Stadtarchiv Lünen
Haus Schwansbell (1343-1921 - Umfang 190 Urkunden, 859 Akten, 2 Karten)

1546, 1668
Obligation des Jürgen Vollenspit, Pastor und Vikar der St. Georgskirche zu Lünen


Enthält :
1. Caspar von Schwansbell [d. Ä.] und seine Frau Hilburg [von Frydag] bekennen, dass sie dem Herrn Jürgen Vollenspit, Pastor und Vikar des Altars Unserer Lieben Frau [in der St. Georgskirche] zu Lünen eine jährliche Rente in Höhe von 2 1/2 rheinischen Gulden aus ihrer Burgstätte zu Schwansbell verkauft haben, zahlbar zu Ostern zu Lünen. Die Wiederlöse mit 50 rheinischen Goldgulden soll 14 Tage um St. Johannis im Mittsommer [Juni 24] erfolgen. Zeugen sind die Bürgermeister Wessel Vinnige und Jürgen Tappe sowie Severin Fiemer und Jürgen Schotte. Schwansbell siegelt mit seinem angeborenen Siegel. (1546 Juli 2/9; Abschrift);
2. Johann Wilhelm Graffe, Richter zu Lünen, bekennt, dass vor ihm Heinrich Adolf von und zu Schwansbell einerseits und Franz Bellmann sen., Dietrich Gerlich sen. und Johannes Gunnermann, Provisoren der [St. Georgs-] Kirche zu Lünen, andererseits sich über eine Obligation vom 2./9. Juli 1546, wodurch das Haus Schwansbell der Kirche zu Lünen 50 Goldgulden schuldet, in Gegenwart der beiden Bürgermeister Giesbert Schreiber und Johann Schorlemer verglichen haben: Das Haus Schwansbell zahlte eine Zeitlang [jährlich] 1 Goldgulden [Zinsen], womit die Provisoren nicht länger einverstanden waren. Schwansbell verpflichtet sich, fortan jährlich 2 1/2 Reichstaler an Pension zu zahlen. Die Provisoren verzichten auf alle rückständigen Pensionen. Der Richter siegelt, der Gerichtsschreiber zu Lünen, Dietrich Gerlich, unterschreibt. (Lünen, 1668 September 15; Abschrift)




1592 - 1697
Nutzung der Kirchenbank [in der St. Georgskirche] in Lünen


Enthält :
1. Catharina [Bicke], Witwe des verstorbenen Dietrich von Schwansbell, und ihr Sohn Heinrich von Schwansbell in Lünen bekennen, dass Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.], ihr Schwager und Vetter, auf ihre Bitten hin ihm, Heinrich von Schwansbell, erlaubt, die in Lünen vorhandene, zum Haus Schwansbell gehörende Kirchenbank [in der St. Georgskirche] zu nutzen. Heinrich von Schwansbell unterschreibt. (1592 Dezember 11); - RV: Bezahlung [der Kirchenbank] 1586-1605, u. a. jährlich 7 Schillinge an den Richter;
2. Heidenreich von Schwansbell bekennt, dass er die zum Haus Schwansbell gehörende Kirchenbank [in der St. Georgskirche] für die folgenden 8 Jahre dem Heinrich Steinmann zu Lünen für eine jährliche Zahlung von 1/2 Reichstaler verpachtet hat. Es werden zwei Urkunden ausgestellt. (Schwansbell, 1659 Januar 30);
3. Der Herr Heinrich Adolf von Schwansbell zu Schwansbell hat für sich und seine Frau [Maria Ursula] von Merfeld die zum Haus Schwansbell gehörende Herrenbank in der Pfarrkirche [St. Georg] zu Lünen nahe der kleinen Tür an der Mauer und nahe dem St. Georgs-Altar dem Johann Flume, Bürger zu Lünen, für 4 Jahre verpachtet. Hierfür erhält er jährlich zu Martini [November 11] 1 Reichsort. Schwansbell bleibt die Nutzung der Bank beim Besuch der Kirche vorbehalten. Er und Flume unterschreiben die beiden Ausfertigungen. (Schwansbell, 1692 April 2);
4. Der Herr Heinrich Adolf von Schwansbell zu Schwansbell hat für sich und seine Frau [Maria Ursula] von Merfeld die zum Haus Schwansbell gehörende Herrenbank in der Pfarrkirche [St. Georg] zu Lünen nahe der kleinen Tür an der Mauer und nahe dem St. Georgs-Altar dem Leutnant [Dietrich Simon] Zelis und Johann Gerhard Schmidts, Kaufhändler zu Lünen, für 5 Jahre verpachtet. Hierfür erhält er jährlich zu Martini [November 11] 1 Reichsort. Schwansbell bleibt die Nutzung der Bank beim Besuch der Kirche vorbehalten. Er, Zelis und Schmidts unterschreiben die beiden Ausfertigungen. (Schwansbell, 1697 Oktober 1)




1643
Schriftverkehr über die durch den Pastor Wilhelm Zolner zu Lünen gegen die Kalvinisten gerichteten Predigt am Ostertag 1643 sowie Beleidigung der Reformierten in einer Leichenpredigt


Enthält : Protokollierung der Predigt




1651 Juli 6
Textentwurf [des Amtsmanns zu Lünen und Hörde, Heidenreich von Schwansbell ?,] an die Regierung zu Kleve über die Erhebung des Heerschillings von den Hofleuten des Hofes Elmenhorst durch den Pastor zu Lünen, Wilhelm Tolners


Enthält : [Die in der Bauerschaft Elmenhorst im katholischen Vest Recklinghausen wohnenden Lutheraner besuchen die lutherische Kirche zu Lünen. Die Regierung zu Kleve hatte die lutherischen Gemeinden zur Zahlung eines Heerschillings in festgelegter Höhe aufgefordert. Bei der Umlage unter den Gemeindegliedern bezog Pastor Tolner auch die nicht in der Grafschaft Mark wohnenden Lutheraner des Hofes Elmenhorst ein.] Tolner hatte am 12.06.1651 den Fronen der Hofleute des Hofes Elmenhorst, Marckmann, aufgefordert, innerhalb von 4 Tagen den Heerschilling in Höhe von 50 Reichstalern zu bezahlen. Da dieser der Aufforderung nicht nachkam, bat Tolner den Fronen des Amtes Lünen, Johann von Derne, die Zahlung zu veranlassen.




1699 Febr. 15, Lünen
Franz Schliepstein, Johann Reinermann und Casper Heinrich Gerlich, Provisoren der ev.-luth. [St. Georgs-] Kirche, quittieren die Rückzahlung einer Obligation vom 2. Juli 1546 in Höhe von 50 Goldgulden durch den Herrn [Heinrich Adolf] von und zu Schwansbell.





1747
Schuldforderung des Freiherrn Heinrich Werner Johann Anton von Merode, Herr von und zu Schwansbell, gegenüber der luth. [St. Georgs-] Kirche zu Lünen


Enthält : Nur
1. Schreiben des Freiherrn von Merode an den Notar [Johann Giesbert Kaupe] über die Schuldforderung an die luth. Kirche, vertreten durch den Prediger und Vorsitzenden des Konsistoriums, Schragmüller; Merode droht mit der Fortsetzung des Prozesses vor dem Reichskammergericht. (Schwansbell, 1747 Juni 23);
2. Der Notar Johann Giesbert Kaupe bekennt, dass er mit dem Prediger Schragmüller über die Schuldforderung des Freiherrn von Merode gesprochen habe. Schragmüller wolle die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Konsistoriums entscheiden lassen. (Lünen, 1747 Juni 30; Lacksiegel)




1794 Febr. 7, Lünen
Das Konsistorium der ev. [St. Georgs-] Kirche zu Lünen bittet die Freifrau von Diepenbroick zur Rückzahlung von 2 Kapitalien zu jeweils 150 Reichstalern, die sie dem reformierten Konsistorium schuldet. Bäumer, Aufmorth und Brunett unterschreiben.





1834 - 1835
Verzeichnis der in Lünen und in den Kirchspielen Brechten und Derne vorhandenen Denkmäler und Kunstgegenstände


Enthält : Enthält u. a.: Beabsichtigter Verkauf einer 1831 von dem Freifräulein Hermine [Josine] von Diepenbroick zu Schwansbell gekauften Kopie eines Gemäldes von Michelangelo für die St. Georg-Kirche an den Westfäli-schen Kunstverein [zu Münster];
s. BM Schultz, Akte 592



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken