Stadtarchiv Münster
E. STADTGESCHICHTLICHE DOKUMENTATION
ZEITUNGSARTIKEL "AUF ROTER ERDE" ZUR STADTGESCHICHTE
Zeitungsartikel 'Auf roter Erde'

(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Kunstkenner aus dem Münsterland

v.num : 374

Enthält : 5.7.1840 Geburt des Kunstsammlers Bernhard Pietz
Besuch des Coesfelder Gymnasiums
Studium der Theologie als Priesteramtskandidat im bischöfflichen Collegium Borromäum
1866 Priesterweihe durch Bischoff Johann Georg Müller
Freundschaft mit dem Kunstmaler Friedrich Stummel
1887 - 1902 Betreuung der Sammlung des 1864 eröffneten Bischöflichen Museums für chistliche Kunst am Domplatz in Münster
1891 Berufung zum Pfarrer an St. Dionysius in Rheine

wichtige Quellen für seine Tätigkeit sind:
Verzeichnis der Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 1904, das auf den Seiten 102-104 eine Auflistung seiner Sammlung führt
Fotoarchiv des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege, das weitere Bestände der Sammlung dokumentiert, die 1904 aus Platzgründen nicht publiziert wurden
Stadtarchiv Rheine, bewahrt außerdem einige unpublizierte Fotoaufnahmen

die Sammlung Pietz umfasst hauptsächlich westfälische und rheinische Skulpturen aus Gotik und Renaissance, aber auch italienische Gemälde in kleinerem Format
Neubau der Basilika St. Antonius in Rheine fiel ebenfalls in seine Verantwortung

1915 Tod von Pietz
er vermachte den größten Teil seiner Sammlung dem Bischöflichen Museum in Münster

Darin : Die Sammlung Pietz




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Fürstbischof mit großem Einfluss

v.num : 376

Darin : Friedrich Christian von Plettenberg




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich Brüning: "Schweigen für Deutschland?"

v.num : 382

Darin : Diplomatische Aktionen des Alt-Kanzlers




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

"Press-Kaplan" und Kirchenstifter auf Borkum

v.num : 383

Darin : Zum 100. Todestag von Karl Boeddinghaus




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Leben und Werk einer Künstlerin in Westfalen

v.num : 384

Darin : Tisa von der Schulenburg vor 100 Jahren geboren




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dialog mit Gott im Zeitalter der Vernunft

v.num : 391

Enthält : 1756 Geburt Franz Darups in Darup bei Nottuln, später Studium der Theologie in Münster mit Hinwendung zur katholischen Aufklärung.
1811 Erscheinung von "Unterhaltungen mit Gott", ein Gebets- und Erbauungsbuch fürs gemeine Volk.
1812/14 "Anleitung für Seelsorger am Krankenbette"
1820 Erscheinung von Franz Darups "Über die Vernunftmäßigkeit der katholischen Religion" als Verteidigung des katholizismus gegen Angriffe der Protestanten.
1823 Mitglied des Domkapitels Münster.
1826 "Neue, ganz umgearbeitete Hauspostille oder christ-katholische Unterweisung auf alle Sonn- und Feiertage des ganzen Jahres.
1831 Sammlung seiner Predigten in zwei Bänden

Darin : Der Theologe und Schriftsteller Franz Darup und sein Werk




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dem Gemeinwohl in hohem Maße verpflichtet

v.num : 397

Enthält : Schulze Höping entwickelte die Pläne zum Bau der St.-Anna-Kapelle in Darfeld-Höpingen im Kreis Coesfeld

Darin : Franz Schulze Höping und sein Lebenswerk




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

"Dieser Krieg ist eine furchtbare Katastrophe"

v.num : 400

Enthält : Kriegserlebnisse des Pfarrers Josef Peraus:
Peraus lebte während seiner Zeit als Theologiestudent im Borromaeum
1940 Peraus hat eine Kaplanstelle in Hülm (zu Goch, nahe der niederl. Grenze)
1940.05.13: Peraus wird als Sanitätssoldat eingezogen und kommt zur 306. Infanterie-Division nach Gent, Belgien
1941: Im Juli wird er nach einem Schnellkursus zum Kriegspfarrer gemacht und kommt an die Ostfront. Als Kriegspfarrer bekleidet er den Rang eines Majors.
Er begleitet Lazarettzüge, sieht die jüdischen Arbeiterkolonnen, bekommt aber von deren Vernichtung nichts mit.
1941: Ab August erhält er die Predigten des Bischof von Galen aus Münster, welche aber nur bei ihm und weniger bei seinem protestantischen Mitgeistlichen Anklang finden.
Der Winter des Jahres 1941 ist vom Rückzug geprägt.
1942: Dieses Jahr verbringt er im Mittelabschnitt der Ostfront, den Winter an der so genannten Rollbahn, einer Hauptversorgungsader der Front.
Während seines Urlaubes macht er Station in Münster und trifft mit Bischof von Galen zusammen.
1943: Im November erhält er eine Planstelle bei der 129. Infanterie-Division. Hier wird er einem höheren Stabe zugeteilt und das Leben wird für ihn erträglicher
1944: Wird indirekt Zeuge einer "Säuberungsaktion" des SD (Sicherheitsdienst der SS). Muss mit ansehen, wie die Menschen zusammen- und fortgetrieben werden. Ein Militärarzt gesteht ihm, dass er einige Kinder aus Mitleid erschossen habe.
Der Rest des Jahres ist vom Rückzug geprägt.
1944.11.08: Peraus feiert seinen 34. Geburtstag im Feld
1945.04.28 - 1945.05.01: Auf einem Prahm der Marine kommt er mit dem Stab nach Kiel.
Erlebt dort die Kapitulation
1945 (bis Juli): Wirkt in einem Gefangenenlager in Schleswig Holstein als Geistlicher.
Kehrt anschließend auf einem britischen Lastwagen ins Rheinland zurück.

Darin : Pfarrer Josef Peraus Erinnerungen




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dichter küsste Münsters Grazien auf dem Send

v.num : 401

Enthält : Biographie Peter Hille, Dichter:
- geboren 11.09.1854 als Sohn eines Lehrers und Rentmeisters in Erwitzen, Kreis Höxter
- 1872 ab : Schüler des Gymnasium Paulinum
- befreundet mit den Brüdern Julius und Heinrich Hart
- Hille verfasste Aphorismen, Gedichte, Erzählungen, Romane, Theaterstücke
- Artikel enthält viele Anekdoten aus dem Leben des Peter Hille
- Hille starb 1904 in Berlin

Darin : Peter Hille - Kauz und Wegbereiter




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Münster und seine pittoresken Winkel

v.num : 411

Enthält : Biographie und künsterlisches Werk des Grafikers Paul Stratmann, geboren am 05.03.1917 in Münster, verstorben am 02.05.2002
- Neffe von Emil Stratmann
- Mitglied der Künstlervereinigung Schanze
Biographisches:
Besuch des Schlaungymnasiums wo er an die Kunst herangeführt wurde
Hier auch Mitglied der Schanze
Mitglied des Bundes Neudeutschland (ND)
1936: Abitur und Beginn einer Bankkaufmannslehre
1938: Verpflichtung zum Arbeitsdienst und im Anschluß Einberufung zur Wehrmacht
1948 (bis): In französicher Kriegsgefangenschaft
1948 - 1980: Angestellt im Bankwesen
1960: Geburt des Sohnes Christoph
1968: Geburt des Sohnes Peter
1980 (ab): Wieder vermehrt künstlerisch tätig: Zeichnungen, Holz- und Linolschnitt, Radierungen und Collagen
1983: Ausstellung in der Handwerkskammer mit großer Resonanz
2002.03.13: Stratmann stirbt geschwächt nach mehreren Operationen
2005: Ausstellung mit Werken von Emil und Paul Stratmann ist sehr erfolgreich

Darin : Der Grafiker Paul Stratmann und sein Werk




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Geschätzter und beliebter Pfarrer

v.num : 413

Enthält : Biographie von Felix Uppenkamp
1881.04.25: Felix Uppenkamp wird in Nienborg, Kreis Ahaus, als jüngstes von 5 Kindern geboren
Besuch der Dorfschule Nienborg, Rektoratsschule Ochtrup
1896: Um Ostern Einschulung am Gymnasium Paulinum zu Münster
1901.03.01: Besteht das Abitur
Studiert Philosophie und Theologie in Münster
1905.06.17: Erhält die Priesterweihe durch Bischof Hermann Dingelstad
1905: Kaplanstelle St. Viktor Dülmen
1911: Versetzung als Kaplan an St. Dionysius in Rheine
1914 bis 1918: Lazarettpfarrer, bis 1918 Divisionspfarrer in Berlin. Erhält die Eisernen Kreuze 1. und 2. Klasse
1918: Mitarbeit in St. Matthias Berlin Schönefeld. Treffen mit Clemens August Graf von Galen, später Bischof von Münster und Kardinal.
Besucht Vorlesungen in Volkswirtschaftslehre an der Universität Berlin
1919.10.01: Wird Rektor an St. Joseph in Bottrop
Wirkt dort 15 Jahre und baut Kirche, Pfarrhaus, Kaplanei und Schwesternhaus. Zusätzlich ein Vereinshaus mit Jugendheim.
1922: Rektorat gedeiht so gut, dass es nach nur drei Jahren unter Uppenkamp zur Pfarrei erhoben wird.
1933.09.05: Nach dem Tode Bischof Poggenburgs wird Clemens August Graf von Galen Bischof von Münster und beruft Uppenkamp zu seinem Nachfolger als Pfarrer von St. Lamberti
1933 bis 1939: Renovierung der Kirche von innen und außen ohne staatliche Zuschüsse
Verschiedenste Gesetzeskonflikte im Dritten Reich:
1935: Verfahren wegen Nichtbeflaggung nach dem Tod des Reichsstatthalters Loeper
1937 und 1939: Ermittlungen der Gestapo wegen staatsfeindlichen Aussagen
1941: Nach Luftangriff Dom unbrauchbar, Bischof von Gahlen Predigt von Uppenkamps Kanzel gegen die "Schließung von Klöstern und Ausweisung von Ordensleuten ohne Rechtgrundlage" und gegen die "Tötung behinderter und geistig kranker Menschen". Uppenkamp unterstützt die Vervielfältigung und übernimmt den Versand
1941: Erhälz aus diesem Grund mehrfach Besuch von der Gestapo
1944.08.08: Kaplan Schmäing wird denunziert und verhaftet. Uppenkamp reist persönlich nach Berlin und spricht für ihn vor. Schmäing kommt nach 6 Wochen frei.
1943/1944: Zerstörung der Lambertikirche durch Bombenangriffe
1945: Nach dem Einmarsch der Amerikaner richtet Uppenkamp eine Notkirche im Krameramtshaus ein. Gleichzeitig beginnt er sich dem Wiederaufbau seiner Gemeinde
1949.10.19: Erster Gottesdienst in der St. Lambertikirche nach dem Kriege
1953: Titel eines Probstes Ehrenhalber
1955: Bundesverdienstkreuz
1960.01.31: Gesamtwiederherstellung der Lambertikirche vollendet
1960.08.09: Probst Uppenkamp erleidet einen Herzschlag und stirbt.
Der Artikel enthält zusätzlich viele kleine Anekdoten aus dem Leben des Priesters.

Zusammenfassung Ehrenzeichen und Würdigungen:

1914 - 1918:
Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse
1949:
Verleihung des Titels Probst "ehrenhalber"
1955:
Bundesverdienstkreuz
1962:
Post Mortum: Eine Straße wird ihm zu Ehren "Uppenkampstiege" genannt

Darin : Propst Felix Uppenkamp und St. Lamberti




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Von Peter Wust zu Klee und Zen

v.num : 414

Enthält : Biographie von Hubert Berke, Maler, Zeichner, Illustrator
1908.01.22. Hubert Berke wird in Buer (heute Gelsenkirchen Buer) als Sohn eines Polizeisekretärs geboren.
1931.10.31 Immatrikuliert an Universität Münster
Studiert Theologie, Philosophie und Kunstgeschichte.
Schüler des Philosphen Peter Wulst (1884-1940) an der Universität MS
1932 Wechsel an die Universität Königsberg
Studiert Malerei an der Akademie
Begibt sich nach Düsseldorf um bei Paul Klee zu lernen
1934.01.01 Klee wird gezwungen seine Lehrtätigkeit einzustellen und verlässt Deutschland im Dezember 1933
Berke zieht nach Köln
1939-1945: Militärdienst aber auch Ausstellungen und unpolitische Illustrationen
1959: Vertreten auf der II documenta
1960 (ab): Lehrstuhl für Freihandzeichnen und Aquarellieren an der TH Aachen
1960-1979 Viele Reisen nach Syrien, Kreta, Südfrankreich, Holland und Italien. Diese prägen seine Werke
1962: Erhält in Münster den Conrad von Soest-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
1979.11.29: Stirbt in Köln

Darin : Der Maler Hubert Berke




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Als Wissenschaftler geehrt und verfolgt

v.num : 419

Enthält : Biographie des Augenarztes und Direktors der Universitätsaugenklinik Aurel von Szily
Geboren am 01. Juni 1880 in Budapest.
Vater: Hofrat Adolf v. Szily. Leiter Augenklinik Israelitisches Hospital.
Mutter: Lehrerin Regina Jonas
1898: Abitur
Medizinstudium in Budapest und Freiburg
1905: Promotion in Budapest
1910: Erlangung der dt. Approbation
1913: außerordentlicher Professor für Augenheilkunde in Freiburg
1914: Erste hochgelobte Monographie
Im Weltkrieg leistet er Wehrdienst
1918: Wird deutscher Staatsbürger
1924: Erster Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität Münster
1925: Albrecht v. Graefe Preis
1927: Erster dt. Deligierter Internationaler Ophthalmologenrat
1928 und 1930: Ablehnung von Anstellungen in Köln und Freiburg
1932/1933: Dekan Medizinische Fakultät Universität MS
1935: Umsetzung des NS-Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
1935: (Oktober) Wird aufgrund seines jüdischen Bekenntnisses von der Universität entfernt
1939: Flucht nach Ungarn
1945: Lehrstuhl an der Universität in Budapest
1945: Krankheit und schneller Tod: 13. September 1945
Artikel enthält viele Details aus dem Leben des Aurel von Szily. Die Verfolgung und Diskreditierung, sowie der Diebstahl seines geistigen Eigentums sind ausführlich beschrieben.

Darin : Zur Erinnerung an den bekannten Augenarzt Professor Dr. Aurel von Szily




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Brüder Pictorius waren in ganz Europa bekannt

v.num : 424

Enthält : Werk der Baumeisterfamilie Pictorius: Gottfried Laurenz Pictorius und Peter Pictorius der Jüngere - Söhne des Baumeisters Peter Pictorius der Ältere. (1626 geboren, ab 1657 im Fürstbistum Münster nachweisbar)
Bauprojekte: z.B. Beverfoerder Hof, Residenzschloss Nordkirchen, Landsbergsche Kurie

Darin : Schloss Nordkirchen gilt als das Hauptwerk der Baumeister




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Mutiger Kämpfer gegen den Nationalsozialismus

v.num : 425

Enthält : 1883 in Bückeburg, Schaumburg-Lippe geboren
1899 Eintritt in den Jesuitenorden
Im Ersten Weltkrieg: Feldgeistlicher an West- und Ostfront
Nach Kriegsende: Etwa 10 monatige Inhaftierung durch die Bolschewisten
1923 (ab) Publizistische Tätigkeiten
1932 Erhalt der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main für sein Buch "Goethe" zum 100. Todestag Goethes.
Herausgeber der literarischen Zeitschrift "Der Gral"
Verbindungen zu Bischof von Galen
1934 Vorschlag der Gestapo an die Reichsregierung, Muckermann mit einem Redeverbot zu belegen.
Gründer einer "Liga" (Organisation junger katholischer Männer zum Schutz von Veranstaltungen auf denen Muckermann sprach und der Republik gegen ihre Feinde) in Münster.
14. Juli 1934 Flucht nach Holland
1934 - Mai 1940: Herausgabe der Wochenzeitschrift "Der Deutsche Weg"
1935 Abberufung Muckermanns durch den Ordensgeneral nach Rom
Herbst 1935: Vortragsreisen durch halb Europa
Oktober 1937: Verlagerung seines Aufenthaltsortes von Rom nach Wien.
Von Wien aus Bestrebung des Versuches der Bildung einer Koalition zwischen Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei zur Rettung der Unabhängigkeit Österreichs
März 1938: Beim Einmarsch deutscher Truppen in Österreich entgeht Muckelmann durch eine Konferenz-Teilnahme in der Schweiz der sicheren Verhaftung.
1938 (ab) Aufenthalt in Paris
Nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich gelingt ihm die Flucht in ein nach dem Waffenstillstand vom 22.06.1940 zur unbesetzten Zone gehörenden Gebiet.
Im französischen Exil verfasst er seine Lebenserinnerungen.
1943 Flucht vor der Gestapo in die Schweiz
Verfassung der Werke "Der Mensch im technischen Zeitalter", "Wladimir Solowiew. Zur Begegnung zwischen Russland und dem Abendland" und "Der Deutsche Weg"
02. April 1946: Muckermann stirbt im Krankenhaus zu Montreux
1946 Posthume Würdigung seines Einsatzes gegen den Nationalsozialismus in Münster

Darin : Erinnerung an den bekannten Jesuitenpater Friedrich Muckermann




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Günter Grass, Theodor Fontane und Münster

v.num : 428

Enthält : Günther Grass nimmt in seiner Erzählung "Ein weites Feld" Bezug auf das Leben Theodor Fontanes und damit auch auf dessen Sohn, der 1886 in Münster eine Münsteranerin geheiratet hat.

Theodor Fontane jr.:
Intendantur-Assessorexamen
1885 Versetzung zur Königlichen Intendantur des VII. Armeekorps nach Münster
05. Oktober 1886: Heirat mit Martha Soldmann
1887/1889 Geburt der Kinder Otto und Gertrud
1890 (bis) Wohnhaft in Münster
Beruflicher Aufstieg bis zum Wirklichen Geheimen Kriegsrat

Darin : Der Sohn des Schriftstellers als literarisches Vorbild




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

"Wir dürfen keine stummen Hunde sein"

v.num : 429

Enthält : 1883 Geburt in Oelde
1908 Priesterweihe
1913 (bis) Kaplan in Lüdinghausen
1929 (bis) Kaplan in Duisburg (St. Luidger)
1929 Nachfolger des Clemens August Graf von Galen als Pfarrer an der St.-Matthias-Kirche in Berlin.
1933 Früh werden seine Kanzelreden zu einer hochpolitischen Angelegenheit und er gerät in das Visier der Gestapo und in Inhaftierung
September 1933: Coppenrath macht das Bischöfliche Ordinariat in Berlin auf einen Artikel im Kampfblatt "Der Deutsche Sturm" aufmerksam.
Predigt in der Folge von der Kanzel aus gegen den Nationalsozialismus.
Wird nach kritischen Äußerungen und halb-direkten Angriffen auf die politische Führung zur Vernehmung durch die Gestapo vorgeladen.
Die Ermordung Erich Klauseners im Zusammenhang mit dem Röhm-Putsch am 30.06.1934 steigert die Aktivität Coppenraths weiter.
Legt die Ermordung Klauseners am 08.07. im Rahmen des Seelenamtes offen.
August 1934: Zurückweisung antichristlicher Hetze mit ungewöhnlicher Schärfe.
September 1934: Benennung einer Jugenderholungsstätte nach Erich Klausener.
01.09.1939 (ab): Einstellung der Kanzelvermeldungen, jedoch zunehmende Politisierung seiner Predigten
1939/1940 Predigten zur Kirchengeschichte
20.10.1940 Predigt über die Heiligkeit der Kirche
30.10.1940 Vorladung der Gestapo im Zuge der Predigt vom 20.10.40
Wenige Tage später Verhaftung Coppenraths und Überführung ins Polizeipräsidium am Alexanderplatz.
Anfang Dezember 1940 Entlassung aus der Inhaftierung
21.02.1941 Aufenthaltsverbot für die gesamte Diözese Berlin
23.02.1941 Rückkehr nach Münster
Nach weiterer Verfolgung und Beobachtung durch die Gestapo Untertauchen im Telgter St. Rochus Hospital, wo er mehrere Schriften verfasste.
Arbeit als Zensor für die Erteilung der "Imprimatur" im Auftrag des bischöflichen Generalvikariats.
1946 Päpstlicher Geheimkämmerer mit Titel "Monsignore"
Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens
27.11.1960 Tod in Telgte

Darin : Pfarrer Albert Coppenrath von St. Matthias in Berlin und die Gestapo




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der tragische Tod des Osnabrücker Bischofs Demann

v.num : 431

Enthält : Geboren am 27.10.1900 im Emsland.
Abitur am Gymnasium Georgianum
Studium der Theologie und Philosophie in Münster und Rom.
1927 Priesterweihe
1928 Promotion an der päpstlichen Universität Gregoriana
Vikar und Religionslehrer in Leer und Haren
1933 (ab) Kur im Franziskus-Hospital Nordwalde, nebenbei Lehramtsstudium Latein/Hebräisch und Seelsorger im Hospital.
1934-1936 Viele gesundheitliche Probleme und Rückschläge (Reanimation nach Herzstillstand im Winter 35/36)
1937 Beendigung des Lehramtsstudiums
1937 (ab) Lehrveranstaltungen für angehende Priester in Münster und ab 1939 auch in Osnabrück.
1949 (ab) Professor für Dogmatik und Predigtlehre in Osnabrück
1953 (ab) Domkapitular und Geistlicher Rat der Bistumsleitung
April 1956 Wahl zum neuen Bischof von Osnabrück
10.09.1956 Herzinfarkt, der die angedachte Bischofsweihe am 14.09. verhindert
27.03.1957 Bischof Franziskus Demann von Osnabrück stirbt direkt nach seiner Bischofsweihe an Herzversagen.

Darin : Keine Stunde nach der Weihe starb er an einem Herzinfarkt




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bischof Dietrich von Isenburg und der heutige Dom

v.num : 433

Enthält : Baugeschichte des Doms in seiner heutigen Gestalt
1225, 07.26.: Grundsteinlegung durch Bischof Dietrich III. Graf von Isenburg
Nach dem Vorwurf durch den päpstlichen Legaten, Dietrichs Gefolgschaft sei an dem Mord an Engelbert von Köln beteiligt gewesen, wird er mit der Reichsacht und dem Kirchenbann belegt.
Auf dem Rückweg aus Italien, wo er vom Papst eine Lossprechung erbitten wollte, stirbt er in einem unbekannten italienischen Ort.
Nach dem Wechsel des Papstes und einer besseren Einschätzung des Mordes an Erzbischof Engelbert wurde Dietrich III. rehabilitiert.
Nach der Überführung der sterblichen Überreste Dietrichs wurden diese in einer Wandnische der Nordwand des östlichen Querschiffes beigesetzt.
1886 Das Grab Dietrichs III. wird beim Durchbruch des noch heute bestehenden Zugangs zur Sakristei wiederentdeckt, die Gebeine exhumiert und etwas weiter weg neu eingemauert.

Darin : Unter seiner Herrschaft begann 1225 der Neubau




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gerhard Domagks Wirken reicht bis in die Gegenwart

v.num : 434

Enthält : Kurzbiographie:
Gerhard Domagk, geb. am 30.10.1895 als Sohn eines Lehrers in Lagow/Kreis Oststernberge, Mark Brandenburg
1914: Abitur in Liegnitz
1914: Medizinstudium in Kiel
Erster Weltkrieg: Verwundung an der Ostfront und nach der Genesung Wechsel in den Sanitätsdienst.
1918: Wiederaufnahme des Studiums
1921: Promotion, Assistentenstelle am Institut für Pathologie an der Universität Greifswald
1924: Habilitation
1925: Umzug nach Münster (Erste Wohnung Heerdestraße 30, später Inselbogen 65), Institut für Pathologie, Antrittsvorlesung "Fortschritte auf dem Gebiet moderner Tumorforschung" an der WWU Münster, Heirat mit Gertrud Strübe
1927-1960: Leitung Institut für Experimentelle Pathologie der I.-G.-Farbenindustrie in Elberfeld, Entwicklung Medikamt Prontosil
1928 (ab): außerplanmäßiger Professor in der WWU Münster
1935 Erfolgreiche Anwendung des Medikaments Prontosil an Patienten
1939, 10.26. Nobelpreis - Domagk wurde von der Gestapo zur Ablehnung gezwungen - 1947 nahm der die Urkunde und Medaille erst an
1941 Veröffentlichung der Abhandlung "Die Bedeutung der Infektionskrankheiten und der Wundinfektionen und ihre Bekämpfung in Krieg und Frieden"
1945 Ehrendoktorwürde der WWU Münster
1946 Erste Heilung einer Tuberkulose mit alleiniger Chemotherapie
1948 Ehrensenator
1958 Ernennung zum ordentlichen Professor der WWU Münster
1964 verstorben und auf dem Waldfriedhof Lauheide beerdigt
1982 (seit) Pathologisches Institut der WWU nach Gerhard Domagk benannt

Darin : Münsters einziger Nobelpreisträger leistete Bahnbrechendes




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Baumeister aus dem Münsterland

v.num : 437

Enthält : Geboren 1776 als dritter Sohn des Amtsrentmeisters Albert Joseph Reinking in Rheine und wurde von seinem Großonkel W.F. Lipper in Baukunst unterrichtet.
Ab 1795 leistete er Militärdienst im Fürstbistum Münster.
Zwischen 1802 und 1804 trat er als Baumeister in die Dienste des Grafen von Bentheim-Steinfurt, anschließend bei dem Herzog von Arenberg.
Ab 1813 im preußischen Militärdienst und seit 1817 wieder Baumeister beim Grafen von Bentheim-Steinfurt.
Gestorben 1819.
Gebäude stark geprägt von Louis XVI.-Vorstellungen.

Darin : August Reinking war ein bedeutender westfälischer Klassizist




(...)
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sie trug Münsters Namen in alle Welt

v.num : 442

Enthält : Geboren am 26.01.1833 in Münster als Tochter des Bildhauers Johann Adam Ney aus Lothringen.
Ab ca. 1850 Unterricht beim Historienmaler Johann Baptiste Berdellé in München und anschließend an der Akademie der Künste.
1954 Fortsetzung des Studiums in Berlin bei Christian Rauch und erste Aufträge, nach Rauchs Tod Übernahme vieler seiner Aufträge.
Um 1965 heimliche Hochzeit mit dem Schotten Edmund Montgomery auf Madeira.
1967 großer Erfolg mit Büsten auf der Weltausstellung in Paris, anschließend Standbild von Ludwig II. von Bayern.
1871 Übersiedlung nach Amerika.
Vereinzelte Besuche in ihrer Heimatstadt Münster
1907 Tod durch Herzversagen in ihrem Atelier in den USA.
1939 Benennung einer neuen Straße nach Elisabeth Ney.

Darin : Vor 100 Jahren starb die Bildhauerin Elisabeth Ney




ohne Datum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Franz von Galen und das Ende der Zentrumspartei

v.num : 444

Enthält : Franz von Galen war Bruder von Clemens August von Galen
1919 schied er aus dem Militärdienst aus und übernahm die
Verwaltung des Familiengutes in Dinklage
1928 zog er nach Münster, Stadtverordneter als Mitglied des Zentrums
1930 Übernahme von Haus Merfeld bei Dülmen als Pächter
1932, 05.30. Franz von Galen wird Landtagsabgeordneter des Zentrums
1932, 16.12. (einzige) Rede im Landtag
1933, 05. legte Franz von Galen sein Landtagsmandat nieder, weil er dem preußischen Ermächtigungsgesetz nicht zustimmen wollte

Darin : Bruder des Kardinals war preußischer Landtagsabgeordneter




ohne Datum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Als Gerhard von Morrien nach Frankreich fuhr

v.num : 446

Enthält : Adelsfamilie von Morrien hatte Stammsitz auf der Wasserburg Nordkirchen (Vorläuferbau von Schloss Nordkirchen), die 1528 erbaut wurde.
Familie von Morrien besaß einen Adelshof in der Aegidiistraße

Mitglieder der Familie:
Johann von Morrien erwirbt 1350 Marschallsamt (Vorsitz der Ritterschaft)
Gerhard von Morrien (1488-1559) stand Fürstbischof Franz von Waldeck im Kampf gegen die Täufer zur Seite, verlegte Dorf Nordkirchen mit Kirche und Friedhof weiter nach Norden
Sohn Gerhard von Morrien, verheiratet mit Johanna von Büren (gestorben: 1584),
Sohn Gerhard von Morrien starb am 17.06.1607 bei einem Duell mit Dietrich von Galen, verheiratet ab 1591 mit Adolpha von Ketteler, zwei Kinder.
1691 stirbt das Geschlecht aus.
Verkauf der Herrschaft Nordkirchen an Fürstbischof Friederich Christian von Plettenberg, der anstelle der Wasserburg das Barockschloss Nordkirchen zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete.

Darin : Pflichtprogramm für die Sprösslinge des Adels




ohne Datum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Friedrich Althoff: Münsters unbekannter Ehrenbürger

v.num : 449

Enthält : Am 23. Mai 1906 verlieh die Stadt Münster Friedrich Althoff (geb. 1839, gest. 1908) zusammen mit seinem Vorgesetzten, Kultusminister Konrad Studt, das Ehrenbürgerrecht.
Ministerialdirektor, nach Humboldt bedeutendster preußisch-deutscher Wissenschaftsförderer, -planer und -gestalter
- rege an Gründungen von Universitäten, Instituten und weiteren Forschungseinrichtungen beteiligt, Gründungsinitiator der Max-Planck-Gesellschaft
1902 Umwandlung der kath.-theol. Akademie in eine mehrere Fakultäten umfassende Universität

Darin : Der Begründer der Universität Münster starb vor einhundert Jahren




ohne Datum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Tollkühner Billerbecker in fliegender Kiste

v.num : 488

Enthält : - Josef Suwelack stellte 1912 den Weltrekord im Fliegen auf (4 Stunden, 34 Minuten)

- Geboren 1888 in Billerbeck als Sohn eines Molkereileiters; Ausbildung an der Technischen Hochschule Darmstadt; 1909 Entschluss zur "Fliegerei"

- 1909-11 Mehrere Misserfolge

- 1911 Bau der "Rumpler Taube", Pilotenprüfung, knappe Niederlage auf der Nationalen Flugwoche

- Oktober 1911 Flugtag in Münster: 1 Stunde 5 Minuten Flugzeit

- Dezember 1911 Weltrekord; 1912 Direktor der Kondor-Flugzeugwerke

- 1914-15 Kampfpilot; 95 überlieferte Briefe

- 1915 Tod hinter den feindlichen Linien; widersprüchliche Berichte über Tatsachenhergang; endgültige Gewissheit nach Übergabe des Abschiedsbriefes an die Familie

Darin : Vor 100 Jahren stellte Josef Suwelack mit der 'Rumpler Taube' einen Weltrekord beim Flug mit Passagier auf




ohne Datum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Lauten-Barde und Kunst-Bohmien

v.num : 491

Enthält : - Tönne Vormann als Sänger und Komponist plattdeutscher Lieder (berühmte LP "Tönne Vormann singt westfälische Lieder zur Laute in Platt" von 1976 100 000mal verkauft) heute fast vergessen

- Im Buch "Die großen Chansonniers und Liedermacher" von 1987 erwähnt

- 1902 als Wilhelm Anton Vormann in Münster geboren, zunächst Lehren als Konditor und Maler

- Künstlerische Wurzeln im "Wandervogel"-Gitarrespielen und Moritatensingen

- 1924 Kunststudium in München an der Debschitz-Schule, Gitarrenunterricht bei Heinrich Scherrer und Begegnung mit Joachim Ringelnatz

- Nicht belegte Teilnahme an Filmprojekten in München

- 1928 Studium der Malerei in Berlin, Mitarbeit an Kulturzeitschrift "Querschnitt"

- Nicht belegte Bekanntschaft mit Claire Waldoff und Max Slevogt

- Nach Mitarbeit an NS-Kulturprogrammen ab 1945 Aufnahmen für den Westdeutschen Rundfunk und Wilhelm Wahl

- Vormann bei Kollegen als hervorragender Plattdeutsch-Sänger und guter Lügner bekannt

- Steigende Bekanntheit 1950-70; Integration in die Musikszene der 68er

- Bekanntheit als westfälisches Original

- Abgeschiedenes Privatleben und Tod in Wolbeck 1993

Darin : Tönne Vormann ( 1902-1993) gehörte zu den eigenwilligsten Volkskünstlern des Münsterlandes



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken