Stadtarchiv Münster
E. STADTGESCHICHTLICHE DOKUMENTATION
ZEITUNGSARTIKEL "AUF ROTER ERDE" ZUR STADTGESCHICHTE
Zeitungsartikel 'Auf roter Erde'

(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

1759 in der belagerten Stadt Münster

v.num : 284

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

Im Jahre 1757 lag eine französische Besatzung in Münster, da die Stadt auf seiten des Kaisers und der Franzosen gegen die Preußen, Engländer und Hannoveraner kämpfte. 1759 wurde die Stadt durch hannoversch-hessische Truppen belagert, die bewusst reine Wohngebiete beschossen. Es existiert ein Brief, den der Hausverwalter des freiherrlich von Landsbergischen Hofes an seinen Herrn schrieb: Am 19. Oktober setzten die Hannoveraner eine Windmühle des Klosters Überwasser in Brand, die sehr viel Korn enthielt. Am 28. Oktober wurde das gesamte Vieh auf den Kanzleiplatz getrieben, um es im Notfall zu gebrauchen. Ohne Erlaubnis des Kommandanten durfte nicht geschlachtet werden. Am 31. Oktober notierte ein Notarius die Anzahl der Einwohner und des Fleischverbrauchs der Stadt. Am 4. November wurde Brennholz konfiziert. Fleisch war in der Stadt nicht mehr zu bekommen. Auch Salz und Butter wurde rar. Am 9. und 10. November wurde drei Stunden gefeuert.Bei der darauffolgenden Attake der Alliierten fanden bis zu 100 Franzosen den Tod. Am 12. November mussten die Franzosen einige ihrer Posten verlassen. Die Menschen begannen ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Den Alliierten wurde am 19. November eine Übergabe der Stadt mit freiem Abzug der Truppen angeboten, was diese jedoch ablehnten. Am 20. November begann ein verstärktes Bombardement der Stadt. Es wurde besonders auf Wohnhäuser geschossen. Am 21. November wurde die Kapitualtion beschlossen.

Weitere Artikel zu:
- Funeralia 1665 für den Roxeler Vikar [Heinrich Mersmann]
- [Friedrich] Harkort klagt über den Lehrermangel

Darin : Bericht des Landsberger Hausverwalters über die Monate Oktober und November




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bombardements aus vielen Kanonen

v.num : 435

Enthält : Bündnis zwischen Maria Theresia von Österreich und Frankreich mit der Absicht Schlesien von Preußen zurückzugewinnen.
Abwehrbündnis zwischen Preußen und England.
1756, 08.29.: Preußen marschiert in Sachsen ein
Clemens August von Wittelsbach, Fürstbischof von Münster, Paderborn, Hildesheim, Osnabrück und Köln tendierte zum katholischen Frankreich, musste aber als Reichsfürst dem Kaiser folgen, der dem Preußischen König als Friedensbrecher den Reichskrieg erklärte.
1757, 04.25.: Französischer Vortrupp von 2000 Mann zieht in Münster ein
60.000 Mann starke nachrückende Hauptarmee kampierte in einer Zeltstadt bei der Dyckburg.
Winter 1757/1758: Mehrere französische Regimenter bleiben beim Weiterzug des Heeres nach Hannover als Besatzung zurück
1758, 03.26.: Die französische Besatzung flieht vor hannoverisch-englischen Truppen aus Münster
6 Tage später besetzen sechs preußische Regimenter die Stadt und nehmen Quartier.
Beim Weiterzug des Heeres bleiben nur 400 Soldaten in der Stadt zurück
Plünderungen seitens der Soldaten resultieren aus nicht zahlbaren Kriegskontributionszahlungen von 800.000 Reichstalern
August 1758: Münster wird Mittelpunkt der alliierten Verpflegung
März 1759: 3000 Mann starke Besatzung bleibt in der Stadt zurück und lässt Abwehrmaßnahmen gegen eine französische Belagerung treffen.
1759, 07.11./12.: Erster Sturm der Franzosen auf die Stadt kann abgewehrt werden
1759, 07.17.: Beginn der systematischen Beschießung der Stadt
1759, 07.25.: Der alliierte Kommandant erklärt nach schweren Beschüssen die Kapitulation der Stadt
August 1759: Hannoveraner Truppen beginnen erneute Belagerung Münsters
1759, 10.03.: als Folge von Bombardements brechen Brände in der Stadt aus, vor allem im Martini-Viertel und einem Teil von Lamberti, ein Sechstel der Stadtfläche wurde durch das Feuer zerstört, am Abend sind 200 Familien obdachlos
1759, 10.04.: Der alliierte General v. Imhof zieht seine Belagerung aus Angst vor anrückenden französischen Ersatztruppen ab
Die Franzosen beginnen eilig mit der Wiederinstandsetzung der Befestigungen.
Ein Befehl Ferdinands von Braunschweig beordern General v. Imhof, grade bis Telgte gekommen, zurück nach Münster
1759, 11.16.: Unter dem Oberbefehl von Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe beginnt der alliierte Sturmangriff auf Münster
Franzosen kapitulieren erst nach dem Ausfall der Ersatztruppen und verlassen unter Waffen die Stadt Münster
Münster bleibt danach bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges unter preußisch-hannoverscher Besatzung
Nach dem Krieg wird die Befestigung der Stadt abgerissen

Darin : Münster wurde im Siebenjährigen Krieg belagert



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken