Stadtarchiv Lünen
Haus Schwansbell (1343-1921 - Umfang 190 Urkunden, 859 Akten, 2 Karten)

1488
Heinrich [von] Schwansbell gen. Fenyn verkauft Dietrich von Schwansbell und dessen Frau Else [Ovelacker] den dritten Teil des Gartens, gelegen zwischen dem Haus und Hof des Dietrich von Schwansbell und dem Haus seines verstorbenen Vaters [Dietrich von Schwansbell gen. Fenyn].


Enthält : (Regest: Repertorium, S. 176; alte Sign. R 30)




1511 - 1598
Schwansbellscher Hof zu Lünen


Enthält :
1. Heinrich von Schwansbell zu Schwansbell verpachtet dem Daniel Elßhoff und dessen Frau Engelen ein in seinem Hof [zu Lünen] erbautes "Häußlein" bzw. Spieker, gelegen an der Straße gegenüber dem Geistgadem, für 3 Jahre in Gewinn. Elßhoff zahlt als Pacht jährlich zu Ostern 3 Taler. Zeugen sind Albert Krumme und Rotger Volle, Bürger zu Lünen. Schwansbell und der Notar Hermann Schwansbell für den schreibunkundigen Elßhoff unterschreiben die beiden Ausfertigungen. (1511 April 21);
2. Jasper Tegeler, Bürger zu Lünen, bekennt, dass Casper von Schwansbell [d. J.] mit 50 Talern den Spieker, gelegen im Schwansbellschen Hof zu Lünen hinter dem Haus des Meisters Serries und von Tegelers Vater errichtet, eingelöst hat. Zeuge ist Dietrich Serries. Tegeler unterschreibt, der Richter zu Lünen, Reinhard Kremer, siegelt. (1577 Februar 22; Oblatensiegel, ab. - RV);
3. Casper von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] hatte das Haus in Lünen mit dem dazugehörigen Hof, gelegen zwischen dem Haus des Vikars Johann Wolschen und dem [Schwansbellschen] Bastardhaus, an Dietrich Serries und dessen Frau Barbara verkauft. Serries, Bürger zu Lünen, und seine Frau verkaufen und überlassen das Haus mit Zubehör wiederum Schwansbell und dessen Frau Anna von der Heghe. Darüber hinaus erhalten sie eine Verschreibung in Höhe von 300 Talern zurück. Serries unterschreibt. (1578 Juni 22);
4. Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] verkauft und übergibt dem Johann von Merfeld zu Lünen ein Haus mitsamt dem Hof und Gadem, gelegen zu Lünen zwischen dem Haus und Hof der Johannisvikarie und dem [Schwansbellschen] Bastardhaus und Hof für 600 Taler, der Taler zu 26 Schilling, zahlbar in 2 Raten: 200 Taler zukünftigen Jacobi [Juni 22] und 400 Taler 14 Tage um zukünftigen Martini [November 11]. Merfeld siegelt und unterschreibt. (1590 März 15; Oblatensiegel);
5. Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. J.] bekennt, dass er vor einigen Tagen im [Schwansbellschen] Hof zu Lünen ein Häuschen in der Größe von 3 Gefachen hat errichten lassen. Er hat es mit einem überstehenden Dach versehen, damit der Drüppelfall weit weg von der Grundmauer in die Straße fällt. Die Stadt Lünen hat dem zugestimmt, doch soll Schwansbell die Straße instandsetzen lassen. Schwansbell unterschreibt. (1598 August 31)




1530
Bernd Wewer übergibt dem Heinrich von Schwansbell und dessen Frau Ida [von Beesten zu Sythen] zwei Briefe, einen über 2 Scheffel Hartkorn aus dem Haus in Lünen und einen zweiten über einen Garten.


Enthält : (Regest: Repertorium, S. 184; alte Sign. R 87)




1569 Juli 18
Zeugenverhör vor Niclaes von Hövel, in der Sache eingesetzter Richter zu Dortmund: Auf gerichtliche Anordnung des Hermann Reinermann, Anwalt des Casper von Schwansbell zu Schwansbell [d. Ä.], erscheinen Bernd Beckmann, Franz Jacob, Hermann Bilensmidt und .. Stieckmann. Sie sagen aus, dass sie am Pfingstdienstag [Mai 31] eine Mauer in der Stadt Lünen auf Anweisung Schwansbells zu errichten begonnen hätten. Kurz nach 7 Uhr [abends] sei der Stadtdiener Bernd Nuise zu ihnen gekommen und habe ihnen mit einer Strafe in Höhe von 50 Talern gedroht, sofern die Arbeit an der Mauer ruhen würde. Beckmann habe geantwortet, dass er müde sei und aufhören wolle. Nuise habe daraufhin gefordert, die Mauer wieder abzubrechen oder der böse Geist solle in Beckmann fahren. Beckmann und seine Knechte würden gegen den Willen der Lüner mauern. Beckmann habe am folgenden Tag die Maurerarbeiten fortgesetzt. Zeugen sind Blasius Brüggemann, Johann Wennemar, Kerstin Portmann und Johann Holtkotte. Der Richter siegelt.


Enthält : (ergänzte oder nicht vollzogene Ausf. - Papier; anh Siegel, ab. - RV)




1571 Juli 15
Caspar von Schwansbell zu Schwansbell [d. Ä.] verkauft für eine Geldsumme, die ihm bezahlt wurde und die er zu seinem Nutzen angelegt hat, seinem Vetter Dietrich Serries, Bürger zu Lünen, und dessen Frau Barbara sein Haus und seinen Hof mit zwei Gademen und der Halbscheid des Brunnens, gelegen zwischen dem Haus und Hof des Herrn Johann Wolschen und seinem Haus und Spieker. Schwansbell siegelt und unterschreibt zusammen mit seinen Kindern Caspar [d. J.] und Clara von Schwansbell. Zeugen sind Jost von der Leithen und Wessel Kremer.


Enthält : (Ausf. - Perg.; 37,5x17 cm; anh. Siegel des Caspar von Schwansbell [d. Ä.], erhalten)




zwischen 1627/1647
Der Richter zu Lünen, Caspar von Gahmen, bittet den Rat der Stadt Lünen um einen Bericht zu einer Supplik des Heinrich von Schwansbell wegen der Befreiung seines Hauses in Lünen von städtischen Lasten.


Enthält : [zur Datierung: Gahmen war von 1627-1653 Richter; Heinrich von Schwansbell ist für die Zeit von vor 1594-1647 belegt];
s. Altes Archiv, Akte 31




1640 Aug. 10
Bericht an den Drosten zu Hörde und Lünen, Heidenreich von Schwansbell zu Schwansbell, wegen Schließung des Hauses des verstorbenen Wineke am Kirchhof hinter dem Rathaus [in Lünen] durch den Stadtdiener auf Anordnung des Bürgermeisters. Die Schließung erfolgte, obwohl aufgrund landesherrlichen Befehls die Witwe Potthoff als Eigentümerin bestätigt wurde. Den Bürgermeistern [Goddert] Hoene und Giesbert Freytag wird die Öffnung des Hauses bei Strafe von 80 Goldgulden befohlen.





1652 - 1721
Nutzung des Schwansbellschen Hauses zu Lünen als Wohnung für den Pastor bzw. Prediger der ev.-luth. Kirchengemeinde


Enthält :
1. Das Schwansbellsche Haus kam vermutlich wegen der darauf haftenden Obligationen am 29. Dezember 1642 über den Nachlaß des + Herrn Heinrich von Schwansbell zu Lünen in den Besitz der Stadt Lünen. Bürgermeister und Rat der Stadt getatteten erstmalig dem Bernhard Baack, Pastor zu Brechten, darin zu wohnen. Das Haus scheint im [Dreißigjährigen] Krieg beschädigt worden zu sein, durch das Haus Schwansbell, das nach dem Tode Heinrichs von Schwansbell zu Lünen auch keine Erbansprüche stellte, baulich nicht unterhalten worden zu sein.
2. Schriftverkehr zwischen dem Richter zu Lünen, Caspar von Gahmen, für Heidenreich von Schwansbell, Drost zu Lünen und Hörde, und dem Sekretär der Stadt Lünen, Franciscus Schreiber. (1652);
3. Vor dem Notar Caspar von Gahmen bekennt Joachim Gremme gen. Wittenbrinck, dass er eine gerichtlich anerkannte Obligation von dem + Heinrich von Schwansbell zu Lünen nebst aufgelaufenen Zinsen einzufordern berechtigt ist. Er hat am 29. Januar 1655 hierüber von dem Richter die Überlassung und Zuerkennung erhalten. Er überläßt nun die Obligation gegen Zahlung einer Geldsumme dem Kirchenrat [der ev. luth. St. Georgskirche] zu Lünen. Zeugen sind Herr Heinrich Hüning und Matthias Bellmann, Bürgermeister zu Lünen, Gerd Unstedde, Heinrich Francken und Johann Steinkühler, Ratsherren und Bürger zu Lünen. Gremme und der Notar Gahmen unterschreiben. (1661 September 9);
4. Resolution des Magistrats zu Lünen über die Verhandlungen zwischen dem Bürgermeister [Dr.] Daniel Wiemann und dem Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode zu Schwansbell über die Nachlassenschaft des Herrn Heinrich von Schwansbell [zu Lünen] vom 29. Dezember 1642 und den Magistratsbeschluß vom 27. Juni 1652 über die Nutzung des Schwansbellschen Hofes, dessen Inventar und Nutzung durch den Prediger Schragmüller. Der Sekretär Johann Philip von Duden unterschreibt. (1709 Juni 8);
5. Verhandlungen zwischen der Stadt Lünen und dem Freiherrn von Merode über die Liquidation der Schulden auf dem ehem. Schwansbellschen Haus und Hof zu Lünen, jetzt Pastorathaus, in dem der Prediger Schragmüller wohnt. Das Haus bleibt im Besitz des Kirchenrats [der ev.-luth. St. Georgskirche] zu Lünen. (1717); - Erwähnung von: Dr. Klugh, Bürger zu Lünen; Georg Greve, Sekretär zu Lünen; Notar Johann Friedrich zur Becke; Franz Middendorp, Bürgermeister zu Lünen;
6. Lacksiegel und Notariatssignet des Notars Johann Friedrich zur Becke (1717 Juli 21 / November 23)



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken