Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.1. Zentrale Verwaltung
Lippische Grenzakten
L 38 Grenzakten
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 38

Name : Grenzakten

Beschreibung :
Zum Bestand
Der vorliegende Bestand wurde 1780 von Johann Ludwig Knoch verzeichnet und erfuhr von späterer archivarischer Hand einige wenige Ergänzungen. Untypisch für ein Knochsches Repertorium ist der Umstand, dass ein Vorwort fehlt. Diese Tatsache ich nicht einer gewissen Bedeutungslosigkeit dieses Knochschen Repertoriums im Kanon seiner vielen anderen geschuldet - nein, im Gegenteil -, sondern dem Fakt, dass die Akten und Vorgänge dieses Bestandes durchaus auch anderen Fonds (z.B. Auswärtiges, Ortsakten, Polizei- und Hoheitssachen) hätten zugeordnet werden können. So verzichtete Knoch auf ein eigenes Vorwort zu diesem Pertinenzbestand, der hätte gar nicht geschaffen werden müssen.
Der Bestand umfasst 92 VZE. Die frühesten Originalstücke setzen im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts ein; die jüngsten reichen bis zum Beginn des 19.. Abschriften älterer Urkunden reichen zeitlich bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück.
Der Bestand bietet dem Benutzer vielzählige Informationen zur Orts- und Landesgeschichte, typischerweise dann, wenn es zu Konflikten zw. einzelnen Dorfschaften, Ämtern und Territorien kam. Zahlreich sind auch die Grenz-, Hude-, Jagd- und sonstigen Streitigkeiten zw. den Ämtern der regierenden Linie und den Paragialämtern der lippischen Nebenlinien, vor allem mit Lippe-Brake. Grenzsteinforscher finden zahlreiche Angaben über die Positionen noch heute vorhandener Grenzsteine. Familienforscher können in L 38 Zeugenbefragungen mit Namensnennungen und „Kurzbiographien erwarten, die bis in das Jahr 1490 zurückreichen (Nr. 68). Eine Reihe von Akten sind in einfache Pappdeckel gebunden, wohl um sie bei Grenzbegehungen besser griffbereit zu haben. Auch die Knochsche Handschrift begegnet häufig in den Akten und ist wesentlich besser zu lesen als in seinen Repertorien! Knoch hatte zahlreiche Abschriften älterer Dokumente angefertigt, pro memoria und notamina erstellt, selbst Grenzbegehungen mit -beschreibungen durchgeführt und einige wunderschöne und anspruchsvolle Karten zu Grenzsituationen angefertigt, die im Bestand verblieben sind (z.B. Nr. 71).
Zahlreiche Grenzverträge mit den Nachbarterritorien und ihren wechselnden Herrscherhäusern befinden sich in Abschrift in diesem Bestand; die Originale zumeist im Urkundenbestand L 1. Folgende Bestände sind zudem noch v.a. zu konsultieren (s.o.): L 95, L 77a, L 75, L 18-36, L 42-49.
Es ist nach Bestellnummer zu zitieren: L 38 Nr.

Detmold, im Juli 2008




(Wolfgang Bender)


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