Stadtarchiv Lemgo
8.3 Nachlässe (Vereine, Verbände, Parteien)
V 36 - VHS/Arbeitskreis Lemgoer Stadtgeschichte
V 36 - VHS / Arbeitskreis Lemgoer Stadtgeschichte
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Signatur : V 36

Name : V 36 - VHS / Arbeitskreis Lemgoer Stadtgeschichte

Beschreibung :

Vorwort :

Geschichte und Überlieferung

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte konstituierte sich am 23. Juli 1975. Er wurde auf Initiative des damaligen Leiters der Volkshochschule, Wilhelm Schönlau, sowie der Architekten Hans-Wilhelm Meyer und Ernst Berger gegründet. Anlass für die Gründung war das Schlagwort "Stadtsanierung", was seit den 1960er Jahren deutschlandweit Thema war. Vor der Einführung des Denkmalschutzgesetzes im Jahre 1980 (Nordrhein-Westfalen war das letzte Bundesland der BRD, das dieses Gesetz verabschiedete), wurden viele alte, historische Gebäude teils rücksichtlos entkernt oder abgerissen. In Lemgo kam es, wie in vielen anderen Städten, in den 1960er Jahren zu Auseinandersetzungen über die (mögliche) Zerstörung des historischen Stadtkerns. Anfang der 1970er Jahre war diese Zerstörung abgewendet und die Stadt versuchte nach und nach ihre historischen Baudenkmäler zu sanieren. In diese Phase fällt die Gründung des Arbeitskreises Stadtgeschichte.

Regelmäßig treffen sich seit 1975 etwa 10-20 Interessierte, wobei von Anfang an auch Mitglieder des Vereins "Alt Lemgo" (s.a. V 4) beteiligt waren. Der Treffpunkt des Arbeitskreises wechselte schließlich von der Volkshochschule (Breite Straße 10) in das Vereinshaus "Alt Lemgo" (Breite Straße 7), die Volkshochschule übete allerdings weiterhin ihre Trägerschaft aus. Wilhelm Schönlau übergab die Leitung des Arbeitskreises an das Vereinsmitglied Ernst Tappe.
Zur Publikation der Ergebnisse des Arbeitskreises standen zunächst die "Lemgoer Hefte" zur Verfügung, bevor eigens für den Arbeitskreis Stadtgeschichte die Reihe "Gelbe Hefte" geschaffen wurde.

Der Bestand ist über eine Abgabe der Volkshochschule Lemgo im Jahre 1999 ins Stadtarchiv gelangt (Zugangsnr.: 24/1999).


Inhalt

Der Bestand enthält vor allem Materialien aus der Anfangszeit des Arbeitskreises Stadtgeschichte. Enthalten sind Ausarbeitungen zu historischen und kunsthistorischen Themen (vor allem zu Kirchengebäuden, Wallanlagen, Privathäusern), Fotos von Abrissmaßnahmen 1972, Anwesenheitslisten und Sitzungsprotokolle des Arbeitskreises, Zeitungsartikel, Broschüren und Flugblätter über Stadterneuerung/Stadtsanierung/Denkmalschutz in Lemgo.
Die Laufzeit des Bestandes umfasst die Jahre 1964 bis 1984.

Ähnliche Themenschwerpunkte lassen sich auch in den Beständen V 4 (Alt Lemgo e. V.) und V 24 (Landesentwicklungsgesellschaft) finden. Besonders erwähnt sei hier noch ein Zeitungsartikel von Gert Peschken in der Welt vom 27.11.1964 mit dem Titel "Zerstörung einer unzerstörten Stadt - Sünden im Städtebau am Beispiel Lemgos - Gefährdete Kunstdenkmäler der Weser-Renaissance" (S 746).


Literatur

Harald Deilmann: Planungsgrundlagen zur Vorbereitung der Sanierung im Bereich der Altstadt Lemgo. Ein Vorschlag zur Erneuerung, Münster 1972.

Hermann Hentschel: 30 Jahre "Arbeitskreis Stadtgeschichte", in: Rund um die Wälle (2006), S. 5.

Stadt Lemgo (Hg.): Baudenkmale. Denkmalpflege und Stadtsanierung (Gliederung). Herausgegeben zum Jahr der Denkmalpflege 1975, Lemgo 1975.


Hartl, Mai 2014.



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