Stadtarchiv Lünen
Haus Schwansbell (1343-1921 - Umfang 190 Urkunden, 859 Akten, 2 Karten)

1586, 1637 - 1687
Obligation des Matthias Nagell zu Warendorf


Enthält :
1. Die Eheleute Bertram vom Loe, Herr zur Horst, Palsterkamp und Geist, und Margreta geb. von der Horst bekennen, dass sie dem Matthias Nagell [zu Warendorf] und dessen Frau Anna geb. de Wendt für 300 Reichstaler eine jährliche Rente in Höhe von 18 Talern verkaufen und verschreiben, zahlbar 14 Tage um Martini [November 11] aus den Gütern gen. Ottomeyer und Papmeyer, beide gelegen in der Grafschaft Ravensberg und Kirchspiel Borgholthausen. Die Wiederlöse mit 300 Reichstalern soll 1/2 Jahr vorher angekündigt werden. Loe siegelt und unterschreibt zusammen mit seiner Frau. (1586 November 11; Abschrift); - Vermerke: Die Pension erhielt 1628 die Schwester; die der Schwester zukommende Pension für 1629-1632 erhielt [aufgrund der Überlassung durch Franz Wellinghof] der Amtmann zum Palsterkamp, [Caspar von Ohr]; 1637 erbt [Heinrich] von Schwansbell [die Obligation];
2. Der Freiherr Alexander von Vehlen, Drost zu Sassenberg, hatte der Anna von Schwansbell, Frau Witwe von dem Berge zu Niengraben, 150 Reichstaler geliehen. Ihm war dafür die Nutzung eines Gartens eines dem + Matthias Nagell gehörenden Hofes zu Warendorf gestattet worden. (1637 ?; Konzept);
3. Inventarverzeichnis der Bettwäsche des + Matthias Nagell, aufgestellt mit Taxierung durch Grethe Roßmann im Beisein der Zeugen Johann Schulte und Hermann Steinbicker. Der Notar Johann Consbruch unterschreibt. (1637 August 19);
4. Inventarverzeichnis der Decken, Gardinen und Stoffe des + Matthias Nagell, aufgestellt mit Taxierung durch Grethe Roßmann. Der Notar Johann Consbruch unterschreibt. (1637 September 8);
5. Rechnung über das dem + Matthias Nagell gehörende, verkaufte Bettzeug, Kissen und Gardinen;
6. A[nna von] Schwansbell, W[itwe von dem] B[erge zu Niengraben] quittiert, dass Caspar von Ohr, Herr zum Palsterkamp, ihr wegen der von Franz Wellinghof an sie überlassenen und auf die Palsterkampschen Güter lautende Verschreibung in Höhe von 300 Reichstalern, die ursprünglich dem + Matthias Nagell zu Warendorf verschrieben war, die Pension in Höhe von 18 Reichstalern zu Martini [November 11] 1639 bezahlt hat. (1644 Januar 9; kanzelliert);
7. Lacksiegel des Caspar von Ohr (1650 Oktober 4);
8. Franz Wellinghof bekennt, dass er das Recht an einer Verschreibung vom 9. März 1625 in Höhe von 100 Reichstalern von dem + Matthias Nagell zu Warendorf und darin beinhaltender Rentverschreibung in Höhe von 300 Reichstalern von Bertram vom Loe an den + Nagell dem Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell überläßt. Wellinghof unterschreibt und siegelt. (1687 August; Konzept)




1629 - 1644, 1695
Schriftwechsel des Heinrich von Schwansbell


Enthält : Auflistung der Kleinodien der verstorbenen Schwester NN (1629); Hinweis auf Heinrich von Görtz zu Lünen (1629); Schriftwechsel mit Heidenreich Droste zu Vischering, Jürgen Nagel zu Itlingen, Äbtissin Adolpha Droste zu Langenhorst, Dietrich von dem Berge; Angelegenheiten der Anna von Schwansbell, Witwe Lucas Dietrich von dem Berge zum Neuengraben, u. a. Beschreibung der schlechten Umstände auf dem Haus Berge und den dazugehörigen Gütern (Bl. 55)




1630 Sept. 7, Neuengraben
Eheberedung zwischen Lucas Dietrich von dem Berge zum Neuengraben, Sohn des verstorbenen Dietrich von dem Berge und der Michael [!] Nagell, jetzt Frau von Oer, und der Jungfer Anna von Schwansbell, Tochter des Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell und der verstorbenen Elisabeth Droste von Vischering


Enthält : Lucas Dietrich von dem Berge nimmt Anna von Schwansbell zu seiner Braut auf seine väterlichen Häuser Neuengraben und Berg im Stift Münster. Heinrich von Schwansbell gibt als Ehesteuer 4.000 Reichstaler in vier Raten, jeweils zu Martini (November 11). Die Braut soll auch die goldene Kette und Kleinodien im Wert von über 700 Reichstalern erhalten. Dafür verzichten die Eheleute auf jeglichen Anspruch an das Haus Schwansbell. Die Braut erhält von dem Bräutigam eine Leibzucht als Morgengabe, den Hof Hardenberg im Kirchspiel Steinfurt, Bauerschaft Ripensell. Sollte der Bräutigam ohne leibliche Erben vor seiner Frau sterben, soll die Braut den Brautschatz und 2.000 Reichstaler sowie ihre Ketten, Kleider und Kleinodien - das Silbergeschirr ausgenommen - erhalten. Sollte die Braut ohne leibliche Kinder vor dem Ehemann sterben, soll der Bräutigam den halben Brautschatz erblich behalten. Die andere Hälfte soll er als Leibzucht nutzen und nach seinem Tod den Erben übergeben werden. Es werden weitere mögliche Erbfälle geregelt. Dietrich von dem Berge, Adolph Heinrich Droste von .., Gottfried Droste von .., Johann von Oer zu Nottbecke (?), Heidenreich Droste, Jürgen Nagell Droste zu .., Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell und Heidenreich von Schwansbell besiegeln die beiden Ausfertigungen und unterschreiben mit Anna von Schwansbell und Johann von Drolshagen zur Lüdekenbecke.
(Ausf. - Perg.; 68 x 33 cm; 8 anh. Siegel: 1.-2. am Rand besch.; 3. erhalten; 4. ohne Abdruck; 5.-7. erhalten; 8. ohne Abdruck - dabei: 2. Ausf. in Papier, mit Wasserschaden, ohne Besiegelung)




1657 - 1661
Verhandlungen über den der verstorbenen Anna von Schwansbell, verh. von dem Berge zum Neuengraben, zustehenden Brautschatz


Enthält :
1. (Bl. 1 f): Zwischen dem Herrn Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, Drost zu Hörde und Lünen, und seiner Frau Anna Sybilla von Ascheberg einerseits und Dietrich Heinrich von dem Berge und dessen Schwestern Elisabeth, Maria und Anna Cornelia andererseits war es wegen des versprochenen Brautschatzes in Höhe von 4.000 Reichstalern an die verstorbene Mutter des Dietrich Heinrich von dem Berge und dessen Schwester und die darauf seit 1636 aufgelaufenen Pensionen in Höhe von 2.000 Reichstalern zu einem Streit gekommen. Heidenreich von Schwansbell verspricht Dietrich Heinrich von dem Berge und dessen Schwestern die Zahlung der rückständigen Pension in vier Raten zu je 500 Reichstalern, zahlbar in den nächsten Jahren zu Ostern. Zeugen sind auf Seiten des Heidenreich von Schwansbell Johann vom Brincke zum Nierhof und auf Seiten des Dietrich Heinrich von dem Berge Herr Caspar Hermann von Oer zu Mottbeck und Dr. Johannes Vallenborg, münsterischer Referendar. Die beiden Parteien und die Zeugen unterschreiben und siegeln mit Ausnahme von Johann vom Brincke. (Neuengraben, 1657 Oktober 24; Ausf.; 7 Lacksiegel, erhalten);
2. (Bl. 3 f): Dietrich Heinrich, Elisabeth, Maria und Anna Coernelia von dem Berge, Kinder des verstorbenen Herrn Lucas Dietrich von dem Berge und der verstorbenen Anna von Schwansbell, einigen sich wegen der elterlichen Güter wie folgt: Dietrich Heinrich von dem Berge gibt seinen Schwestern wegen der väterlichen Güter 100 Goldgulden und verspricht, sie mit dem Hochzeitskleid auszustatten. Er gibt ihnen, solange diese unverheiratet sind, jeweils eine Kuh, die er weiden läßt, und 1 Scheffel Land, das er einsäen läßt. Er zahlt ihnen als adelige Aussteuer 200 Goldgulden, zahlbar in vier Raten ab Ostern 1663. Was die mütterlichen Güter betrifft, soll es bei der Einigung bleiben, wie sie in dem am 24. Oktober 1657 zwischen den drei Geschwistern und dem Herrn Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, Drost zu Hörde und Lünen, und dessen Frau Anna Sybilla von Ascheberg beschlossen worden ist. Die darin festgesetzte Geldsumme [in Höhe von 2.000 Reichstalern] sollen die beiden Schwestern erhalten. Die Schwestern versprechen, nach vollständiger Zahlung der versprochenen Gelder auf die elterlichen Güter zu verzichten. Die drei Geschwister sowie Heidenreich von Schwansbell, Caspar Hermann von Oer, Johann Vallenberg und der Notar Bernhard zur Widen unterschreiben und siegeln. (Neuengraben, 1657 Oktober 25; Abschrift des Notars);
3. (Bl. 5): Am 25. Oktober 1657 war es zwischen Dietrich Heinrich von dem Berge und seinen Schwestern [Elisabeth, Maria und Anna Cornelia] wegen der elterlichen Güter zu einem Vergleich gekommen. Seine Schwestern erhalten zur Verehelichung eine Geldsumme und verzichten dafür auf die väterlichen Güter. Bis zur Verehelichung erhalten sie jährleich zu den vier Hochzeiten [Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Mariä Himmelfahrt] eine Küchensteuer in Form von Hilfe durch Dienstboten. Dietrich Heinrich von dem Berge siegelt und unterschreibt. (Neuengraben, 1657 Oktober 26; Abschrift);
4. (Bl. 7 f): Cornelia Anna, Elisabeth und Maria von dem Berge quittieren dem Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, den Erhalt von jeweils 250 Reichstalern aus dem ihrer verstorbenen Mutter zustehenden Brautschatz, die ihnen von ihrem Bruder Dietrich Heinrich von dem Berge zu Neuengraben und Borg laut Vertrag vom 24. Oktober 1657 zugesprochen wurden. Sie unterschreiben und siegeln. (1658 Mai 8; Lacksiegel);
5. (Bl. 9): Auflistung der in verschiedenen Münzsorten an beide Schwestern gezahlten Geldsumme in Höhe von zusammen 500 Reichstalern.
6. (Bl. 10): Dietrich Heinrich von dem Berge, Erbherr zu Neuengraben und Borg, quittiert dem Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, die Übergabe der in seiner Funktion als einer der Vormünder der zu Neuengraben gehörenden Güter in seinem Besitz habenden Briefschaften. Er unterschreibt. (1658 Juli 14);
7. (Bl. 12-16): Quittung der Cornelia Anna, Elisabeth und Maria von dem Berge (wie Nr. 4); dabei Auflistung über bezahlte Gelder des Brautschatzes. (1659 April 21; Lacksiegel);
8. (Bl. 16 f): Desgleichen (1660 April 3; Lacksiegel);
9. (Bl. 18 f): Desgleichen (1661 Juni 17; Lacksiegel);
10. (Bl. 20): Die Schwestern Elisabeth, Maria und Cornelia Anna von dem Berge schreiben an Giesbert Freytag, Richter zu Lünen, und quittieren den Erhalt der ihnen aus dem ihrer verstorbenen Mutter versprochenen Brautschatz zustehenden Gelder, die der Herr Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, ihnen gezahlt hat. Sie bitten den Richter, hierüber eine Urkunde zu fertigen. (Langenhorst, 1661 August 8; 2 Lacksiegel)




1657 Nov. 1 (?)
Ehestiftung zwischen dem Herrn Dietrich Heinrich von dem Berge zum Neuengraben, Sohn des verstorbenen Herrn Lucas Dietrich von dem Berge und der [verstorbenen] Anna von Schwansbell, und der Jungfer Elisabeth Margaretha von Billerbeck, Tochter des Herrn Adolf Hermann von Billerbeck zur Egelburg und Neuenburg und der Agnes Margaretha von Valke zum Rocholl:


Enthält : Dietrich Heinrich von dem Berge nimmt Elisabeth Margaretha von Billerbeck zu seiner Frau auf seine väterlichen Güter. Die Braut erhält als Brautschatz und Heiratspfennig 4.000 Reichstaler in mehreren festgelegten Raten, adelige Kleider und Kleinodien. Der Bräutigam gibt der Braut das Erbe Hardenberg im Kirchspiel Drensteinfurt als Morgengabe zur Leibzucht. Sollte der Bräutigam ohne Leibeserben zuerst sterben, soll die Witwe die Leibzucht und die Güter des Hauses weiterhin nutzen und 3.000 Reichstaler erhalten. Sollte die Braut ohne Leibeserben zuerst sterben, soll der Witwer 2.000 Reichstaler aus dem Brautschatz erhalten. Weitere Erbfolgen werden geregelt. Die Eheleute behalten sich vor, sich gegenseitig testamentarisch als Erben einzusetzen.
(ohne Unterschriften und Besiegelungen)




1660 Juni 19
Heidenreich von Schwansbell, Drost der Ämter Lünen und Hörde, bekennt, dass Johann Ketterich, Erbgesessener und Ratsherr zu Lünen, in der Woche vor Ostern 1659 ihm 300 Reichstaler geliehen hat, die er zur Auszahlung des Kindteils seiner + Schwester [Anna von Schwansbell, verheiratete von dem Berge zu Niengraben] an die Erben benötigt. Er verspricht die Zahlung der jährlichen Pension in Höhe von 18 Reichstalern 8 Tage um Ostern. Als Pfand setzt er den Bulenkamp, gelegen zwischen dem Esch und dem Horstmarer Bulken im Amt Lünen und Bauerschaft Horstmar. Er gestattet Ketterig die Nutzung des Kamps anstelle der Zahlung der Pension. Schwansbell siegelt und auf Bitten Ketterigs der Richter zu Lünen, Giesbert Freytagh, die zusammen mit Schwansbells Frau [Anna Sybilla von Ascheberg] unterschreiben.


Enthält : (Ausf. - Perg.; 30x26,5 cm; 2 anh. Siegel: 1. Schwansbell, 2. Richter Giesbert Freytagh, beide beschädigt. - RV)
(s. a. Akte 515)




1661 Juli 25, Schwansbell
Vor Gisbert Freytag, Richter des Amtes Lünen, bekennt Heidenreich von und zu Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, dass der Herr [Heinrich] Hüning, Bürgermeister zu Lünen, ihm 300 Reichstaler, der Reichstaler zu 52 Stübern, geliehen hat. Die Zinsen in Höhe von 5 % sollen zu Jacobi [Juli 25] gezahlt werden. Schwansbell benötigt das Geld zur Bezahlung des noch ausstehenden Brautschatzes an die Kinder seiner + Schwester [Anna von Schwansbell, verheiratete] von [dem] Berge zu Niengraben. Als Pfand setzt er seinen vor Lünen gelegenen Sesekekamp. Hüning wird gestattet, anstelle der Pension 4 Kühe auf dem Sesekekamp weiden zu lassen. Schwansbell unterschreibt und siegelt zusammen mit dem Richter.


Enthält : (Ausf. - Perg.; 32x14,5 cm; 2 anh. Siegel: 1. Schwansbell, erhalten; 2. Richter Freytag, beschädigt; kanzelliert. - RV)
(s. a. Akte 536)



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