Stadtarchiv Lünen
Haus Schwansbell (1343-1921 - Umfang 190 Urkunden, 859 Akten, 2 Karten)

ohne Datum
Auflistung der zum Führen eines Herrenwagens verpflichteten Bewohner des Amtes Lünen





ohne Datum
Die Eingesessenen des Amtes [Lünen] beklagen sich, dass sie die Kontribution für den wüsten Brügelshof zu Derne, der dem Goswin von Kettler zu Herringen gehört, ohne bisherige Gegenleistung zahlen müssen.


Enthält : (stark beschädigt)




(1599), 1615
Hermann Stroschneider, Bürgermeister zu Lünen, war vor einem 1/2 Jahr gestorben und hatte 2 Kinder hinterlassen: Catharina, verheiratet mit Heinrich Krampen, und Jobst, noch fast minderjährig und sich in fremden Landen aufhaltend. Die Erbansprüche der Witwe Catharina von Asseln und des Jürgen Landmann werden auf Bitten der Vormünder des Jobst Stroschneider von dem Drosten zu Lünen, Gumprecht von Kall zu Daell, abgewiesen. Da Erntezeit ist, erhält der Richter den Befehl, das Korn bis zur Einigung sicher zu stellen.


Enthält : Ehevertrag zwischen Hermann Stroschneider und Catharina von Asseln: Der Ehemann nimmt die Ehefrau in sein Haus auf. Sollte die Ehefrau zuerst sterben, soll der Ehemann das Haus 5 Jahre lang nutzen dürfen, danach den Kindern übergeben und dafür eine Rente für 400 Talern, der Taler zu 26 Schilling, aus den Gütern auswählen und genießen, was nach seinem Tode wieder zurückfallen soll. Sollte der Ehemann zuerst sterben, soll die Ehefrau den Kindern des Verstorbenen dasjenige auflisten, was die Eheleute gemeinsam erworben haben, und ein Inventar aufstellen. Die Ehefrau soll aber nichts von dem Erbe des + Ehemanns erhalten. Zeugen sind Wessel Sethe ("Zeche"), Christoffer Bachine, Franz Bellmann, Jobst Schorlemer und Heinrich Wenner. Bürgermeister und Rat der Stadt Lünen besiegeln die beiden Ausfertigungen. (1599 September 24; Oblatensiegel)




1622, 1649
Aufnahme einer Obligation für die Bauerschaften Altenderne und Kump


Enthält :
1. Jürgen Harbring zu Altenderne und Johann Husemann zu Kump bekennen, dass Johann Fischer ihnen zugunsten ihrer beiden Bauerschaften 54 Reichstaler geliehen hat. Sie versprechen, das Geld mit 1 Reichsort pro Monat zu verzinsen. Wessel Sethe, Notar und Sekretär zu Lünen, unterschreibt. (1622 Mai 11);
2. Caspar von Gahmen quittiert die Ablösung der Obligation mit Ausnahme von 7 Reichstalern, die innerhalb eines Monats bezahlt werden sollen. Gahmen und Johann Vettmoes unterschreiben. (1649 März 23)




1623
Rechenschaftsbericht des Heinrich Wenner, Verwalter der Rentmeisterei zu Lünen, über Einnahmen und Ausgaben der Amtsgelder des Amtes Lünen für die Jahre 1622-1623


Enthält : (unvollständig)
Abgaben in Gerste, Hafer und Maigeld in Lünen, Beckinghausen und Horstmar; Erwähnung des Gravenhofs, des Klöterhofs, der Schiffahrtsweide ("Schifffurdt"), des Herrenhofs, des Dernischen Baums und des Zolls in Lünen; Hinweise auf Verkäufe und Verpachtungen des Jahres 1588




1667 - 1668
Rechenschaftsbericht des Jost Greve, Verwalter der Rentmeisterei zu Lünen, über Einnahmen und Ausgaben der Amtsgelder des Amtes Lünen für die Zeit vom 01.08.1666-31.07.1667


Enthält : Abgaben in Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Hühner, Maibedde, Wortgeld in Lünen (Erwähnung von 135 Häusern sowie 157 Hausbesitzern, z. T. mit Vorbesitzern), Zoll in Lünen; Zahlung der Gehälter an den Amtmann, Richter, Fronen, Pförtner, Postmeister, Rentmeister, Boten; Erwähnung des Gravenhofs, des Klöterhofs, des Herrenhofs in Lünen und der Bauern in Beckinghausen, Derne, Altenderne, Horstmar und Hostedde; Einquartierungen; Hinweise auf Verkäufe, Verpachtungen etc. ab 1558




1684, 1694
Rechenschaftsbericht des Richters zu Lünen, Wilhelm Wever, über Einnahmen und Ausgaben der Amtsgelder des Amtes Lünen für das Jahr 1684


Enthält : Einquartierung eines spanischen Regiments; Obligation für das Stift Cappenberg und das Haus Wenge; Verzehr- und Reisegelder in Amtsangelegenheiten; Steuern




1685
Rechenschaftsbericht des Richters zu Lünen, Wilhelm Wever, über Einnahmen und Ausgaben der Amtsgelder des Amtes Lünen für das Jahr 1685


Enthält : Einquartierung eines spanischen Regiments; Zinsrückstand beim Juden Lehmann Hertz in Lünen; landesherrliche Schatzung; Verzehr-, Reise- und Dienstgelder in Amtsangelegenheiten




1687 - 1694
Rechenschaftsbericht über Einnahmen und Ausgaben der Amtsgelder des Amtes Lünen für die Jahre 1686-1687


Enthält : Steuern, Zinszahlungen; Kredite




1688, 1694
Rechenschaftsbericht über Einnahmen und Ausgaben der Amtsgelder des Amtes Lünen für das Jahr 1688


Enthält : Zinszahlungen; Kontributionen; Weselsche Fortifikationsgelder; Verzehr- und Reisegelder in Amtsangelegenheiten; Botenlohn




1625, 1629
Obligation des Amtes Lünen


Enthält :
1. Johann Hostedde, Pastor zu Alt-Lünen, Jürgen Harbrinck, Dirk Kumpecken und Johann Husemann zu Kump bekennen, dass sie für Bernd Klöter von Heinrich Wenner, Rentmeister und Gerichtsschreiber zu Lünen, 100 Reichstaler geliehen haben. Zeugen sind der Herr Johannes Tappe und Heinrich Martini, Pastor bzw. Kirchendiener zu Lünen, sowie Heinrich Schulte zu Hostedde, Cord Hugemann und Eberhard Füstmann [?]. Hostedde, Harbrinck, Kumpecken und Tappe für Husemann unterschreiben. (1625 Juni 2);
2. Elisabeth Bedde, Witwe Wenner, bekennt, dass sie aus verschiedenen Gründen, vor allem wegen einer Forderung des Bürgermeisters zu Lippstadt, dem Herrn Johann Ascheberg ihre vom 2. Juni 1625 gegenüber dem Amt Lünen aufgestellte Forderung in Höhe von 100 Reichstalern übergeben hat. Bedde, Gisbert Wenner und Johann Schneider, Sohn bzw. Schwager, sowie Ernst Wenner unterschreiben. (Lünen, 1629 Februar 20)




1635, 1645, 1653
Angelegenheiten des Richters zu Lünen, Caspar von Gahmen, unter dem Amtmann Heidenreich von Schwansbell


Enthält :
1. Rechenschaftsbericht des Richters zu Lünen, Caspar von Gahmen, auf dem Haus Schwansbell über drei ausstehende Geldsummen im Beisein des Sekretärs zu Lünen, Johann Stuelen, sowie des Heidenreich von Schwansbell, Albert Klepping und des Dr. Johann Huperts (1635 November 4); - dabei: Verzeichnis des verstorbenen Rentmeisters zu Lünen über ausstehende Gelder in Form von Salveguardengeld, Bier und Geld sowie von Bewohnern in Altenderne, Kirchderne, Horstmar und Beckinghausen (Namensliste);
2. Caspar von Gahmen, Richter zu Lünen, bekennt, dass zum Gerichtstag erschienen sind Cordt Hugemann, Melchior Bremme, Johann Herbrechter, Johann Hollinde, Johann Kramer, Jürgen Schulte zu Altenderne, Johann Vorhoff, der Amtsfrone Dietrich Cordes, Heinrich Huisinck, Dietrich Boinckhaus, Heinrich Boßler, Johann Pothoff und Ludolf Stolle. Sie bekannten für alle Eingesessene der zum Amt Lünen gehörenden Bauerschaft Oberbecker ("Overbecker"), dass sie zur Bezahlung einer brandenburgischen Kontribution von dem verstorbenen Caspar Gruiting und dessen Ehefrau Sophie aus Waltrop am 25.11.1621 100 Reichstaler aufgenommen haben. Wegen fortdauernder Kriegsbeschwerden konnte das Geld nicht zurückgezahlt werden, so dass allein die Zinsen beinahe die Höhe des Kapitals erreicht hatten. Sie haben sich schließlich mit den Erben auf eine Gesamtsumme in Höhe von 140 Reichstalern geeinigt. Die Hälfte hiervon ist zu Martini [November 11] dieses Jahres, die andere Hälfte zu Martini des folgenden Jahres zu entrichten. Der Kreditor hat bei Zahlungsverzug das Recht, ohne gerichtlichen Beschluß zu pfänden. Der Richter stellt hierüber einen Gerichtsschein aus und siegelt. Zeugen sind der Herr Ambrosius Zunners, öffentlicher Notar, und Johann von Derne, vereidigter Gerichtsfrone. (Abschrift durch Dietrich von Eickell; 1645 Januar 23);
3. Friedrich Wilhelm Markgraf zu Brandenburg entläßt den Richter zu Lünen, Caspar von Gahmen, aus "sonderbaren erheblichen Ursachen" und setzt Giesbert Freytag als neuen Richter ein. Der Amtmann zu Lünen, Heidenreich von Schwansbell hat auf den Vollzug zu achten. (1653); - dabei: Eidesleistung des Richters Giesbert Freytag auf dem Rathaus zu Lünen in Gegenwart des Rates der Stadt Lünen (1653 Oktober 16)




1638 - 1643
Veranschlagung der Bürgermeister der Stadt Lünen zu einer Brüchte in Höhe von 5.000 Reichstalern wegen Widersetzlichkeit und Verachtung landesherrlicher Autorität


Enthält :
1. Um ein Exempel zu statutieren, wurden die beiden Bürgermeister zu Lünen, [Caspar] Schorlemer und [Jürgen/Georg] Landmann, sowie später auch Goddert Hoene wegen Behinderung und gewaltsamen Widerstandes gegen den Licentmeister Sehnen und Kontrolleur Eickeln [s. a. Akte 666], schuldiger Zoll- und Wegegelder, eigenmächtiger Erhöhung der Wegegelder sowie anderer Vergehen zu einer Strafe in Höhe von 13.000 Reichstalern verurteilt. Die Strafe wurde am 12. Juli 1638 auf die Hälfte und am 27. Oktober 1638 nochmals auf 5.000 Reichstaler reduziert. Die Zahlung soll in terminierten Raten erfolgen. (s. u. a. 1638 Oktober 27; 1640 Dezember 8/18 in 1641 Januar 24; 1641 Februar 14);
2. Bericht über die undurchführbare Provisionalordnung hinsichtlich der Erbgüter und Ländereien in Lünen während der Kriegszeit (1639 Januar; s. a. Akte 666);
3. Bericht der Bürgermeister zu Lünen über die Kriegslasten (1639 März 29);
4. Erwähnung des Gerichtsschreibers zu Hörde und Brüchtenrezeptors Severin Buttinghausen (1639 April 30; 1641 März 20; 1643 September 30);
5. Bericht des Gerichtsschreibers zu Lünen, Dietrich von Eickell, über die durch Heinrich Möllmann hinter der Wüste, Baumeister des Bürgermeisters Georg Landmann, verübte gewalttätige Rückholung von durch den Fronen gepfändete Kühe und anschließende Arrestierung. Franz Bellmann, Bürger zu Lünen, verspricht im Beisein der beiden Gerichts- und Amtsfronen, Johann von Derne und Dietrich Cordes, die Zahlung der Brüchte für den Bürgermeister. (1639 Juni 10);
6. Erwähnung des [Richters ?] Caspar von Gahmen (1641 März 27 / April 6);
7. Pfändung von Pferden des Bürgermeisters Heinrich Bellmann und des Ratsherrn Wessel Bielefeld sowie anderer Ratsmitglieder zur Zahlung von 500 Goldgulden Strafe wegen Erhöhung der Wegegelder (1641 April 8);
8. Hinweis auf die Amtszeit als Bürgermeister des Heinrich Bellmann und Giesbert Freytagh sowie Bürgerrecht und Ratswahl des Wessel Bielefeld; Bericht der Bürgermeister zu Lünen über die Verwendung der Wegegelder (Beilage zu 1641 April 20);
9. Liste der Bürgermeister und Ratsherren 1630-1634 (s. 1643 September 16);
10. Befehl [des Drosten zu Lünen und Hörde, Heidenreich von Schwansbell,] an die beiden Fronen des Amtes Lünen bei Strafe von 10 Goldgulden, die Exekution gegenüber Gisbert Freytagh, Hermann Nierhof, die Witwe des + Heinrich Bellmann und Johann Elmenhorst zu vollziehen. (dabei: Auflistung von Bürgern zu Lünen; 1643 September 30);
11. Berichte zu den Vorgängen während des Dreißigjährigen Krieges: Nichtbestellung der Äcker durch gewaltsames Ausspannen der Pferde beim Pflügen durch Straßenräuber (1639 Januar); Gewinne der Schneider, Schuster und Leinweber (1639 Januar); Reise des Bürgermeisters Goddert Hoene hinsichtlich der hessischen Kontributionen (1639 März 29); wechselnde Einquartierungen und Errichtung des Winterquartiers (1639 März 29); Kriegsabgaben und Schulden gegenüber Offizieren, darunter Generalfeldmarschall Graf von Hatzfeld in Dortmund (1639 März 29); Arrestierung des Bürgermeisters Goddert Hoene wegen der Kontributionserhebung während der Hatzfeldschen Einquartierung (1639 April 30); Einquartierung in Lünen und Kontributionierung des Amtes Hörde (1641 Februar 24); Zerstörung von Brücken durch Eisgang und bei Einquartierungen sowie der Wege durch Truppentransporte (Beilage zu 1641 April 20)




1638 - 1641, 1645 - 1646
Kosten des Amtmanns zu Hörde und Lünen in Amtsangelegenheiten





1638 Sept. 6
Protokollauszug vom 6. September 1638: Der Herr Wilhelm Töllner, Pastor zu Lünen, wurde [vor den Magistrat zu Lünen] zitiert. Er gab zu, ein Publikandum des Herrn Rentmeisters Eickell nicht öffentlich bekannt gemacht zu haben, da dasselbe ohne Wissen des Magistrats publiziert werden sollte. Bürgermeister Gerd Hoene setzt sich für den Pastor zwecks Niederschlagung der Angelegenheit ein.





(1636 -) 1640
Worthalter zu Lünen c/a Magistrat zu Lünen wegen ungleicher Veranschlagung zu den Kontributionen und Kriegslasten sowie Einführung der Provisionalordnung zur Veranschlagung der Beiträge entsprechend dem Vermögen


Enthält :
1. Die Gemeinheit der Stadt Lünen hatte sich beklagt, dass der Bürgerschaft fast allein die Kriegslasten aufgebürdet werden, während der Magistrat, dem die vornehmsten und vermögensten Bürger angehören, nur geringe Beiträge leisten. (s. 1640 Januar 25);
2. Protokoll über die Beschwerden der Bürgerschaft und Einführung der Provisionalordnung (1640 Februar 13; s. a. Akte 571);
3. Supplik des Gisbert Freytagh gegen die Beschwerden (1640 Februar 14; zweifach); - dabei Anlagen (s. Nr. 4-7):
4. Bürgermeister und Rat der Stadt Lünen bekennen, dass Gisbert Freytagh, Bürgermeister zu Lünen, die Kosten zur Zeit der Einquartierung des Herrn Godtfried Huyk, kaiserlicher und katholischer Generalfeldmarschall, zur Auslösung des bei der Belagerung durch den Grafen von Fürstenberg geforderten Lagers für den Stab in Höhe von 300 Reichstalern und anderer notwendiger Kosten zum Wohle der Stadt vorgestreckt hat. Bürgermeister und Rat haben sich mit Freytagh verrechnet, bleiben ihm jedoch noch 217 Reichstaler und 1 Reichsort schuldig. Franciscus Schreiber, Sekretär zu Lünen, unterschreibt. (1636 Juli 26; Abschrift des Sekretärs Schreiber);
5. Bürgermeister und Rat sowie Worthalter der Stadt Lünen bekennen, dass sie dem Herrn Bürgermeister Gisbert Freytagh 338 Reichstaler und 1 Reichsort schuldig sind, die er zur Zahlung der Kriegslasten des Grafen von Boytzen, Zahlung der Verzehrkosten des Herrn Oberstleutnants Franz von Bauclein und sonstigem vorgestreckt hat. Sie versprechen die Zahlung von jährlichen Zinsen in Höhe von 20 Reichstalern und 1 Reichsort zu Michaelis [September 29]. Als Pfand setzen sie die städtische Wein- und Branntwein-Accise. Der Herr Bürgermeister Jürgen Schmiemann, die Worthalter Christoffer Bachine und Heinrich Bellmann sowie der Sekretär Franciscus Schreiber unterschreiben. (1637 September 17; Abschrift des Sekretärs Schreiber);
6. Bürgermeister, Rat und Worthalter [der Stadt Lünen] bekennen, dass der hiesige Licentbeamte, der Richter Caspar von Gahmen, Johann Vettmaus und der Rentmeister Eickell u. a. die traditionelle Ratswahl am Matthiastag zu beeinträchtigen und den regierenden Bürgermeister Goddert Hoene zu degradieren versuchten, den Landesherrn über Verstöße gegen das Licentwesen berichteten [s. Akte 571], den Zehnt von Ländereien erheben, deren Pacht traditionell von der Accisekammer erhoben wird. Sie bevollmächtigen deshalb Gisbert Freytagh, ehemals Bürgermeister zu Lünen, die Stadt in dieser Angelegenheit zu vertreten. (Lünen, 1638 August 21; Siegel der Stadt Lünen, schlecht erkennbar);
7. Bürgermeister und Rat der Stadt Lünen bekennen, dass sie sich am 18. Februar 1638 in Gegenwart des Rates, der Worthalter und der Bürger mit Gisbert Freytagh, ehemals Bürgermeister, hinsichtlich der Ausgaben wegen der Verpflegung, Unterhaltung und Servicegelder an den kaiserlichen Oberstleutnant Franz von Carstatt, Stadtkommandant, für 3 Artilleriepferde mitsamt Ausrüstung an den kaiserlichen Feldzeugmeister Graf von Wahll, für Einkauf von Hafer für den Oberst Remundt und andere städtische Kosten verglichen haben und ihm 359 1/2 Reichstaler schuldig sind. Freytagh wird von der Zahlung zum Kontingent künftiger Schatzungen in Höhe von 59 1/2 Reichstalern freigestellt. Die restlichen 300 Reichstaler sollen mit 18 Reichstalern verzinst werden, zahlbar zu Petri ad cathedram [Februar 22]. Die Wiederlöse soll 1/4 Jahr vorher angekündigt werden. Als Pfand setzen sie die Wein- und Branntwein-Accise. (1639 Februar 5; Abschrift des Sekretärs zu Lünen, Franciscus Schreiber);
8. Verhandlungen mit protokollierten Zeugenvernehmungen (mit Namensliste), die wegen heranrückender kaiserlicher Truppen unterbrochen werden müssen (1640 Februar 14/15);
9. Schriftverkehr über die Einführung der Kontributionsordnung (1640 März / April); - dabei: Liste der Bürgermeister sowie Worthalter der 4 Schichten, s. 1640 März 24)




1642
Schriftverkehr mit dem Amtmann zu Lünen und Hörde, Heidenreich von Schwansbell, in der Klagesache Herr von Frydag zu Buddenburg c/a Magistrat zu Lünen


Enthält : (Gegenstand des Streits ist nicht ersichtlich)




1642 Dez. 31
Bittschreiben des Caspar von Gahmen an Heidenreich von Schwansbell, Drost der Ämter Hörde und Lünen, um Unterstützung gegen die gegen ihn gerichteten Diffamierungen des Georg Landmann [zu Lünen]


Enthält : (Gegenstand der Differenzen sind nicht ersichtlich; Lacksiegel, beschädigt)




1647 Juli 29 / Aug. 8, Münster
Johann von Wittgenstein bittet Heidenreich von Schwansbell, Amtmann zu Hörde und Lünen, um Vorspann für seine Reise zum Amt Wetter





1647
Transport der Habseligkeiten des vom Kurfürsten von Brandenburg zu den Friedensverhandlungen in Münster gesandten Drosten Friedrich von der Heide zum Broich durch das Amt Lünen


Enthält : Befehl des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (eigenhändige Unterschrift) an Heidenreich von Schansbell, Amtmann zu Hörde und Lünen; Rechnungen für Fuhrlohn des Nigge, Erdelbruch, Christoffer Bachine, Rembert Ascheberg, Hindrik von dem Bockelo, Frone Johann von Derne; Beschwerde des Jost von Schwansbell zu Aden und Oberfelde über die Pfändung seines Eigenhörigen Schulte im Morter (dabei: 2 Lacksiegel)




1649 - 1650
Verzehrkosten für die Beköstigung des Kurfürsten [Friedrich Wilhelm] von Brandenburg während seines Aufenthaltes auf Haus Schwansbell im Oktober 1649 und im Februar 1650





1649, 1652
Goswin von Ketteler zu Herringen hatte eine dem Georg Landmann, Bürgermeister zu Lünen, aus einer Verschreibung gegenüber dem Haus Dellwig gehörende Wiese abgekauft. Er fordert über den Amtmann zu Lünen, Heidenreich von Schwansbell, die Herausgabe der Originalpapiere durch die Erben des + Landmann.





1649 Okt.
Beschwerde der Stadt Lünen über den Propst zu Cappenberg, der 5 Pferde aus der nördlich der Lippe gelegenen Waldemei geschüttet hatte, von denen er 4 zurückgegeben, eines jedoch als Arbeitspferd eingesetzt hat. Die Pferde sollen nicht in der Lüner Waldemei, sondern in der Bauerschaft Wethmar auf den ledigen Höfen Bosemann und Wöstmann geschüttet worden sein.





1654, 1656
Erfassung der Landzölle, Wegegelder, Grüten und Accisen





1662 Juli 26, Kleve
Schreiben des Regierungsrates zu Kleve an den Amtmann zu Lünen und Hörde, Heidenreich von Schwansbell, zur Schlichtung einer Klage des Richters zu Lünen, Giesbert Freytag c/a Stadt Lünen wegen einer Obligation in Höhe von 800 Reichstalern aus der Holzaccise





1694 - 1695, 1699
Schriftverkehr mit Margarethe Elisabeth Freytag, jetzt Ehefrau des Eberhard Balthasar zum Broich, Witwe des verstorbenen Rezeptors des Amtes Lünen, Bürgermeister Caspar Kaupe, wegen ausstehender Amtsgelder


Enthält : Hebezettel zum Nachweis der Konbribuenten und deren Beiträge; Kosten des Amtes Lünen zum Weselschen Fortifikationsbau; Eingesessene des Amtes Lünen bezeugen, dass sie von dem Rezeptor Kaupe 300 Reichstaler erhalten haben, die sie zur Bezahlung der Fuhrdienste im Jahre 1687 erhielten (Lünen, 1688 März 17)




1699 Jan. 1, Köln a. d. Spree / 1712
Posttaxe zu Lünen


Enthält : Postroute (von Brabant, Holland und Kleve über Lünen nach Minden, Berlin, Schlesien, Pommern und Preußen), Porto, Meilengeld der Passagiere der fahrenden Post, Postilliongeld; Taxierung von Handgepäck (1712)




1701 - 1710
Verhandlungen über die Schuldentilgung der Eingesessenen des Amtes Lünen gegenüber dem Freiherrn von Merode durch Verwendung der Einnahmen aus den Fuhrgeldern


Enthält :
1. Die Eingesessenen des Amtes Lünen erteilen dem Dr. Wever und dem [Hofgerichts-] Prokurator und Advokaten [Johann] Adriani eine Vollmacht, für sie und in Abstimmung mit dem Richter zu Wetter und den Vorstehern zu Herdecke und ..(?) um Verminderung der königlichen Schatzung zu bitten, notfalls auch zu klagen. Die Kosten in der Prägravationssache tragen zu 2/3 das Amt Lünen, vertreten durch den Rezeptor [Georg Wilhelm] Schmale und zahlbar aus den Fuhrgeldern, und zu 1/3 Herdecke und ..(?), vertreten durch den Richter zu Wetter, Reinermann. (Derne, 1701 September 10);
2. Die Eingesessenen des Amtes Lünen leihen sich vom Freiherrn von Merode zu Schlossberg, Merfeld und Schwansbell eine Geldsumme in Höhe von 60 Reichstalern zum Zins von jährlich 3 Reichstalern. Es unterschreiben 22 Eingesessene. (1702 September 10);
3. Die Eingesessenen des Amtes Lünen versprechen, die Kosten, die dem Freiherrn von Merode für seinen Einsatz [in der Prägravationssache] entstanden sind, vor allem aus den Einnahmen der Fuhrgelder zu begleichen. Der jeweilige Rezeptor des Amtes Lünen soll die Rechnungen begleichen. Es unterschreiben 44 Eingesessene. (1702 Februar 5);
4. Die Eingesessenen des Amtes Lünen versprechen, den Freiherrn von Merode die für seine Fürsprache [in der Prägravationssache] entstandenen Kosten in Höhe von über 268 Reichstalern in drei festgesetzte Raten aus den Fuhrgeldern durch den jeweiligen Rezeptor des Amtes Lünen bezahlen zu lassen. Es unterschreiben 15 Eingesessene. (Königssundern, 1705 Juli 16);
5. Auflistung der dem Freiherrn von Merode für seine Fürsprache [in der Prägravationssache] für die Eingesessenen des Amtes Lünen entstandenen Kosten in Höhe von über 268 Reichstalern. (1705 Juli 16);
6. Quittung des Freiherrn von Merode gegenüber der Witwe des verstorbenen Rezeptors [Georg Wilhelm] Schmale über den Erhalt eine Rate in Höhe von über 86 Reichstalern (Schwansbell, 1705 September 7);
7. Verhandlungen über die Nutzung der Fuhrgelder zur Schuldentilgung;
8. Die Eheleute Johann Christoff Cappel und Anna Catharina Adriani gen. Cappel versprechen dem Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode und dem Herrn von Vaerst zur Hove Gewährleistung für die gewährte Kaution und für ein Kapital zur Zahlung an die Kriegskasse, das sie von dem Herrn von Vogt zu Elspe, Herr zu Westhemmern, erhalten haben. Die Eheleute unterschreiben und siegeln. (1709 April 22);
9. Erwähnung der Jüdin Witwe Lehmann Hertz (1712 Mai 14);
10. Lacksiegel des Rezeptors des Amtes Lünen, [Georg Wilhelm] Schmale in Königssundern (1702 September 12), des Johann Christoff Cappel in Königssundern (1709 April 22)




(um 1706)
Die Witwe des verstorbenen Gottfried Unstede jetzt Heinrich Steinweg, hatte am 30. Mai 1676 dem vormaligen Kolon des in Beckinghausen im Amt Lünen gelegenen Hofes des Stifts Cappenberg, Heinrich Neuhaus, 50 Reichstaler geliehen. Als Pfand wurde ein 1/2 Morgen großes Land nahe der Flur Beckenappe an der Lippe gesetzt. Dies blieb über 30 Jahre lang so bestehen. Der Hof ist nun heruntergewirtschaftet. Ein Gutachten soll die Rückzahlung und Kontributionserhebung über das versetzte Land klären.





1717 - 1722
Führung der Rezepturrechnungen der Ämter Hörde und Lünen durch den Rezeptor Johann Christoff Cappel in Königssundern sowie Kautionsleistungen für die jährlichen königlichen Schatzungen und Rezepturrechnungen zum Amt Lünen


Enthält :
1. Die Eheleute Johann Christoff Cappel und Anna Catharina Adriani gen. Cappel versprechen dem Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode und dem Herrn von Vaerst zur Hove Gewährleistung für die gewährte Kaution und für eine Kapitalzahlung an die Kriegskasse, die sie vom Herrn von Vogt zu Elspe, Herr zu Westhemmern, erhalten haben. Die Eheleute unterschreiben und siegeln. (1709 April 22);
2. Erwähnung der Jüdin Witwe Lehmann Hertz (1712 Mai 14);
3. Freifrau Anna Maria Elisabeth von Merode geb. von Schwansbell stellt die notwendige Kaution für das königliche Steuerkontingent der Ämter Lünen und Hörde für den Rezeptor Johann Christoff Cappel für das Jahr 1718. Sie siegelt und unterschreibt. (Schwansbell, 1718 Juni 2; Abschrift);
4. Rezepturrechnung des Amtes Lünen zum königlichen Schatzungskontingent 1714/15 (s. 1718 Juli 16);
5. Abgabe der Rezepturrechnungen für die Jahre 1717/18 am 07.12.1719 im [Gasthof] im Schwanen in Lünen (1719 November 25);
6. Rezepturrechnungen 1716-1719;
7. Kautionsstellung für das Jahr 1721 durch den Amtmann [von Lünen], von der Reck (Haren, 1721 Januar 16);
8. Abgabe der Rezepturrechnung für 1719 während des Amtstages am 11.08.1721 an Lutterodts Haus in Lünen (1721 August 4);
9. Amtsrechnungen und Monierungen derselben;
10. Rückzahlung einer Obligation in Höhe von 600 Reichstalern aus dem Jahre 1717 zugunsten der Freifrau von Neuhoff zur Wenge auf dem Amtstag in Lünen in Anwesenheit der Herren von Westrem zum Gutacker für das Haus Herringen, Levermann für das Stift Cappenberg, zum Klay für den Herrn von Merode, Richter Weischede für den Herrn von Frydag zur Buddenburg, Wiemann für seine Mutter, der Notar Riesener für den Rentmeister zu Hörde (Lünen, 1721 August 12);
11. Abgabe der Rezepturrechnung für 1721 während des Amtstages am 11./23.12.1721 in Lutterodts Haus in Lünen (1721 November 29; 1721 Dezember 16);
12. Amtsrechnungen 1721 (1721 Dezember);
13. Leistung einer Kaution für 1722 durch den Freiherrn von Merode (?) (Minden, 1722 März 14);
14. Lacksiegel des Johann Christoff Cappel (1709 April 22), der Freifrau Anna Maria Elisabeth von Merode geb. von Schwansbell (1718 Juni 2), des Amtmanns zu Lünen, von der Reck (1721 Januar 16)




1723 - 1728
Führung der Rezepturrechnungen der Ämter Hörde und Lünen durch den Rezeptor Johann Christoff Cappel in Königssundern sowie Kautionsleistungen für die jährlichen königlichen Schatzungen und Rezepturrechnungen zum Amt Lünen


Enthält : Leistung einer Kaution für 1723 durch den Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode und C. S. von Romberg (Minden, 1723 Januar 22); Rechnungen im Rechtsstreit Bauerschaft Horstmar c/a Prior zu St. Catharinae in Dortmund und Caspar Alstedde in Lünen wegen der Kosten für die Kleyhove (1726); Leistung einer Kaution für 1727 durch den Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode (?) (Schwansbell, 1726 Dezember 23); Lacksiegel des Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode zu Schwansbell (s. 1723 Januar 20; 1726 Dezember 23)




1721 - 1723
Verhandlungen über die Eingabe der Vorsteher des Amtes Lünen, Johann Harbrinck, Dietrich Feldt und Johann Husemann, an den Amtmann zu Lünen und Hörde, Freiherr von der Reck zu Haren, auf Aussetzung von Zinszahlungen für eine von dem Freiherrn von Merode am 20. Juli 1706 dem Amt Lünen gewährte Obligation in Höhe von 182 Reichstalern





1729 - 1740
Führung der Rezepturrechungen der Ämter Hörde und Lünen durch den Rezeptor Johann Christoff Cappel in Königssundern sowie Kautionsleistungen für die jährlichen königlichen Schatzungen und Rezepturrechungen zum Amt Lünen


Enthält : Kautionsleistung für 1730 und 1734 durch den Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode (Schwansbell, 1729 Dezember 30; 1734 Januar 22); Führung der Rezepturrechnungen durch die Witwe Anna Catharina Adriani gen. Cappel; Lacksiegel des Herrn von Vaerst (1734 Januar 22), des Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode (1730 Juni 29)




1736 Sept. 29, Dernerbaum
Wilhelm Trieppe jetzt Köeper und Johann Körte jetzt Trieppe zu Altenderne im Amt Lünen, Stiefvater und Stiefschwiegersohn, bekennen, dass der Accisekalkulator Herr [Johann Christoff] Cappell [zu Königsborn] ihnen 36 Reichstaler geliehen hat, gezahlt in 6 französischen Pistolen zu jeweils 5 Reichstalern und 1 Pistole zu 6 Reichstalern. Das Geld wollen sie für Friedrich Trieppe, Stiefsohn und Schwager, verwenden. Sie versprechen, die Geldsumme innerhalb von 6 Monaten zurück zu zahlen, Wilhelm Trieppe 21 Reichstaler und Johann Körte 15 Reichstaler. Catharina Trieppe, Ehefrau Köeper, und der Zeuge D. W. Cüncell, der das Kreuzzeichen des schreibunkundigen Wilhelm Köeper bestätigt, unterschreiben.





1757, 1764
Beiträge des Hauses Schwansbell zur Personellen Imposition (Personensteuer)


Enthält : Auflistung der auf dem Haus Schwansbell wohnenden Personen einschließlich des Personals (8 Personen; 1757)



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