahre verliehen, das kleine Stipendium betrug für jeden Schüler 25 Taler und wurde auf 5 Jahre verliehen. Zur Erlangung eines Stipendiums musste die Cothmannsche Familienabstammung nachgewiesen werden, in der Regel durch eine entsprechende Ahnentafel. Nachfahren waren die beiden Cothmannschen Familienlinien in Bielefeld und Lemgo: in Bielefeld die Nachkommen seines Bruders Johann Cothmann und in Lemgo die Nachkommen seiner Schwester Else, Ehefrau des Lemgoer Bürgermeisters Johann Gleide. Für die Verwaltung des Stiftungsvermögens gab es einen Rendanten in Bielefeld. Die geeigneten Kandidaten wurden von den nächsten Verwandten in einer gemeinsamen Sitzung des Bielefelder Rates und des Marienkapitels vorgeschlagen. Ab 1586 wurden zwei Präsentatoren auf Erlass des Herzogs von Jülich eingesetzt, ein Patron für jede Linie. Ernannt wurde der jeweils älteste Mann oder die älteste Frau in der Linie. Die Verleihung der Stipendien wurde in Protokoll- oder Fundationsbücher niedergeschrieben (eines dieser Bücher hat sich im Archiv der Bielefelder Altstädter Kirche erhalten, von 1570 bis 1745). Die Mitwirkung des Marienkapitels und des Bielefelder Rates/Magistrats wurde 1754 nach gerichtlichen Auseinandersetzungen auf ein reines Aufsichtsrecht eingeschränkt. Diese Mitwirkung hörte nach der Aufhebung des Marienstiftes 1810 gänzlich auf. Die Verwaltung und Aufsicht ging an die drei lutherischen Prediger in Bielefeld über, die ein gemeinsames Kuratorium bildeten. Die weitere Entwicklung der Stiftung ist unklar; 1939 existierte jedenfalls noch ein entsprechendes Stiftungsvermögen.

Die Unterlagen zur Cothmannschen Familienstiftung wurden von Dr. Eberhard Bormann am 25. August 2005 dem Stadtarchiv der Alten Hansestadt Lemgo als unbefristete Dauerleihgabe übergeben.

Inhalt

Der Bestand setzt sich v. a. aus Legitimationsakten und Nachweisen zur Familienabstammung zusamen. Demenstprechend sind auch Familienstammtafeln enthalten.

Die Großformate lagern im Magazin gesondert.

Literatur

Gerlach, Friedrich: Die Patrizierfamilie Cothmann in Lemgo 1373-1726, in: Lippische Blätter für Heimatkunde, Nr. 12-13/1950, Nr. 1-5/1951, Nr. 6-9/1952, Nr. 4/1954.

Sauerländer, Friedrich: Plattdeutsche Prozeßakten aus dem 16. Jahrhundert mit Klage von Johann Catemann, in: Lippische Blätter für Heimatkunde, Nr. 6/1954.

Waldeyer, Fritz: Cothmann-Epitaphe erinnern an berühmte Lemgoer Bürgermeister, in: Lemgoer Hefte 17/März-Mai 1982, S. 2 1-23.

Fink, Hanns-Peter: Die Inschriften auf drei Epitaphien in St. Marien zu Lemgo, in: Lippische Mitteilungen, 54. Bd., Detmold 1985, S. 161-179.

Lorenz, Sönke: Ernst Cothmann (1557-1624) aus Lemgo in Westfalen. Ein lurisconsul tus Rostochiensis in Sachen Hexenprozeß, in: Das Andere Wahrnehmen. Beiträge zur europäischen Geschichte. August Nitschke zum 65. Geburtstag gewidmet. Hrsg. von Martin Kintzinger, Wolfgang Stürmer, Johannes Zahlten, Köln-Weimar-Wien 1991, S. 437-449.

Rügge, Nicolas: Hermann Cothmann. Annäherungen an die historische Person des "Hexenbürgermeisters" von temgo, in: Biographieforschung und Stadtgeschichte. Lemgo in der Spätphase der Hexenverfolgung. Hrsg. von Gisela Wilbertz und Jürgen Scheffler, Bielefeld 2000, S. 2 16-246.



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