Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.3. Regierung / Landesregierung
Regierung/Landesregierung Lippe - Büro des Staatsministers
L 80.03 Regierung/Landesregierung Lippe - Büro des Staatsministers
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 80.03

Name : Regierung/Landesregierung Lippe - Büro des Staatsministers

Beschreibung :
Am 23. Mai 1933 ernannte aufgrund des Zweiten Reichsgesetzes zur Gleichschaltung der Länder vom 07.04.1933 file://fn@01 der Reichsstatthalter für Lippe und Schaumburg-Lippe und Gauleiter Westfalen-Nord Dr. Alfred Meyer, der ein Reichsstatthalter-Büro in Detmold unterhielt (zuletzt Friedrichshöhe), den Gauinspekteur für Lippe, Schaumburg-Lippe und den Kreis Grafschaft Schaumburg (Rinteln), Landwirtschaftsrat Riecke, zum lippischen Landespräsidenten unter Ablösung des ersten NS-Landespräsidiums Dr. Krappe-Wedderwille[-Klöpper], das seit dem 07.02.1933 amtiert hatte. Damit hatte auch das seit 1918 an der Spitze des Landes Lippe stehende Dreimänner-Kollegium sein Ende gefunden. Ein Gesetz über die Landesregierung vom 02.06.1933 file://fn@02 gab dem verantwortlichen Regierungschef die zur monarchischen Zeit gebräuchliche Bezeichnung Staatsminister zurück und sah für ihn einen ständigen ehrenamtlichen Vertreter vor. Zu diesem wurde der nächstniedrige Parteivertreter ernannt, nämlich der lippische Kreisleiter Wedderwille aus Lage, der auch schon dem vorhergehenden Landespräsidium angehört hatte. Im Jahre 1936 fand insofern eine Vereinfachung statt, als am 24.02. nach der Versetzung des Staatsministers Riecke in das Landwirtschaftsministerium in Berlin der Reichsstatthalter Meyer selbst die Gechäfte als Regierungschef übernahm. Die Verordnungen ergingen jetzt unter der Bezeichnung: "Der Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg-Lippe (Landesregierung Lippe)" und wurden gezeichnet entweder vom Reichsstatthalter oder "In Vertretung Wedderwille".

In dieser Form ist Lippe bis zum Ende des Krieges 1945 regiert worden. Die seit dem 01.04.1932 vollzogene Vereinigung von Landespräsidium und Regierung zu einer Behörde, bei der es keine besondere Registratur und eigene Aktenführung beim Landespräsidenten mehr gab, ist zwar grundsätzlich nicht rückgängig gemacht worden, doch bildete sich zweifellos aus politischen Gründen ein eigenes Büro des Staatsministers Riecke bzw. des stellvertretenden Regierungschefs Kreisleiter Wedderwille, das sich in räumlichem Zusammenhang mit der Kreisleitung Lippe der NSDAP im Regierungsgebäude befand. Dienstzimmer des Stellvertreters des Staatsministers war das letzte Präsidentenzimmer.

Nach dem erhaltenen Geschäftsverteilungsplan handelte es sich bei dem Büro um einen in sich organisierten Geschäftsbereich mit eigenem Personal und eigenen Laufzeichen L 1 - L 5, wobei der Buchstabe L wohl vom Wort "Landespräsidium" abgeleitet worden sein dürfte. Zur Zeit des Staatsministers Riecke (1933-36) galt folgende Ordnung:
L 1 Staatsminister, Leiter der Geschäfte der Landesregierung
L 2 Stellvertreter des Staatsministers in allen Zuständigkeiten
L 3 Adjutant des Staatsministers
L 4 Regierungsinspektor, 1. Bürobeamter, Posteingangsstelle
L 5 Regierungsassistent, Büro

Das ging über die Führung von Handakten neben der Dienstregistratur hinaus, wenn auch wohl Durchschläge aus dem Büro z. T. in die Geschäftsregistraturen gegeben worden sind.

Nach dem Zusammenbruch wurden die im Büro vorgefundenen Akten von der Regierung in 77 Nummern verzeichnet und auf die Abteilungen Ia, Ib, IIa, IIIa, Pers., Pol., B 5, Fo1 und Gewerbe-A. aufgeteilt, wobei im Verzeichnis die Zuteilung vermerkt wurde. Tatsächlich haben jedoch die Abteilungen und Dezernate nur zum Teil die ihnen zugedachten Akten übernommen. Soweit aus dem folgenden Verzeichnis nichts anderes hervorgeht, ist die Registratur des Büros in ihrer Zusammensetzung geblieben und nunmehr unter der Bezeichnung L 80 L Büro des Staatsministers aufgestellt worden.

Detmold, 21.02.1962

Kittel

Der Bestand ist offenbar im Jahre 1987 von dem damaligen Referendar Dr. Franke bereits einmal bearbeitet worden, der zahlreiche Druckschriften entnommen und dem Bestand D 84 zugeführt hat. - Im Zuge der Neuverzeichnung der Akten der Lippischen Regierung erhielt der Bestand die neue Bezeichnung L 80.03 und neue, nunmehr endgültige lfd. Nummern sowie eine Gliederung.


Detmold, im August 2003


(Schwinger)



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