Stadtarchiv Soest
Behörden und Einrichtungen
Archigymnasium Soest
P 22 Archigymnasium
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Name : P 22 Archigymnasium

Beschreibung :

VORWORTGeschichte des BestandesDie hier verzeichneten Akten gelangten aus dem Archigymnasium nach und nach ins Stadtarchiv Soest. Zum Teil waren sie schon durch ein Verzeichnis beziehungsweise eine Aktenordnung erschlossen. Die 1213 Nummer umfassen die Zeit von 1605 bis zur Rekommunalisierung der Schule im Jahre 1974. Als einigermaßen vollständig kann aber nur die Überlieferung nach 1820 bezeichnet werden. Vorher bestehen große Lücken. So sind z.B. aus dem 17. Jahrhundert nur sechs Nummern vorhanden. Für die Schulgeschichte vor dem 19. Jahrhundert ist die städtische Überlieferung heranzuziehen (Inventar des Stadtarchivs Soest. Bestand A. Bearbeitet von Wilhelm Kohl. Mit einem Beitrag von Gerhard Köhn. Münster 1983 (Inventare der nichtstaatlichen Archive Westfalens NF Bd. 9). Über die ältesten Akten schreibt Eduard Vorwerck (1819-1825 Schüler und 1828-1868 Lehrer am Archigymnasium; 1841-1882 Archivar der Stadt Soest) in seiner Materialsammlung zur Geschichte des Archigymnasiums: „Ein großer Theil der Acten des Gymnas. Ist für immer verloren. Da im vorigen saeculo u. auch anfangs dieses saec. d. Gymnasium unter d. hiesig. Stadtgericht stand, waren sämtliche Acten auf das Gericht am Markt (jetziges Kreisgericht) gebracht und später, als das Gericht nichts mehr mit d. Gymnasio zu schaffen hatte, dort geblieben u. auf den Boden gepackt. Ab und zu werden vom Gericht alte werthlose Acten als Maculatur verkauft. In den letzten Jahren, wo der Herr v. Viebahn Direktor des Gerichts war, hatten die Gymnasialacten das Schicksal, verkauft zu werden, obgleich Herr v. Viebahn ausdrücklich deren Verkauf verboten hatte. Später erfuhr ich v. Lehrer Hrn. (…), dass ein Israelitischer Kaufmann im Grandweg Gymnasialakten, die er am Gericht erstanden hatte, als Tütenpapier verbrauche. Durch Hr. G(…)s Vermittlung erwarb ich die noch übrigen Papiere, die bei weitem größten Theile waren verbraucht.“ (Stadtarchiv Soest, Bestand A, Hs 77, S. 2*.)Da Vorwerck in seiner Eigenschaft als Stadtarchivar auch die jetzt im Inventar des Stadtarchivs Soest (Inventar des Stadtarchivs Soest. Bestand A. Bearbeitet von Wilhelm Kohl. Mit einem Beitrag von Gerhard Köhn. Münster 1983 (Inventare der nichtstaatlichen Archive Westfalens NF Bd. 9) verzeichneten Akten (Stadtarchiv Soest, Bestand A, Nr. 10401-10477.) des Archigymnasiums zusammengestellt hat, muss offenbleiben, ob er die geretteten Akten ins Stadtarchiv zur städtischen Parallelüberlieferung legte oder im Schularchiv unterbrachte. Eine genaue Aufstellung dieser Akten existiert nicht. Vogeler, der die Akten für seine Geschichte des Archigymnasiums auswertete, spricht in diesem Zusammenhang von Scholarchieakten, (Vogeler (wie Anmerkung 1), Teil IV, S. 11, Anmerkung 3) das heiße, die Akten gehörten zur städtischen Registratur. Vorwerck schrieb die ihm wichtig erscheinenden Stücke ab. Diese Abschriften bildeten neben der oben erwähnten handschriftlichen Geschichte des Archigymnasiums von 1754 (Stadtarchiv Soest, Bestand A, Hs 70, Nr. 5, S. 399-441.) die Grundlage für seine Materialsammlung zur Geschichte des Archigymnasiums. (Stadtarchiv Soest, Bestand A, Hs. 75, S. 702-749; Hs 76 und 77 passim.) Das Schularchiv wurde erstmals 1947 von Archivar Dr. Dietrich Kausche verzeichnet. Einschließlich späterer Ergänzungen umfasste dieses Verzeichnis rund 350 Einheiten. Es erschloss neben einigen wenigen Akten aus dem 17. und 18. Jahrhundert vor allem die von etwa 1820 bis zu Verstaatlichung der Schule im Jahre 1900 angefallenen Gymnasialakten. Vereinzelt reicht die Laufzeit bis in die 20er Jahre vorigen Jahrhunderts. Alle jüngeren Akten wurden nach einer Aktenordnung abgelegt, die Direktor Dr. Rudolf Stopp Ende der 1920er Jahre, wohl im Zusammenhang mit dem Umzug des Archigymnasiums in das Gebäude des ehemaligen Lehrerseminars an de Niederbergheimer Straße, angelegt hatte. Ergänzt wird der jüngere Teil des Schularchivs durch das Depositum der 1906 gegründeten „Vereinigung ehemaliger Abiturienten“, später umbenannt in „Verein ehemaliger Schüler des Archigymnasiums“. Neben den gedruckten Berichten des Vereins, Unterlagen zu Schulfeiern, Nachrichten über Schülerverbindungen und den Turnverein des Gymnasiums enthält dieses Depositum als wichtigsten Bestandteil die Sammlung Glebe, eine sehr umfangreiche Sammlung personen- und familiengeschichtlicher Nachrichten über frühere Schüler und Lehrer. Zur Sammlung Glebe gehört außerdem eine Reihe von Gruppen- und Porträtfotos ehemaliger Schüler und Lehrer des Archigymnasiums. Die Bilder liegen jetzt in der Fotoabteilung des Stadtarchivs Soest. Dort finden sich auch andere Fotos verschiedener Herkunft mit Bezug zum Archigymnasium. Die Akten des Archigymnasiums wurden nach der Kommunalisierung der Schule in mehreren Schüben an das Stadtarchiv Soest abgegeben: 1974 kamen zunächst die Akten des Vereins ehemaliger Schüler ins Stadtarchiv, 1976 der von Kausche verzeichnete Altbestand und 1989 folgte der jüngere nach der Stoppschen Aktenordnung geordnete Bestand.Bei den Übergaben kamen jeweils weitere, bisher unverzeichnete Akten zum Vorschein. Neben einem Konvolut von Manuskripten verschiedenen Inhalts aus dem 16.-19. Jahrhundert und einem Scholarchierechnungsbuch von 1723 handelte es sich dabei vor allem um Abiturarbeiten, Zeugniskonzepte, Frequenzlisten und Protokollbücher des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Zur Bearbeitung des BestandesDie Neuverzeichnung stützt sich auf Kausches Verzeichnis und die Stoppsche Aktenordnung. Der Bestand Archigymnasium erhält die Bestandssignatur P 22, die beim Bestellen der Akten der jeweiligen Aktennummer voranzusetzen ist. Der Altbestand wurde durch die unten näher bezeichneten Neuzugänge erweitert, viele der alten Titel durch Enthältvermerke ergänzt. Kausches Gliederung nach der Verwaltungsgeschichte der Schule wird für dieses Verzeichnis übernommen (1. Akten des Scholarchats, 2. Akten des Gymnasialkuratoriums, 3. Akten des Gymnasiums, 4. Akten des staatlichen Gymnasiums). Das hat zur Folge, dass sich die Rubrikentitel unter den genannten Abschnitten des Verzeichnisses mehr oder weniger regelmäßig wiederholen. Im Übrigen bleiben folgende Sätze aus dem Vorwort von Kausches Verzeichnis gültig: „Abteilung A (jetzt: 1. Akten des Scholarchats) enthält die Akten der alten Scholarchie und die der neuen, soweit sie nicht als Vorakten in die Registratur des Kuratoriums gelangt sind, die als Abteilung B (jetzt: 2. Akten des Gymnasialkuratoriums) angeschlossen wurde. Es empfiehlt sich daher, bei der Benutzung der Scholarchieakten stets auch das Verzeichnis der Abteilung B (jetzt: 2. Akten des Gymnasialkuratoriums) mitheranzuziehen, in dem durch die Jahresangabe die Vorakten aus den Jahren bis 1830 leicht kenntlich sind. Das eigentliche Gymnasialarchiv dagegen, dessen Bestände in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts beginnen, ist als Abteilung C (jetzt: 3. Akten des Gymnasiums) aufgestellt. Es handelt sich dabei um keine abgeschlossene Registratur, sondern um Handakten einzelner Direktoren, die nur zu einem geringen Teil geordnet und geheftet sind, Gerichtsakten und so weiter wurden den Abteilungen B (jetzt: 2. Akten des Gymnasialkuratoriums) und C (jetzt: 3. Akten des Gymnasiums) einverleibt.“ Bei der Abteilung C (3. Akten des Gymnasiums), das „eigentliche Gymnasialarchiv“, handelt es sich um einen sehr heterogenen Bestand, der bisweilen noch aus Nachlässen ehemaliger Lehrer und Schüler ergänzt wurde und wird. So gelangten beispielsweise die eigenhändigen Lebensläufe von Primanern der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Neue Signatur: P 22.371, P 22.372, P 22.373 und P 22.374.) mit den Zulassungsgesuchen zum Abitur aus dem Nachlass Direktor Patzes (Amtszeit: 1821-1858.) in das Gymnasialarchiv. (Stadtarchiv Soest, Sammlung Glebe, Notiz auf dem Datenblatt „Achenbach“, ohne Seitenzählung.) Wie erwähnt kamen 1976 und 1989 auch bisher unverzeichnete Archivalien ins Stadtarchiv, die den älteren Bestand ergänzen. Nachdem schon 1976 mehrere Bündel unsortierter und undatierter Abiturarbeiten des 19. Jahrhunderts übernommen worden waren, folgten 1989 aus dem Sekretariat der Schule noch die frühesten Abiturakten von 1788-1810. Mit Hilfe von Schülerlisten konnten nahezu alle Arbeiten datiert und geordnet werden. Das Schularchiv enthält damit den geschlossenen Bestand von Prüfungsakten und Abiturarbeiten von der Einführung des Abiturs in Preußen 1788 bis 1931. Die jüngeren Abiturarbeiten befinden sich noch im Schulsekretariat. Abschlussprüfungen vor 1788 sind durch die seit 1605 erhaltenen gedruckten Disputationen und Schulprogramme dokumentiert. Diese standen in sieben Bänden zusammengebunden in der Bibliothek des Archigymnasiums und waren vor dem II. Weltkrieg von Studienrat Dr. Richard Kuhlmann provisorisch verzeichnet worden. Obwohl von den damals vorhandenen sieben Bänden nur noch sechs einigermaßen vollständig erhalten sind, wurde das handschriftliche Verzeichnis Kuhlmanns hier übernommen. (Ein gedrucktes Verzeichnis der Soester Disputationen findet sich auch bei Karl Wülfrath, Bibliotheca Marchica. Die Literatur der westfälischen Mark. Teil I: Von den Frühdrucken bis 1666, Münster 1936. Kuhlmanns handschriftliches Verzeichnis liegt im Bestand des Archigymnasiums unter der Nummer P 22.1207.) Die fehlenden Teile der Sammlung sind im Verzeichnis gekennzeichnet. Eine weitere Ergänzung des Altbestandes ist ein wahrscheinlich 1976 übernommenes Konvolut von Manuskripten aus dem frühen 17. bis 19. Jahrhundert. (Neue Signatur: P 22.31.) Es handelt sich dabei hauptsächlich um Predigtausarbeitungen, Vortragskonzepte, Vorlesungsmitschriften Florilegien, Briefmuster usw. Die Zugehörigkeit der Manuskripte zum Bestand des Archigymnasiums ist durch keinerlei Registraturvermerke gesichert. Zum Zeitpunkt der Neuverzeichnung war ihre Herkunft nicht mehr mit Sicherheit zu ermitteln, aber der Umstand, dass sie im Magazin in der Nähe von Abiturarbeiten des frühen 19. Jahrhunderts gelagert waren und die inhaltliche Nähe der Schriftstücke zum Bestand einer höheren Schule ließen es gerechtfertigt erscheinen, sie hier zu verzeichnen. Alle neu hinzugekommenen Archivalien vor 1900 wurden an den entsprechenden Stellen der Systematik Kausches eingefügt. Sie sind in der Regel daran zu erkennen, dass keine Altsignatur angegeben ist. Unter Abschnitt 4 finden sich die nach der Verstaatlichung des Archigymnasiums entstandenen und nach der Stoppschen Aktenordnung abgelegten Akten. Soweit man sie für den laufenden Geschäftsverkehr noch benötigte, sind damals auch einzelne ältere Bauakten, die bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichen, der neuen Ordnung eingegliedert worden. Andererseits wurden die für den Geschäftsverkehr nicht mehr benötigten Akten der beiden Jahrzehnte zwischen der Verstaatlichung des Archigymnasiums und Stopps Amtsantritt 1926 nicht neu geordnet. Kausche verzeichnete sie 1947 zusammen mit dem Altbestand. Demnach finden sich Archivalien des Übergangszeitraums sowohl in Abteilung 3 als auch in Abteilung 4 des Verzeichnisses. Die eben erwähnten älteren Bauakten (z.B. Akten über Lehrerwohnungen; neue Signatur P 22.146.) im Bestand des staatlichen Gymnasiums wurden jedoch wieder an den entsprechenden Stellen des Kausche-Verzeichnisses eingeordnet. Sie sind dort an der Stoppschen Registraturnummer sofort zu erkennen. Stopps Aktenordnung ist sehr differenziert. Verhältnismäßig kleine Akteneinheiten, manche enthielten nur einzelne Blätter, waren die Folge. Die Akten waren in mehrfach unterteilten Stehordnern abgelegt, und die Umbettung jeder einzelnen Untereinheit in Regisordner hätte sehr viel Platz verschwendet. Deshalb wurde für die Verzeichnung manches zusammengefasst, namentlich die bei vielen Aktentiteln angetroffene Unterteilung in „Allgemeines“ und „Besonderes“. Darüber hinaus mag folgendes Beispiel die Vorgehensweise illustrieren. Nach dem Aktenplan war die Stelle „Schule und Staat“ folgendermaßen unterteilt: 11 Schule und Staat 111 Allgemeines 112 Verfassung 113 Flaggen 1131 Allgemeines 1132 Besonderes 114 Schmückung der Amts- und Schulräume 115 Schulfahnen 116 Schule und NSDAP 117 Besatzungen: AnordnungenIm Schnitt entfallen auf die einzelnen Untereinheiten (Nr. 116 „Schule und NSDAP“ fehlt) je 10-15 Aktenblätter. Das Ganze wurde zu einer Akteneinheit zusammengefasst und unter dem Titel „Schule und Staat“ verzeichnet. Die Titel der Untereinheiten erscheinen im Enthältvermerk.Den nach diesem Muster gebildeten Verzeichnungseinheiten ist jeweils eine Kopie des entsprechenden Abschnitts der Aktenordnung beigeheftet, so dass die Feingliederung erkennbar bleibt. Im Findbuch zeigt die Angabe der alten Registratursignaturen an, wo mehrere Punkte zusammengefasst wurden. Da die Laufzeiten der zusammengefassten Unterpunkte oft voneinander abweichen, unterblieb auf der untersten Gliederungsebene eine streng chronologische Ordnung der Verzeichnungseinheiten. Bei der Umbettung der Akten von Stehordnern in Archivmappen wurde aus Zeitgründen die kaufmännische Ablage (jüngstes Schriftstück oben) beibehalten.Von der Aktenordnung nicht erfasste Abiturarbeiten, Aktenjournale, Aufnahme- und Frequenzlisten, Konferenzprotokolle, Zensurenlisten und Zeugnisse wurde sinngemäß eingeordnet. Kassiert wurde nicht.Den Schluss des Bestandes Archigymnasium bildet als Abteilung 5 das Depositum des Vereins ehemaliger Schüler des Archigymnasiums Soest. Bedeutendster Teil dieses Depositums ist die Sammlung Glebe, eine Sammlung personen- und familiengeschichtlicher Nachrichten über frühere Schüler und Lehrer des Archigymnasiums. Die 78 Ordner der Sammlung sind hier nicht einzeln verzeichnet, da das Material noch nicht durchgehend alphabetisch geordnet werden konnte. Ein vorläufiges Verzeichnis liegt beim Bestand.Das die ältere Geschichte der Schule bis etwa 1752 betreffende Material liegt im Bestand A des Stadtarchivs Soest (ca. 60 Nummern). Über die Indexbegriffe „Gymnasium“ und „Schulen“ sind die betreffenden Archivalien im 1983 veröffentlichten Inventar des Bestandes leicht zu finden.Für die Zeit nach 1752 sind im Repertorium B (früher C) unter den Rubriken XI e (Stipendien), XI h (Schulkassenangelegenheiten) und XII a (Archigymnasium) noch etwa 50 Gymnasialakten städtischer Provenienz verzeichnet.Die wenigen städtischen Parallelakten in den Beständen C (ca. 1870 – ca. 1933) und D (ca. 1933 – ca. 1950) weisen die Indices der jeweiligen Repertorien unter dem Stichwort „Archigymnasium“ aus.Parallelakten vorgesetzter staatlicher Behörden lagern im Staatsarchiv Münster (Provinzialschulkollegium; Kleve-Märkische Regierung, Landessachen) und im Deutschen Zentralarchiv Merseburg (brandenburg-preußische Zentralbehörden). Möglicherweise enthalten die Schulakten im Archiv des Kirchenkreises Soest im Landeskirchenarchiv Bielefeld vereinzelte Nachrichten zur Geschichte des Archigymnasiums. Eine Kopie des Repertoriums befindet sich im Stadtarchiv Soest. (Stadtarchiv Soest, Repertorium Nr. 669.)



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