Stadtarchiv Lünen
Haus Schwansbell (1343-1921 - Umfang 190 Urkunden, 859 Akten, 2 Karten)

1547 - 1611
Familiensachen Gertrud Fischer verh. von Schwansbell zu Lünen


Enthält :
1. (Bl. 1) Heinrich von Schwansbell bestimmt in seinem Testament, dass seine Magd Gertrud [Fischer] wegen der treuen Dienste und Handreichungen und wegen seiner mit ihr gezeugten Kinder die aus näher aufgeführtem Hausgerät bestehende Gerade nach seinem Tode erhalten soll. Heinrich von Schwansbell siegelt. Zeugen sind Heinrich Cremer, Gerd Herbrechter und Thomas Teygeler. (1547 September 26);
(s. a. Urk. fehlt von 1549);
2. (Bl. 2) Gertrud [Fischer gen.] Schwansbell zu Lünen schreibt an Grethe Gordes, Frau des Meisters Gordes in Werl, dass sie im 3. Jahr ein Kind in Verwahrung habe, das ihrem, Grethe Gordes Bruder Tonyes gehöre. Da Tonyes inzwischen unbekannt verzogen sei, ohne das Kind wieder an sich zu nehmen und ohne eine Bezahlung zu leisten, bittet sie um Mitteilung über seinen Aufenthaltsort. Sollte sich Tonyes nicht melden, so wolle sie das Kind nach Werl schicken. Sie sei eine arme Frau und habe selbst nichts zu essen. (ohne Datum);
3. (Bl. 3) Gertrud [Fischer gen.] Schwansbell zu Lünen schreibt an Johann Kloet zu Dynckeren, dass sie erfahren habe, dass der Reiter Tonyes bei ihm wohnen würde. Caspar von Schwansbell [d. Ä.] lasse bitten, dass Tonyes sein Kind bei ihr abhole, das sie nicht länger unterhalten könne. Sie selber sei krank und habe selbst kaum genug zu essen. Tonyes hatte sie gebeten, das Kind 14 Tage lang zu versorgen. Nun seien es schon 4 Jahre und sie habe noch keine Mark erhalten. (ohne Datum);
4. (Bl. 4) Gertrud Fischer gen. Schwansbell bestimmt in ihrem Testament: Ihr Sohn Johann soll verschiedenes, näher aufgeführtes Hausgerät erhalten. Die anderen Kinder sollen das übrige, ebenfalls näher aufgeführte Hausgerät erhalten. Für die Aufbewahrung der Urkunden soll dem Pastor 1/2 Taler gegeben werden. Johann Bicke und seine Frau haben ihr 1 1/2 Taler für ein Bett geliehen, einen Brief über 5 Taler und 1 silbernen Löffel. 5. [Das Haus] Schwansbell soll nach ihrem Tode den Armen 1 Malter Korn geben. An künftigen Tag Michaelis [September 29] 1556 ist ihr Claus Liefländer 5 Malter und 1 Ort schuldig. (1556);
5. (Bl. 5-10) Auflistungen der Clara Schwansbell über ihr zustehende und durch Caspar von Schwansbell [d. Ä.] schuldig gebliebene Malter Korn für die Jahre 1559-1579;
6. (Bl. 11) Notizzettel: 1567 Dezember 11 Ausstellung des Leibzuchtbriefes [s. Urk. 189]; 1582 Gertrud [Fischer] gestorben, letzte Quittung; 1583-1590 Clara mit Quittung bezahlt; [ohne Datum] Hermann Kruse bezahlt; [ohne Datum] Heinrich Harenberg bezahlt; 1591 Mai 7 dem Propst zu Cappenberg das Haus zu Lünen verkauft gemäß des Erbkaufbriefes; 1598 das Häuschen in Lünen aufrichten und zu Schwansbell bauen lassen sowie Clara das Wohnrecht ihr Leben lang gestattet. (1567-1598);
7. (Bl. 12) Gertrud Fischer schreibt an Jost von der Recke, Drost bzw. Amtmann zu Lünen, dass im Jahre 1566 im Beisein des Amtmanns und anderer Schiedsleute ein Vergleich zwischen Caspar von Schwansbell [d. Ä.] und ihr zustande gekommen sei über das, was ihr nach dem Tode des Heinrich von Schwansbell, Caspars Bruder, als dessen "Pflegemagt" zustehe. Caspar von Schwansbell sei dem Vertrag nicht nachgekommen. Ihr und ihrer mit Heinrich von Schwansbell gezeugter Tochter [Clara von Schwansbell] seien z. B. 4 oder 5 Fuder Holz, 2 Schweinemast und 2 Taler aus versetztem Korn vorenthalten worden. Es sei doch in und außerhalb von Lünen bekannt, welche Mühe und Last, auch große Sorge sie mit Heinrich gehabt habe, und welcher Gefahr sie oft ausgesetzt gewesen wäre. In dem Vergleich sei auch festgelegt worden, dass sie das Erbhaus in Lünen erhalten solle, was noch nicht geschehen sei. Gertrud Fischer bittet um Vermittlung, damit Caspar von Schwansbell [d. Ä.] den Vertrag erfüllt. (1571 Juli 29, Lünen);
8. (Bl. 14 f) Caspar von Schwansbell [d. Ä.] antwortet auf die Eingabe der Gertrud Fischer [vom 29. Juli 1571] an den Drost [zu Lünen, Jost von der Recke], dass Gertrud Fischer, Witwe des verstorbenen Priesters Johann Smet, zu ihrem Vorteil eine Verbindung mit seinem Bruder Heinrich eingegangen sei. Er berichtet über das Nutzungsrecht an dem Hof zu Lünen, auch sei etwas beim Richter zu Lünen deponiert. (nach 1571 Juli 29; der Inhalt ist wegen starker Beschädigungen schwer erschließbar);
9. (Bl. 17) Gertrud [Fischer gen.] Schwansbell quittiert den Empfang von 5 Talern. (1581);
10. (Bl. 18) Gertrud [Fischer gen.] Schwansbell, Bürgerin zu Lünen, quittiert den Empfang von 4 Malter Hartkorn, die sie von Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] zu Martini [November 11] 1581 erhalten habe. (1582 Januar 15 ?);
11. (Bl. 19) NN quittiert, dass er seinem Knecht Hansen Geld und verschiedene näher aufgeführte Kleidungsstücke als jährliche Entlohnung übergeben habe. Zeugen sind M[eister ?] Heinrich Schmidt und Mathias Guntermann. (1583 März 20);
12. (Bl. 20) Clara Schwansbell quittiert den Empfang von 6 Talern, der Taler zu 26 Schillingen, die sie von Caspar von Schwansbell [d. J.] und seiner Frau Anna von der Heghe zu Martini [November 11] 1583 und 1584 als Pension erhalten habe. (1585);
13. (Bl. 21) Clara Schwansbell quittiert den Empfang von 3 Talern zu 26 Schillingen, die sie von Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] zu Martini [November 11] 1585 und 1586 als Pension erhalten habe. Da sie des Schreibens unkundig ist, hat sie Georg Stenthof, Bürger zu Lünen, um die Ausstellung dieser Quittung gebeten. (1587 April 16, Lünen);
14. (Bl. 22) Clara Schwansbell, wohnhaft zu Lünen, quittiert den Empfang von 3 Talern, die sie von ihrem Vetter Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] zu Martini [November 11] 1589 als jährliche Pension erhalten habe. Da sie des Schreibens unkundig ist, habe sie Georg Stenthof, Bürger zu Lünen, um die Ausstellung dieser Quittung gebeten. (1590 März 4, Lünen);
15. (Bl. 23) Clara Schwansbell, wohnhaft zu Lünen, quittiert den Empfang von 3 Talern, der Taler zu 26 Schillingen, die sie von ihrem Vetter Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] zu Martini [November 11] 1590 als jährliche Pension erhalten habe. Da sie des Schreibens unkundig ist, habe sie Georg Stenthof, Bürger zu Lünen, um die Ausstellung dieser Quittung gebeten. (1591 Mai 12, Lünen);
16. (Bl. 24) Clara Schwansbell schreibt an Caspar von Schwansbell [d. J.]: Er habe ihr die Räumung des Hauses, in dem sie gemäß des Willens ihres verstorbenen Vaters [Heinrich von Schwansbell] lebenslängliches Wohnrecht habe, ansagen lassen. Sie bittet, dass die ihr zustehenden 3 Taler Pension jährlich weiter bezahlt werden und dass sie die Kammer des anderen Hauses ihr Leben lang [als Wohnung] nutzen kann. (1591 Oktober 29);
17. (Bl. 25) Steffen Kremer von Boerck quittiert, dass er von Clara Schwansbell "den Staffen" zur Nutzung bis Michaelis [September 29] erhalten habe und ihr dafür 1/2 Reichstaler sowie das Nutzungsrecht eines Stücks in seinem Garten gebe. (1592);
18. (Bl. 26) Heinrich von Schwansbell [zu Schwansbell] schreibt an den Bürgermeister und Rat der Stadt Lünen: Sein verstorbener [Groß-] Vater [Caspar von Schwansbell d. Ä.] hatte unter Hinzuziehung des verstorbenen Amtmanns Jost von der Recke zu Kurl mit Gertrud Fischer und deren Tochter Clara Schwansbell einen Vergleich aufgestellt und darin der Clara ihr Leben lang ein Haus und eine Wohnung versprochen und schließlich Schwansbells Hof in Lünen zur Nutzung übergeben. Nachdem nun Clara vor einigen Wochen gestorben ist und Kleider und Hausgerät hinterlassen hat, haben zahlreiche Interessenten Ansprüche daran gestellt. Heinrich bittet den Rat der Stadt Lünen, in seinem Auftrag die Interessenten auf ihre Erbschaftsansprüche hin zu prüfen. (1609 November 28);
19. (Bl. 27 f) Protestation in Sachen Caspar von Schwansbell [d. J.] und Heinrich von Schwansbell c/a Balthasar von Schwansbell wegen Erbschaftsansprüche des letzteren an der Erbschaft der verstorbenen Clara Schwansbell und an dem von ihr bewohnten Haus in Lünen. (1611 Juni 2)




1549
Caspar von Schwansbell [d. Ä.] und seine Frau Hilberg [von Frydag zu Schorlingen] bekennen, dass sie ihrem Bruder und Schwager Heinrich von Schwansbell ihr Haus in Lünen, gelegen hinter dem Kirchhof zwischen dem Haus des Johann Wolschen und dem ihres Bruders und Schwagers Dietrich von Schwansbell, überlassen. Weiter geben sie ihm sein Leben lang 7 Malter Korn und die Mast zu Beckinghoven. Nach seinem Tode dürfen seine ’Beyschläferinn’ Gertrud [Fischer] und deren Kinder in dem Haus wohnen bleiben; Caspar von Schwansbell ist jedoch vorbehalten, das Haus mit 60 Goldgulden abzugütern.


Enthält : (Regest: Repertorium, S. 4, 87, 188; alte Sign. IA1y, IF3b und R 113)




1557 März 4
Konrad Nagel, Propst und Kellner [des Stifts] zu Cappenberg, beurkundet, dass er mit Zustimmung seiner [Stifts-] Brüder die Clara Schwansbell, Tochter des Heinrich [von ] Schwansbell und der Gertrud Fischer, aus der Hörigkeit entläßt. Der Propst siegelt.


Enthält : (Ausf. - Perg.; 27x9,5 cm; anh. Propsteisiegel des Stifts Cappenberg, am Rand beschädigt. - RV)




1567, 1609 - 1612
Schriftsatz des Hermann Schwansbell, Notar und Sekretär zu Lünen, in Sachen Balthasar von Schwansbell c/a Caspar von Schwansbell [d. J.] wegen der Erbschaft der von ihrem + Bruder Heinrich von Schwansbell mit Gertrud Fischer gezeugten Tochter Clara [Schwansbell]


Enthält :
1. Abschrift der Urk. 189 vom 11.12.1567;
2. Testament der Clara Schwansbell: Da sie seit längerer Zeit schon krank ist und die Krankheit schlimmer wird, sandte sie am 30. Mai 1609 einen Boten zu Wilhelm Baack, Pastor zu Lünen, vor dem sie ihr Testament machte. Clara habe einen Brief in ihrer Kiste, den [Caspar] von Schwansbell [d. J.] ausgestellt hatte. Die Brüder Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] und Balthasar von Schwansbell zu Aden sollen jeweils zur Hälfte ihren Nachlaß erhalten. Die aus ihrer Kirchenbank an die Frau des Osenhausen geliehenen 3 Taler sollen Balthasars Ehefrau [Adelheid von der Recke] zustehen. Der Pastor erhält eine zinnerne viertel Kanne. Zeugen sind Hermann Wittenbrinck und Lisa Keienhorst. Baack unterschreibt. (Lünen, 1609 Mai 31; Abschrift);
3. Caspar von Schwansbell [d. J.] bekennt, dass vor vielen Jahren zwischen seinem + Vater Caspar von Schwansbell [d. Ä.], Gertrud Fischer und ihrer Tochter Clara [Schwansbell] auf Vermittlung des Amtmanns [zu Lünen, Jost von der Recke,] ein Vergleich über die Leibzucht der Clara aufgestellt wurde. Clara erhielt das lebenslängliche Wohnrecht in einem Haus zu Lünen, bis Schwansbell ihr auf seine Kosten ein besseres Haus an seinem Hof zu Lünen errichten würde. Nachdem Clara nun vor einigen Wochen verstorben ist, wollte er das Haus wieder in Besitz nehmen, was jedoch schon von Adelheid von der Recke, [Frau seines Bruders Balthasar von Schwansbell zu Aden,] erfolgt ist, die auch das Schloss aufgebrochen hat. Caspar habe daraufhin den Richter zu Lünen eingeschaltet. Caspar [d. J.] und Heinrich von Schwansbell, Vater und Sohn, bitten den Notar Hermann Schwansbell, sie zu vertreten, notfalls auch gerichtlich. Zeugen sind Heinrich Bothe und Joachim Karmann jun.; Caspar [d. J.] und Heinrich von Schwansbell unterschreiben. (1609 September 17; Abschrift);
4. Bürgermeister und Rat zu Lünen bitten am 26. März 1610 auf Ansuchen des Caspar von Schwansbell [d. J.] den Balthasar von Schwansbell zu Aden, am 14. April auf das Rathaus zu Lünen zu erscheinen, um alle Anspüche an dem Haus und den Nachlaß der + Clara Fischer [bzw. Schwansbell], Tochter des + Heinrich von Schwansbell vorzubringen. Balthasar ließ sich durch seinen Anwalt vertreten, der erklärt, dass in dieser Sache nicht der Rat der Stadt, sondern das Gericht der landesherrlichen Obrigkeit zuständig sei. Auch seien die Ansprüche des Caspar von Schwansbell [d. J.] nicht rechtmäßig. (1610 April 14);
5. Mitteilung des Bürgermeisters und Rats der Stadt Lünen an Caspar von Schwansbell [d. J.]: Die Ehefrau des Balthasar von Schwansbell, [Adelheid von der Recke,] beanspruche das "Sterbhauselein", den darin vorhandenen Nachlaß der + Clara von Schwansbell mit der Kiste, die Brief und Siegel und anderes enthält, für sich und habe sie mit dem Siegel ihres Ehemanns versiegeln lassen. Caspar habe seinerseits das Hausschloß und das Siegel an der Kiste erbrochen und die Briefschaften, insbesondere Claras Testament entnommen. Balthasar habe daraufhin um die Rückgabe der Briefschaften gebeten. Sollte dies nicht geschehen, beabsichtige Balthasar, sich an anderer Stelle über Caspar und Bürgermeister und Rat, in dessen Stadt diese Gewalt geschehen sei, zu beschweren. (1610 August 14);
6. Bericht und Protestationsschrift des Caspar [d. J.] und Heinrich von Schwansbell, Vater und Sohn;
7. Submissionsschrift des Balthasar von Schwansbell zu Aden (1612 März 20);
8. Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell bittet den Notar Wessel Sethe um eine Befragung des Hermann Wittenbrinck und der Lisa Keienhorst zum Testament der + Clara Fischer oder Schwansbell. Wittenbrinck sagt aus, dass er nur gesehen habe, wie Clara den Pastor etwas aufzuschreiben gebeten habe. Keienhorst hatte ihn zu Mitternacht geweckt und gebeten, den Pastor zu holen, da Clara im Sterben lag. Keienhorst sagt aus, dass sie Clara in ihrer Krankheit gepflegt habe. Sie habe aber nicht gehört oder gesehen, dass Clara ein Testament gemacht oder von dem Pastor hat schreiben lassen. Im Gegenteil habe sie gehört, dass der Pastor Clara gefragt habe, ob sie ihr Testament machen wolle oder zu regeln, wem der Nachlaß gehören solle. Clara habe nein gesagt, sie hätte nichts zu vererben. Der Pastor habe gefragt, ob Clara etwas dem Haus Schwansbell schulde und ob sie ihm die zinnerne Kanne auf dem Schap überlassen würde. Daraufhin habe Clara ja gesagt, sie wolle aber noch [diesbezüglich] einen Boten zu ihm senden, was jedoch nicht geschehen ist. Nachdem der Pastor gegangen ist, habe Clara ihr, Keienhorst, aufgetragen, die Kanne wieder in den Schap zu stellen. Sethe unterschreibt. Zeugen sind Daniel Elßhoff von Wesel und Johann Karmann d. J. (Lünen, im Haus und Hof des Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell, 1612 Juni 2);
9. Johannes Tappius teilt Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell mit, dass die Frau von Aden, [Adelheid von der Recke verh. von Schwansbell,] das Schloss an dem Schwansbellschen Haus [zu Lünen] abgeschlagen "und in die Mestkull geworffen" und ein eigenes Schloss angehängt hat. (1609 Juni);
10. Dietrich Kumpsthoff, [Richter zu Lünen,] bittet auf die Klage des Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell hin den Balthasar von Schwansbell zu Aden, zu einem Gerichtstag in Lünen zu erscheinen. (o. D.; Konzept)




1567 Dez. 11
Zwischen Caspar von Schwansbell [d. Ä.] und Gertrud Fischer zu Lünen war ein Streit entstanden. Heinrich von Schwansbell, Caspars Bruder, hatte seiner Pflegemagd ein Haus, einen Hof und einen Gadem in Lünen hinter dem Kirchhof, gelegen zwischen Herrn Johann Wolschens und Schwansbells Erbhäusern und Höfen, sowie mehrere Kornrenten überlassen. Nach Heinrichs Tod hatte Caspar dem zugestimmt, beabsichtigt nun jedoch, die Verschreibung einzulösen. Jost von der Recke, Drost zu Lünen, schlichtet den Streit.


Enthält : Caspar von Schwansbell [d. Ä.] überläßt der Gertrud Fischer den Gadem, der zu den Schwansbellschen Erbhäusern und Höfen gehört, und wird die Sohlen und Pfannen ausbessern. Gertrud darf auch den dabeiliegenden und dazugehörenden Garten nutzen. Sie erhält den freien Zugang zum Brunnen. Darüber hinaus erhält sie jährlich zu Martini [November 11] 4 Malter Korn. Heinrich von Schwansbell hatte mit Gertrud eine Tochter, Clara Schwansbell, gezeugt, die nun in heiratsfähigem Alter ist. Clara soll einen Lösepfennig in Höhe von 60 Talern oder jährlich 3 Talern erhalten. Sollte Clara kinderlos sterben, soll die Hälfte der Geldsumme an Caspar zurückfallen, die andere Hälfte darf ihr Ehemann behalten. Darüber hinaus soll ihre Mutter Gertrud von den ihr zustehenden 4 Malter Korn 2 Malter abgeben. Der Gadem, der Garten und die Kornrente sollen nach der Verehelichung von Clara und dem Tode der Mutter an Caspar zurückfallen. Sollte die Mutter vor der Verehelichung Claras sterben, soll Clara den Gadem bis zur Verehelichung nutzen. Sollte Clara unverheiratet sterben, sollen die Gelder und der Gadem an Caspar zurückfallen. Der Drost und Caspar von Schwansbell [d. Ä.] besiegeln die beiden Ausfertigungen. Zeugen sind auf Seiten Schwansbells Rotger Bülken, Bürger zu Lünen, sowie auf Seiten der Gertrud Fischer Wessel im Schwanen, Rotger Tylmann, beide Bürger zu Lünen, sowie Heinrich Fischer, Gertrud Fischers Bruder.
(1. Ausf. - Papier; 2 anh. Siegel: 1. Jost von der Recke, Drost zu Lünen, beschädigt; 2. ab. - RV;
2. Ausf. - Papier; 2 anh. Siegel: 1. Jost von der Recke, Drost zu Lünen, beschädigt; 2. Caspar von Schwansbell [d. Ä.], am Rand beschädigt)



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