Stadtarchiv Lünen
Sammlungen
Plakatsammlung (20. Jh.)
Sammlung Judaica (1811-2002 - Umfang 69 Akten)


Signatur : ggf. Bestandssignatur

Name : Sammlung Judaica

Beschreibung :



1544 wird erstmalig ein Jude in Lünen erwähnt. Die Lüner Juden waren Schutzjuden; bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wohnten hier lediglich ein bis drei Familien gleichzeitig. Ab 1812 stieg ihre Zahl wesentlich an: In jenem Jahr lebten hier 30 Personen, 1907 waren es 101 und 1931 216, die überwiegend im Kaufmannsberuf oder als Metzger tätig waren.

1811 ließ die Judengemeinde ein Haus mit Synagogenraum, Schulstube und Wohnung für den Hausmeister errichten. Die Synagoge wurde in der Pogromnacht 1938 ihrer kultischen Einrichtung beraubt und 1944 durch Bomben zerstört. An sie erinnert ein Gedenkstein.

Außerhalb der Stadt, an der Münsterstraße, befand sich auf dem sog. Judenberg der jüdische Friedhof. Die Grabsteine wurden 1938 zerschlagen, die Gebeine auf dem jüdischen Teil des Kommunalfriedhofes in Lünen-Brambauer beigesetzt. 1949 wurde zur Erinnerung an den Judenfriedhof eine Grünfläche mit einem Gedenkstein errichtet, die in den 1990er Jahren zur Gedenkstätte ausgeweitet wurde.

Die Juden in Lünen nahmen wie auch anderswo am Alltagsleben teil. Das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Miteinander erstarb schon bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im März 1933. Vorläufiger Höhepunkt bildete der Pogrom 1938, der in der Ermordung von drei Juden gipfelte. Zahlreiche Juden emigrierten. Die Deportation in Konzentrationslager begann im Oktober 1941. Mindestens 34 Juden aus Lünen sind in den Konzentrationslagern ermordet worden. Ein Wiederaufleben des jüdischen Gemeindelebens in Lünen fand nach dem zweiten Weltkrieg nicht statt. Jedoch besuchten zahlreiche Juden aus Lünen ihre ehemalige Heimatstadt. Der hierbei entstandene Schriftwechsel, der auch auf privater Basis verlief, wurde dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen Anfragen und Recherchen des Stadtarchivs, wodurch zahlreiche Korrespondenzen, Dokumente und vor allem Fotos überliefert sind. Diese und weitere Archivquellen wurden zu einem Sammlungsbestand zusammengefasst.



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