Stadtarchiv Münster
E. STADTGESCHICHTLICHE DOKUMENTATION
ZEITUNGSARTIKEL "AUF ROTER ERDE" ZUR STADTGESCHICHTE
Zeitungsartikel 'Auf roter Erde'

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Aberglaube im Herzogtum Westfalen

v.num : 165

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern !!!

1607: Erlass der kurkölnischen Hexenordnung. Damit wurde der Prozessverlauf gegen Hexen verbindlich.
Frühjahr 1630: Im Gericht Oberkirchen bereitete sich die Hexenverfolgung aus.
Allein in Schmallenberg-Holthausen wurden 1630 insegesamt sechs Frauen hingerichtet.
Insgesamt brachte der Hexenwahn damals im Sauerland insgesamt zehn Prozent der Bevölkerung auf den Scheiterhaufen.
Im damaligen Herzogtum Westfalen wurden von 1140 Angelagten 915 als "Hexen" hingerichtet, davon 23% Männer.
1602: Der erste Westfale, der sich gegen die Hexenverfolgung wandte, war der gebürtige Lippstädter Anton Praetorius.

Weiterer Artikel zu:
- Westfälischer Familientag im Museum. Johann Christoph Rincklake

Darin : Wanderausstellung "Hexen-Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland"




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Johann Huge contra Heinrich Plate

v.num : 295

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

Im Frühjahr 1602 hatt Johann Huge um die Hand der Anna Plate, Tochter seines Mitbürgers Heinrich Plate angehalten. Beide Männer gehörten der Kranmergilde an und waren angesehene münsteraner Bürger. Nach guter Sitte trugen zuerst die Verwandeten Huges (seine drei Schwager) die Werbung beim Vater des Mädchens vor. Es wurde gefragt, ob es wahr sei, dass bereits ein Johann Wedemhove um Anna geworben habe, was der Brautvater jedoch verneinte. Somit fand bald darauf die Verlobung in der hiesigen Minoritenkirche statt. Huges Brautgabe war ein gefüllter Samtbeutel mit goldenen Knöpfen. Auch die neuen Verwandten übergaben der Braut ihre Geschenke. Damit war der Verspruch rechtskräftig. Bald zeigte sich jedoch, dass Anna und ihre Mutter lieber Johann Wedemhove als Ehemann für Anna gesehen hätten. Nur wenige Tage nach der Verlobung äußerte sich Annas Mutter in diese Richtung. Mutter und Tochter verkehrten noch immer in Wedemhoves Haus und hatten auch seine bereits erfolgten Geschenke nicht zurückgegeben. Darauf angesprochen beteuerte aber die gesamte Familie, dass die Verlobung mit Huge gelte. Als Huge im Herbst 1602 nach Frankfurt reiste, nahm Anna ihre Besuche bei Wedemhove wieder auf. Als die kirchliche Trauung festgesetzt wurde, erhob Wedemhove Einspruch, weil Anna ihm versproche sei, da sie seine Brautgeschenke nicht zurückgegeben habe. Die Trauung wurde verschoben. Huges Familie war schwer verärgert, löste die Verlobung und zeigte die Plates bei den Alder- und Meisterleuten an. Das Ehepaar Plate bot zwar an, die Brautgabe zurückzugeben und ein Reuegeld zu zahlen, doch das Ehrengerichtsverfahren nahm seinen Lauf: Die Plates wurden aus dem Krameramt "entgildet".

Weitere Artikel zu:
- Schulreformversuche vor 200 Jahren
- Der goldene Leonhart in Münster [Paracelsist und Archiatar des Johann von Hoya]
- Wünsche der Volksschullehrer 1838

Darin : Aus dem Alltag / Blick in eine münstersche Prozeßakte zu Anfang des 17. Jahrhunderts




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Der Steit von Nobiskrug im Jahre 1578

v.num : 338

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Prozess, der 1578 beim weltlichen Hofgericht in Münster begann und fünf Jahre später am Reichskammergericht zu Speyer endete. Der Kläger war Melchior von Wyck. Er war seit 1571 Assessor beim Reichskammergericht. Sein Gegner war der Junker Adolf Nagel aus Warendorf. Als der Assessor von der Wyck 1578 von Münster nach Speyer reisen wollte, wurde am Nobiskrug von Adolf Nagel aufgehalten um mit ihm Bier zu trinken. Wyck wollte nicht die gesamte Kanne leeren, was Nagel ärgerte, so dass sein Knecht Wyck am Weiterfahren hinderte. Bei der darauf folgenden Schlägerei flüchtete Wyck vor Nagel, nachdem sein Kutscher schwer verletzt wurde. Wyck reichte die Klage gegen Nagel aus Speyer ein. Wyck ließ sich auf keine außergerichtliche Lösung ein. 1582 wurde das Urteil gefällt: Der Beklagte musste an den Kläger 1000 Gulden zahlen. Der darauffolgende Einspruch Nagels wurde abgelehnt.

Weitere Artikel zu:
- Bernhard Wuermeling westfälischer Oberpräsident
- Dortmund - Profil eines Giganten
- Münster als Treffpunkt der europäischen Diplomaten [Westfälischer Frieden]



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