Stadtarchiv Münster
E. STADTGESCHICHTLICHE DOKUMENTATION
ZEITUNGSARTIKEL "AUF ROTER ERDE" ZUR STADTGESCHICHTE
Zeitungsartikel 'Auf roter Erde'

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Was bedeutet "westfälisch"?

v.num : 4

Enthält : 8. Jahrhundert Der Begriff "Westfalen" kommt auf. Er bezeichnet den Teil des historischen Stammes der Sachsen, der im Westen angesiedelt war. Laut Rolevinck bedeute "Fale" so viel wie "Socius" und entspräche dem englischen "fellow".
Mittelalter Die rheinisch-westfälischen Adelsfamilien beherrschen die Bischofssitze zwischen Rhein und Weser. Die Kaufleute der nieder- und mittelrheinischen und westfälischen Städte sind durch die Hanse eng miteinander verbunden.
1474 Der Kölner Kartäuser Werner Rolevinck schreibt als erster Geschichtsschreiber über Westfalen ("De laude antiquae Saxonicae, nunc Westphaliae dictae").
1502 Der Nürnberger Schumeister und spätere Luther-Gegner Cochläus bschreibt in siner "Descriptio Germaniae" zwei Besonderheiten Westfalens, das im Zuge der Reformation seine Identität mehr und mehr verliert: Das Gericht "Feme" und die typische Ernährungsweise mit Bier, Käse, Schwarzbrot und geräuchertem Fleisch.
1803 Im Zuge der Säkularisation Auflösung der westfälischen Fürstbistümer.
1609/14 Kleve-Mark-Ravensberg fällt an Brandenburg (das spätere Preußen). Daraufhin entsteht eine dauerhafte politische Verbindung zwischen dem Niederrhein und Westfalen.
18. Jahrhundert Die nicht-preußischen Teile Westfalens werden von Bonn aus regiert
1815 Auf dem Wiener Kongress werden die deutschen Gebiete im Westen bis zur französischen Grenze Preußen zugewiesen.
1815/16 Preußen schafft für die Verwaltung dieser westlichen Gebiete zwei neue Provinzen: Rheinland und Westfalen. Zum historisch erwachsenen Westfalen kommen nun das Siegerland und Wittgenstein hinzu, die traditionell westfälischen Gebiete Osnabrück und Südoldenburg hingegen werden abgetrennt.
1946 Die Briten fassen die Provinzen Rheinland und Westfalen, die bereits ein rheinisch-westfälisches Industriegebiet bilden, zusammen und erschaffen das Land Nordrhein-Westfalen. Dem Argument, die Neugründung sei künstlich, kann man entgegenstellen, dass das heutige Land NRW eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands ist, deren Ursprünge bis in die Römerzeit reichen (s.o.).
1947 kommt zu der von Preußen erschaffenen Provinz Westfalen das frühere Fürstentum (bzw. der "Freistaat") Lippe-Detmold hinzu.

Darin : Ursprünge in der Kartause von Köln




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Westfalens enges Verhältnis zur Hanse

v.num : 68

Darin : Die Spuren Münsters reichten bis weit in das Baltikum hinein




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Comte de Montalembert und Westfalen

v.num : 111

Darin : Ein Briefzeugnis der Verbindung mit Polen




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Ein fester Bund wurde die Hanse nie

v.num : 112

Enthält :
weiterer Artikel zu:
- Schloss Brake bei Lemgo

Darin : Zahlreiche westfälische Städte gehörten der Kaufmannsgenossenschaft an




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Westfalen im Jahre 1812 in Rußland

v.num : 130

Enthält : Zwei Seiten - bitte blättern!!
1812: Napoleon zog mit seiner Armee nach Russland. Dort musste er große Verluste hinnehmen.
Auch das Königreich Westfalen stellte eine Armee.
21. Juni 1812. Napoleon erklärte Russland den Krieg. In Polen musste sich die Armee selbst versorgen. Auch die große Hitze machte den Soldaten zu schaffen.
Die Westfalen hatten so schon bis Ende Juli 2000 Mann Verluste.
Durch das zögerliche Verhalten ihrer Befehlshaber fielen die Westfalen bei Napoleon in Ungnade, er bestimmte sie zu Totengräbern.
Als Nachhut litten sie Hunger und Durst.
In der Schlacht bei Bordino starben ca. 500 Westfalen, tausende wurden verletzt.
Im November brach der russische Winter ein, die Westfalen kämpften im Folgenden tapfer.
Am 23. Dezember schrieb Napoleon, dass von der westfälischen Armee nichts mehr existiere.

Darin : 28000 Mann in den Untergang der Grande Armee hineingezogen




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Westfalen im estländischen Narva

v.num : 143

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!!!

Es lassen sich Beispiele für eine Auswanderung von Westfalen nach Narva finden.
1558: Narva fällt für 23 Jahre an Russland
Wer Bürger der Stadt werden wollte, musste allerdings Lutheraner sein.
Daher überwogen Auswanderungen aus den protestantischen Teilen Westfalens.
Abgewandert war nach der Eroberung der Russen, die westfälische Familie zur Mühlen, die seit 1539 durch einen Ratsherrn und seit 1551 durch einen Bürgermeister die Geschicke Narvas lenkte.
1581: Narva fällt an Schweden, der Handel ging vorerst zurück.
7.11.1608: Der Dortmunder Heinrich von Bergen leistet den Bürgereid.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ebbte die Auswanderung nach Narva ab. Es wanderten in dieser Zeit nur noch zwei Geistliche aus.

weiterer Artikel zu:
- Tödden versorgten einst ganz Pommern mit Waren.

Darin : Handel nach Auflösung des Ordensstaates im 16. und 17. Jahrhundert




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Ohne Namen und ohne richtige Quelle

v.num : 168

Enthält : Zwei Seiten - bitte blättern !!!

1258: In einer Schutzbulle des Papstes wird das kleine Flüsschen erstmals Bever genannt.
Sprachwissenschaftlich spricht bei der Namensgebung vieles für einen Zusammenhang mit den Tieren, die es an der Bever besonders häufig gegeben haben soll, den Bibern.
In der Schule lernt man, dass die Bever durch den Zusammenfluß von Salzbach und Süßbach, also ohne richtige Quelle, im Schloßteich von Schloß Harkotten bei Füchtorf entsteht.
In Bad Laer jedoch wurde der heutige Süßbach bereits Bever genannt, so dass man den Namen von dort her ableitet.

Darin : Der kleine Grenzfluß Bever zwischen Niedersachsen und Westfalen




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Hansjakobs Beziehungen zu Westfalen

v.num : 224

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

Der Volksschriftsteller Dr. Heinrich Hansjakob machte sich auch einen Namen als Politiker und tiefgläubiger Prediger
1837: Geburt Heinrich Hansjakobs
Er war Pfarrer an St. Martin in Freiburg
1902-1915: Reger Briefwechsel Hansjakobs mit der Familie Droste-Hülshoff; er schätzte Annette von Droste-Hülshoff als Dichterin sehr
1916: Tod Hansjakobs
Mit seinem Leben und Werk beschäftigten sich besonders der Historiker Dr. Heinrich Finke (1855-1938) und Rudolf Ameluxen, der erste Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens


Weiterer Artikel zu:
- Freiheit und Unfreiheit. Soziale Mobilität im Mittelalter

Darin : Der Prediger hatte eine große Lesergemeinde und auch zahlreiche persönliche Freunde




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Ein Emigrant Anno 1807 über Westfalen

v.num : 245

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1807: Louis de Graimberg, der vor der Revolution aus Frankreich geflohen ist, schreibt seinem Bruder Charles Briefe nach Frankreich aus Westfalen. Sie wurden bekannt als "Lettres sur la Westphalie"
Er beschreibt seine Westfalenreise. Er verehrt das Land als sein "zweites Vaterland"
Insgesamt entstehen zwölf Briefe
Louis der Graimberg beschreibt die Landschaft nur wenig, macht aber Beobachtungen über die westfälische Bevölkerung
1810: Louis gründet in Karlsruhe ein Lyzeum für Mädchen und holt seinen Bruder Charles als Lehrer dorthin
1820: Louis der Graimberg stirbt in Karlsruhe mit nur 44 Jahren.

Weiterer Artikel zu:
- Steinhaus Hof Schedding

Darin : Graf Louis de Graimberg berichtet seinem Bruder über sein "zweites Vaterland"




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Steuern - jährlich scheffelweise zu zahlen

v.num : 267

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Naturalabgaben unserer bäuerlichen Vorfahren wurde nach Scheffeln bemessen; Scheffelmaße waren landschaftlich aber recht verschieden.
9. Jahrhundert: Werdener Heberegister zeichnet die Abgabeverpflichtungen auf; wichtigstes Steuerkataster für ein Jahrtausend
1335: Der Hof Leppermann aus Albersloh hatte an das Domkapitel Münster jährlich abzugeben: 48 Scheffel Roggen, 60 Scheffel Gerste, 24 Scheffel Hafer, 12 Scheffel Weizen, 12 Scheffel Mischgetreide
Scheffel: ist ein Hohlmaß, das in Preußen etwa 55 Liter, in Bayern 200 Liter und in Sachsen 100 Liter betrug
1761: Im Siebenjährigen Krig wurden die Kornpreise in die Höhe getrieben
1800 (bis): Es existierten auch in Westfalen eine Vielzahl verschieden großer, jeweils "amtlicher" Scheffelmaße
1820 (um): Einführung eines einheitlichen Scheffelmaßes in Westfalen (55 Liter Inhalt)
1.1.1872: Der Scheffel verlor im Deutschen Reich seinen amtlichen Meßwert.

Weitere Artikel zu:
- Des Königs Scharfrichter als Autor? Knipperdolling und die Wiedertäufer...
- Schöpfer des Mailiedes [Justus Wilhelm Lyras]

Darin : Von festen Abgabelasten und landschaftlich verschiedenen Maßeinheiten für die Getreidemessung




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Der Edelherr Bernhard von Horstmar

v.num : 285

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

Bernhard von Hortsmar war der zweitgeborene Sohn von Wichbold II. Er kam um 1170 zur Welt. Schon bald trieb es ihn in die Ferne. Er trat in die Dienste des Richard Löwenherz. Er hatte schon bei dem großen 3. Kreuzzug 1189 bis 1193 mitgemacht. Im Jahre 1197 zog der Horstmarer abermals mit vielen deutschen Fürsten nach Syrien. Es gelang dort den gefürchteten Emir Asaamah von Beirut niederzuwerfen. Nach dem Tod Kaiser Heinrich VI. fand eine Doppelwahl von Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig statt. Bernhard schloss sich dem Welfen Otto von Braunschweig an. Er wurde zu einem wichtigen Ratgeber Ottos. 1208 wurde Bernhard nach England geschickt, um sich deren Unterstützung für Otto zu versichern. Schließlich wurde Otto zum Kaiser ernannt. Im Jahre 1214 führte Otto Krieg gegen Philipp von Frankreich. Weil er den Kaiser retten wollte, geriet Bernhard selbst in französische Kriegsgefangenschaft. Er wurde 1218 entlassen. 1222 nahm Bernhard Kontakt zu Bischof Engelbert, Erzbischof von Köln auf, der der Vormund des jungen Königs Heinrich war. 1225 war Bernhard auf dem Reichstag zu Ulm. 1227 zog Bernhard mit einem Heer gegen Rudolf von Coevorden. Bei diesem Feldzug fand er seinen Tod im Moor.

Weitere Artikel zu:
- Fürstbischöfliche 'Musicverpachtung' [Musikdarbietungen zur Zeit des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen]
- die Westfalen mit preußischen Augen

Darin : Leben und Abenteuer eines westfälischen ritterlichen Herrn im 13. Jahrhundert




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Die Politik ist keine Sozialmechanik

v.num : 287

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

Der 22. Tag der Westfälischen Geschichte fand am 27. und 28. Juni in Hamm statt. Der Oberbürgermeister von Hamm, Dr. Günter Rinscher erläuetert, dass Politik eine Tochter der Geschichte und Geschichte eine Tochter der Geographie sei. Geschichte komme den Bürgern und Kommunalpolitikern unmittelbar zugute, da sie durch Bespiele lehre und einen Überblick ermögliche. Auch gebe die Geschichte Einblicke in die wesentlichen Wirkkräfte menschlichen Zusammenlebens und eröffne außerdem einen Ausblick auf zukünftige Probleme und Aufgaben. Die Geschichte werde gerade dann benötigt, wenn man eine zukunftsorientierte Politik gestalten wolle. Sie sei ein Aussichtsturm, der uns den Ausblick auf die zukünftigen Probleme und Aufgaben eröffne.

Weitere Artikel zu:
- Der Weg bis zum preußischen Landtag
- NRW-Aspekte einer Staatsgründung
- Schlaun auf Haus Rüschhaus

Darin : Ansprache von Oberbürgermeister Dr. Günter Rinsche, zum Tag der Westfälischen Geschichte in Hamm




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Die Landesforschung in Westfalen

v.num : 343

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In Südwestfalen existieren übergreifende Raumzusammenhänge zwischen einzelnen Landesteilen.So bleibt das Programm des Tages der westfälischen Geschichte nicht auf das Siegerland beschränkt, sondern umfasst auch das benachbarte Sauerland. Als kleinräumiges Kerngebiet mit ausgeprägter kulturgeoraphischer Eigenart hat das Siegerland die Nachbargebiete an sich gebunden. Erforschungen solcher Strukturen stehen im Zentrum der vergleichenden Kulturraumforschung unter Dr. Franz Petri. Das ist ein fachvergleichendes Abwägen und Werten mit dem Ziel räumlicher Gliederung und zeitlicher Schichtung. Unabdingbar gehört zu ihr die Einordnung in die größeren europäischen Zusammenhänge. Hierbei greifen die Beziehungen des Provinzialinstitutes, welches 1928 gegründet wurde, weit über Westfalen heraus.

Weitere Artikel zu:
- Die restaurierte Barockorgel von Marienfeld
- Tontafeln des Judocus Vredis
- Neue niederdeutsche Lyrik
- Westfälische Wünsche und Sorgen im Jahre 1830

Darin : Aus Anlaß des Tages der westfälischen Geschichte in Siegen




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Die Stadt Warendorf

v.num : 351

Enthält : Fünf Seiten - bitte blättern!

Warendorf erhielt wahrscheinlich zwischen 1197 und 1201 Stadtrechte. Die altsächsische Siedlung Warantharpa hatte sich in dieser Zeit zu einem gewerbereichen Ort mit einem achttägigen Markte entwickelt. 1232 erhielt die Stadt vom Bischof von Münster einen Stadtrichter zum Vorsitzer. Im Jahre 1685 zählte die Stadt brereits 795 Häuser und 4709 Einwohner. Die Zahl der selbstständigen Handwerker und Gewerbetreibenden war im Jahre 1685 in Warendorf größer als in Münster. Die erste Stadtverfassung aus dem 13. Jahrhundert blieb bis Mitte des 15. Jahrhunderts in Kraft. Erst ab 1453 musste der Stadtrat neben den Kaufleuten auch zur Hälfte Gildemitglieder umfassen. In den Jahren 1534 und 1623 wurde die freiheitliche Verfassung der Stadt gebrochen. Es dauerte beide Male Jahrzehnte bis die Stadt ihre alten Freiheiten zurückerhielt. Ab 1763 wanderten viele Einwohner in das nahegelegende Freckenhorst ab, so dass ein Niedergang des Handels begann. Dies setzte sich mit der napoleonischen Kontinentalsperre fort. Erst im Laufe des 19. und 20. jahrhunderts erwuchs in der preußischen Kreisstadt neues gewerbliches Leben. 1950 betrug die Einwohnerzahl der Stadt rund 15 000.

Weitere Artikel zu:
- Johann Christoph Schlüter
- Münster - das alte Bogadion?
- Die Geschichte Grevens

Darin : Ihr geschichtliches Werden und ihr Schicksal im Hochstift Münster



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