Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung
1.1.2.5.1. Wirtschaft und Finanzen
Rentkammer
Lippische Rentkammer - Kloster und Meierei Falkenhagen
L 92 F, L 92 F 1 Rentkammer - Kloster und Meierei Falkenhagen
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 92 F, L 92 F 1

Name : Rentkammer - Kloster und Meierei Falkenhagen

Beschreibung :
Vorbemerkung

Im Jahre 1247 gründeten die Grafen von Schwalenberg in Falkenhagen ein Zisterzienserinnenkloster, das Ende des 14. Jh. in den schriftlichen Quellen nicht mehr zu fassen ist. Nach der Zerstörung des Klosters in der Eversteinschen Fehde 1407 flohen die Nonnen nach Brenkhausen; Versuche eines Neuanfangs scheiterten zunächst. 1432 gelang es Graf Bernhard (VII.) zur Lippe und seinem Bruder Simon, dem späteren Bischof von Paderborn, die Kreuzherren (Kreuzbrüder) zur Niederlassung in Falkenhagen zu bewegen. Diese konnten allerdings erst 1443, wohl wegen Wiederstandes des Zisterzienserordens als Erstbesitzer, mit der Errichtung eines Konvents beginnen.

Nach Einführung der Reformation in Lippe begannen Spannungen und Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Paderborn um die Konfessionszugehörigkeit des Klosters, die schließlich 1596 mit dessen Aufhebung und Teilung zwischen Lippe und Paderborn endeten. Der paderbornische Anteil bezog sich im wesentlichen auf den Wirtschaftshof des Klosters, auf Ländereien, Waldungen und das frühere Priorhaus. Er wurde 1604 den in Paderborn ansässigen Jesuiten zur Verwaltung übergeben, die ihn wie ein großes Landgut organisierten und bewirtschafteten.

Als der Papst 1773 die "Societas Jesu" in der ganzen Kirche verbot und auch die Jesuiten in Falkenhagen aufgefordert wurden, den Ort zu verlassen, nutzte die Grafschaft Lippe die Gelegenheit, um sich den paderbornischen Klosterteil anzueignen und die Teilung von 1596 rückgängig zu machen. Die dadurch entstandenen Rechtsstreitigkeiten vor dem Reichshofrat in Wien zogen sich bis 1794 hin und endeten mit einem Vergleich. Lippe blieb im Besitz des paderbornischen Anteils, musste aber finanzielle Kompensation leisten.

Gleich nach Inbesitznahme des landwirtschaftlichen Gutes machten die Lipper daraus die "landesherrliche Meierei Falkenhagen". Ab 1774 verpachtete die Rentkammer die Domäne - in der Regel auf 6 Jahre - an einen "Conductor". Der letzte Pächter ging 1930 Konkurs; danach erfolgte die Auflösung der Domäne, Abbruch und Verkauf der Gebäude sowie Versteigerung des Inventars.

Der vorliegende Bestand umfasst hauptsächlich die früheren Rentkammerakten ab 1773 (zusätzlich noch einige älterere Rechnungen) sowie die bis 1920 bei der Regierung geführten Falkenhagener Archivalien, die in diesem Jahr an die Direktion der Domänen und Forsten (ehemalige Rentkammer) und vor dort Oktober 1931 an das Lippische Landesarchiv abgegeben wurden. Akten der Meierei Falkenhagen wurden im August 1949 vom Regierungspräsidenten Detmold, Domänenabteilung dem Landesarchiv übergeben.

Bei der vorliegenden Datei handelt es sich um die konvertierte Version der Abschrift eines alten Behördenfindbuchs/Aktenverzeichnisses; die Vorlage konnte bisher nicht ermittelt werden.



Detmold, im April 2012
gez. Arno Schwinger


Literatur:
Westfälisches Klosterbuch. Münster 1992-2003. Teil 1, S. 299-309.

Willy Gerking (Hrsg.), 750 Jahre Kloster Falkenhagen. Leopoldshöhe 1997.

Willy Gerking, Die landesherrliche Meierei Falkenhagen, in: Lippische Mitteilungen, Bd. 73/2004, S. 187-206.







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