Stadtarchiv Lünen
Haus Schwansbell (1343-1921 - Umfang 190 Urkunden, 859 Akten, 2 Karten)

(1621),1624, 1628
Erbteilung und Testament der Familie von Ascheberg


Enthält :
1. Entwurf für eine Erbteilung, Aussteuerung und Abgüterung der Kinder durch den den Besitz des adeligen Hauses übernehmenden Sohn gemäß altem adeligen Herkommen und Brauch (1624 Mai 22);
2. Entwurf zu einem Testament: Seelenheil; Epitaph; Gabe an die Armen; Einsetzen der Kinder als Erben; Unteilbarkeit des adeligen Hauses und Besitzes; Abgüterung unter den Kindern; adelige Verheiratung oder Eintritt in frei Stifte; Leibzucht für die zu Geistlichen gewordenen Kinder und Nachlaßregelung für dieselben; Alleinerbe soll der geeignetste Sohn werden; der Alleinerbe soll katholischer Konfession sein und sich mit einer katholischen Person verheiraten; die Geschwister sollen nicht in Streit geraten; Unterlassung der Bürgschaft oder Vormundschaft, damit der adelige Besitz erhalten bleibt; Vermeidung von Prozessen; Vermeidung von Obligationen; Besitzerhalt des Viehs, Getreides und Hausgeräts sowie Unterhaltung der minderjährigen Geschwister; Herwede gebührt dem Sohn, Gerade der Tochter; Verbleib des Silber- und Goldgeschirrs beim Haus; Zeugen; Besiegelung und Beglaubigung (1628 Dezember 10);
3. Vermerk über die Geburt des Dietrich Heinrich von Ascheberg am 20. Mai 1621




1644, 1649
Eheberedung zwischen Heidenreich von Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, Sohn des Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell und der verstorbenen Elisabeth Droste von Vischering, und der Jungfer Anna Sybilla von Ascheberg, Tochter des verstorbenen Alexander von Ascheberg zu Gottendorf und der Anna Catharina Ledebur, älteste Tochter des Hauses Stockheim


Enthält :
1. (Bl. 1 ff): Heidenreich von Schwansbell und Anna Sybilla von Ascheberg nehmen sich zur Ehe. Der Bräutigam soll der Braut zu sich auf das Haus Schwansbell nehmen. Die Braut erhält von ihrer Mutter und ihrem Bruder Dietrich Heinrich von Ascheberg als Ehesteuer 3.500 Reichstaler. Die Eheleute verzichten auf alle Ansprüche an den elterlichen Gütern der Braut. Der Bräutigam gibt der Braut als Morgengabe den Krummenhof im Amt Lünen, Bauerschaft Horstmar, als Leibzucht. Die Erbfolge im Todesfall wird geregelt. Heidenreich von Schwansbell, Anna Sybilla von Schwansbell und Anna Catharina Ledebur geb. von Ascheberg unterschreiben. (1644 November 10; Ausf. - Perg.; ohne Siegel);
2. (Bl. 4 ff): Wertangaben zum Schmuck der Braut Anna Sybilla von Ascheberg;
3. (Bl. 8): Heidenreich von Schwansbell verspricht, die mit seiner Frau Anna Sybilla von Ascheberg gezeugten Kinder in der römisch-katholischen Konfession zu erziehen und sie an die Pfarrkirche zu Alt-Lünen sich wenden zu lassen. (1644 Dezember 3);
4. (Bl. 12 ff): Abschrift des Ehevertrags, erweitert um das Versprechen zur Erziehung der Kinder in der römisch-katholischen Konfession. Heidenreich von Schwansbell, Heinrich von Schwansbell, DomPropst Adolf Heinrich Droste, Domburstner [?] Gottfried Droste, Arnold Dietrich de Wendt, Anna Catharina Ledebur Witwe von Ascheberg und Wilhelm Johann von Steneninck siegeln und unterschreiben mit Anna Sybilla von Ascheberg. (1644 Dezember 7; Abschrift);
6. (Bl. 17 ff): Notariatsinstrument des Notars Nicolaus Mollerus: Frau Anna Sybilla von Ascheberg zu Gottendorf und Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, hatten den Notar zu sich auf das Haus Schwansbell in die große Stube gebeten. Die Ehefrau übermacht ihrem Ehemann, sofern sie vor ihm ohne leibliche Kinder sterben sollte, nicht nur die im Heiratsvertrag festgelegte Hälfte ihres Brautschatzes, sondern auch die andere Hälfte. Zeugen sind Herr Eberhard von Delwich, Deutsch-Ordensritter und Komtur zu Brackel, Johann vom Brincke zum Nierhoff, Johann Hubert, Dr. der Rechten, Georg Landmann d. Ä., Bürgermeister zu Lünen, und Hermann Schladen, die mit Anna Sybilla von Schwansbell unterschreiben. (1649 August 22; Notariatssignet des Notars Nicolaus Mollerus; Testament ?)




nach 1645
Notizen zum Testament [der Anna Catharina Ledebur], zum Ehevertrag der Tochter Anna Sybilla von Ascheberg und zum Besitz des Hauses Gottendorf





1657 - 1669
Testament der Witwe Anna Catharina von Ledebur und Schriftverkehr zur Erbforderung des Heidenreich von Schwansbell


Enthält :
1. Testament der Anna Catharina von Ledebur, Witwe des + Alexander von Ascheberg zu Gottendorf: Sie vermacht u. a.: ihren 3 Töchtern jeweils 50 Reichstaler aus einem Kapital von dem Haus Schonebeck zu Nienberge; den Nachkommen ihres Sohnes, über die sie Patin ist, jeweils 10 Reichstaler; ihrer Tochter Anna Catharina Frau von Westerholt zu Wersche 10 Reichstaler; ihrer Dienstmagd 25 Reichstaler aus einem Kapital von Schürmann zu Rinkerode; ihrem Bruder Johann Dietrich von Ledebur 1 Dukat und 1 Reichstaler. Zu ihrer Erbin setzt sie ihre Tochter Anna Catharina von Ascheberg, Frau von Westerholt zu Wersche, ehemals Stiftsfrau zu Asbeck, ein. Sie und 8 Zeugen unterschreiben. (Wersche, 1657 November 13); - Nachtrag: Nachdem die älteste Tochter, Anna Sybilla von Ascheberg, beerdigt wurde, hat der Schiegersohn, Heidenreich von Schwansbell, Drost zu Lünen [und Hörde], um mehrere Kapitalien und Leinengewand aus den Gottendorfschen Gütern nachgesucht. Angesichts des bereits erhaltenen ansehnlichen Brautschatzes, den die andere Tochter nicht erhalten hat, widerruft Anna Catharina von Ledebur, Witwe von Ascheberg zu Gottendorf, das Versprechen einer künftigen Mitgift gegenüber Schwansbell. Sie und 5 Zeugen unterschreiben. (Wersche, 1661 August 22).
2. Schriftverkehr des Dietrich Heinrich von Ascheberg mit seinem Schwager ("Bruder") Heidenreich von Schwansbell, Drost der Ämter Lünen und Hörde, zu Forderungen über den gewährten Brautschatz für seine Schwester [Anna Sybilla von Ascheberg verh. von Schwansbell] (1659 Februar);
3. Notiz über den Tod der [Anna Catharina von Ledebur,] Witwe von Ascheberg am 5. Oktober 1669 und die Gewährung von 60 Reichstalern an [Heidenreich] von Schwansbell




1671 - 1692
Schriftsatz des Bernhard von Wiedenbrinck, Licentiat der Rechte, münsterischer Geheim- und Hofrat und weltlicher Hofrichter, im Rechtsstreit Heinrich Adolf von Schwansbell, vertreten durch Johann Hamicholt, Amtsverwalter des münsterischen weltlichen Hofgerichts c/a Dietrich Heinrich von Ascheberg zu Göttendorf wegen der Erbschaft der + Anna Catharina von Ledebur, Witwe von Ascheberg zu Göttendorf, in Höhe von 60 Reichstalern





1674 - 1697
Heinrich Adolf von Schwansbell c/a Dietrich Heinrich von Ascheberg zu Gottendorf wegen der Erbschaft der + Anna Catharina von Ledebur, Witwe von Ascheberg zu Gottendorf, in Höhe von 60 Reichstalern


Enthält :
1. Schriftverkehr und Quittungen zu Auslagen des Notars Johann Schreiber; des Prokurators Johann Hamicholt zu Münster; des Dr. Johann Heinrich Bischopinck, Amtsverwalter des münsterischen weltlichen Hofgerichts;
2. Lacksiegel des Prokurators Johann Hamicholt (1675 Dezember 20; 1677 Mai 7; 1680 März 15); des Dr. Johann Heinrich Bischopinck (1688 Mai 7/19); des Herrn von Westerholt zu Horstmar (1694 Januar 28; 1696 November 8 / Dezember 22)



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