Stadtarchiv Münster
E. STADTGESCHICHTLICHE DOKUMENTATION
ZEITUNGSARTIKEL "AUF ROTER ERDE" ZUR STADTGESCHICHTE
Zeitungsartikel 'Auf roter Erde'

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Spuren jüdischer Mitbürger in Greven

v.num : 58

Darin : Kaufleute lassen sich von 1343 bis 1552 nachweisen




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Erinnerungen an Dr. Julius Voos

v.num : 73

Darin : Chanukka-Leuchter des münsterischen Rabbiners wiederentdeckt




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Die Beckumer Juden im Mittelalter

v.num : 172

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

1074: Juden werden im Zusammenhang mit Westfalen erstmals in einem Zollprivileg König Heinrichs IV. erwähnt.
13. Jahrhundert: Juden sind auch im Land ansässig
1350: Juden sind in 29 Städten Westfalens bezeugt
Im östlichen Münsterland ist Beckum die erste Stadt, in der sich Juden nachweisen lassen
1343: Es existiert ein Scheidebrief, in dem ein jüdisches Ehepaar aus Beckum geschieden wird.
Wichtig ist auch der Ausstellungsort Münster: In Münster hat also eine Rabbinatsbehörde existiert.
Mitte 14. Jahrhundert: Beginn der europaweiten Judenverfolgung anläßlich der Pest. Dies war auch eine Katastrophe für das Judentum in Münster.
Erst hundert Jahre später existieren wieder Schriftstücke über das Judentum in Münster

Weiterer Artikel zu:
- Dr. jur. Anton Matthias Sprickmann

Darin : Ein Beitrag zur Geschichte israelsicher Bürger auf dem flachen Lande




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Mittelalterliche Judenfriedhöfe in Westfalen

v.num : 333

Enthält : Drei Seiten - bitte blättern!

Synagogen und Friedhöfe gehören zu den wesentlichen Kennzeichen und Besitztümern der jüdischen Gemeinden. Jüdische Friedhöfe gelten als unveräußerlich und müssen deshalb außerhalb bewohnter Plätze angelegt werden. Im mittelalterlichen Westfalen gab es bis 1350 etwa dreißig Orte, in denen Juden lebten. Es gab davon vier Gemeinden, die eigenen Friedhöfe besaßen: Dortmund, Minden, Münster und Osnabrück. Für Münster gibt es sowohl urkundliche Belege, als auch Grabsteine, die von der Existenz des dortigen Judenfriedhofs Zeugnis ablegen. In der Stadt Münster sind seit ca. 1260 Juden nachweisbar. Die älteste Grabschrift stammt von 1302. Die Existenz des Friedhofs bedeutet, dass die münstersche, jüdische Gemeinde im 13. Jahrhundert eine Gemeinde mit eigener Jurisdiktion geworden ist. In Dortmund wird 1336 ein Friedhof an die Juden verkauft. Im Jahre 1350 werden die Juden aus beiden Städten vertrieben und die Friedhöfe beschlagnahmt.

Weitere Artikel zu:
- Die Wiederherstellung der Clemenskirche [Klemenskirche] in Münster
- 600 Jahre Roggenmarkt 13 in Münster
- Johann Heinrich Cohausen. Fürstbischoflich-münsterischer Hofarzt
- Alte westfälische Zunftsiegel
- Zur Geschichte der Textilindustrie




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Eine Rückkehr ohne Heimkehr

v.num : 408

Enthält : - Schicksal der jüdischen Familie Ludwig und Lucie Kaufmann
- vor allem Schicksal von Lucie Kaufmann nach ihrer Rückkehr aus dem KZ Riga

Geschichte der Lucie Kaufmann:
1941.12.13: Wird zusammen mit Ehemann Ludwig auf dem ersten Deportationszug nach Riga gebracht.
1943: Im Oktober wird das Ehepaar auseinandergerissen: Ludwig Kaufmann stirbt in Auschwitz
1944: Verschleppung ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig
1945: Februar: Russische Verbände nähern sich dem Zwangsarbeitslager Gotendorf bei Lauenburg, wo sie seit dem Sommer 1944 leben muss. Die Gefangenen werden in einem der berüchtigten Todesmärsche in Bewegung gesetzt. Lucie Kaufmann flüchtet von der Gruppe.
1945.03.10: Befreiung durch Sowjetarmee.
Findet im "Warburghaus" in Hamburg, einem Flüchtlingslager für Juden, Erholung.
Trifft ihren Sohn im Sommer 1945 in Schweden wieder. Sie ist in Quarantäne, er besucht sie "über die Mauer hinweg".
1945: Kehrt im Herbst nach Münster zurück.
In Münster schlägt sie sich mit Hilfe von alten Freunden durch.
1946: Im Februar zieht Lucie Kaufmann in ihren alten Besitz, das Haus am Mauritz-Lindenweg, zurück.
Sie engagiert sich in den Nachkriegsjahren: Bevollmächtigte für die jüdische Wohlfahrtspflege für den Bereichd er englischen Zone in Westfalen.
Wahl in den Vorstand des "Landesverbandes der jüdischen Gemeinden"
1948: Übersiedelung nach Palästina, wo die Tochter lebt.
1949: Im Oktober zieht sie zu ihrem Sohn nach Schweden.
1951: Lucie Kaufmann erliegt mit 56 Jahren einem Krebsleiden.

Der Artikel enthält viele Details aus dem Leben der Lucie Kaufmann nach dem Krieg.

Darin : 1945: Eine münstersche Jüdin kehrt zurück




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Großes Misstrauen gegen kleine Minderheit

v.num : 493

Enthält : - Jüdische Gemeinde von Münster ist nach der Pest 1348 ausgelöscht; Münster macht bis ins 16. Jahrhundert hinein von seinem Privileg Gebrauch, keine Juden aufnehmen zu müssen

- Bischof von Waldeck erobert die Stadt von den Wiedertäufern zurück; kleine "vergeleitete" Gemeinde wird zugelassen, nach Waldecks Tod 1553 aber erneut ausgewiesen

- Bis 1651 leben Juden nur vereinzelt im Stift Münster

1651 Bischof Christoph Bernhard von Galen erlässt Judenedikt; jüdische vergeleitete Gemeinden werden über ernannte "Befehlshaber und Vorgänger" organisiert, ihre Abgaben und Rechtsfälle über diese abgewickelt

- Persönliche Beziehung der Bischöfe zu den Judengemeinden wird 1662 durch amtlich geregelte Judenordnung abgelöst, die bis zum Ende des Alten Reiches Bestand hat

- Fremde Juden brauchen Einreisepapiere und müssen sich am Tor und bei zuständigen Inspektoren ausweisen; Juden erhalten bis zum 19. Jahrhundert kein dauerhaftes Bleiberecht für Münster (Privileg bleibt erhalten)

- Juden haben friedlich und zurückgezogen zu leben, dürfen keine christlichen Diener haben, kein Geld außer Landes bringen und nur zu bestimmten Zinssätzen begrenzte Summen verleihen

- Reichsrecht gilt auch für Juden; Rechtsangelegenheiten werden vom Landesherrn verhandelt

- Judenordnung bleibt in Kraft, da die Juden als Geldverleiher gebraucht und beschützt werden, aber dennoch als "glaubensgefährdend" gefürchtet werden und auf Distanz gehalten werden sollen

- Stiftmünstersche jüdische Gemeinde wächst von 1667-1795 auf die achtfache Größe (177 Familien) an

Darin : Vor 350 Jahren erließ Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen eine Judenordnung für das Stift Münster. Sie hatte 150 Jahre Bestand.



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