Stadtarchiv Werl
Archivgut eigener Herkunft, im eigenen Archiv
Stadt Werl
Inventar des Archivs der Stadt Werl
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1491
Permalink der Verzeichnungseinheit

Regest folgt.

v.num : 4370

Enthält : Vor 40 Jahren
Ausgeliehene Urkunde kam nach 140 Jahren ins Stadtarchiv zurück

Da behaupte noch mal jemand, Behörden seien nicht zuverlässig! Des Staates Mühlen mahlen zwar langsam, aber sie mahlen.
Diese Erfahrung machte der damalige Leiter des Werler Stadtarchivs Msgr. Rudolf Preising im Jahre 1974. Er erhielt eine Urkunde vom Staatsarchiv in Münster zurück, dessen Leiter schrieb: "Die anliegende Urkunde vom 11. Oktober 1491 entstammt dem Werler Stadtarchiv. Sie wurde im Jahre 1834 dem münsterischen Archivar Dr. Erhard ausgehliehen. Bei einer Reklamation im Jahre 1852 ließ sie sich nicht ermitteln. Inzwischen ist sie in dem hiesigen Pertinenzbestand Stadt Werl aufgetaucht und wird hiermit nach 140jährigem Exil zur Wiedereinordnung in den dortigen Urkundenbestand übersandt."
Der Anzeiger berichtete schon 1974 darüber: In der Tat ist die Geschichte des seltenen Schriftstückes mehr als außergewöhnlich. Ausgefertigt wurde das Schreiben auf hellem Kölner Pergament 1491 von einem Werler Stadtschreiber. Der Inhalt: ein Kompromiss in einer Streitigkeit zwischen dem Werler Amtmann Heinrich v. Ense gen. Schneidewind und der Freiheit Büderich auf der einen Seite und der Stadt Werl auf der anderen Seite. Der Grund der Auseinandersetzung geht aus dem gut erhaltenen Pergament nicht hervor. Es ging wohl um das Monopol des Handels für Werl. Jedenfalls wurde weiter empfohlen, die Forderungen in zweifacher Ausfertigung einzureichen, um sie dem Landesherrn, dem Kölner Kurfürsten, einzureichen. Ob und welchen Schiedsspruch der weltliche und geistliche Herr in Köln gefällt hat, ist unbekannt. Die Urkunde kam erstmal im Jahre 1834 nach Münster und kam vorerst nicht zurück. Nach 18 Jahren mahnte die Stadt die Rückgabe an, doch blieb die Urkunde in Münster verschollen. In den nächsten Jahrzehnten tauchte die Urkunde offensichtlich wieder auf, denn sie wurde, da niemand ihre Herkunft kannte, dem Staatsarchiv in Münster einverleibt. Erst 1974 gab der Leitende Staatsarchivdirektor Dr. Richtering die Urkunde zurück. Jetzt ist die 523 Jahre alte Urkunde (58 cm x 40 cm) mit der Signatur 142a im Urkunden-Bestand des Werler Stadtarchivs.
Michael Jolk



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