Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.3. Regierung / Landesregierung
Regierung/Landesregierung Lippe - Preisüberwachungsstelle/Preisbildungsstelle
L 80.17 Regierung/Landesregierung Lippe - Preisüberwachungsstelle/Preisbildungsstelle
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 80.17

Name : Regierung/Landesregierung Lippe - Preisüberwachungsstelle/Preisbildungsstelle

Beschreibung :
Einleitung

Als Zugang 5/1959 kam der Bestand L 80.17 (vormals L 80 IIa Prü) Preisüberwachungsstelle-Preisbildungsstelle an das Staatsarchiv Detmold. Er umfasst 62 VZE mit einer Laufzeit von 1931-1949. Zeitlicher Schwerpunkt der Überlieferung bildet die NS-Zeit.
Oberster „Preiswächter im Reich war der Gauleiter von Westfalen-Süd, Josef Wagner, der durch Führererlass Anfang November des Jahres 1936 auch die Dienstgeschäfte des Reichskommissars für die Preisbildung übernahm (bis November 1941). Er unterstand direkt dem Beauftragten für den Vierjahresplan, Hermann Göring. Ziel war es, den beobachteten Preiserhöhungstendenzen bei bereits verordnetem Lohnstopp gegenzusteuern und „die zur Sicherung volkswirtschaftlich gerechtfertigter Preise und Entgelte erforderlichen Maßnahmen zu treffen. (Gesetz zur Durchführung des Vierjahresplans - Bestellung eines Reichskommissars für die Preisbildung Rgbl. Teil I, Nr. 103 aus 1936, § 2, Absatz 1).
Für die Festsetzung und Bildung von Preisen für räumlich begrenzte Bezirke waren in Preußen die Oberpräsidenten, ansonsten im Reich die obersten Landesbehörden zuständig; für die Preisüberwachung analog die Regierungspräsidenten bzw. die obersten Landesbehörden. Die Preisbildungsstelle im Lande Lippe (mit Ausnahme der Exklave Lipperode-Cappel) unterstand dem Kreisleiter und Stellvertretenden Chef der lippischen Landesregierung, Adolf Wedderwille; die Preisüberwachungsstelle dem Leiter der Abt. II der Landesregierung, Reg.-Direktor Bruno Kirchhoff. Das Büropersonal und die Sachbearbeiter waren identisch.
Unter der Regierungsebene gab es im Land Preisüberwachungsbehörden für die Kreise Detmold und Lemgo bei den Landratsämtern in Detmold bzw. Brake, denen wiederum örtliche Behörden zuarbeiteten. Auch Hausfrauen wurden in die Preisüberwachung mit einbezogen. Während die Preisbildungsstelle vornehmlich Wirtschaftslenkende Aufgaben hatte, waren die Preisüberwachungsstellen und -behörden mit polizeilichen Aufgaben betraut, nämlich Preistreiberei und Wucher festzustellen und der Bestrafung zuzuführen.
Wedderwille - als Preisbildungsstelle - traf die Entscheidungen über sämtliche Beschwerden in Preisüberwachungsangelegenheiten ohne Unterschied, ob die Entscheidungen von der Landesregierung Abt. II - Preisüberwachungsstelle - oder von einer der unteren Preisüberwachungsbehörden ergangen waren (vgl. dazu auch: Lipp. Gesetzsammlung Nr.6 aus 1941, Durchführungsverfügung vom 3.6.1941).
Durch Organisationserlass des Reichskommissars für die Preisbildung gingen zum 1.7.1944 die Geschäfte der Preisbildungsstelle in Detmold auf den Reichsverteidigungskommissar in Münster, Dr. Alfred Meyer, und dessen geschäftsführende Behörde über. Die Preisüberwachungsstelle in Detmold wurde zunächst nicht aufgelöst, nahm ihre Aufgaben nunmehr aber im Auftrage des „Regierungspräsidenten in Minden -Preisüberwachungsstelle wahr (Staatsanzeiger für das Land Lippe Nr. 28 aus 1944). Ab 1.9.1944 gingen diese Aufgaben ganz nach Minden über (ebda. Nr. 31 aus 1944).
Im November des Jahres 1945 wurde auf Initiative Heinrich Drakes die Preisüberwachung wieder an die Lippische Landesregierung zurück delegiert und dort eine neue Preisüberwachungsstelle eingerichtet. Die Preisbildung verblieb in Münster beim Oberpräsidenten bzw. ab 1946 bis 1948 beim Wirtschaftsministerium des Landes NRW.

Es ist nach Bestellnummer zu zitieren: L 80.11 Nr. ...


Detmold, im März 2004

gez. W. Bender






Literatur :
Quellen:L 80.17 Nr. 1-3

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